Überführungskennzeichen: Was Sie bei Transport und Ausfuhr von Fahrzeugen beachten müssen


Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen. Produktinformationen zur Autoversicherung von CosmosDirekt finden Sie hier.


Mit dem Begriff Über­führungs­kenn­zeichen werden zwei Arten von Kenn­zeichen zusammen­gefasst: Das Kurz­zeit­kenn­zeichen und das Ausfuhr­kenn­zeichen.

Das Kurz­zeit­kenn­zeichen wird bei Über­führungs­fahrten innerhalb Deutsch­lands und der EU verwendet. Das Ausfuhr­kenn­zeichen wird bei Fahr­zeug­über­führungen ins Nicht-EU-Aus­land verwendet.

In unserem Ratgeber erklären wir die Merk­male dieser Kenn­zeichen und welche Kosten für die Kfz Ver­sicherung auf Sie zukommen.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
eVB

Abkürzung für elektronische Versicherungsbestätigung. Sie dient der Zulassungsbehörde als Nachweis, dass für das betreffende Fahrzeug eine Kfz-Haftpflichtversicherung besteht.

Grüne-Karte

Synonym für die Internationale Versicherungskarte. Der Name rührt von der grünen Papierfarbe her. Sie ist der Nachweis, dass auch im Ausland Versicherungsschutz durch eine Kfz-Haftpflichtversicherung besteht. Sie enthält neben Angaben zum Versicherungsnehmer, zur Versicherungsdauer etc. auch eine Liste der Länder, in denen die Grüne Karte gültig ist.


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Fahr­zeug­über­füh­rung: das rich­tige Überfüh­rungs­kenn­zei­chen wählen

  • Sie überführen ein Fahrzeug innerhalb der Bundesrepublik Deutschland: Kurzzeitkennzeichen
  • Sie überführen ein Fahrzeug ins Ausland: Ausfuhrkennzeichen

Wenn Sie hingegen ein Auto aus dem Ausland in die Bundesrepublik Deutschland überführen wollen, sind die rechtlichen Vorschriften des Ausfuhrlandes sowie die Abkommen mit der Bundesrepublik Deutschland entscheidend. Sie können das Fahrzeug entweder mit dem ausländischen Kennzeichen überführen, ein landesspezifisches Überführungskennzeichen besorgen oder das Kfz mir einem Hänger überführen.


Das Kurz­zeit­kenn­zei­chen: Für Überfüh­rungs­fahrten inner­halb Deutsch­lands

Wer in Bremen wohnt und sich in Stuttgart ein Auto kauft, muss die Rückfahrt übernehmen. Hat der bisherige Halter das Fahrzeug noch angemeldet, ist die Überführung nicht schwer. Zuhause angekommen, sollte dann zeitnah – in der Regel innerhalb von 7 Tagen – die Ummeldung erfolgen. Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug abgemeldet oder stillgelegt ist. Damit man es fahren darf, muss es vorübergehend zugelassen sein. Dafür ist das Kurzzeitkennzeichen als Überführungskennzeichen gedacht.

Sie können das Kurzzeitkennzeichen als Überführungskennzeichen bei der Zulassungs­stelle Ihres Wohnortes oder bei der Zulassungsstelle am Wohnort des Verkäufers beantragen. Hierzu benötigen Sie Ihren Personal­ausweis und eine gültige eVB-Nummer. Das ist die Bestätigung der Versicherung, dass eine Kfz-Haftpflicht­versicherung für die Gültigkeits­dauer des Kurz­zeit­kennzeichens besteht. Das Kurz­zeit­kennzeichen ist 5 Tagegültig und endet automatisch. Der letzte Gültigkeitstag ist auf dem Über­führungs­kennzeichen zu erkennen: Das Datum im gelben Feld auf der rechten Seite gibt den letzten Tag an, an dem man das Auto noch gefahren werden darf.

