Wann lohnt sich ein Wechsel der BU?

Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wechseln

Wann sich ein Wechsel lohnt

Wer mit seiner Berufsunfähigkeitsversicherung unzufrieden ist, kann einen Wechsel ins Auge fassen. Doch dieser Schritt will gut überlegt sein. Unter Umständen drohen Nach­teile – vor allem finanzieller Natur. Sinnvoll ist ein Wechsel aber, wenn die neue Berufs­unfähigkeits­ver­sicherung bei gleichen Konditionen günstiger ist als die alte – oder mit Leistungen überzeugt, die der alte Vertrag nicht beinhaltet. Wir erklären Dir, was Du beim Wechsel Deiner BU-Versicherung berücksichtigen solltest.

Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails findest Du hier.

Diese Begriffe solltest Du kennen

Eine Vertragsklausel, die vor allem in älteren BU-Versicherungen vorkommt. Diese besagt, dass der Versicherer im Fall einer Berufs­unfähig­keit den Versicherungs­nehmer unter Umständen auf die Ausübung einer anderen beruflichen Tätigkeit verweisen kann und daher keine Leistung erbringen muss.

Mit der Dynamik wird die BU-Rente – und damit auch der Beitrag – jedes Jahr automatisch um einen bestimmten Prozent­satz erhöht, sofern der Versicherte dem nicht widerspricht. Viele Versicherer erlauben ihren Kunden nur eine begrenzte Anzahl von Wider­sprüchen oder geben dafür Zeit­abstände vor.

Eine Vertrags­option, um die BU-Rente bei bestimmten Ereignissen (Berufs­eintritt, Ehe­schließung, Geburt eines Kindes, Erwerb einer Immobilie etc.) zu erhöhen. Der Vorteil dieser Klausel besteht darin, dass eine erneute Gesund­heits­prüfung entfällt.

Versicherungen sollten regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden: Sichern mich die vereinbarten Leistungen noch umfassend ab? Zahle ich zu viel für einen Schutz, den ich bei einem anderen Anbieter zu einem besseren Preis erhalte, möglicherweise sogar in Verbindung mit Extra-Leistungen? Doch was sich vor allem bei einer Kfz-Versicherung relativ leicht umsetzen lässt, wird bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zu einer Herausforderung: der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Denn in der Regel handelt es sich bei der BU-Versicherung um eine Police, die man einmal abschließt und bis zum Ende des Berufslebens behält.

Jeder vierte Arbeitnehmer scheidet vorzeitig aus dem Berufsleben aus, die meisten infolge einer körperlichen oder psychischen Erkrankung. Doch die staatliche Fürsorge greift bei einer Berufsunfähigkeit nicht mehr. Wie Du privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen kannst, erfährst Du auf unserer Produktseite.

Wann ist ein Wechsel der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sinn­voll?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Versicherungen, die jeder Arbeitnehmer haben sollte. Sie schützt vor finanziellen Einschränkungen, solltest Du – bedingt durch eine Erkrankung – Deinen Beruf nicht mehr ausüben können. Die zentrale Leistung der BU-Versicherung, die Berufsunfähigkeitsrente, wird im Leistungsfall monatlich ausgezahlt. Doch oft muss der Kunde für seinen Schutz hohe Prämien bezahlen. Darüber hinaus sind viele ältere Verträge zum Nachteil des Kunden geregelt: Sie enthalten häufig noch eine Klausel zur abstrakten Verweisung.

Prämi­en­höhe

Keiner zahlt gern mehr für seinen BU-Schutz als notwendig. Wichtiger als die Höhe der Prämie ist allerdings ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, um später nicht auf entscheidende Leistungen verzichten zu müssen. Bevor Du Deine Berufsunfähigkeitsversicherung wechselst, solltest Du daher sowohl Konditionen als auch Preise vergleichen. Achte bei der Prämie auf den Unterschied von Brutto- und Nettobetrag. Die Bruttoprämie stellt den maximal zu zahlenden Betrag dar, tatsächlich zahlst Du aber nur die niedrigere Nettoprämie. Denn der Versicherer verrechnet anfallende Überschüsse mit Deinen Beitragszahlungen. Allerdings ist der Nettobetrag nicht garantiert, sondern wird jedes Jahr neu festgelegt. Je nach Entwicklung des Versicherers fällt er dann höher oder niedriger aus.

Berufs­wechsel

Wenn Du den Job wechselst, musst Du nicht zwangsläufig Deine BU-Versicherung ändern. Die Versicherer verzichten darauf, dass man den Berufswechsel anzeigen muss, sogar der Wechsel in eine andere Branche ist kein Problem. Dennoch ist ein Jobwechsel ein guter Anlass, den BU-Schutz zu überprüfen und gegebenenfalls die BU-Versicherung zu wechseln. Vor allem dann, wenn Du nach einem Beruf mit hohem Risikofaktor (z. B. Koch oder Dachdecker) nun einen Job mit einem niedrigen Risikofaktor (z.B. Bürokaufmann oder Verkäufer) ausübst. Da die ursprüngliche Prämie auf dem bisher ausgeübten Beruf berechnet wurde, kann es sein, dass Du nach dem Jobwechsel deutlich weniger Prämie zahlen musst – und zwar aufgrund der geringeren Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden.

