Paar steht im Rohbau

Engagement

Hilfe für die Flutopfer: Eure Weihnachtsspende ist angekommen. Wo genau, erfährst Du hier

Das Wasser weg, die Wunden noch da

Als das Wasser Mitte Juli 2021 so vieles im Ahrtal wegspülte, waren Medien und Politiker direkt vor Ort. Mittlerweile ist die Aufmerksamkeit aber deutlich weniger – wir von CosmosDirekt schauen aber nicht weg. Denn wir wollen den Menschen vor Ort helfen. Mit unserer weihnachtlichen Mitmachaktion konnten wir eine Spende von 10.000 Euro an das Projekt “We AHR Family” spenden. Nun haben wir mit Marianne Theis-Prodöhl von „We AHR Family“ gesprochen und nachgehakt, wie Vereine und gemeinnütziges Engagement vor Ort aussehen können.

Hallo und schön, dass Du Zeit für uns hast. Stell Dich doch erst mal vor und erklär, was Deine Aufgabe bei „We AHR Family“ ist.

Hallo auch an Euch! Ich bin Marianne Theis-Prodöhl und arbeite seit 39 Jahren beim Caritasverband in Ahrweiler als Sozialarbeiterin. In dieser Zeit war ich in unterschiedlichen Fachbereichen unterwegs, seit etwa 10 Jahren bin ich in der Schwangerschaftsberatung angesiedelt. Ich koordiniere zudem auch die Einsätze der Familienhebammen im Kreis Ahrweiler.

„We AHR Family“ haben wir als Projekt nach der Flutkatastrophe 2021 gegründet. Meine Aufgabe dabei ist es, ein Angebot und einen Treffpunkt für junge Familien im Kreis Ahrweiler zu schaffen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Ich begleite sie Schritt für Schritt zurück in ein normales Leben. Wir bauen das Projekt derzeit auf und wollen es langfristig etablieren – immerhin verschwinden die Probleme in der Region nicht, nur weil Wasser und Medienaufmerksamkeit weg sind. Damit wir dahin kommen, wo wir hinwollen, müssen wir im Projekt eng mit unseren Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten und künftig stärker netzwerken. Andere Projekte im Kreis Ahrweiler können mit uns zusammen viel bewegen und vielen Betroffenen der Flutkatastrophe helfen.

Kannst Du genauer beschreiben, was das Projekt „We AHR Family“ ist und was es erreichen will?

„We AHR Family“ ist ein offener Treff für Schwangere und Eltern mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr. Hier haben sie die Möglichkeit, sich – unter fachlicher Begleitung von zwei Sozialpädagoginnen – mit anderen zu treffen, auszutauschen, zu vernetzen und wichtige Informationen zur Bewältigung Ihres Alltages zu erhalten. Besonders nach der Flutkatastrophe wissen viele ja von allein nicht weiter. Im Treff sorgen wir für Erholung und Entlastung und zeigen ihnen: Wir unterstützen euch, sorgen für Sicherheit und Verlässlichkeit – in einer Zeit, in der durch das Wasser so viel Struktur kaputt gegangen ist. Natürlich knüpfen die Eltern auch unter sich Kontakte und bieten sich so gegenseitig ein soziales Auffangnetz. Das sorgt für Empowerment: Die Menschen realisieren, dass sie selbst durchaus was mitbringen, auf eigene Ressourcen zurückgreifen können und handlungsfähig sind, selbst wenn vieles zerstört ist und überwältigend wirkt.

Eine Frau hat ihr Baby auf dem Bauch

Für uns vom Projekt ist es vor allem auch wichtig, Schwangeren und Eltern zu vermitteln, welche Bedürfnisse ihre (künftigen) Kinder haben und sie mit weiterführenden Hilfsangeboten zu vernetzen. So sorgen wir für altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten und Förderung – das ist besonders wichtig in dieser Region, in der so viel Angebote für Kleinkinder einfach … weggespült wurden.

Wie genau ist die Situation vor Ort denn mittlerweile? Welche Hilfe wird dringend gebraucht?

Im Kreis Ahrweiler ist es nach wie vor desolat. Schulen und Kitas sind in provisorische Gebäude, Container und Zelte ausgelagert. Viele Familien leben immer noch im ungewohnten Wohnumfeld, weil noch nichts kernsaniert ist. Das können Hotels, Ferienwohnungen oder Tiny Houses sein. Alles enge Wohnverhältnisse, die Raum zum Atmen und Weiterentwickeln unmöglich machen. Das sorgt immer wieder für Konflikte in Familien, weil niemand einen wirklichen Rückzugsort hat, um sich abzugrenzen und zu sammeln. Zudem kommen bei vielen Menschen jetzt auch die traumatischen Erlebnisse der Flutkatastrophe hoch. Am Anfang haben sich alle in Aufräumungsarbeiten gestürzt. Jetzt ist es ruhiger und die Nachwirkungen werden deutlich. Und: Die Corona-bedingte Isolation im Ahrtal macht es den Familien hier ohne uns sehr schwer, Gleichgesinnten zu begegnen. Das merken wir auch in der alltäglichen Arbeit bei der Schwangerschaftsberatung.

