CosmosDirekt - Die Versicherung.
Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen:

Mit Bedacht zur besseren Police

Wer aus gesund­heitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, benötigt die Leistungen einer Berufs­unfähigkeits­versicherung um seinen Lebens­standard aufrecht zu erhalten. Einen bestehenden Vertrag zu kündigen kann in einigen Fällen aber trotzdem sinnvoll sein.

Im folgenden Artikel zeigt CosmosDirekt Fallstricke auf und erklärt, unter welchen Umständen eine Kündigung angebracht ist. Außerdem erfahren Sie, wann Sie die Berufsunfähigkeits­versicherung kündigen können.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
PoliceMeint in der Regel den Versicherungsschein, kann aber auch für die Versicherung an sich stehen. Im Versicherungsschein ist dokumentiert, wie der Versicherungsvertrag ausgestaltet ist, welche Rechte und Pflichten beide Seiten haben, welche Fristen bestehen und welche Leistungen im Versicherungsfall gezahlt werden.

Unter welchen Umständen sollte ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Versicherungen, die in keinem Haushalt fehlen sollten. Nur mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie sich gegen finanzielle Belastungen schützen, die entstehen, wenn Sie infolge einer Krankheit Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Ihre zentrale Leistung ist die Berufsunfähigkeitsrente, die Ihnen im Leistungsfall monatlich gezahlt wird. Gerade bei Altverträgen sind zwei Punkte oft zum Nachteil der Kunden geregelt: Es ist eine abstrakte Verweisbarkeit enthalten und es wurde keine Dynamik vereinbart.

Kündigen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung mit abstrakter Verweisung

Der wichtigste Grund, der für eine Kündigung der bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung spricht, ist der Einschluss einer sogenannten Verweisungsklausel. Dies betrifft vor allem Policen, die folgende Passage enthalten:

"Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte außerstande ist, seinem Beruf oder einer anderen Tätigkeit nachzukommen, die er aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausüben kann und die seinem bisherigen Lebensstandard entspricht."

Durch den Einschluss einer "abstrakten Verweisung" behält sich der Versicherer das Recht vor, die Berufsunfähigkeitsrente nicht zu zahlen, wenn der Versicherte auf ein entsprechendes Berufsbild verwiesen werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Versicherte einen derartigen Beruf tatsächlich aufnehmen kann oder nicht, solange theoretisch die Möglichkeit dazu besteht. In der Praxis hat die abstrakte Verweisung in der Vergangenheit für Probleme gesorgt.

Ein Beispiel: Ein 50-jähriger Chirurg war in einem kleinen Krankenhaus tätig. Doch irgendwann konnte er bei Operationen die rechte Hand nicht mehr richtig bewegen. Jede Fingerbewegung und jedes Greifen wurde von einem stechenden Schmerz begleitet. Schließlich war es ihm unmöglich, noch zu operieren. Die Diagnose: eine fortgeschrittene Fingerarthrose. Da er seinen Beruf in Zukunft nicht mehr würde ausüben können, beantragte er bei seiner Versicherung die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Ein Gutachter stellte fest, dass er zu 100 Prozent berufsunfähig war. Die Versicherung verweigerte aber die Zahlung. Stattdessen berief sie sich auf die im Vertrag enthaltene Klausel „Abstrakte Verweisung“. Die Versicherung erklärte dem Chirurg, dass er mit seinen Qualifikationen auch als medizinischer Gutachter tätig sein könnte. Das Gehalt sei ähnlich, sein Lebensstandard daher nicht in Gefahr, und die gesundheitlichen Belastungen im Beruf fielen geringer aus. Dass es keine offene Stelle gab, spielte bei der Verweisung keine Rolle.

Enthält Ihre Police eine Passage zur abstrakten Verweisung, sollten Sie prüfen ob Sie einen Vertrag ohne abstrakte Verweisung erhalten können und die bisherige Berufsunfähigkeitsversicherung umstellen oder kündigen.

Folgende Formulierung sollte der neue Vertrag beinhalten:

"Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich dauernd zu mindestens 50 Prozent außer Stande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf – so wie er ohne gesundheitliche Leistungsbeeinträchtigung ausgestaltet war – auszuüben."

Tipp

CosmosDirekt verzichtet in allen aktuellen Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung auf die Verweisungsklausel. Das bedeutet für Sie, dass kein Zwang besteht, einen anderen Beruf auszuüben.

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dynamik kündigen?

Wenn Sie eine inflationssichere Berufsunfähigkeitsversicherung möchten, kommen Sie nicht umhin, regelmäßig die Prämien zu erhöhen. Denn mit einer steigenden Prämie wächst auch die entsprechende Rente, die im Versicherungsfall ausgezahlt wird.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung heißt diese automatische Anpassung an den allgemeinen Preisanstieg Dynamik. Haben Sie diese in Ihrem bestehenden Versicherungsvertrag nicht vereinbart, bedeutet dies zum einen, dass Sie Erhöhungen bei Bedarf beantragen müssen. Zum anderen wird dabei jedes Mal Ihr Gesundheitszustand überprüft. Sollten sich in den Jahren Erkrankungen ergeben haben, kann der Versicherer die gewünschte Erhöhung ablehnen oder nur mit einem Zuschlag annehmen. Wenn Sie einen neuen bzw. weiteren Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sollten Sie diesen mit einer Dynamik vereinbaren.

Tipp

Vereinbaren Sie bei Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie. Sie können Ihre Versicherungs­leistungen dann einfach an neue Lebens­umstände anpassen (zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes oder Erwerb eines Eigenheims). Der Vorteil der Nachversicherungsgarantie: Es entfällt eine erneute Gesundheitsprüfung.

Diese drei Gründe sprechen dafür, die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen

  • Der neue Tarif bietet dieselben Leistungen wie der alte, ist aber günstiger.
  • Der neue Tarif bietet mehr Leistungen als der alte Tarif und kostet genauso viel oder nur geringfügig mehr.
  • Der neue Versicherer verzichtet auf „abstrakte Verweisbarkeit“.

Was passiert mit meinen Beiträgen, wenn ich die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen möchte?

Entschließen Sie sich zu einer Kündigung, wird Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in eine beitragsfreie Versicherung mit deutlich reduzierten Leistungen umgewandelt, sofern ein entsprechendes Beitragsguthaben vorhanden ist. Wird die im Vertrag vereinbarte Mindestrente dabei unterschritten, erlischt die Berufsunfähigkeitsversicherung ganz.


Wann sollte ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht kündigen?

Unter Umständen ist es nicht ratsam, eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich Ihr Gesundheitszustand seit Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung verschlechtert hat. In diesem Fall wird der neue Versicherer von Ihnen entweder einen Zuschlag auf die Prämie verlangen. Oder Sie müssen Leistungsausschlüsse hinnehmen, die im alten Vertrag nicht berücksichtigt waren. Im schlimmsten Fall kann der Versicherer auch – sollte die Prüfung ergeben, dass Sie aufgrund Ihres Gesundheitszustandes nicht mehr versicherbar sind – die Aufnahme ablehnen.

Unter diesen Umständen sollten Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht kündigen:

  • Höhere Prämienzahlung für dieselbe Leistung
  • Deutliche Leistungsverschlechterungen gegenüber dem bisherigen Vertrag (z. B. Ausschlussklauseln, die für den bestehenden Vertrag nicht gelten)
  • Ablehnung durch neuen Versicherer

Vorsicht bei Teilkündigungen von Kombi-Versicherungen

Bei Abschluss einer eigenen Police für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Folgen einer Kündigung relativ überschaubar. Anders ist der Fall, wenn es sich um eine Zusatzversicherung handelt, beispielsweise zu einer Risiko- oder Kapitallebensversicherung. Ob und wie sich die Prämienzahlungen für die Lebensversicherung von der Berufsunfähigkeitsversicherung trennen lassen, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich geregelt. Bevor Sie also erwägen, bei einem Kombi-Produkt allein die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen, sollten Sie sich genau informieren.


Welche Möglichkeiten habe ich, meine Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen?

Wenn es in Ihrem konkreten Fall sinnvoll ist, dass Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen, dann stehen Ihnen zwei Möglichkeiten offen:

  • Ordentliche Kündigung
  • Außerordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung

Wie bei jeder anderen Versicherung auch haben Sie das Recht, die Berufsunfähigkeitsversicherung ordentlich zu kündigen. Dies ist mit Einhaltung einer Frist von einem Monat zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich. Was zählt, ist das genaue Datum, zu dem Sie Ihre Versicherung abgeschlossen haben. Wenn Sie halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich bezahlen, ist die Kündigung auch zum nächsten Zahlungstermin möglich.

Tipp

Die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein. So haben Sie einen Nachweis. Geben Sie unbedingt Ihre Versicherungsnummer an, damit Ihr Versicherer Ihr Anliegen schnell und zügig bearbeiten kann.

Die außerordentliche Kündigung

Das Recht, die Berufsunfähigkeitsversicherung außerordentlich zu kündigen, haben Sie, wenn Ihr Versicherer einseitig die Vertragsbedingungen ändert. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie Ihre Prämien zum neuen Versicherungsjahr steigen. Unter diesen Umständen können Sie außerordentlich – ebenfalls mit einer Frist von einem Monat – Ihre bestehende Versicherung kündigen. Ausgenommen hiervon sind Anpassungen, die Sie im Rahmen der Dynamik vereinbart haben. Da diese eine Erhöhung der Rentenansprüche, also eine Verbesserung der Leistung, nach sich ziehen, stellen sie in der Regel keinen Grund zur außerordentlichen Kündigung da.

Wichtig

Eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie nur kündigen, wenn Sie vom neuen Versicherer die Zusage über den Versicherungsschutz oder die Police haben. Gerade bei älteren Versicherungsnehmern ist es möglich, dass der neue Versicherer nach der Risikoprüfung eine hohe Prämie verlangt oder die Aufnahme ablehnt – dann stehen Sie ohne Versicherungsschutz da.

Die Kündigungsfristen im Überblick

Kündigungsart
Frist
Ordentliche KündigungSpätestens ein Monat vor Ablauf des individuellen Versicherungsjahres bzw. zum nächsten Zahlungstermin
Außerordentliche Kündigung1 Monat nach Bekanntgabe der Prämienerhöhung

Fazit: Berufsunfähigkeitsversicherung nur mit Bedacht kündigen

Jeder Arbeitnehmer und Selbstständiger sollte sich gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit absichern. Der passende Tarif sollte mit Sorgfalt ausgesucht werden. So erspart man sich im Ernstfall Streitigkeiten mit dem Versicherer. Doch manchmal stellt man erst nach dem Abschluss fest, dass die Versicherung nicht das leistet, was man sich erhofft hat: Zum Beispiel, wenn man deutlich mehr als bei einem gleichwertigen Produkt einer anderen Versicherung zahlt oder ungünstige Konditionen vereinbart hat – insbesondere, wenn die abstrakte Verweisbarkeit eingeschlossen ist oder die dynamische Anpassung nicht vereinbart ist. In diesem Fall ist es gerade für jüngere Versicherte sinnvoll, die Berufsunfähigkeits­versicherung zu kündigen und in einen besseren Tarif zu wechseln. Ältere Versicherte sollten nur mit Bedacht wechseln: Sie zahlen möglicherweise bei einem neuen Versicherer aufgrund der erneuten Gesundheitsprüfung deutlich mehr als bislang – ohne von Leistungsverbesserungen zu profitieren.


Berufsunfähigkeitsversicherung von CosmosDirekt

Berufsunfähigkeits-Schutz

  • Rente ab 50 % Berufsunfähigkeit
  • Attraktive Zusatzleistungen
  • Sofortige Absicherung ohne Wartezeit
  • Kein Zwang einen anderen Beruf auszuüben
  • Rentenerhöhung Jahr für Jahr im Rentenbezug

War der Artikel hilfreich? Helfen Sie anderen und teilen Sie den Ratgeber: