CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 09/2016
Was ist eine Risikolebensversicherung?

Wenn ein Elternteil verstirbt, kann das für die Familie nicht nur eine emotionale Belastung sein, sondern auch die finanzielle Situation ändert sich oft schlagartig. Mit einem Mal steht für die Hinterbliebenen die Zukunft auf dem Spiel. Eine Risikolebensversicherung schützt Ehepartner und Kinder gegen diese Existenznöte. Unverheiratete Paare können eine Über-Kreuz-Versicherung mit zwei Verträgen nutzen. Für Alleinerziehende und Geschäftspartner ist diese Versicherung ebenfalls sinnvoll.

Die Risikolebensversicherung wird häufig auch als Hinterbliebenenschutz bezeichnet. Denn sie zahlt die vereinbarte Summe nur im Todesfall des Versicherungsnehmers aus. Anders als bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung spart man keine Summe an, die einem womöglich selbst später mit Zinsen zurückgezahlt wird, sondern die Hinterbliebenen erhalten gleich die ganze Versicherungssumme. Läuft der Vertrag aus und der Hauptverdiener ist noch am Leben, verbleiben die eingezahlten Beiträge beim Versicherer. Da die Auszahlung nur für den tatsächlichen Versicherungsfall vorgesehen ist, ist eine Risikolebensversicherung deutlich günstiger als die kapitalbildende Lebensversicherung.

Wer braucht eine Risikolebensversicherung?

Familien mit zwei vergleichbaren Einkommen oder einem Hauptverdiener, unverheiratete Partner ohne Anspruch auf Witwenrente, Singles mit pflegebedürftigen Eltern, Geschäftspartner, die finanziell voneinander abhängig sind – sie alle können von einer Risikolebensversicherung profitieren. Ihr Abschluss wird auch häufig zur Absicherung eines größeren Kredits oder einer Immobilienfinanzierung von der Bank vorgeschrieben. So ist sichergestellt, dass nach dem Tod eines Familienangehörigen der Kredit trotz Einnahmeeinbußen von der Familie zurückgezahlt werden kann. Wer keine Familie oder einen Partner abzusichern hat, zum Beispiel Studenten oder Auszubildende, braucht keine Risikolebensversicherung – es sei denn, man hat bereits in dieser Lebensphase ein Kind zu versorgen.

Welche Leistungen sollte die Risikolebensversicherung bieten?

Eine zentrale Größe ist die Versicherungssumme. Eine weitverbreitete Faustregel lautet, dass sie dem 3- bis 5-Fachen des Jahresbruttogehaltes des Hauptverdieners entsprechen sollte. Bei 60.000 Euro Einkommen setzt man beispielsweise zwischen 180.000 und 300.000 Euro an. Unter Umständen ist das aber zu wenig. Welche konkrete Summe sinnvoll ist, hängt daher immer auch von der individuellen Situation ab. Hier sollte man genau nachrechnen und feststellen, welche Summe für welchen Zeitraum benötigt wird.

Sinnvoll ist auch, eine Nachversicherungsgarantie einzuschließen. Dann kann man die Versicherungssumme ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung anpassen. Das ist zum Beispiel sehr praktisch, wenn das Paar heiratet, ein Kind bekommt oder zusammen eine Wohnung oder ein Haus erwirbt. Nicht jede Änderung im Leben berechtigt zu einer Anpassung. Bei welchen Ereignissen die Garantie in Kraft tritt, wird im Versicherungsvertrag genau geregelt.

Welche Vertragslaufzeit angesetzt werden soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei einer fallenden Risikolebensversicherung bemisst sich die Laufzeit der Versicherung nach der Kreditlaufzeit. Beides endet zum gleichen Zeitpunkt. Hat man eine Police mit gleichbleibender Versicherungssumme abgeschlossen, sollte die Zeitspanne so gewählt sein, dass ab Vertragsende die abzusichernden Hinterbliebenen finanziell allein über die Runden kommen. Ein Richtwert wäre das Studienende des jüngsten Kindes oder der Renteneintritt des Ehepartners.

