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Kfz Kurzzeitkennzeichen

Kurzzeitkennzeichen: Das Nummernschild für Probefahrten und Überführungen

Mit dem Kurzzeitkennzeichen kann man abgemeldete Autos zur Probe fahren oder ein Fahrzeug innerhalb Deutschlands überführen. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema: Wo erhalten Sie ein Kurzzeitkennzeichen, wie lange ist es gültig, welche Kosten kommen auf Sie zu und welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, damit Sie überhaupt ein Kurzzeitkennzeichen beantragen können?

Diese Versicherungsbegriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
eVBAbkürzung für die elektronische Versicherungsbestätigung. Mit der 7-stelligen Nummer weisen Kfz-Halter nach, dass eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorliegt. Nur mit einer gültigen eVB kann ein Fahrzeug für den Betrieb auf Straßen zugelassen werden.
Kasko-SchutzBezeichnung für den Abschluss einer Kaskoversicherung. Darunter fallen sowohl Teilkasko- als auch Vollkaskoversicherung. Während die Teilkasko für Schäden am eigenen Auto aufgrund von natürlichen Einwirkungen (z. B. Hagel, Sturm oder Rehwild) und Diebstahl aufkommt, zahlt die Vollkasko auch bei selbstverschuldeten Schäden und bei Vandalismus.

Das Kurzzeitkennzeichen ist leicht zu erkennen: Am rechten Rand, neben Stadt- oder Landkreis-Abkürzung und einer fünfstelligen Nummer, ist ein gelbes Feld zu sehen. In diesem Feld steht das Datum, bis zu dem das Kennzeichen gültig ist: oben der Tag, in der Mitte der Monat, unten das Jahr, alles zweistellig. Zwischen der Abkürzung des Zulassungsbezirks und der Nummer, die immer mit 03 oder 04 beginnt, steht die blaue Stempelplakette. Am linken Rand fehlt dagegen etwas: das „Eurofeld“. Nicht ohne Grund: Das Kurz­zeit­kennzeichen können Sie grundsätzlich nur beantragen, wenn die Fahrt innerhalb Deutschlands erfolgt.

Kurzzeitkennzeichen

Das Wichtigste zum Kurzzeitkennzeichen auf einen Blick

  • Nur für Probe- und Überführungsfahrten
  • Maximal 5 Tage gültig
  • Ablaufdatum (Tag/Monat/Jahr) rechts auf dem gelben Rand ersichtlich
  • Beantragung des Kurzzeitkennzeichens nur mit eVB für Kurzzeitkennzeichen möglich
  • Während der Fahrt besteht nur der Kfz-Haftpflichtschutz
  • Ausschließlich der Versicherungsnehmer darf das Fahrzeug führen

Wozu dienen Kurzzeitkennzeichen?

Sie haben ein Fahrzeug z.B. über ein Online-Portal gekauft – egal, ob Auto, Motorrad, Wohnmobil oder ähnliches. Wenn der Verkäufer es Ihnen nicht nach Hause liefern will (oder kann), müssen Sie das Fahrzeug selbst überführen. Da Sie das Fahrzeug nur an Ihrem Wohnort zulassen dürfen, brauchen Sie ein amtliches Kennzeichen, damit Ihr Fahrzeug auf bundesdeutschen Straßen überhaupt fahren darf. Für solche Überführungszwecke ist das Kurzzeitkennzeichen gedacht. Es ist maximal 5 Tage gültig, Samstage und Sonntage eingeschlossen.

Auch für Probefahrten mit abgemeldeten oder stillgelegten Fahrzeugen werden Kurzzeitkennzeichen vergeben. Damit sind laut ADAC Fahrten gemeint, die „zur Feststellung und zum Nachweis der Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeugs“ dienen. Für alle anderen Fahrten ist der Gebrauch von Kurzzeitkennzeichen verboten. Ein Vergehen wird mit einem Bußgeld geahndet. Zudem ist das Kurzzeitkennzeichen an ein bestimmtes, in jedem Fall verkehrstaugliches Fahrzeug gebunden. Der Halter muss eine eVB-Nummer vorzeigen, wenn er bei der Zulassungsstelle das Kurzzeitkennzeichen beantragen will. Diese dient als Nachweis für eine bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wichtige Änderung 2015: HU ist Voraussetzung für Zulassung mit Kurzzeitkennzeichen