Vereinbare bei Deiner Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie. Du kannst Deine Versicherungs­leistungen dann einfach an neue Lebens­umstände anpassen (zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes oder Erwerb eines Eigenheims). Der Vorteil der Nachversicherungsgarantie: Es entfällt eine erneute Gesundheitsprüfung.

Abstrakte Verwei­sung

Enthält Dein bestehender Vertrag eine Klausel zur abstrakten Verweisung, dann ist es durchaus sinnvoll, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln. Denn mit dieser Klausel behält sich der Versicherer das Recht vor, die BU-Rente unter Umständen nicht zu zahlen. Nämlich dann, wenn es eine andere berufliche Tätigkeit gibt, die den fachlichen Kenntnissen sowie den beruflichen Fähigkeiten des Versicherten entspricht – und den gewohnten Lebensstandard, z. B. durch ein ähnliches Gehalt, sicherstellt. Ob der bisherige Arbeitgeber eine solche Position anbietet, spielt keine Rolle – sondern nur, dass es auf dem Arbeitsmarkt Stellen mit diesem Profil gibt. In neuen Verträgen verzichten viele Versicherer auf eine entsprechende Klausel, bei einigen Anbietern ist sie aber dennoch enthalten, in der Regel bei preisgünstigen Grund-Tarifen.

CosmosDirekt verzichtet auf die abstrakte Verweisung. Dadurch bist Du nicht gezwungen, trotz vorliegender Berufsunfähigkeit eine andere Tätigkeit auszuüben.

Dynamik-Option

In vielen Altverträgen ist die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente fest vereinbart oder es wurde auf eine Dynamik verzichtet. Inflation, steigendes Einkommen oder größerer Vorsorgebedarf werden nicht berücksichtigt. Über die Zeit hinweg verliert so die vereinbarte Rentenhöhe an „Wert“, weil sie nominell gleich bleibt und der tatsächlichen wirtschaftlichen und persönlichen Entwicklung nicht Rechnung trägt. Kurzfristig mag der Wertverlust vielleicht noch annehmbar sein, weil er sich kaum bemerkbar macht. Aber spätestens nach 20 Jahren zeigt sich, dass die BU-Rente, die man als Berufsanfänger noch für angemessen hielt, nun bei weitem nicht mehr ausreicht.

Neue Verträge bieten dagegen meist eine Dynamik-Option an. Diese sorgt dafür, dass die Absicherung sozusagen automatisch mitwächst. Der Vorteil: Die versicherte BU-Rente steigt und gleicht den Kaufkraftverlust aus, der sich durch die Inflation bzw. die wirtschaftliche Entwicklung in Bezug auf die ursprüngliche Rentenhöhe ergeben würde. Dazu erhält der Versicherte die Möglichkeit, einmal im Jahr die Rente z. B. um einen bestimmten Prozentsatz zu erhöhen – und zwar ohne eine erneute Gesundheitsprüfung.

Die Dynamik-Option bedeutet aber nicht nur, dass die BU-Rente steigt, sondern auch eine entsprechende Erhöhung der Prämie. Wer diese nicht tragen kann oder will, kann der Anpassung widersprechen. Wie oft ein Widerspruch möglich ist, bevor das Recht zur dynamischen Anpassung erlischt, regelt jeder Versicherer eigenständig.

Eine weitere Möglichkeit, die BU-Rente einfach und ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, ist die Nachversicherungsgarantie. Mit dieser kannst Du die Absicherung einer neuen Lebenssituation anpassen – etwa nach dem Einstieg ins Berufsleben, einer Heirat, der Geburt eines Kindes oder nach dem Erwerb einer Immobilie.

3 Situa­tionen, in denen ein Wechsel der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sinn­voll ist

  • Der neue Tarif bietet dieselben Leistungen wie die alte BU-Versicherung, ist aber günstiger.
  • Der neue Tarif bietet umfangreichere bzw. kundenfreundlichere Leistungen als die alte BU-Versicherung und kostet genauso viel oder nur ein wenig mehr.
  • Der neue Tarif verzichtet auf die abstrakte Verweisung und bietet vorteilhafte Optionen zur Erhöhung der BU-Rente (Dynamik-Option, Nachversicherungsgarantie etc.)

So wech­selst Du die BU-Versi­che­rung in wenigen Schritten

Damit der Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung gelingt, sollte er durchdacht und sorgfältig in Angriff genommen werden. Grundsätzlich solltest Du einen alten Vertrag nur dann auflösen, wenn der neue Tarif deutliche Verbesserungen mit sich bringt.

