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Reifencheck

Reifendruck, Profiltiefe und mehr: Reifencheck für mehr Fahrsicherheit

Eigentlich ist alles für eine entspannte Fahrt in den wohlverdienten Urlaub vorbereitet: Sie haben das Gepäck im Auto korrekt verstaut, vollgetankt und fahren früh morgens los.

Auf halber Strecke kommt dann aber die böse Überraschung: Das Fahrgeräusch der Reifen verändert sich plötzlich und der Wagen zieht zur Seite – der Reifen ist platt und die Fahrt vorerst beendet.

Hätte sich das verhindern lassen? Möglicherweise schon. Denn vor langen Fahrten sollten Sie die Reifen immer eingehend prüfen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, was Sie beim Reifencheck für mehr Fahrsicherheit beachten müssen.


Diese Begriffe spielen im Text eine Rolle
Begriff
Erklärung
KaskoversicherungDie Teil- und Vollkaskoversicherungen deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab, die beispielsweise durch Wild, Naturgewalten und Glasbruch entstanden sind. Die Vollkaskoversicherung bietet darüber hinaus finanzielle Absicherung bei selbstverschuldeten Schäden am eigenen Fahrzeug und durch Vandalismus.
Grobe FahrlässigkeitSie liegt vor, wenn die Sorgfaltspflicht vernachlässigt wurde. Wenn dies festgestellt wird, können die Leistungen des Versicherers in einem Schadenfall ausfallen oder gekürzt werden.
SchutzbriefInhaber eines Schutzbriefs erhalten unter anderem bei Pannen, Unfällen und Diebstählen Hilfe. Dazu gehört beispielsweise die Übernahme von zusätzlich entstandenen Übernachtungskosten oder die Pannenhilfe.

Der Reifencheck Schritt für Schritt erklärt

Die Deutschen fahren gerne in den Urlaub, am liebsten mit dem eigenen Pkw. Viele vergessen dabei jedoch, ihr Auto auf die Reise vorzubereiten.

Auf längeren Fahrten sind besonders die Reifen hohen Belastungen ausgesetzt. So können Gummitemperatur und -abrieb deutlich steigen. Leicht kann aus einem kleineren Schaden während der Fahrt ein Platten entstehen, der Reifen im schlimmsten Fall sogar platzen.

Nehmen Sie sich daher vor der Abreise einige Minuten Zeit und begutachten Sie bei guten Lichtverhältnissen alle vier Reifen.

Zum erreichen des Urlaubsziels benutzte Verkehrsmittel

Quelle: Verbrauchs- und Medienanalyse - VuMA 2016 (11/2016)
Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171448/umfrage/zum-erreichen-des-urlaubsziels-benutzte-verkehrsmittel


Der Reifendruck: dem Gewicht standhalten

Das Bild ist jeden Sommer auf den Autobahn zu sehen: vollbesetzte und -gepackte Autos, deren Reifen durch das Gewicht regelrecht plattgedrückt werden – die Folge von zu niedrigem Reifendruck. Wenn die Pneus auf dem Asphalt walken, steigen die Gummitemperatur und der Verschleiß. Das Profil wird ungleichmäßig abgerieben, und wenn es ganz schlecht läuft, kann der Reifen sogar platzen. Zudem verschlechtern sich die Fahreigenschaften des Autos:

  • Längerer Bremsweg
  • Weniger Grip und Spurtreue bei Kurvenfahrten
  • Wagen fährt nicht mehr sauber geradeaus
  • Risiko für Aquaplaning steigt

Den Check des Luftdrucks im Reifen sollten Sie daher bei voller Beladung vornehmen. In gravierenden Fällen ist von außen deutlich erkennbar, dass die Auflagefläche des Reifens größer wird und an der Seite eine Wölbung entsteht. Besser ist es, den Druck zu messen und gegebenen­falls zu erhöhen. Bei neuen Fahrzeugen zeigt eine Warnleuchte an, wenn der Luftdruck nicht den Vorgaben entspricht. Denn für Fahrzeuge, die nach dem 31. Oktober 2014 zugelassen wurden, ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verpflichtend.

Welcher Luftdruck ausreichend ist, hängt vom Hersteller ab. Die entsprechenden Angaben sind häufig in der Tankklappe, den sogenannten Reifen­druck­tabellen der Reifenhersteller und der Bedienungsanleitung zu finden. Warum der richtige Reifendruck wichtig ist, hat einen Grund: ADAC-Tester haben ermittelt, dass schon bei einem Minderdruck von 0,5 bar die Fahreigenschaften des Autos spürbar schlechter werden.

