Wildunfall – was ist zu tun?

Richtiges Verhalten bei einem Wildunfall

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Das wichtigste auf einen Blick

  • Warnblinkanlage einschalten
  • Polizei informieren
  • In Absprache einen Jäger einschalten
  • Am Unfallort warten

Gerade bei Nebel und Dämmerung zieht es die Wildtiere aus ihren Verstecken. Daher sollten Sie besonders bei schlechten Sicht­ver­hält­nissen mit Tieren in der Nähe der Fahrbahn rechnen. Ist es draußen schon dunkel geworden oder Nebel erschwert die Sicht, gilt es stets besonders vorsichtig zu fahren. Wildtiere wie Rehe oder Wild­schweine können die Geschwindig­keit eines Fahrzeugs nicht einschätzen. Deswegen entstehen immer wieder Kollisionen mit Fahrzeugen. Als Autofahrer sollten Sie nicht versuchen auszuweichen. Sie sollten sich aber besonders auf­merk­sam Verhalten und auf eine geringe Geschwindig­keit achten.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Wildunfall vermeiden und diesen richtig melden. Gerne beraten wir Sie zum Schutz vor dem Ernstfall auch zum Thema Autoversicherung.

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Wann spricht man von einem Wildunfall?

Ein Wildunfall entsteht immer dann, wenn der Zusammenstoß mit Haarwild zu einem Schaden am Fahrzeug oder einem Personenschaden führt. Meist werden vor allem Rehe, Wildschweine oder Hirsche in einen derartigen Unfall verwickelt. Doch auch kleine ,,Wildtiere‘‘ wie Füchse oder Hasen zählen für Polizei und Versicherungen zur Kategorie des Haarwilds und geraten immer häufiger zum falschen Zeitpunkt auf die Straße. Wildunfälle machen zirka 5 % aller Unfälle im deutschen Straßenverkehr aus. Allein im Jahr 2019 wurden den Kfz-Versicherungen rund 295.000 Wildunfälle gemeldet. Rechnerisch kommt es daher täglich zu mehreren Hundert Kollisionen zwischen Pkw und Wildtieren. Der wirtschaftliche Schaden durch Wildunfälle lag insgesamt bei 885 Millionen Euro. Um sich und die Tiere bestmöglich zu schützen, gilt es daher stets vorausschauend zu fahren.

Wann und wo kann ein Wildunfall mit Schaden passieren?

Zunächst sollte man sich fragen, warum Wildtiere als scheue Wald- und Feldbewohner befahrene Straßen überqueren. Die Tiere brauchen Nahrung und suchen Deckung vor ihren Fressfeinden und dem Menschen. Gerade Rehe und Wildschweine weiten daher ihr Revier aus und bewegen sich bei der Suche nach Essbarem in einem größeren Umkreis. Es ist daher wahrscheinlich, dass sie sich zu einem gewissen Zeitpunkt in der Nähe einer Fahrbahn aufhalten und diese überqueren müssen.

Das Unfallrisiko ist in den Monaten Oktober und November sowie im Mai besonders hoch. Zwischen September bis Januar und Juli bis August befinden sich die Tiere außerdem in der Brunftzeit. Auch dies führt zu einem erhöhten Risiko eines Wildunfalls. Die meisten Unfälle ereignen sich während der Woche, wenn besonders viel Berufsverkehr auf den Straßen unterwegs ist. Auch bei den Unfallzeiten gibt die GDV im Oktober 2020 eine neue Auskunft: Während tagsüber ein geringes Risiko besteht, steigt es ab 17 Uhr, beziehungsweise bei Dämmerungsbeginn, signifikant an. Die Höhepunkte der Wildunfälle werden nachts bis 0 Uhr sowie in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr gemessen. Orte für Wildunfälle sind meist Bundes- und Landstraßen, wo ein fließender Übergang von Feld und Wald zum Asphalt gegeben ist. Wenn es sich zusätzlich noch um wenig befahrene Straßen handelt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere die Fahrbahn überqueren. Oftmals sind derartige Strecken mit einem Schild als Warnung vor Wildwechsel ausgestattet.

Tipp

Mit einem Kfz-Schutzbrief sind Sie als Autofahrer sorgloser unterwegs. Der Rundumschutz sichert zahlreiche Risiken bei Autofahrten im In- und Ausland ab. Dazu gehören in den meisten Fällen Pannen und Unfälle. Alles weitere erfahren Sie im Ratgeber Kfz-Schutzbrief.


Wildunfall: Wie lassen sich Unfälle mit Tieren vermeiden?

Wenn Sie Wildtiere auf oder neben der Straße sehen, sollten Sie abbremsen, Ihr Fernlicht ausschalten und Hupen, um einem Wildunfall zu vermeiden. Vorausschauendes Verhalten des Autofahrers ist besonders wichtig. Ist die Kollision unvermeidbar, müssen Sie das Lenkrad festhalten und stark bremsenniemals ein Ausweichmanöver einleiten.

Wenn Sie Wild bei Tageslicht auf der Straße vor Ihnen entdecken, fällt es meist leichter, eine kontrollierte Bremsung des Autos einzuleiten. Das starke Abbremsen sollten Sie allerdings nur dann vornehmen, wenn dicht hinter Ihnen kein anderes Fahrzeug fährt und Sie den Abstand zum Wildtier gut einschätzen können. Achten Sie daher stets auf ausreichenden Abstand zum Vordermann, falls Sie in einer Fahrzeug-Kolonne unterwegs sind. Unsere Grafik zeigt Ihnen, bei welchem Tempo Sie vor einem Tier noch abbremsen können, wenn es im Abstand von 60 Metern vor Ihnen auf die Fahrbahn springt:

Ist der Unfall unvermeidbar oder taucht das Wildtier unvermittelt bei Nacht im Scheinwerferlicht auf, dann sollten Sie niemals ausweichen. Halten Sie das Lenkrad fest, bleiben Sie auf der Straße und in Ihrer Fahrspur. Blenden Sie sofort ab, hupen Sie und bremsen Sie stark ab, aber fahren Sie kein Ausweichmanöver. Das Risiko beim Ausweichen ist immens hoch, auf die andere Fahrbahnseite mit Gegenverkehr zu kommen und so die Chance eines schweren Unfalls mit Personenschäden zu erhöhen. Wildunfälle mit Rehen, Wildschweinen oder Hasen können auch entstehen, wenn Sie sicher sind, dass das Tier das Fahrzeug kommen sieht oder sich von der Fahrbahn entfernt hat. Die Tiere sind oftmals in Gruppen unterwegs und können die Geschwindigkeit Ihres Autos nicht einschätzen.


So verhalten Sie sich nach einem Wildunfall richtig

Wurde ein Wildtier von Ihnen angefahren, sollten Sie versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren und folgende Schritte zu beachten:

  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und legen Sie die Warnweste an.
  • Sichern Sie die Unfallstelle mit dem Warndreieck.
  • Kümmern Sie sich um eventuell verletzte Personen und wählen Sie die 112.
  • Wildunfall bei der Polizei melden – rufen Sie unter der 110 an.
  • Verständigen Sie in Absprache mit der Polizei den zuständigen Jagdpächter und fordern Sie von diesem eine Unfallbescheinigung für den Wildschaden an.
  • Falls das Wildtier noch lebt: Sehen Sie von Berührungen ab. Verletzte Tiere können Tollwut haben, in Panik geraten und in ihrer Aggressivität auch Sie verletzen.
  • Halten Sie die Schäden am Auto mit einer Kamera fest. Achten Sie dabei besonders auf Blut- und Haarspuren, die der Versicherung bei der Einschätzung des Wildunfalls helfen.
  • Versuchen Sie zu Tode gekommene Wildtiere an den Randstreifen zu ziehen, um die Fahrbahn möglichst wenig zu blockieren und Folge-Unfälle zu vermeiden.
  • Entfernen Sie das Tier keinesfalls vom Unfallort – dies gilt als Wilderei und zieht eine Strafanzeige nach sich.
  • Die Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Jagdpächter können Sie bei Ihrer Versicherung einreichen.

Ist ein Wildunfall meldepflichtig?

Verlassen Sie den Unfallort bei einem Wildunfall, ist dies keine Fahrerflucht – aber ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Der Zusammenstoß mit Wildtieren muss daher stets umgehend der Polizei gemeldet werden. In 11 Bundesländern besteht eine zusätzliche Meldepflicht aufgrund der Landesjagdgesetze.

Sollte man unerwartet in Panik verfallen und den Unfallort verlassen, hat man die Möglichkeit, den Wildunfall nachträglich zu melden. Da hier keine mutwillige Entscheidung getroffen wurde, drohen seitens der Polizei keine rechtlichen Konsequenzen. Der Verstoß gegen Tierschutzgesetz oder Landesjagdgesetz kann allerdings dennoch geprüft werden. Hat man seinen Wildunfall gar nicht gemeldet, so zieht dies nicht nur Geld- oder gar Freiheitsstrafen mit sich – auch die Versicherung kommt für den Schaden am Fahrzeug nicht mehr auf.


Wildunfall – welche Versicherung zahlt den Schaden am Auto?

Ein Wildunfall ist durch die Teilkaskoversicherung abgesichert.

Der Wildunfall muss aber nachgewiesen werden. Normalerweise reicht dafür die Wildunfallbescheinigung des Jägers. Aber auch andere Beweisdokumente (Fotos, Zeugenaussagen, Unfallbericht der Polizei) sind sinnvoll, um den Unfallhergang belegen zu können. Ohne Nachweis zahlt bei einem Wildunfall nur die Vollkaskoversicherung.

Wann greift die Teilkaskoversicherung beim Unfall mit Haarwild?

Die Teilkaskoversicherung kommt allgemein für Schäden am eigenen Auto auf, die unverschuldet zustande kommen. Im klassischen Fall zählt hierzu auch die Kollision mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen. Damit Sie bei einem Wildunfall von der Teilkasko Gebrauch machen können, muss der Unfall mit einem lebendigen Wildtier passiert und das Fahrzeug in Bewegung gewesen sein. In Anspruch nehmen kann man die Versicherung in diesem Fall aber nur mit ausgewiesener Wildunfallbescheinigung. Der Versicherungsschutz gilt oftmals nur für Haarwild und schließt andere Tiere, wie beispielsweise Kühe oder Hunde bei Zusammenprall aus.

Tipp

Die Autoversicherung der CosmosDirekt beinhaltet bereits im Basisschutz einen erweiterten Wildschadenschutz in der Teilkasko. Damit gilt der Versicherungsschutz für Schäden durch Wild und Tiere aller Art.

Welche Tiere gelten für die Versicherung als Haarwild?

Für die Teilkasko gelten unter anderem die folgenden Wildtiere als Haarwild:

  • Rot- und Damwild wie Rehe und Hirsche
  • Wildschweine
  • Füchse und Luchse
  • Marder
  • Hasen
  • Dachse
  • Elche und Rentiere

Wann nutze ich für einen Wildunfall die Vollkasko?

Im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung greift die Vollkasko auch bei Schäden, die beispielsweise durch Ausweichmanöver entstanden sind.


Unser Fazit zum Wildunfall

Da es fast 300 Millionen Wildunfälle pro Jahr gibt, sollte jeder Autofahrer vor einer derartigen Situation gewappnet sein. Neben einer vorausschauenden Fahrweise in Wildwechsel-Gebieten ist das richtige Verhalten bei Wild auf der Straße ausschlaggebend für die Schwere eines derartigen Unfalls:

  • Fahren Sie gerade bei schlechten Sichtverhältnissen aufmerksam und langsam.
  • Leiten Sie keinesfalls ein Ausweichmanöver ein.
  • Im Ernstfall: Bleiben Sie am Unfallort und melden Sie den Wildschaden.

Falls es doch mal zum Wildunfall mit Schäden kommt, hilft Ihnen CosmosDirekt schnell und zuverlässig mit Teil- und Vollkaskoleistungen weiter.



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