Seit dem 1.4.2015 gehört der Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung zu den notwendigen Voraussetzungen, um ein Kurzzeitkennzeichen zu bekommen. Fehlt diese, kann das Fahrzeug nur mit einer Einschränkung zugelassen werden. Wenn die HU fehlt, ist die Fahrt innerhalb des Zulassungsbezirks zur nächstgelegenen Prüfstelle erlaubt. Dies wird im Fahrzeugschein des Kurzzeitkennzeichens vermerkt. Ebenfalls erlaubt: Fahrten innerhalb des Zulassungsbezirks oder in direkt angrenzende Bezirke zwecks Reparatur, wenn Mängel bei der HU festgestellt wurden, das Fahrzeug aber immer noch als verkehrstauglich eingestuft ist. Lautet der Befund verkehrsuntauglich, darf es nicht mehr bewegt werden.


Schritt für Schritt zum Kurzzeitkennzeichen

Mit unserer Anleitung können Sie in fünf einfachen Schritten Ihr Kurzzeitkennzeichen beantragen:

Schritt 1: Lassen Sie sich von der Versicherung eine eVB Nummer geben

Wie für das normale Kfz-Kennzeichen benötigen Sie für ein Kurzzeitkennzeichen eine eVB Nummer. Die eVB Nummer erhalten Sie von Ihrer Kfz Versicherung oder von dem Versicherungsunternehmen, bei dem Sie zukünftig das neue Fahrzeug versichern möchten. Die eVB Nummer dient als Nachweis, dass Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug abgeschlossen haben, und ist Grundvoraussetzung für eine Zulassung des Fahrzeugs für den Straßenverkehr. Der Zeitraum des Versicherungsschutzes ist identisch mit dem Zeitraum, für den das Kurzzeitkennzeichen maximal gültig ist: Die Versicherung erstreckt sich über 5 Tage. Sie erhalten die eVB Nummer für das Kurzzeitkennzeichen entweder online, per E-Mail oder SMS. Auf ausdrücklichen Wunsch können Sie die Nummer auch per Fax oder Post bekommen.

Spar-Tipp

Bei CosmosDirekt fallen keine Versicherungsgebühren für das Kurzzeitkennzeichen an, wenn Sie das Kfz innerhalb von sechs Wochen nach Ablauf des Kurzzeitkennzeichens mit einem ständigen amtlichen Kennzeichen zulassen. Mit der eVB-Nummer verfügen Sie nur über einen Haftpflicht-Schutz. Das heißt, dass ausschließlich die Kosten des Unfallgegners übernommen werden. Ihr eigenes Auto ist während der Überführung oder der Probefahrt nicht geschützt. Fahren Sie also dementsprechend vorausschauend und vorsichtig!

Näheres zur eVB-Nummer erfahren Sie in unserem Ratgeber Wichtig für die Kfz-Zulassung: Elektronische Versicherungsbestätigung

Schritt 2: Gehen Sie zur zuständigen Zulassungsstelle

Um ein Kurzzeitkennzeichen zu beantragen, haben Sie zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Die erste ist die Zulassungsstelle, die für Ihren Wohnort und damit auch für den entsprechenden Zulassungsbezirk zuständig ist. Die zweite Möglichkeit ist die Zulassungsbehörde des Bezirks, in dem das Fahrzeug derzeit zugelassen ist oder zugelassen war. Egal, welche Zulassungsstelle Sie aufsuchen, die Dokumente, die Sie mitbringen müssen, sind dieselben. Sie benötigen einen gültigen Personalausweis, um sich zu identifizieren. Alternativ können Sie auch einen Reisepass plus amtlicher Meldebescheinigung vorlegen, aus der Ihre Adresse hervorgeht. Zweitens benötigen Sie die von der Versicherung übermittelte eVB-Nummer. Drittens ist es erforderlich, dass das Fahrzeug eine gültige Haupt- und Abgasuntersuchung besitzt. Die entsprechenden gültigen HU-/AU-Bescheinigungen müssen Sie ebenfalls vorlegen, um das Kurzzeitkennzeichen überhaupt beantragen zu können.

