Das Bild zeigt ein Verkehrsschild

Geisterfahrer

So verhältst Du Dich im Ernst­fall richtig

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Das Wichtigste zum Thema Geisterfahrer in Kürze

  • Geisterfahrer bzw. Falschfahrer sind auf der Autobahn entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs
  • Bei einem Geisterfahrer auf Deiner Strecke solltest Du Dein Tempo reduzieren, möglichst weit rechts fahren und nach Möglichkeit die nächste Raststätte oder den nächsten Parkplatz ansteuern
  • Wer selbst zum Falschfahrer wird, sollte sein Fahrzeug mit ein­ge­schalteter Warnblinkanlage sicher abstellen und die Polizei rufen
  • Geisterfahrer müssen mit einer Strafe rechnen, die je nach Tatbestand unterschiedlich hoch ausfällt

Einem Geisterfahrer zu begegnen, ist eine der größten Ängste der meisten Autofahrer. Deshalb ist es wichtig, Warn­meldungen über den regionalen Verkehrs­funk zu verfolgen und sich im Ernstfall richtig zu verhalten. In unserem Ratgeber erfährst Du, was nach einer Geister­fahrer­meldung zu tun ist und wie Du Dich verhältst, wenn Du versehentlich selbst zum Geister­fahrer wirst.

Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen zu Geisterfahrern. Produktinformationen zur Autoversicherung von CosmosDirekt findest Du hier.

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Was ist ein Geisterfahrer?

Ein Geisterfahrer bzw. Falschfahrer ist per Definition ein Autofahrer, der auf einer Autobahn oder einer Straße mit geteilter Fahrbahn entgegen der vorgegebenen Fahrtrichtung fährt. Geisterfahrer haben also nur Gegenverkehr und bergen ein hohes Unfallrisiko für andere Verkehrsteilnehmer und auch sich selbst.

Was tun bei einem Geis­ter­fahrer?

Nach einer Geisterfahrermeldung über den Verkehrsfunk kann das richtige Verhalten dabei helfen, die Gefahr eines Unfalls zu reduzieren.

Hast Du Warnmeldungen über einen Falschfahrer auf Deiner Strecke gehört, solltest Du die folgenden Schritte befolgen:

Folgende Schritte solltest Du beachten

  1. Reduziere die Geschwindigkeit.
  2. Schalte die Warnblinkanlage ein.
  3. Wechsle auf die äußere rechte Spur. Bei starkem Verkehrsaufkommen achte darauf, versetzt zu Fahrzeugen auf der Nebenspur zu fahren.
  4. Überhole auf keinen Fall andere Verkehrsteilnehmer und halte ausreichend Abstand zum Vordermann.
  5. Wenn ein Parkplatz, eine Raststätte oder eine Ausfahrt in unmittelbarer Nähe vor Dir liegt, fahre ab.
  6. Behalte immer den Seitenstreifen im Auge, um im Notfall ausweichen zu können.
  7. Schalte das Radio ein, um über den Verkehrsfunk zu erfahren, wann die Gefahr durch den Falschfahrer vorbei ist.
  8. Fährt der Geisterfahrer an Dir vorbei, rufe schnellstmöglich unter 110 die Polizei und gib Informationen zu Streckenabschnitt, Fahrtrichtung und Fahrzeug des Falschfahrers weiter. Halte dazu auf dem nächsten Parkplatz oder Rastplatz an.

Selbst Geis­ter­fahrer: So verhältst Du Dich richtig

Schlechte Sicht, unübersichtliche Beschilderung oder Ablenkungen beim Fahren – jeder Autofahrer kann versehentlich zum Falschfahrer werden. Wenn Du merkst, dass Du aus Versehen als Geisterfahrer in die falsche Fahrtrichtung unterwegs bist, ist das richtige Verhalten wichtig, um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Das solltest Du tun, wenn Du selbst Geisterfahrer bist:

Das solltest Du tun, wenn Du selbst Geisterfahrer bist:

  1. Schalte sofort Warnblinkanlage und Abblendlicht an.
  2. Fahre an den nächstgelegenen Fahrbahnrand. Stelle Dein Fahrzeug dicht an der Schutzplanke ab.
  3. Steige schnellstmöglich aus. Ziehe die Warnweste an. Stelle das Warndreieck in Richtung des entgegenkommenden Verkehrs auf.
  4. Suche Schutz hinter der Mittelleitplanke oder hinter der Böschung beim Seitenstreifen. Ruf die Polizei und warte auf Hilfe. Überquere auf keinen Fall die Fahrbahn!
  5. Versuche auf keinen Fall zu wenden oder rückwärts zu fahren!

Wie wird man zum Geis­ter­fahrer?

Für Falschfahrten gibt es ganz unterschiedliche Gründe und längst nicht alle Geisterfahrer handeln mit Absicht. Häufig spielen neben unübersichtlicher Beschilderung und schlechten Sichtverhältnissen auch Alkohol und Ablenkungen am Steuer eine Rolle.

Zu den Ursachen für Geisterfahrten gehören:

  • Schlechte Beschilderung
    Baustellen, Auf- und Abfahrten sind oft so beschildert, dass die Verkehrsführung auf Anhieb nicht klar erkennbar ist. Wenn die Beschilderung nicht eindeutig die Richtung vorgibt, ist ein Wechsel auf die falsche Spur schnell passiert.
  • Parkplätze und Autobahnraststätten
    Viele Geisterfahrten beginnen an diesen Orten, wenn wenig Betrieb herrscht und man unachtsam in die falsche Richtung startet. Dies mag zunächst unrealistisch klingen, aber nachts reicht schon eine halbe Minute ohne richtungsweisenden Verkehr aus, um die Abfahrt in entgegengesetzter Richtung zu nehmen und zu beschleunigen.
  • Überforderung und Suizid-Absicht
    Wenn Autofahrer überfordert sind, kann es leicht zu einer Geisterfahrt kommen. Überforderung ist oft durch das Alter (Demenz, Verwirrung, Unerfahrenheit bei jungen Verkehrsteilnehmern), aber auch durch Alkohol oder Drogen bedingt. Selten kommt es vor, dass Menschen in suizidaler Absicht zum Falschfahrer werden und mit dem Fahren in die falsche Richtung einen Unfall provozieren möchten.
  • Wenden
    Das Wenden auf mehrspurigen Schnellstraßen und Autobahnen gehört auch zu den Ursachen für Geisterfahrten. Wurde eine Ausfahrt verpasst oder falsch aufgefahren, denken sich manche Autofahrer nichts dabei, ihr Fahrzeug zu wenden. Ab dem Wendezeitpunkt handelt es sich aber um eine Falschfahrt. Auch Rückwärtsfahren fällt darunter, denn Autobahnen und mehrspurige Schnellstraßen sind in Fahrtrichtung Einbahnstraßen.
  • Schlechte Sichtverhältnisse
    Wenn die Witterung die Sicht beeinträchtigt, nimmt das Risiko zu, auf die Gegenfahrbahn abzubiegen. Wenig Straßenverkehr und kein Tageslicht erhöhen dieses Risiko zusätzlich.
  • Mutproben
    In einigen Fällen kommt es auch durch Mutproben zu vorsätzlichen Geisterfahrten.

Wie viele Unfälle pro Jahr gibt es durch Geis­ter­fahrer laut Statistik?

Eine Auswertung des ADAC für das Jahr 2019 hat ergeben, dass auf Autobahnen und autobahnähnlichen Strecken insgesamt 1912 Meldungen über Geisterfahrer gemacht wurden. Laut der amtlichen Unfallstatistik kam es dabei zu 61 Unfällen, wobei neun Kollisionen tödlich verliefen und insgesamt 11 Menschen ums Leben kamen.

Diese weiteren Erkenntnisse über Geisterfahrer lassen sich laut der Statistik treffen:

  • Unterschiede nach Bundesländern
    Besonders viele Meldungen über Falschfahrer entfallen auf Strecken in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen. In Bezug auf die Länge des Autobahnnetzes gibt es allerdings in Berlin, Hamburg und Bremen die meisten Warnmeldungen über Geisterfahrer, was wahrscheinlich an der höheren Zahl der Anschlussstellen liegt.
  • Deutliche Verteilung nach Geschlecht
    Laut ADAC waren mehr als 70 Prozent aller Geisterfahrer im Jahr 2019 männlich.
  • Besonders viele Geisterfahrermeldungen am Wochenende
    Im Jahr 2019 wurden 21 Prozent der Geisterfahrten an Sonntagen und 19 Prozent der Falschfahrten an Samstagen registriert. An anderen Wochentagen waren es lediglich 11 bis 13 Prozent.
  • Risiko je nach Tageszeit
    Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, einem Falschfahrer zu begegnen, abends und nachts am größten, während die Gefahr morgens zwischen 5 und 9 Uhr am geringsten ist.

Ob absicht­lich oder aus Versehen: Geis­ter­fahrer müssen mit Strafen rechnen

Wer als Geisterfahrer unterwegs ist, muss mit Strafen rechnen. Denn das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung ist laut § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) eine Gefährdung für den Straßenverkehr und deshalb eine Straftat. Auch das Wenden oder Rückwärtsfahren auf Autobahnen oder autobahnähnlichen Strecken ist grundsätzlich verboten.

Wie hoch die Strafe für Falschfahrten ausfällt, ist vor allem davon abhängig, ob die Tat vorsätzlich oder unabsichtlich begangen wurde und welcher Schaden entstanden ist.

Je nach Tatbestand müssen Falschfahrer mit diesen Strafen rechnen:

  • Vorsätzliche Geisterfahrten
    Wer absichtlich entgegen der Fahrtrichtung fährt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.
  • Versehentliche Falschfahrten
    Autofahrer, die unabsichtlich als Geisterfahrer unterwegs sind, müssen meist ein Bußgeld zahlen. Hinzu kommt auch ein Fahrverbot bis zu drei Monaten oder ein Entzug der Fahrerlaubnis von mindestens sechs Monaten. Die Tat des Geisterfahrers wird in diesem Fall als Ordnungswidrigkeit statt als Straftat behandelt.
  • Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern
    Verursacht der Geisterfahrer einen Unfall, bei dem andere Personen zu Schaden oder sogar zu Tode kommen, folgen zusätzliche Prozesse und Urteile mit höheren Strafen.
  • Falschfahrten mit suizidaler Absicht
    Wer mit der Absicht eines Suizids zum Geisterfahrer wird, muss unter Umständen mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen.

Wie kann man Geis­ter­fahrten vorbeugen?

Bei der Frage, ob und wie man Geisterfahrer auf der Autobahn stoppen kann, gehen die Meinungen auseinander. Ein naheliegendes Mittel gegen Falschfahrten ist die Verbesserung der Beschilderung. Besonders an Anschlussstellen, Autobahnkreuzen und Baustellen kann man durch große und farblich hervorstechende Schilder viel erreichen. In Bayern wurde 2011 ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem gelbe Geisterfahrer-Warntafeln auf Autobahnabschnitten angebracht wurden. Dies führte allerdings nicht zu einer Abnahme der Zahl der Warnmeldungen, denn diese blieb nahezu konstant oder nahm sogar zu. Das hat unter anderem den Grund, dass laut Erkenntnissen des ADAC viele Geisterfahrer vorsätzlich in die falsche Fahrtrichtung unterwegs sind.

Kontrovers diskutiert ist auch das Anbringen von Metallkrallen in der Fahrbahn an Autobahnauffahrten, die das Überfahren nur in einer Richtung gestatten. Allerdings wären hiervon auch Rettungskräfte betroffen, wenn sie bei einem Unfall in der entgegengesetzten Richtung auffahren müssen. Außerdem ist die sichere Funktion bei Witterungsbedingungen mit Eis und Schnee nicht gewährleistet.

Von technischer Seite her tut sich dagegen immer mehr. Da moderne Autos oft mehrere Kameras an Bord haben, kann die Elektronik zusammen mit dem Navigationssystem erkennen, wenn sich das Fahrzeug einer Autobahnauffahrt nähert. Besteht Gefahr, weil die Kamera Verbotsschilder erkennt und das Navi die falsche Auffahrt bestätigt, wird ein akustischer und visueller Alarm ausgelöst. Gegenwärtig ist diese Technologie aber nur einigen Oberklassefahrzeugen vorbehalten. Die Bundesregierung dagegen setzt bereits auf den Fortschritt. In der „Digitalen Agenda 2014 – 2017“ ist recht zuversichtlich von der Kommunikation zwischen Autos untereinander die Rede: „Die Entwicklung geht weiter: Künftig wird die Kommunikation zwischen Autos untereinander sowie zwischen Autos und anderen Einrichtungen noch verstärkt – und warnt vor Staus, Geisterfahrern oder anderen Sicherheitsrisiken.“

Die Rolle der Versi­che­rung bei Geis­ter­fahrten

Viele Geisterfahrten enden zum Glück glimpflich, ob ohne oder mit Blechschaden. Bei einem Unfall übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Geisterfahrers den Schaden, sie kann den Fahrer aber gegebenenfalls in Regress nehmen.

Entscheidend ist jedoch, ob der Geisterfahrer vorsätzlich gehandelt hat. Bei absichtlichen Falschfahrten übernimmt die Haftpflichtversicherung den Schaden in der Regel nicht. Verursacht ein Geisterfahrer einen Unfall, ist der Vorsatz allerdings nicht von der Polizei zu beweisen, sondern muss von der Versicherung nachgewiesen werden.

Fazit: Bei einem Geis­ter­fahrer ist das rich­tige Verhalten entschei­dend

Geisterfahrer stellen für andere Verkehrsteilnehmer eine erhebliche Gefahr im Straßenverkehr dar. Oft ist die Zeitspanne ab der Meldung eines Falschfahrers zu gering, um alle Autofahrer warnen zu können. Lass daher immer den regionalen Verkehrsfunk laufen und pass bei Autobahnkreuzen und Abfahrten besonders gut auf. Falls Dir ein Geisterfahrer entgegenkommt, fahre mit reduziertem Tempo und Warnblinkanlage möglichst weit rechts. Achte auf genügend Platz für Ausweichmanöver und nutze Parkplätze oder Ausfahrten zum schnellen Verlassen der Autobahn.

Bist Du selbst versehentlich zum Geisterfahrer geworden, ist auch hier das richtige Verhalten entscheidend, um andere nicht zu gefährden. Stelle Dein Fahrzeug schnellstmöglich sicher ab und ruf über die 110 die Polizei zur Hilfe. Wer als Geisterfahrer unterwegs ist, begeht eine Straftat. Die Angst vor einer möglichen Strafe sollte Dich jedoch nicht davon abhalten, die Polizei zu verständigen. Setzt Du die Fahrt fort, ist die Gefahr für einen potentiell schweren Unfall sehr hoch.

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    Auszeichnung „Beliebtester Kfz-Versicherer“, 1. Platz Gesamturteil Kundenzufriedenheit, Studie „Kundenbefragung Kfz-Versicherer 2023“ des Deutschen Instituts für Service-Qualität GmbH & Co. KG (DISQ), 31 Filial- und Direktversicherer, www.disq.de, August 2023.

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    Mögliche Beitragsersparnis im Wettbewerbsvergleich von CosmosDirekt mit ausgewählten Anbietern (Direktversicherer und klassische Versicherer) im folgenden Beispielfall: Beitragsvergleich für: VW Passat Variant 1.5 TSI (HSN: 0603, TSN: CIA), eigenfinanziert, Erstzulassung: 01.02.2024, Erwerb: 01.02.2024, Zulassung in Reutlingen (PLZ: 72764), Fahrleistung: 5.000 km/Jahr, Nutzung: ausschließlich privat, Halter: VN, Fahrer: VN (geb. 01.01.1984, Führerscheinerwerb in 2002) und sonstige Fahrer (23 Jahre), Angestellter, kein Wohneigentum, Abstellplatz: Straße, SF-Klasse KH/VK: SF20/SF20, Selbstbeteiligung VK/TK: 300/150 €, keine Vorschäden, vorher zwei Jahre bei einer anderen Versicherung versichert, Zahlweise: jährlich Bankeinzug, freie Werkstattwahl, Versicherungsbeginn: 01.02.2024.

    Quelle: Werte HUK24, Ergo, Gothaer: NAFI-Kfz-Kalkulator, Version 28.01; Stand: 30.01.2024, Allianz Direct: Webseite des Versicherers am 30.01.2024. Vergleich von Kfz-Haftpflichttarifen und Vollkaskodeckung (mit Selbstbeteiligung 300/150 €) freie Werkstattwahl, die sich in weiteren einzelnen Leistungsmerkmalen unterscheiden können. Ergo und Gothaer sind mit ihren Tarifen als klassische Versicherer vertreten.

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