CosmosDirekt - Die Versicherung.
Haftpflichtversicherung Kinder

Haftpflichtversicherung: So versichern Sie Ihr Kind richtig

Ein Schuss, ein Schrei, das Fenster ist entzwei: Wenn Kinder spielen, geht schnell etwas kaputt. Doppelt ärgerlich, wenn es sich dabei um Eigentum von Nachbarn, Freunden oder Fremden handelt. Neben der unvermeidlichen Aufregung setzt dann die Diskussion ein: Wer ist verantwortlich für den Schaden und wer ersetzt ihn? Im folgenden Artikel erklärt CosmosDirekt, unter welchen Umständen die Haftpflichtversicherung der Eltern für einen vom Kind verursachten Schaden aufkommt, welche Fristen für eine Mitversicherung gelten und warum die Versicherungssumme nicht zu niedrig angesetzt werden sollte.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erläuterung
SchadenersatzWer einen Schaden verursacht, muss ihn ersetzen. Die gesetzliche Pflicht dazu ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 828 BGB) geregelt. Der Verursacher – beziehungsweise der Verantwortliche – haftet in voller Schadenhöhe, eine Obergrenze gibt es nicht.

Eine Sekunde nicht hingeschaut und schon ist das Kind – nein, nicht in den Brunnen gefallen, sondern vom Stuhl gerutscht und hat dabei die Holunderbeeren-Schorle umgekippt. Ein Viertelliter roter Flüssigkeit sickert langsam in den edlen, handgeknüpften Kashan-Teppich, den die Mutter des Gastgebers einst aus dem Urlaub mitgebracht hat. Eine Schrecksekunde später stürmt die Gastgeberin los, um zu retten, was noch zu retten ist. Doch vergeblich: Der große Fleck lässt sich nicht mehr aufnehmen und schon gar nicht entfernen. Auch Fragen bleiben: Müssen die Gäste nun für den Schaden aufkommen? Zahlt die Haftpflichtversicherung fürs Kind?


Unbedingt „Deliktunfähige Kinder“ in der Haftpflichtversicherung mitversichern

Ob die elterliche Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommt, den das Kind verursacht hat, hängt insbesondere von der Frage ab, wie alt es ist. Vor dem 7. Geburtstag gelten Kinder nach aktueller Gesetzeslage als „deliktunfähig“. Das bedeutet, dass sie prinzipiell nicht für Schäden haftbar gemacht werden können. Denn man geht davon aus, dass ihnen die Einsicht in die Tragweite ihrer Handlungen fehlt. Da der körperliche und insbesondere der geistige Reifeprozess noch im Gange sind, können Kinder unter 7 Jahren weder komplexe Situationen richtig einschätzen noch negative Konsequenzen für andere vorsorglich vermeiden.

Im Straßenverkehr gilt der Haftungsausschluss sogar noch länger. Bei fließendem Verkehr sind auch Über-7-Jährige von jeglicher Haftung befreit. Die Altersgrenze liegt bei 10 Jahren. Erst dann kann ein Kind in vollem Umfang haftbar gemacht werden. Dies gilt aber nicht bei ruhendem Verkehr. Darunter sind insbesondere geparkte Autos und Motorräder zu verstehen. Zerkratzt hier ein Kind den Lack, muss es Schadenersatz leisten, auch wenn es 7, 8 oder 9 Jahre alt ist. Für diesen Schaden kommt aber auch die Haftpflichtversicherung auf, wenn das Kind im Familien-Tarif mitversichert ist.

Diese Versicherungsfristen gelten für Kinder

Altersgrenze
RechtsstatusHaftung
Bis 7 JahreNicht schuldfähigKeine
Bis 10 JahreEingeschränkt schuldfähigKeine für fließenden Straßenverkehr, sonst ja, auch für ruhenden Straßenverkehr
Ab 10 JahreSchuldfähigJa
Tipp

Verursacht das eigene Kind bei Freunden oder Nachbarn einen Schaden, fühlen sich viele Eltern zumindest moralisch verpflichtet, diesen zu ersetzen – auch wenn sie nicht haftbar gemacht werden können und die Haftpflichtversicherung beispielsweise für ein Baby noch gar nicht aufkommen würde. Bei CosmosDirekt sind in der Haftpflichtversicherung für Familien und Alleinerziehende die Schäden durch „deliktunfähige Kinder“ bereits bis zu einer Höhe von 5.000 Euro (Basis-Schutz) und 25.000 Euro (Comfort-Schutz) abgesichert.

