Motorrad zulassen oder abmelden

Das Motorrad zulassen und abmelden

Der Kauf­vertrag ist unterschrieben und das Motor­rad gehört Ihnen. Was jetzt noch fehlt, sind Ihre Zu­lassung und die Ab­meldung des Vor­besitzers. Beim Behörden­gang muss Einiges beachtet werden. Dabei müssen Käufer wie Ver­käufer darauf achten, dass das Motor­rad korrekt umgemeldet wird. Viele möchten ihr Zwei­rad auch im Winter­zeit­raum abmelden. Wie dies am besten gemacht wird, erklären wir im Ratgeber.

Diese Versicherungsbegriffe spielen im Text eine Rolle
Begriff
Erklärung
VersicherungspoliceDie Urkunde, die den Versicherungsvertrag dokumentiert. Die Versicherungspolice wird auch Versicherungsschein genannt.
VersicherungsgesellschaftDie Versicherungsgesellschaft gewährt den im Versicherungsvertrag vereinbarten Versicherungsschutz. Geläufig sind ebenfalls die Begriffe Versicherer, Versicherungsbetrieb oder einfach Versicherung.
HaftpflichtversicherungDie Haftpflichtversicherung schützt den Versicherungsnehmer vor den Schadenersatzansprüchen Dritter.
SchadenfreiheitsrabattJe länger ein Versicherter schadenfrei fährt, umso höher fällt sein Rabatt bei der Haftplicht und ggf. Vollkasko aus.

Welche Dokumente und Unterlagen sind erforderlich?

Selbst erfahrene Motorradfahrer vergessen gerne einmal, was sie benötigen, um ihr Motorrad zuzulassen, umzumelden oder abzumelden. Häufig liegt der letzte Besuch in der Zulassungsstelle schon länger zurück. In dieser Zeit geraten die Informationen nicht nur in Vergessenheit, manchmal haben sich die gesetzlichen Richtlinien auch geändert. Deshalb sollte vor jeder An- oder Ummeldung noch einmal genau geprüft werden, ob alle benötigten Unterlagen herausgesucht sind. Wer lange kein Motorrad mehr zugelassen hat, wird vielleicht sogar noch von der „Doppelkarte“ sprechen. Sie diente dazu, die bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung bei der Anmeldung nachzuweisen. Die Doppelkarte wurde 2002 von der Versicherungs­bestätigung in elektrischer Form (eVB) abgelöst.

Tipp

Die eVB-Nummer ist ein alphanummerischer Code wie beispielsweise „COS6D6“, der beim zukünftigen Versicherer angefordert werden kann. Wenn Sie mehr wissen möchten über die elektronische Versicherungsbestätigung, können Sie alles Wissenswertes in unserem Ratgeber eVB-Nummer anfordern: elektronische Versicherungsbestätigung-Nummer nachlesen.

Die Umstellung hat in erster Linie Vorteile für den Fahrzeughalter. Das elektronische Verfahren erspart Zeit. Der Bestätigungscode für den bestehenden Versicherungsvertrag wird oft kurzfristig per E-Mail, SMS aufs Handy oder telefonisch übermittelt. Danach kann es schnell auf die Zulassungsstelle gehen. Liegen auch die anderen Unterlagen vor, ist die Zulassung des Motorrads vergleichsweise schnell erledigt. Mit der eVB-Nummer greift die Zulassungsstelle auf die zentrale Datenbank der deutschen Kfz-Versicherer zu. Auf diesem Weg erhält die Behörde sofort alle erforderlichen Versicherungsangaben.

Aufpassen sollten Sie mit Steuerschulden, diese können ein Anmeldehindernis sein. Die Zulassungsbehörde kann darauf bestehen, dass Sie zuerst Ihre Schulden beim Finanzamt begleichen. Viele Behörden verlangen zudem die Einwilligung des Antragsstellers zum Lastschriftverfahren, damit die Motorradzulassung erfolgen kann.

