Erwerbsminderungsrente

Diese Krankheiten erfüllen die Voraussetzungen

Erwerbsminderungsrente: Voraussetzungen & Krankheiten

Wusstest Du, dass Dein Lebenseinkommen Dein wichtigster Besitz ist? Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind erwerbsunfähig, jeder Vierte sogar berufsunfähig. Das bedeutet, sie können ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen. Wer aufgrund eines Unfalls oder Krankheiten nicht mehr arbeiten kann und noch zu jung für die Altersrente ist, kann eine Rente wegen Krankheit beantragen. Für die Erwerbsminderungsrente gibt es mehrere Voraussetzungen: zum einen medizinische Gründe wie Krankheiten oder Unfälle, zum anderen versicherungsrechtliche Voraussetzungen wie die Regelaltersgrenze oder die Wartezeit.

In unserem Ratgeber erhältst Du einen Überblick über die medizinischen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente. Du erfährst, mit welchen Krankheiten Du eine vorzeitige Rente wegen Erwerbsminderung beantragen kannst und was Du tun kannst, wenn Dein Antrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt wird.

Das Wichtigste zu den Voraussetzungen der Erwerbsminderungsrente im Überblick:

  • Einen Rentenantrag auf Erwerbsminderungsrente kannst Du stellen, wenn Du wegen Krankheit dauerhaft nicht arbeiten kannst. Auch bei Betroffenen, die an mehreren Krankheiten leiden, kann eine Erwerbsminderungsrente bewilligt werden.
  • Voraussetzung für die Erwerbsminderungsrente ist, dass Du aus gesundheitlichen Gründen – Krankheit oder Behinderung – weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst. Wer mehr als sechs Stunden am Tag arbeiten kann, erhält keine Erwerbsminderungsrente.
  • Anspruch auf die volle Rente wegen Erwerbsminderung hat nur, wer nicht mehr erwerbsfähig ist. Wer lediglich berufsunfähig ist, muss auch eine Beschäftigung annehmen, die nicht seinem gelernten Beruf entspricht.
  • Wer weniger als sechs Stunden am Tag, aber mehr als drei Stunden am Tag trotz Krankheit arbeiten kann, erfüllt die Voraussetzung für die Teilzeitrente und erhält die teilweise Rente wegen Erwerbsminderung.

Du siehst also: Selbst, wenn Du eine Krankheit hast, welche die Voraussetzungen zur Erwerbsminderungsrente theoretisch erfüllt, ist es nicht sicher, dass Du sie auch erhältst. Anders verhält es sich bei der Berufsunfähigkeit: Die BU wird häufig bereits dann festgestellt, wenn Arbeitnehmer ihren zuletzt ausgeübten Beruf nur noch zu 50 Prozent ausüben können. Die Leistungen sind in der Regel höher und flexibler als bei der Erwerbsminderungsrente. Komm mit uns auf die sichere Seite – Produktinformationen zu der BU von CosmosDirekt findest Du auf der Produktseite:

Produktinformationen

Im Jahr 2020 waren die meisten Krankheiten, welche die Voraussetzung zur Erwerbsminderungsrente erfüllt haben, psychischer und neurologischer Natur. Ebenfalls häufig führten Krebs und bösartige Geschwüre (Neubildungen) zur verminderten Erwerbsfähigkeit. Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krankheiten des Herzens bzw. des Gefäßsystems gehören ebenso zu den Ursachen der Erwerbsminderung wie Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen. Wir geben Dir einen Überblick über die häufigsten Gründe der Erwerbsminderungsrente.


Bei welchen Krankheiten bekommt man die Erwerbsminderungsrente?

Eine genaue Einschätzung der medizinischen Situation von Antragsstellern überlässt die Rentenversicherung ärztlichen Gutachtern. Bist Du von einer Erkrankung betroffen, kannst Du davon ausgehen, dass Dein Gesundheitszustand zunächst von den zuständigen Ärzten beurteilt wird. Für den Antrag bei der Rentenversicherung müssen verschiedene Formulare ausgefüllt werden, welche die persönliche Gesundheitssituation schildern.

