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Rote Kennzeichen

Rotes Kennzeichen – nur für Gewerbe und Oldtimer-Fahrer

Die Kfz-Kennzeichen mit roter Prägung auf weißem Hintergrund werden an Kfz-Händler, Prüfstellen und Werkstätten vergeben. Der Vorteil: Mit diesen Kennzeichen können auch Fahrzeuge ohne Zulassung im Straßenverkehr gefahren werden. Allerdings knüpfen die Behörden die Zulassung und Nutzung an besondere Bedingungen. Als Privatperson dürfen Sie das rote Kennzeichen nicht nutzen – es sei denn, Sie fahren einen Oldtimer, der bestimmte Auflagen erfüllt. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte zu den roten Nummernschildern.

Diese Begriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
Kfz-ZulassungGrundsätzlich benötigt jedes Auto eine amtliche Zulassung, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Eine Voraussetzung für die Zulassung ist eine gültige Hauptuntersuchung (TÜV).
ZulassungsbehördeHier werden die verschiedenen Zulassungsvorgänge bearbeitet.
Kfz-HaftpflichtversicherungDie Haftpflichtversicherung deckt Schadenersatzforderungen Dritter ab. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung, ohne die ein Fahrzeug nicht zugelassen wird.

Das rote Kennzeichen für Händler, Werkstätten und Prüfstellen

Zulassungsbehörden gewähren das rote Kennzeichen nur Kfz-Händlern, -Werkstätten und -Herstellern, weswegen sie auch Händlerkennzeichen genannt werden. Mit roten Kennzeichen dürfen Händler und Einrichtungen nicht zugelassene Fahrzeuge für Probe-, Prüfungs- oder Überführungsfahrten einsetzen. Ein rotes Kennzeichen kann für mehrere Fahrzeuge verwendet werden.

Weitere Begriffe für rote Kennzeichen:

  • Händlerkennzeichen
  • Dauerkennzeichen
  • Kennzeichen zur wiederkehrenden Verwendung

Voraussetzungen für ein rotes Kennzeichen

Das Ausstellungsverfahren für rote Kennzeichen ist streng reglementiert, für die Erteilung müssen besondere Voraussetzungen erfüllt sein. Nur eingetragene Gewerbe können einen entsprechenden Antrag stellen und der Antragsteller wird genau überprüft: Die Zulassungsstellen verlangen vom Antragsteller u. a. die Vorlage eines Führungszeugnisses sowie einen Auszug aus dem Verkehrszentralregister.

Insgesamt sind diese Unterlagen erforderlich:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug
  • Nachweis der Zuverlässigkeit des Antragstellers, zu belegen in der Regel durch:
    - Auskunft aus dem Bundeszentralregister (Führungszeugnis)
    - Auskunft aus dem Gewerbezentralregister
    - Auskunft aus dem Verkehrszentralregister beim Kraftfahrt-Bundesamt
  • Einzugsermächtigung für den Kraftfahrzeugsteuereinzug
  • Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung
Hinweis

Bei der Ausstellung eines roten Kennzeichens sollten keine Zahlungsrückstände bei der Zulassungsbehörde bestehen.


Aussehen der Kennzeichen und Nutzungsbedingungen

Auf den Kennzeichen sind ein Unterscheidungszeichen und eine Erkennungsnummer aufgeprägt. Das Unterscheidungszeichen ist abhängig vom Sitz der Zulassungsstelle (z.B. M für München) und setzt sich aus bis zu drei Buchstaben zusammen. Anders als bei herkömmlichen Kfz-Kennzeichen besteht die Erkennungsnummer bei roten Kennzeichen nur aus Ziffern. Die Buchstaben in der Mitte entfallen. Oft beginnt die Erkennungsnummer mit „06“. Diese Anfangsziffernfolge wird an Gewerbetreibende vergeben.

