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Kfz-Vollmacht

Das ist bei der Vollmacht zur Kfz-Zulassung zu beachten

Terminnot, eine unerwartete Geschäftsreise oder ein privater Zwischenfall – es können sich etliche Situationen einstellen, die es unmöglich machen, eine Fahrzeugzulassung persönlich vorzunehmen.

In solchen Fällen ist eine Vollmacht die Lösung. Sie erlaubt es einer anderen Person als dem Fahrzeughalter, die Zulassung bei der Behörde vorzunehmen. Worauf es bei der Ausstellung der Vollmacht und dem Gang zur Behörde ankommt, erfahren Sie hier.


Diese Begriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
FahrzeughalterEr wird bei der zuständigen Behörde für jedes zugelassene Fahrzeug eingetragen. Der Halter hat das Verfügungsrecht über ein Fahrzeug und trägt damit auch Verantwortung für die Nutzung desselben. Sowohl natürliche als auch juristische Personen können als Fahrzeughalter auftreten.
ZulassungsbescheinigungDie Zulassungsbescheinigung Teil I und II hat den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief abgelöst. Hier tragen die Behörden unter anderem den Namen des Halters und die wichtigsten Informationen zum Fahrzeug ein.
Kfz-ZulassungsbehördeDiese ist für die Ausstellung und Verwaltung von Zulassungsbescheinigungen und Betriebserlaubnissen zuständig. Die Zulassungsbehörden gehören in der Regel zur Kreisverwaltung.

Was die Vollmacht zur Kfz-Anmeldung beinhalten sollte

Der Gang zur Behörde ist selten angenehm und kann mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen. Sollte sich Ihr Terminplan nicht mit den Öffnungszeiten der Zulassungsstelle vereinbaren lassen, können Sie eine andere Person dazu berechtigen, die Zulassung in Ihrem Namen vorzunehmen. Allerdings kann auch mit einer Vollmacht die Kfz-Zulassung nur bei der Behörde erfolgen, die für den Wohnort des Fahrzeughalters zuständig ist.

Formulierung der Vollmacht

Die Vollmacht muss eine unmissverständliche Willenserklärung beinhalten und sowohl den Vollmachtgeber als auch den Bevollmächtigten anführen. Eine häufig verwendete Formulierung ist dabei: „Hiermit bevollmächtige ich …“. Es folgen Name, Anschrift und Unterschrift des Vollmachtgebers und des Bevollmächtigten sowie Angaben zu dem Fahrzeug, das zugelassen werden soll.

Zur Vollmacht gehört außerdem eine Erklärung, in der Sie sich damit einverstanden erklären, dass die bevollmächtigte Person Einblick in Ihre kraftfahrzeugsteuerlichen Verhältnisse bekommt und dabei möglicherweise auch von Zahlungsrückständen erfährt.

Viele Zulassungsbehörden bieten auf ihren Internetseiten Formulare für die Vollmacht der Kfz-Zulassung an. Diese können ausgefüllt und unterschrieben werden oder aber als Orientierung dienen. Fahrzeughalter sollten im Vorfeld sichergehen, dass keine Steuer- und Gebührenrückstände offenstehen. Denn daran kann unter Umständen die Zulassung des Fahrzeugs scheitern.

Hinweis

Die Formulare enthalten häufig ein Feld für das Einverständnis einer Untervollmacht. Diese erlaubt es dem von Ihnen Bevollmächtigten, eine dritte Person mit einer Vollmacht auszustatten. Ohne Ausweis keine Zulassung.

Der Bevollmächtigte muss sowohl seinen eigenen Personalausweis oder Pass als auch den des Vollmachtgebers bei der Zulassungsbehörde vorzeigen. Beide können auch als Kopie vorgelegt werden. Der Ausweis des Vollmachtgebers soll unter anderem verhindern, dass eine unbefugte Person mit einer gefälschten Vollmacht ein Fahrzeug auf ihren Namen zulässt. Bei einer Kopie sollte der Ausweisinhaber per Unterschrift bestätigen, dass die Kopie mit dem Original übereinstimmt.

Bevor Sie eine Ausweiskopie aushändigen, können Sie die 6-stellige Zugangsnummer der neuen Personalausweise schwärzen. Eine solche Nummer haben nur neue Personalausweise. Sie befindet sich auf der Vorderseite des Ausweises und wird zur Autorisierung bei Ausweislesegeräten benötigt. Andere Angaben wie das Geburtsdatum, der Wohnort und die Ausweisnummer dürfen Sie dagegen nicht unkenntlich machen.

