Alternative Antriebe – Autogas

Autogas:

Unschlagbar günstig und umweltfreundlich

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Auto­gas ist der älteste und am weitesten verbreitete alternative Kraft­stoff in Deutsch­land. Für Auto­gas sprechen deutlich geringere Kraft­stoff­kosten und eine vergleichs­weise preis­werte und einfache Um­rüstung. Zudem ist Auto­gas emissions­ärmer als Diesel und Benzin, da es weniger umwelt- und klima­schädliche Gase erzeugt. Alles Wissens­werte zum Thema Auto­gas (LPG) erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Dieser Versicherungsbegriff spielt im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
Kfz VersicherungZur Kfz Versicherung kann neben der Haftpflichtversicherung auch die Vollkaskoversicherung bzw. die Teilkaskoversicherung vereinbart werden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jedes zugelassene Fahrzeug ein Muss. Die Kaskoversicherungen sind dagegen freiwillig.

Einen großen Boom erlebte Autogas zwischen 2006 und 2013: In diesem Zeitraum stieg die Zahl der Fahrzeuge mit Autogasantrieb auf Deutschlands Straßen von rund 40.000 auf fast 500.000 an. Seitdem ist die Zahl wieder rückläufig, doch Autogas hat immer noch einen Anteil von 80 Prozent an den alternativen Kraftstoffen.

Anzahl der Autogas-Fahrzeuge

Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154370/umfrage/anzahl-der-autogas-fahrzeuge-in-deutschland


Was ist Autogas und wie wird es eingesetzt?

Bei Autogas handelt es sich um ein Gasgemisch aus Butan und Propan. Häufig wird es auch als Flüssiggas oder LPG (Liquified Petroleum Gas) bezeichnet. Das Gas wird als „flüssig“ bezeichnet, weil es ab einem Druck von 10 bar den Aggregatzustand wechselt. Butan und Propan fallen bei der Förderung und Verarbeitung von Erdöl- und Erdgas an. Solange die natürlichen Vorkommen dieser fossilen Rohstoffe nicht erschöpft sind, wird es auch Autogas geben.

Info

Die Anforderungen an eine Autogasanlage sind in der Norm ECE-R67-01 international festgelegt. Diese ist seit 2001 in Deutschland gültig. Seit November 2003 gibt es zudem die ECE-R-115. Diese Norm wird gelegentlich auch als „LPG/CNG-Nachrüst-Richtlinie“ bezeichnet und regelt die Anforderungen bezüglich einer Nach- bzw. Umrüstung mit Autogas.

Autogas wird mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren verwendet. Auf dem Markt sind einige Automodelle mit Autogasantrieb „ab Werk“ erhältlich. Sie können aber auch Ihr vorhandenes benzinbetriebenes Fahrzeug in einer Hersteller- bzw. Fachwerkstatt mit einer Gasanlage nachrüsten lassen. Die Auswahl an Neuwagen mit Autogasantrieb ist allerdings eingeschränkt. Weil an den Motoren in der Regel keine technischen Modifikationen erforderlich sind, können Autos problemlos nachgerüstet werden. Ihnen stehen dann gleich zwei Kraftstoff-Modi zur Verfügung. Solche sogenannten bivalenten Fahrzeuge erreichen eine deutlich höhere Reichweite.

Hinweis

Wird die LPG-Anlage werksseitig nachgerüstet, bleibt die Garantie in der Regel erhalten. Anders kann es aussehen, wenn der Einbau von einer freien Fachwerkstatt vorgenommen wird. Allerdings bieten diese mitunter selbst Garantieleistungen an.


Macht Autogas das Auto träge?

Ein bisweilen vorgebrachter Einwand gegen Autogas lautet, dass die Fahrzeuge nach dem Einbau an Motorleistung einbüßen würden. Das stimmt heute aber nicht immer und ist von Motorkonzept und Anlagentyp abhängig. In der Regel liegt die Leistungsveränderung bei minus 10 % und plus 5 %. Da aber bei Autogas aufgrund der höheren Oktanzahl meist immer ein höheres Drehmoment erreicht wird, ist von einer Minderleistung kaum etwas zu bemerken.


Flüssiggas und das Klima

Die Emissionen klimaschädlicher Abgase sind bei LPG-betriebenen Fahrzeugen deutlich geringer als bei Benzinfahrzeugen. Das gilt sowohl für das Treibhausgas CO2 als auch für verschiedene andere schädliche Abgase wie Stickoxide und unverbrannten Wasserstoff.

Die Menge des ausgestoßenen CO2 bei der Verbrennung des Kraftstoffs (in Gramm pro verbrauchtem Megajoule)
Kraftstoff
CO2-Ausstoß
Benzin72,5 g
Flüssiggas65,8 g
Erdgas58,4 g
  • Quelle: http://dvfg.de/infothek/autogas-bei-co2-einsparung-deutlich-fuehrend-hochschule-legt-erstmals-realistische-berechnungen-vor/

Ein Nachteil ist, dass Autogas an die endlichen Vorkommen fossiler Rohstoffe gebunden ist und auch in Zukunft nicht aus regenerativen Energie­quellen gewonnen werden kann. Das ist bei Erdgas als Kraftstoff anders. Diesem wird teilweise schon heute ein gewisser Anteil an Bio-Erdgas bei­gemischt. Dieses wird aus organischen Abfällen und land­wirtschaftlichen Rest­stoffen gewonnen.

