Wie verhält man sich bei einem Autounfall im Ausland?

Autounfall im Ausland

So verhältst Du Dich richtig

Das Wichtigste zum Thema Unfall im Ausland in Kürze

  • Bei Autoreisen ins Ausland solltest Du die Grüne Karte Deiner Autoversicherung und einen internationalen Unfallbericht dabei haben.
  • Nach einem Unfall im Ausland solltest Du Dich an den Schadenregulierungsbeauftragten der Versicherung wenden.
  • Informationen über den zuständigen Schadenregulierungsbeauftragten im Ausland erhältst Du beim Zentralruf der Autoversicherer.

Verständige bei Verkehrsunfällen im Ausland mit Personenschäden oder ungeklärter Schuldfrage unbedingt die Polizei. In einigen Ländern sollte die Polizei auch bei geringfügigen Sachschäden verständigt werden. Dokumentiere den Unfall mit Fotos und dem internationalen Unfallbericht und notiere die wichtigsten Kontaktdaten Deines Unfallgegners.

Ein Unfall im Ausland wird für die meisten Autofahrer schnell zur Herausforderung: Verständigungsprobleme mit der örtlichen Polizei und dem Unfallgegner und die Kommunikation mit ausländischen Versicherern sind hier nur einige Stressfaktoren. Dazu hat jedes Land sein eigenes Verkehrsrecht, was die Schadenregulierung verkomplizieren kann. Für Auto­fahrten im Aus­land sollte man deshalb gerüstet sein. Stell sicher, dass Du Verbands­kasten, Warn­westen, Warn­dreieck, einen europäischen Unfall­bericht und die Grüne Karte von Deiner Autoversicherung dabei hast. In unserem Ratgeber erklären wir, wie Du Dich bei einem Autounfall im Ausland richtig verhältst und was Du über die Schadenregulierung wissen solltest.

Unser Ratgeber bietet Dir allgemeine Informationen zum Thema Unfall im Ausland. Möchtest Du Dich und Dein Fahrzeug im Ausland bestmöglich absichern, erhältst Du hier alle Informationen zur Autoversicherung von CosmosDirekt.

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Unfall- und Pannen­hilfe im Ausland

Ein Autounfall im Ausland gehört für die meisten Autofahrer zu den größten „Horror-Szenarien“. Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, lohnt es sich deshalb, bereits vor der Reise ins Ausland ein paar Vorkehrungen zu treffen und wichtige Informationen einzuholen. Mach Dich in jedem Fall mit den wichtigsten Vorschriften und Verkehrsregeln in Deinem Reiseland vertraut. In den meisten Ländern ist beispielsweise mit abweichenden Vorfahrtsregeln, anderen zulässigen Höchstgeschwindigkeiten oder abweichenden Grenzwerten für Alkohol am Steuer zu rechnen. Um Strafen und Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer die geltenden Regeln kennen. Achte außerdem auf den Kauf von Vignetten für die Straßenbenutzung, falls dies in Deinem Urlaubsland notwendig ist.

Um bei einem Verkehrsunfall im Ausland vorbereitet zu sein, solltest Du die folgenden Dinge dabei haben:

  • Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten (pro Insasse eine Weste) sowie Bordwerkzeug.
  • Grüne Karte: Fordere bei Deinem Versicherer gratis die Grüne Karte als Nachweis über die Kfz-Haftpflichtversicherung an. Das Dokument ist nicht in allen europäischen Ländern vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Besonders in Osteuropa sollte man die Grüne Versicherungskarte dabeihaben, da sie die Schadenabwicklung bei einem Unfall erheblich erleichtert.
  • Europäischer Unfallbericht: Lege ein Exemplar des Europäischen Unfallberichts ins Handschuhfach. Das genormte Dokument erlaubt die präzise Darstellung bei einem Unfall und ist in allen europäischen Sprachen erhältlich.
  • Kfz-Schutzbrief: Nutze den Kfz-Schutzbrief Deiner Versicherung. Er ergänzt Deine Kfz-Versicherung um weitere Hilfeleistungen im In- und Ausland. Mehr Informationen findest Du im Ratgeber zum Kfz-Schutzbrief.
  • Speichere die wichtigsten Telefonnummern in Deinem Mobiltelefon ab:
    • Lokale Notrufnummer des Urlaubslandes
    • Schadenservice bzw. Notfallnummer Deiner Kfz-Versicherung
    • Ggf. Nummer Deines Automobilclubs mit Auslandshilfe
    • Nummer der deutschen Vertretung im Reiseland