SEPA-Lastschriftmandat

Bei der Kfz-Zulassung haben Fahrzeughalter auch ein Lastschriftmandat zu übergeben. Es dient dazu, die Kfz-Steuer vom Konto des Halters abzubuchen. Auch für das Lastschriftmandat finden Sie auf den Internetseiten der Zulassungsstellen Formulare für den Ausdruck. Sollten der Kontoinhaber und der Fahrzeughalter nicht ein und dieselbe Person sein, werden auf dem Lastschriftmandat beide Unterschriften benötigt.

Vollmacht bei Zulassung von Firmenwagen

Soll ein Unternehmen Halter eines Firmenwagens werden, sind der Geschäftsführer oder der Prokurist dafür verantwortlich, die Zulassung vorzunehmen. Es steht aber auch ihnen offen, eine Vollmacht zur Kfz-Zulassung ausstellen. Bei der Anmeldung von Firmenwagen verlangen die Zulassungsstellen einen Handelsregister-Auszug und eine Gewerbeanmeldung zur Vorlage. Selbstständige oder Einzelkaufleute können im Übrigen nicht als juristische Personen auftreten. Die Zulassung erfolgt daher auf ihren Namen. Wie das Fahrzeug steuerrechtlich behandelt wird, entscheidet im Weiteren das zuständige Finanzamt.

Hinweis

Zusatzkosten entstehen bei der Kfz-Zulassung mit einer Vollmacht in der Regel nicht.


Dies sollte der Bevollmächtigte dabeihaben

Der Bevollmächtigte hat neben der Vollmacht zur Kfz-Zulassung weitere Unterlagen zur Vorlage bei der Behörde mitzunehmen. Welche das sind, hängt vom Zulassungsvorgang ab. Dabei ist vor allem zwischen der Zulassung eines Neu- und Gebrauchtwagens zu unterscheiden. Außerdem kann ein Halter ein abgemeldetes Fahrzeug nach einer Stilllegung wiederzulassen. Die Wiederzulassung kann innerhalb von 7 Jahren nach der Stilllegung erfolgen.

Die Zulassungsvorgänge in der Übersicht:

  • Zulassung eines Neuwagens
  • Zulassung eines Gebrauchtwagens
  • Ab- oder Anmeldung eines Fahrzeugs
  • Ummeldung innerhalb eines Verwaltungskreises
  • Ummeldung außerhalb eines Verwaltungskreises

Die Zulassungsbescheinigung bei einer Kfz-Zulassung mit Vollmacht

Wer einen Neuwagen anmeldet, benötigt stets die Zulassungsbescheinigung Teil II. Die Zulassungsbescheinigung Teil I, die den Namen des Halters enthält, wird von der Zulassungsstelle ausgestellt. Bei der Zulassung eines Gebrauchtwagens verlangen die Behörden die Vorlage beider Zulassungsbescheinigungen.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung

Vor Ort muss die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) vorgelegt werden, die aus einer 7-stelligen Nummer aus Zahlen und Buchstaben besteht. Meist finden Sie in den Formularen ein Feld, in das Sie die eVB-Nummer eintragen können. Über die Nummer können die Sachbearbeiter vor Ort abgleichen, ob eine Deckungszusage für eine Kfz-Haftpflichtversicherung besteht.

Halter und Versicherungsnehmer müssen im Übrigen nicht ein und dieselbe Person sein. Viele Versicherer erlauben einen „abweichenden Halter“. So können beispielsweise Eltern ihren Kindern eine bessere Schadenfreiheitsklasse zur Verfügung stellen.

Tipp

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Die Hauptuntersuchung

Bei der Zulassung eines Gebrauchtwagens verlangen die Zulassungsstellen den gültigen Prüfbericht einer Hauptuntersuchung. Bei der Wiederzulassung nach einer zwischenzeitlichen Abmeldung genügt die Vorlage eines gültigen Hauptuntersuchungsberichts, wenn die Abmeldung weniger als 7 Jahre zurückliegt.

Kfz-Kennzeichen

Seit 2015 ist es möglich, nach einem Umzug in einen anderen Bezirk das alte Nummernschild zu behalten. Der Weg zur Behörde fällt damit allerdings nicht weg, da die Daten weiterhin erfasst werden müssen. Der Halter kann jedoch auch hierfür eine Vollmacht ausstellen. Wenn ein Halter das Nummernschild beibehalten will, muss er die Kfz-Kennzeichen nicht zur Behörde mitnehmen.

Hinweis

Sollten Sie ein Fahrzeug verkaufen, sind Sie dazu verpflichtet, sowohl die Versicherung als auch die Zulassungsstelle schnellstmöglich darüber in Kenntnis zu setzen.