Die Flutkatastrophe war ein einschneidendes Ereignis – aber inzwischen hat die mediale Aufmerksamkeit ja stark nachgelassen … Warum ist es so wichtig, weiterhin für die betroffenen Familien da zu sein?

Die Familien brauchen konstante, verlässliche Ansprechpartner, die ihnen längerfristig Sicherheit bieten. Durch die Flutkatastrophe sind ihre Lebensverhältnisse ja absolut unsicher geworden. „We AHR Family“ soll hier langfristig als vollumfängliches Angebot verstanden werden, das durch den verlässlichen Partner Caritas – Sozialarbeiter im Beratungskontext – gestützt ist. Wir beziehen bei dem Projekt die Wünsche und Bedürfnisse der Familien mit ein und fokussieren uns darauf, dass sie miteinander in Kontakt kommen. Zusätzlich stellen wir bedarfsgerechte Hilfe durch versierte Referenten.

Warum ist es so wichtig, nicht nur Straßen und Häuser wieder aufzubauen, sondern auch das Trauma der Menschen zu beachten und zu behandeln?

Häuser lassen sich ersetzen. Seelische Verletzungen brauchen Zeit, Vertrauen, fachliche Begleitung und Verlässlichkeit, um zu heilen. Viele Helfer haben im Tal Erste Hilfe geleistet, etwa bei Aufräumungsarbeiten oder der existentiellen Notversorgung. Jetzt gilt es, wieder eine Form der Selbständigkeit im Tun Handeln der Familien zu fördern.

Wofür wird das Geld unserer CosmosDirekt-Weihnachtsaktion genau eingesetzt?

Wir sind für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar. Mit dem Geld finanzieren wir zum Beispiel in die fachlichen Begleiter der Eltern. Viele der Familien benötigen zusätzlich eine ganz spezielle professionelle Betreuung. Wir können nun die Zusammenarbeit mit Referenten für bestimmte Themenschwerpunkte fördern. Dadurch können wir noch stärker auf die individuellen Lebenssituationen der Menschen im Ahrtal eingehen. Und: Ein Teil der Spende geht auch in die Miete für unsere Räume, wo sich die Familien treffen können.

Zwei Frauen freuen sich mit einem Baby

Wie funktioniert die Zusammenarbeit der Caritas mit CosmosDirekt?

Die Caritas kooperiert deutschlandweit in verschiedenen Projekten zur frühkindlichen Entwicklung mit The Human Safety Net (THSN), der globalen Initiative der Generali Gruppe. Als Teil der Generali-Gruppe ist CosmosDirekt sehr aktiv bei THSN und unterstützt die Caritas und weitere gemeinnützige Partner mit kreativen Ideen, ehrenamtlichen Engagements und Spendenaktionen. Am Hauptsitz der CosmosDirekt, in Saarbrücken, gibt es bereits seit 2018 eine enge Zusammenarbeit mit dem lokalen Caritasverband. Aktuell startet hier ein neues Projekt: „Eltern Online“, welches sich mit digitaler Familienarbeit befasst.

Spenden, gemeinnütziges Engagement, und, und, und: Kannst Du uns Tipps geben für Menschen, die 2022 helfen wollen?

Durch vergangene Flutkatastrophen in Deutschland wissen wir, dass kurzfristige Hilfen notwendig sind. So eine Katastrophe ist nicht nach zwei Jahren einfach abgeschlossen und alles ist gut. Deshalb ist es zwingend notwendig Angebote und Räume für Betroffene zu schaffen, die neue Perspektiven für die Zukunft ermöglichen. Gerade Kinder brauchen Zeit und Ruhe, um die traumatische Situation zu bewältigen. Vermeintliche Normalität entpuppt sich auch nach langer Zeit als Schutzmechanismus. Die Eltern benötigen Kraft und Perspektiven, um gemeinsam mit ihrer Familie an eine gute Zukunft im Ahrtal zu glauben. Da wünschen wir uns natürlich, dass das Projekt „We AHR Family“ die nächsten Jahre besteht und zu einem festen Teil des Tals wird.

CosmosDirekt hilft – genau dann, wenn Du es brauchst

“We AHR Family” leistet Großartiges, um den Familien im Ahrtal wieder ein Stück Normalität zurückzugeben. Wir als CosmosDirekt freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt unterstützen konnten.

Wir wissen aber auch: Wetterbedingte Katastrophen wie Flut, Sturm und Blitzeinschläge sind in Deutschland keine Seltenheit. Und mit dem Voranschreiten des Klimawandels werden sie sogar noch häufiger vorkommen. Wir von CosmosDirekt helfen Dir in diesen Fällen schnell und unkompliziert. Gemeinsam mit Dir schützen wir, was Du liebst – zum Beispiel Dein Zuhause, Deine Familie und auch Dich selbst.

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Über den Autor
Robert

Online Redakteur bei CosmosDirekt seit 2014, davor seit 1996 in verschiedenen Bereichen des Cosmos tätig. Ist auf der Straße, im Garten und auf dem Wasser zu Hause.