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Was ist eine Haftpflichtversicherung?

Was ist ein Haftpflichtversicherung?

Ein unachtsamer Moment, eine leichtsinnige Tat, eine vergessene Pflicht – schnell hat man einen Schaden verursacht. Dafür muss man finanziell gerade stehen! Eine Aufgabe, welche die Haftpflichtversicherung übernimmt. Diese schützt Sie davor, dass auf einen unachtsamen Augenblick ein Leben in Armut folgt.

Vier von fünf Deutschen haben eine Privat­haftpflicht­versicherung abgeschlossen. Aber warum haben nicht alle diesen wichtigen Versicherungsschutz?

Der Artikel informiert Sie rund um die Haft­pflicht­versicherung. Was ist eine Haftpflichtversicherung? Welche Formen gibt es? Welche Risiken sind versichert?

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
ForderungsausfallUnter Forderungsausfall versteht man in der Haftpflicht­versicherung die Absicherung eigener Schadenersatz­anforderungen, für den Fall dass der Schuldige nicht zahlen kann. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Schadenverursacher keine Haftpflichtversicherung hat und für den Schaden auch nicht anderweitig aufkommen kann.
SchmerzensgeldAnspruch auf Schadenersatz für eine physische und psychische Schädigung. Die Wiedergutmachung erfolgt für immaterielle Schäden und soll das schuldhafte Handeln ausgleichen.

Warum ist eine Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Einen Moment nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Sie flitzen mit Ihrem Rad noch schnell bei Rot über die Ampel. Dabei übersehen Sie ein Auto, das von rechts kommt. Der Fahrer muss wegen Ihnen abrupt bremsen. Das Auto kommt ins Schleudern und kracht gegen eine Straßenlaterne. Das Ganze hat keine 3 Sekunden gedauert. Nun hat das Fahrzeug einen Totalschaden und der Fahrer eine Platzwunde am Kopf. Als Verursacher des Unfalls müssen Sie nicht nur mit einem Bußgeld von 120 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Der Fahrer des Autos kann Ihnen gegenüber den Schaden an seinem Auto, die Kosten für die Behandlung seiner Verletzung und eine Schmerzens­geld­forderung geltend machen. Schnell gehen solche Beträge in die zehntausende Euro, aber auch schnell in die Millionenhöhe, wenn beträchtlicher Personenschaden entsteht. Wenn Sie in dieser Situation nicht über eine private Haftpflichtversicherung verfügen, dann kann so ein Unfall unter Umständen Ihre ganze Existenz gefährden.


Haftpflichtversicherung: Was ist versichert und wie funktioniert sie?

Eine private Haftpflichtversicherung deckt die meisten Risiken ab, die typischerweise im Alltag entstehen.

Einige Beispiele:

  • Sie spielen mit Bekannten Fußball in einer Seitengasse. Statt des Tores treffen Sie das Schaufenster eines nahegelegenen Geschäfts.
  • Sie vergessen, vor Ihrem Eigenheim den Neuschnee wegzufegen. Ein Passant stürzt und verklagt Sie auf Schmerzensgeld.

Private Haftpflichtversicherung: Was ist versichert?

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch haften Sie für alle Schäden, die Sie verursachen. Das bedeutet, dass Sie schadenersatzpflichtig sind und finanziell zur Verantwortung gezogen werden können. Bei Schadenersatz haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen – mit Girokonten und Sparbüchern, mit Ihrem Gehalt und Ihrem Haus, selbst mit einer Erbschaft oder einem Lottogewinn. Weder Höhe noch Dauer der Zahlungen sind begrenzt, im schlimmsten Fall müssen Sie ein Leben lang zahlen. Um sich gegen dieses Risiko im Alltag abzusichern, gibt es die private Haftpflichtversicherung.