Im Jahr 2020 waren die meisten Krankheiten, welche die Voraussetzung zur Erwerbsminderungsrente erfüllt haben, psychischer und neurologischer Natur. Ebenfalls häufig führten Krebs und bösartige Geschwüre (Neubildungen) zur verminderten Erwerbsfähigkeit. Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krankheiten des Herzens bzw. des Gefäßsystems gehören ebenso zu den Ursachen der Erwerbsminderung wie Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen. Wir geben Dir einen Überblick über die häufigsten Gründe der Erwerbsminderungsrente.

Depressionen und andere psychische Erkrankungen

Depressionen und psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen für die Beantragung einer vorzeitigen Rente wegen Krankheit. Aber welche Voraussetzungen müssen hier erfüllt sein, damit ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Denn eine Depression ist z. B. eine klar definierte psychische Krankheit, ihre Symptome aber sehr unterschiedlich und vielfältig. Gemeinsam haben die meisten Ausprägungen einen andauernden niedergeschlagenen Gemütszustand, der auch die Motivationsfähigkeit beeinflusst. Aber auch körperliche Symptome gehen mit Depressionen einher: Betroffene klagen über Appetitstörungen, Schlafprobleme und Schmerzen. Wegen dieser immensen persönlichen Belastung sind diese Menschen nicht mehr in der Lage zu arbeiten und werden damit erwerbsunfähig.

Krebserkrankungen

Neben den psychischen Krankheiten sind Krebserkrankungen die häufigste Ursache für die Erwerbsunfähigkeit. Wer an Krebs oder anderen bösartigen Geschwüren leidet, muss meist eine lange Therapie und Medikamenteneinnahme über sich ergehen lassen. Diese andauernde Belastung vermindert die Leistungsfähigkeit des Körpers, zieht aber auch die Psyche der Betroffenen in Mitleidenschaft.

Nichtsdestotrotz sollte die Anerkennung der Erwerbsminderung bei krebskranken Patienten mit behandelbaren Tumoren nicht unbedingt im Vordergrund stehen, denn gerade die gewohnte Arbeit kann eine Alltagsstruktur erhalten und somit eine Hilfe für die Erkrankten sein.

Eingeschränkter Bewegungsapparat

Erkrankungen am Bewegungsapparat erfüllen meist ebenfalls die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente. Eine typische Einschränkung des Bewegungsapparates sind Rückenprobleme, besonders Bandscheibenvorfälle. Auch Osteoporose, Arthrose und Arthritis gehören zu den Krankheiten, welche die Voraussetzungen zur Erwerbsminderungsrente erfüllen können.

Allerdings werden diese Erkrankungen nicht generell für die Erwerbsminderungsrente anerkannt. Gemäß dem Leitsatz „Reha vor der Rente“ ordnet die Rentenversicherung erst einmal Reha-Maßnahmen an, die Betroffene in Wohnortnähe durchführen lassen können. Bringt die berufliche Rehabilitation nicht das gewünschte Ergebnis, bewilligt die Rentenversicherung im Anschluss die Frührente wegen Krankheit doch.

Erwerbsminderungsrente für schwerbehinderte Menschen

Nicht nur Menschen, die an Krankheiten leiden, erfüllen die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente. Auch (ältere) Menschen mit einer Behinderung haben Anspruch auf die vorzeitige Rente wegen Krankheit. Schwerbehinderte ab einem Behinderungsgrad von 50 Prozent gelten als voll erwerbsunfähig. Nachweisbar ist die Erwerbsminderung über den Behindertenausweis.
Für dauerhaft behinderte Menschen gilt eine Sonderregel: Da sie nicht am regulären Arbeitsmarkt teilnehmen können, haben sie oft noch gar keine Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt. Dennoch erhalten sie eine Rente wegen Erwerbsminderung – und zwar nach einer Wartezeit von 20 Jahren.


Wie lange muss man krank sein, um die Erwerbsminderungsrente zu bekommen?

Eine Erwerbsminderungsrente erhält man grundsätzlich erst mit Beginn des siebten Monats nach Eintritt der Erwerbsminderung. Bis zu diesem Zeitpunkt erhalten Arbeitnehmer Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse. Weil die Bearbeitung des Antrags auf Erwerbsminderungsrente aber etwas Zeit beansprucht, empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung, die Leistung innerhalb von drei Monaten nach Aufkommen der Krankheit zu beantragen, wenn alle sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat, wer wegen einer physischen oder psychischen Krankheit weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten kann. Außerdem muss der Erwerbsunfähige die versicherungsrechtlichen Grundlagen erfüllen. Das bedeutet, er muss mindestens fünf Jahre lang in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen sein und währenddessen mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge entrichtet haben. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird der Betroffene keine Erwerbsminderungsrente erhalten.

