Das Elek­tro­auto

Die Vorteile überwiegen deutlich die Nachteile


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Elektroautos gelten als Mobilitätslösung der Zukunft. Befürworter verweisen auf die geringere Umweltbelastung, da E-Autos nicht unmittelbar Abgase ausstoßen. Für ihre Kritiker sind sie jedoch wegen des teilweise hohen Preises und der geringen Reichweite nur bedingt alltagstauglich. Welche Vor- und Nachteile Elektroautos haben und wie die Technologie funktioniert – unser Artikel informiert Sie darüber.

Bisher hat sich nur ein kleiner Teil der Autofahrer für die elektrische Alternative zum Verbrennungsmotor entschieden. Doch langsam, aber sicher gewinnt Elektromobilität an Schwung. Laut Kraftfahrtbundesamt sind in Deutschland fast 150.000 Elektroautos zugelassen (Stand: 1. Januar 2020). Das ist zwar ein verschwindend geringer Anteil angesichts von rund 48 Millionen zugelassenen Pkw. Allerdings stieg der Bestand an E-Autos zwischen 2015 und 2020 um 130.000 Fahrzeuge. Innerhalb von fünf Jahren hat sich ihre Anzahl um den Faktor 7,5 erhöht. Allein 2019 wurden rund 60.000 neue Elektroautos zugelassen, doppelt so viele wie im Jahr davor.

Auch die Politik will die Verbreitung der Elektromobilität weiter vorantreiben. Käufer von Elektroautos bekommen jetzt deutlich mehr Geld vom Staat. Seit 18.02.2020 gelten neue Kaufprämien für alle Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden - für rein elektrische Fahrzeuge wie für Plug-in-Hybride. Die Bundesregierung hatte die höhere Förderung bereits im vergangenen September in ihrem Klimaschutzprogramm beschlossen. Das anschließende Verfahren unter Beteiligung der EU-Kommission zog sich aber hin.

Wer bis Ende 2025 ein E-Auto erwirbt, erhält eine Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro. Ziel ist es, mehr schadstoffarme E-Autos auf die Straßen zu bringen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und den Autoverkehr klima- und menschenfreundlicher zu gestalten. Doch was sind E-Autos eigentlich genau und wie funktioniert der Elektroantrieb?


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
ElektroautoElektroautos werden mit einem oder mehreren Elektromotoren angetrieben. Die benötigte elektrische Energie stammt in der Regel aus einer wieder aufladbaren Batterie (Akkumulator).
RekuperationBezeichnet ein technisches Verfahren, mit dem sich Energie zurückgewinnen lässt. Bei Elektroautos wird beim Bremsen Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt. Mit dieser wird die Batterie aufgeladen.

Die Funk­ti­ons­weise des Elek­tro­an­triebs

Seit Jahrzehnten werden Autos fast ausschließlich mit Verbrennungsmotoren angetrieben. Diese gewinnen Energie aus Benzin und Diesel, mitunter auch aus alternativen Kraftstoffen wie Erdgas oder Biodiesel. Der Name beschreibt die Funktionsweise bereits: Im Motor wird ein Kraftstoff-Luft-Gemisch entzündet, dass sich bei der Verbrennung explosionsartig ausdehnt und dadurch Energie freisetzt. Diese wirkt zunächst auf einen Kolben, dessen Auf-und-Abbewegung in eine Drehbewegung überführt wird. Die dabei aufgewendete Kraft wird über die Kurbelwelle an das Getriebe und über Kardan- oder Antriebswelle weitergeleitet und setzt schließlich die Räder in Bewegung. Bei Diesel- und Benzinmotoren kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: Während Benziner einen Zündfunken benötigen, entzündet sich bei einem Diesel das Kraftstoff-Luft-Gemisch durch eine hohe Verdichtung von allein.