Sehr abstrakt formuliert sind "nur die Schäden versichert, die unbekannten Personen woanders zugefügt werden“, wie Mathias Zunk erklärt. Der Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betont, dass beispielsweise Schäden, die Eheleute sich gegenseitig zufügen, nicht abgedeckt werden. Lässt also der Ehemann versehentlich das teure Kaffee-Service seiner Frau fallen, gibt es keinen Schadensersatz. Es sei denn, solche Fälle sind in der Police mit eingeschlossen.

Weitere Formen der Haftpflichtversicherung: Was ist zusätzlich versichert?

Über die Alltagsrisiken hinaus erfordern manche Risiken eine eigene Haftpflichtversicherung. Was ist das Besondere? Risiken, die aufgrund spezieller Tätigkeiten oder Hobbys entstehen, beispielsweise bei der Jagd oder beim Motorsport, werden in der Regel nicht von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Aber auch Hausbauer und Immobilien-Eigentümer haben besondere Pflichten, ebenso die Halter von manchen Tierarten. Hier spricht man von Gefährdungshaftung: Auch wenn das Halten eines Tiers erlaubt ist, kann von diesem dennoch eine Gefahr für die Umwelt ausgehen. Für alle Schäden, die von einem Tier verursacht werden, muss der Halter haften. Hierzu eignet sich eine Tierhalterhaftpflicht.


Welche Vorteile hat eine private Haftpflichtversicherung?

Abdeckung von selbst verursachten Sach- und Personenschäden

Im Schadensfall haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen. Und zwar solange, bis Sie die vollständige Summe ersetzt haben. Da gerade bei Personenschäden die Zahlungsforderungen schnell sehr hoch ausfallen, bleiben Sie im Zweifelsfall ein Leben lang zur Zahlung verpflichtet.
Die Privathaftpflichtversicherung kommt an Ihrer Stelle für den Schaden auf. Wenn sie eine Selbstbeteiligung vereinbart haben, zahlen Sie nur die vereinbarte Summe selbst.

Bei begründeten Ansprüchen übernimmt die Privathaftpflichtversicherung folgende Leistungen:

  • Kosten für die Wiederherstellung der beschädigten Gegenstände beziehungsweise die Kosten für einen gleichwertigen Ersatz.
  • Kosten für Folgeschäden (Nutzungsausfall des Gegenstandes).
  • Kosten für Bergung und Behandlung verletzter Personen.
  • Kosten für Verdienstausfall, Schmerzensgeld und ebenso die Kosten für lebenslange Renten bei bleibenden Schäden.

Passiver Rechtsschutz

Ein weiterer Vorteil besteht im passiven Rechtsschutz, den eine Haftpflichtversicherung gewährt. Was ist das? Führt der unberechtigte Anspruch einer Person auf Schadensersatz zum Rechtsstreit, müssen nicht Sie diesen austragen, sondern das Versicherungsunternehmen. Dieses trägt auch die Kosten für das Verfahren. Eine Leistung der Haftpflichtversicherung ist es also auch unbegründete Schadensersatzansprüche für Sie abzuwehren.

Eine Police für die ganze Familie

Ein Vorteil speziell für Familien: Bei einer privaten Haftpflichtversicherung reicht eine Police für die gesamte Familie. Der Schutz gilt nicht nur für den Versicherungsnehmer. Sondern der Ehegatte/Lebenspartner beziehungsweise die Ehegattin/Lebenspartnerin ist ebenfalls mitversichert, dazu auch leibliche und nicht-leibliche Kinder sowie Pflege-, Adoptiv- und Stiefkinder. Bei den meisten privaten Haftpflichtversicherungen ist aber Voraussetzung, dass die Kinder unter 18 Jahren und nicht berufstätig sind sowie in der häuslichen Gemeinschaft leben. Volljährige Kinder sind ebenfalls in der Regel mitversichert, solange sie sich noch in der ersten Ausbildung befinden und nicht verheiratet sind.