Zurechnungszeit hat Einfluss auf die Höhe der Rentenzahlung

Durch die frühe Erwerbsminderung fehlen Betroffenen oft viele Jahre bis zum Beginn der regulären Altersrente und damit auch viele Beträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Dafür erhalten sie für diesen Zeitraum einen Ausgleich in Form einer sogenannten Zurechnungszeit. Hier wird rechnerisch so vorgegangen, als hätte der Erwerbsgeminderte weitergearbeitet und Pflichtbeiträge gezahlt. Alle, die ab dem Jahr 2018 eine Erwerbsminderungsrente beantragten, profitieren von einer höheren Zurechnungszeit auf 62 Jahre und drei Monate – davor galt sie nur bis zum 62. Geburtstag.


Frührente wegen Krankheit: Gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Durchschnittlich werden etwas mehr Frauen als Männer erwerbsunfähig4. Die Ursachen für die Erwerbsminderung sind bei Männern und Frauen aber deutlich unterschiedlich. Das zeigen die Zahlen des Rehaberichts aus dem Jahr 2019 der Deutschen Rentenversicherung: Eine stationäre medizinische Reha haben Frauen wie Männer zu mehr als einem Drittel wegen Krankheiten der Muskeln, des Skeletts oder des Bindegewebes erhalten. Auf Platz zwei liegt bei Frauen die medizinische Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen (22 Prozent), direkt gefolgt von der Rehabilitation bei Neubildungen (20 Prozent). Bei Männern hingegen ist der Anteil psychischer Erkrankungen mit 13 Prozent nach wie vor nachweisbar geringer als bei Frauen. Trotzdem liegt die medizinische Reha bei psychischen Krankheiten bei Männern nach der Reha bei Neubildungen (16 Prozent) mittlerweile zusammen mit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an dritter Stelle. Behandlungen von Sucht sind bei Männern mehr als doppelt so häufig wie bei Frauen5.


Warum ist es so schwer, Erwerbsminderungsrente zu bekommen?

Etwa jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente in Deutschland wird abgelehnt6. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, z. B. wenn Lücken bei der Wartezeit festgestellt werden, gesundheitliche Gründe oder fehlende Mitwirkung bei der Antragsbearbeitung.

Der häufigste Grund für einen abgelehnten Antrag auf Erwerbsminderungsrente ist das Nichterfüllen der gesundheitlichen Voraussetzungen. Denn auch wenn Du offensichtlich krank bist, liegt die Beurteilung der gesundheitlichen Verfassung bei Deinen Ärzten. Und zwar nicht nur bei Deinen eigenen, sondern auch bei einem Amtsarzt. Sein Gutachten entscheidet am Ende darüber, ob die Rente ausgezahlt wird oder nicht. Ist der Amtsarzt der Meinung, dass Du noch mehr als drei Stunden am Tag einer Arbeit unabhängig von Deinem Beruf nachgehen kannst, besteht kein Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente, weil die gesundheitlichen Voraussetzungen in diesem Fall nicht erfüllt sind.

Was mache ich, wenn mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt wird?

Gerade bei Betroffenen, die an Depressionen leiden, ist eine Ablehnung des Antrags nicht selten. Falls Du einen Rentenantrag wegen Krankheit gestellt hast und dieser laut Bescheid nicht die Voraussetzungen zur Erwerbsminderungsrente erfüllt, kannst Du Widerspruch einlegen. Du hast sogar die Möglichkeit, gebührenfrei vor dem Sozialgericht klagen. Unterstützung erhältst Du dabei z. B. von Sozialverbänden oder Sozialrechtfachanwälten. Außerdem ist es sinnvoll, die Erwerbsminderungsrente im Vorfeld gemeinsam mit einem Rentenberater zu beantragen.


Deiner Zukunft zuliebe: Geh auf Nummer sicher.

Ob Du im Zweifelsfall eine Erwerbsminderungsrente erhältst, kannst Du heute nicht vorhersagen. Du kannst aber trotzdem aktiv werden und Dich vor einer Berufsunfähigkeit absichern!

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