Renteneintrittsalter

Rechtzeitig für das Alter planen


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Zu welchem Zeitpunkt Sie in Rente gehen können, ist oft nicht auf den ersten Blick klar. Das Renteneintrittsalter hängt von verschiedenen Faktoren ab: die Rente mit 63 gilt für besonders langjährig Versicherte. Ab Jahrgang 1964 können jedoch auch langjährig Versicherte erst mit 65 in Rente gehen, was zwei Jahre vor der Regelaltersrente liegt.

Zum Thema Renteneintrittsalter ist im Moment vieles in Bewegung. Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise angepasst. Der Grund dafür: die Lebenserwartung der Versicherten steigt. Einzahlungs- und Rentendauer mussten neu austariert werden. Das heißt für alle, die im Jahr 1947 oder später geboren wurden: Der Renteneintritt verschiebt sich schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Wollen Sie früher in Rente gehen, werden in der Regel bestimmte Abschläge fällig. Im Juli 2014 erfolgte eine weitere Anpassung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es nun möglich, bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand zu treten.


Die Regel­al­ters­rente

Wer gearbeitet oder Kinder erzogen hat, besitzt einen Anspruch auf die Regelaltersrente, wenn mindestens fünf Jahre Versicherungszeit nachgewiesen werden können. Früher lag das gesetzlich festgeschriebene Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Seit 2012 wird es schrittweise angehoben. Der Grund: Die Anpassung der Rentendauer an die steigende Lebenserwartung der Versicherten. Alle Jahrgänge ab 1964 können daher erst mit 67 Jahren in Rente gehen.

Geburts­jahr
Renten­ein­tritts­alter

bis 1946

65 + 0 Monate

1947

65 + 1 Monate

1948

65 + 2 Monate

1949

65 + 3 Monate

1950

65 + 4 Monate

1951

65 + 5 Monate

1952

65 + 6 Monate

1953

65 + 7 Monate

1954

65 + 8 Monate

1955

65 + 9 Monate

1956

65 + 10 Monate

1957

65 + 11 Monate

1958

66

1959

66 + 2 Monate

1960

66 + 4 Monate

1961

66 + 6 Monate

1962

66 + 8 Monate

1963

66 + 10 Monate

ab 1964

67

  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/rente_mit_67.pdf


Die Rente mit 63 für beson­ders lang­jährig Versi­cherte

Mit dem Rentenpaket der Großen Koalition wurde zum 1.7.2014 auch die Rente mit 63 eingeführt. Diese kommt besonders langjährig Versicherten zugute. Sie können nun unter bestimmten Umständen ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen. Vorraussetzung hierfür ist eine nachgewiesene Versicherungszeit von mindestens 45 Jahren.

Welche Zeiten werden angerechnet?

  • Kindererziehung
  • Nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen
  • Kurzzeitige Arbeitslosigkeit
  • Bezug von Kurzarbeiter-, Schlechtwetter-, Insolvenzgeld
  • Wehr- und Zivildienst

Welche Zeiten werden nicht angerechnet?

  • Längere Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosengeld II oder Hartz IV
  • Arbeitslosigkeit in den letzten 2 Jahren vor der Rente
    Ausnahme: Arbeitslosigkeit infolge von Firmeninsolvenz oder Firmenaufgabe

Die eigentliche Rente mit 63 ist aber nur auf die Jahrgänge 1951 bis 1952 beschränkt. Für alle, die später geboren wurden, gilt: Auch hier gibt es eine Anpassung an die gestiegene Lebenserwartung. Das Renteneintrittsalter rückt entsprechend des Geburtsjahres um mehrere Monate nach hinten. Ab dem Jahrgang 1964 können besonders langjährig Versicherte erst mit 65 in Rente gehen. Damit liegt der Renteneintritt für diese Jahrgänge zwei Jahre vor dem der Regelaltersrente.

Renteneintrittsalter

Jahr­gang
Renten­ein­tritts­alter

vor 1953

63 Jahre + 0 Monate

1953

63 Jahre + 2 Monate

1954

63 Jahre + 4 Monate

1955

63 Jahre + 6 Monate

1956

63 Jahre + 8 Monate

1957

63 Jahre + 10 Monate

1958

64 Jahre + 0 Monate

1959

64 Jahre+ 2 Monate

1960

64 Jahre + 4 Monate

1961

64 Jahre + 6 Monate

1962

64 Jahre + 8 Monate

1963

64 Jahre + 10 Monate

ab 1964

65 Jahre

  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/03_rentenarten_und_leistungen/02_altersrente_fuer_langjaehrig_versicherte_node.html


Alters­rente für lang­jährig Versi­cherte

Neben der Rente für besonders langjährig Versicherte (mindestens 45 Jahre) gibt es auch eine eigene Rentenform für langjährig Versicherte. Ab dem Jahrgang 1949 steigt hier ebenfalls das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre stufenweise an. Mit bestimmten Abschlägen kann die Rente für langjährig Versicherte auch mit 63 in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für Versicherte ab Geburtsjahrgang 1964.