In einem Elektromotor kommt dagegen ein vollkommen anderes Verfahren zum Einsatz. Das Prinzip lässt sich vereinfacht so beschreiben: Die Hauptkomponenten des E-Motors sind ein Stator und ein Rotor. Durch die Wicklungen des Stators wird Wechselstrom geleitet, wodurch ein Magnetfeld entsteht. Dieses Magnetfeld wirkt auf den ebenfalls magnetischen, drehbaren Rotor ein. Da sich die Polung des Stators durch den Wechselstrom permanent verändert, wird der Rotor in kurzen Intervallen angezogen und abgestoßen. Durch diese Rotation entsteht die für den Antrieb des Autos notwendige Bewegungsenergie.

Info

Elektromotoren spielten bereits in der Frühphase des Automobilbaus eine wichtige Rolle. So überschritt 1899 ein Elektrofahrzeug als erstes überhaupt die Geschwindigkeitsmarke von 100 Stundenkilometern.

Der Strom für den Elektromotor wird meist in einem Lithium-Ionen-Akku gespeichert. Dieser kann vergleichsweise große Energiemengen aufnehmen. Durch Rekuperation ist es möglich, den Akku während der Fahrt zu laden. Beim Bremsen wird Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt und eingespeist. Solche Systeme sind mitunter auch in konventionellen Autos zu finden. Bei diesen lädt sich allerdings nicht der Akku, sondern die Starterbatterie auf. Die Rekuperation kann den Energieverbrauch des E-Motors allerdings nicht kompensieren.

Hybridantriebe kombinieren Elektro- und Verbrenner-Motoren

Neben reinen Elektroautos fertigen Automobilhersteller auch sogenannte Hybridautos. Ein Hybridantrieb kombiniert zwei verschiedene Energiequellen. Konkret bezieht sich der Begriff auf solche Antriebe, in denen sowohl ein Elektro- als auch ein Verbrennungsmotor neben- bzw. miteinander arbeiten. Denn die beiden Antriebsarten werden nicht parallel, sondern in der Regel abwechselnd eingesetzt. Eine intelligente Verknüpfung sorgt dafür, dass in jeder Fahrsituation der jeweils beste Antrieb verwendet wird. Bei Stadtfahrten ist dies meist der Elektromotor; bei Überholvorgängen wird für zusätzlichen Schub der Verbrenner zugeschaltet. Die Leistung des E-Motors ist häufig begrenzt, da sein Akku nur während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor wieder aufgeladen wird.

Info

Der Plug-in-Hybrid ist eine Variante des Hybridantriebs. Er ist mit einer zusätzlichen Lademöglichkeit versehen, was die Kapazität des E-Motors erhöht. Dadurch können Plug-in-Hybride längere Strecken im rein elektrischen Betrieb zurücklegen.

Anzahl der in Deutsch­land zuge­las­senen Elek­tro­autos

Quelle:
https://de.statista.com/infografik/4733/anzahl-von-elektroautos/Wie umweltfreundlich sind Elektroautos?


Wie umwelt­freund­lich sind Elek­tro­autos?

Die Frage, wie gut E-Autos tatsächlich für die Umwelt sind, wird von der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Für Elektroautos spricht, dass sie während der Fahrt keine Schadstoffe ausstoßen und bedeutend weniger Lärm erzeugen. Außerdem ist der Wirkungsgrad des Elektromotors höher als der eines Verbrennungsmotors: Der E-Motor wandelt rund 90 Prozent des eingesetzten Stroms in Bewegungsenergie um, während der Verbrennungsmotor nur etwa ein Drittel der Kraftstoffenergie in Bewegung umsetzen kann. Der Rest geht in Form von Wärme und nicht nutzbaren Abgasen verloren.

Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, nur auf den Betrieb des Fahrzeugs zu schauen. Um die Umweltbilanz zu erfassen, muss der gesamte Prozess von der Gewinnung der verbauten Rohstoffe über die Stromerzeugung bis hin zum Fahrbetrieb berücksichtigt werden. Hierbei kommt es vor allem auf zwei Faktoren an:

  1. Wie wird der Strom erzeugt: Die Aussage, dass Elektroautos kein klimaschädliches CO2 und andere schädliche Abgase wie Stickoxide ausstoßen würden, stimmt nur dann, wenn der Strom, mit dem sie angetrieben werden, aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Wird der Strom dagegen in Kohlekraftwerken erzeugt, verlagert sich der Ausstoß lediglich vom Fahrzeugbetrieb auf die Stromproduktion. Kohlekraftwerke stoßen nicht nur Abgase aus, sondern arbeiten auch ineffizient. Sie können nur 30 bis 40 Prozent der potenziell zur Verfügung stehenden Energie nutzen.
  2. Welche Ressourcen werden eingesetzt: Für die Batterien von Elektroautos werden seltene Metalle wie Gallium, Lithium und Kobalt benötigt. Wenn die Zahl der Elektroautos steigen soll, muss auch der Abbau dieser Rohstoffe ausgeweitet werden – und das geht zwangsläufig mit Umweltschäden einher. Da auch die Herstellung der Akkus CO2 freisetzt, muss dieser Anteil ebenfalls berücksichtigt werden. Entscheidend wird sein, dass das Recycling alter Fahrzeuge effizient abläuft, sodass sich auf diesem Wege kostbare Rohstoffe zurückgewinnen lassen.

Der Befund der Wissenschaft ist eindeutig: Im direkten Vergleich zeigt sich, dass Elektroautos nach ungefähr drei Jahren klimafreundlicher als Diesel oder Benziner sind. Das entspricht einer Gesamtlaufleistung von rund 50.000 Kilometern. Je mehr das E-Auto bewegt wird, desto positiver ist seine Bilanz. Lädt man sein Elektroauto mit Ökostrom, verbessert sich das Ergebnis weiter. Da weltweit der Anteil an erneuerbaren Energien steigt, verursacht der Strommix insgesamt auch weniger CO2-Emissionen. Dadurch können E-Autos in der Gesamtbilanz auch sparsame Verbrenner abhängen.


Reich­weite des Elek­tro­an­triebs

Die relativ geringe Reichweite ist ein gewichtiges Argument gegen E-Autos: Mit einer Akkuladung kommt man bisher längst nicht so weit wie mit einer Tankfüllung. Die meisten Modelle können mit einer Akkuladung 100 bis 200 Kilometer zurücklegen. Das ist allerdings auch ausreichend, da die meisten Autos vorwiegend auf kurzen Strecken (Arbeitsweg, Einkäufe etc.) eingesetzt werden. Damit sie aber nicht nur als sparsamer Zweitwagen taugen, sondern auch für längere Strecken oder den Familienurlaub, müssen E-Autos für höhere Reichweiten geeignet sein. Fahrzeuge wie der Tesla Model S beweisen, dass die Reichweite von E-Autos der von Verbrennern angeglichen werden kann. Das Tesla Model S schafft bis zu 500 Kilometer, wenn die Batterie voll aufgeladen ist.

Die Reichweite ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Ähnlich wie beim Verbrenner erhöht sie sich zum Beispiel, wenn man mit niedrigerer Geschwindigkeit unterwegs ist. Eine eingeschaltete Heizung oder Klimaanlage lässt den Energiestand schneller sinken. Ein wichtiger Faktor ist außerdem die Außentemperatur, denn bei niedrigen Temperaturen ist die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien eingeschränkt. Allerdings ist die Reichweitenangabe allein nur bedingt aussagekräftig: Bei einem dichten Ladenetz und schnellen Aufladezeiten kann man jede Pause dazu nutzen, genug Energie für die nächste Teilstrecke zu laden.

Strom tanken: Lade­sta­tion statt Zapf­säule

Wer sein Elektroauto zu Hause auflädt und sich innerhalb eines Radius von 50 Kilometern bewegt, kommt schon heute mit dem E-Auto problemlos durch den Alltag. Eine umfassende Umstellung auf Elektromobilität lässt sich dagegen ohne eine flächendeckende Versorgung mit öffentlich zugänglichen Ladestationen nicht umsetzen. Daher schreitet auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Aktuell umfasst das öffentliche Netz mehr als 17.500 Ladestationen mit rund 55.000 Anschlüssen (Stand: 31.12.2019). Damit hat sich ihre Anzahl innerhalb der letzten zwei Jahre fast verdreifacht. Bei jedem achten Ladepunkt handelt es sich um einen Schnelllader, an dem man das E-Auto innerhalb von 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent der Akku-Kapazität aufladen kann.

