Alternative Antriebe - Staatliche Förderung

Die Förderung von Elektroautos:

Lohnt sich jetzt Elektromobilität?

Geld vom Staat beim Kauf eines Neuwagens? Das kannte man bisher nur von der 2009 ausgezahlten „Ab­wrack­prämie“. Seit Juli 2016 können Autofahrer wieder einen Zuschuss beim Kauf eines Neuwagens beantragen: den Umweltbonus. Dieser steht allerdings nur für die Förderung von Elektroautos zur Verfügung. Die Bundesregierung möchte damit Anschubhilfe für die Verbreitung der Elektromobilität im Straßenverkehr leisten. Ob die alternative Antriebsform durch den Umweltbonus für Autofahrer rentabel wird – unser Artikel erklärt die Zusammenhänge.

Diese Fachbegriffe tauchen im Text auf
Begriff
Erklärung
ListenpreisDas für den Umweltbonus zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezeichnet als Listenpreis den Netto-Listenpreis des Basismodells. Sonderausstattungen und Extras des Fahrzeugs werden nicht berücksichtigt.
Plug-in-Hybrid (PHEV)Diese Hybridfahrzeuge sind sowohl mit einem konventionellen Kraftstofftank als auch mit einer wiederaufladbaren Batterie ausgestattet. Die Bezeichnung „Plug-in“ weist darauf hin, dass der Akku von außen – beispielsweise an einer Ladestation – aufgeladen werden kann. Die Abkürzung PHEV steht für „Plug-in Hybrid Electric Vehicle“.
Brennstoffzellenfahrzeug (FCEV)Die Fahrzeuge gewinnen mittels einer Brennstoffzelle elektrische Antriebsenergie aus Wasserstoff.

So fördert der Staat den Kauf von Elektroautos

Seit Juli 2016 können Käufer eines Elektroautos einen staatlichen Zuschuss beantragen. Dieser wird von der Bundesregierung als Umweltbonus bezeichnet. Was ein förderfähiges Elektrofahrzeug ist, wird in § 2 des Elektromobilitätsgesetzes definiert.
Dazu gehören:

  • Reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV)
  • Hybrid-Elektrofahrzeuge, die von außen aufladbar sind (Plug-in-Hybrid (PHEV))
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV)

Neben Privatpersonen dürfen Unternehmen, Vereine, Stiftungen und Körperschaften Anträge stellen. Auch das Leasing neuer Elektroautos wird bezuschusst. Dabei muss das Auto 6 Monate auf den oder die Halter zugelassen bleiben. Nicht der gesamte Betrag wird vom Staat gezahlt. Bund und Autohersteller beteiligen sich jeweils zu 50 Prozent an der Fördersumme. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Art des gekauften Elektroautos ab:

Förderbetrag
Fahrzeugtyp
4.000 EuroReine Batterie-Elektrofahrzeuge
3.000 EuroHybrid-Elektrofahrzeuge (Plug-in-Hybriden)
4.000 EuroBrennstoffzellenfahrzeuge

Die unterschiedlichen Förderbeträge begründet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit dem CO2-Ausstoß der verschiedenen Fahrzeugarten. Für reine Brennstoffzellenfahrzeuge und reine Elektroautos gibt es die volle Förderung, weil diese während der Fahrt kein CO2 emittieren, Hybridfahrzeuge dagegen schon. In unserem Ratgeber zu Elektroautos finden Sie umfassende Informationen zur Reichweite, Leistung und zu den Kosten der Fahrzeuge.

Tipp

Wer ein Elektroauto nach dem 18. Mai 2016 gekauft hat, kann auch rückwirkend einen Antrag auf einen Umweltbonus stellen.

Förderung wird nicht dauerhaft angeboten

Das Volumen des gesamten Förderprogramms beläuft sich auf 1,2 Milliarden Euro. Mit diesem Betrag können etwa 400.000 Autos bezuschusst werden. Es ist nicht geplant, die Mittel aufzustocken oder ein neues Förderprogramm aufzulegen, nachdem die Mittel ausgeschöpft sein werden. Darüber hinaus hat der Staat den Umweltbonus zeitlich befristet. Die Ausschüttung endet am 30. Juni 2019, auch wenn bis dahin nicht die gesamte Fördersumme ausgezahlt wurde.

Info

Reine Elektrofahrfahrzeuge werden bisweilen mit der Abkürzung BEV bezeichnet. Sie steht für „Battery Electric Vehicle“.


Der Staat fördert nicht jedes Elektroauto

Es gibt klare Kriterien, welche Elektroautos förderfähig sind und welche nicht. Grundsätzlich gilt, dass der Umweltbonus nur beim Kauf von Neuwagen vergeben wird, Gebrauchtwagen sind von der Förderung ausgeschlossen. Der Listenpreis darf außerdem nicht über 60.000 Euro liegen. Wer sichergehen will, dass er einen förderungsfähigen „Stromer“ kauft, kann auf dieser Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nachsehen. Beispiele für förderungsfähige Fahrzeuge:

  • Audi A3 (PHEV)
  • BMW i3 (BEV)
  • BMW 225xe (PHEV)
  • Citroën C-Zero (BEV)
  • Ford Focus (BEV)
  • Hyundai ix35 (FCEV)
  • Mercedes Benz C 350e T-Modell (PHEV)
  • Nissan Leaf (BEV)
  • Peugeot i-On (BEV)
  • Renault Kangoo (BEV)
  • Tesla Model S Base (BEV)
  • Toyota Prius (PHEV)
  • Volkswagen e-Golf (BEV)
  • Volkswagen Golf GTE (PHEV)

Warum gewährt der Staat überhaupt einen Zuschuss für Elektroautos?

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, dass 2020 eine Million Pkw mit Elektroantrieb auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen. Das soll dazu beitragen, den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu verringern. Im Gegensatz zu konventionellen Verbrennungsmotoren setzen Elektroautos keine gesundheits- und umweltschädlichen Gase und Partikel frei. Zudem ist ein Elektromotor mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent weitaus effizienter als Verbrennungs­motoren. Bei Letzteren werden nur etwa 40 Prozent der eingesetzten Energie tatsächlich genutzt. Wirklich „grün“ sind Elektroautos allerdings nur dann, wenn auch der Strom, mit dem die Batterie aufgeladen wird, aus regenerativen Quellen stammt.


So werden Anträge zur Förderung von Elektroautos gestellt

Einen Antrag können Sie online auf der Website des BAFA stellen. Der Postweg ist ausgeschlossen. Das Verfahren gliedert sich in zwei Schritte: Im ersten Schritt wird der Antrag gestellt. Hier werden alle relevanten Daten erfragt, und auch den Kauf- bzw. Leasingvertrag müssen Sie über die Online-Plattform hochladen. Darin muss ersichtlich sein, dass der Anteil des Autobauers am Umweltbonus im Kaufpreis enthalten ist. Dieser muss mit dem Kauf- bzw. Leasingpreis verrechnet werden.

Tipp

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Wenn der Antrag den Kriterien entspricht, stellt das Amt den Zuwendungsbescheid aus. Dieser ist aber noch nicht gleichbedeutend mit der Auszahlung des staatlichen Anteils am Umweltbonus. Zuvor muss der zweite Schritt des Verfahrens abgeschlossen sein: der Verwendungsnachweis. Bei diesem muss der Käufer die Rechnung und die Zulassungsbescheinigungen Teil I und II über das Online-Portal hochladen. Dies muss spätestens 9 Monate nach Ausstellung des Zulassungsbescheids erfolgen.

Hinweis

Nicht gefördert werden Hybridautos, die sich nicht von außen an einer Station aufladen lassen. Bei diesen Fahrzeugen wird der Akku nur während der Fahrt (beispielsweise durch das Rekuperationsverfahren) aufgeladen.


Die Förderung von Elektrofahrzeugen wird nach dem Kauf fortgesetzt

Neben dem Umweltbonus versucht der Staat, Autofahrer auch durch Steuervorteile vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen. „Stromer“, die vor dem 1. Januar 2016 Januar zugelassen wurden, sind für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Wenn die Zulassung nach diesem Stichtag erfolgt ist oder erfolgt, währt die Befreiung immerhin noch 5 Jahre. Bei einem Halterwechsel geht die Steuerbefreiung für die verbliebene Zeit auf den neuen Halter über.

Und auch wenn die Befreiung ausgelaufen ist, zahlt der Halter eines Elektroautos nur 50 Prozent des Steuersatzes. Anders als bei Pkw mit konventionellem Antrieb wird dieser nach dem Zulassungsgewicht des Autos und nicht nach CO2-Ausstoß und Hubraum berechnet. Halter von hybriden Elektroautos müssen dagegen die Steuer in voller Höhe zahlen.Neben dem Umweltbonus versucht der Staat, Autofahrer auch durch Steuervorteile vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen. „Stromer“, die vor dem 1. Januar 2016 Januar zugelassen wurden, sind für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Wenn die Zulassung nach diesem Stichtag erfolgt ist oder erfolgt, währt die Befreiung immerhin noch 5 Jahre. Bei einem Halterwechsel geht die Steuerbefreiung für die verbliebene Zeit auf den neuen Halter über.

