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Rentenberechnung verstehen

Die Rentenberechnung verstehen

Wie hoch ist meine gesetzliche Rente? Diese Frage beschäftigt viele, deren Rentenbeginn näher rückt. Die Antwort ist leicht zu finden, denn meistens liegen alle notwendigen Fakten, um die Rente berechnen zu können, bereits vor. Diese müssen nur in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt werden. Wir erklären Ihnen hier die Begriffe und die Zusammenhänge.


Die Rentenformel

Die Rentenberechnung basiert auf Ihren persönlichen Lebenslauf. Berücksichtigt werden in erster Linie Ihre eingezahlten Beiträge und die Versicherungszeiten. Zudem spielt es eine Rolle, wann man in den Ruhestand gehen möchte.

Die Rentenformel, mit der die Deutschen Rentenversicherung die Rente berechnet, lautet:

Monatsrente = Summe der Persönlichen Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor


Persönliche Entgeltpunkte (PEP)

Die persönlichen Entgeltpunkte sind der wichtigste Faktor in der Rentenberechnung. Sie werden für jedes Jahr ermittelt und anschließend addiert. Ausgangsbasis ist jeweils das bundesweit durchschnittliche Jahreseinkommen. Mit diesem wird zur Berechnung der Entgeltpunkte für die Rente Ihr Jahreseinkommen verglichen. Entspricht Ihr Einkommen genau dem Bundesdurchschnitt, bekommen Sie 1 Entgeltpunkt. Liegt der Verdienst darüber oder darunter, erhalten Sie einen anteilig höheren oder niedrigen Wert.

Allerdings fließt bei hohen Jahreseinkommen nicht der gesamte Verdienst in die Rentenberechnung mit ein. Die Beitragsmessungs­grenze bezeichnet das maximale Brutto-Einkommen, das für die Berechnung der Rente zugrunde gelegt wird. Der Anteil, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, wird nicht berücksichtigt.

Beitragsbemessungsgrenze (Auszug)

Jahr
Alte Bundesländer (mit Berlin- West)Neue Bundesländer (mit Berlin- Ost)
20095.400 € monatlich (64.800 € jährlich)4.550 € monatlich (54.600 € jährlich)
20105.500 € monatlich (66.000 € jährlich)4.650 € monatlich (55.800 € jährlich)
20115.500 € monatlich (66.000 € jährlich)4.800 € monatlich (57.600 € jährlich)
20125.600 € monatlich (67.200 € jährlich)4.800 € monatlich (57.600 € jährlich)
20135.800 € monatlich (69.600 € jährlich)4.900 € monatlich (58.800 € jährlich)
20145.950 € monatlich (71.400 € jährlich)5.000 € monatlich (60.000 € jährlich)
20156.050 € monatlich (72.600 € jährlich)5.200 € monatlich (62.400 € jährlich)

Bei der Berechnung der Rente wird zwischen alten und neuen Bundesländern unterschieden. Gründe dafür sind die relativ niedrigen Löhne in der DDR und das weiterhin bestehende Gefälle beim Einkommen. Damit bei der Rentenberechnung keine Nachteile entstehen, wird das Durchschnitts­einkommen Ost auf das West-Niveau gehoben. Für jedes Jahr gibt es einen entsprechenden Umrechnungsfaktor.

Umrechnungsfaktoren für neue Bundesländer (Auszug)

Jahr
Umrechnungsfaktor
20141,1873
20131,1767
20121,1785
20111,1740
20101,1726
20091,1712
20081,1857
20071,1841
20061,1827
20051,1827
20041,1932
20031,1943
20021,1972

Die Formel zur Berechnung der Entgeltpunkte sieht folgendermaßen aus:

Anzahl an Entgeltpunkten = Eigenes beitragspflichtiges Einkommen : Durchschnittsentgelt

Beispielrechnung

Beitragspflichtiges Jahreseinkommen
Persönliche Entgeltpunkte
(Alte Bundesländer)
Persönliche Entgeltpunkte
(Neue Bundesländer)
27.342 €27.342 : 32.100 = 0,8518(1,1740 * 27.342) : 32.100 = 1,0000
32.100 €32.100 : 32.100 = 1,0000(1,1740 * 32.100) : 32.100 = 1,1740
57.600 €57.600 : 32.100 = 1,7994(1,1740 * 57.600) : 32.100 = 2,1066

Zugangsfaktor (ZF)

Mit dem Zugangsfaktor berücksichtigt man bei der Berechnung, zu welchem Zeitpunkt die Rente in Anspruch genommen wird. Je nachdem, ob man vor oder nach der Regelaltersgrenze in Ruhestand geht, fallen bestimmte Ab- oder Zuschläge an:

  • Abschläge fallen an, wenn Sie eine Rente vorzeitig in Anspruch nehmen. Pro Kalendermonat, den Sie eher in den Altersruhestand gehen, betragen diese 0,3 %. Die Abschläge werden mit Erreichen der Regelaltersgrenze nicht zurückgenommen, sondern bleiben auch darüber hinaus bestehen.
  • Zuschläge gibt es, wenn Sie nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze auf Ihre Altersrente zunächst verzichten. Pro Monat wird der Zugangsfaktor erhöht, für die Berechnung einer Rente wegen Alters ergibt sich dann entsprechend ein Zuschlag von 0,5 % pro Monat.

Zugangsfaktor Altersrente

Rentenbeginn
Zugangsfaktor
5 Jahre vorher0,820
4 Jahre vorher0,856
3 Jahre vorher0,892
2 Jahre vorher0,928
1 Jahr vorher0,964
1 Monat vorher0,997
Regelaltersgrenze1,000
1 Monat später1,005
1 Jahr später1,060
2 Jahre später1,120
3 Jahre später1,180
4 Jahre später1,240
5 Jahre später1,300

Bei Hinterbliebenenrente ist nicht das eigene Alter für den Zugangsfaktor maßgeblich, sondern das Alter des verstorbenen Ehepartners.

Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben, ähnlich den Erwerbsminderungsrenten, bei denen der gesetzliche Renteneintritt in die Altersrente von 63 nach und nach auf 65 Jahre erhöht wird.

Mit dem Rentenpaket im Juli 2014 wurde auch die Rente mit 63 eingeführt. Besonders langjährig Versicherte, die mindestens 45 Beitragsjahre aufweisen, können dann mit 63 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen.

Ihr Rentenversicherungsträger hält umfangreiches Infomaterial zur Anhebung der Altersgrenzen und zu den Rentenabschlägen für Sie bereit.


Rentenartfaktor (RAF)

Mit diesem Faktor wird die Art der Rente bei der Berechnung berücksichtigt. In der Tabelle sind die Rentenartfaktoren der Renten der gesetzlichen Rentenversicherung aufgeführt.

Rentenart
Rentenart-Faktor (RAF)Anmerkungen
Altersrente1,00
Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung0,50
Rente wegen voller Erwerbsminderung1,00
Erziehungsrente1,00
Kleine Witwen-/ Witwerrente

1,00

0,25

Bis zum 3. Kalendermonat nach Ablauf des Monats, in dem der Ehepartner gestorben ist.

Anschließend.

Große Witwen-/ Witwerrente

1,00

0,55

0,60

Bis zum 3. Kalendermonat nach Ablauf des Monats, in dem der Ehepartner gestorben ist.

Anschließend.

Anschließend, wenn Ehepartner vor dem 1.1.2002 gestorben ist oder – bei späterem Todesfall – wenn die Ehe vor dem 1.1.2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehepartner vor dem 2.1.1962 geboren ist.

Halbwaisenrente0,10
Vollwaisenrente0,20

Die Rentenanpassung

Die Rentenanpassung (dynamische Rente) ist ein wesentliches Merkmal des Rentenversicherungssystems in Deutschland. Diese beteiligt die Rentner an der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Renten werden jährlich jeweils zum 1. Juli angepasst. Die Anpassung erfolgt über den aktuellen Rentenwert (AR).

Die Berechnung des aktuellen Rentenwertes erfolgt mit einer Formel, die beispielsweise die Lohn- und Gehaltsentwicklung aller sozialversicherungs­pflichtigen Arbeitnehmer und ihre Aufwendungen für die Altersvorsorge berücksichtigt. Zudem enthält die Formel auch einen Nachhaltigkeitsfaktor. Dieser führt dazu, dass die Rentenanpassungen gedämpft werden, wenn sich das Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern zu Lasten der Beitragszahler verändert. Zudem stellt eine Schutzklausel sicher, dass der aktuelle Rentenwert auch bei ungünstigen Entwicklungen nicht geringer wird.

Die Rentner erhalten über die jährliche Anpassung eine Rentenanpassungsmitteilung. Nicht bei allen Rentnern steigt die Rente tatsächlich um den veröffentlichten Prozentsatz an. Einige Renten setzen sich aus mehreren Teilen zusammen und diese werden nicht immer alle angepasst. Auffüllbeträge und Rentenzuschläge werden abgeschmolzen und daher mit der Rentenanpassung verrechnet.

Rentenwerte und Rentenanpassung West (Auszug)

Zeitraum
RentenwertVeränderung zum Vorjahr
01.07.2011 - 30.06.201227,47 €0,99 %
01.07.2012 - 30.06.201328,07 €2,18 %
01.07.2013 - 30.06.201428,14 €0,25 %
ab 01.07.201428,61 €1,67 %

Rentenwerte und Rentenanpassung Ost (Auszug)

Zeitraum
RentenwertVeränderung zum Vorjahr
01.07.2011 - 30.06.201224,37 €0,99 %
01.07.2012 - 30.06.201324,92 €2,26 %
01.07.2013 - 30.06.201425,74 €3,29 %
ab 01.07.201426,39 €2,53 %

Die Rentenberechnung: Ausgleich von Leistung und Solidarität

Die Rentenformel, mit der die Deutsche Rentenversicherung die Rente berechnen kann, lautet in ihrer Kurzform:

Monatsrente= PEP × ZF × RAF × AR

Sie beruht auf mehreren Faktoren, weil die Formel den persönlichen Lebenslauf jedes Rentners und jeder Rentnerin berücksichtigt. So werden die jeweilige Leistung des einzelnen und die generationenübergreifende Solidarität aller Versicherten, Arbeitgeber und Rentner in Einklang miteinander gebracht. Auf der einen Seite sind Schutz, Sicherheit und eine ausreichend große finanzielle Basis im Alter gesichert, auf der anderen Seite zählen aber auch eigene Anstrengungen und Erfolge.

Da die Rente eine steuerpflichtige Einkommensart ist, kann diese je nach persönlicher steuerlicher Situation auch deutlich niedriger ausfallen.



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