Unfall­ver­si­che­rung fürs Kind ist sinnvoll

Kleine Menschen brau­chen großen Schutz


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Für Kinder spielen viele Gefahren und Risiken eine andere Rolle als für Erwachsene. Oft kommen Kinder mit einer Schramme davon. Doch manche Unfälle haben schwere, mitunter lebenslange Folgen. Mit einer Unfallversicherung für Kinder sichern Sie Ihren Nachwuchs und sich selbst gegen hohe Kosten ab, die insbesondere bei dauerhafter Invalidität aufgrund eines Unfalls entstehen können.


Diese Versi­che­rungs­be­griffe tauchen im Artikel auf
Begriff
Erklä­rung
Versicherungsnehmer

Ist der rechtliche Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft und schließt den Vertrag mit der Versicherung. Meist ist der Versicherungsnehmer auch Versicherter und zahlt die Beiträge für den Vertrag.

Versicherungsunternehmen

Unternehmen, das den Versicherungsschutz anbietet. Übernimmt für den Versicherungsnehmer bestimmte Risiken und muss im Schadenfall die vereinbarte Leistung erbringen.

Versicherungspolice

Auch als Versicherungsschein bezeichnet. Dokumentiert die vereinbarten Leistungen. Im Fall der Unfallversicherung spricht man von einer Unfallpolice.

Versicherungsprämie

Beitrag , den der Versicherungsnehmer für den Versicherungsschutz zahlt.


Kai ist 14 Jahre alt und ziemlich interessiert an Chemie. In seiner Freizeit experimentiert er gerne in seinem kleinen Labor im Dachgeschoss. Doch bei einem Experiment geht etwas schief: Zwei Lösungen, die sich nicht vermischen dürfen, fließen zusammen. Es kommt zu einer heftigen chemischen Reaktion, bei der viel Energie in Form von Wärme freigesetzt wird: Der Glaskolben zerspringt, die Flüssigkeit fängt Feuer und setzt Kais T-Shirt in Brand, aber er kann es nicht schnell genug ausziehen. Die Eltern haben den Knall gehört, eilen in Kais Labor und rufen sofort den Rettungsdienst. Mit Verbrennungen am Oberkörper kommt Kai ins Krankenhaus. Nach einigen Wochen wird er entlassen, doch auf Brust, Armen und Hals werden Narben bleiben.


Warum ist eine Unfall­ver­si­che­rung für Kinder sinn­voll?

Der Fall von Kai ist dramatisch, aber er zeigt, dass Kinder leicht Opfer von Unfällen werden. Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass in Deutschland jedes Jahr rund 1,6 Millionen Kinder verunglücken; Unfälle gelten sogar als größtes Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich nicht nur um Verkehrsunfälle. Ein Großteil der Unfälle passiert im Kindergarten oder der Schule. Das Problem: Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur, wenn sich Kinder in einer Lernstätte oder auf dem direkten Hin- oder Rückweg befinden. Kinder, die noch nicht in einer Tagesstätte betreut werden, haben keinerlei gesetzlichen Unfallschutz.

Das Bundesministerium für Gesundheit geht davon aus, dass rund ein Viertel aller Unfälle außerhalb einer staatlich zugelassenen Betreuungseinrichtung passiert. Doch die gesetzliche Unfallversicherung deckt keine Unfälle ab, die sich zu Hause und in der Freizeit ereignen. Diese Lücke schließt die private Kinderunfallversicherung: Bei sportlichen Aktivitäten, beim Herumtoben zu Hause oder beim Spielen mit Freunden bietet sie Versicherungsschutz.

Eine private Kinderunfallpolice ist sehr sinnvoll, denn die Kleinen haben ein hohes Verletzungsrisiko, gerade in der Freizeit: Sie schätzen Gefahren falsch ein und verhalten sich an Spielgeräten und im Straßenverkehr oft leichtsinnig. Je nach Veranlagung und Entwicklungsstand dauert es bei manchen Kindern mitunter sehr lange, bis sie alle Risiken im Alltag richtig einschätzen können und sich angemessen verhalten.

