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Renteneintrittsalter – rechtzeitig für das Alter planen

Renteneintrittsalter – Rechtzeitig für das Alter planen

Rente mit 63, 65 oder doch erst mit 67? Zu welchem Zeitpunkt Sie in den Ruhestand gehen können, ist selten auf den ersten Blick klar. Das Renteneintrittsalter hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie ist Ihr beruflicher Lebensweg? Ab wann wollen Sie Ihre Rente beziehen? Wann müssen Sie Abschläge in Kauf nehmen, um den Rentenbeginn vorzuziehen? Unsere Übersicht gibt Ihnen eine Entscheidungshilfe an die Hand, mit der Sie Ihren Renteneintritt besser planen können.

Diese Rentenformen stellen wir Ihnen in der Übersicht dar:

  • Regelaltersrente
  • Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte
  • Rente mit 63 für langjährig Versicherte
  • Rente für schwerbehinderte Menschen
  • Rente für Frauen der Jahrgänge bis 1951
  • Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute
  • Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Zum Thema Renteneintrittsalter ist im Moment vieles in Bewegung. Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise angepasst. Der Grund dafür: die Lebenserwartung der Versicherten steigt. Einzahlungs- und Rentendauer mussten neu austariert werden. Das heißt für alle, die im Jahr 1947 oder später geboren wurden: Der Renteneintritt verschiebt sich schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Wollen Sie früher in Rente gehen, werden in der Regel bestimmte Abschläge fällig. Im Juli 2014 erfolgte eine weitere Anpassung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es nun möglich, bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand zu treten.


Die Regelaltersrente

Wer gearbeitet oder Kinder erzogen hat, besitzt einen Anspruch auf die Regelaltersrente, wenn mindestens fünf Jahre Versicherungszeit nachgewiesen werden können. Früher lag das gesetzlich festgeschriebene Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Seit 2012 wird es schrittweise angehoben. Der Grund: Die Anpassung der Rentendauer an die steigende Lebenserwartung der Versicherten. Alle Jahrgänge ab 1964 können daher erst mit 67 Jahren in Rente gehen.

Geburtsjahr
Renteneintrittsalter
bis 194665 + 0 Monate
194765 + 1 Monate
194865 + 2 Monate
194965 + 3 Monate
195065 + 4 Monate
195165 + 5 Monate
195265 + 6 Monate
195365 + 7 Monate
195465 + 8 Monate
195565 + 9 Monate
195665 + 10 Monate
195765 + 11 Monate
195866
195966 + 2 Monate
196066 + 4 Monate
196166 + 6 Monate
196266 + 8 Monate
196366 + 10 Monate
ab 196467
  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/rente_mit_67.pdf


Die Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte

Mit dem Rentenpaket der Großen Koalition wurde zum 1.7.2014 auch die Rente ab 63 Jahren eingeführt. Diese kommt besonders langjährig Versicherten zugute. Sie können nun unter bestimmten Umständen ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen. Vorraussetzung hierfür ist eine nachgewiesene Versicherungszeit von mindestens 45 Jahren.

Welche Zeiten werden angerechnet?

  • Kindererziehung
  • Nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen
  • Kurzzeitige Arbeitslosigkeit
  • Bezug von Kurzarbeiter-, Schlechtwetter-, Insolvenzgeld
  • Wehr- und Zivildienst

Welche Zeiten werden nicht angerechnet?

  • Längere Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosengeld II oder Hartz IV
  • Arbeitslosigkeit in den letzten 2 Jahren vor der Rente
    Ausnahme: Arbeitslosigkeit infolge von Firmeninsolvenz oder Firmenaufgabe

Die eigentliche Rente mit 63 ist aber nur auf die Jahrgänge 1951 bis 1952 beschränkt. Für alle, die später geboren wurden, gilt: Auch hier gibt es eine Anpassung an die gestiegene Lebenserwartung. Das Renteneintrittsalter rückt entsprechend des Geburtsjahres um mehrere Monate nach hinten. Ab dem Jahrgang 1964 können besonders langjährig Versicherte erst mit 65 in Rente gehen. Damit liegt der Renteneintritt für diese Jahrgänge zwei Jahre vor dem der Regelaltersrente.

Renteneintrittsalter

Jahrgang
Renteneintrittsalter
vor 195363 Jahre + 0 Monate
195363 Jahre + 2 Monate
195463 Jahre + 4 Monate
195563 Jahre + 6 Monate
195663 Jahre + 8 Monate
195763 Jahre + 10 Monate
195864 Jahre + 0 Monate
195964 Jahre+ 2 Monate
196064 Jahre + 4 Monate
196164 Jahre + 6 Monate
196264 Jahre + 8 Monate
196364 Jahre + 10 Monate
ab 196465 Jahre
  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/03_rentenarten_und_leistungen/02_altersrente_fuer_langjaehrig_versicherte_node.html


Altersrente für langjährig Versicherte

Neben der Rente für besonders langjährig Versicherte (mindestens 45 Jahre) gibt es auch eine eigene Rentenform für langjährig Versicherte. Ab dem Jahrgang 1949 steigt hier ebenfalls das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre stufenweise an. Mit bestimmten Abschlägen kann die Rente für langjährig Versicherte auch mit 63 in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für Versicherte ab Geburtsjahrgang 1964.

