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Oldtimerversicherung

Oldtimer-Versicherung: Der richtige Schutz für Ihren Oldtimer

Garagengold, Classic Car, Oldtimer – die Bezeichnungen für historische Fahrzeuge sind so vielfältig wie die Gründe, warum man sich einen Klassiker zulegt. Der eine träumt davon, durch die Alpen zu kurven und ein anderer betrachtet den Oldtimer als Kapitalanlage.

Im folgenden Artikel informiert Sie CosmosDirekt, warum Oldtimer richtig abgesichert werden müssen, welche Arten von Oldtimern es gibt und welche Sondertarife Versicherungen für historische Fahrzeuge anbieten. CosmosDirekt führt derzeit keine Oldtimer-Versicherung und bietet mit diesem Artikel lediglich allgemeine Informationen hierzu an.

Zudem erfahren Sie, wie der Wert eines Oldtimers ermittelt wird und warum Sie regelmäßig Ihren Versicherungsschutz überprüfen sollten.


Diese Versicherungsbegriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
HaftpflichtversicherungSichert den Fahrzeugbesitzer im Schadenfall gegen Ansprüche Dritter ab. Gesetzlich vorgeschrieben.
TeilkaskoversicherungSichert fremdverursachte Schäden am eigenen Fahrzeug ab: zum Beispiel Wildschäden, Glasschäden, Schäden aufgrund von Sturm und Hagel. Schutz auch bei Diebstahl, Brand oder Blitzschlag. Nicht gesetzlich vorgeschrieben.
VollkaskoversicherungSichert selbstverursachte Schäden am eigenen Fahrzeug ab, auch solche aufgrund von vorsätzlicher oder mutwilliger Beschädigung durch Dritte. Umfasst alle Leistungen der Teilkasko und ist ebenfalls nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Oldtimer sind erhaltenswert und müssen richtig abgesichert werden

Nicht alle alten Pkw sind Oldtimer. Streng genommen, handelt es sich dabei um Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren gebaut worden sind und deren guter, fahrtüchtiger Zustand von einer zugelassenen Prüforganisation wie dem TÜV oder der Dekra bestätigt wurde. Nur dann bekommen diese Fahrzeuge – Pkw, Motorräder oder Wohnmobile – ein H- oder 07-Kennzeichen. Dies ist der amtliche Ritterschlag, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein historisch wertvolles Kulturgut handelt.

Den Erhalt klassischer Fahrzeuge unterstützt der Staat mit einer niedrigen Kfz-Steuer und macht beim Oldtimer Zugeständnissen an die Technik: So entfällt die Anschnallpflicht, wenn ursprünglich kein Gurtsystem vorhanden war. Auch der Feinstaub-Ausstoß wird nicht berücksichtigt. Oldtimer mit H-Kennzeichen dürfen in Innenstädte fahren, obwohl sie keine grüne Plakette besitzen.

Warum werden Oldtimer als wertvoll angesehen?
  • Weil sie Zeitzeugen der Technik-Geschichte sind.
  • Weil sie herausragende Beispiele für das Design einer bestimmten Marke sind.
  • Weil sie nur in einer sehr begrenzten Stückzahl auf dem Markt erhältlich sind.

Ein wichtiges Kriterium, damit aus einem alten Pkw ein Oldtimer werden kann, ist folgendes: Es muss sich bei dem Fahrzeug um ein Original handeln. Das bedeutet, dass keine größeren baulichen Veränderungen vorgenommen wurden. Auch bei Reparaturen wurden nur originale bzw. zeitgenössische Ersatzteile verwendet. Gerade beim Motor kommt es auf Korrektheit an. Soll ein Golf I als Oldtimer zugelassen werden, darf kein Motor einer anderen Baureihe (Golf II und später) eingebaut sein.

Auch die Fahrzeug-Geschichte kann zum Wert beitragen. Beispielsweise, wenn in den Papieren eines schnittigen Volvo P1800 aus dem Jahr 1969 der schwedische König Karl XVI Gustav als Erstbesitzer aufgeführt ist. In gutem Zustand wurde dieser Oldtimer bei einer Auktion für rund 30.000 € verkauft.