Weltweiter Schutz

Der Versicherungsschutz ist weltweit gültig. Wo Sie den Schaden verursachen, spielt keine Rolle – ob beim Wochenend-Trip nach Paris, beim dreiwöchigen Strandurlaub in Thailand oder beim zehnmonatigen Trip rund um den Globus. Beachten müssen Sie aber die Geltungsdauer Ihrer privaten Haftpflichtversicherung. Was ist das Entscheidende? Die meisten Policen gelten nur für Auslandsaufenthalte, die nicht länger als 12 Monate am Stück andauern. Das gilt auch für Ihre Kinder: Wenn diese im Ausland studieren, sind sie für ein Jahr über die Familienpolice versichert. Wenn der Versicherungsnehmer oder die mitversicherten Personen zwischenzeitlich ins Inland zurückkehren, beginnt die Geltungsdauer von vorn.

Wichtig

Ein vorübergehender weltweiter Auslandsaufenthalt ist bei CosmosDirekt bis zu 3 Jahren mitversichert. Gehen Sie dauerhaft ins Ausland, müssen Sie im jeweiligen Land eine Haftpflichtversicherung abschließen.

Zusatzleistungen

Durch Zusatzleistungen können Sie den Grundschutz, den die private Haftpflichtversicherung umfasst, erweitern.

Forderungsausfalldeckung

Die Forderungsausfalldeckung springt ein, wenn Sie jemand schädigt, aber nicht für die Kosten aufkommen kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn er selbst keine private Haftpflichtversicherung besitzt oder mit einem rechtskräftigen Urteil nachweisen kann, dass er zahlungsunfähig ist. Bei vielen Versicherern muss allerdings eine Mindestschadenshöhe erreicht sein, bevor die Forderungsausfalldeckung greift.

Gefälligkeitshandlungen

Einige Policen ersetzen auf Wunsch auch Schäden, die durch Gefälligkeitshandlungen entstanden sind. Der klassische Fall dafür ist der Umzug, bei dem Sie einem Freund helfen und seinen teuren Fernseher beschädigen. Die Rechtspraxis geht davon aus, dass Sie und Ihr Freund stillschweigend einen Haftungsausschluss vereinbart haben. Das gesamte Risiko des Umzugs trägt Ihr Freund. Daher haftet Ihre private Haftpflichtversicherung nicht für den Schaden. Ihre Police ersetzt diesen nur, wenn Sie die Leistung in Ihren Vertrag aufgenommen haben.

Verlust von privaten und beruflichen Schlüsseln

Verlorene Gegenstände werden von der privaten Haftpflichtversicherung in der Regel nicht ersetzt. Eine Ausnahme ist der Verlust von privaten und beruflichen Schlüsseln, was meist einen teuren Austausch der Schließanlage nach sich zieht. Dieses Risiko kann zusätzlich abgesichert werden. Betroffen sind beispielsweise Schlüssel für die Eingangstür von Mietshäusern mit mehreren Wohnungen oder Generalschlüssel für Betriebs- und gewerbliche Anlagen. In der Regel wird eine Selbstbeteiligung fällig.

Vorteile auf einen Blick: Was deckt die Privathaftpflichtversicherung ab?

  • Selbst verursachte Sach- und Personenschäden
  • Passiver Rechtsschutz
  • Absicherung der ganzen Familie mit einer Police
  • Weltweiter Schutz bis zu 1 Jahr
  • Wichtige Zusatzleistungen: Forderungsausfalldeckung, Gefälligkeitshandlungen, privater Schlüsselverlust

Welche Nachteile hat eine Haftpflichtversicherung?

Nicht alle Schäden werden abgedeckt

Der bereits erwähnte Grundsatz (versichert sind nur Schäden an "fremden" Personen, die "woanders" verursacht werden) bedeutet, dass bestimmte Schäden von der Haftpflichtversicherung nicht ersetzt werden.

Was ist nicht versichert?

  • Schäden die Sie aufgrund Ihrer Tat selbst erleiden.
  • Schäden die Versicherungsnehmer und mitversicherte Personen sich gegenseitig zufügen
  • Schäden, die von Ihnen vorsätzlich herbeigeführt wurden.
  • Reine Vertragsverpflichtungen. Dazu gehört auch der Fall, wenn Sie Ihre Baufinanzierung nicht an die Bank zurückzahlen können.
  • Geldstrafen oder Bußgelder, die im Zusammenhang mit dem Schadenfall entstehen.

Kosten für eine Privat-Haftpflichtversicherung

Angesichts von möglichen Forderungen in Millionenhöhe ist die finanzielle Belastung bei einer Privat-Haftpflichtversicherung äußerst gering. Für eine Single-Police zahlen Sie für eine private Haftpflichtversicherung ab rund 25 Euro im Jahr. Eine Familien-Police kostet ab rund 30 Euro. Da viele Versicherer in den letzten Jahren die Leistungen deutlich verbessert haben, lohnt sich oft der Wechsel.

Kündigung durch Versicherer erschwert Suche nach neuer Police

Bei mehreren, sehr teuren Schadensfällen innerhalb eines Jahres kann es passieren, dass Ihr Versicherungsunternehmen von sich aus Ihre Privat-Haftpflichtversicherung kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt dafür in der Regel 4 Wochen. Dann müssen Sie sich einen neuen Versicherer suchen. Das kann unter Umständen zeitraubend sein und Nerven kosten. Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung, die als gesetzlich vorgeschriebene Versicherung jeden Antragsteller akzeptieren muss zu, ist eine Privat-Haftpflichtversicherung nicht verpflichtet, Sie aufzunehmen.

Bei alten Verträgen droht ein unzureichender Versicherungsschutz

Bestehende Versicherungsverträge sollten unbedingt von Zeit zu Zeit aktuellen Anforderungen angepasst werden. Beispielsweise ist bei älteren Policen die Versicherungssumme oft niedriger angesetzt als heutzutage erforderlich. Bei diesen war es üblich, eine Versicherungssumme von 1 Millionen Euro zu vereinbaren. Das ist heute angesichts der Kosten für eine möglicherweise lebenslange medizinische Betreuung viel zu wenig. Auch die Absicherung von Schäden, die von Kindern unter 7 Jahren verursacht wurden, ist bei alten Policen oft nicht enthalten. Diese sollten unbedingt in die Police aufgenommen werden.

Spezielle Risiken müssen gesondert versichert werden

Die eine Haftpflichtversicherung für alle Fälle gibt es nicht. Eine normale Privat-Haftpflichtversicherung deckt nur bestimmte, alltägliche Risiken ab. Wer einen Hund hält oder mit der eigenen Segelyacht in See sticht, muss die Risiken, die dabei entstehen, gesondert absichern. Auch Pferdehalter, Jäger und Fluggerät-Besitzer benötigen spezielle Zusatzversicherungen. Das betrifft auch Hausbesitzer, die ihr Wohneigentum gerade bauen oder vermieten.

Die Nachteile auf einen Blick

  • Nicht alle Schäden werden abgedeckt
  • Bei alten Verträgen droht ein ungenügender Versicherungsschutz
  • Spezielle Risiken müssen gesondert abgesichert werden

Wer braucht eine private Haftpflichtversicherung?

  • wer als Fußgänger, Radfahrer oder Skater am Straßenverkehr teilnimmt
  • wer minderjährige Kinder hat
  • wer als Mieter oder Eigentümer in einer Immobilie wohnt
  • wer für das Räumen von Schnee auf dem Gehweg verantwortlich ist
  • wer Sport treibt
  • wer im Ausland Urlaub macht
Wichtig

Jeder Haushalt sollte eine private Haftpflichtversicherung haben!