Voraussetzung:

  • Versicherungszeitraum von mindestens 35 Jahren
  • Für die Jahrgänge ab 1949 wird auch bei der Rente für langjährig Versicherte der Rentenbeginn stufenweise angehoben. Für jeden Monat, den Sie vorzeitig in Anspruch nehmen, wird ein Abschlag von 0,3 Prozent fällig.
Jahrgang
RenteneintrittsalterAbschlag bei Rentenbeginn mit 63
bis 194865 Jahre + 0 Monate7,2 Prozent
Januar 194965 Jahre + 1 Monat7,5 Prozent
Februar 194965 Jahre + 2 Monate7,8 Prozent
März - Dezember 194965 Jahre + 3 Monate8,1 Prozent
195065 Jahre + 4 Monate8,4 Prozent
195165 Jahre + 5 Monate8,7 Prozent
195265 Jahre + 6 Monate9,0 Prozent
195365 Jahre + 7 Monate9,3 Prozent
195465 Jahre + 8 Monate9,6 Prozent
195565 Jahre + 9 Monate9,9 Prozent
195665 Jahre + 10 Monate10,2 Prozent
195765 Jahre + 11 Monate10,5 Prozent
195866 Jahre + 0 Monate10,8 Prozent
195966 Jahre + 2 Monate11,4 Prozent
196066 Jahre + 4 Monate12,0 Prozent
196166 Jahre + 6 Monate12,6 Prozent
196266 Jahre + 8 Monate13,2 Prozent
196366 Jahre + 10 Monate13,8 Prozent
ab 196467 Jahre14,4 Prozent
  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/die_richtige_altersrente_fuer_sie.pdf


Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Die Altersrente für Menschen mit einer Behinderung gehört ebenfalls zu den Fällen, die von der Regelaltersrente abweichend geregelt sind. Dies betrifft auch den Rentenbeginn. Der Hintergrund: Eine gesundheitliche, körperliche oder geistige Beeinträchtigung verhindert oft, dass jemand bis zur Regelaltersgrenze arbeiten kann.

Voraussetzungen der Altersrente für Schwerbehinderte:

  • Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren
  • Nachweisbare Schwerbehinderung bei Beginn der Rente (Schwerbehindertenausweis)
    Ausnahme: Versicherte, die vor 1951 geboren wurden; hier ist der Nachweis der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht ausreichend

Vertrauensschutz genießen folgende Regelungen:

  • Rentenbeginn mit 63: Alle Arbeitnehmer der Jahrgänge bis einschließlich 1954, die bis zum 31.12.2006 eine Altersteilzeit nach dem Altersteilzeitgesetz vereinbart haben und am 1.1.2007 schwerbehindert waren
  • Rentenbeginn mit 63 im Bergbau: Alle Arbeitnehmer der Jahrgänge bis einschließlich 1963, die am 1.1.2007 schwerbehindert waren und Anpassungsgeld für entlassene Bergleute bezogen haben. Ein vorzeitiges Renteneintrittsalter von 60 Jahren ist unter diesen Umständen ebenfalls möglich. Der Abschlag beträgt 10,8 Prozent.

Altersrente für Frauen der Jahrgänge bis 1951

Altersrente für Frauen: Diese Sonderform der Rente ist für Frauen, die 1952 oder später geboren wurden, nicht mehr relevant. Mit dem Jahr 2016 wird sie auslaufen. Das reguläre Renteneintrittsalter bei der Altersrente für Frauen beträgt 65 Jahre. Sie kann frühestens mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden. Dann werden aber Abschläge fällig, die auch nach dem Erreichen des 65. Lebensjahres dauerhaft weiterbestehen. Die Kürzung beträgt pro Monat 0,3 Prozent der Regelaltersrente. Maximal wird die Altersrente für Frauen um 18 Prozent reduziert.

Anzahl der Monate vor dem 65. Geburtstag ( zusammenhängend)
Abschläge der Altersrente für Frauen
10,3 Prozent
20,6 Prozent
30,9 Prozent
......
5817,4 Prozent
5917,7 Prozent
6018,0 Prozent

Voraussetzungen:

  • Nur Frauen der Jahrgänge bis 1951 können diese Rentenform in Anspruch nehmen.
  • Die Versicherungszeit beträgt mindestens 15 Jahre.
  • Nach dem 40. Lebensjahr wurden mehr als zehn Jahre lang Pflichtbeträge entrichtet.