Die zeitlose Eleganz analoger Autos und die Patina unzähliger Film- und Renngeschichten sind die eine Seite der Faszination an Oldtimern. Die andere ist, dass sie sich zu einer veritablen Kapitalanlage entwickelt haben. Seit mehreren Jahren wächst der Markt kontinuierlich, beliebte Modelle wie der VW Käfer, der Alfa Romeo Spider oder der Mercedes W 123 erleben Wertsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Zudem gelten historische Fahrzeuge als sichere Bank, denn der Wiederverkaufswert liegt bei guter Behandlung selten unter dem Kaufpreis.

Sollte es trotz pfleglicher Behandlung bei einer Oldtimer-Rallye oder einer Spazierfahrt zu einem Unfall kommen, können die Reparaturkosten schnell sehr hoch sein. Schließlich dürfen nur zeitgenössische Ersatzteile verwendet werden, um den Status als historisch wertvolles Fahrzeug nicht zu gefährden. Kfz-Versicherungen bieten für Oldtimer besondere Tarife an, die im Schadensfall einen Teil oder auch sämtliche Kosten übernehmen. Die Bedingungen für eine Aufnahme bestehen in der Regel darin, dass das Fahrzeug mindestens 25 bis 30 Jahre alt ist und dass der Versicherungsnehmer ein weiteres Fahrzeug für den Alltag besitzt.

00 Artikel Versicherungsarten - SeiteninhaltTipp:

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung lassen sich fremd- und eigenverschuldete Schäden mit Teil- und Vollkasko-Versicherungen absichern. Das empfiehlt sich gerade bei wertvollen und seltenen Oldtimern.


Welche Arten von Oldtimer und Oldtimer-Versicherungen gibt es?

Oldtimer ist nicht gleich Oldtimer. Je nach zeitlicher Zuordnung kann man zwischen Vorkriegs- und Nachkriegs-Oldtimern unterscheiden. Der Zweite Weltkrieg bildet die Trennungslinie zwischen einem schnittigen Sportwagen wie dem Alvis Speed Twenty Five (Baujahr 1936-1940) und einem robusten Roadster wie dem MG A (Baujahr 1955-1962).

Neben Oldtimern zur Wertanlage spricht man auch von „Alltagsoldtimern“. Zur ersten Gruppe gehören historische Fahrzeuge wie der Daimler-Benz 170 DS oder der Riley MPH, die höchstens zu Messen oder Oldtimer-Rallyes die Garage verlassen und die meiste Zeit des Jahres gut geschützt untergebracht sind. Die zweite Gruppe bilden Oldtimer wie z.B. ein Opel Kadett, Ford Capri oder VW Golf. Sie eignen sich nicht nur für sonntägliche Ausfahrten, sondern auch für die Einkaufstour zum Supermarkt oder den Weg zur Arbeit.

Die genannten Einteilungen werden vor allem umgangssprachlich verwendet. Die Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) hat eine Klassifizierung von Oldtimern nach Baujahren veröffentlicht. Grundlage ist die FIVA-Definition, nach der ein Oldtimer mindestens 30 Jahre alt ist und sich in einem historisch korrekten Zustand befindet. Seine Nutzung ist nicht auf den täglichen Transport ausgerichtet, und er wird wegen seines technischen und historischen Wertes bewahrt.

Klasse
NameZeitspanne
AAncestorAlle Baujahre bis 31.12.1904
BVeteran*01.01.1905 bis 31.12.1918
CVintage01.01.1919 bis 31.12.1930
DPost-Vintage01.01.1931 bis 31.12.1945
EPost-War01.01.1946 bis 31.12.1960
F01.01.1961 bis 31.12.1970
G01.01.1971 bis Erreichen der 30-Jahres-Grenze
  • * Auch Edwardians (UK) oder Kaiserzeit (D)

Je nach Art der Nutzung benötigt man eine andere Kfz-Versicherung. Wird der Oldtimer im Straßenverkehr benutzt, ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Ob eine und wenn ja, welche Kaskoversicherung notwendig wird, hängt vor allem vom Marktwert Ihres Oldtimers ab. Eine Teilkasko schützt vor den finanziellen Auswirkungen von Bränden, Diebstahl, Sturm und ähnlichen Gefahren. Bei vielen Versicherern sind zusätzlich auch Vandalismus- und Transportschäden abgedeckt. Selbst wer seinen Oldtimer nie fährt, aber gelegentlich zu einer Messe bringen lässt, sollte sich gegen solche Gefahren versichern lassen. Der umfassendere Vollkaskoschutz eignet sich insbesondere für Alltagsoldtimer. Denn neben den Leistungen der Teilkasko sind bei der Vollkasko auch selbstverschuldete Unfälle versichert.


