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Autoverleih

Autoverleih

In den letzten Jahren hat sich auf dem Mietwagenmarkt viel getan. Private Unternehmen und Autobesitzer machen mit Carsharing den etablierten Autovermietungen Konkurrenz. Sogar vor Gericht hat man sich schon auseinandergesetzt, denn das bisherige Oligopol gewerblicher Vermieter wird frontal angegriffen. Es gibt aber eine Methode, mit der man ohne jeden Geldfluss an ein Auto kommen kann: Die Privatleihe. Wir erzählen Ihnen vom Leihen und Mieten, erklären die Unterschiede und sagen Ihnen, worauf Sie beim privaten Verleih achten müssen.

Jeder kennt die Autovermietung mit dem knalligen Orange als Erkennungsfarbe und lustiger bis leicht provokanten Werbung. Viele Großstädter kennen die smarten Zweisitzer mit Heckmotor, die sich per Karte oder Smartphone-App aufschließen und benutzen lassen. Das ist gewerbliches Carsharing. Viele hunderttausend Menschen mieten sich von Privat ein Fahrzeug, wenn sie ein bestimmtes Modell für einen kurzen oder mittleren Zeitraum benötigen. Hier haben wir es mit privatem Carsharing zu tun. Alle drei Varianten haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie kosten Geld. Autovermietung, Carsharing-Firma und private Anbieter wollen Geld, wenn ihre Fahrzeuge benutzt werden. Was spricht aber dagegen, von Freunden oder Bekannten ein Auto zu leihen oder das eigene Mobil zu verleihen?


Mieten oder Leihen: Der Unterschied

Freundschaft hört bekanntlich beim Geld auf. Sie kann aber auch schon beim Auto enden, wenn der Eigentümer sein Fahrzeug beschädigt oder verunfallt zurückbekommt. Daher sollte zunächst klar sein, was genau der Unterschied zwischen Mieten und Leihen ist. Wenn Sie Ihr Auto zur Verfügung stellen und dafür ein Entgelt bekommen, handelt es sich um eine Vermietung. Wird dagegen für die Nutzung kein Entgelt vereinbart, verleihen Sie das Auto. Davon unabhängig können Betriebskosten für das Fahrzeug wie Kraftstoff, Öl, Autowäsche auf den Entleiher übertragen werden. Wichtig ist aber zu wissen, dass sich Miete und Verleih vor dem Gesetz unterscheiden, was Folgen für Eigentümer und Entleiher/Mieter nach sich zieht.


Fahrzeugmiete: Das BGB gibt Auskunft

Wenn Sie für Ihr Fahrzeug eine Mietzahlung in Form von Geld erhalten, sind Sie für verschiedene Punkte verantwortlich. Laut dem Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB § 535) wird geregelt, dass der Vermieter „die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten“ hat. Das bedeutet, dass sich Ihr Auto in verkehrstüchtigem Zustand befinden muss und Sie als Eigentümer auch während der Miete dafür sorgen müssen, dass es so bleibt. Tritt während der Mietzeit ein Mangel auf, ist der Mieter sogar zur Mietminderung berechtigt (BGB § 536,1). Reparaturkosten gehen also auf Ihre Kappe, denn bereits beim Nachweis leichter Fahrlässigkeit können Sie bei einem Unfall haftbar gemacht werden. Die schriftliche Fixierung einer Fahrzeugmiete ist daher absolut notwendig, damit beide Seiten die Bedingungen der Autoüberlassung genau kennen.


Autoverleih: Ohne Geld, aber unkomplizierter

Als Verleiher können Sie nicht für die volle Gebrauchstauglichkeit des Autos verantwortlich gemacht werden. Sie haften nur im Fall der vorsätzlichen Handlung oder groben Fahrlässigkeit. Ein Beispiel: Funktioniert die Klimaanlage nicht, ist dies bei einem Verleih kein Mangel. Ist Ihnen dagegen bekannt, dass die Bremse gelegentlich versagt, wäre das Verschweigen ein Vorsatz. Der Entleiher kann Sie dafür haftbar machen, wenn ihm daraus ein Schaden entsteht. Sämtliche Betriebskosten gehen in der Regel zu Lasten des Entleihers. Im Gegensatz zur Miete kann der Verleiher den Leihvertrag jederzeit kündigen, wenn er das Fahrzeug unvorhergesehen selbst benötigt. Gegenüber der Miete haben Sie rein objektiv gesehen weniger Verpflichtungen.

Tipp

Ein Autoverleih kann zwar mündlich erfolgen, wir raten aber zu einem schriftlichen Vertrag. Der ADAC stellt auf seiner Website einen Leihvertrag zum Download zur Verfügung. Machen Sie davon Gebrauch, um Streit bei einer Panne oder einem Unfall zu vermeiden.


