Fahrerflucht

Eine Straftat und kein Kavaliersdelikt


Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen.

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Eben war Ihr Fahr­zeug noch in Ordnung und jetzt ist es beschädigt – aber vom Ver­ursacher keine Spur. Ein Fall von Fahrer­flucht. Die Fahrer­flucht ist die zweit­häufigste Ver­kehrs­straf­tat. Der § 142 des Straf­gesetz­buchs sieht für Fahrerflucht eine Freiheits­strafe von bis zu drei Jahren, Geld­strafen und Punkte vor. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie bei Fahrerflucht richtig verhalten und wer für einen Schaden aufkommt.


Diese Versi­che­rungs­be­griffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklä­rung
SchadensfreiheitsrabattReduzierung der Versicherungsprämie bei der Kfz Versicherung, umso länger der Versicherungsnehmer schadenfrei fährt. Die Höhe wird über die Schadenfreiheits-Klassen (SF-Klassen) ausgedrückt.
SelbstbeteiligungAnteil, den der Versicherungsnehmer im Schadenfall selbst zu tragen hat. Dieser variiert von Autoversicherung und Versicherung, kann in den meisten Fällen jedoch frei gewählt werden.
Fahrerflucht

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Umstand, dass sich ein Unfallverursacher vom Unfallort entfernt, ohne dass seine Personalien festgestellt werden können, als Fahrerflucht bezeichnet.

Geldauflage

Eine Geldauflage, auch Bußgeld genannt, ist eine Geldzahlung die im Rahmen der Einstellung von Strafverfahren gemäß § 153a der Strafprozessordnung (StPO) verhängt wird. Dabei kann entweder der Staat oder aber eine Non-Profit-Organisation als Empfänger der Geldauflage festgelegt werden.


Fahrer­flucht? So handeln Sie richtig!

Unsere PDF-Check­liste zeigt Ihnen auf, wie Sie sich bei einer Fahrerflucht korrekt verhalten und Fehler vermeiden.

Opfer einer Unfall­flucht – so verhalten Sie sich richtig

Die Polizei und Rechtsanwälte für Verkehrsrecht empfehlen als ersten Schritt, den Unfallort und das eigene Fahrzeug zu fotografieren. Danach sollte die Polizei zur Unfallaufnahme verständigt werden. Sie nimmt dann auch die Anzeige gegen Unbekannt auf. Es ist wichtig, anhand objektiver und überprüfbarer Anhalts­punkte nachweisen zu können, dass ein anderes Fahrzeug den Schaden am eigenen Auto verursacht hat. Auf diese Weise sichern Sie sich bei einer Unfallflucht Ihren Kasko­schutz, falls der Täter im Nachhinein nicht ermittelt werden kann. Zudem empfiehlt es sich,Unfallspuren wie Glassplitter oder Lack­abfärbungen vom Unfall­ver­ursacher am eigenen Auto zu sichern. Überlassen Sie das aber der Polizei. Sie gewährleistet das objektive Aufnehmen von Beweisen.

Welche Rolle spielen Zeugen: Es sollte ermittelt werden, ob sich Personen im Umkreis des Unfallortes finden lassen, die das Geschehen beobachtet haben. Zeugen können dazu beitragen, den Unfall aufzuklären und an die Kfz-Haft­pflicht­ver­sicherung des Flüchtigen zu kommen.

Zudem sollte ein unabhängiger Gutachter den Fahrzeugschaden prüfen und beurteilen. Er stellt ein Schaden­gutachten aus. Falls das nicht ausreicht, um die Dritt­beteiligung nachzuweisen, wird ein Unfall­gutachten benötigt. Es klärt, wie es zu dem Unfall kam. Die Regulierung des Sach­schadens kann an einen Rechts­anwalt übergeben werden. Dieser kümmert sich darum, dass die Schaden­positionen wie Gutachter­kosten, Sach­schaden, Rechts­anwaltskosten, Nutzungs­ausfall und Wert­verlust von der Versicherung des Unfallgegners übernommen wird.

Hin und wieder kommt es vor, dass Geschädigte bei schlechten Sichtverhältnissen Schäden einer Fahrer­flucht übersehen oder kleinere Kratzer oder Beulen erst später auffallen. In diesen Fällen ist das Vorgehen dasselbe. Auch wenn Sie einen Schaden erst einen Tag später bemerken, sollten Sie diesen dokumentieren und der Polizei zur Unfall­aufnahme melden. Versuchen Sie dabei, so gut es geht, zu rekonstruieren, wie und wo sich der Unfall ereignet haben könnte.