Der Beitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung beträgt je nach Versicherungsgesellschaft zwischen 30 und 130 Euro. Mit den Verwaltungs­gebühren (10 bis 15 Euro) und den Kosten für die Anfertigung (15 bis 20 Euro), liegen die Gesamtkosten für ein Über­führungs­kenn­zeichen bei 55 bis 165 Euro.

Spar-Tipp

Die Versicherungsbeiträge für das Kurzzeitkennzeichen betragen bei CosmosDirekt aktuell 120 €. Jedoch gilt: Bei CosmosDirekt fallen dann keine Versicherungsbeiträge für das Kurzzeitkennzeichen an, wenn Sie dasselbe Kfz innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Kurzzeitkennzeichens auf sich als unseren Kunden mit einem amtlichen Kennzeichen (Nicht-Kurzzeitkennzeichen) zulassen. Eine eVB-Nummer zur längerfristigen Zulassung Ihres Autos erhalten Sie einfach unter 0681/9 66 6800.

Info

Das Kurzzeitkennzeichen ist natürlich kein reines Überführungskennzeichen. Es kann auch verwendet werden, um mit abgemeldeten Fahrzeugen eine Probefahrt zu machen. Weitere Informationen sowie eine hilfreiche Anleitung, wie Sie in 5 Schritten schnell und problemlos ein Kurzzeitkennzeichen beantragen, finden Sie im Ratgeber Kurzzeitkennzeichen.

Voraus­set­zungen für die Bean­tra­gung eines Kurz­zeit­kenn­zei­chens:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • eVB-Nummer von der Kfz Versicherung
  • Aktuelle Prüfbescheinigung über Hauptuntersuchung (sofern gültige HU nicht aus Zulassungsbescheinigung Teil I hervorgeht)
Info

Kfz-Händler und Kfz-Werkstätten haben die Möglichkeit, stillgelegte Autos für Probe-, Prüf- und Überführungsfahrten kurzzeitig mit einem roten Kennzeichen – auch Händlerkennzeichen oder Kennzeichen zur wiederkehrenden Verwendung genannt – im Straßenverkehr zu bewegen.


Das Kurz­zeit­kenn­zei­chen mit Grüner Karte: Bei Fahr­zeug­über­füh­rungen ins EU-Ausland

Die Vergabe des Kurzzeitkennzeichens ist eigentlich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland begrenzt. Von einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wird dieses jedoch anerkannt und Sie können mit dem Kurzzeitkennzeichen ein Fahrzeug ins Ausland überführen. Informieren Sie sich unbedingt zuvor, ob das betreffende Land das deutsche Kurzzeitkennzeichen akzeptiert. Wichtig ist zudem, die Grüne Karte mitzuführen.

Damit ist die Internationale Versicherungskarte gemeint, mit der Sie nachweisen, dass Ihre Versicherung Haftpflicht-Schäden auch im EU-Ausland übernimmt. In einigen Staaten ist das Mitführen der Grünen Versichertenkarte für ausländische Autofahrer generell Pflicht, in den meisten Ländern muss sie bei einem Unfall der Polizei vorgelegt werden. Die Grüne Karte enthält alle wichtigen Angaben zu Ihrer Person und zum Fahrzeug.

Mitgliedstaaten der Europäischen Union

Belgien

Griechenland

Malta

Slowakei

Bulgarien

Irland

Niederlande

Slowenien

Dänemark

Italien

Österreich

Spanien

Deutschland

Kroatien

Polen

Tschechische Republik

Estland

Lettland

Portugal

Ungarn

Finnland

Litauen

Rumänien

Vereinigtes Königreich

Frankreich

Luxemburg

Schweden

Zypern

Tipp

Unfälle im Ausland können schnell teuer werden. Wie Sie sich für Fahrten ins Ausland optimal vorbereiten und was Sie im Schadenfall tun sollten, erfahren Sie im Ratgeber Autounfall im Ausland.


