Fahrverbote und Umweltplakette: Was Autofahrer beachten sollten

18.12.2018 - Versicherungstipp

  • Für mehr Luftqualität gibt es seit 2008 Umweltzonen in Deutschland,
    für die Autos eine Umweltplakette brauchen.1
  • Dieselskandal und Fahrverbote sorgen aktuell für neue
    Verunsicherung.
  • Kfz-Versicherungsexperte Roman Wagner von CosmosDirekt
    beantwortet Fragen rund um die Themen Fahrverbote und
    Umweltplakette.

Die Deutschen bleiben ihrem Auto lange treu: Knapp ein Fünftel
(19 Prozent) der Autobesitzer fährt ihr Auto im Durchschnitt zehn Jahre lang, 16
Prozent sogar bis es endgültig defekt ist. Das zeigt eine repräsentative forsa-
Umfrage2 im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in
Deutschland. Durch den Dieselskandal, die bereits umgesetzten Fahrverbote in
Hamburg und die drohenden Beschränkungen in Stuttgart und weiteren Städten,
fragen sich vor allem Besitzer älterer Kraftfahrzeuge: Darf ich mit meinem Auto in
deutschen Städten noch überall fahren? Und welche Umweltplakette
(Feinstaubplakette) brauche ich dazu? Roman Wagner, Kfz-
Versicherungsexperte von CosmosDirekt
, erklärt, was Autofahrer rund um
Feinstaubplaketten und Fahrverbote wissen sollten.

WAS MUSS ICH ALS AUTOFAHRER BEACHTEN?

Nach der Einführung der Umweltzonen verbesserte sich zwar die Luftqualität in
puncto Feinstaub (Partikel-Emissionen), der Stickoxidausstoß sank jedoch
kaum.3 Fahrer von Diesel-Autos müssen sich daher auf Fahrverbote einstellen.
Autofahrer in Hamburg müssen als erste mit diesen Einschränkungen leben, dort
gelten seit dem 1. Juni 2018 verschärfte Regeln für Kraftfahrzeuge der
Abgasnorm Euro 5 und schlechter. Auch in anderen Großstädten sollen bald
Fahrverbote eingeführt werden. Ab 2019 sind auch in weiteren Städten wie
Stuttgart, Frankfurt/Main, Bonn, Köln, Berlin und Mainz Fahrverbote für ältere
Diesel und teilweise auch Benziner geplant.4

WOHER WEIß ICH, OB DAS FAHRVERBOT AUCH FÜR MEIN AUTO GILT?

Die Fahrverbote betreffen ältere Diesel-Pkws und möglicherweise auch Benziner,
Busse, Lkws und Wohnmobile der Schadstoffgruppen (Euro-Norm) Euro 1 und
schlechter und Euro 1 bis 5. Dazu Roman Wagner: „Wichtig zu wissen – die für
Fahrverbote relevante Schadstoffgruppe des Kraftfahrzeugs bedingt die
Plakettenziffer, manchmal auch die Plakettenfarbe, wie rot, gelb oder grün – oder
keine Plakette.“
Die Schadstoffgruppe des eigenen Kraftfahrzeugs ermittelt man
über die nationale Emissionsklasse (-schlüsselnummer) im Fahrzeugschein
beziehungsweise in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Dabei gilt: Hatte das
Auto vor dem 1. Oktober 2005 seine Erstzulassung, finden Autobesitzer diese
Nummer noch unter „Schlüsselnummer – zu 1“. Seitdem steht sie in der
Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 14.1.5

WARUM BRAUCHE ICH FÜR MEIN AUTO EINE UMWELTPLAKETTE?

Die Feinstaubplakette – umgangssprachlich auch Umweltplakette genannt – gibt
Auskunft über die Schadstoffgruppe des Kraftfahrzeugs. Danach wird die Ziffer
(bzw. Farbe) der Umweltplakette bestimmt. Diese ist dafür ausschlaggebend, ob
das Auto in eine der derzeit schon 58 Umweltzonen in Deutschland fahren darf.6
Umweltplaketten gibt es momentan in den Farben rot, gelb und grün. Derzeit
dürfen in fast allen Umweltzonen nur Kraftfahrzeuge mit einer grünen Plakette
unterwegs sein. Lediglich in Neu-Ulm darf man auch mit einer gelben Plakette
innerhalb der Umweltzone fahren. Kraftfahrzeugen mit einer roten Plakette ist das
Befahren einer Umweltzone nicht gestattet. Roman Wagner erklärt: „Eine
inländische Umweltplakette gilt in jeder Umweltzone in Deutschland. Sie muss mit
dem amtlichen Kennzeichen des zugehörigen Kraftfahrzeugs beschriftet und gut
sichtbar innen an der Windschutzscheibe – am besten rechts oben oder unten –
angebracht werden. Autofahrer können sie bei Kfz-Zulassungsstellen, in
Bürgerämtern oder bei anerkannten technischen Überwachungsorganisationen
(z. B. Dekra, TÜV), erwerben.“

WAS PASSIERT, WENN ICH OHNE UMWELTPLAKETTE DURCH EINE
UMWELTZONE FAHRE?

Jedes Kraftfahrzeug (Pkw, Lkw,…) mit dem eine Umweltzone befahren wird,
braucht eine eigene Umweltplakette – oder eine spezielle
Ausnahmegenehmigung. Das gilt auch für ausländische Kraftfahrzeuge. „Sonst
droht ein Bußgeld“
, sagt Roman Wagner. „Wer ohne oder mit einer ungültigen
Plakette eine Umweltzone befährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro.7
Ausnahmeregelungen für einzelne Kraftfahrzeuge können auf Antrag erteilt
werden.“8

Kfz-Schad-
stoffgruppe

1

2

3

4

Umweltplakette

keine

rote (2)

gelb (3)

grün (4)

für Diesel

Euro 1 oder

schlechter

Euro 2 oder

Euro 1 plus

Partikellfilter

Euro 3 oder

Euro 2 plus

Partikelfilter

Euro 4 oder

Euro 3 plus

Partikelfilter

für Benziner

ohne gerelten

Kat

mit geregeltem

Kat bzw. Euro 1

oder besser


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Pressekontakt CosmosDirekt

Stefan Göbel


Sabine Gemballa