Eine private Unfall­ver­si­che­rung für Kinder ergänzt die gesetz­liche Absi­che­rung

Eine private Kinderunfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung der gesetzlichen Absicherung: Denn diese leistet nur, wenn das Kind eine staatlich anerkannte Betreuungseinrichtung wie eine Kindertagesstätte oder Schule besucht. Ist ein Elternteil aber ganztätig mit dem Kind zu Hause, besteht kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Auch Freizeiteinrichtungen, Förderstätten oder Angebote privater Träger zur Hausaufgabenhilfe werden nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung erfasst.

Eine private Unfallversicherung für Ihr Kind ist aber auch sinnvoll bei Unfällen, die in einer Einrichtung oder auf dem Weg dorthin passieren. Denn die gesetzliche Unfallversicherung stellt nur eine Grundversorgung dar: So wird eine Rente erst ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent gezahlt. Auch kosmetische Operationen, wie sie bei Kai notwendig sind, um das großflächige Narbengewebe zu glätten, übernimmt nur die private Unfallversicherung.


Was ist ein Unfall?

„Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“

Damit die Unfallversicherung die Leistungen übernimmt, müssen alle Punkte erfüllt sein: Das Ereignis muss plötzlich eingetreten sein und eine äußere Ursache haben. Übernommen werden nur körperliche Gesundheitsschäden, die private Unfallversicherung zahlt nicht bei psychischen Beeinträchtigungen oder Sachschäden.


Welche Leis­tungen bietet die Kinde­r­un­fall­ver­si­che­rung?

Unfälle können bei Kindern dramatisch ablaufen. Ein Stromschlag kann dazu führen, dass der Herzschlag oder der Atem aussetzen. Der Sturz vom Klettergerüst kann zu einem Schädel-Hirn-Trauma führen. Beim Zusammenprall mit einem Auto kann die Wirbelsäule verletzt werden. Manchmal haben derartige Ereignisse zum Glück nur leichte Folgen und es bleiben keine Schäden zurück. In vielen Fällen hat ein Unfall aber lebenserschütternde Folgen wie eine Amputation oder Querschnittslähmung.

In diesen Fällen ist es wichtig, dass die Leistungen einer Kinderunfallversicherung den Bedarf auffangen, der durch die erforderlichen Aufwendungen entsteht. Dazu zählen Umbauten am Haus oder in der Wohnung, die Anschaffung eines behindertengerechten Autos oder zumindest eines Fahrzeugs, in das ein Rollstuhl passt, aber auch die hohen Kosten, die durch eine dauerhafte, womöglich lebenslange Betreuung entstehen. Die wichtigste Leistung einer privaten Unfallversicherung ist demnach auch für Kinder eine sinnvolle und angemessene Invaliditätssumme.

Wichtige Leistungen der Unfallversicherung:

  • Invaliditätsleistung: Einmalzahlung einer Kapitalsumme
  • Unfallrente: lebenslange monatliche Rente
  • Bergungskosten: Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungsarbeiten am Unfallort sowie Transport nach Hause beziehungsweise ins Krankenhaus
  • Kosmetische Operationen: Kosten, um das äußere Erscheinungsbild nach einem Unfall wiederherzustellen
  • Tagegeld, Krankenhaustagegeld: Pauschalbetrag pro Tag in stationärer oder ambulanter Behandlung
  • Übergangsleistung: Finanzielle Unterstützung nach einem schweren Unfall, bis die genaue Versicherungsleistung bestimmt werden kann
  • Todesfallleistung: Einmalzahlung an die Hinterbliebenen
Tipp

Schützen Sie Ihre ganze Familie mit einer Unfallversicherung von CosmosDirekt. Sie erhalten 5 Prozent Familienrabatt und 25 Prozent Kinderrabatt für das zweite und jedes weitere Kind.