Voraussetzung:

  • Versicherungszeitraum von mindestens 35 Jahren
  • Für die Jahrgänge ab 1949 wird auch bei der Rente für langjährig Versicherte der Rentenbeginn stufenweise angehoben. Für jeden Monat, den Sie vorzeitig in Anspruch nehmen, wird ein Abschlag von 0,3 Prozent fällig.
Jahr­gang
Renten­ein­tritts­alterAbschlag bei Renten­be­ginn mit 63

bis 1948

65 Jahre + 0 Monate

7,2 Prozent

Januar 1949

65 Jahre + 1 Monat

7,5 Prozent

Februar 1949

65 Jahre + 2 Monate

7,8 Prozent

März - Dezember 1949

65 Jahre + 3 Monate

8,1 Prozent

1950

65 Jahre + 4 Monate

8,4 Prozent

1951

65 Jahre + 5 Monate

8,7 Prozent

1952

65 Jahre + 6 Monate

9,0 Prozent

1953

65 Jahre + 7 Monate

9,3 Prozent

1954

65 Jahre + 8 Monate

9,6 Prozent

1955

65 Jahre + 9 Monate

9,9 Prozent

1956

65 Jahre + 10 Monate

10,2 Prozent

1957

65 Jahre + 11 Monate

10,5 Prozent

1958

66 Jahre + 0 Monate

10,8 Prozent

1959

66 Jahre + 2 Monate

11,4 Prozent

1960

66 Jahre + 4 Monate

12,0 Prozent

1961

66 Jahre + 6 Monate

12,6 Prozent

1962

66 Jahre + 8 Monate

13,2 Prozent

1963

66 Jahre + 10 Monate

13,8 Prozent

ab 1964

67 Jahre

14,4 Prozent

  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/die_richtige_altersrente_fuer_sie.pdf


Alters­rente für schwer­be­hin­derte Menschen

Die Altersrente für Menschen mit einer Behinderung gehört ebenfalls zu den Fällen, die von der Regelaltersrente abweichend geregelt sind. Dies betrifft auch den Rentenbeginn. Der Hintergrund: Eine gesundheitliche, körperliche oder geistige Beeinträchtigung verhindert oft, dass jemand bis zur Regelaltersgrenze arbeiten kann.

Voraussetzungen der Altersrente für Schwerbehinderte:

  • Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren
  • Nachweisbare Schwerbehinderung bei Beginn der Rente (Schwerbehindertenausweis)
    Ausnahme: Versicherte, die vor 1951 geboren wurden; hier ist der Nachweis der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht ausreichend

Vertrauensschutz genießen folgende Regelungen:

  • Rentenbeginn mit 63: Alle Arbeitnehmer der Jahrgänge bis einschließlich 1954, die bis zum 31.12.2006 eine Altersteilzeit nach dem Altersteilzeitgesetz vereinbart haben und am 1.1.2007 schwerbehindert waren
  • Rentenbeginn mit 63 im Bergbau: Alle Arbeitnehmer der Jahrgänge bis einschließlich 1963, die am 1.1.2007 schwerbehindert waren und Anpassungsgeld für entlassene Bergleute bezogen haben. Ein vorzeitiges Renteneintrittsalter von 60 Jahren ist unter diesen Umständen ebenfalls möglich. Der Abschlag beträgt 10,8 Prozent.

Alters­rente für Frauen der Jahr­gänge bis 1951

Altersrente für Frauen: Diese Sonderform der Rente ist für Frauen, die 1952 oder später geboren wurden, nicht mehr relevant. Mit dem Jahr 2016 wird sie auslaufen. Das reguläre Renteneintrittsalter bei der Altersrente für Frauen beträgt 65 Jahre. Sie kann frühestens mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden. Dann werden aber Abschläge fällig, die auch nach dem Erreichen des 65. Lebensjahres dauerhaft weiterbestehen. Die Kürzung beträgt pro Monat 0,3 Prozent der Regelaltersrente. Maximal wird die Altersrente für Frauen um 18 Prozent reduziert.

Anzahl der Monate vor dem 65. Geburtstag ( zusam­men­hän­gend)
Abschläge der Alters­rente für Frauen

1

0,3 Prozent

2

0,6 Prozent

3

0,9 Prozent

...

...

58

17,4 Prozent

59

17,7 Prozent

60

18,0 Prozent

Voraussetzungen:

  • Nur Frauen der Jahrgänge bis 1951 können diese Rentenform in Anspruch nehmen.
  • Die Versicherungszeit beträgt mindestens 15 Jahre.
  • Nach dem 40. Lebensjahr wurden mehr als zehn Jahre lang Pflichtbeträge entrichtet.