Das Ausfuhr­kenn­zei­chen: Fahr­zeug­über­füh­rungen ins Ausland

Anders als das Kurzzeitkennzeichen, das nicht nur für Überführungen, sondern auch für Probe- und Prüffahrten verwendet werden kann, ist das Ausfuhrkennzeichen im Prinzip ein reines Überführungskennzeichen. Dieses beantragen Sie, wenn Sie Ihre Überführungsfahrt in ein Land innerhalb oder außerhalb der EU machen – deswegen sind die weiteren Bezeichnungen für das Ausfuhrkennzeichen auch:

  • Exportkennzeichen
  • Zollkennzeichen
  • Transitkennzeichen

Das Ausfuhr­kenn­zei­chen besitzt einen roten Balken am rechten Rand

Das Ausfuhrkennzeichen unterscheidet sich auch optisch vom Kurzzeitkennzeichen: Es hat auf der rechten Seite ein rotes Feld, in dem das Ablaufdatum des Versicherungsschutzes steht. Das ist derselbe Tag, an dem der Versicherungsschutz abläuft und das Fahrzeug die deutsche Zulassung verliert. Bis zu diesem Tag muss das Fahrzeug die Bundesrepublik Deutschland verlassen haben, ansonsten darf es auf deutschen Straßen nicht mehr gefahren werden. Auch das Zulassungssiegel beziehungsweise die Prüfplakette sind rot.

Die Zulas­sungs­stelle am Wohnort ist zuständig

Um ein Ausfuhrkennzeichen zu beantragen, wenden Sie sich an die Zulassungsstelle Ihres Wohn- oder Geschäftsortes. Sie können die Zulassung entweder persönlich beantragen oder eine Vertretung schicken. Diese Person muss aber auf jeden Fall ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben und von Ihnen eine gültige Vollmacht erhalten.

Info

Wie eine gültige Vollmacht aussieht, erfahren Sie im Ratgeber Das ist bei der Vollmacht zur Kfz-Zulassung zu beachten.

In der Regel müssen Sie ein neues Fahrzeug, für das ein Überführungskennzeichen sofort gelten soll, nicht vorführen. Eine Ausnahme gilt für Gebrauchtwagen. Um für diese ein Ausfuhrkennzeichen zu bekommen, ist eine Vorführung bei der Zulassungsstelle in der Regel notwendig.

Diese Unter­lagen brau­chen Sie

Um das Kfz-Überführungskennzeichen zu erhalten, benötigen Sie die folgenden Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • SEPA-Einzugsermächtigung für Kfz-Steuer
  • Versicherungsbestätigung (evB-Nummer)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II
  • Kennzeichen (wenn das Fahrzeug bereits zugelassen ist)
  • Stilllegebescheinigung (wenn das Fahrzeug nicht mehr zugelassen ist)
  • Bescheinigungen über Haupt- und Abgasuntersuchung
  • Bei Firmen: Gewerbeanmeldung/Auszug aus dem Handelsregister

Was bei der Zulas­sung zu beachten ist

Das Ausfuhrkennzeichen ist zwischen 15 Tagen und 1 Jahr gültig, je nachdem, welche Zeitspanne Sie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung beantragt haben. Es ist nicht mehr nötig, das Fahrzeug vorher außer Betrieb setzen zu lassen. Allerdings müssen Sie bei zugelassenen Fahrzeugen beide Teile der Zulassungsbescheinigung sowie die bisherigen Kennzeichen mitbringen.

Die Vergabe des Ausfuhrkennzeichens ist vergleichbar mit einer Ummeldung; die entsprechenden Änderungen werden in der Zulassungsbescheinigung vermerkt. Bei abgemeldeten Fahrzeugen müssen Sie indes die Bescheinigung über die Außerbetriebssetzung vorlegen. Ebenfalls notwendig: der Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung für den gesamten Zulassungszeitraum.

Was kostet ein Überfüh­rungs­kenn­zei­chen?

Im Vergleich zum Kurzzeitkennzeichen sind die Kosten für ein Ausfuhrkennzeichen deutlich höher – zum einen, weil dieses Überführungskennzeichen steuerpflichtig ist, zum anderen, weil die Beiträge für den Versicherungsschutz deutlich über denen für ein Kurzzeitkennzeichen liegen. Auch die Verwaltungsgebühren sind höher.