Versi­che­rungs­summe

Eltern, die ein behindertes Kind betreuen, müssen meist mit hohen Kosten rechnen. Neben Anschaffungs- und Umbaukosten fallen immer wieder zusätzliche Ausgaben durch die neue Lebenssituation an. Kann das Kind die reguläre Schule nicht mehr besuchen, ist möglicherweise ein Wechsel an eine private Einrichtung notwendig, die Schulgeld verlangt. Kosten entstehen auch, wenn eine reguläre Berufsausbildung nicht möglich ist und das Kind eine spezielle Förderstätte besucht. Bei schweren Behinderungen ist eine Haushaltshilfe notwendig, um die Eltern zu entlasten.
Nicht zu vergessen: Selbst wenn nur ein Elternteil das Kind halbtags betreut, entsteht ein Einkommensausfall. Auch diesen sollte die Versicherungssumme kompensieren können. Da bei einem Unfall, der zur Invalidität oder sogar zur Vollinvalidität führt, unter Umständen Kosten bis ans Lebensende entstehen, sollte eine Kinderunfallversicherung immer auch eine Kinderinvaliditätsversicherung beinhalten. Verbraucherschützer empfehlen eine Versicherung mit einer möglichst hohen Grundinvaliditätssumme (auch: Invaliditätsgrundsumme). Diese sollte mindestens 150.000 Euro, besser noch 200.000 Euro betragen, damit Sie und Ihre Kinder umfassend abgesichert sind. Mit einer guten Progression (siehe weiter unten) können Sie die Leistungen über die vereinbarte Versicherungssumme hinaus steigern.

Tipp

Wird tatsächlich eine Behinderung festgestellt, können Sie zusätzliche Leistungen wie finanzielle Beihilfen beziehungsweise Erleichterungen beantragen. Weitere Informationen gibt es beim Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, kommunalen Beratungs­stellen oder entsprechenden Informationsstellen von Caritas und Diakonie.

Progres­sion

Die Progression sorgt dafür, dass die ausgezahlte Summe die vereinbarte Versicherungssumme um ein Vielfaches übersteigt. Der Grund: Bei schweren und schwersten Behinderungen, also im Fall einer hohen oder sehr hohen Invalidität, benötigen Sie eine deutlich höhere Kapitalleistung, um die entstandenen Kosten zu decken. Angeboten werden Progressionen von 225 bis 1.000 Prozent. Im Fall einer vollständigen Invalidität bekommen Sie dadurch das 2,25- bis 10-fache der ursprünglich vereinbarten Grundinvaliditätssumme. Die Experten empfehlen eine Progression von 225 oder 350 Prozent zu vereinbaren. Im Falle der Vollinvalidität (Invaliditätsgrad von 100 Prozent) erhalten Sie dann das 2,25- fache bzw. 3,5-fache der versicherten Grundsumme: Bei einer Versicherungssumme von 150.000 Euro wären das dann 337.500 Euro bzw. 525.000 Euro.

Info

Die Progression setzt erst bei einem bestimmten Invaliditätsgrad ein. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Progressions­kurven. Beim Vergleich der Unfallversicherung sollten Sie immer darauf achten, dass auch schon Invaliditätsgrade mit weniger als 50 Prozent unter die Progression fallen. Weitere Informationen zur Progression finden Sie im Ratgeber: Was ist eine Unfallversicherung?

Glie­der­taxe

Neben der Progression ist die sogenannte Gliedertaxe entscheidend dafür, wie gut der gewählte Tarif der Kinderunfallversicherung ist. Die Gliedertaxe gibt an, wie viel Geld gezahlt wird, wenn ein oder mehrere Körperteile funktionsuntüchtig werden. Das kann der amputierte Arm oder Zeh sein, aber auch der Verlust eines Auges oder die Beeinträchtigung der Hörfähigkeit. Dabei gilt die Faustregel: Je besser die Gliedertaxe, desto höher auch die Leistung im Fall der Invalidität.

