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Schadenfreiheitsklasse beim Motorrad: Das ist zu beachten

Die Schadenfreiheitsklasse in der Motorradversicherung

Jede unfall­freie Motorrad­saison wird von den Versicherungs­gesell­schaften mit einem Auf­stieg in der Schaden­freiheits­klasse und sinkenden Prämien belohnt. Bei einem hohen Rabatt kann ein Versicherungs­nehmer 50 Prozent und mehr des ursprüng­lichen Beitrags sparen. Wie die Rabatt­gestaltung aussieht, unter­scheidet sich bei der Motorradversicherung von Versicherer zu Versicherer. Und es gibt Möglich­keiten, höhere Beiträge durch eine Herab­stufung in der Schaden­freiheits­klasse zu verhindern.

Diese Versicherungsbegriffe tauchen im Artikel auf
Begriff
Erklärung
SonderkündigungsrechtDie Motorradversicherung kann regulär einmal im Jahr gekündigt werden. Darüber hinaus entsteht nach Schadenfällen und bei bestimmten Beitragserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht.
TeilkaskoversicherungDie Teilkasko leistet bei Schäden am eigenen Motorrad durch Wildunfälle, Diebstahl sowie Bruchschäden an der Verglasung.
VollkaskoversicherungDie Vollkasko kommt für die gleichen Schäden wie die Teilkasko auf. Darüber hinaus erstattet die Vollkaskoversicherung die Kosten bei Unfallschäden mit Fahrerflucht, Vandalismus oder bei Eigenverschulden.

Schadenfreiheitsklassen beim Motorrad: Unfallfreies Fahren wird belohnt

Wenn keine Schäden entstehen, sind sowohl Versicherung als auch Versicherter zufrieden. Erstere muss keine Schaden­kosten regulieren, und als Versicherungs­nehmer werden Sie dafür mit niedrigeren Beiträgen belohnt. Mit jedem schaden­freien Jahr steigt der Versicherungs­nehmer um eine Schaden­freiheitsklasse (SF-Klasse) auf. Gleichzeitig steigt in der Regel der prozentuale Rabatt auf den ursprünglichen Beitrag.

Schaden­freiheits­klassen werden für die Haftpflicht- und die Vollkasko­versicherung berechnet, da es sich dabei um voneinander unab­hängige Versicherungen handelt. Dass die SF-Klassen nicht für die Teilkasko geführt werden, hat einen guten Grund: Während Sie als Fahrer in der Haftpflicht- und Vollkasko­versicherung Einfluss auf die Schadens­ursachen haben, können Sie Schäden, die die Teilkasko absichert, nur begrenzt vermeiden. Dazu gehören beispiels­weise Wildschäden und Diebstahl.

Die Gestaltung der Rabatte in den verschiedenen Schadenfreiheits­klassen unterscheidet sich je nach Versicherungs­gesellschaft. Der Einstufung liegt der bisherige Schadenverlauf des Versicherungs­nehmers zugrunde. Zu Beginn eines Versicherungs­jahres werden die Schaden­freiheitsklasse und damit die Beitrags­berechnung aktualisiert.

Der prozentuale Beitragssatz in den verschiedenen Schadenfreiheitsklassen bei CosmosDirekt
SF-Klasse

Schadenfreie Jahre
Haftpflicht
Beitragssatz
Vollkasko
Beitragssatz
SF 10 (10 Jahre und mehr)25%35%
SF 9 (9 Jahre)25%40%
SF 8 (8 Jahre)25%40%
SF 7 (7 Jahre)25%40%
SF 6 (6 Jahre)30%45%
SF 5 (5 Jahre)35%45%
SF 4 (4 Jahre)35%45%
SF 3 (3 Jahre)40%60%
SF 2 (2 Jahre)45%60%
SF 1 (1 Jahre)50%65%
SF ½ (-)60%75%
SF 0 (-)100%100%
M (-)140%140%
  • Quelle: Versicherungsbedingungen der CosmosDirekt

Die Einstufung als Fahranfänger

Bei der Motorradversicherung gilt der gleiche Grundsatz wie bei der Autoversicherung: Fahranfänger zahlen höhere Beiträge als Personen mit größerer Erfahrung im Straßenverkehr. Denn das Risiko, einen Unfall zu verursachen, ist in den ersten Jahren deutlich höher. Wer nach der bestandenen Führerscheinprüfung sein Motorrad versichert, muss in der Schadenfreiheitsklasse 0 den vollen Beitragssatz bezahlen. Allerdings sinkt bereits nach einem schadenfreien Jahr der Beitrag erheblich.

Tipp

In der Motorradversicherung von CosmosDirekt erfolgt die Ersteinstufung in die Schadenfreiheitsklasse ½, wenn bereits eine Versicherung für einen Pkw oder ein Motorrad bei CosmosDirekt besteht (mindestens SF-Klasse 3).