Steu­er­pflicht

Wenn Sie das Ausfuhrkennzeichen beantragen, müssen Sie für den gewünschten Zeitraum auch die entsprechende Kfz-Steuer zahlen. Dafür benötigen Sie ein deutsches Girokonto, von dem die Steuersumme per Lastschrift (via SEPA-Einzugsermächtigung genehmigt) eingezogen wird. Haben Sie kein Bankkonto im Inland, können Sie die IBAN und BIC angeben. Andernfalls berechnet der Zoll die fällige Steuer und Sie müssen den entsprechenden Betrag beim zuständigen Finanzamt direkt bar einzahlen.

Info

Die frühere Regelung, wonach die ersten 3 Monate steuerfrei sind, ist nicht mehr gültig.

Versi­che­rung

Sie müssen eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, die auch Schadenfälle im Ausland abdeckt. Sie wird für mindestens 15 Tage und für maximal 360 Tage abgeschlossen. Bei einem 15-tägigen Versicherungsschutz betragen die Kosten für das Überführungskennzeichen zwischen 60 und 70 Euro für einen Pkw; Motorräder und Anhänger kosten ungefähr die Hälfte. Soll das Ausfuhrkennzeichen mehrere Monate gelten, steigen dementsprechend auch die Versicherungsbeiträge: Für 30 Tage zahlen Sie rund 75 Euro, für 3 Monate circa 500 Euro, für ein ganzes Jahr zwischen 1.800 und 2.000 Euro.

Verwal­tung

Die Gebührensätze der Zulassungsstellen unterscheiden sich im Detail, doch wenn Sie ein Ausfuhrkennzeichen als internationales Überführungskennzeichen beantragen, müssen Sie mit mindestens 35 Euro für die administrative Zulassung rechnen. Hinzu kommen Kosten für die Prägung neuer Nummernschilder. Da es sich um ein Sonderformat handelt, werden in der Regel zwischen 30 und 35 Euro veranschlagt. Besitzen Sie noch keine Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, fallen weitere Kosten für den Umtausch in EU-Papiere in Höhe von 8 bis 10 Euro an. Bei Fahrten ins Nicht-EU-Ausland benötigen Sie außerdem einen Internationalen Führerschein. Er kostet rund 10 Euro.

Kosten insge­samt

Insgesamt müssen Sie für ein Überführungskennzeichen ins Nicht-EU-Ausland mit Kosten von mindestens 125 Euro rechnen. Je länger der Versicherungsschutz bestehen soll und je mehr Papiere Sie zusätzlich benötigen, umso höher sind auch die Kosten.


Fazit: Mit dem rich­tigen Überfüh­rungs­kenn­zei­chen sicher ans Ziel kommen

Das Kfz-Überführungskennzeichen – egal, ob Kurzzeit- oder Ausfuhrkennzeichen – gilt nur für das eingetragene Fahrzeug und ist nicht übertragbar. Voraussetzung für die Zulassung sind eine gültige Hauptuntersuchung und der Nachweis einer bestehenden Kfz-Haftpflichtversicherung. Ohne sie darf das Fahrzeug auf deutschen Straßen nicht gefahren werden. Das heißt: Das Überführungskennzeichen erhalten Sie nur mit einer Versicherung. Die Zulassungszeiträume sind hingegen verschieden. Während beim Kurzzeitkennzeichen maximal 5 Tage möglich sind, kann ein Fahrzeug mit Ausfuhrkennzeichen bis zu 360 Tage zugelassen werden. Beide Kennzeichen tragen deshalb Datumsangaben auf der rechten Seite: Beim Kurzzeitkennzeichen ist das der letzte Tag der Zulassung, beim Ausfuhrkennzeichen der Tag, an dem der Versicherungsschutz für Deutschland endet. Die Überführungskennzeichen beantragen Sie bei Ihrer Zulassungsstelle am Wohnort. Beim Kurzzeitkennzeichen ist es auch möglich, das Fahrzeug am Wohnort des Verkäufers zuzulassen.