Eines darf bei der Zulassung auf keinen Fall fehlen: Die Papiere, früher Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein, müssen mit auf die Zulassungsstelle. Im Rahmen einer europaweiten Vereinheitlichung wurde das System auf die sogenannten Zulassungsbescheinigungen I und II umgestellt. Bei der An- oder Ummeldung von älteren Motorrädern werden die neuen Dokumentenformate automatisch erstellt, ohne dass ein gesonderter Antrag dafür gestellt werden muss.

Bei der Motorrad-Zulassung wird immer vom Fahrzeughalter gesprochen. Aus gutem Grund: Wer ein Motorrad besitzt, muss nicht zwangsläufig einen Führerschein dafür haben. Eine Versicherungspolice für ein Motorrad dürfen Sie ohne Führerschein abschließen. Wie bei eigentlich jedem Behördengang wird zur Motorrad-Zulassung ein gültiger Personalausweis oder Reisepass benötigt, damit Sie Ihre Identität nachweisen können.


Die unterschiedlichen Motorrad-Zulassungen

Je nachdem, ob Ihr Motorrad neu ist oder bereits angemeldet war, sind andere Dokumente erforderlich. Aus diesem Grund werden verschiedene Arten von Motorrad-Zulassungen unterschieden.

Neuzulassungen von Motorrädern

Bei Neufahrzeugen müssen Halter für die Motorrad-Zulassung zusätzlich den Besitznachweis vorlegen. Außerdem möchte die Zulassungsstelle noch den Typenschein oder den sogenannten Prüfungsbefund sehen. Wer ein Fahrzeug aus dem Ausland anmelden möchte, muss zudem ein Unbedenklichkeitsdokument des zuständigen Zollamtes vorlegen.

Motorräder für Gewerbe und Vereine

Soll ein Motorrad gewerblich oder für einen Verein genutzt werden, verlangt die Zulassungsstelle entsprechende Auszüge aus dem Firmen- oder Vereinsregister. Bei geleasten Fahrzeugen muss zusätzlich eine Erklärung zur Nutzungsüberlassung vom jeweiligen Leasing-Anbieter eingeholt werden.

Gebrauchtes Motorrad anmelden

Neben den genannten Unterlagen und Dokumenten wird bei der Anmeldung alter Motorräder der aktuellste Prüfbefund zu den notwendigen Abgas- und Funktionstests eingereicht. Vom Gesetzgeber werden vier Monate Überziehung bei der Gültigkeit toleriert, beginnend ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum.

Anmeldung im Auftrag

Manchmal fehlt Motorradhaltern einfach die Zeit, um das Fahrzeug zuzulassen. Wer einen freundlichen Bekannten oder Angehörigen hat, der die Anmeldearbeit übernehmen kann, muss diesem zwei Vollmachten ausstellen. Die eine Vollmacht bestätigt, dass die Anmeldung tatsächlich im Auftrag erfolgt; die andere bezieht sich auf Zustimmung zum Lastschriftverfahren (Bankeinzug).

Neben den benötigten Dokumenten und Unterlagen spielen unter Umständen weitere Faktoren eine wichtige Rolle: Wer seine Maschine über 10 Jahre abgemeldet hatte, muss vor der Motorrad-Zulassung eine Vollabnahme beim TÜV durchführen. Bei Fahrzeugen aus dem Ausland ist zusätzlich eine Unbedenklichkeitserklärung des Zollamtes erforderlich.


Übersicht: Was ist mitzubringen?

  • Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung des Fahrzeughalters
  • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
  • Zulassungsbescheinigung I und II
  • SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug der Kfz-Steuer (Formulare sind auf der Zulassung und online erhältlich)
  • Noch vorhandene Kennzeichen, Nachweis über gültige Hauptuntersuchung (HU)

Außerdem je nach Art der Motorrad-Zulassung:

  • Nachweis der EG-Typgenehmigung durch EG-Übereinstimmungsbescheinigung / CoC bzw. Einzelgutachten
  • Auszüge aus dem Vereins- oder Firmenregister
  • Erklärung zur Nutzungsüberlassung vom Leasing-Partner
  • Aktueller Prüfbefund zu Abgas- und Funktionstests
  • Vollmachten zur Anmeldung im Auftrag
Tipp

Ihre eVB-Nummer erhalten Sie einfach und bequem online direkt nach Antragsstellung.