Übertragung der Schadenfreiheitsklasse

Unter bestimmten Umständen kann die Schadenfreiheitsklasse übertragen werden. Das gilt beispielsweise bei Versicherungs- und Fahrzeugwechsel. Es ist zudem möglich, die SF-Klasse auf eine andere Person zu übertragen.

Übertragung bei Versicherungswechsel

Wer seine Versicherung wechselt, kann den bisherigen Schadenverlauf übernehmen. Dann wird man in die entsprechende Schadenfreiheitsklasse des neuen Versicherers eingestuft. Dabei muss der prozentuale Rabatt in der SF-Klasse allerdings nicht gleich bleiben; die Versicherungsgesellschaften haben hierbei Spielraum.

Übertragung auf ein anderes Fahrzeug

Versicherungsgesellschaften zählen Motorräder (Krafträder) und Pkw zur selben Fahrzeuggruppe. Wer sein Motorrad verkauft und mehrere Jahre ohne Schaden gefahren ist, kann daher den Schadenverlauf auf ein Auto übertragen. Allerdings geht damit in der Regel nicht einher, dass die Prozente der Motorrad-Versicherung für das Auto gelten. Das ergibt sich aus den unterschiedlichen Rabattzuordnungen für die beiden Fahrzeugtypen.

Beispiel

Ein Motorradfahrer gehört nach 8 unfallfreien Jahren der Schaden­freiheits­klasse 8 an. Damit zahlt er 25 % des Normal­beitrags. Nun will er das Motorrad verkaufen und den Rabatt auf seine Autoversicherung übertragen. Die Schaden­freiheits­klasse 8 entspricht für Pkw allerdings nicht 25 %, sondern 33 % (jeweils bei CosmosDirekt).

Übertragung beim Motorrad als Zweitfahrzeug

Wenn Sie bereits ein Motorrad besitzen und ein weiteres kaufen, können Sie dieses als Zweitfahrzeug anmelden und für das weitere Motorrad die Schadenfreiheitsklasse ½ erhalten wenn das erste mit mindestens der SF3 eingestuft ist. Dies ist auch möglich, wenn Sie als Erstfahrzeug einen Pkw fahren.

Tipp

Wer als Fahranfänger sein Motorrad als Zweitfahrzeug in der Versicherung der Eltern anmeldet, kann vom höheren Rabatt der Eltern profitieren. Wenn es zu einem Schaden am Motorrad kommt, den die Versicherung bezahlt, bleibt der Rabatt für den Erstwagen bestehen. Später kann der angesammelte Schadenfreiheitsrabatt aus dem Zweitfahrzeug in der Regel in eine andere Police übernommen werden.

Übertragung der Schadenfreiheitsklasse auf eine andere Person

Wie bei der Auto­versicherung erlauben es einige Versicherer, den Schaden­freiheits­rabatt an eine andere Person abzu­treten. Voraus­setzung dafür ist meistens, dass der Versicherungs­nehmer und die begünstigte Person Verwandte 1. Grades sind oder in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Bei diesen Personen ist eine Über­tragung der Versicherung im Einzelfall möglich:

  • Eltern und Kinder
  • Ehepartner
  • Eingetragene Lebenspartner
  • Großeltern, Enkel, Geschwister, wenn diese in einer häuslichen Gemeinschaft leben

Häufig ist der Vorgang an bestimmte Bedingungen geknüpft. So muss beispiels­weise nachgewiesen werden, dass der Begünstigte das Motorrad in der schadenfreien Zeit überwiegend genutzt hat.


Schadenfreiheits­klasse bei Unterbrechung des Vertrags

Saisonkennzeichen bieten die Möglichkeit, im Herbst und Winter die Versicherungs­beiträge und Steuern für das Motorrad zu sparen. Dabei ist zu beachten, dass der Versicherungs­schutz mit Saison­kennzeichen mindestens 180 Tage im Jahr bestehen sollte. Wenn das gewähr­leistet ist, stuft Sie die Versicherung bei schaden­freiem Verlauf in eine bessere Klasse ein. Wie sich eine längere Unter­brechung auswirkt, hängt von der Dauer und der Versicherungs­gesellschaft ab:

  • Beträgt sie weniger als 6 Monate, wird die Zeit wie eine schadenfreie Periode behandelt. Es ist daher möglich, auch bei Unterbrechung in der Schaden­freiheits­klasse aufzusteigen.
  • Dauert die Unterbrechung zwischen 6 und 12 Monate, bleiben Schaden­freiheits­klasse und -rabatt unverändert.
  • Bei Unter­brechungen von mehr als 12 Monaten können sich die Regeln der Versicherungs­gesellschaften unterscheiden. Bei einigen Policen wird die SF-Klasse auch nach einer Pause von über einem Jahr beibehalten.
  • Dauert die Unterbrechung länger als 7 Jahre an, wird meist der schaden­freie Verlauf übernommen, wenn das Fahrzeug bei der Versicherungs­gesellschaft, bei der es vor der Unter­brechnung versichert war, wieder versichert wird oder der bisherige Versicherer dem neuen Versicherer die schaden­freie Zeit bestätigt.

