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Autounfall im Ausland

Autounfall im Ausland

„Passaporto, documenti!“ Wenn Sie ein italienischer Polizist mit diesen Worten anspricht, haben Sie in den meisten Fällen ein Problem. Es muss nicht gleich ein Unfall sein: Ein einfacher Verkehrsverstoß reicht schon, um in Italien ordentlich zur Kasse gebeten zu werden, wobei auch die Anzahl der Schadenmeldungen dort am höchsten ist.

Jedes Land in Europa hat sein eigenes Verkehrsrecht, das sich in vielen Punkten vom deutschen unterscheidet. Es empfiehlt sich daher, für Autofahrten im Ausland gerüstet zu sein. Sie erfahren hier, wie Sie sich optimal auf eine Auslandsreise vorbereiten, was Sie bei einem Unfall im Ausland tun müssen und auf was bei der Schadenregulierung zu achten ist.


Verkehrsmittel zum Urlaubsziel und die beliebtesten Autoreiseziele

Das Auto ist mit Abstand das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen für die Fahrt in den Urlaub.

Die meistgenutzten Verkehrsmittel der deutschen Urlauber:1

  • Auto (37,9 %)
  • Flugzeug (27,9 %)
  • Bahn (7,6 %)
  • Reisebus (5 %)
  • Kreuzfahrtschiff (1,6 %)
  • Reisemobil, Wohnmobil (1,4 %)
  • Fernbus (1,4 %)

Die beliebtesten Autoreiseziele der Deutschen:2

  • Deutschland (39,7 %)
  • Italien (17,2 %)
  • Frankreich (5,7 %)
  • Österreich (5,2 %)
  • Kroatien (4,1 %)
  • Spanien (3,1 %)
  • Niederlande (2,2 %)
  • 1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/170823/umfrage/meistgenutzte-verkehrsmittel-fuer-letzte-urlaubsreise

  • 2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/166780/umfrage/beliebteste-reiseziele-fuer-autoreisen-2010


Checkliste „Vor der Abreise“

Wenn das Reiseziel feststeht, beginnt der Countdown bis zur Abfahrt. Vor einer Reise ins Ausland gilt es aber, das Auto rechtzeitig vorzubereiten, damit in letzter Minute keine Hektik eintritt. Folgende Dinge sollten Sie unbedingt vor der Abfahrt erledigen:

  • Kontrollieren Sie den Verbandskasten, das Warndreieck, die Warnwesten (pro Insasse eine Weste) und das Bordwerkzeug.
  • Fordern Sie von Ihrer Versicherung gratis die Grüne Karte an. Das Dokument ist nicht in allen europäischen Ländern vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Besonders in Osteuropa sollte man die Grüne Karte dabeihaben, da sie die Schadenabwicklung bei einem Unfall erheblich erleichtert.
  • Legen Sie ein Exemplar des Europäischen Unfallberichts ins Handschuhfach. Das genormte Dokument erlaubt die präzise Darstellung bei einem Unfall und ist in allen europäischen Sprachen erhältlich.
  • Nutzen Sie den Kfz-Schutzbrief Ihrer Versicherung. Er ergänzt Ihre Kfz Versicherung um weitere Hilfeleistungen im In- und Ausland. Mehr Informationen zum Kfz-Schutzbrief finden Sie im Ratgeber Kfz-Schutzbrief.

Tipp

Bei CosmosDirekt können Sie sich und Ihre Mitfahrer bei Fahrten im In- und Ausland optimal absichern:

  • Kfz Schutzbrief mit der Teil- und Vollkasko
  • Verkehrsrechtsschutz für Fahrer und Insassen
  • Kfz Unfallversicherung für alle Insassen
  • Überprüfen Sie das Auto bezüglich der Haupt- und Abgasuntersuchung sowie fälliger Inspektionen. Achten Sie auf ausreichende Mengen an Betriebsstoffen wie Öl, Wasser, Kühlflüssigkeit und Kraftstoff.
  • An der Tankstelle sollten Sie neben einer Wäsche für klare Sicht auch den Reifendruck kontrollieren (Reifendruck für beladene Fahrzeuge beachten).
  • Beladen Sie das Auto sicher. Schweres Gepäck in den Kofferraum, leichtes Gepäck in die Dachbox. Alle Gegenstände müssen fixiert sein, so dass sie bei einer Vollbremsung nicht unkontrolliert nach vorne schießen. Achten Sie bei Fahrrädern besonders auf die sichere Montage. Wenn Sie Gepäck verlieren, übernimmt normalerweise die Haftpflicht alle Kosten bei Schäden oder Unfall. Allerdings nicht an Ihrem Auto, denn Sie sind als Fahrer alleine dafür verantwortlich, wenn Gegenstände vom Dach- oder Heckträger auf die Fahrbahn oder andere Autos fallen.
  • Bei schwerem Gepäck oder Fahrten mit Anhänger verlagert sich der Schwerpunkt des Autos nach hinten. Bei Autos ohne Xenon-Licht müssen Sie die Scheinwerfer mithilfe der Leuchtweitenregulierung nach unten gestellt werden, um den Verkehr nicht zu blenden.
  • Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln im Ausland. Achten Sie auch auf den Kauf von Vignetten für die Straßenbenutzung.
  • Zu guter Letzt: Speichern Sie die lokalen Notrufnummern sowie die Notfallnummer Ihres Versicherers im Mobiltelefon ab.