Für wen ist welche spezielle Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Sie benötigen eine Diensthaftpflichtversicherung. Denn Sie haften für die Schäden, die Ihre Schützlinge unter Ihrer Aufsicht verursachen oder wenn den Ihnen anvertrauten Kindern etwas passiert.

Sie brauchen eine Tierhalterhaftpflicht. Auf Grund der Gefährdungshaftung werden Sie für alle Schäden zur Verantwortung gezogen, die Ihr Tier verursacht, sei es ein Biss oder ein Verkehrsunfall.

Wenn Sie ein Haus oder eine Einliegerwohnung vermietet haben, ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung erforderlich. Als Eigentümer haften Sie für Personen- und Sachschäden, die auf Ihrem Grundstück, aber auch unmittelbar daneben (Gehweg oder anschließender Parkstreifen) entstehen.

Dann benötigen Sie eine Bauherrenhaftpflicht. So sind Sie finanziell abgesichert, wenn jemand auf der Baustelle zu Schaden kommt oder wenn durch Bauarbeiten Schäden am Nachbarhaus entstehen.

Bevor Sie mit Ihrem Gefährt eine Straße befahren dürfen, müssen Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Ohne diese erhalten Sie keine Zulassung. Eine Ausnahme bilden Arbeitsfahrzeuge wie Schneeräumgeräte oder Aufsitzrasenmäher. Solange diese nicht schneller als 20 km/h fahren können, werden sie von der privaten Haftpflicht abgedeckt.

Ehrenamtliche Tätigkeiten wie beispielsweise im Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr oder in kirchlichen Organisationen, werden nur in geringem Umfang von der privaten Haftpflicht abgesichert. Der Verein sollte daher eine Vereinshaftpflichtversicherung haben, um seine Mitglieder zu schützen.

Dann müssen Sie eine Jagd-Haftpflichtversicherung abschließen. Laut Bundesjagdgesetz ist diese sogar zwingend vorgeschrieben, ohne die Jagd-Haftpflicht bekommen Sie keinen gültigen Jagdschein. Abgesichert werden beispielsweise Abstürze vom Hochsitz, Bisse des Jagdhundes oder Verletzungen durch das Jagdgewehr.

Sofern Sie regelmäßig mit einem Motorboot auf Seen, Flüssen oder dem Meer unterwegs sind, ist eine Sportboot-Haftpflichtversicherung unverzichtbar. Dies trifft auch auf solche Boote zu, die man nur mit einer besonderen Fahrerlaubnis fahren darf.

Tipp

Die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht für Ihr selbst bewohntes Einfamilienhaus ist bei CosmosDirekt in der privaten Haftpflichtversicherung beitragsfrei eingeschlossen.


Für welchen Zeitraum ist eine Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Private Haftpflichtversicherung – was ist wann am besten versichert?

Eine private Haftpflichtversicherung benötigen Sie ein Leben lang. Ein Kind ist bis zum Abschluss der ersten Ausbildung beziehungsweise eines Studiums über die Eltern versichert. Wenn das Kind ins Berufsleben startet, benötigt es eine eigene Police. Die Familienversicherung der Eltern sichert Sie in diesem Fall nicht mehr ab. Eine Anpassung empfiehlt sich auch, wenn Sie heiraten. Haben Sie und Ihr Partner jeweils einen Vertrag für Singles, können Sie die jeweils jüngste sogar sofort kündigen und gemeinsam über den verbleibenden Vertrag versichert sein. Der Vertrag wird dann in eine Privat-Haftpflichtversicherung mit Partner-Tarif umgestellt.

Deliktunfähige Kinder in der privaten Haftpflichtversicherung – was ist das?