Info

Autogas weist mit 110 eine hohe Oktanzahl auf. Bei Super-Benzin liegt der Wert bei 95. Dieser Wert gibt an, wie gut die Verbrennungseigenschaften eines Kraftstoffs sind.


Lohnt sich Autogas als Kraftstoff?

Der Blick auf die Preistafel an der Tankstelle verrät: Autogas ist erheblich günstiger als Super-Benzin und auch Diesel. Ein um 50 bis 60 Prozent niedrigerer Literpreis ist realistisch. Der Preis für Autogas liegt aktuell bei 50 bis 60 Euro-Cent. Das Jahr 2016 war mit einem durchschnittlichen Autogas-Preis von 55,24 Euro-Cent das bisher billigste Tankjahr für Autogas-Fahrer. Dagegen kostete der Liter Auto­gas im Jahr 2012 mit durch­schnitt­lich 80,45 Euro-Cent so viel wie noch nie (Quelle: http://www.autogasvergleich.de).

Ein wichtiger Grund für diese Differenz ist die geringere Besteuerung von Autogas. Autogas genießt derzeit einen Steuervorteil von 15 Euro-Cent je Liter. Aber: Ab 2019 reduziert sich die Steuervergünstigung und zwar bis Ende 2022 um jährlich 20 Prozent. Entsprechend müssen LPG-Fahrer ab 2023 den vollen Steuersatz zahlen. Autogas wird somit zwar teurer, allerdings werden tendenziell die Kosten pro Liter immer noch unterhalb der Erdgaspreise liegen. Die Steuerbegünstigung für Erdgas soll hingegen bis 2026 bestehen, werden aber ab 2024 abgeschmolzen.

Beim Vergleich der Preise sollte allerdings berücksichtigt werden, dass Autogas einen geringeren Energiegehalt aufweist als Benzin und Diesel:

  • Autogas: 6,8 kWh pro Liter
  • Benzin 8,6 kWh pro Liter
  • Diesel 9,9 kWh pro Liter

Konkret bedeutet das, dass Autogas im Vergleich zu Benzin einen Mehrverbrauch von 15 bis 20 Prozent verursacht. Das schmälert die Einsparungen wiederum, die man durch den geringeren LPG-Preis an den Tankstellen macht.

Zudem müssen Sie den geringeren Kraftstoffpreisen auch immer die Investitionskosten gegenüberstellen. Das Nachrüsten ist in der Regel zwar unproblematisch, kostet aber zwischen 1.800 und 2.700 Euro. Als Faustregel gilt, dass sich die Investition bereits nach 30.000 gefahrenen Kilometern amortisieren kann. Im Einzelfall kommt es aber auf die konkreten Kosten an.


Tankstellennetz und Reichweite von Autogas

In Deutschland finden Sie an rund 7.000 Tankstellen Zapfsäulen für Autogas . Das sind zwar bedeutend weniger als die rund 14.500 Tankstellen für konventionellen Kraftstoff, dennoch lässt sich das Netz als flächendeckend bezeichnen. Allerdings ist seit einigen Jahren die Anzahl der Autogas-Tankstellen leicht rückläufig. Und in den beiden Flächenländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind auch über größere Entfernungen überhaupt keine LPG-Tankstellen zu finden. Hilfreich ist, dass bivalente Autos eine größere Reichweite haben: Ist das Autogas verbraucht, wird automatisch auf Benzin umgestellt.

So läuft der Tankvorgang ab

Für den Tankvorgang benötigen Sie einen speziellen Adapter, auf den das Zapfventil geschraubt oder aufgesteckt wird, bevor Sie einen Handhebel betätigen und arretieren. Der Tankvorgang startet erst, wenn an der Zapfsäule der Startknopf gedrückt wird. Den Adapter können Sie meist an den Tankstellen ausleihen, er muss daher nicht gekauft und mitgeführt werden. Das in Deutschland am weitesten verbreitete Verschlusssystem ist der ACME- oder Europa-Adapter.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen europaweit gültigen Standard. Bisher ist es Politik, Fahrzeugherstellern und Tankstellenbetreibern nicht gelungen, ein international einheitliches System zu etablieren. In Großbritannien oder den Niederlanden sind beispielsweise sogenannte Bajonette-Anschlüsse verbreitet. In Spanien kommt dagegen der Euronozzle zum Einsatz, der im Gegensatz zu den anderen Standards ohne Adapter funktioniert.