Es hat gekracht: Was nun?

Wenn es im Ausland kracht, hilft nur Ruhe und Besonnenheit weiter. Übernehmen Sie zunächst die Absicherung der Unfallstelle. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anziehen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in etwa 100 Metern Entfernung vor der Unfallstelle. Sind Personen mit schweren Verletzungen vorhanden, informieren Sie umgehend die Rettungskräfte und übernehmen Sie die Erstversorgung.

In Deutschland sind die Rufnummern 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr und 110 für die Polizei reserviert. Diese Nummern weichen in einigen europäischen Ländern ab. Wir geben Ihnen daher einen Überblick mit den Notrufnummern im jeweiligen Telefonnetz des Landes. Ebenso finden Sie die Nummer der Deutschen Landesvertretung, damit Sie im Notfall auch einen deutschen Ansprechpartner anrufen können.

Merken Sie sich als Faustregel: In Europa kommen Sie mit der 112 immer weiter. Diese Nummer lässt sich ohne SIM-Karte und ohne Vorwahl als Notruf verwenden. Nutzen Sie die 5 W-Fragen, wenn Sie den Rettungsdienst oder die Polizei kontaktieren:

  1. Wo ist es passiert?
  2. Was ist passiert?
  3. Wie viele Personen sind betroffen?
  4. Welche Arten von Verletzungen liegen vor?
  5. Warten auf Rückfragen der Leitstelle

Sind Sie der Landessprache nicht mächtig und auch mit Englisch ist keine Verständigung möglich? Dann geben Sie das Telefon am besten an einen Einheimischen (zum Beispiel Unfallgegner, Zeugen oder haltende Autofahrer) weiter. Im schlimmsten Fall rufen Sie die deutsche Landesvertretung an, damit Ihnen auf Deutsch geholfen wird. Auch die Mitgliedschaft in einem Automobilclub gibt Ihnen die Möglichkeit, einen deutschen Ansprechpartner anzurufen.

Fotos machen, Unfallbericht anfertigen

Falls die Unfallfahrzeuge nicht schwer beschädigt sind, können sie umgehend von der Unfallstelle entfernt werden, um zu keiner Gefahr für den Verkehr zu werden. Bei größeren Schäden lassen Sie die Fahrzeuge stehen und beseitigen die Unfallspuren nicht. Machen Sie stattdessen mit dem Mobiltelefon oder einer Kamera Fotos aus verschiedenen Winkeln und dokumentieren Sie die Schäden und Positionen der Fahrzeuge. Dies ist wichtig, damit Sie den Unfall­bericht korrekt ausfüllen können und hinzugezogene Gutachter die Fahrzeuge im verunfallten Zustand vorfinden.

Kümmern Sie sich vorrangig um verletzte oder unter Schock stehende Personen und gehen Sie danach zur Dokumentation des Unfalls über. Dazu gehören die gegenseitige Einsicht in die Fahrzeug- und Versicherungspapiere. Notieren Sie unbedingt das Kennzeichen sowie Name und Anschrift des Fahrzeughalters und des Fahrers (falls abweichend). Weiterhin halten Sie die genaue Zeit und den Ort des Unfalls fest, machen Fotos von Unfallort, Fahrzeugen und Schäden, notieren Name und Anschrift von Zeugen, setzen den Unfallbericht auf und lassen ihn von allen Beteiligten unterschreiben. Anschließend rufen Sie Ihren Versicherer an und melden den Unfall.

Tipp

Über die iPhone-App CosmosHelp können Sie direkt einen Unfall melden und haben zugleich unsere Schaden-Hotline sowie wichtige Notrufnummern und Hinweise zur Ersten Hilfe parat.


Wer und was wird zur Unfallabwicklung benötigt?

Wann soll ich die Polizei rufen?

Die Polizei ist bei leichten Blechschäden keine Pflicht, sollte aber im Ausland zur Sicherheit eingeschaltet werden. Bei schweren Sachschäden und Personenschäden, aber auch Unfallbeteiligten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss kommt man nicht umhin, die Polizei zu verständigen. Da die Schuldfrage oft ein Streitpunkt ist, empfiehlt sich ebenfalls eine Vermittlung durch die Beamten. Notieren Sie sich deren Namen und Dienstnummern für die weitere Abwicklung.