Tipp

Durch ein vorausschauendes Parken lässt sich so manche Beule oder Schramme am Auto vermeiden. Es ist wichtig darauf zu achten, immer eine Parklücke zu wählen, die genug Platz zum Ein- und Ausparken bietet – auch für die umstehenden Autos. Bei öffentlichen Parkplätzen mit Markierung sollte man mit dem gesamten Fahrzeug innerhalb der Linien stehen.


Wer haftet für den Schaden?

Es kann immer wieder der Fall eintreten, dass eine Fahrerflucht nicht aufgeklärt wird. Für Schäden, die nach einem Zusammenstoß entstehen, kommt im Normalfall die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf. Wenn dieser aber nicht festzustellen ist, bleibt der Geschädigte häufig auf den Kosten sitzen.

In bestimmten Fällen kann eine Entschädigung durch die Verkehrsopferhilfe in Anspruch genommen werden. Sie ist ein Garantiefonds der deutschen Autohaftpflichtversicherer und springt zum Beispiel ein, wenn bei Unfällen mit nicht ermittelbaren Kraftfahrzeugen Menschen zu Schaden kommen. In "Fahrer­flucht­fällen" werden Sachschäden an Kraftfahrzeugen nur erstattet, wenn gleichzeitig ein beträchtlicher Personenschaden entstanden ist.

Tipp

Weitere Informationen und ein Antragsformular finden Sie bei der Verkehrsopferhilfe.


Voll­kasko – bester Schutz vor Schäden durch Fahrer­flucht

Wer am Straßenverkehrt teilnimmt, trägt auch immer das Risiko, Opfer einer Fahrerflucht zu werden. Gegen die Folgen eines Schadens, dessen Verursacher nicht ermittelt werden kann, hilft eine Vollkasko-Versicherung, die auch Schäden durch unbekannte Dritte abdeckt. Vor der Regulierung sollte sich der Versicherungsnehmer aber darüber informieren, ob eine Inanspruchnahme der Vollkaskoversicherung bei Unfallflucht zu einer Zurückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt führt. Dadurch kann die Versicherungsprämie in den folgenden Jahren erheblich steigen. Dazu kommt noch die vereinbarte Selbstbeteiligung. Bei kleineren Schäden kann es sich daher durchaus lohnen, die Reparaturkosten selbst zu tragen.

Tipp

Einige Gesellschaften bieten bei der Haftplicht- und Vollkaskoversicherung einen Rabattschutz an, der verhindert, dass der Beitrag infolge eines Schadens im nächsten Jahr steigt. Bei CosmosDirekt gehen mit dem Rabattschutz sogar drei Schäden spurlos an Ihnen vorbei. Wann welcher Schutz sinnvoll ist erfahren Sie im Artikel Vollkasko oder Teilkasko.


Unfall verur­sacht – Wie verhalten Sie sich richtig?

Fahrer- bzw. Unfallflucht gehört zu den häufigsten Delikten auf deutschen Straßen. Verkehrsexperten schätzen, dass sich bei jedem fünften Verkehrsunfall der Verursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt. Psychologen erklären dies manchmal mit einer instinktiven Flucht in einer Stress- oder Notsituation. Das trifft aber, wenn überhaupt, nur auf einen kleinen Teil der Autofahrer zu. Der Großteil will sich dagegen einfach der Strafe entziehen, wenn sie das Risiko, ertappt zu werden, als relativ gering ansehen.

Doch einerlei, ob Total- oder Bagatellschaden – Fahrerflucht ist eine Straftat, die hart bestraft wird. Wer nach einem Unfall einfach verschwindet oder lediglich seine Visitenkarte zurücklässt, handelt wider dem Gesetz. Zur korrekten Verhaltensweise ist einiges zu beachten, das Hinterlassen der Kontaktdaten an der Windschutzscheibe (oder bei Anwohnern, Zeugen usw.) oder das Auto am Unfallort zu parken (und dann wegzugehen) reichen nicht aus. Beides gilt als „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ und damit als Fahrerflucht. Der erste Schritt nach der Verursachung eines Schadens ist die Unfallmeldung. Wenn dies nicht geschieht, kommt der Verursacher seiner Aufklärungspflicht nicht nach. Außerdem interessiert sich die Polizei für alle Unfallaspekte, die für die Schadenregulierung von Bedeutung sein können. Darunter fällt zum Beispiel der Konsum von Alkohol und Drogen.