Info

Flüssiggastanks werden nur zu 80 Prozent gefüllt. Der verbleibende Puffer ist notwendig, weil sich das Volumen des flüssigen Gases bei schwankender Temperatur verändert. Der Tankvorgang wird automatisch beendet, sobald dieser Füllstand erreicht ist.


Sicherheit von Autogastanks

Ein Autogastank ist ebenso sicher wie ein Benzintank. Nach mehrjähriger Praxiserfahrung gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Deswegen hat das Vorhandensein eines Autogastanks auch keine Auswirkungen auf die Typklasse, die Höhe der Beiträge zur Kfz Versicherung bleibt also in dieser Hinsicht unberührt. Die Tanks bestehen aus 3,5 Millimeter dicken Stahlwänden. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass diese einem Druck von 40 bar standhalten müssen. Der Betriebsdruck liegt bei höchstens 10 bar. Kommt es zu einem Unfall oder einem Brand, werden Sicherheitsventile aktiviert. Sie lassen das Gasgemisch kontrolliert austreten bzw. verbrennen.

Hinweis

Sowohl Autogas- als auch Erdgasfahrzeuge dürfen in öffentlichen Tiefgaragen geparkt werden. Frühere Verbote sind durch entsprechende Anpassungen in den Garagenverordnungen der Bundesländer aufgehoben worden. Bisweilen sind allerdings noch veraltete Verbotsschilder anzutreffen. In privat betriebenen Garagen hat der Betreiber das Recht, ein Verbot auszusprechen.


Erd- und Autogas im Vergleich

Die Kraftstoffpreise: Beide Kraftstoffe sind steuerbegünstigt, deswegen sind die Preise niedriger als jene für Benzin. Das Preisverhältnis zwischen Erd- und Autogas hängt von der Marktlage ab. Beim Vergleich zwischen Auto- und Erdgas ist zu berücksichtigen, dass an der Zapfsäule Autogas in Litern und Erdgas in Kilogramm berechnet wird. Weil der Energiegehalt von Erdgas deutlich höher ist als der von Autogas, entspricht 1 Kilogramm Erdgas knapp 2 Litern Flüssiggas.

Das Tankstellennetz: Das Tankstellennetz für Autogas ist deutlich engmaschiger als jenes für Erdgas. Deswegen können bei Erdgas-Pkw – aufgrund der weiteren Anfahrt zur Tankstelle – höhere Kraftstoffkosten anfallen.

Die Kosten des Nachrüstens: Das Nachrüsten einer Anlage ist bei Autogas deutlich preiswerter als bei Erdgas. Während die Kosten bei Autogas in der Regel zwischen 1.800 und 2.700 Euro liegen, werden bei Erdgasanlagen bis zu 5.000 Euro fällig. Auch deswegen haben Autogasanlagen bei der Nachrüstung einen höheren Marktanteil als Erdgasanlagen.

Der Kofferraum: Das Nachrüsten bedeutet bei beiden Antriebsstoffen, dass Kofferraumvolumen verloren geht. Allerdings fällt die Verringerung des Laderaums bei Erdgas größer aus, weil dafür deutlich mehr Tankvolumen benötigt wird. Bei Autogas wird der nachgerüstete Tank häufig in der Mulde des Reserverads verbaut. Neue Erdgasfahrzeuge sind ab Werk dagegen meist mit einem unterflur angebrachten Tank ausgestattet. Dieser nimmt ebenfalls keinen Platz im Kofferraum ein.

Das Angebot ab Werk: Das Angebot an Neufahrzeugen mit Autogasantrieb ist in Deutschland eingeschränkt. Das gilt ebenso für Erdgas.


Fazit: Autogasfahrzeug – Für Vielfahrer eine Sparbüchse auf Rädern

Die entscheidende Frage lautet: Wann amortisieren sich die Kosten für die nachgerüstete Autogasanlage? Wegen der vergleichsweise niedrigen Kosten für die Nachrüstung lohnt sich die Investition häufig schon nach 30.000 Kilometern. Halter sollten beachten, dass sich der Aufwand einer Nachrüstung bei älteren Fahrzeugen häufig nicht auszahlt. Für Autogas spricht außerdem, dass es weniger umwelt- und klimaschädliche Gase erzeugt. Im Gegensatz zu Erdgas besteht allerdings nicht die Möglichkeit, Gas aus regenerativen Quellen einzusetzen.

Das Fahren und Tanken mit Autogas bringt in der Regel keine größeren Veränderungen im Vergleich zu den konventionellen Kraftstoffen. Rund 7.000 Tankstellen bieten das Gasgemisch an. Allerdings brauchen Fahrer eines Autogasfahrzeugs einen Adapter, der am Kraftstofftank angeschraubt wird. Noch komplizierter kann das Tanken im Ausland werden, weil es in Europa keinen einheitlichen Standard gibt.

Reichweite ist ebenfalls kein Problem, weil die Autos in der Regel bivalent ausgestattet sind: Neben dem Autogastank ist zumeist auch ein Benzintank verbaut. Sollte das Flüssiggas zur Neige gehen, wird einfach in den Benzinmodus geschalten.



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