Krankenpflegerin Kata

Engagement

Wir sind keine Superhelden - Eine Krankenpflegerin erzählt

Nurse Kata ist Gesundheits- und Krankenpflegerin und zeigt auf TikTok die Realität ihres Berufs. Wir haben mit ihr über die Höhen und Tiefen gesprochen und gefragt, was können wir alle tun, damit das Pflegesystem besser wird?!

Hi, wie toll, dass Du Zeit hast, um mit uns zu reden. Wir sind auf Dich aufmerksam geworden, weil Du auf TikTok sehr genau erzählst, wie Dein Berufsalltag aussieht. Kannst Du erzählen, warum Du Deinen TikTok Kanal gestartet hast?!

Ich war wütend, weil ich gemerkt habe, dass das Pflegesystem in Deutschland nicht funktioniert. Weder für die Patient*innen, noch für das Pflegepersonal und auch nicht für die Angehörigen. Und ich hab mich dem ausgeliefert gefühlt. Da habe ich gemerkt: Moment, die Wut in mich reinfressen bringt nichts. Ich will nicht irgendwann Schwester Rabiata werden, sondern jetzt was tun. Ich will mich nicht beschweren, sondern darüber reden, was in diesem Beruf passiert, was sich verändern muss aber auch, wie schön das Pflegen sein kann! Und vielleicht helfe ich so dabei, dass sich die Situation verbessert.

In der Pandemie haben wir für das Pflegepersonal geklatscht und ihr seid die Helden der Nation gewesen! Haben wir bei dieser Begeisterung etwas übersehen?

Ja, ihr habt uns übersehen. Das muss ich so klipp und klar sagen. Wir sind keine Helden. Weil Helden übermenschliche Kräfte haben. Die brauchen keinen Urlaub oder angemessene Bezahlung. Wir sind Menschen, ganz normal. Wir können wütend, verunsichert und müde sein. Und diese Pandemie hat uns Angst gemacht. Mein Arbeitsplatz hat sich von heute auf morgen verändert. Stationen wurden geschlossen, Personal abgezogen. Es gab nicht genug Schutzkleidung. Und für uns natürlich auch nicht die Option, ins Home Office zu gehen. Während immer mehr versucht wurde, die Bevölkerung zu schützen, war das für uns nicht drin. Wir mussten raus. Wir haben uns um die Kranken gekümmert. Und dann stellt sich die Gesellschaft abends hin und klatscht auf den Balkon. Weißt Du, so aus unserer Perspektive, da denkst Du Dir irgendwie: Ist das euer Ernst?!

Aber was würdest Du denn dem Otto Normalverbraucher als Tipp mitgeben, wie man Pflegepersonal am besten helfen kann?

Ich glaube, es ist wichtig, dass die Leute sich die Frage stellen: Was passiert mit mir, wenn ich selbst auf Pflege angewiesen bin. In welche Situation komme ich dann und wie geht es den Menschen, die mich pflegen? Und ich glaube, wenn wir uns ernsthaft mit diesen Fragen befassen, erkennen die Menschen schnell, dass das, was wir brauchen, eigentlich ganz einfach ist: Faire Arbeitsbedingungen. Und wenn wir uns dann für diese Bedingungen starkmachen, dann brauchen wir Unterstützung. Gerade wurde in Berlin gestreikt. Damit muss sich Otto Normalverbraucher solidarisieren. Dafür kann geklatscht werden.

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Du deckst viele Mängel auf, aber es ist auch immer ganz klar, dass Du Pflege für einen Traumberuf hältst, wie passt das zusammen?

Ich arbeite in diesem Beruf, weil ich nah an den Patient*innen und den Angehörigen sein wollte. Um das ganz klar zu sagen, Menschen sind gesund, weil wir da sind. Bei der modernen Pflege geht es nicht nur um Krankheit, sondern darum, neue wissenschaftliche Erkenntnisse immer wieder so einzusetzen, dass wir optimal für die Gesellschaft da sein können. Das ist in diesem Beruf einmalig, das muss geschützt werden.

Nurse Kata

Also bewegt sich in der Pflege momentan richtig viel?

Aber natürlich! Dieser Beruf hat sich die letzten 40 Jahre extrem gewandelt. Wir tun, was wir tun, weil wir wissen, dass gute Pflege so funktioniert. Da steck so viel Dynamik drin und es kommt technologisch viel auf uns zu. Das macht den Beruf ja so wahnsinnig interessant, weil er so anspruchsvoll ist, weil er abwechslungsreich ist und weil er immer fordert und fördert. Wenn Du willst, kannst Du hier die Nische finden, die perfekt zu Dir passt. Du musst nicht im Krankenhaus bleiben, Du kannst ja auch in den ambulanten Dienst gehen oder in die Altenpflege. Und ganz wichtig: Was viele nicht wissen, Pflege kann man auch studieren. Und das zeigt ja den Stellenwert, den das inzwischen hat. Ich sage zu denen, die diesen Bereich interessant finden: Komm rein, wenn Du Bock draufhast! Ich kann nicht alles schönreden, aber es ist ein erfüllender Beruf und ich freue mich über Nachwuchs.

Pflege scheint viel Platz in Deinem Leben einzunehmen, gelingt es Dir denn auch mal abzuschalten?

Also ganz ehrlich, meine TikToks sind mein Weg, um zu entspannen. Das ist für mich Quality Time, weil es mir auch die Chance gibt, mit dem umzugehen, was ich erlebe. Das ist sehr wertvoll, weil es ein Ventil ist, um das, was passiert, zu verarbeiten. Und ich kann mich mit der Community austauschen. Da merke ich immer wieder, wie groß das Interesse und wie stark die Unterstützung ist.

Kata beim Filmen

Wir kommen jetzt in die Weihnachtszeit, wie sagt man dem Pflegepersonal denn am besten Danke?

Ich finde, Wertschätzung sollte man immer zeigen. Das fängt damit an, dass Du Bitte und Danke sagst. Also als Angehöriger oder als Patient*in. Das klingt jetzt banal, aber das geht halt oft unter. Wir sind oft die Blitzableiter. Weil wir so nah an den Leuten sind. Und manches nicht sofort passieren kann. Und mir ist wichtig, dass die Leute ein Verständnis für unsere Arbeit entwickeln und sehen, dass wir das gemeinsam machen. Die Pfleger*innen, die Familien, die Freunde. Und dann sag ich immer: Und wenn Du helfen kannst, dann hilf!

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Über den Autor
Robert

Online Redakteur bei CosmosDirekt seit 2014, davor seit 1996 in verschiedenen Bereichen des Cosmos tätig. Ist auf der Straße, im Garten und auf dem Wasser zu Hause.