Gesamtgewicht (in kg)
Steuersatz je angefangene 200 kg Gesamtgewicht (in €)

bis 2.000

11,25

2.000 – 3.000

12,02

3.000 – 3.500

12,78

Lohnt sich ein Elektroauto mit Förderung?

Pauschale Aussagen darüber, ob sich Elektroautos lohnen oder nicht, sind nicht zu treffen. Tendenziell gilt aber auch mit Umweltbonus, dass nur wenige Elektrofahrzeuge für den Käufer rentabel sind. Denn vergleichbare Fahrzeugmodelle mit Benzin- oder Dieseltank sind häufig deutlich günstiger als „Stromer“. Die Mehrkosten beim Kauf werden durch den Umweltbonus, die geringere Steuerlast und niedrigere Verbrauchskosten nur in relativ wenigen Fällen ausgeglichen. Hinzu kommt, dass „Stromer“ für Vielfahrer wegen ihrer geringen Reichweite in der Regel keine echte Alternative sind. Diese liegt meist zwischen 100 und 200 Kilometern mit einer Batterieladung.

Der ADAC hat einen Vergleichstest über 4 Jahre und eine Gesamtlaufleistung von 60.000 Kilometern angestellt. Darin war der Umweltbonus bereits berücksichtig. Nur 2 von 12 E-Autos waren dabei günstiger als die jeweils vergleichbaren Benzin- und Dieselvarianten: der Kia Soul EV und der Mercedes B250 e.


Werden andere alternative Kraftstoffe gefördert?

Neben Elektroautos profitieren Fahrzeuge mit Erdgas Antrieb(CNG) von Zuschüssen. Regionale Energieversorger unterstützen sowohl den Kauf als auch die Umrüstung der Fahrzeuge. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt vom Einzelfall ab; bis zu 1.000 Euro sind durchaus möglich. Auch die Modalitäten der Förderung unterscheiden sich voneinander. Während einige den Kauf- bzw. die Umrüstungskosten bezuschussen, stellen andere Tankgutscheine aus. Auch der Staat stellt Erdgasfahrer besser. Dies macht sich an der Zapfsäule bemerkbar. Denn die Energiesteuer auf Erdgas als Kraftstoff ist ermäßigt. Gleiches gilt für Flüssiggas. Das wird auch mindestens bis zum 31. Dezember 2018 so bleiben. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht ganz klar (Stand: August 2016). Möglicherweise werden die steuerlichen Nachlässe danach stufenweise zurückgenommen.


Fazit: Das Wichtigste zur Förderung von Elektromobilität im Überblick

Mit dem Umweltbonus möchte der Staat Elektroautos zum Durchbruch verhelfen. „Stromer“ sollen dazu beitragen, die Emissionen an klimaschädlichem CO2 zu verringern. Für Autofahrer lohnt sich der Kauf eines Elektrofahrzeugs trotz der Förderung nur in wenigen Fällen.

Die wichtigsten Fakten zur Förderung

  • 4.000 Euro Umweltbonus beim Kauf eines reinen Elektroautos oder Brennstoffzellenautos.
  • 3.000 Euro Umweltbonus beim Kauf eines Plug-in-Hybriden.
  • Mit dem Gesamtförderbetrag lassen sich etwa 400.000 Fahrzeuge fördern.
  • Unabhängig von der beantragten Summe endet die Förderung durch den Umweltbonus am 30. Juni 2019.

Voraussetzungen für den Käufer

  • Privatpersonen, Unternehmen, Vereine, Stiftungen und Körperschaften sind berechtigt, einen Antrag zu stellen.
  • Es wird nur der Erwerb (Kauf und Leasing) von Neuwagen bezuschusst.
  • Die Kfz-Zulassung muss in Deutschland auf den Antragssteller erfolgen.
  • Der „Stromer“ muss mindestens 6 Monate auf den Halter zugelassen bleiben.

Voraussetzung für das Fahrzeug

  • Gefördert werden reine Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge und Plug-in-Hybriden.
  • Der Netto-Listenpreis des „Stromers“ darf nicht über 60.000 Euro liegen.
  • Nur Fahrzeuge, die ab dem 18. Mai 2016 erstmals zugelassen wurden, werden gefördert.

Antragsstellung und Ausschüttung des Umweltbonus‘

  • Der Umweltbonus wird zu je 50 Prozent vom Bund und den Autobauern ausgezahlt.
  • Das 2-stufige Antragsverfahren erfolgt online über das Portal des BAFA.
  • Der staatliche Teil der Förderung wird nach Vorweisen des Verwendungsnachweises (Stufe 2) ausgezahlt.
  • Die Autobauer verrechnen ihren Anteil des Umweltbonus‘ mit dem Kauf- bzw. Leasingpreis.


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