Warte­zeit vor Ort

Wenn der Geschädigte nicht vor Ort ist, müssen Sie auf ihn oder die Polizei warten. Wie lange man verpflichtet ist zu warten, hängt vom Einzelfall ab: Die Warte­zeiten bestimmen sich jeweils nach Tageszeit, Ort des Geschehens und Schwere des Unfalls oder Schadens. Diese Zeitspanne kann situations­bedingt sehr unterschiedlich ausfallen. Wer mitten in der Nacht in eine Leitplanke fährt, sollte 15 bis 20 Minuten einkalkulieren. Auf dem Super­markt­park­platz sieht die Sache schon anders aus: Vor einer halben Stunde sollten Unfall­verursacher nicht überlegen, das Feld zu räumen, weil sie davon ausgehen müssen, dass der Halter des beschädigten Fahrzeugs nur eben einkaufen ist.

Polizei anrufen

Wenn trotz Wartezeit niemand kommt, sollte man die Polizei einschalten. Als erster Schritt genügt ein Anruf, in dem alle relevanten Umstände geschildert werden. Die Polizei interessiert meistens das Kennzeichen, die Marke, der Typ und die Farbe des geschädigten Fahrzeugs. Beide Fahrzeuge sollten für die Unfallaufnahme vor Ort sein, damit sich klären lässt, wer am Unfall beteiligt war. Der Schadenverursacher muss dabei seine Schuld nicht zugeben. Nach der polizeilichen Meldung sollten Sie einen Zettel mit den Kontaktdaten auf der Windschutzscheibe hinterlassen. Allein der Zettel, ohne zu warten und die Polizei zu informieren, kann bereits den Tatbestand der Unfallflucht erfüllen.

Wichtig: Falls der Unfall während der Fahrt geschieht, muss der Verursacher am Ort des Geschehens sofort anhalten. Die Fahrt zum nächsten Parkplatz gilt schon als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Allerdings darf sich der Unfallverursacher entfernen, um um Hilfe für Schwerverletzte zu holen oder Gefahrgut wegzubringen. Falls ein unverletzter Unfallverursacher sich um einen Verletzten kümmert, gilt das ebenso wenig als Fahrerflucht.

Wem im Nachhinein eine Unfallflucht bewusst wird und sich daher melden möchte, kann das innerhalb von 24 Stunden nach einem Unfall mit nur geringem Sachschaden bei der Polizei tun. Bedingung ist, dass sich das Geschehen außerhalb des fließenden Verkehrs ereignet hat, zum Beispiel auf einem Parkplatz. In diesen Fällen mildern Gerichte häufig die Strafe oder sehen von einer Bestrafung ab. Bei Unfällen im fließenden Verkehr gilt dies nicht. Aber auch hier kann eine Meldung zur Reduzierung des Strafmaßes führen.

Tipp

Wenn Sie keine Zeit haben, 30 Minuten vor Ort auf den Geschädigten zu warten, melden Sie den Schaden sofort per Mobiltelefon der Polizei. Vielen Polizeidienststellen reicht es gerade bei kleineren Schäden, wenn sie zuerst einmal ihrer Mitteilungspflicht nachkommen.


Fahrer­flucht bei Baga­tell­schäden

Manchmal entsteht ein Schaden ganz schnell und ohne Absicht: Man streift mit seinem Auto ein parkendes Auto und hinterlässt einen kleinen Kratzer. Oder man touchiert beim Ausparken nur leicht das dahinter geparkte Fahrzeug, und dessen Stoßfänger „ziert“ nun eine kleine Delle. Der Schaden: eine „Bagatelle“. Das ist Französisch und bedeutet „Kleinigkeit“, bis zu welchem Euro-Betrag nun ein Schaden als Bagatellschaden gilt, ist gesetzlich nicht geregelt. Allerdings geht man im Allgemeinen davon aus, dass die Grenze bei ein paar hundert Euro liegt – und dass keine Personen zu Schaden kamen.

Trotzdem: Sollten Sie ein anderes Auto beschädigen – und sei es, dass es sich lediglich um einen kleinen Bagatellschaden handelt – Sie dürfen sich nicht unerlaubt vom Unfallort entfernen. Eine Fahrerflucht nach einem Bagatellschaden ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Je nach Höhe des Schadens drohen ein Bußgeld, der Entzug der Fahrerlaubnis und Rückforderungen von der eigenen Autoversicherung. Bei besonders schweren Fällen kann die Unfallflucht auch mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden.