Die zwei Kennzeichen für Oldtimer

Um einen Oldtimer auf der Straße bewegen zu dürfen, braucht man als Besitzer eines von zwei Kennzeichen-Typen:

  • H-Kennzeichen (schwarze Schrift)
  • Sammler-07-Kennzeichen (rote Schrift)

Das H-Kennzeichen wird wie ein reguläres Kennzeichen verwendet. Optisches Erkennungsmerkmal: das H am Ende der üblichen Buchstaben-Ziffer-Kombination. Dieses ist selbst nicht Bestandteil der individuellen Erkennungsnummer, signalisiert aber, dass der Wagen als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut von der Zulassungsstelle anerkannt wurde und von den Vergünstigungen für Oldtimer profitieren darf. Daher ist jede Bewilligung immer eine Einzelfallentscheidung, die vorbehaltlich bis zur nächsten Hauptuntersuchung gilt. Wird dort festgestellt, dass der Oldtimer nicht mehr dem notwendigen Erhaltungszustand entspricht, wird das H-Kennzeichen wieder entzogen. Solange man das Kennzeichen aber hat, gibt es bei der Verwendung des Fahrzeugs keine Einschränkungen. Sie dürfen mit ihm gleichermaßen zur Oldtimer-Messe und für den Wochenend-Einkauf zum Supermarkt fahren.

Beim Sammler-07-Kennzeichen handelt es sich um ein spezielles Wechselkennzeichen für Oldtimer. Sammler dürfen dieses verwenden, um mehrere Fahrzeuge unter einem Kennzeichen zu bewegen – aber immer nur eines, nie zwei oder mehr zugleich. Nach dem Symbol für den Zulassungsbezirk (beispielsweise B für Berlin), beginnt die Erkennungsnummer mit "07". Im Gegensatz zum H-Kennzeichen ist die Verwendung eingeschränkt. Gestattet sind ausschließlich "Probefahrten, Prüfungsfahrten durch Kfz-Sachverständige, Überführungsfahrten, Fahrten zur Wartung und Reparatur sowie An- und Abfahrten zu sowie die Teilnahme selbst an Veranstaltungen, die der Darstellung von Oldtimerfahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dienen" (StVZO, 49. Ausnahmeverordnung).


Kfz-Steuer für Oldtimer

Da Oldtimer weniger als andere Fahrzeuge genutzt werden, werden sie auch geringer besteuert als diese. Aktuell beträgt die Kfz-Steuer für Oldtimer mit H- und 07-Kennzeichen 191,73 € pro Jahr. Für Motorräder werden jährlich 46,02 € Kfz-Steuer fällig. In beiden Fällen handelt es sich um einen Pauschalbetrag. Hubraumgröße und CO2-Emissionswerte, die maßgeblich die Höhe der regulären Kfz-Steuer beeinflussen, spielen keine Rolle. Wenn Sie Ihren Oldtimer nur wochen- oder monatsweise zulassen möchten, bezahlen Sie auch nur die anteilige Jahresprämie.

Tipp:

Interessant für Sammler: Bei einem 07-Kennzeichen wird die Kfz-Steuer immer nur für einen Oldtimer berechnet. Alle anderen Fahrzeuge, die auf der gleichen 07er-Nummer eingetragen sind, sind steuerfrei. Beispiel: Wer seinen Jaguar XK 150 (Bj. 1958) und seine BMW R51/3 (Bj. 1952) auf die 07 zulässt, zahlt nur für den Sportwagen Steuern, aber nicht für das Motorrad.


Wertermittlung und Schadenregulierung

Der Wert eines Oldtimers wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bei der Wertermittlung stehen der Kaufpreis und die zu erwartende Kapital­steigerung im Vordergrund. Ein objektiver Wert lässt sich aber nur schwer ermitteln, da Angebot und Nachfrage darüber entscheiden, welchen Marktpreis ein Oldtimer hat.

Zur Berechnung der Kfz Versicherung bildet der Kaufpreis des Oldtimers die Basis. Um gepflegte Klassiker vom schrottreifen Altmetall zu unterscheiden, zählt bei der Wertbestimmung – anders als bei Neuwagen – nicht das Datum der Erstzulassung. Auch der Kilometerstand fällt nicht ins Gewicht. Er braucht in den meisten Fällen nicht mehr angegeben zu werden, denn oft lässt er sich gar nicht mehr ermitteln. Daher ist das wichtigste Kriterium der Erhaltungs-/Pflegezustand.