Eltern haften nur bei Verletzung der Aufsichtspflicht

Kann das Kind nicht haftbar gemacht werden, könnten sich die Gastgeber nun zwecks Schadenersatzes für die notwendige Reinigung beziehungsweise für die Beschaffung eines gleichwertigen Ersatzes an die Eltern halten. Doch auch diese sind nicht immer und nicht unter allen Umständen haftbar zu machen. Das ist nur dann möglich, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Denn diese dient nicht nur dazu, das Kind vor Schaden zu bewahren, den es sich selbst zufügt oder den andere dem Kind zufügen. Auch Dritte sollen dadurch vor Schäden durch das Kind geschützt werden.

Die Schwierigkeit dabei: Wann genau die Aufsichtspflicht verletzt ist, lässt sich nur am Einzelfall feststellen. Alter und Entwicklungs­stand spielen immer eine wichtige Rolle. Auch der Paragraph im Bürgerlichen Gesetzbuch, der die elterlichen Fürsorge­pflichten regelt, belässt es bei einer allgemeinen Formulierung: „Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit des Kindes zu selbstständigem und verantwortungs­bewusstem Handeln.“ (§ 1626 BGB, Abs. 2) Eltern stellt dies vor ein Dilemma. Einerseits sollen sie ihr Kind zu selbstständigem Handeln erziehen, andererseits verhindern, dass das Kind Schaden erleidet oder anrichtet.

Daher entscheiden Eltern in der Regel nach Augenmaß, was im Schadenfall durchaus zu Konflikten mit dem oder den Geschädigten führen kann. Denn wenn eine konkrete Ausgestaltung der elterlichen Aufsichtspflicht nicht gegeben ist – geschweige denn: möglich –, kann nur der Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes zum Maßstab genommen werden. Und den kennen die Eltern am besten. Neben dem Alter müssen sie auch die charakterlichen Eigenschaften ihres Kindes berücksichtigen. Das bedeutet: Für einen Dreijährigen gelten engere Kontrollpflichten als für einen Siebenjährigen. Ein Kind, das sich wiederholt über Anweisungen hinwegsetzt, muss anders beaufsichtigt werden als ein Kind, das sich an Regeln hält. Trotzdem bleibt es Aufgabe der Eltern, ihr Kind über Risiken beim Sport, beim Spielen und im Straßenverkehr aufzuklären und kritische Situationen – zum Beispiel das Verhalten im Straßenverkehr – einzuüben. Die Vereinbarung von Regeln und die Ermahnung, sie einzuhalten, gehören ebenfalls zur elterlichen Fürsorgepflicht.

Tipp

Sie wollen Ihrer Haftpflichtversicherung einen Schaden melden, den Ihr Kind verursacht hat und für den Sie haftbar gemacht werden sollen? Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Haftpflichtversicherung - Schaden melden


Wie lange ist mein Kind in der Haftpflichtversicherung mitversichert?

Grundsätzlich sind Kinder in der Privat-Haftpflicht der Eltern mitversichert. Die Mitversicherung gilt für Minderjährige und erlischt spätestens mit deren Heirat. Unter bestimmten Umständen gilt die private Haftpflichtversicherung der Eltern auch noch für das Kind, wenn es volljährig ist:

  • wenn es weiterhin zur Schule geht
  • wenn es die erste Berufsausbildung (Lehre oder Studium) absolviert
  • wenn es nach der Lehre ein Studium aufnimmt
  • wenn es sich in einer Wartezeit zwischen Schule und Berufsausbildung befindet.

In den folgenden Situationen erlischt die Mitversicherung über die elterliche Haftpflichtversicherung:

  • Zweite Lehre
  • Zweitstudium
  • Aufnahme der Berufstätigkeit

Das Kind steht dann auf eigenen Beinen und muss sich selbst versichern. Auch für Lehramts- und Jurastudenten, die das erste Staatsexamen erfolgreich abgelegt haben und ins Referendariat wechseln, gilt diese Regelung. Andererseits sind alle, die einen Bundesfreiwilligendienst vor oder nach der ersten Ausbildung leisten, weiterhin über die Privathaftpflicht der Eltern abgesichert. Die folgende Übersicht vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt die verschiedenen Möglichkeiten der Mitversicherung.

