Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Miet­sach­schäden


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Jeder Mieter ist verpflichtet, im Falle eines Schadens am gemieteten Wohnobjekt, für die Kosten auf­zukommen. Die Privat­haft­pflicht­versiche­rung bietet die Möglich­keit, diese finanziellen Risiken zu versichern. Alle Mieter sollten bei Wahl ihrer Haftpflichtversicherung besonders die Versicherungs­summe und eine mögliche Selbst­beteili­gung berücksichtigen. Zudem können Miet­sach­schäden entstehen, die nur über eine spezielle Art der Haft­pflicht­ver­sicherung abge­deckt sind.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
Privathaftpflicht

Die Haftpflichtversicherung schützt einen Schaden­verursacher vor Forderungen Dritter und den damit einhergehenden finanziellen Folgen. Die Privat­haftpflicht zählt zu den wichtigsten Versicherungen.

Mietsache

Ein Eigentümer überlässt einer Person gegen Zahlung die Nutzungsrechte. Was zur Mietsache gehört, wird im Mietvertrag geregelt. Dabei geht der Mieter immer auch Pflichten bei der Nutzung ein.

Obhutspflicht

Mit der Miete einer Wohnung sind auch Pflichten verbunden. Ein Mieter verpflichtet sich z.B. dazu, Schäden zu vermeiden und pfleglich mit der Wohnung umzugehen.


So werden Miet­sach­schäden defi­niert

Mit der Wohnung mietet jeder auch das festverbaute Inventar. Dabei handelt es sich um das Eigentum des Vermieters, das nur die für die Dauer des Mietverhältnisses zur Nutzung überlassen wird. Wenn selbiges von dem Bewohner beschädigt wird, muss dieser für den Sachschaden aufkommen. Weil es sich dabei um die Forderung eines Dritten handelt, springt dafür in der Regel die Privathaftpflichtversicherung ein. Wer als Mieter eine Garage, ein Gartenhaus oder Außenflächen nutzt, sollte in jedem Fall prüfen, ob die Police eine mögliche Ausschlussklausel dafür enthält.

Beispiele für festverbaute Mietsachen, die von der Haftpflichtversicherung in der Regel abgedeckt werden:

  • Türen, Fenster, Wände
  • Böden unterschiedlicher Art (Dielen, Fliesen)
  • Sanitäranlagen wie Waschbecken, Badewannen, Duschkabinen und Toiletten
  • Einbauschränke werden in der Regel von der Haftpflichtpolice mitberücksichtigt

Große Unter­schiede bei der Versi­che­rungs­summe

Versicherungsnehmer sollten bei Abschluss eines Versicherungsvertrages insbesondere auf die Höhe der Versicherungssumme achten. Nimmt beispielsweise eine Wohnung bei einem Brand einen so großen Schaden, dass die Wiederherstellungskosten die Versicherungssumme übersteigen, hat der Versicherungsnehmer die ungedeckten Kosten zu tragen. Dabei gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Vorgaben, die die finanziellen Belastungen für den Schadenverursacher begrenzen.

Tipp

Wer sichergehen will, dass die Versicherungssumme auch bei einem Totalschaden hoch genug ist, sollte eine hohe Versicherungssumme wählen. Die CosmosDirekt Haftpflichtversicherung bietet im Comfort-Schutz eine Versicherungssumme von bis zu 50 Mio. Euro für Mietsachschäden. Im Basis-Schutz liegt die Schadensumme bei 1 Mio. Euro.


Werden Allmäh­lich­keits­schäden von der Privat­haft­pflicht erfasst?

Schäden müssen an Wänden und Böden keineswegs sofort sichtbar werden. Besonders wenn Wasser einen Schaden verursacht, vergehen häufig mehrere Wochen oder sogar Monate, bis der Mieter entdeckt, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn der Schaden schleichend entsteht, kann die Summe, die zu seiner Behebung aufgewendet werden muss, erheblich sein.

Allmählichkeitsschäden können zu Mietsachschäden führen, sind aber auch in anderen Konstellationen denkbar. Im Allgemeinen rechnet man zu den Allmählichkeitsschäden jene Art von Schäden, die durch Temperatureinfluss, Rauch, Ruß, Staub und Wasser verursacht werden. Besonders in der Vergangenheit haben Versicherer Allmählichkeitsschäden nicht in die Policen von Privathaftpflichtversicherungen aufgenommen. Sie sollten daher darauf achten, ob Ihre Police diese Risiken abdeckt.

Schadenszenario: Der Mieter bohrt ein Loch in die Wand und bemerkt nicht, dass er ein Wasserrohr beschädigt hat. Es tritt kontinuierlich Wasser aus. Dieses führt allerdings erst nach Wochen zu einer sichtbar feuchten Stelle an der Wand oder der Bodenoberfläche.


Schlüs­sel­ver­lust und die Haft­pflicht­ver­si­che­rung

Den Schlüsselverlust können Sie meist gegen einen Zusatzbetrag mitversichern. Besonders, wenn Sie beruflich oder privat eine Zentralschließanlage mit Generalschlüssel nutzen, ist eine solche Zusatzklausel sinnvoll. Denn bei Verlust hat der Vermieter oder Arbeitgeber das Recht, den Wechsel der gesamten Schließanlage zu veranlassen. Die Kosten können dabei leicht einen 5-stelligen Betrag erreichen.