Der Erhaltungs-/Pflegezustand wird mit folgenden Zustandsnoten angegeben:
Note (Zustand)
ErklärungMögliche­ Mängel
1
(Makellos)
  • Keine Mängel, Gebrauchsspuren oder Beschädigungen zu erkennen.
  • Zustand entspricht der Lieferung durch Hersteller (neu) oder übertrifft den ursprünglichen Zustand (besser).
  • Keine
2
(Gut)
  • Original oder durch fachgerechte Restaurierung wiederhergestellt.
  • Keine Mängel, aber leichte Gebrauchsspuren sind vorhanden.
  • Ausgebesserte Steinschläge
  • Putzspuren im Lack
  • Gebrauchsspuren an Pedalen
3
(Gebraucht)
  • Kleinere Mängel sind erkennbar.
  • Fahrzeug ist verkehrssicher und kann gefahren werden.
  • Kleinere Roststellen an nichttragenden Teilen
4
(Verbraucht)
  • Fahrzeug ist nur eingeschränkt fahrbereit.
  • Instandsetzung ist dringend erforderlich.
  • Strukturelle Rostschäden
  • Innenausstattung verschlissen
  • Motor überholungsbedürftig
5 (Restaurierungsbedürftig)
  • Fahrzeug ist sehr schlecht erhalten und nicht fahrbereit.
  • Nicht in allen Teilen vollständig
  • Quelle: Wikipedia
    Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Oldtimer

Um den Wert eines Oldtimers zu ermitteln, ist ein Gutachten durch einen entsprechend zertifizierten Sachverständigen erforderlich. Qualifizierte Experten finden Sie bei bekannten Organisationen wie TÜV und Dekra, aber auch Classic Data verfügt über Sachverständige für Oldtimer. Es gibt zwei Arten von Oldtimer-Gutachten: Kurzbewertung und Wertgutachten.

Gutachtenart
Was wird ermittelt?Wie wird geprüft?Wo wird es verwendet?
Kurzbewertung
  • Technische Daten
  • Sichtprüfung
  • Versicherung für Oldtimer unter 20.000 € Marktwerkt
Wertgutachten
  • Fahrzeug-Historie
  • Äußerer Zustand (Lackierung)
  • Technischer Zustand (Motor, Bauteile)
  • Eingehende Prüfung
  • An- und Verkauf
  • Versicherung für Oldtimer mit Marktwert ab 20.000 €

Gutachten dienen dazu, den Zustand, den Werterhalt sowie das Vorhandensein von Original- und entsprechenden Nachrüstteilen zu dokumentieren. Auch um eine Kfz Versicherung für einen Oldtimer zu bekommen, sind solche Gutachten Pflicht. Es gibt drei verschiedene Werte, die versicherungsrechtlich von Belang sind:

  • Marktwert: Gegenwärtiger Wert des Oldtimers bei (möglichem) Verkauf. Grundlage sind die durchschnittlich erzielten Preise bei entsprechenden Auktionen und bei dokumentierten Verkäufen. Relevant für die Kaskoversicherung.
  • Wiederbeschaffungswert: Summe, die man aufbringen müsste, um einen gleichwertigen Ersatz für das eigene Fahrzeug zu beschaffen. Relevant für die Haftpflichtversicherung.
  • Wiederherstellungswert: Summe der gesamten Aufwendungen, die ein Eigentümer bislang in den Oldtimer investiert hat. Setzt sich zusammen aus Grundpreis und Restaurationskosten. Nur von Zusatzversicherungen abgedeckt.
Wert
Marktbeschaffungs-WertWiederbeschaffungs-WertWiederherstellungs-Wert
VersicherungsartKaskoversicherungHaftpflichtversicherungZusatzversicherung
Kaufpreis
Händleraufschlag
Umsatzsteuer
Restaurierungskosten

Worin unterscheiden sich die am Markt erhältlichen Oldtimer-Versicherungen?

Oldtimer-Versicherungen gibt es in den drei bekannten Formen: Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung haben alle Anbieter freiwillige Teil- und Vollkaskoversicherungen im Angebot. Trotz einer geringen Schadenquote sollten Sie im Fall der Fälle gut abgesichert sein. Deshalb spielt neben einem günstigen Tarif auch der Leistungsumfang der Oldtimer-Versicherung eine wichtige Rolle. Ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich, gerade um das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis zu bestimmen.