Wenn Sie Kinder haben, sollten Ihre Versicherung unbedingt die Option „deliktunfähige Kinder“ enthalten. Damit sind Schäden abgedeckt, die Kinder unter 7 Jahren (im Straßenverkehr unter 10 Jahren) verursachen. Aufgrund ihres Alters können diese juristisch gesehen nicht haftbar gemacht werden – ebenso wenig die Eltern, solange die Aufsichtspflicht erfüllt wurde. Da viele dieser Schäden im privaten Umfeld passieren und somit Nachbarn, Freunde oder Verwandte betreffen, zahlen Eltern diese Kosten oft selbst. Mit der Option "deliktunfähige Kinder" lassen sich solche Ausgaben vermeiden.

Spezielle Risiken: Welche Haftpflichtversicherung ist wann gut?

Alle speziellen Haftpflichtversicherungen schließen Sie erst zu dem Zeitpunkt ab, an dem die Risiken erstmalig auftreten. Das bedeutet Sie benötigen eine Tierhalter-Haftpflicht erst, wenn Sie ein Tier halten. Wenn Sie Reitstunden nehmen und dafür ein Pferd leihen, benötigen Sie keine Tierhalter-Haftpflicht. Denn in diesen Fällen werden Sie (oder Ihre Kinder) von der privaten Haftpflicht geschützt. Erst wenn Sie ein Pferd kaufen, benötigen Sie eine Tierhalter-Haftpflicht.

Hinweis

Blindenhunde werden gehalten, um das Leben ihres Besitzers zu verbessern. Daher braucht man keine eigene Hundehalter-Haftpflichtversicherung. Die Privat-Haftpflichtversicherung deckt in der Regel Schäden durch einen Blindenhund mit ab.

Welche Haftpflichtversicherung zu welchem Zeitpunkt?

Ereignis
Welche Haftpflichtversicherung
Sie starten ins Berufsleben.Privat-Haftpflicht für Singles.
Sie heiraten.Privat-Haftpflicht mit Partner-Tarif.
Sie bekommen ein Kind.Privat-Haftpflicht mit Familien-Tarif, der auch deliktunfähige Kinder umfasst.
Sie schaffen sich einen Hund an.Tierhalter-Haftpflicht.
Sie schaffen sich eine Katze an.Privat-Haftpflicht reicht aus.
Sie halten ein Pferd.Tierhalter-Haftpflicht.
Sie benötigen einen Blindenhund.Privat-Haftpflicht reicht aus.
Sie nehmen eine Tätigkeit als Erzieher(in) in einer Kita auf.Dienst-Haftpflicht.
Sie nehmen eine Tätigkeit als Lehrer(in) an einer Schule auf.Dienst-Haftpflicht.
Sie nehmen eine Tätigkeit als Tagesmutter auf.Privat-Haftpflicht mit Zusatz-Leistung (Tagesmutter-Klausel).
Sie bauen ein Eigenheim.Bauherren-Haftpflicht.
Sie bewohnen Ihr Eigenheim.Privat-Haftpflicht reicht aus.
Sie vermieten ein Haus.Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht.

Wie hoch soll die Versicherungssumme sein?

Damit alle Personenschäden in ausreichender Höhe abgedeckt werden, sollten Sie auf keinen Fall an der Versicherungssumme sparen.
Die Stiftung Warentest empfiehlt eine Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro bei der Haftpflichtversicherung.


Fazit: Welche Haftpflichtversicherung ist die beste?

Eine Haftpflichtversicherung ist ein Muss – auch wenn sie gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Die Absicherung von möglichen Forderungen in Millionenhöhe ist der Hauptgrund, warum Sie eine private Haftpflichtversicherung abschließen sollten. Der Zeitpunkt für eine eigene Police ist gekommen, sobald Sie beruflich auf eigenen Füßen stehen. Welche Leistungen Sie benötigen, hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Für spezielle Risiken benötigen Sie zusätzliche oder spezielle Haftpflichtversicherungen, zum Beispiel wenn Sie einen Hund halten oder ein Haus bauen.


Private Haftpflichtversicherung

Privat­haftpflicht


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