Tipp

Für Mietsachschäden wird in einem Haushalt jeweils nur der Abschluss einer Versicherungspolice benötigt. Die Versicherer bieten für Alleinstehende, Lebensgemeinschaften und Familien mit Kindern angepasste Tarife an. Einige Haftpflichtversicherungen decken auch Schäden durch deliktunfähige Kinder ab (bis 10 Jahre).


Verschleiß zählt nicht zu Miet­sach­schäden

Häufig entstehen Schäden an einer Wohnung, ohne dass ein Verschulden des Mieters vorliegt. Verschleiß ist allgegenwärtig und an Dielen, Tapeten oder Wänden nach mehrjähriger Benutzung nahezu immer sichtbar. Wenn Schäden wie Verfärbungen, feine Risse oder Abrieb durch normale Nutzung entstehen, steht ein Mieter nicht in der Pflicht, für die Kosten aufzukommen. Denn die Kosten für Verschleiß sollen durch die Miete abgedeckt werden.

Auch das Bohren und Anbringen von Dübeln, sofern es im Mietvertrag nicht anders geregelt ist, zählt zur normalen Nutzung von Wohnungen. Nur wenn ein Mieter aufwendige Konstruktionen mit zahlreichen Bohrlöchern anbringt, ist die Wand zu reparieren. Wer Fließen durchbohren will, ist dagegen dazu verpflichtet, dies mit dem Vermieter zuvor abzusprechen.

Hinweis: Häufig einigen sich Mieter und Vermieter im Mietvertrag darauf, dass der Mieter bei Auszug aus der Wohnung Renovierungsarbeiten wie das Streichen oder Tapezieren vornimmt. Eine solche mietrechtliche Einigung ist für die Haftpflichtversicherung nicht relevant


Was bei einem Miet­sach­schaden zu tun ist

Wenn ein Schaden entstanden ist, besteht für den Mieter die Pflicht, den Schaden dem Versicherer zu melden und ihn zudem dem Vermieter anzuzeigen.

  • Der erste Schritt besteht in der Regel darin, Kontakt mit der Versicherung aufzunehmen und den Schaden zu melden. Das kann postalisch, online oder aber am Telefon erfolgen.
  • Für einen Versicherungsnehmer besteht eine Schadensminderungspflicht. Daher ist es wichtig, gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Das gilt besonders für Wasserschäden.
  • Nach der Kontaktaufnahme wird Ihnen die Versicherung ein Formular zur Schadenmeldung zuschicken. Das Formular können Sie handschriftlich oder aber als Online-Formular ausfüllen. Unter Umständen kann ein Versicherer die Prüfung durch einen Sachverständigen veranlassen. Dies geschieht besonders häufig bei höheren Schadensummen.

Im Übrigen gilt die Anzeigepflicht auch für Mängel, die außerhalb der Wohnung – im Treppenhaus oder im Keller – entstanden sind. Diese Meldepflicht gehört zu den Obhutspflichten eines Mieters. Vermieter haben das Recht, bis zu 6 Monate nach Ende des Mietverhältnisses einen Mietsachschaden geltend zu machen. Wenn es zur juristischen Auseinandersetzung um die Forderung eines Vermieters kommt, profitiert der Mieter vom passiven Rechtsschutz. Dabei tritt die Versicherung vor Gericht auf und übernimmt auch die dabei anfallenden Kosten.


Fazit: Ein weiteres schla­gendes Argu­ment für die Privat­haft­pflicht

Keine Privatperson sollte auf die Haftpflichtversicherung verzichten, und insbesondere Mieter versichern mit dieser Police zahlreiche Risiken, die zu erheblichen Folgekosten führen können. Gesprungene Fliesen, Risse an Sanitäranlagen und Brandschäden am Boden sind hier nur drei Beispiele von vielen. Noch wichtiger wird die Haftpflichtversicherung, wenn Kinder im Haushalt wohnen. Die Versicherung von Mietsachschäden ist in guten Privathaftpflichtversicherungen stets enthalten.

Ein Vergleich und genaues Hinsehen lohnen sich hier dennoch. Denn bei der Höhe der versicherten Schadensummen weisen die Angebote erhebliche Unterschiede auf, was im Schadenfall zu schwerwiegenden finanziellen Belastungen führen kann. Den Differenzbetrag zwischen tatsächlichen Kosten und der maximal abgedeckten Versicherunssumme hat nämlich der Mieter zu begleichen. Als Faustregel für die Festsetzung der Deckungssumme gilt 2.500 € pro Quadratmeter.

Bei der Absicherung von gemieteten Einrichtungsgegenständen ist zu beachten, dass Möbel und Küchengeräte nicht durch die Police gedeckt sind. Anders sieht es bei Teppichen und Einbauschränken aus – die werden in der Regel in den Policen berücksichtigt. Glas muss ebenfalls über eine gesonderte Police oder aber eine Klausel in der Hausratversicherung aufgenommen werden. Hundehalter in einer Mietwohnung sollten zumindest über eine Tierhalterhaftpflichtversicherung nachdenken, da sie von Hunden verursachte Mietsachschäden selbst tragen müssen.


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