Handy, Laptop, E-Bike: So bleiben Akkus fit und sicher

10.09.2020 - Expertentipp

(Fotoquelle: Adobe Stock)

Sie sind schnell einsatzbereit, halten lange und stecken deshalb in vielen Elektrogeräten, die wir täglich nutzen: Lithium-Ionen-Akkus. Damit sie nicht zum Sicherheitsrisiko werden, sondern ihre volle Stärke ausspielen können, sollten die sensiblen Energiespeicher gut behandelt werden. Worauf man dabei achten muss, hat CosmosDirekt zusammengestellt.

Saarbrücken – Während ihr Smartphone-Format noch in eine Hand passt, ist für ein Elektroauto schon die Größe einer Tischplatte nötig: Lithium-Ionen-Akkus sind aus modernen Elektrogeräten kaum noch wegzudenken. Ihre kurze Ladezeit und ihre lange Einsatzdauer machen sie zum idealen Energielieferanten im täglichen Gebrauch. Der korrekte Umgang mit dieser Art von Akku ist wichtig, denn durch unvorsichtige Handhabung können Brände ausgelöst werden. Außerdem schwächt willkürliches Laden die Leistung der Energiezellen. CosmosDirekt, der Direktversicherer der Generali in Deutschland, erklärt die wichtigsten Aspekte rund um den sicheren Umgang mit Akkus.

DAS RICHTIGE LADEN

Schon beim Laden von Geräten mit Lithium-Ionen-Akkus kann man vieles richtig, aber auch vieles falsch machen. Viele fühlen sich mit voller Leistung wohler, weil sie damit länger durch den Tag kommen. Allerdings leiden unter extrem hohen, aber auch niedrigen Ladezuständen die sogenannten Ladezyklen. Damit wird angegeben, wie oft ein Akku theoretisch von null auf 100 Prozent aufgeladen werden kann, bevor er an Kapazität verliert. Zur optimalen Nutzung der Ladezyklen sollten Geräte deshalb nur bis zu 80 Prozent aufgeladen werden und erst wieder an ein Ladekabel angeschlossen werden, wenn der Akkustand bei 20 Prozent liegt. Viele Handys, Tablets und Laptops sind heute jedoch mit modernen Lademanagement-Systemen ausgestattet, die eine Über- oder Unterladung verhindern.

Auch über Nacht werden die Geräte gerne aufgeladen. „Darauf sollte man schon aus Sicherheitsgründen verzichten. Denn wer den Akku unbeaufsichtigt oder nachts auflädt und einen eventuellen Akkubrand dadurch zu spät bemerkt, ist in großer Gefahr“, sagt Isolde Klein, Versicherungsexpertin bei CosmosDirekt. Aber auch ladetechnisch werden so über Nacht unnötig wertvolle Ladezyklen verbraucht. Denn obwohl sich die meisten Ladegeräte bei 100 Prozent Akkuleistung abschalten, wird wieder bis zur vollen Kapazität aufgeladen, sobald wieder etwas Leistung verbraucht ist.

SICHERHEITSHINWEISE BERÜCKSICHTIGEN

„Generell ist der gesamte Umgang mit Energiespeichern wie Lithium-Ionen-Akkus in Deutschland von der Herstellung, über den Transport bis zur Nutzung und Entsorgung durch das Batterie-Gesetz geregelt“, erklärt Isolde Klein. Es gibt u. a. DIN-Normen, die Hinweise zum richtigen Laden und Entsorgen vorschreiben. Sie sind entweder auf dem Akku selbst, dem Gerät oder in der dazugehörigen Betriebsanleitung zu finden. Elektronische Geräte, die offiziell in Deutschland verkauft werden, entsprechen deshalb hohen Sicherheitsstandards. Zu erkennen sind sie u. a. an der Kennzeichnung von verwendeten Stoffen wie Quecksilber, Cadmium und Blei sowie dem Symbol der durchgestrichenen Mülltonne. Sind diese Angaben nicht zu finden, wurde das Gerät oder der Akku nicht nach deutschen Sicherheitsanforderungen vertrieben. „Kauft man wissentlich solche Geräte, die in Deutschland nicht zugelassen sind, und es kommt zu einem Brand, kann das sogar Einfluss auf den Versicherungsschutz haben. Deshalb sollte man darauf achten, nur offiziell hierzulande zugelassene Geräte und Akkus zu verwenden und die Sicherheitshinweise auf Geräten und ihre Anleitungen zu befolgen“, sagt Isolde Klein.

HITZE UND KÄLTE VERMEIDEN

Die chemische Zusammensetzung von Lithium-Ionen-Akkus macht sie anfällig für besonders hohe und niedrige Temperaturen oder große Temperaturunterschiede. Dadurch können sich die Eigenschaften und Fähigkeiten der chemischen Verbindungen ändern und zum Leistungsverlust, zur Beschädigung oder im schlimmsten Fall zum Brand eines Akkus führen. Gerade an warmen Sommertagen sollten Smartphones und andere Geräte mit Akkus deshalb einen schattigen Platz finden und umgekehrt der Kälte im Winter nicht lange ausgesetzt sein. Auch E-Bikes sollten bei den Überlegungen nicht vergessen werden, die ebenfalls mit einem Akku betrieben werden. Dieser sollte nach der Nutzung und besonders bei längeren Pausen am besten an einem Ort mit Zimmertemperatur verstaut werden.

BESCHÄDIGTE AKKUS

Ihre empfindlichen Inhaltsstoffe machen auch physische Beschädigungen an Lithium-Ionen-Akkus besonders gefährlich: Giftige Gase können austreten, sogar Brände ausgelöst werden. Wer z. B. bemerkt, dass sich nach einem Aufprall des Smartphones auf dem Boden Risse oder Wölbungen am Gehäuse abzeichnen oder der Akku ungewöhnlich heiß wird, sollte es nicht mehr benutzen und sich um eine sichere Entsorgung kümmern. Dazu sollten die Akkus immer nur an den dafür vorgesehenen Annahmestellen im Handel und auf Wertstoffhöfen abgegeben werden. Eine einheitliche Regelung zum Austausch von Lithium-Ionen-Akkus gibt es leider nicht. Allerdings kann es Regelungen im Rahmen der Gerätegarantie geben. Manche Unternehmen wie Apple bieten sogar ein Austauschprogramm für Akkus an.

Trotz aller Vorsicht kann sich ein Akku in einem Gerät entzünden. Dann gilt es schnell zu handeln: Stecker ziehen, Feuerwehr verständigen, bei kleineren Bränden selbst mit reichlich Wasser löschen, das eine kühlende Wirkung hat. Dabei sollte man nie den Eigenschutz vergessen, denn beim Löschen von Lithium-Ionen-Akkus kann extrem dichter, gesundheitsschädlicher Rauch entstehen. Isolde Klein: „Sind bei einem Brand Schäden an Einrichtungsgegenständen entstanden, kommt hierfür in der Regel die Hausratversicherung auf. Es empfiehlt sich daher, nach einem Brand auch zeitnah den Versicherer zu informieren. Dieser kann bei Fragen unterstützen und weitere Schritte in die Wege leiten.“


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