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Wildunfall

Wildunfall

Wenn Wildtiere eine Straße überqueren, kann dies schwerwiegende Folgen für einen Autofahrer und sein Fahrzeuge haben. Wildschweine, Hirsche, Rehe und andere Wildtiere halten sich nicht an Verkehrsregeln. Als Autofahrer muss man daher wissen, wie man sich bei einer Begegnung mit Wild verhält, um einen Unfall zu vermeiden oder das Verletzungsrisiko beim Zusammenstoß möglichst gering zu halten.

In unserem Artikel erfahren Sie, welche Leistungen bei einem Wildunfall von der Kfz Versicherung übernommen werden und erhalten zahlreiche Tipps.


Wildunfälle mit Personenschäden

Sind Sie schon mal einer Rotte Wildschweine in freier Natur begegnet? Wer eine Begegnung mit einem ausgewachsenen Keiler hatte, weiß sehr gut, dass zentnerschwere Tiere wie Wildschweine, Hirsche und Rehe bei der Kollision mit einem Auto verheerende Fahrzeug- und Personenschäden verursachen können. So bringt es ein Damhirsch bereits bei Tempo 60 auf ein Aufprallgewicht von 2,5 Tonnen. Wildschweine und Rothirsche sind mit noch größeren Gewichten dabei, bei höherem Tempo steigt das Gewicht exponentiell.


Sehr hohe Zahl an Wildunfällen

Die Zahl der Wildunfälle ist im Jahr 2014 leicht zurückgegangen. Allerdings sind die Versicherungsleistungen auf 575 Millionen Euro angestiegen. Und es ist weiterhin mit einer hohen Zahl an Unfällen und damit auch Personen- und Fahrzeugschäden zu rechnen.

Quelle: http://www.gdv.de/2015/10/versicherungskunden-melden-238-000-wildunfaelle

Die Wildunfälle mit Personenschäden hatten in 1999 ihren Höhepunkt. Aber trotz des leichten Rückgangs seit 1999 beträgt das Durchschnittsniveau circa 2.300 Wildunfälle mit Personenschäden pro Jahr. Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (GDV 2007) ergab, dass verschiedene Maßnahmen zur Unfallvermeidung – zum Beispiel das Zurückschneiden des Grüns am Straßenrand, der Einsatz optischer und akustischer Reflektoren sowie Duftbarrieren – keinerlei Erfolg brachten. Daher liegt es am Autofahrer, der durch sein Verhalten und seine Fahrweise Wildunfälle sowie Fahrzeug- und Personenschäden vermeiden kann.

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155379/umfrage/unfaelle-mit-personenschaden-durch-wild-auf-der-fahrbahn


Wann und wo ist mit einem Wildunfall zu rechnen?

Zunächst sollte man sich fragen, warum Wildtiere als scheue Wald- und Feldbewohner befahrene Straßen überqueren. Tiere brauchen Nahrung und suchen Deckung vor ihren Fressfeinden und dem Menschen. Besonders im Herbst und im Frühjahr sind aber Wälder und Felder kahl und abgeerntet, was den Schutz und die Nahrungssuche erschwert. Wildtiere weiten daher ihr Revier aus und bewegen sich bei der Suche nach Essbarem im größeren Umkreis. Es ist daher wahrscheinlich, dass sie dabei auf Straßen stoßen und diese überqueren.

Auch wenn die Annahme kursiert, dass dies nur im Frühjahr oder Herbst passiert, muss man als Autofahrer immer vorsichtig sein. Das Unfallrisiko ist in den Monaten Oktober und November sowie im Mai besonders hoch, aber auch zu anderen Jahreszeiten passieren Wildunfälle. Die meisten Unfälle ereignen sich während der Woche, wenn besonders viel Berufsverkehr auf den Straßen unterwegs ist. Auch bei den Unfallzeiten gibt die GDV-Studie von 2007 Auskunft: Während tagsüber das Risiko gering ist, steigt es ab 17 Uhr beziehungsweise bei Dämmerungsbeginn signifikant an. Die Höhepunkte werden zwischen 21 und 23 Uhr sowie in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr gemessen.

Orte für Wildunfälle sind meist Bundes- und Landstraßen, wo ein fließender Übergang von Feld und Wald zum Asphalt gegeben ist. Wenn es sich zusätzlich noch um wenig befahrene Strecken handelt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere die Straße überqueren. Bei Dunkelheit gilt für Autofahrer erhöhte Aufmerksamkeit, da sich viele Tiere nachts sicher fühlen und im Gelände unterwegs sind.


Wild auf der Straße: So reagieren Sie richtig

Wenn Sie Wild bei Tageslicht auf der Straße vor Ihnen entdecken, können Sie aufgrund der besseren Sichtbarkeit vielleicht noch eine kontrollierte Bremsung einleiten. Tun Sie dies aber nur, falls dicht hinter Ihnen kein anderes Fahrzeug fährt und Sie den Abstand zum Wildtier gut einschätzen können. Wenn Sie in einer Fahrzeugkolonne unterwegs sind, achten Sie auf genügend Abstand zum Vordermann, der plötzlich scharf bremsen kann. Die folgende Grafik zeigt Ihnen, bei welchem Tempo Sie vor einem Tier noch abbremsen können, wenn es 60 Meter vor Ihnen auf die Straße springt:

Wildunfall Bremswege

Ist ein Unfall unvermeidbar oder taucht das Wild unvermittelt bei Nacht im Scheinwerferlicht auf, dann dürfen Sie niemals ausweichen. Halten Sie das Lenkrad fest, bleiben Sie auf der Straße und in Ihrer Fahrbahn. Blenden Sie sofort ab, hupen Sie und bremsen Sie stark ab, aber fahren Sie kein Ausweichmanöver. Das Risiko beim Ausweichen ist immens hoch, auf die andere Fahrbahnseite mit Gegenverkehr zu kommen, in den Graben oder gegen einen Baum zu fahren. Sie erhöhen dadurch die Chance eines schweren Unfalls mit Personenschäden. Machen Sie sich bewusst: Tierliebe ist fehl am Platz, wenn Sie Ihr Leben und das Ihrer Mitfahrer aufs Spiel setzen, um Wildtieren vermeintlich das Leben zu retten. In den meisten Fällen endet ein Ausweichmanöver für Menschen mit schweren Verletzungen oder tödlich, während das Wildtier davonkommt. Auch wenn es hart klingt: Setzen Sie Ihr Leben nicht aufs Spiel und nehmen Sie die Kollision mit dem Tier in Kauf.


Was tun bei einem Wildunfall?

Wurde Wild von Ihnen angefahren und liegt auf der Straße, müssen Sie auf mehrere Dinge achten. Wir geben Ihnen eine Checkliste für den Ernstfall:

  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und legen Sie die Warnweste an.
  • Sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck.
  • Kümmern Sie sich um eventuell verletzte Personen.
  • Verständigen Sie die Polizei über den Notruf 112. Sind Schwerverletzte zu versorgen, teilen Sie es der Leitstelle mit, die dann einen Rettungswagen verständigen wird.
  • Falls das Wild noch lebt, sehen Sie von Berührungen ab. Verletzte Tiere können Tollwut haben, in Panik geraten und in ihrer Aggressivität auch Sie verletzen. Verzichten Sie auf eine Verfolgung, wenn sich das Tier in den Wald schleppt. Wichtig: Nehmen Sie kein Tier für die heimische Kühltruhe mit. Das wäre Wilderei und wird bestraft.
  • Halten Sie die Schäden am Auto mit einer Kamera fest. Achten Sie dabei besonders auf Blut- und Haarspuren, die der Versicherung bei der Einschätzung helfen. Fotografieren Sie auch das Tier, wenn es gefahrlos möglich ist. Kleinere Wildtiere können Sie auch an den Randstreifen schaffen, um die Fahrbahn möglichst wenig zu blockieren.
  • Polizei oder Revierinhaber stellen Ihnen eine Wildschadenbescheinigung über den Wildunfall aus. Diese können Sie bei Ihrer Versicherung einreichen, denn Wildschäden durch Haarwild werden durch die Teilkasko abgedeckt. Die Kosten für die Bescheinigung werden ebenfalls von der Versicherung übernommen. Achten Sie aber auf Ihre Versicherungs-Police: Unfälle mit Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen werden nicht von jeder Teilkaskoversicherung übernommen.
Tipp

Die Autoversicherung der CosmosDirekt beinhaltet standardmäßig einen erweiterten Wildschadenschutz in der Teilkasko. Dieser gilt für Haarwild sowie Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen. Im Tarif „Comfort-Schutz“ gilt der Schutz sogar für Tiere aller Art.


Welche Tiere sind bei Wildunfällen betroffen?

Der Deutsche Jagdverband führt eine genaue Statistik über Wildunfälle mit Paarhufern. Diese Zahlen, die von Jagdpächtern, Revierinhabern und der Polizei kommen, werden für jährliche Berichte und Vergleiche zusammengefasst. Während Unfälle mit Rehen weitgehend stagnieren, stiegen 2013 die Zusammenstöße mit Rothirsch, Damhirsch und Wildschwein im Vergleich zu den letzten fünf Jahren an.

Entwicklung der Wildunfälle

Prävention von Wildunfällen

Wie Studien zeigen, bringen Maßnahmen zur Vermeidung von Wildunfällen wenig bis gar nichts. Daher liegt es am Autofahrer, seine Fahrweise in gefährlichen Streckenabschnitten anzupassen. Folgende Verhaltenstipps können Ihnen helfen, wenn Sie in Gebiete mit Wildwechsel-Schildern kommen:

  • Wird der Wildwechsel durch Schilder angezeigt, erhöhen Sie Ihre Aufmerksamkeit und senken Sie die Geschwindigkeit. Bei Nacht sollten Sie höchstens Tempo 60 fahren, bei Nebel und Sichtweiten unter 50 Meter erheblich langsamer werden.
  • Größte Aufmerksamkeit brauchen Sie in der Dämmerung und Nebel. Die geringere Sichtweite erschwert das rechtzeitige Sehen und Erfassen von Wildtieren.
  • Beobachten Sie Wald- und Straßenränder. Oft wird das Scheinwerferlicht von den Augen des Wildtieres reflektiert.
  • Sind Sie auf einer neuen Straße durch ein Waldgebiet unterwegs, gilt doppelte Vorsicht.
  • Vorsicht bei einem Tier: Einzelgänger sind selten, daher können auch andere Tiere in der Nähe sein und unerwartet auf der Straße stehen.
  • Wenn Wild im Scheinwerferlicht zu sehen ist, blenden Sie sofort ab, hupen und leiten Sie eine Vollbremsung ein.

Was übernimmt die Versicherung?

Ist es zu einem Wildunfall gekommen, springt die Teilkaskoversicherung ein: Sie kommt für Schäden am eigenen Auto auf, wenn sie durch eine Kollision mit sogenanntem Haarwild – Wildschweine, Rehe, Hirsche, Füchse oder Hasen – entstanden sind.

Achtung: Unfälle mit Rindern, Pferden, Schafen oder Ziegen werden nicht von jeder Teilkaskoversicherung abgedeckt. Am besten fahren Autobesitzer mit einem erweiterten Wildschadenschutz. Bei CosmosDirekt ist der erweiterte Wildschadenschutz ein fester Bestandteil der Teilkasko. Beim Comfort-Schutz sind sogar Unfälle mit Tieren aller Art versichert.


Fazit

Bei rund einer Viertelmillion Wildunfällen pro Jahr ist es nicht unwahrscheinlich, dass Autofahrer einen solchen erleben. Laut einer von CosmosDirekt in Auftrag gegebenen Forsa-Studie sind 47 % der befragten Autofahrer schon einmal mit einem Wildtier kollidiert oder zumindest ausgewichen. Neben einer angepassten Fahrweise in Wildwechsel-Gebieten ist das richtige Verhalten bei Wild auf der Straße ausschlaggebend. Falls es doch zum Wildunfall mit Fahrzeugschäden kommt, hilft Ihnen CosmosDirekt schnell und unbürokratisch mit Teil- und Vollkaskoleistungen weiter.



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