Was tun, um Fahrer­flucht bei Baga­tell­schaden zu vermeiden?

Wenn Sie ein anderes Auto leicht beschädigt haben und so einen Bagatellschaden zu verantworten haben, ist ein Entfernen vom Unfallort verboten. Sie müssen vor Ort bleiben und die Sache klären. Damit Sie bei einem Bagatellschaden keine Unfallflucht begehen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Versuchen Sie, den Halter des beschädigten Fahrers ausfindig zu machen. Wenn Sie vor einem Supermarkt oder in einem Einkaufszentrum geparkt haben, können Sie den Fahrzeughalter ausrufen lassen (Kennzeichen notieren).
  2. Auch wenn niemand auf die Durchsage reagiert, müssen Sie trotzdem mindestens 30 Minuten am Unfallort bleiben. Vielleicht war der Halter anderweitig unterwegs und geht direkt zu seinem Fahrzeug.
  3. Meldet sich der Fahrzeughalter, sollten Sie einen Unfallbericht ausfüllen. Am besten nutzen Sie den Europäischen Unfallbericht. Darin tragen Sie den Unfallhergang und die relevanten Daten (Name, Anschrift, Kennzeichen, Versicherungsnummer) ein. Machen Sie auch Fotos vom Schaden.
  4. Ist der Fahrzeughalter nach einer Wartezeit von 30 Minuten noch nicht aufgetaucht, rufen Sie die Polizei an. Schildern Sie am Telefon den Hergang des Unfalls und erläutern Sie den Schaden. Teilen Sie dem Beamten auch das Kennzeichen des Unfallgegners mit.
  5. Hinterlassen Sie dem Unfallgegner Ihre Kontaktdaten. Schreiben Sie Ihren Namen, die Telefonnummer, einen Hinweis auf den Schaden sowie dass der Schaden bei der Polizei gemeldet wurde, auf ein Blatt Papier und klemmen Sie das Ganze hinter die Windschutzscheibe.
  6. Fahren Sie nun zur nächstgelegenen Polizeidienststelle. Dort werden Ihre Personalien aufgenommen und dem Polizeibericht beigefügt.
  7. Melden Sie Ihrer Versicherung den Schaden, da diese später den Schadenfall regulieren muss.

Folgen Sie diesen sieben Schritten, liegt keine Fahrerflucht vor. Auch bei Bagatellschäden ist es wichtig, den Schaden zu melden und die Polizei zu informieren. Nutzen Sie unsere Checkliste Autounfall - was tun?, um den Unfallhergang zu erfassen und die Kontaktdaten festzuhalten.

Tipp

Einen Augenblick unachtsam, und schon hat es geknallt. Doch wie verhalte ich mich richtig nach einem Verkehrsunfall? Was Sie nach dem ersten Schrecken tun müssen und wie Sie die Sache richtig regeln, verrät unser Ratgeber Autounfall – was tun?

Polizei bei Baga­tell­schäden infor­mieren?

Sofern beide Parteien sich einigen können, ist es bei einem Bagatellschaden – ohne Fahrerflucht – nicht üblich, die Polizei hinzurufen. Im Unfallbericht ist alles Notwendige dokumentiert, sodass die Versicherungen den jeweiligen Schadenfall entsprechend regulieren werden. War ein Mietwagen involviert, kann es sein, dass der Autovermieter darauf besteht, die Polizei hinzuzuziehen. Ob dies notwendig ist oder nicht, wird im Mietvertrag geregelt. Dort kann auch vermerkt sein, dass selbst bei Bagatellschäden der Vermieter unverzüglich zu informieren ist.

Dennoch steht es Ihnen jederzeit frei, die Polizei mit der Aufnahme des Schadens zu betrauen – zum Beispiel, wenn Sie als Geschädigter einen größeren Schaden vermuten, als der erste Blick erkennen lässt, oder wenn beide Unfallgegner in einen Streit geraten. Allerdings zählt die Polizei bei Bagatellschäden – und sofern keine Fahrerflucht vorliegt oder einer der Fahrzeugführer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht – diesen Einsatz als „technische Hilfeleistung“. Sie sollten daran denken, dass diese Hilfeleistung kostenpflichtig ist und Ihnen daher von der Polizeibehörde in Rechnung gestellt werden kann.