Die Höhe der Jahresprämie wird in der Regel durch den Marktwert und das Alter des Fahrzeugs bestimmt. Schon die Einteilung der Altersstufen handhabt jede Oldtimer-Versicherung anders. Während manche Unternehmen historische Fahrzeuge in drei verschiedene Klassen eingruppieren (beispielsweise in 20 bis 29 Jahre, 30 bis 44 Jahre, ab 45 Jahre), legen andere Versicherer vier Klassen fest, getrennt nach Baujahren: Youngtimer (Bj. 1980 bis 1984, oft mit Typenliste), Liebhaberfahrzeuge (Bj. 1970 bis 1979), Klassiker (Bj. 1956 bis 1969) und Antike Fahrzeuge und Veteranen (Bj. bis 1955). Einige Spezialversicherer für Oldtimer vergeben nur Individualtarife. Bei diesen spielen dann neben Fahrzeugalter, Marktwert oder Kennzeichen auch das Alter von Fahrer und Versicherungsnehmer eine Rolle.

Aber nicht jede Versicherung nimmt jeden Oldtimer auf. Zu den notwendigen Voraussetzungen bei den Spezialversicherern gehören in der Regel eine 07er-Nummer oder ein H-Kennzeichen sowie ein entsprechendes Gutachten mit mindestens der Note 3. Weitere Forderungen:

  • Die maximale Jahreslaufleistung fällt je nach Oldtimer-Versicherung im Vergleich unterschiedlich aus. Manche Versicherer haben keine Vorgaben, andere legen eine jährliche Fahrleistung zwischen 5.000 und 9.000 Kilometern fest.
  • Der Mindestwert eines zu versichernden Oldtimers reicht von 3.000 Euro bis zu 25.000 Euro. Liegt der Marktwert des Oldtimers darunter, kann er bei dieser Versicherung erst gar nicht versichert werden.

Eine Besonderheit, die es bei normalen Tarifen nicht gibt, ist die sogenannte All Risk-/ Allgefahren-Abdeckung. Diese Zusatz-Versicherung wird für besonders gut erhaltene Oldtimer angeboten (Zustandsnote 2 oder besser). Die All-Risk-Abdeckung erweitert den Vollkasko-Schutz um weitere Schadenarten. Dabei werden zusätzlich bestimmte Betriebsschäden abgedeckt, die bei einer normalen Vollkaskoversicherung außen vor bleiben, beispielsweise wenn die Motorhaube während der Fahrt aufschlägt oder der Lack durch chemische Reaktionen (z.B. saurer Regen) beschädigt wird. Abhängig von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft sind auch Schäden am Oldtimer mitinbegriffen, die aus einer fehlerhaften Bedienung resultieren. Ausgeschlossen bleiben in der Regel aber Schäden aufgrund von Verschleiß, Wasser- oder Ölmangel, Rennen oder grober Fahrlässigkeit.


Kein Schadenfreiheitsrabatt bei der Oldtimer-Versicherung

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht bzw. Vollkasko eines Neufahrzeuges wird bei Oldtimern die Kfz Versicherung ohne Schadenfreiheits­rabatt berechnet. Der Grund: Oldtimer-Fahrer gelten als vorsichtige und umsichtige Verkehrsteilnehmer. Das Risiko, dass Oldtimer in einen Unfall verwickelt werden, ist geringer als bei anderen Fahrzeugen. Zudem werden historische Fahrzeuge meist gut gepflegt und regelmäßig gewartet. Die Berechnung einer Oldtimer-Versicherung erfolgt immer mit 100 % des Normaltarifs. Manche Versicherer bieten aber auch an, die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) des "Alltag­fahrzeugs" als Grundlage zu nehmen. Sollte es zu einem Unfall kommen, ist es für den Versicherungsnehmer von Vorteil, dass bei einem Oldtimer die Kfz Versicherung unabhängig vom Schadenfreiheitsrabatt berechnet wird. Da keine Rückstufung erfolgt, sind auch keine höheren Beiträge zu befürchten.

Tipp:

Wenn der Oldtimer länger als 18 Monate stillgelegt werden soll, erlischt in der Regel die automatische Ruheversicherung. Sinnvoll ist es dann, eine Garagenversicherung abzuschließen. Deren Leistungen sind mit der einer Teilkasko vergleichbar und decken Schäden durch Diebstahl, Brand oder Explosion ab.


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