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, Dein Fahrzeug vor der Fahrt ins Ausland auf seine Verkehrstüchtigkeit zu überprüfen, um Pannen zu vermeiden. Beachte deshalb vor dem Reiseantritt die folgenden Tipps:

  • Überprüfe den Termin zur Haupt- und Abgasuntersuchung sowie fällige Inspektionen. Achte auf ausreichende Mengen an Betriebsstoffen wie Öl, Wasser, Kühlflüssigkeit und Kraftstoff.
  • Überprüfe vor der Abfahrt den Reifendruck.
  • Sichere Beladung des Fahrzeugs: Schweres Gepäck in den Kofferraum, leichtes in die Dachbox. Alle Gegenstände müssen fixiert sein, so dass sie bei einer Vollbremsung nicht unkontrolliert nach vorne schießen. Achte bei Fahrrädern auf die sichere Montage.
  • Wenn Du Gepäck verlierst, übernimmt normalerweise die Haftpflichtversicherung die Kosten bei Schäden oder einem Unfall. Allerdings gilt dies nicht für einen Schaden am eigenen Fahrzeug, denn Du bist als Fahrzeugführer dafür verantwortlich, wenn Gegenstände vom Dach- oder Heckträger auf die Fahrbahn oder andere Autos fallen.
  • Bei schwerem Gepäck oder Fahrten mit Anhänger verlagert sich der Schwerpunkt des Autos nach hinten. Bei Autos ohne Xenon-Licht müssen die Scheinwerfer mithilfe der Leuchtweitenregulierung nach unten gestellt werden, um den Verkehr nicht zu blenden.

Bei CosmosDirekt kannst Du Dich und Deine Mitfahrer bei Fahrten im In- und Ausland optimal absichern:

  • Kfz-Schutzbrief mit der Teil- und Vollkasko
  • Verkehrsrechtsschutz für Fahrer und Insassen
  • Kfz-Unfallversicherung für alle Insassen

Unfall im Ausland: Was ist zu tun?

Trotz aller Vorsicht und sorgfältiger Vorbereitung lässt sich ein Unfall nicht völlig vermeiden. Bist Du mit an einem Unfall im Ausland beteiligt, ist das richtige Vorgehen besonders wichtig. Als Unfallbeteiligter solltest Du in jedem Fall Ruhe bewahren und die folgenden Tipps berücksichtigen:

  • Verlasse auf keinen Fall den Unfallort.
  • Sichere die Unfallstelle: Zieh eine Warnweste über, stell das Warndreieck auf und schalte die Warnblickanlage ein.
  • Sind verletzte Personen an der Unfallstelle, ruf über die europaweit gültige Notrufnummer 112 den Rettungsdienst und leiste, wenn nötig, Erste Hilfe.
  • Bist Du der Landessprache nicht mächtig und ist eine Verständigung auf Englisch ebenfalls nicht möglich, bitte einheimische Zeugen, die Kommunikation zu übernehmen.
  • Solltest Du selbst verletzt sein, suche gegebenenfalls später einen Arzt auf und lass Dir auch leichte Verletzungen attestieren. Das kann im Zweifelsfall bei der Schadenabwicklung hilfreich sein.
  • Alarmiere die Polizei: Die Polizei ist bei leichten Blechschäden keine Pflicht, sollte aber im Ausland zur Sicherheit eingeschaltet werden. Sonst kann es bei der Schadenregulierung Probleme mit der Versicherung Deines Unfallgegners geben. Bei schweren Sachschäden und Personenschäden, aber auch bei Unfällen unter Drogen- oder Alkoholeinfluss muss immer die Polizei verständigt werden. Da die Schuldfrage oft ein Streitpunkt ist, empfiehlt es sich die Namen und Dienstnummern der Polizisten für die weitere Abwicklung zu notieren. Lass Dich auf keinen Fall zu einem Schuldeingeständnis drängen!
  • Tausche die wichtigsten Kontaktdaten mit dem Unfallgegner aus: Dazu gehört Name, Adresse und Telefonnummer sowie die Versicherungsgesellschaft und -nummer. Notiere außerdem das Kennzeichen des Fahrzeugs.
  • Fülle gemeinsam den Europäischen Unfallbericht in der jeweiligen Landessprache aus.
  • Dokumentiere den Unfall durch Fotos oder Videos. Achte beim Fotografieren auf die wichtigen Dinge, nämlich Beschädigungen an allen beteiligten Fahrzeugen, den Unfallort (verschiedene Perspektiven und Entfernungen) und Spuren des Unfalls (Reifenspuren, beschädigte Gegenstände am Unfallort, ausgelaufene Flüssigkeiten, Metall-, Kunststoff- und Glassplitter). Fotografiere auch die Papiere und das Autokennzeichen des Unfallgegners.
  • Melde den Unfall möglichst schnell Deiner Versicherung und informiere auch die Autoversicherung Deines Unfallgegners. Im Zweifelsfall kann Dir der Zentralruf der Autoversicherer helfen, bei einem Unfall im Ausland die Versicherung Deines Unfallgegners zu ermitteln.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Schritte und das richtige Verhalten bei einem Unfall findest Du auch in unserer Checkliste zum Autounfall. Diese kannst Du herunterladen und ausdrucken und für den Ernstfall im Handschuhfach aufbewahren.

In Deutschland sind die Rufnummern 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr und 110 für die Polizei reserviert. Diese Nummern weichen in einigen europäischen Ländern ab. Wir geben Dir daher einen Überblick mit den Notrufnummern im jeweiligen Telefonnetz des Landes.

Auto­un­fall im Ausland: wer zahlt den Schaden?

Wer den Unfall verursacht hat, muss die Kosten übernehmen: Das gilt auch bei einem Unfall im Ausland. Trotzdem ist die Abwicklung des Schadens in diesem Fall häufig komplizierter als im Inland. Waren Sie in einen unverschuldeten Unfall im Ausland verwickelt, muss die Autoversicherung Ihres Unfallgegners den Schaden übernehmen und Sie kontaktieren. Für diesen Fall haben alle europäischen Kfz-Versicherungen in sämtlichen EU-Ländern einen Schadenregulierungsbeauftragten. Haben Sie z. B. im Urlaub in Spanien einen Unfall, ist der dortige Regulierungsbeauftragte Ihrer Kfz-Versicherung für den Auslandsunfall zuständig. Wenn Sie nicht wissen, welcher Schadenregulierungsbeauftragte für Sie verantwortlich ist, können Sie dies über den Zentralruf der Autoversicherer herausfinden. Dieser ist kostenfrei unter der Rufnummer +49 40 300 330 300 zu erreichen.

Ist kein Schadenregulierungsbeauftragter bestellt – z. B. weil der Unfall sich nicht im EU-Ausland ereignet hat – kann der Schaden bei der Verkehrsopferhilfe (VOH) geltend gemacht werden. Diese ist auch Ansprechpartner, wenn das verantwortliche Fahrzeug oder der Versicherer nicht innerhalb von 2 Monaten nach dem Unfall ermittelt werden kann. Der Weg zur Entschädigungsstelle ist ausgeschlossen, wenn der Schaden direkt bei der ausländischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht wurde. Ausnahme: Die Versicherung hat innerhalb von drei Monaten nicht mit einer Begründung geantwortet. Grundsätzlich ist die Verkehrsopferhilfe nicht zu einer Entschädigung verpflichtet, aber ein Antrag kann sich dennoch lohnen.