Wodurch steigen die Kosten für die Versicherungsprämie?

Neben der Höhe der Versicherungssumme und der Länge der Laufzeit gibt es weitere Faktoren, die sich auf die Kosten einer Risikolebensversicherung auswirken. Einer ist die Gesundheitsprüfung zu Beginn. Je mehr Vorerkrankungen bestehen und je schwerer diese sind, desto höher fällt der Risikoaufschlag aus. Unter Umständen kann der Versicherer den Antrag auch ablehnen. Ehrlichkeit ist an dieser Stelle aber Pflicht, ansonsten setzt man den Versicherungsschutz für die Hinterbliebenen aufs Spiel. Auch das Alter ist von Belang: Ältere Versicherungsnehmer zahlen bei einem neuen Vertrag deutlich mehr als jüngere. Raucher und Berufstätige, die körperlich arbeiten, müssen ebenfalls einen Aufschlag zahlen. Hobbys mit Unfallrisiko wie Motorrad fahren führen ebenfalls zu Mehrkosten.

Wie können sich Paare gegenseitig absichern?

Eheleute sichern sich üblicherweise über eine verbundene Risikolebensversicherung ab. Dabei handelt es sich um einen einzigen Vertrag. Stirbt ein Ehepartner, zahlt die Versicherung. Allerdings tut sie das nur einmal, selbst dann, wenn beide gleichzeitig sterben und ein begünstigter Hinterbliebener zurückbleibt. Diese Lösung ist sinnvoll, wenn nur ein Kredit, aber nicht der Lebensunterhalt der oder des Hinterbliebenen abgesichert werden soll. Auch bei Eheleuten ohne Kinder oder bei Geschäftspartnern kommt diese Lösung häufig zum Tragen. Teurer, aber um einiges flexibler ist die Variante, dass beide Eheleute eine eigene Police abschließen. So können zum Beispiel unterschiedliche Versicherungssummen oder Laufzeiten vereinbart werden. Auch lässt sich insgesamt eine höhere Summe vereinbaren, um Kinder besser abzusichern.

Unverheiratete Paare sollten keine verbundene Risikolebensversicherung abschließen, sondern immer zwei getrennte Verträge. Dies wird empfohlen, um die nachteiligen Regelungen bei der Erbschaftssteuer zu umgehen. Denn die hohen Freibeträge von 500.000 Euro gelten nur für Ehepartner – wer nicht verheiratet ist, darf gerade einmal 20.000 Euro steuerfrei erben. Bei zwei getrennten Verträgen besteht aber die Möglichkeit, dass im Todesfall des anderen die eigene Versicherung zahlt. Bei dieser „Über-Kreuz-Regelung“ ist man selbst immer Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter, während der andere die versicherte Person ist. Dessen Tod löst den Versicherungsfall aus, doch man erbt nicht, sondern erhält das Geld ganz regulär ausgezahlt.

Mit einer Risikolebensversicherung kann man Kinder, Ehe- und Lebenspartner ganz einfach finanziell absichern. Da es sich um einen reinen Todesfallschutz handelt, lässt sich diese Police auch recht günstig abschließen.

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Gut geschützt im Studium

Bald beginnt für rund 2,7 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen das neue Semester. Uni bedeutet aber nicht nur Lernen und Feiern. Auch der Versicherungsschutz muss stimmen.

Surfen auf der Autobahn

Im Auto ins Internet zu gehen, wird bald so normal sein wie das Radio anzuschalten. Mit modernster WLAN-Technik lässt sich das Smartphone ganz leicht einbinden. Doch auch die Risiken steigen.

Entspannter verreisen

Geht der Sommer zu Ende, beginnen die Planungen für den nächsten Urlaub. Wichtige Reiseversicherungen schließt man besser nicht für jeden einzelnen Trip, sondern gleich fürs ganze Jahr ab.