Die Ziffern „05“ werden an anerkannte Prüf- und Überwachungsorganisationen vergeben. Bei Fahrten mit einem roten Kennzeichen muss ein besonderes Fahrzeugscheinheft mitgeführt werden, das die zuständige Zulassungsbehörde ausstellt. Hier sind sowohl Informationen zu den Fahrzeugen, die mit dem Kennzeichen genutzt werden, als auch zu den jeweiligen Fahrten einzutragen.

Die Nutzungsbedingungen regelt § 16 der Fahrzeugzulassungsverordnung. Zu den geforderten Angaben gehören u. a.:

  • Datum sowie Beginn und Ende der Fahrt
  • Hersteller (Fahrzeugtyp)
  • Fahrgestell-Nummer
  • Fahrzeugführer und Insassen
  • Fahrtstrecke (Zweck der Fahrt)
Rote Kennzeichen

Das rote Kennzeichen für Oldtimer

Rote Kennzeichen für Oldtimer können sowohl für Händler als auch für Privatpersonen ausgestellt werden. Sie berechtigen die Fahrzeugbesitzer, an Oldtimer-Veranstaltungen teilzunehmen und die dazugehörigen An- und Abreisewege zu fahren. Außerdem können Sie damit Probe- und Testfahrten machen.

Ein solches Kennzeichen berechtigt allerdings nicht zum Alltagsgebrauch eines Oldtimers. Wer mit seinem Klassiker private Fahrten unternehmen möchte, benötigt ein H-Kennzeichen. Rote Oldtimer-Kennzeichen lohnen sich vor allem dann, wenn Sie mehrere Fahrzeuge besitzen, da Sie ein Kennzeichen für mehrere Fahrzeuge verwenden können. Allerdings muss jeder Oldtimer bei der Zulassungsstelle angemeldet sein.

Voraussetzungen für ein rotes Kennzeichen für Oldtimer

Als Oldtimer gelten in Deutschland Fahrzeuge, deren Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt. Außerdem definiert § 2 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung nur solche Fahrzeuge als Oldtimer, die der „Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“ dienen. Damit geht einher, dass sich ein Oldtimer in einem guten und originalgetreuen Zustand befinden muss.

Dem Fahrzeug wird von einem Sachverständigen bescheinigt, dass es diese Voraussetzungen erfüllt. Die Sachverständigen prüfen das Datum der Erstzulassung und achten darauf, dass der Wagen möglichst im Originalzustand ist. Das setzt beispielsweise voraus, dass bei wichtigen Fahrzeugelementen nur Originalersatzteile verbaut sind. Im Übrigen können Sie sich bei anerkannten Stellen Hinweise zur Instandhaltung holen. Anerkannte Prüforganisationen können außerdem den Wert eines Wagens verlässlich ermitteln.

Die Voraussetzung für die Anerkennung eines Wagens als Oldtimer gemäß § 2 der Fahrzeugzulassungsverordnung in der Übersicht:

  • Erstzulassung liegt mindestens 30 Jahre zurück
  • Fahrzeug ist weitgehend im Originalzustand
  • Fahrzeug befindet sich in einem guten Erhaltungszustand
  • Fahrzeug dient der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes
Diese Unterlagen müssen Sie für die Ausstellung eines roten Kennzeichens für Oldtimer vorlegen:
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Bestätigung des Oldtimer-Zustands durch ein Gutachten eines anerkannten Sachverständigen
  • Vorlage der originalen Fahrzeugpapiere
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes
  • Vorlage der originalen Fahrzeugpapiere
  • Einzugsermächtigung für den Kraftfahrzeugsteuereinzug
  • Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung (eVB-Nummer)
  • Nachweis der Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen zur Förderung des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts
Tipp

Wenn der Gang zur Zulassungsbehörde nicht in Ihre Terminplanung passt, können Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Vollmacht ausstellen. Diese ist dann berechtigt, in Ihrem Namen die Zulassung vor Ort vorzunehmen. Zusätzlich zur schriftlichen Vollmacht benötigt der Bevollmächtigte einen Ausweis oder eine Ausweiskopie des Vollmachtgebers.