Muss ich die Versicherung informieren?

Die Versicherung ist grundsätzlich und immer zu informieren. Sie haben als Versicherter in aller Regel eine Informationspflicht, die in den Geschäftsbedingungen vermerkt ist. Als Unfallverursacher teilen Sie Ihrer Versicherung den Unfall umgehend mit. Sie erhalten dann auch Informationen zum weiteren Ablauf. Lassen Sie sich aber nie vor Ort zu einem Schuldeingeständnis zwingen. Bei einer Fortsetzung vor Gericht kann dies negative Folgen für Sie haben. Wenn Sie der Geschädigte sind, informieren Sie die eigene Versicherung und die des Unfallverursachers. Die Versicherung des Unfallgegners lässt sich über die Rufnummer +49 40 300 330 300 beim Zentralruf der Autoversicherer ermitteln, falls keine Dokumente vorliegen.

Was muss ich beim Fotografieren des Unfalls beachten?

Die Fotos können heutzutage leicht und schnell gemacht werden, da nahezu jeder Autofahrer ein Mobiltelefon mit Kamera besitzt. Achten Sie beim Fotografieren auf die wichtigen Dinge, nämlich Beschädigungen an allen beteiligten Fahrzeugen, den Unfallort (verschiedene Perspektiven und Entfernungen) und Spuren des Unfalls (Reifenspuren, beschädigte Gegenstände am Unfallort, ausgelaufene Flüssigkeiten, Metall-, Kunststoff- und Glassplitter). Fotografieren Sie auch die Papiere des Unfallgegners.

Halten Sie den Unfall in Wort und Bild fest. Dafür nutzen Sie am besten den Europäischen Unfallbericht. Für die Zeichnung gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Zeichnen Sie aber so genau und detailliert, dass auch ein Dritter den Unfall aus der Skizze nachvollziehen kann.


Unfall im Ausland: Drei mögliche Szenarien

Im Ausland gibt es hinsichtlich der Schadenregulierung drei verschiedene Szenarien. Wir sagen Ihnen die Einzelheiten und worauf Sie achten müssen:

1. Unfallverursacher aus EU-Staat, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz
Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung, der in Deutschland ansässig ist.

CosmosDirekt empfiehlt: Den zuständigen Beauftragten erfahren Sie über den Zentralruf der Autoversicherer (+49 40 300 330 300). Wenn kein Beauftragter bestellt ist, kann der Schaden bei der Verkehrsopferhilfe geltend gemacht werden. Diese ist auch Ansprechpartner, wenn das verantwortliche Fahrzeug oder der Versicherer nicht innerhalb von 2 Monaten nach dem Unfall ermittelt werden kann. Hinweis: Der Weg zur Entschädigungsstelle ist ausgeschlossen, wenn der Schaden direkt bei der ausländischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht wurde, es sei denn, diese hat innerhalb von drei Monaten nicht mit einer Begründung geantwortet.

2. Verursacher aus einem anderen Staat
Wir empfehlen Ihnen Ihre Rechtsschutzversicherung einzuschalten oder gegebenenfalls einen Verkehrsrechtsanwalt zu kontaktieren. Die Schadenregulierung über eine ausländische Haftpflichtversicherung kann lange dauern und die Regulierungspraxis ist sehr unterschiedlich.

3. Von Ihnen verschuldeter Unfall oder erhobene Ansprüche gegen Sie
Die Grüne Versicherungskarte dient als Nachweis, dass Ihr Fahrzeug haftpflichtversichert ist. Hier können Sie die Grüne Karte anfordern.


Fazit

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte sich gut vorbereiten. Dazu zählen neben der Checkliste für Auto und Gepäck auch Informationen über das Zielland: Welche Verkehrsregeln gelten dort, auf was muss ich bei Kontrollen und einem Unfall besonders achten, hat mein Fahrzeug die erforderliche Sicherheitsausrüstung an Bord, brauche ich Straßen-Vignetten? Da jedes Land unterschiedliche Regeln hat, empfiehlt sich ein Blick auf die wesentlichen Unterschiede zu Deutschland.

Passiert dennoch ein Unfall, bleiben Sie ruhig und besonnen. Folgen Sie unserer Unfall-Checkliste und halten Sie sich an unsere Empfehlungen. Eine gute Versicherung ist viel wert, denn diese hilft Ihnen im Schadenfall schnell und unbürokratisch weiter. Mit CosmosDirekt haben Sie einen verlässlichen Partner an Ihrer Seite. Wir stellen Ihnen Tipps, Checklisten, Unfallbericht und die iPhone-App CosmosHelp gratis zur Verfügung. Gerne prüfen wir Ihre Kfz Versicherung und sichern Sie individuell für Ihre anstehende Urlaubsreise ab. Rufen Sie uns dazu einfach an!



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