Unfall im Ausland: Beispiele für die Scha­den­re­gu­lie­rung

Bist Du in einen Autounfall im Ausland verwickelt, kann die Herkunft Deines Unfallgegners entscheidenden Einfluss auf die Schadenregulierung haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du an Deinem Urlaubsort mit einem Einheimischen zusammenstößt, ist zwar groß, doch genauso kannst Du in einen Unfall mit anderen Reisenden verwickelt werden. Je nach Szenario hat dies verschiedene Auswirkungen auf die Abwicklung des Schadens:

1. Der Unfallverursacher stammt aus Deutschland
In diesem Fall gilt das deutsche Schadenersatzrecht. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, findet dieser also vor einem Gericht in Deutschland statt. Du solltest allerdings beachten, dass als juristische Basis das geltende Verkehrsrecht des Landes gilt, in dem sich der Unfall ereignet hat.

2. Unfallverursacher aus dem EU-Ausland
Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungsbeauftragten der ausländischen Versicherung, der in Deutschland ansässig ist. Außerdem zählt in diesem Fall das Schadenersatzrecht des Landes, in dem sich der Autounfall ereignet hat. Sollte es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen, werden diese vor einem Gericht im Land des ausländischen Unfallgegners verhandelt.

3. Unfallverursacher aus dem außereuropäischen Ausland
Auch in diesem Fall gilt das Schadenregulierungsrecht des Landes, in dem es zum Unfall kam. Wir empfehlen Dir, Deine Rechtsschutzversicherung einzuschalten oder gegebenenfalls einen Verkehrsrechtsanwalt zu kontaktieren. Die Schadenregulierung über eine ausländische Haftpflichtversicherung kann lange dauern und die Regulierungspraxis ist sehr unterschiedlich.

4. Von Dir verschuldeter Unfall oder erhobene Ansprüche gegen Dich
Wenn Du der Unfallverursacher bist, dann kommt Deine Kfz-Haftpflichtversicherung auch bei einem Unfall im Ausland für den Schaden auf. Die Grüne Versicherungskarte dient als Nachweis, dass Dein Fahrzeug haftpflichtversichert ist. Hier kannst Du Deine Grüne Karte (Internationale Versicherungskarte) anfordern, wenn Du bei CosmosDirekt versichert bist.

Fazit: So bist Du bei einem Unfall im Ausland rundum abge­si­chert

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte sich gut vorbereiten. Dazu zählen neben der Checkliste für Auto und Gepäck auch Informationen über das Zielland: Welche Verkehrsregeln gelten dort, auf was muss ich bei Kontrollen und einem Unfall besonders achten, hat mein Fahrzeug die erforderliche Sicherheitsausrüstung an Bord, brauche ich Straßen-Vignetten? Da jedes Land unterschiedliche Regeln hat, empfiehlt sich ein Blick auf die wesentlichen Unterschiede zu Deutschland.

Passiert dennoch ein Unfall im Ausland, bleib ruhig und besonnen. Folge unserer Autounfall-Checkliste und halte Dich an unsere Empfehlungen. Ein guter Autoversicherer ist in diesem Fall viel wert, denn dieser hilft Dir im Schadenfall schnell und unbürokratisch weiter und unterstützt Dich auch im Ausland. Mit CosmosDirekt hast Du immer einen verlässlichen Partner an Deiner Seite. Wir stellen Dir Tipps, Checklisten und den Europäischer Unfallbericht gratis zur Verfügung. Gerne prüfen wir auch Deine Kfz-Versicherung und sichern Dich individuell für Deine Reise ins Ausland ab. Ruf uns einfach an!

Mit einem Kfz-Schutzbrief bist Du als Autofahrer sorgloser unterwegs. Der Rundumschutz sichert zahlreiche Risiken bei Autofahrten im In- und Ausland ab. Dazu gehört hauptsächlich die Pannenhilfe im Ausland. Alles weitere erfährst Du im Ratgeber Kfz-Schutzbrief.

Häufige Fragen zum Thema Unfall im Ausland

Hast Du Fragen zur Kfz-Versicherung? Wir beraten Dich gerne telefonisch oder per E-Mail.

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