Folgende Phasen können bei der Bemessung der Versicherungsdauer berücksichtigt werden:

  • Zeiten, in denen eine Sozialleistung bezogen wurde
  • Nicht erwerbsmäßige Pflege einer entsprechend bedürftigen Person
  • Kindererziehungszeiten
  • Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aus aufgestockten Mini-Jobs gezahlt wurden

Alters­rente für lang­jährig unter Tage beschäf­tigte Berg­leute

Für Bergleute gibt es ebenfalls eine eigene Regelung zum Rentenbeginn. Diese gehört zu den Sonderregelungen, welche die besonderen Belastungen und Risiken des Berufsstandes ausgleichen soll. Zu den Tätigkeiten im Bergbau, die berücksichtigt werden, gehören unter anderem ständige Arbeiten unter Tage oder Hauerarbeiten. Auch bestimmte Tätigkeiten über Tage oder die Arbeit für die Grubenwehr können anerkannt werden.

Generelle Voraussetzungen:

  • Wartezeit von 25 Jahren mit ständigen Arbeiten unter Tage erfüllt
  • 60 Jahre alt

Bei der Rente für Bergleute wird, wie bei den anderen Formen, das Alter für den Renteneintritt nach hinten verlegt. Es erfolgt in mehreren Monatsschritten. Für alle Jahrgänge ab 1964 liegt der frühestmögliche Rentenbeginn dann bei 62 Jahren.

Die Rege­lungen zum Renten­ein­tritts­alter

Jahr­gang
Renten­ein­tritts­alter

Bis 1951

60 Jahre

Januar 1952

60 Jahre + 1 Monat

Februar 1952

60 Jahre + 2 Monate

März 1952

60 Jahre + 3 Monate

April 1952

60 Jahre + 4 Monate

Mai 1952

60 Jahre + 5 Monate

Juni - Dezember 1952

60 Jahre + 6 Monate

1953

60 Jahre + 7 Monate

1954

60 Jahre + 8 Monate

1955

60 Jahre + 9 Monate

1956

60 Jahre + 10 Monate

1957

60 Jahre + 11 Monate

1958

61 Jahre + 1 Monate

1959

61 Jahre + 3 Monate

1960

61 Jahre + 5 Monate

1961

61 Jahre + 7 Monate

1962

61 Jahre + 9 Monate

1963

61 Jahre + 11 Monate

ab 1964

62 Jahre

  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/bergleute_und_ihre_rente.pdf

Eine Rente für Bergleute kann auch vor Erreichen des regulären Renteneintrittsalters gezahlt werden:

  • wenn Sie vermindert berufsfähig sind, oder
  • wenn Sie langjährig unter Tage gearbeitet haben, mindestens 50 Jahre alt sind und Ihre Pflichtbeitragszeiten erfüllt haben.

Alters­rente bei Arbeits­lo­sig­keit oder nach Alters­teil­zeit

Diese Sonderform der Altersrente läuft ebenfalls aus. Um sie beantragen zu können, muss der Versicherte entweder arbeitslos oder in Altersteilzeit tätig sein. Das reguläre Renteneintrittsalter liegt bei 65 Jahren. Ein Rentenbeginn ab 63 Jahren ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Monat. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Inanspruchnahme mithilfe einer Vertrauensschutzregelung gegeben. Sind diese erfüllt, können Sie sogar noch früher in Rente gehen.

Voraussetzungen:

  • Geburt vor dem 1.1.1952
  • Versicherungszeit: mindestens 15 Jahre
  • Variante 1: Sie sind bei Beginn der Rente arbeitslos und waren, nachdem Sie ein Alter von 58 Jahren und 6 Monaten erreicht hatten, insgesamt 52 Wochen arbeitslos.
    Variante 2: Sie haben mindestens 24 Monate in Arbeitsteilzeit (nach dem Arbeitsteilzeitgesetz) gearbeitet.
  • Sie haben innerhalb der letzten 10 Jahre vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt.

Gesetz­li­cher und tatsäch­li­cher Renten­be­ginn im Vergleich

Wer geht wann in Rente? Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung zeigt: Das tatsächliche Renteneintrittsalter steigt. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 verschob sich der durchschnittliche Rentenbeginn für die Altersrente von 62,3 auf 64 Jahre. Das gilt übrigens für beide Geschlechter. Im Jahr 2012 gingen Männer mit durchschnittlich 64,0 Jahren in Rente, Frauen mit 63,9 Jahren. Gesetzliches und tatsächliches Renteneintrittsalter stimmen nur bei vier von zehn Versicherten überein. Die Mehrzahl geht immer noch früher in Rente und nimmt dabei Abschläge in Kauf. Doch die Tendenz zeigt: Die Gruppe der Versicherten, die bei Renteneintritt 65 Jahre und älter ist, wächst – und wird in Zukunft wohl noch größer werden.