Die Motorrad-Versicherung und die Prozente im Schadenfall

Ein Schadenfall führt zu einer Abstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Die Rückstufung wird für das folgende Versicherungsjahr vorgenommen. Die Höhe des Schadens ist dabei nicht wichtig. Was zählt, ist die Anzahl der Schäden innerhalb der Vertragslaufzeit. Mehrere kleine Schäden wirken sich daher nachteiliger aus als ein großer Schaden. Eine Rückstufung und die Folgen für die Beitragshöhe kündigen Versicherer in einem Bescheid bei der Schadenregulierung an.

Hinweis

Wenn sich der Beitrag durch die Ein­stufung infolge eines regulierten Schadens erhöht, entsteht dadurch kein Sonder­kündigungs­recht. Das Recht zur vorzeitigen Kündigung wird dem Versicherungs­nehmer aber bei einer Beitrags­erhöhung nach Neuordnung der Typ- und Regional­klassen gewährt.

Beispiel

Nach 6 schadenfreien Jahren reguliert die Haftpflicht-Versicherung eines Motorrad­fahrers einen Schaden. Im folgenden Versicherungs­jahr wird er in die SF-Klasse ½ zurück­gestuft. Der Beitrags­satz liegt dann nicht mehr bei 30 %, sondern bei 60 %.

Rabattschutz und Rückkauf eines regulierten Schadens

Gegen Aufpreis bieten einige Versicherer einen sogenannten Rabattschutz an. Dieser gewährleistet, dass Sie trotz regulierten Schadenfalls in der gleichen Schadenfreiheitsklasse bleiben. Bei einem Wechsel wird der bestehende Rabattschutz allerdings nicht zwangsläufig vom neuen Versicherer anerkannt. Ausführliche Informationen zum Wechsel der Motorradversicherung finden Sie in unserem Ratgeber Motorradversicherung wechseln.

Außerdem besteht häufig die Möglichkeit, den Schaden nachträglich „zurückzukaufen“. Bei einem solchen Vorgang zahlt der Versicherer zunächst die Kosten. Der Versicherungsnehmer hat danach die Möglichkeit, innerhalb eines festgelegten Zeitraums den gezahlten Betrag zu begleichen und so die Rückstufung für den folgenden Versicherungsbetrag zu vermeiden.

Tipp

Prüfen Sie bei geringen Kosten, ob es sich lohnt, den geforderten Betrag selbst aufzubringen, statt in Zukunft deutlich höhere Beiträge zu bezahlen. Die Versicherer geben Ihnen gerne Auskunft ob sich ein Schadenrückkauf für Sie lohnt.


Fazit: Das Wichtigste zu Schadenfreiheitsklassen beim Motorrad

Je länger Sie ohne Schaden unterwegs sind, umso höher werden Sie in eine Schaden­freiheitsklasse eingestuft. Ein Schaden führt dagegen zur Rückstufung. Das System wird bei der Haftpflicht- und der Vollkasko­versicherung angewendet. Damit funktioniert es ebenso wie bei der Pkw-Versicherung, allerdings werden für Auto und Motorrad unterschiedliche Rabatt-Tabellen geführt. Wer mit einem Saison­kennzeichen fährt, kann ebenfalls in der Schaden­freiheits­klasse aufsteigen, wenn der Versicherungsschutz mindestens 180 Tage im Jahr besteht.

Da Fahranfänger noch keinen schadenfreien Verlauf aufweisen, werden sie in der SF-Klasse 0 eingestuft. Allerdings können auch sie bei der ersten Motorrad­versicherung von Rabatten profitieren. So lässt sich beispielsweise oftmals das Motorrad als Zweit­fahrzeug der Eltern eintragen. In einem solchen Fall wird häufig ein Rabatt gewährt. Wer bereits einen Pkw-Versicherungs­vertrag bei einer Versicherungs­gesellschaft hat, kann für das Motorrad oftmals einen ermäßigten Beitrag erhalten. Bei Fahrzeug- und Versicherungs­wechsel wird der bisherige Schaden­freiheitsverlauf anerkannt. Zudem ist es unter Umständen möglich, einen Schaden­freiheitsrabatt an eine andere Person zu übertragen.

Bei einem Schadenfall wird die Herabstufung im folgenden Versicherungs­jahr wirksam. Um diese zu vermeiden, können Versicherungs­nehmer gegen einen Aufpreis einen Rabatt­schutz in die Police aufnehmen oder für den regulierten Schaden nach­träglich aufkommen. Bei einem Wechsel der Versicherung wird der Rabatt­schutz oftmals nicht anerkannt. In dem Fall sollten Sie unter Berück­sichtigung der neuen Schaden­freiheits­klasse abklären, ob sich der Versicherungs­wechsel lohnt.


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