Autoverleih und Kfz Versicherung: Auf was ist zu achten?

CosmosDirekt hat eine forsa-Umfrage in Auftrag gegeben, ob Autofahrer ihr Steuer gerne aus der Hand geben. Rund 83 % lassen Familienmitglieder oder enge Freunde ohne Bedenken mit dem eigenen Auto fahren. Nur 11 % bestehen darauf, als Einzige hinter dem Lenkrad zu sitzen. Mehrere Fahrer sind auch versicherungstechnisch kein Problem, allerdings müssen sie der Versicherung auch bekannt sein. Wir sagen Ihnen, wie Sie auf der sicheren Seite bleiben.

  • Zusatzfahrer immer angeben
    Überlegen Sie bereits beim Abschluss der Autoversicherung, wer das Auto nutzen wird. Diese Personen müssen gegebenenfalls auch im Vertrag angegeben werden. Der Versicherungsbeitrag kann wegen des höheren Risikos bei mehreren Fahrern ansteigen, wobei Fahranfänger den Beitrag am stärksten erhöhen. Bei hochpreisigen oder leistungsstarken Fahrzeugen kann sich der Jahresbeitrag deutlich erhöhen, gerade wenn auch der 18-jährige Sohn am Steuer sitzen soll.
  • Falsche Angaben können teuer werden
    Wenn nur eine Person das Fahrzeug benutzt, macht sich das beim Versicherungsbeitrag häufig positiv bemerkbar: Ein geringeres Risiko wird mit einem niedrigeren Beitrag belohnt. Verleihen Sie Ihr Auto aber an eine andere Person, ist der Kfz Versicherungsvertrag seitens des Versicherungsnehmers nicht mehr erfüllt, denn ein fremder und nicht eingetragener Fahrer ist nun mit dem Fahrzeug unterwegs. Ereignet sich ein Unfall, bei dem nicht Sie am Steuer sitzen, übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung zwar die Schäden Dritter. Sie müssen aber mit einer Beitragsnachforderung rechnen. Ihr Versicherer hat, sofern dies in den Vertragsbedingungen vereinbart ist, zudem das Recht, eine Vertragsstrafe bis zur Höhe eines kompletten Jahresbeitrags zu erheben. Gehen Sie dieses Risiko nicht ein und geben Sie beliebige Personen als Fahrer an, wenn Sie wissen, dass Sie das Auto verleihen werden.
  • Vollkasko-Beitrag steigt nach Unfall
    Verursacht eine nicht eingetragene Person einen Unfall mit dem geliehenen Auto, übernimmt die Vollkaskoversicherung die Fahrzeugschäden. Allerdings wird die vereinbarte Selbstbeteiligung fällig und Sie werden mit Ihrem Versicherungsvertrag zurückgestuft. Der neue und höhere Beitrag kann über die Jahre gesehen Tausende von Euro ausmachen. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie dieses Risiko eingehen wollen.
    Ohne Vollkasko-Schutz sollte die Freundschaft zum Entleiher wirklich gut sein: Die Schäden müssen komplett von Ihnen bezahlt werden, auch die Privathaftpflichtversicherung des Fahrers greift hier nicht. Machen Sie daher den Entleiher darauf aufmerksam, damit es kein böses Erwachen gibt. Besser ist aber, Sie erweitern den Versicherungsschutz auf beliebige Personen und regeln vor dem Verleih genau, was im Falle eines Unfalls passiert.
  • Kfz-Papiere und Strafzettel
    Geben Sie dem Entleiher die Zulassungsbescheinigung Teil I mit. Bei einer Kontrolle kann er damit beweisen, dass er ein berechtigter Fahrer ist. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch den Führerschein des Fahrers, damit Ihnen im Fall eines Unfalls niemand Fahrlässigkeit beim Autoverleih vorwerfen kann. Wurde der Entleiher bei einer Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr erwischt, werden zunächst Sie als Halter angeschrieben. Sie können die Auskunft über den Fahrer verweigern, das Bußgeld selbst bezahlen und es sich vom Entleiher zurückholen. Bei hohen Bußgeldern mit Punkten in Flensburg sollten Sie aber im eigenen Interesse den Fahrer melden.

Fazit

Nichts spricht gegen einen kostenlosen Autoverleih an Freunde oder Bekannte. Verzichten Sie aber möglichst nie auf einen Leihvertrag und kontrollieren Sie, ob beliebige Fahrer in Ihrer Kfz Versicherung eingetragen sind. Dies garantiert, dass bei einem Unfall des Entleihers die Folgen geregelt sind.



Die Autoversicherung bei der Nummer 1#*#!

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