Motorrad zulassen: Welche Kosten fallen an?

Einige Motorradhalter staunen nicht schlecht, wie viel sie für eine An-, Ab- oder Ummeldung bezahlen müssen. Für eine gewöhnliche Motorrad-Zulassung werden inklusive der Schilder schon mal 100 Euro fällig. Die Zulassungsgebühren sind bundeseinheitlich geregelt.

Kostentyp
Kosten (Euro)
Neuzulassung ABE 1 bzw. K (mit allgemeiner Betriebserlaubnis)26,30
Neuzulassung ABE 2 bzw. A (mit allgemeiner Betriebserlaubnis und Technik)36,50
Neuzulassung ABE 3 bzw. E (mit allgemeiner Betriebserlaubnis und Technik)41,60
Wiederzulassung, wenn Zulassungsbescheinigung I und II vorhanden11,40
Umtausch alter Zulassungsbescheinigungen in neue8,70
Zuteilung eines neuen Kennzeichens26,10
Wunschkennzeichen10 bis 20
Abmeldung aus dem eigenen Bezirk5,60
Abmeldung aus anderen Zulassungsbezirken10,70
Änderung der Anschrift innerhalb des Bezirks10,70
Wiederzulassung auf den gleichen Halter11,40
Technischen Änderungen11,40
Halterauskünfte5,10
Kurzzeitkennzeichen10,70
Namensänderung10,70
Saisonkennzeichen26,80
Tausch von Fahrzeugbrief in Zulassungsbescheinigung Teil II bei Neuzulassung5,10
Tausch von Fahrzeugbrief in Zulassungsbescheinigung Teil II in allen anderen Fällen8,70
Kosten für die Herstellung des Kennzeichens (abhängig vom Anbieter)8 bis 40
Hinweis

Für private Fahrzeughalter ist ausschließlich die Zulassungsbehörde am Hauptwohnsitz zuständig. Die Zulassung des Motorrads am Zweitwohnsitz, um dort von einer ggf. günstigeren Regionalklasse zu profitieren, ist nicht möglich.


Besonderheiten beim Motorrad ummelden

Wer ein Motorrad ummelden möchte, hat in der Regel ein Fahrzeug erworben, das vorher von einem anderen Halter besessen wurde. Darum muss der neue Besitzer es bei der Zulassungsbehörde auf seinen Namen ummelden.

Generell gilt beim Kauf und damit vor der Ummeldung: Zuerst sollten die Fahrzeugpapiere des bisherigen Halters überprüft werden: Die Fahrzeugidentifikationsnummer am Fahrzeug sollte mit der Nummer in den Fahrzeugpapieren übereinstimmen. Alle Schlüssel müssen vorhanden sein, und es sollte überprüft werden, ob alle Teile original sind. Wichtige Umbauten müssen in den Fahrzeugpapieren dokumentiert sein.

Wenn der Kauf vollzogen ist, muss das Motorrad zuerst umgemeldet werden. Es ist nicht erlaubt, ohne Zulassung damit zu fahren. Der erste Schritt auf dem Weg zur Ummeldung ist, dass Sie sich bei Ihrer Versicherung eine eVB-Nummer besorgen. Damit sowie mit Ihren weiteren Dokumenten und Unterlagen gegen Sie anschließend zur Zulassungsbehörde und melden das Motorrad auf Ihren Namen an. Das noch auf den Vorbesitzer angemeldete Motorrad wird dabei automatisch abgemeldet und dann auf Sie zugelassen.


Motorrad abmelden: Das ist zu beachten

Wer sein Motorrad nicht mehr nutzt, sollte es abmelden. Dadurch lassen sich die Beiträge für die Haftpflichtversicherung einsparen. Für viele Biker lohnt sich aber ebenfalls die Abmeldung für einen bestimmten Zeitraum. Danach muss das Motorrad wieder angemeldet werden, um es auf öffentlichen Straßen nutzen dürfen.

Für die Abmeldung des Motorrads muss das Kennzeichen abmontiert werden. Mit den Fahrzeugpapieren und dem Kennzeichen gehen Sie – ggf. nach vorheriger Terminvereinbarung – zur Zulassungsstelle, die für Ihren Wohnsitz zuständig ist. Teilen Sie dem Sachbearbeiter mit, dass Sie Ihr Motorrad abmelden möchten. Dieser wird Sie fragen, ob es sich um eine endgültige oder vorübergehende Abmeldung handelt.

Eine endgültige Abmeldung ist zwar kostengünstiger, aber sie erschwert die erneute Motorrad-Zulassung. Wer sein Motorrad doch irgendwann wieder in Betrieb nehmen möchte, sollte sich deshalb für eine vorübergehende Abmeldung entscheiden.

Im nächsten Schritt müssen Sie mit einem Schaber den Zulassungsstempel und die TÜV-Plakette entfernen. Dieses Kennzeichen legen Sie dem Sachbearbeiter noch einmal vor und erhalten eine Abmeldebestätigung nach Begleichung der anfallenden Gebühren.

Eine Alternative zur Ab- und Wiederanmeldung ist das Saisonkennzeichen. Hierbei lässt sich genau der Zeitraum festlegen, in dem das Motorrad gefahren werden soll – Dadurch sparen Sie Zeit und Geld für die Wiederanmeldung.

Hinweis

Wenn Sie das Motorrad wieder anmelden möchten, dürfen Sie damit zur Zulassungsstelle fahren. Eine solche Fahrt muss lediglich die Voraussetzung erfüllen, dass sie auf kürzestem und direktem Weg erfolgt. Außerdem muss ein zugeteiltes Kennzeichen am Motorrad angebracht sein. Bei einer eventuellen Kontrolle durch die Polizei müssen Sie die Versicherungsbestätigung vorzeigen können. Die Beamten haben Zugriff auf den Datenspeicher der Versicherer und können Ihre Angaben überprüfen.


Das Motorrad bei der Versicherung abmelden

Durch das elektronische Verfahren müssen Versicherte ihre Haftpflichtversicherung für das Motorrad bei der Versicherung nicht mehr kündigen. Nach der Abmeldung bei der Zulassungsbehörde geschieht dies automatisch. Allerdings dauert es in der Regel einige Tage oder Wochen, bis ein Bescheid von der Versicherungsgesellschaft rausgeschickt wird. Versicherte können diesen Vorgang beschleunigen, indem sie mit der Abmeldebestätigung von der Zulassungsstelle direkt zur Versicherung gehen. So lässt sich der Versicherungsvertrag sofort beenden.

Tipp

In unseren Ratgeber Motorradversicherung kündigen finden Sie alle wichtigen Informationen, die Ihnen bei einer Kündigung nützlich sein können.


Fazit

Wenn Sie ein Motorrad zulassen oder abmelden wollen, ist dies normalerweise aufwändig. Das ausgefüllte Antragsformular sowie alle anderen erforderlichen Dokumente und Unterlagen sollten Sie mitbringen. Wer sich dann noch vorher einen Termin holt oder sich rechtzeitig zur Öffnungszeit der Zulassungsstelle zur Behörde begibt, wird mit wenig Glück nur einige Minuten für seine Motorrad-Zulassung oder –Abmeldung benötigen.

Wann welche Dokumente und Unterlagen benötigt werden, hängt u. a. von der Art der Zulassung ab. Sich im Vorfeld gut zu informieren, erspart Zeit. In Zukunft soll durch das Online-Verfahren alles weiter vereinfacht werden. Man sollte nicht vergessen, dass bei der Motorrad-Zulassung Kosten anfallen. Diese variieren je Leistung durch die Zulassungsbehörde.


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