Folgende Phasen können bei der Bemessung der Versicherungsdauer berücksichtigt werden:

  • Zeiten, in denen eine Sozialleistung bezogen wurde
  • Nicht erwerbsmäßige Pflege einer entsprechend bedürftigen Person
  • Kindererziehungszeiten
  • Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aus aufgestockten Mini-Jobs gezahlt wurden

Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute

Für Bergleute gibt es ebenfalls eine eigene Regelung zum Rentenbeginn. Diese gehört zu den Sonderregelungen, welche die besonderen Belastungen und Risiken des Berufsstandes ausgleichen soll. Zu den Tätigkeiten im Bergbau, die berücksichtigt werden, gehören unter anderem ständige Arbeiten unter Tage oder Hauerarbeiten. Auch bestimmte Tätigkeiten über Tage oder die Arbeit für die Grubenwehr können anerkannt werden.

Generelle Voraussetzungen:

  • Wartezeit von 25 Jahren mit ständigen Arbeiten unter Tage erfüllt
  • 60 Jahre alt

Bei der Rente für Bergleute wird, wie bei den anderen Formen, das Alter für den Renteneintritt nach hinten verlegt. Es erfolgt in mehreren Monatsschritten. Für alle Jahrgänge ab 1964 liegt der frühestmögliche Rentenbeginn dann bei 62 Jahren.

Die Regelungen zum Renteneintrittsalter

Jahrgang
Renteneintrittsalter
Bis 195160 Jahre
Januar 195260 Jahre + 1 Monat
Februar 195260 Jahre + 2 Monate
März 195260 Jahre + 3 Monate
April 195260 Jahre + 4 Monate
Mai 195260 Jahre + 5 Monate
Juni - Dezember 195260 Jahre + 6 Monate
195360 Jahre + 7 Monate
195460 Jahre + 8 Monate
195560 Jahre + 9 Monate
195660 Jahre + 10 Monate
195760 Jahre + 11 Monate
195861 Jahre + 1 Monate
195961 Jahre + 3 Monate
196061 Jahre + 5 Monate
196161 Jahre + 7 Monate
196261 Jahre + 9 Monate
196361 Jahre + 11 Monate
ab 196462 Jahre
  • Quelle: Deutsche Rentenversicherung
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/bergleute_und_ihre_rente.pdf

Eine Rente für Bergleute kann auch vor Erreichen des regulären Renteneintrittsalters gezahlt werden:

  • wenn Sie vermindert berufsfähig sind, oder
  • wenn Sie langjährig unter Tage gearbeitet haben, mindestens 50 Jahre alt sind und Ihre Pflichtbeitragszeiten erfüllt haben.

Altersrente bei Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Diese Sonderform der Altersrente läuft ebenfalls aus. Um sie beantragen zu können, muss der Versicherte entweder arbeitslos oder in Altersteilzeit tätig sein. Das reguläre Renteneintrittsalter liegt bei 65 Jahren. Ein Rentenbeginn ab 63 Jahren ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Monat. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Inanspruchnahme mithilfe einer Vertrauensschutzregelung gegeben. Sind diese erfüllt, können Sie sogar noch früher in Rente gehen.

Voraussetzungen:

  • Geburt vor dem 1.1.1952
  • Versicherungszeit: mindestens 15 Jahre
  • Variante 1: Sie sind bei Beginn der Rente arbeitslos und waren, nachdem Sie ein Alter von 58 Jahren und 6 Monaten erreicht hatten, insgesamt 52 Wochen arbeitslos.
    Variante 2: Sie haben mindestens 24 Monate in Arbeitsteilzeit (nach dem Arbeitsteilzeitgesetz) gearbeitet.
  • Sie haben innerhalb der letzten 10 Jahre vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt.

Gesetzlicher und tatsächlicher Rentenbeginn im Vergleich

Wer geht wann in Rente? Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung zeigt: Das tatsächliche Renteneintrittsalter steigt. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 verschob sich der durchschnittliche Rentenbeginn für die Altersrente von 62,3 auf 64 Jahre. Das gilt übrigens für beide Geschlechter. Im Jahr 2012 gingen Männer mit durchschnittlich 64,0 Jahren in Rente, Frauen mit 63,9 Jahren. Gesetzliches und tatsächliches Renteneintrittsalter stimmen nur bei vier von zehn Versicherten überein. Die Mehrzahl geht immer noch früher in Rente und nimmt dabei Abschläge in Kauf. Doch die Tendenz zeigt: Die Gruppe der Versicherten, die bei Renteneintritt 65 Jahre und älter ist, wächst – und wird in Zukunft wohl noch größer werden.



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