Schritt 3: Lassen Sie das Kurzzeitkennzeichen prägen

Nachdem Sie alle Dokumente eingereicht haben, stellt Ihnen der Sachbearbeiter ein Schriftstück aus, auf dem die Nummer des neuen Kurzzeitkennzeichens steht. Mit diesem Zettel gehen Sie zu einem Schilderdienst, der Ihnen die entsprechende Zahlenkombination auf die Schilder prägt. In unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle befindet sich in der Regel mindestens ein Schilderdienst.

Schritt 4: Die Zulassungsstelle druckt den Zulassungsstempel auf

Mit den fertigen Schildern gehen Sie erneut zur Zulassungsstelle. Dort wird der Zulassungsstempel angebracht und damit ist das Fahrzeug amtlich zugelassen. Diese Plakette ähnelt dem Siegel auf dem normalen Kfz-Kennzeichen, ist allerdings zur deutlichen Unterscheidung in blau.

Schritt 5: Befestigen Sie die Kurzzeitkennzeichen am Fahrzeug

Der letzte Schritt ist die Befestigung der Kennzeichen am entsprechenden Fahrzeug. Verwenden Sie hierfür die dafür vorgesehenen Befestigungspunkte. Ein schnelles hinter die Scheiben legen ist nicht zulässig. Erst dann ist es bereit für die Probe- oder Überführungsfahrt. Am rechten Rand sehen Sie das Datum, bis zu dem das Fahrzeug für die Fahrt auf deutschen Straßen zugelassen ist. Sind die 5 Tage vorüber, darf das Fahrzeug nicht mehr auf öffentlichen Straßen bewegt oder abgestellt werden. Das Kurzzeitkennzeichen brauchen Sie nicht zur Zulassungsstelle zurückbringen.

Info

Möchten Sie sich den Weg zur Zulassungsstelle sparen, können Sie alternativ Ihr Kurzzeitkennzeichen online bestellen. Dazu müssen Sie die eVB-Nummer Ihrer Wunschversicherung, eine Kopie des Personalausweises sowie eine Kopie von Vorder- und Rückseite des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) online übermitteln. Sofern die gültige HU nicht aus dem Fahrzeugschein oder der Zulassungsbescheinigung hervorgeht, ist noch eine Kopie des aktuellen Prüfberichts beizufügen.

Anleitung im Überblick

1. Lassen Sie sich von Ihrer Versicherung eine eVB-Nummer geben, bevor Sie das Kurzkennzeichen beantragen.

2. Gehen Sie zu einer der folgenden Zulassungsstellen:

  • der nächstgelegenen Zulassungsstelle in Ihrem Zulassungsbezirk
  • der Zulassungsstelle am Standort des Verkäufers
  • der Zulassungsstelle des Zulassungsbezirks, in dem das Fahrzeug angemeldet war oder ist

Um das Kurzzeitkennzeichen zu beantragen, benötigen Sie:

  • die eVB-Nummer
  • Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein)
  • Ihren Personalausweis oder einen Reisepass mit Meldebestätigung
  • bei Firmen die Gewerbeanmeldung bzw. einen Handelsregisterauszug
  • eine Vollmacht, wenn Sie im Auftrag handeln
  • einen gültigen Nachweis der Hauptuntersuchung (HU)

3. Gehen Sie mit dem erhaltenen Schriftstück, auf dem die Kurzzeitkennzeichen-Nummer notiert ist, zum Schilderdienst.

4. Nehmen Sie das Kurzzeitkennzeichen mit in die Zulassungsstelle. Hier erfolgt der Aufdruck des notwendigen Zulassungsstempels.

5. Befestigen Sie das Kurzzeitkennzeichen am Auto. Die Gültigkeitsdauer sehen Sie auf dem gelben Feld am rechten Rand – maximal 5 Tage.

Info

Bestellen Sie das Kurzzeitkennzeichen online, entfallen die Schritte 2 bis 4. Der Anbieter übernimmt den Weg zur Zulassungsstelle für Sie. Sie bezahlen in der Regel sofort per PayPal oder Online-Überweisung. Die Lieferung erfolgt zwar üblicherweise per Express-Post, dennoch verlieren Sie mindestens einen Tag der Gültigkeitsdauer.


