Motorradversicherung wechseln

Motorradversicherung wechseln

Häufig zahlen Motor­rad­fahrer zu hohe Prämien für ihre Motor­rad­ver­sicherung. Dabei besteht mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit, die Motor­rad­ver­sicherung zu wechseln. Vielen ist nicht bewusst, dass sich die Ver­sicherungs­konditionen im Laufe der Jahre verändert haben, oder sie scheuen den vermeintlich großen Aufwand. Dabei ist ein Wechsel alles andere als aufwendig – wenn Sie geordnet vorgehen und die Kündigungs­fristen einhalten.

Vieles ist bei der Motorradversicherung mit der Autoversicherung vergleichbar. Sowohl beim Auto als auch beim Motorrad muss der Fahrzeughalter eine Haftpflichtversicherung abschließen, um das Fahrzeug im Straßenverkehr fahren zu dürfen. Die Voll- und die Teilkasko sind dagegen freiwillig. Auch bei den Wechselmodalitäten bestehen Gemeinsamkeiten zwischen beiden Versicherungen. Das gilt beispielsweise für die Fristen und den Ablauf des Versicherungswechsels. Wer die Motorradversicherung wechseln will, sollte allerdings auch Besonderheiten berücksichtigen.

Diese Versicherungsbegriffe spielen im Text eine Rolle
Begriff
Erklärung
SelbstbeteiligungDieser Betrag legt fest, wie viel ein Versicherungsnehmer bei einem Schaden selbst aufbringen muss. Wenn eine Selbstbeteiligung festgelegt ist, muss der Versicherungsnehmer für Schäden bis zur Selbstbeteiligung selbst aufkommen bzw. erhält die Schadensumme abzüglich der Selbstbeteiligung. Dadurch sinkt der Versicherungsbeitrag.
HauptfälligkeitMit dem Begriff wird der Tag bezeichnet, an dem der Versicherungsschutz in Kraft tritt. Ab diesem Tag muss der Versicherungsnehmer die Prämie zahlen. Die Hauptfälligkeit erfolgt häufigzum 1. Januar.

Schritt für Schritt den Versicherungswechsel durchführen

Anders als viele vermuten steht die Kündigung der bestehenden Motorradversicherung am Anfang des Wechselprozesses. Für den Wechsel ist es wichtig, die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist der Police zu kennen. Andernfalls besteht das Risiko, dass Sie nicht rechtzeitig kündigen und somit Ihre Motorradversicherung nicht wechseln können. Diese Reihenfolge hat sich beim Wechsel der Motorradversicherung bewährt:

1. Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist klären
2. Kündigung der bestehenden Motorradversicherung
3. Versicherungsangebote vergleichen
4. Neue Police abschließen

Das ist beim Versicherungsvergleich zu beachten

Die Beitragshöhe ist ein entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einer neuen Motorradversicherung – sie sollte aber nicht das einzige sein. Besonders bei vermeintlichen Versicherungsschnäppchen sollten Sie genauer hinschauen. Oft enthalten diese Policen nur einen Basisschutz. Wichtige und hilfreiche Leistungen sind dann nicht enthalten. Die Höhe der Deckungssumme sollte bei der Kfz-Haftpflichtversicherung 100 Mio. Euro betragen. Ansonsten besteht das Risiko einer Unterversicherung. Beim Vergleich der Angebote ist auch zu berücksichtigen, welche Selbstbeteiligung die Police bei der Kaskoversicherung vorsieht und mit welchen Beitragsnachlässen diese einhergeht. Eine weitere wichtige Leistung der Kaskoversicherung betrifft den Verzicht des Versicherers auf Leistungs­kürzungen bei grober Fahrlässigkeit. Diese Klausel sollte in Ihrer Motorradversicherung enthalten sein.

Stellen Sie für den Vergleich eine Liste mit Leistungen auf, die Ihr Versicherungsschutz umfassen sollte. Dazu können beispielsweise eine Mallorca-Police oder ein erweiterter Wildschadenschutz gehören.

Diese Tarifoptionen und Leistungen können relevant sein:

  • Deckungssumme bei Sach- und Vermögensschäden
  • Deckungssumme bei Personenschäden
  • Leistungen bei grober Fahrlässigkeit
  • Mallorca-Police
  • Erweiterter Wildschaden-Schutz
  • Erweiterter Naturgewalten-Schutz

In unserem Ratgeber Motorradversicherung und die Kosten erhalten Sie ausführliche Informationen zu den verschiedenen Leistungen und Kosten.

Tipp

Bei CosmosDirekt ist bei der Kaskoversicherung die Beschädigung, Zerstörung und der Verlust des Motorrades infolge eines Zusammenstoßes des in Bewegung befindlichen Fahrzeugs mit Tieren aller Art versichert. Marktüblich sind nur "Schäden durch Haarwild".

Beim Abschluss einer neuen Police

Vor der Kündigung Ihrer bisherigen Versicherung sollten Sie einige Vergleichsangebote einholen und bezüglich den Leistungen und Kosten prüfen.

Tipp

CosmosDirekt bietet bei der Motorradversicherung Beamten und Berufsgruppen wie Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern lukrative Sondertarife.