Tipp

Experten raten, den Reifendruck alle 14 Tage zu überprüfen. Der richtige Luftdruck senkt den Rollwiderstand und damit auch den Kraftstoffverbrauch. Achten Sie außerdem darauf, dass alle Ventilkappen aufgeschraubt sind.


Die Profiltiefe: Bodenhaftung behalten

Die Profiltiefe muss mindestens 1,6 mm betragen. Das ist das gesetzliche Minimum. Wer mit abgefahrenen Reifen angehalten wird, dem drohen in Deutschland ein Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir allerdings höhere Mindestwerte:

  • Mindestens 2 mm bei Sommerreifen bzw. 3 mm bei Breitreifen
  • Mindestens 4 mm bei Winterreifen

Ein geringes Profil bedeutet besonders auf nasser Fahrbahn Gefahr. Zu flache Profilkanäle können das Wasser schlechter ableiten. Zwischen Reifen und Fahrbahn kann sich ein Wasserfilm bilden: das berüchtigte Aquaplaning.

Ganz einfach können Sie die Reifen mit einer 1-Euro-Münze prüfen. Der Messingrand der Münze ist etwa 3 mm breit. Wenn er vollständig in den Kanälen verschwindet, müssen Sie sich keine Gedanken um die Profiltiefe machen.

Wie fit sind Ihre Reifen?

Quelle: Initiative Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“
Link: http://reifenqualitaet.de/pressemeldungen/wash-check-reifencheck-2015

Hinweis

Wer vorsätzlich mit abgefahrenen Reifen (Profiltiefe weniger als 1,6 mm) fährt, kann den Schutz seiner Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit verlieren. Der Verkehrssicherheitsrat hat im Rahmen der Initiative „Ich fahr auf Nummer sicher!“ ermittelt, dass etwa zwei Drittel der Fahrzeuge mit Mängeln an den Reifen unterwegs sind.


Äußere Schäden erkennen

Schauen Sie sich die Gummioberfläche genau an. Auffällige Risse und spröde Stellen sind deutliche Warnhinweise. Stellen Sie außerdem sicher, dass keine Fremdkörper in den Pneus stecken. Diese können längere Zeit ohne Folgen bleiben, bei stärkeren Belastungen aber zu einem rapiden Luftaustritt führen. Eine mögliche Verschleißerscheinung ist die sogenannte Sägezahnbildung auf den Reifen. Dabei werden die Profilblöcke durch Schlupfbewegungen stufenförmig abgerieben, sodass ihre Form aus seitlicher Perspektive an Sägezähne erinnert. In der Regel tritt dies bei Reifen der Nicht-Antriebsachse häufiger und ausgeprägter auf als bei denen der Antriebsachse. Daher kann seitengleiches Wechseln der Pneus Sägezähnen vorbeugen. In der Bedienungsanleitung finden Sie häufig eine Empfehlung, nach welcher Kilometerzahl ein Wechsel erfolgen sollte. Bemerkbar machen sich die entstandenen Sägezähne durch lautere Fahrgeräusche. Sie sind häufig Folge eines zu geringen Luftdrucks.


Das Alter: Wann Sie Reifen in den Ruhestand schicken sollten

Wir raten, nicht mit Reifen zu fahren, die älter 8 Jahre alt sind. Diese Empfehlung bleibt auch bestehen, wenn die Pneus selten über den Asphalt gerollt sind. Denn das Gummi der Reifen altert unabhängig von der Belastung. Es wird hart und spröde, und das wirkt sich negativ auf die Fahreigenschaften aus. Laut ADAC wird der Bremsweg auf nasser Fahrbahn länger, und der Grip lässt besonders bei Winterreifen nach.

Stoppen kann man das Altern des Gummis zwar nicht, allerdings können Sie durch richtiges Lagern verhindern, dass die Leistung der Reifen vorzeitig nachlässt. Der Lagerort sollte möglichst kühl und trocken sein. Das Gummi sollte außerdem nicht mit Benzin, Fett, Lösungsmitteln oder Öl verunreinigt sein. Bevor Sie die Räder abmontieren, ist es außerdem ratsam, den Luftdruck um etwa 0,5 bar zu erhöhen, denn während der Lagerung kann Luft entweichen.

Je nachdem, ob die Reifen mit oder ohne Felgen in die Sommer- bzw. Winterpause gehen, sind unterschiedliche Hinweise zu beachten.