Fahrer­flucht: Folgen und Strafen

Schnell kann aus einem Fehlverhalten im Straßenverkehr eine Straftat mit erheblichen Folgen werden. Fahrerflucht wird nach § 142 Strafgesetz­buch mit einer Freiheits­strafe von bis zu drei Jahren oder erheblichen Geld­strafen sowie einem Eintrag von 3 Punkten im Fahr­eignungs­register in Flensburg geahndet. Zusätzlich kann ein Fahrverbot und eine Entziehung der Fahrerlaubnis, bis hin zu einer immer geltenden Sperre drohen – je nach Schwere des Falls.

Bei Fahrerflucht drohen unter­schiedliche Strafen. Gerichte berück­sichtigen bei ihrem Urteil verschiedene Faktoren: Unter anderem die Schwere der Schuld, die Höhe des Sach­schadens, die Verletzungen der Unfall­be­teiligten sowie die wirtschaft­lichen und persönlichen Verhält­nisse des Täters. Dadurch ist jedes gericht­liche Urteil einmalig und auf den Verurteilten, seine Tat und die daraus resultierenden Folgen zugeschnitten. Die zu erwartende Geldstrafe aus dem Buß­geld­katalog für Fahrer­flucht kann deshalb variabel sein. Bei fast allen Gerichten und Staats­anwalt­schaften lassen sich allerdings Tabellen finden, die einen Anhalts­punkt geben, welche Strafe bei Fahrer­flucht zu erwarten ist.

Folgende Sank­tionen sind bei Fahrer­flucht möglich (nach § 142 Straf­ge­setz­buch):

Häufigste Sank­tionen
Strafe bzw. AuflagePunkteFahr­verbot
Schaden kleiner als 600 EuroGeldauflageKeineNein
Schaden kleiner als 1.300 EuroGeldstrafe (oft 1 Monatsgehalt)2Bis zu 3 Monate Fahrverbot
Schaden größer als 1.300 EuroHohe Geldstrafe (oft mehr als 1 Monatsgehalt)3Fahrerlaubnis­entzug zumeinst für 10-12 Monate

Fahrer­flucht in der Probe­zeit: Welche Strafen drohen?

Fahranfänger stehen während der zweijährigen Probezeit unter stärkerer Beobachtung. Unfälle können aber trotz aller Vorsicht nicht immer vermieden werden. Befindet sich der Fahrer in der Probezeit, dann können zusätzliche Konsequenzen auf ihn zukommen, wenn er sich einer Fahrerflucht strafbar macht. Der Fahrer erhält zunächst die gleichen Konsequenzen, wie jeder andere Fahrer der sich der Fahrerflucht strafbar gemacht hat. Zu der Verhängung von Punkten, Geldstrafen oder einem Fahrverbot ist zudem die Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre die Folge. Auch muss der Fahrer an einem Aufbauseminar teilnehmen. Für den Verlust des Führerscheins ist entscheidend, wie schwerwiegend der Unfall war. Stark ins Gewicht fällt, ob es sich um einen Unfall mit Personenschaden handelte.


Fahrer­flucht: Neben Strafe auch versi­che­rungs­recht­liche Konse­quenzen

Neben der strafrechtlichen Verfolgung kommen auch versicherungsrechtliche Folgen und Kosten auf den Unfallverursacher zu. Zum einen kann er von der Haftpflichtversicherung in Regress genommen werden. Das bedeutet, dass die Versicherung zunächst für den Schaden aufkommt, dann aber die Kosten (bis maximal 5.000 Euro) vom Unfallverursacher zurückfordert. Zum anderen muss der Verursacher Schäden am eigenen Auto selbst tragen, da die Vollkasko ebenfalls nicht verpflichtet ist, die Leistungen zu übernehmen. Auch die Rechtschutzversicherung muss die Kosten für zum Beispiel einen Anwalt nicht übernehmen. Nach Abwicklung der Leistungen haben die Versicherungen zudem das Recht, bei Unfallflucht dem Versicherungsnehmer den Versicherungsschutz zu kündigen.


Fazit

Sich unerlaubt vom Unfallort zu entfernen kann für beide Seiten erhebliche Folgen nach sich ziehen. Den Opfern einer Fahrerflucht drohen hohe Kosten, gerade wenn sie nicht vollkaskoversichert sind. Sogar wenn der Täter gefunden werden kann, ist der Prozess bis zur Schadenregulierung aufwendig und langwierig. Wer eine Fahrerflucht begeht, sollte sich über die Konsequenzen bewusst sein, wenn er überführt wird. Erklärungsversuche, dass der Unfall nicht bemerkt worden sei, wird von den meisten Gerichten als Ausrede eingestuft. Es ist immer ratsam, sich seiner Verantwortung zu stellen.



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