Wechselmöglichkeiten und -fristen bei der Motorradversicherung

Die Laufzeit der Motorradversicherung beträgt in aller Regel ein Jahr. Unter Berücksichtigung der Frist ist die Police zum Ende der Laufzeit kündbar. Wenn die Frist verstreicht, wird die Laufzeit automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Darüber hinaus bestehen für jeden Versicherungsnehmer unter bestimmten Bedingungen Sonderkündigungsrechte. Die Kündigung der Versicherung muss immer schriftlich erfolgen. Wer einen Wechsel zum Ende der Vertragslaufzeit anstrebt, muss die Kündigung nicht begründen. Bei einer außerordentlichen Kündigung muss das Schreiben dagegen begründet werden.

Hinweis

Wer ein neues Motorrad kauft, kann dafür automatisch eine neue Versicherung abschließen. Beim Verkauf eines angemeldeten Motorrads wird dem Käufer ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.

Der reguläre Wechsel der Motorradversicherung

Der reguläre Wechsel erfolgt am Ende der Vertragslaufzeit. Wenn die Motorradversicherung das gesamte Jahr abdeckt, fällt das Vertragsende auf das Ende des Jahres. Die Kündigung der bestehenden Police muss dann zum Jahresende erfolgen. Die 1-monatige Kündigungsfrist vor der Hauptfälligkeit eingerechnet, fällt der Stichtag für die Kündigung auf den 30. November. Wenn die Kündigung danach beim Versicherer eingeht, ist sie unwirksam. Das Datum des Poststempels zählt nicht. Um sicherzustellen, dass die Kündigung wirklich rechtzeitig angekommen ist, sollten Sie diese per Einschreiben mit Rückschein schicken.

Hinweis

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Unsere Musterkündigung beinhaltet die notwendigen Felder sowohl für die reguläre als auch für die außerordentliche Kündigung.

Der außerordentliche Wechsel der Motorradversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen entsteht für den Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht, mit dem er unabhängig von der vertraglichen Restlaufzeit kündigen kann. Dabei sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend:

1. Sonderkündigung bei einer Beitragserhöhung
2. Sonderkündigung im Schadenfall

Die Prämienerhöhung muss einseitig durch den Versicherer erfolgen. So entsteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn das Motorrad oder der Wohnort in eine teurere Typklasse eingeordnet wurde. Wer dagegen neue Leistungen in die Police aufnimmt (wodurch es zu einer Erhöhung des Beitrags kommt), erhält kein Sonderkündigungsrecht. Das Sonderkündigungsrecht nach einem Schadenfall besteht für beide Vertragsseiten. Daher kann auch das Versicherungsunternehmen innerhalb der festgelegten Frist das Vertragsverhältnis beenden.

Kein Sonderkündigungsrecht trotz Beitragserhöhung

Nicht bei jeder Prämienerhöhung bekommt ein Versicherungsnehmer die Möglichkeit, die Motorradversicherung zu wechseln. In den folgenden Fällen haben Sie kein Sonderkündigungsrecht:

  • Niedrigere Schadenfreiheitsklasse und damit geringerer Rabatt infolge eines regulierten Schadens aus dem Vorjahr
  • Höhere Beiträge infolge einer gesetzlichen Änderung oder Vorgabe (z.B. Anhebung der Versicherungssteuer)
  • Beitragserhöhung nach einem Wechsel des Wohnortes wegen Einstufung in eine höhere Regionalklasse

Motorradversicherung mit Saisonkennzeichen wechseln

Bei Saisonkennzeichen für Motorräder kann die Hauptfälligkeit auch auf den Jahresbeginn fallen. Der letzte Tag für die Kündigung ist der 30. November.

Es ist aber auch möglich, dass die Hauptfälligkeit mit der Motorradsaison beginnt. Diese geht häufig vom 1. April bis zum 31. Oktober. Der Stichtag ist dann unter Berücksichtigung der 1-monatigen Kündigungsfrist der 28. Februar.


Fazit: Nicht den Aufwand scheuen, die Motorradversicherung zu wechseln

Motorradfahrer können mit einem Versicherungswechsel oftmals mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Wer beim Wechsel systematisch vorgeht und Fristen beachtet, hält den Aufwand in Grenzen. Neben der Beitragshöhe sind Leistungen wie die Deckungssumme der Versicherungsschutz bei grober Fahrlässigkeit und erweiterte Leistungen wichtige Faktoren für die Wahl der neuen Police.

Bei der Kündigung sind vor allem die Fristen und die Art der Kündigung zu berücksichtigen. Eine reguläre Kündigung erfolgt zum Ende der einjährigen Vertragslaufzeit. An welchem Tag die Kündigungsfrist endet, hängt maßgeblich davon ab, ob sich der Versicherungsschutz auf das ganze Kalenderjahr oder nur die Motorradsaison erstreckt:

  • Bei einer ganzjährigen Motorradversicherung fällt das Vertragsende auf das Ende des Kalenderjahres. Der letzte Tag für den Eingang der Kündigung ist der 30. November.
  • Bei Versicherungsschutz für die Motorradsaison können Verträge auch am 31. März enden. Stichtag für die Kündigung ist dann der 28. Februar. In Sonderfällen können Sie Ihre Police unabhängig vom Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Voraussetzung dafür ist eine durch den Versicherer veranlasste Beitragserhöhung oder ein regulierter Schadenfall. Wenn der Gesetzgeber die Versicherungssteuer anhebt und sich infolgedessen die Beiträge erhöhen, entsteht kein Sonderkündigungsrecht.

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