Übersicht der Mitversicherung in der Privathaftpflichtversicherung

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Broschüre „Die private Haftpflichtversicherung“, S. 10
Link: http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2015/03/GDV-5004_Haftpflicht_0315.pdf

Die Haftpflichtversicherung unterscheidet nicht, ob das mitversicherte Kind, das leibliche Kind ist oder nicht. Auch Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflegekinder sowie Enkelkinder, wenn diese im Haushalt der Großeltern leben, sind mitversichert. Schutz besteht auch für minderjährige Kinder von mitversicherten Kindern. Ebenso sind Au-Pairs und Austauschschüler unter 18 Jahren, die vorübergehend im Haushalt wohnen, aber in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zur Familie stehen, versichert. Die Mitversicherung gilt maximal für 12 Monate.

Tipp

Sollte Ihr Kind nach Lehre oder Studium arbeitslos werden, kann es ebenfalls in der elterlichen Haftpflichtversicherung mitversichert werden. Bei CosmosDirekt ist dies bis zum Erreichen des 30. Lebensjahres möglich – Voraussetzung ist aber, dass das Kind nicht verheiratet ist und mit den Eltern in häuslicher Gemeinschaft lebt.


Worauf muss ich bei einer Haftpflichtversicherung achten?

Eine private Haftpflichtversicherung sichert Sach-, Vermögens- und Personenschäden ab, die man selbst – oder in der Versicherungspolice mitversicherte Personen – bei Dritten verursacht hat. Denn Schäden sind in voller Höhe zu ersetzen. Bei Sachschäden wie der eingangs angeführten zerschossenen Scheibe oder dem ruinierten Orient-Teppich lassen sich die Kosten für Reparatur und Ersatz relativ genau beziffern. Aber gerade Personenschäden – also Verletzungen und dauerhafte Beeinträchtigungen von Menschen – werden aufgrund von medizinischer Behandlung und therapeutischen Maßnahmen schnell sehr teuer. Angesichts der Summen bei Personenschäden, die schnell die Millionenhöhe überschreiten, wenn zu den Behandlungs- und Therapiekosten auch noch Schmerzensgeld und eine lebenslange Rente wegen Berufsbeeinträchtigung hinzukommen, sollte eine möglichst hohe Versicherungssumme gewählt werden. Die Stiftung Warentest empfiehlt eine Absicherung von mindestens 5 Millionen Euro. Bei älteren Verträgen liegt die Absicherung oft unter 3 Millionen Euro, gelegentlich beträgt sie sogar nur 1 Million.

Tipp

Viele Versicherer haben in den vergangenen Jahren die Leistungen verbessert, ohne die Preise anzuheben. Wie Sie von einem Versicherungswechsel profitieren, erfahren Sie im Ratgeber Haftpflichtversicherung wechseln.

Die Haftpflichtversicherung springt für Sie und Ihr Kind ein, wenn eine solche Schadenersatzforderung an Sie herangetragen wird. Dabei prüft sie erst einmal genau, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist. Ist sie es nicht, wird die Schadenersatzforderung zurückgewiesen, notfalls auch vor Gericht – zum Beispiel wenn ein Schaden, für den die Haftpflichtversicherung aufkommen soll, von einem Baby verursacht wurde. Dadurch enthält die Privat-Haftpflicht auch einen passiven Rechtschutz. Passiv, weil es um die Abwehr ungerechtfertigter Ansprüche von anderen geht. Für die Kosten, die für die Durchsetzung eigener Forderungen entstehen, kommt die Haftpflichtversicherung nicht auf.


Fazit: Private Haftpflichtversicherung schützt Kind und Eltern

Auch wenn das Leben mit Kindern teurer ist – am falschen Ende zu sparen, lohnt sich nicht. Daher sollten Eltern unbedingt eine Haftpflichtversicherung abschließen, um ihr Kind und sich selbst vor den finanziellen Folgen einer Schadenersatzforderung zu schützen. Denn geht etwas kaputt oder kommt gar ein Mensch zu Schaden, können enorme Kosten auf die Familie zukommen. Viele Versicherungen bieten eine Privat-Haftpflichtversicherung für Familien an, in der das Kind mitversichert ist. Achten Sie dabei auf den Einschluss „deliktunfähiger Kinder“. So kommen Sie auch mit Kindern unter 7 Jahren in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes und müssen keine Kosten aus eigener Tasche zahlen.


Private Haftpflichtversicherung

Privat­haftpflicht


War der Artikel hilfreich? Helfen Sie anderen und teilen Sie den Ratgeber: