Die Rente versteuern

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Die Rente ist im Wandel: Die Rente mit 67 wurde aufgrund des steigenden Lebensalters der Versicherten eingeführt, die Rente mit 63 für langjährig Versicherte. Änderungen gibt es aber auch in den Grundlagen zur Besteuerung der Rente. Das neue Prinzip: Seit 2005 werden Aufwendungen für die Altersvorsorge von der Steuerpflicht befreit, dafür muss man die spätere Rente versteuern.


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Nachgelagerte Besteuerung: Was bedeutet das?

Bis 2004 galt bei der Rente: Die Rentenzahlung setzte sich aus einem steuerpflichtigen und einem steuerfreien Teil zusammen. Der Grund: Jede Rente besteht zum Teil aus eigenem Kapital – durch die geleisteten Beiträge des Empfängers – und aus Zinsen. Dieser Anteil war grundsätzlich steuerpflichtig. Wie hoch der Ertragsanteil war, richtete sich nach dem Alter des Rentenberechtigten bei Rentenbeginn. Mit steigendem Alter fiel er entsprechend niedriger aus. Bei 57-Jährigen lag der Ertragsanteil bei 36 Prozent, 65-Jährige mussten nur noch 27 Prozent ihrer Rente versteuern.

Seit 2005 gilt: Der Staat fördert neben der finanziellen Basis-Versorgung fürs Alter auch privat finanzierte, kapitalgedeckte Renten. So können Beiträge zur Altersvorsorge steuermindernd (als Sonderausgabe) geltend gemacht werden. Dadurch ist die private Vorsorge fürs Alter mit geringeren finanziellen Belastungen während des Berufslebens verbunden. Gleichzeitig müssen Sie nun Ihre zuvor steuerlich begünstigte Rente im Alter versteuern. Die Umstellung erfolgt schrittweise: sowohl bei der immer geringeren Besteuerung der Altersvorsorge, als auch bei der zunehmenden Besteuerung der Rente.

Entscheidend für die Berechnung ist das Jahr des Rentenbeginns. Wer im Jahr 2005 erstmalig Rente bezog, muss die Steuer auf einen Anteil von 50 Prozent entrichten. Seitdem wächst pro Jahrgang der zu versteuernde Anteil, während der Rentenfreibetrag fällt. Erst die Jahrgänge, die 2040 oder später in den Ruhestand wechseln, müssen ihre gesamte Rente versteuern.

Hinweis
  • Der Rentenfreibetrag wird erst im zweiten Jahr der Rente ermittelt und festgeschrieben. Ausgangspunkt ist die volle Bruttojahresrente.
  • Wird die Rente erhöht, bleibt der Umfang des Freibetrags konstant. Gleichzeitig erhöht sich der steuerpflichtige Anteil. Der Renten­­anpassungs­beitrag wird zu 100 Prozent versteuert.
  • Entsprechend kann es sein, dass Rentner aufgrund gestiegener Rentenzahlungen erst nach Jahren steuerpflichtig werden.

Steu­er­sätze für Rentner nach dem Alters­ein­künf­te­ge­setz

Jahr
Zu versteuernder AnteilRentenfreibetrag

2018

76 %

24 %

2019

78 %

22 %

2020

80 %

20 %

2025

85 %

15 %

2030

90 %

10 %

2035

95 %

5 %

2040

100 %

0 %

  • Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/versicherte_und_rentner_info_zum_steuerrecht.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Weitere Renten: Nicht nur die Altersrente, auch eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten müssen Sie versteuern. Bei der Erwerbsminderungsrente ist das Jahr Ihres Rentenbeginns (wie bei der Altersrente) für die Höhe des Freibetrags entscheidend. Bei der Hinter­bliebenen­rente zählt der Zeitpunkt, an dem die Rente des verstorbenen Versicherten begann.


Tatsäch­liche Steu­er­last: Viele Faktoren gehen in die Rech­nung ein

Wie bei Berufstätigen fällt die tatsächliche Steuerlast von Rentnern sehr unterschiedlich aus. Viele Faktoren spielen eine Rolle: der Familienstand, Ihre Beiträge zur Krankenversicherung, weitere Einnahmen wie Betriebsrenten und Mieten – oder auch außergewöhnliche Belastungen, beispielsweise, wenn eine Schwerbehinderung vorliegt. Der Steuersatz ergibt sich grundsätzlich aus der Höhe des Jahreseinkommens. Für 2018 galten die in der folgenden Tabelle aufgeführten Werte. Die Höhe des steuerfreien Mindesteinkommens für Rentner steigt jährlich an.

Jahres­ein­kommen Allein­ste­hender
Jahres­ein­kommen EhepaareSteu­er­satz

Bis zu 9.000 Euro

Bis zu 18.000 Euro

Keine Steuer.

9.001 Euro - 13.800 Euro

18.001 - 27.600 Euro

14–23 %

13.801 - 54.950 Euro

27.601 - 109.900 Euro

24–42 %

54.951 - 260.532 Euro

109.901 - 521.064 Euro

42 %

Ab 260.533 Euro

Ab 521.065 Euro

45 %

  • Quelle: www.juraforum.de/lexikon/rentenbesteuerung


Der Altersentlastungbetrag sinkt ebenfalls

Neben der gesetzlichen Rente können Rentner weitere Einkünfte haben. Dazu kann eine Nebentätigkeit zählen, genauso wie Zinsen aus Kapitalerträgen oder Mieteinnahmen. Wer seine Rente so aufstockt, kann mit Vollendung des 64. Lebensjahres vom Altersentlastungsbetrag profitieren und somit von einem weiteren Freibetrag bei der Steuer. Allerdings soll auch dieser bis 2040 abgeschafft werden. Bis dahin sinkt er jährlich Stück für Stück. Für alle ab 1975 Geborenen greift der Altersentlastungsbetrag nicht mehr.


Die Steu­er­er­klä­rung: Was muss ich beachten?

Rentner sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das Finanzamt hat aber in der Vergangenheit viele Rentner von dieser Pflicht befreit, weil sie mit dem steuerpflichtigen Anteil unterhalb des Grundfreibetrags lagen. Aber das ändert sich durch die Anpassung der Besteuerung. Da ein immer größerer Teil der Rente steuerpflichtig wird, kann es sein, dass in Zukunft jeder Rentner eine Steuer­erklärung abgeben muss.

Um Sie bei der Erstellung der Steuererklärung zu unterstützen, stellt Ihnen Ihr Rentenversicherungsträger eine Bescheinigung über die gezahlte Rente, inklusive dem Anpassungsbetrag, aus. Mitunter müssen Sie diese Bescheinigung einmalig beantragen, um Sie dann automatisch jährlich zu erhalten. Den Anpassungsbetrag nutzt das Finanzamt, um die Besteuerung Ihrer Rente zu berechnen. Der Anpassungsbetrag, einzutragen in Anlage R der Steuererklärung, spiegelt die regelmäßigen Erhöhungen der Bruttorente wider.

Die Renten­an­pas­sung

Termin
WestOst

01.07.2016

4,25 %

5,95 %

01.07.2017

1,90 %

3,59 %

01.07.2018

3,22 %

3,37 %

01.07.20193,18 %3,91 %
01.07.20203,45 %4,20 %
  • Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/Wissenswertes-zur-Rente/FAQs/Rentenanpassung/Rentenanpassung.html#ff6a30f3-99d3-4460-b9e3-4c0ff5d70933

Ebenfalls steuerlich geltend machen können Sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, aber auch weitere Aufwendungen wie beispielsweise eine Unfall- oder Haftpflichtversicherung. Das gleiche gilt für die Werbekosten- und die Sonderausgaben-Pauschale. Grundsätzlich können Rentner wie Arbeitnehmer durch entsprechende Angaben in der Steuererklärung ihre Steuerlast senken.


Öffnungsklausel: Die Ausnahme von der Besteuerung

Wer während seines Berufslebens sehr hohe Rentenversicherungsbeiträge eingezahlt hat, kann von der sogenannten Öffnungsklausel profitieren. Diese Übergangsregel gilt ebenfalls bis 2040. Dafür müssen Rentner in ihrer Einkommenssteuererklärung nachweisen, dass sie mindestens zehn Jahre lang mehr als den Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung vor 2005 gezahlt haben. Eine Bescheinigung darüber kann beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung ausstellen. Auf diese Beiträge wendet das Finanzamt dann eine günstigere Besteuerung an.


Die Muster-Rente: Welche Auswir­kungen hat das Versteuern?

Die Deutsche Rentenversicherung schätzte vor einigen Jahren, dass „fast drei Viertel aller Rentnerhaushalte“ zurzeit keine Steuern auf ihre Renten zahlen. Grund: Sie haben keine weiteren Einnahmen (beispielsweise Miete) und das zu versteuernde Renteneinkommen liegt unterhalb des steuerlichen Grundfreibetrages. Aber in den nächsten Jahren wird sich dies aufgrund der nachgelagerten Besteuerung immer mehr ändern.

Auch ein Rentner, dessen Beiträge nur durchschnittlich hoch waren, muss seine Rente dann entsprechend versteuern. Wie wird sich die Besteuerung der Rente in den nächsten Jahren auswirken? Der Berechnung für die folgende Muster-Rente liegen für die jeweiligen Jahrgänge die aktuellen gesetzlichen Rahmendaten zugrunde. Die Ausgangsdaten sind:

  • Brutto-Rente 15.686 Euro
  • Werbungskostenpauschale 102 Euro
  • Sonderausgabenpauschale 36 Euro
  • Vorsorgeaufwendungen 1.286 Euro
Eintritts­jahr
Steu­er­pflich­tiger AnteilZu versteuernEinkom­men­steuerNetto­rente pro Jahr

2005

50 %

7.792 Euro

0 Euro

14.400 Euro

2010

60 %

9.350 Euro

65 Euro

14.335 Euro

2015

70 %

10.908 Euro

334 Euro

14.066 Euro

2020

80 %

12.467 Euro

647 Euro

13.753 Euro

2025

85 %

13.246 Euro

819 Euro

13.581 Euro

2030

90 %

14.025 Euro

1.009 Euro

13.391 Euro

2040

100 %

15.584 Euro

1.461 Euro

12.939 Euro

  • Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rentenbesteuerung


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