Häufig sind Ladestationen an Parkplätzen, in Tiefgaragen und auf Autobahnraststätten zu finden. Auch Unternehmen, Hotels, Supermärkte und viele weitere Betreiber haben Ladestationen installiert. So können Mitarbeiter während der Arbeitszeit, Kunden beim Einkauf oder Hotelgäste während ihres Aufenthalts ihre E-Autos aufladen. Problematisch kann die Versorgung mit öffentlich zugänglichen Ladestationen vor allem in ländlichen Gebieten werden. Dort ist das Versorgungsnetz noch grobmaschig. Bundesregierung und Autoindustrie planen indes die Errichtung zusätzlicher 65.000 Ladepunkte bis 2022. Allein die Politik investiert mit dem „Masterplan Ladeinfrastruktur“ 3 Milliarden Euro in den weiteren Ausbau des Ladenetzes. International ist man schon viel weiter: Die E-Mobilität ist in Ländern wie Norwegen oder den Niederlanden auch deshalb so erfolgreich, weil dort bereits ein dichtes Netz an Ladestationen existiert.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/11950/wo-stehen-die-meisten-e-tankstellen/

Die verschie­denen Steck­sys­teme in der Übersicht

Abhängig vom Hersteller kommen bei Elektroautos für das Aufladen unterschiedliche Stecker zum Einsatz. Weitverbreitet in Europa ist der Typ-2-Stecker für Wechselstrom, er ist mittlerweile an den meisten Ladestationen der Standardanschluss. An Schnellladestationen wird dagegen das CSS-System verwendet. Es stellt eine Variante des Typ-2-Steckers dar, die um zwei Leistungskontakte erweitert ist. Neue E-Autos sind in der Regel mit einem CSS-Stecker ausgerüstet, auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur setzt man auf dieses System. Mit dem Tesla Supercharger existiert noch eine weitere Variante, sie kann jedoch nur für Autos dieses Herstellers verwendet werden.

Steck­system
Beschrei­bung
Haushalts-
Steckdose

Herkömmliche Schuko-Steckdosen können mit dem entsprechenden Kabel als Ladestationen eingesetzt werden. Das Auto lässt sich so über Nacht aufladen. Diese Zeit ist auch einzuplanen, denn der Ladevorgang kann bis zu 13 Stunden in Anspruch nehmen. Auch CEE-Stecker können als Ladestationen eingesetzt werden.

Wandstationen

Für Haushalte werden sogenannte Wandladestationen bzw. Wallboxes angeboten. Diese verkürzen die Ladezeit gegenüber Haushaltssteckdosen. Die verbrauchte Energie wird dabei über den heimischen Stromanbieter abgerechnet.

Typ-2-Stecker

Die EU-Kommission hat Stecker des Typs 2 (EN 62196) als Standard für öffentliche Ladestationen festgelegt. Diese erreichen eine Ladeleistung von 43 kW (400 Volt). Es dauert damit etwa 6 bis 8 Stunden, um einen Akku aufzuladen.

CCS-Ladestationen

CCS-Ladestationen (CCS steht für „Combined Charging System“) bzw. Schnellladestationen arbeiten mit Gleichstrom. Weil dabei höhere Ladeströme möglich sind als bei Wechselstrom, erfolgt das Aufladen bedeutend schneller. Bei VWs e-Golf können so beispielweise 80 % der Akkukapazität in 30 Minuten geladen werden.

Tesla Supercharger

Der US-amerikanische Automobilhersteller Tesla Motors hat mit dem Tesla Supercharger eine eigene Steckervariante entwickelt. Auch sie arbeitet mit Gleichstrom und erreicht schnelle Ladezeiten.


Förde­rung beim Kauf eines Elek­tro­autos

Seit dem 2. Juli 2016 wird der Kauf eines Elektroautos mit dem Umweltbonus gefördert. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Bundesregierung und der Autoindustrie mit dem Ziel, mehr E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen. Im November 2019 wurde das Programm ausgeweitet. Nun beträgt der Umweltbonus max. 6.000 Euro für reine E-Autos und max. 4.500 Euro für Plug-in-Hybride. Nicht jedes Fahrzeug erhält den Bonus, zum Beispiel sind konventionelle Hybridfahrzeuge von der Förderung ausgeschlossen. Um den Umweltbonus zu bekommen, muss sich das Modell auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge befinden.


Elektroautos sind zehn Jahre lang von Kfz-Steuer befreit

Außer über die Kaufprämie werden Elektroautos auch steuerlich gefördert. Reine E-Autos sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Dafür muss die Erstzulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 liegen. Wechselt das E-Auto innerhalb dieser zehn Jahre den Halter, gilt die Steuerbefreiung für den verbleibenden Zeitraum auch für den neuen Halter. Läuft die Befreiung aus, werden E-Autos nach ihrem Gewicht besteuert. Allerdings wird nur die Hälfte des Steuerbetrags erhoben, den man für einen vergleichbaren Verbrenner bezahlen müsste. Hybridfahrzeuge profitieren nicht von der Steuerbefreiung; sie werden wie konventionelle Autos besteuert.
Seit 2019 sind auch Dienstwagen mit E-Motor bzw. Hybridantrieb steuerlich begünstigt; sie werden pauschal mit 0,5 Prozent des Listenpreises versteuert. Bei Verbrennern beträgt die Pauschale 1 Prozent.

Info

Wer sein E-Auto beim Arbeitgeber aufladen darf, profitiert von einer weiteren Steuererleichterung: Seit 2017 muss das Aufladen nicht mehr als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Elek­tro­autos in der Kfz Versi­che­rung

Auch Elektroautos benötigen eine Kfz Haftpflichtversicherung. Diese ist – wie für alle Fahrzeuge – gesetzlich vorgeschrieben. Die Teil- und die Vollkaskoversicherung sind dagegen freiwillige Bestandteile der Autoversicherung. Gesonderte Tarife für E-Autos bieten die Versicherer in der Regel nicht an. Für die Beitragsberechnung werden ähnliche Kriterien wie für Benziner und Dieselfahrzeuge herangezogen. Dazu gehören vor allem der Leistungsumfang der Police und Faktoren wie die Typ- und Regionalklasse. Besonders wichtig ist allerdings die Absicherung des Akkus. Mit einer sogenannten Allgefahrenabdeckung ist Vorsorge getroffen, dass kostspielige Schäden am Akku im Fall eines Brandes oder eines Bedienfehlers ausreichend versichert sind. Auch Schäden an der Ladestation oder dem Ladekabel sind im Versicherungsschutz inbegriffen.

Kosten­ver­gleich: Elek­tro­autos oft über­ra­schend günstig

Früher lag der Kaufpreis eines E-Autos deutlich über dem eines vergleichbaren Modells mit Benzin- oder Dieselantrieb. Aufgrund der geringen Reichweite stand für viele Menschen schnell das Urteil fest: E-Autos sind für mich uninteressant. Doch ist der erste Eindruck tatsächlich richtig? In den vergangenen Jahren sind die Preise für viele E-Modelle gefallen, zudem haben einige Hersteller preisgünstige E-Autos für rund 25.000 Euro auf den Markt gebracht. Berücksichtigt man die Umweltprämie von max. 6.000 Euro, sieht die Bilanz im Großen und Ganzen positiv aus. Gerade kleine E-Autos mit alltagstauglichen Reichweiten sind damit absolut konkurrenzfähig.