  • Reifen mit Felgen: Diese können übereinander gestapelt, an Haken aufgehängt oder an sogenannten Felgenbäumen abgelegt werden. Nicht zu empfehlen ist es dagegen, Reifen mit Felgen direkt auf dem Boden abzustellen.
  • Reifen ohne Felgen: Diese können mit der Lauffläche auf dem Boden abgestellt werden. Das Aufhängen ohne Felge ist dagegen nicht zu empfehlen, ebenso wenig das Stapeln.
Hinweis

Das Herstellungsdatum eines Reifens wird durch die vierstellige DOT-Nummer angegeben, die sich seitlich auf dem Reifen befindet.
Die ersten beiden Zahlen geben die Produktionswoche und die letzten beiden das -jahr an. Ein Reifen mit der Nummer 1113 wurde beispielsweise in der 11. Woche 2013 hergestellt.


Was tun bei einer Panne?

Das Risiko eines Reifenschadens lässt sich zwar verringern, ausschließen lässt sich ein Platten oder Reifenplatzer aber nicht. Wenn es dazu kommt, heißt es zunächst das Auto an einer möglichst sicheren Stelle zum Stehen zu bringen. Versuchen Sie bei einem geplatzten Reifen das Lenkrad festzuhalten, den Wagen in der Spur zu halten und vermeiden Sie heftige Lenkbewegungen. Wenn Sie das Auto am Straßenrand oder auf dem Standstreifen abstellen müssen, sichern Sie zunächst sich und eventuelle Mitfahrer mit der Warnweste und sichern dann das Fahrzeug mit einem Warndreieck.

Danach folgt der Reifenwechsel, bei dem das beschädigte Rad durch das Ersatzrad ersetzt wird. Daher ist es wichtig regelmäßig den Luftdruck des Ersatzreifens zu checken und die notwendigen Werkzeuge an Bord zu haben. Überprüfen Sie nach ein paar Kilometern Fahrt mit dem neuen Reifen, ob die Muttern fest sitzen. Wer nur einen Notreifen im Kofferraum mitführt, kann damit nur eine begrenzte Strecke bei gedrosseltem Tempo zurücklegen – häufig 50 Kilometer bei maximal 80 km/h.

Viele Neufahrzeuge haben aus Platz- oder Kostengründen nur noch ein Reifenreparaturset. Im Fall einer Reifenpanne ermöglicht das Reparaturset die Weiterfahrt bis zur nächsten Werkstatt, ohne am Straßenrand den Reifen wechseln zu müssen. Der beschädigte Reifen lässt sich einfach und schnell reparieren, wodurch die Weiterfahrt zum Reifenhändler oder in eine Werkstatt ermöglicht wird.

So funktioniert ein Pannenset: Die Pannensets enthalten ein flüssiges Reifendichtmittel, mit welchem sich kleine Beschädigungen an der Lauffläche vorübergehend wieder reparieren lassen. Diese Gummilösung wird mittels eines Kompressors oder durch CO2 über das Ventil in den Reifen geblasen, wo es sich auf der Innenseite des Pneus verteilt und das Loch verschließt.

Tipp

Die CosmosDirekt Autoversicherung mit Schutzbrief-Service hilft Ihnen zuverlässig und schnell bei Pannen, Unfällen und Krankheiten im Ausland.


Die Checkliste: Reifen bereit für den Asphalt

  • Den Fülldruck in den Reifen vor der Abreise messen und gegebenenfalls anpassen. Die Informationen zum empfohlenen Reifendruck finden Sie in der Tankklappe und der Bedienungsanleitung.
  • Die Profiltiefe der Reifen überprüfen. Wir empfehlen bei Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von 2 mm (Breitreifen 3 mm), bei Winterreifen 4 mm. Das gesetzlich vorgegebene Mindestprofil liegt bei 1,6 mm. Mit einer 1-Euro-Münze können Sie den Check am einfachsten durchführen: Halten Sie die Münze in die Vertiefungen. Wenn der 3 mm breite Messingrand nicht mehr zu sehen ist, müssen Sie sich keine Gedanken um das Profil machen.
  • Den Reifen auf äußere Schäden und Verschleißerscheinungen überprüfen. Sprödes Gummi, Risse und Sägezahnbildung sind häufig mit bloßem Auge zu erkennen. Achten Sie auch auf feststeckende Nägel und Scherben.
  • Das Alter der Reifen anhand der DOT-Nummer überprüfen. Nach 8 Jahren haben Autoreifen ein Alter erreicht, indem sie pannenanfälliger und weniger leistungsfähig werden. Deswegen empfehlen Reifenexperten, die Reifen dann auszuwechseln – unabhängig von der gefahrenen Kilometerzahl.


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