  • Überprüfe Deinen alten Tarif: Welche Leistungen beinhaltet Dein Vertrag? Wie hoch ist die Prämie?
  • Vergleiche Deinen Tarif mit Angeboten anderer Anbieter: Achte vor allem auf bessere Vertragskonditionen, behalte aber auch die Beitragshöhe im Blick.
  • Beantrage beim gewünschten Anbieter die neue BU-Versicherung: Lies genau die Vertragsdetails und frage bei Unklarheiten nach. Fülle sorgfältig alle Punkte im Antrag aus. Beantworte dabei ehrlich alle Gesundheitsfragen. Am besten legst Du dabei den Beginn und das Ende auf ein Datum, somit bist Du ununterbrochen abgesichert.
  • Kündige nicht gleich die alte BU-Versicherung: Warte mit der Kündigung des alten Tarifs auf jeden Fall, bis Du die Annahmebestätigung der neuen Versicherung schriftlich vorliegen hast.
  • Wechsle in die neue BU-Versicherung: Erst wenn der neue Vertrag zustande gekommen ist, kündigst Du den alten.

Wann eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung angebracht ist und welche Fallstricke Du dabei vermeiden solltest, verrät Dir unser Ratgeber „Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen“.

Was passiert mit dem alten Tarif, wenn ich die BU-Versi­che­rung wechsle?

Wenn Du die Berufsunfähigkeitsversicherung wechselst und den alten Vertrag kündigst, wird dieser unter Umständen beitragsfrei gestellt und es besteht dann eine beitragsfreie BU-Rente. Lief der Vertrag noch nicht so lange, dass durch die Beitragseinzahlungen eine beitragsfreie Rente erreicht wird, erlischt der alte BU-Tarif vollständig.

Wann ist es nicht sinn­voll, die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu wech­seln?

Wenn sich Dein Gesundheitszustand seit dem Abschluss des bestehenden Vertrags erheblich verschlechtert hat, lohnt es sich in den meisten Fällen nicht, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln. Denn bevor Du den neuen Vertrag abschließen kannst, musst Du erneut eine umfangreiche Gesundheitsprüfung durchlaufen. Da Du nun ein höheres Risiko hast, berufsunfähig zu werden, wird aller Voraussicht nach der Versicherer einen Zuschlag auf die Prämie verlangen. Das hebt unter Umständen den finanziellen Vorteil durch den Wechsel auf – oder führt dazu, dass Du für die neue Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich mehr als bislang zahlen musst.

Willst Du trotz der ungünstigen Einschätzung bei der Gesundheitsprüfung dennoch wechseln, besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, Leistungsausschlüsse in Kauf zu nehmen. Dadurch reduzierst Du zwar die Höhe der Prämie, allerdings stehst Du dann womöglich in Situationen ohne Schutz da, in denen Du die Unterstützung gut gebrauchen könntest. Beispielsweise wäre bei chronischen Rückenschmerzen eine entsprechende Berufsunfähigkeit dann nicht mehr abgesichert, wenn der Rücken vom Versicherungsschutz ausgeklammert wurde. Sollte die Prüfung des Gesundheitszustands ergeben, dass Du nicht versicherbar bist, droht Dir sogar die Ablehnung des Antrags.

Entstehen Dir keine nennenswerten Vorteile oder überwiegen die Nachteile, solltest Du den Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung überdenken.

3 Situa­tionen, in denen es wenig sinn­voll ist, die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu wech­seln

  • Du musst für dieselbe Leistung (oder eine lediglich geringfügige Verbesserung) eine deutlich höhere Prämie zahlen.
  • Du musst erhebliche Leistungsverschlechterungen gegenüber der bestehenden Police in Kauf nehmen (z.B. Ausschlüsse von Leistungen, die im aktuellen Vertrag abgesichert sind).
  • Nach der erneuten Gesundheitsprüfung wird Dein Antrag vom neuen Versicherer abgelehnt.

Kündige den alten Vertrag wirklich erst dann, wenn Du die Annahmebestätigung des neuen Versicherers schriftlich vorliegen hast. Im Fall einer Ablehnung stehst Du ansonsten gegebenenfalls ohne Versicherungsschutz da! Denn eine Kündigung lässt sich in der Regel nicht zurücknehmen.

Kombi­ver­träge mit einer Berufs­un­fä­hig­keits-Zusatz­ver­si­che­rung

Neben der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es auch die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) abzuschließen. Diese wird dann entweder mit einer Risikolebensversicherung oder einem Produkt zur Altersvorsorge kombiniert. In manchen Fällen ist der Kombi-Vertrag aus einer Risikolebensversicherung mit einer BU-Zusatzversicherung günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Fazit: Wann ein Wechsel der BU sinnvoll ist

Der verstärkte Wettbewerb zwischen den Versicherern hat dazu geführt, dass Kunden die heutigen Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung meist zu besseren Konditionen und günstigeren Preisen als früher abschließen können. Hat man bereits einen Altvertrag, kann der Wechsel zu einer vorteilhafteren Berufsunfähigkeitsversicherung durchaus sinnvoll sein. Doch zuvor musst Du erneut die Gesundheitsprüfung absolvieren. Daher solltest Du nur dann die Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln, wenn Du bei gleichen Leistungen weniger Prämie bezahlst oder für das gleiche Geld zusätzliche Leistungen erhältst.

Berufs­un­fä­hig­keits-Ver­si­che­rung

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