Ich benötige ein Kurzzeitkennzeichen – Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten für ein Kurzzeitkennzeichen setzen sich aus drei Posten zusammen:

  • Versicherungskosten
  • Verwaltungskosten
  • Schilderkosten
Versicherungskosten

Üblich ist bei Kurzzeitkennzeichen eine reine Kfz-Haftpflichtversicherung, die zwischen circa 40 Euro und 130 Euro kostet. Die meisten Versicherungen bieten keinen Kaskoschutz an. Die eVB-Nummer, die Sie für das Kurzzeitkennzeichen benötigen, erhalten Sie als Kunde von der Versicherung zunächst kostenfrei. Versichern Sie das Fahrzeug später bei derselben Versicherung, werden Ihnen die Kosten nicht in Rechnung gestellt. Entscheiden Sie sich für einen anderen Versicherer oder lassen kein Fahrzeug zu, wird Ihnen der entsprechende Beitrag in Rechnung gestellt. Sind Sie noch kein Kunde, muss je nach Gesellschaft der Beitrag vorab bezahlt werden und wird dann erstattet, wenn Sie ein Fahrzeug regulär versichern.

Verwaltungskosten

Die Gebühren der Zulassungsstellen für die Genehmigung eines Kurzzeitkennzeichens sind nicht einheitlich geregelt. Je nach Zulassungsbezirk werden zwischen 10 bis 13 Euro fällig.

Schilderkosten

Die Prägung der Kurzzeitkennzeichen kostet ungefähr 15 bis 20 Euro. Befinden sich in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle mehrere Schilderdienste, lohnt sich ein Vergleich.

Kosten für das Kurzzeitkennzeichen im Überblick:

Versicherung wird erstattet

Versicherung wird nicht erstattet

MinimalMaximalMinimalMaximal
Versicherungskosten0 Euro0 Eurocirca 40 Eurocirca 130 Euro
Verwaltungskostencirca 10 Eurocirca 13 Eurocirca10 Eurocirca 13 Euro
Schilderkostencirca 15 Eurocirca 20 Eurocirca 15 Eurocirca 20 Euro
Kostencirca 25 Eurocirca 33 Eurocirca 65 Eurocirca 163 Euro
Info

Wenn Sie das Kurzzeitkennzeichen in einem Online-Shop bestellen, kommen noch Bearbeitungs- und Versandkosten hinzu.
Die Komplettpakete kosten zwischen 100 Euro (ohne Versicherung) und 150 Euro (mit Versicherung).


Fazit: Eine Versicherung fürs Kurzzeitkennzeichen ist notwendig

Seit 1.4.2015 ist die Vergabe von Kurzzeitkennzeichen neu geregelt und nunmehr an höhere Sicherheitsanforderungen gebunden: Ohne HU und Versicherungsnachweis gibt es keine Zulassung. In der Vergangenheit wurden immer wieder nicht verkehrstaugliche Fahrzeuge im Straßenverkehr genutzt und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Ausnahmen gelten weiterhin für die Fahrt zur nächstgelegenen Prüfstelle von TÜV oder Dekra im Zulassungsbezirk bzw. zu einer Werkstatt in der Umgebung, um festgestellte Mängel beheben zu lassen.

Von der Neuregelung profitieren insbesondere Autokäufer, die sich bundesweit nach einem neuen Fahrzeug umsehen. Für sie ist die Überführung mittels Kurzzeitkennzeichen einfacher geworden, da sie nun sowohl am eigenen Wohnort als auch am Standort des Fahrzeugs die 5-Tage-Zulassung erhalten können. Doppelte Fahrten quer durchs Land braucht man in Zukunft nicht mehr zu unternehmen.

Versicherungen zeigen sich oftmals kulant, wenn man nicht nur den obligatorischen Haftpflicht-Schutz und damit eine einmalige eVB-Nummer für das Kurzzeitkennzeichen benötigt, sondern das neue Fahrzeug mit der offiziellen Zulassung anschließend beim dem Versicherer auch versichert. Dann reduzieren die meisten Gesellschaften die Versicherungskosten für ein Kurzzeitkennzeichen – oder erstatten sie mit der nächsten Rechnung.



Die Autoversicherung bei der Nummer 1#*#!

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