Betrachtet man die gesamte Lebensdauer eines E-Autos, wirken sich die niedrigeren Wartungs- und Energiekosten von Elektrofahrzeugen zusätzlich positiv auf die Gesamtbilanz aus. Bei Berücksichtigung aller Kosten – zum Kaufpreis kommen dann noch die Energie- sowie die Betriebs- und Wartungskosten hinzu; auch die steuerlichen Vorteile und der Wertverlust werden berücksichtigt –, belasten Elektroautos das Portemonnaie sogar weniger als gleichwertig ausgestattete Verbrenner. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Vollkosten-Berechnung des ADAC anhand von acht ausgewählten Elektroautos.

Info

Seit 2015 profitieren Elektroautos von einem eigenen Sonderkennzeichen, dem „E-Kennzeichen“. Städte und Gemeinden können E-Autos bestimmte Sondererlaubnisse einräumen. Autos mit dem zusätzlichen „E“ am rechten Rand des Nummernschildes dürfen dann exklusiv bestimmte Parkzonen kostenlos nutzen oder auf ausgewiesenen Busspuren fahren.


Fazit: Elektroautos – Zukunftstechnologie für mehr Klimaschutz

Elektromobilität gilt zu Recht als Zukunftstechnologie. Sie verbindet Fortschritte im Klima- und Umweltschutz mit einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Erdöl. Ein entscheidender Vorteil ist der deutlich höhere Wirkungsgrad des E-Motors im Vergleich zu Verbrennern wie Benzin- und Dieselfahrzeugen. Die elektrische Energie wird fast vollständig in Bewegungsenergie umgewandelt, nur ein geringer Teil geht in Form von Wärme verloren. Während der Fahrt werden außerdem keine klima- und umweltschädlichen Schadstoffe ausgestoßen. In Verbindung mit erneuerbaren Energien sind Elektroautos ein entscheidender Schlüssel für eine klimafreundliche Mobilität.

Wegen dieser Vorteile fördern Staat und Autoindustrie die Verbreitung von Elektroautos mit dem Umweltbonus. Batteriebetriebene E-Autos können eine Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro, Plug-in-Hybride von bis zu 4.500 Euro erhalten. Dadurch lassen sich die teils höheren Kaufpreise von E-Autos im Vergleich zu konventionellen Antrieben ausgleichen. Gleichzeitig bringen die Hersteller auch vermehrt günstige Modelle auf den Markt. In Verbindung mit weiteren Erleichterungen, etwa der zehnjährigen Befreiung von der Kfz-Steuer, rechnen sich E-Autos immer stärker.

Dank der Forschung wird das E-Auto auch im Alltag seine Vorzüge immer öfter ausspielen können. Bislang ist es ein gravierender Nachteil, dass man mit einem E-Auto meist nicht sehr weit kommt. Doch die technische Entwicklung steht gerade erst am Anfang. Schon jetzt führen verbesserte Batterien und kürzere Ladezeiten dazu, dass sich die Reichweite der E-Auto-Batterien kontinuierlich erhöht. Innovative Technologien und der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur sorgen aber nicht nur dafür, dass Elektroautos immer größere Strecken schaffen. Sie machen das E-Auto auch für immer mehr Menschen attraktiver. Das ist wichtig. Denn erst dann ist der Durchbruch zur E-Mobilität geschafft.

Vorteile
Nach­teile
  • Effiziente Technologie (Wirkungsgrad von über 90 %)
  • Durch hohen Anschaffungspreis in der Regel ohne Umweltbonus nicht rentabel
  • Kein Schadstoffausstoß während der Fahrt
  • Gegenüber Verbrennungsmotoren geringe Reichweite
  • Keine bzw. niedrige Kfz-Steuer
  • Netz an öffentlichen Ladestationen im ländlichen Raum noch sehr grobmaschig
  • Bis zu 6.000 Euro Umweltzuschuss
  • Umweltbilanz von der Art der Stromerzeugung abhängig
  • Technische Entwicklung führt laufend zu Verbesserungen
  • Vergleichsweise lange Aufladezeit
Info

Neben dem Elektroantrieb wird auch das selbstfahrende Auto unser Verständnis von Mobilität grundlegend ändern. Welche Rolle diese Technologie in Zukunft spielen könnte, erfahren Sie in unserem Ratgeber: "Autonomes Fahren"



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