Keine Vollmacht bei der Kfz-Abmeldung

Im Gegensatz zum Zulassungsvorgang kann auch eine andere Person als der Halter des Fahrzeugs eine Abmeldung ohne Vollmacht erwirken. Voraussetzung ist allein, dass die für die Abmeldung vorgesehenen Unterlagen vorgelegt werden. Folgende Unterlagen verlangt die Zulassungsstelle:

  • Kfz-Kennzeichen
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II
  • Für die endgültige Stilllegung ein Nachweis einer zertifizierten Altauto-Annahmestelle

Abmeldung seit 2015 ohne Gang zur Behörde möglich

Durch ein neu eingerichtetes Online-Verfahren ist es möglich, sich den Weg zur Zulassungsbehörde bei einer Auto-Abmeldung vollständig zu sparen. Allerdings ist dieses Verfahren nur bei Autos anwendbar, die ab dem 1. Januar 2015 zugelassen worden sind. Denn nur seit 2015 ausgestellte Stempelplaketten und Zulassungsbescheinigungen (Teil I) sind mit Sicherheitscodes ausgestattet, die bei der Online-Abmeldung benötigt werden.

Zudem benötigen Sie den neuen Personalausweis mit dem dafür vorgesehenen Lesegerät. Durch die Eingabe der Sicherheitscodes und die Identifizierung mit dem Ausweis können Sie die Abmeldung von zu Hause vornehmen. Die Ausarbeitung eines sicheren Verfahrens für die internetbasierte Zulassung hat das Bundesverkehrsministerium ebenfalls in Planung gegeben.

Hinweis

Der Halter bzw. sein Bevollmächtigter können ein Fahrzeug bei jeder Zulassungsbehörde in Deutschland abmelden. Allerdings fällt die Abmeldegebühr geringer aus, wenn sie in der gleichen Zulassungsstelle vorgenommen wird wie die Anmeldung.

Im Ratgeber Auto abmelden erhalten Sie eine ausführliche Beschreibung der Abmeldung eines Fahrzeugs.


Zulassung auf eine minderjährige Person

Wenn eine minderjährige Person älter als 16 Jahre alt ist und einen Führerschein besitzt, kann sie Halter eines Fahrzeugs sein. Sie muss dafür bei der Zulassungsstelle eine Einverständniserklärung beider Elternteile vorweisen. Sollte nur ein Elternteil erziehungsberechtigt sein, ist dies ebenfalls nachzuweisen. Auch ein minderjähriger Fahrzeughalter kann eine Vollmacht für die Kfz-Anmeldung erteilen. In dem Fall sind sowohl die Vollmacht als auch die Einverständniserklärung der Eltern bei der Zulassungsstelle vorzulegen.

Darüber hinaus kann eine minderjährige Person mit Behinderung Fahrzeughalter werden, um die steuerliche Befreiung des Fahrzeugs zu erwirken. Voraussetzung dafür ist, dass das Fahrzeug allein dazu genutzt wird, um die behinderte Person zu befördern oder aber um die Haushaltsführung zu bewältigen. Die Anmeldung auf einen behinderten Halter erfordert die Vorlage eines Schwerbehindertenausweises.


Fazit: Eine einfache Möglichkeit, Terminnöte zu umgehen

Die Vollmacht für die Kfz-Zulassung erspart Zeitnot und Termingeschiebe und erfordert nur geringen Aufwand. Wenn Sie eine Person Ihres Vertrauens gefunden haben, die bereit ist, als Bevollmächtigter den Gang zur Zulassungsstelle anzutreten, ist der bürokratische Aufwand überschaubar. Auf Folgendes ist bei der Vollmacht zu achten:

  • Eindeutige Willenserklärung mit Name, Anschrift und Unterschrift des Vollmachtgebers und des Bevollmächtigten
  • Angaben zum Fahrzeug wie Hersteller, Typ, Fahrzeug-Identifikationsnummer
  • Ausweis oder Pass des Bevollmächtigten und des Vollmachtgebers. Bei einer Kopie sollte die Übereinstimmung mit dem Original durch eine Unterschrift bestätigt werden
  • SEPA-Lastschriftmandat für den Einzug der Kfz-Steuer

Eine einfache und sichere Lösung ist es, die Homepage der jeweils zuständigen Behörde aufzusuchen und sich ein Formular für die Vollmacht auszudrucken. Danach müssen Sie dem Bevollmächtigten nur noch die für den jeweiligen Zulassungsvorgang notwendigen Fahrzeug- und Versicherungsdokumente übergeben.



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