Wie Sie eine gültige Vollmacht ausstellen erfahren Sie im Ratgeber Die Vollmacht zur Kfz-Zulassung.


Das Kennzeichen und die Nutzungsbedingungen

Ein rotes Oldtimer-Kennzeichen ist ähnlich aufgebaut wie das Händlerkennzeichen. Allerdings beginnt es mit der Erkennungsnummer „07“. Auch das rote Kennzeichen für Oldtimer ist ein Wechselkennzeichen, das Sie für mehrere Fahrzeuge verwenden können.

Wer ein neues Fahrzeug für ein rotes Kennzeichen eintragen oder ein angemeldetes Fahrzeug verkaufen möchte, muss dies bei der Zulassungsbehörde melden. Nach der Eingangsprüfung müssen die Oldtimer keine Hauptuntersuchungen mehr absolvieren. Es ist nicht erlaubt, ein rotes Kennzeichen auszuleihen. Das gilt sowohl für Händler- als auch für Oldtimer-Kennzeichen.

Hinweis

Bei Oldtimer-Veranstaltungen im Ausland sollten Sie sich im Vorfeld informieren, welche Zulassungsregeln im Zielland gelten und ob die Einreise mit einem roten Kennzeichen problemlos möglich ist.

Weitere Informationen zur Oldtimer-Versicherung finden Sie in unserem Ratgeber Oldtimer-Versicherung: Der richtige Schutz für Ihren Oldtimer.


Das Kurzzeitkennzeichen mit neuen Regeln seit dem 1. April 2015

Bis zum 1. Mai 1998 gaben die Zulassungsstellen für Überführungs-, Probe und Prüfungsfahrten ebenfalls rote Kennzeichen aus. Sie wurden durch die sogenannten Kurzzeitkennzeichen ersetzt, deren Gültigkeit maximal 5 Tage beträgt. Die Kurzzeitkennzeichen können auch von Zulassungsstellen ausgestellt werden, die nicht für den Wohnort des Fahrzeughalters zuständig sind. Dies kann besonders den Aufwand beim Autokauf verringern.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber Kurzzeitkennzeichen: Das Nummernschild für Probefahrten und Überführungen.


Fazit: Kein Kennzeichen für den Alltagsgebrauch

Das rote Kennzeichen für Händler ist nur in Ausnahmefällen einsetzbar. Es berechtigt Händler, Werkstätten und Prüfstellen zu Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten mit Autos ohne Zulassung. Dabei sind die Kennzeichen nicht an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden. Die Benutzung ist streng reglementiert und Inhaber sind verpflichtet, alle Fahrten in ein spezielles Fahrzeugscheinheft einzutragen.

Auch für die Nutzung roter Kennzeichen an Oldtimern gelten strenge gesetzliche Vorgaben Die Nutzung ist nur für Oldtimer-Veranstaltungen sowie Probe- und Überführungsfahrten erlaubt. Es handelt sich auch beim roten Oldtimer-Kennzeichen um ein Wechselkennzeichen. Allerdings muss jedes Auto, das mit dem roten Oldtimer-Kennzeichen gefahren wird, bei der zuständigen Zulassungsbehörde eingetragen werden.

Vor der Ausstellung des Kennzeichens überprüfen die Behörden die jeweiligen Einrichtungen und Halter. Anhand von Unterlagen wie dem polizeilichen Führungszeugnis und dem Auszug aus dem Zentralregister entscheiden die Behörden, ob der Antragsteller vertrauenswürdig ist. Händler müssen außerdem eine Gewerbeanmeldung oder einen Handelsregisterauszug vorlegen. Für Oldtimer-Wechselkennzeichen ist außerdem entscheidend, dass das Fahrzeug offiziell als Oldtimer anerkannt ist.



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