Umfas­sende Absi­che­rung

Die private Unfallversicherung schließt in der Regel einen weltweiten Schutz ein – auch bei vorübergehendem Aufenthalt im Ausland. Die gesetzliche Unfallversicherung greift hingegen nur in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Ausnahme gilt lediglich für berufsbedingte Reisen ins Ausland. Private Ausflüge oder gar Urlaube sind jedoch nicht versichert.

Diese Leistungen sollte eine private Kinderunfallversicherung enthalten:

  • Versicherungssumme von 150.000 bis 200.000 Euro
  • Progression von 225 bis 500 Prozent
  • Erweiterte oder verbesserte Gliedertaxe
  • Weltweite Absicherung rund um die Uhr

Welche Zusatzleistungen sind bei einer Unfallversicherung fürs Kind sinnvoll?

Neben den Basis-Leistungen lassen sich viele weitere Risiken durch eine private Unfallversicherung abdecken. Zusatzbausteine für folgende Szenarien bieten umfassenden Schutz für Ihr Kind.

Infek­tionen durch einen Zecken­biss

Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. Besonders häufig erkranken Menschen hierzulande an Borreliose und FSME, die zu schweren Gesundheitsschäden führen können. Wenn Kinder viel im Freien spielen, haben sie ein höheres Risiko, von Zecken gebissen zu werden. Da es sich bei Borreliose und FSME aber um Infektionskrankheiten handelt, werden Zeckenbisse nicht als Unfälle gewertet. Einige Versicherer bieten jedoch an, den Versicherungsschutz auf die Folgen von Zeckenbissen und damit auf diese Krankheiten zu erweitern.

Infek­ti­ons­krank­heiten und Impfschäden

Auch andere Insektenbisse sowie Stiche von Bienen, Wespen oder Hornissen können erhebliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen: von Hautreizungen über einen allergischen Schock bis hin zur Blutvergiftung. Mücken können schwere Infektionskrankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen. Mit der passenden Kinderunfallversicherung sichern Sie sich gegen die finanziellen Dauerfolgen derartiger Risiken ab. In manchen Unfallpolicen sind sogar Impfschäden abgesichert.

Vergif­tungen

Bei Kindern sind Vergiftungen durch ätzende Putzmittel, Pflanzenschutzmittel, Beeren oder giftige Pflanzen immer ein Thema. Notfälle kommen bei den Kleinsten häufig vor, weil sie die Welt noch stark über den Geschmackssinn erkunden. Sichern Sie am besten auch derartige Gefahren in der Kinderunfallversicherung ab.

Rooming-in

Wenn ein kleines Kind nach einem Unfall stationär behandelt wird, bedeutet das sogenannte Rooming-in eine große Erleichterung für die Eltern und dem kleinen Patienten gibt es Sicherheit: Die Eltern (bzw. ein Elternteil) müssen das Kind abends nicht allein lassen, sondern schlafen mit ihm im selben Zimmer. Während des gesamten Aufenthaltes bleiben sie an seiner Seite. Eine gute Kinderunfallversicherung zahlt zu dieser Leistung einen Zuschuss – die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt das Rooming-in hingegen nicht.


Fazit: Eine Unfallversicherung fürs Kind ist sinnvoll

Wenn nichts passiert, ist alles gut. Da man davon aber nicht ausgehen kann, sollten Sie den Nachwuchs umfassend absichern. Wer ein behindertes Kind betreut oder pflegt, muss hohe Kosten stemmen. Zudem fallen Einnahmen weg, wenn ein Elternteil oder sogar beide beruflich kürzer treten müssen.

Sie haben bereits eine Kinderunfallversicherung? Aber besteht sie auch folgenden Test? Wenn nicht, sollten Sie einen Wechsel erwägen.

  • Entspricht die Versicherungssumme der Empfehlung (150.000 bis 200.000 Euro)?
  • Beinhaltet Ihr Versicherungsvertrag eine Progression von 225 bis 500 Prozent?
  • Leistet diese bereits ab 25 Prozent Invalidität?
  • Ist eine erweiterte Gliedertaxe vereinbart?