Fit für die Familie

„Fit für die Familie“ – abnehmen, sich im Alltag mehr bewegen und gesünder leben


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Wie wichtig die Gesundheit ist, merkt man oft erst dann, wenn sie beeinträchtigt ist. Deshalb sollte man besser jetzt als später den eigenen Lebensstil reflektieren und aktiv etwas für eine gesunde Zukunft tun. Dazu gehören beispielsweise eine abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Dass das im Alltag nicht immer leicht umzusetzen ist, merken vor allem Eltern. Tagtäglich sind sie für die Kinder da, kümmern sich um den Haushalt und erledigen Besorgungen. Wenn sie abends müde, aber zufrieden ins Bett fallen, sind Sport und ausgewogene Ernährung oft zu kurz gekommen. In unserer neuen Interview-Reihe haben wir mit Eltern sowie Mamas und Papas in spe gesprochen. Ihre Erfolgsstorys machen Mut und zeigen, dass jeder es schaffen kann, einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen und abzunehmen – für sich selbst und für die Familie.


Die Erfolgsstorys unserer Experten


Interview mit Alina Stiehm

Alina ist 30 Jahre jung und gelernte Krankenschwester. Sie lebt mit ihrem Partner und zwei Kindern zusammen und hätte nichts dagegen, wenn sich ihre Familie in Zukunft vergrößert. Auch wenn sie sich selbst hin und wieder in peinliche Lagen manövriert, liebt sie das Leben und möchte dies auch ihren Kindern vermitteln. Sie hat sich entschieden, knapp 20 Kilogramm abzunehmen und ein Vorbild für ihre Kinder zu sein, denn Gesundheit und ein glückliches Leben bedeuten ihr alles.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/lieblingichbloggejetzt/

Alina Stiehm

Alina vor der Abnahme

Alina Stiehm

So sieht Alina heute aus

Du bist Mama und hast auch noch einen eigenen Blog. Es gibt also genug Aufgaben im Alltag zu bewältigen. Dennoch hast du dich entschlossen, etwas für deine Gesundheit zu tun, und angefangen abzunehmen. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren? Gab es diesen einen Klick-Moment?

Ja, den gab es allerdings. Ich weiß noch, dass mein Partner und ich an diesem Tag gemeinsam ein Hochbett für den Großen ausgesucht haben. Wie immer habe ich davon auch Bilder gemacht. Am nächsten Tag habe ich sie mir dann angeschaut und mich selbst nicht mehr erkannt. Ich sah so fürchterlich aus. Aufgedunsen. Aufgequollen. Richtig schlimm fand ich meine Bilder. Einfach, weil ich mich selbst überhaupt nicht mehr erkannt habe. Schon lange geisterte in meinem Kopf das Vorhaben rum abzunehmen. Aber wie das so ist, wenn der Leidensdruck nicht groß genug ist, ist man eher nachlässig damit, die Pläne auch in die Tat umzusetzen. Doch dann diese Bilder und mit einem Mal konnte ich mich selbst nicht mehr anschauen. Ich brauchte eine Veränderung. Von jetzt auf gleich begann ich das Projekt „Abnehmen“.

Wie viel hast du seitdem abgenommen? Was ist dein Wunschgewicht?

Bisher habe ich 9 Kilo verloren und es müssen noch gute 10 Kilo runter, bis ich wieder mein Normalgewicht habe. Ich habe mit einem Startgewicht von 89 Kilo bei einer Größe von 1,72 Meter begonnen. Ich wiege derzeit 80 Kilo und möchte auf 70 Kilo runter. Ab 72 Kilo hätte ich Normalgewicht, daher ist das mein nächstes Ziel.
Wie war dein Leben mit mehr Gewicht? Hast du bestimmte Einschränkungen erlebt oder sogar gesundheitliche Probleme?

Ich habe selbst noch keine extremen Einschränkungen erlebt, da Gewicht auch relativ ist. Ich habe zwar auf der Waage viel gewogen, habe aber auch einen sehr hohen Muskelanteil im Körper von knapp über 60 %, was daher rührt, dass ich immer sehr viel Sport getrieben habe. Das kommt mir jetzt zugute, allerdings zeigt deshalb die Waage auch immer mehr an, als nach außen hin sichtbar ist. Aus diesem Grund bin ich zwar trotzdem übergewichtig, aber sehe einfach noch anders aus als vielleicht jemand anderes mit meiner Körpergröße und meinem Gewicht. Dennoch litt ich zunehmend unter meinen Speckröllchen an den Seiten meines Bauches. Wenn man anfängt, die Pölsterchen immer zu spüren, wenn man sich bückt oder dreht, ist das für einen selbst nicht mehr schön, finde ich.

Wie hat sich dein Übergewicht auf deine Partnerschaft ausgewirkt? Habt ihr offen darüber geredet, dass du dich in deinem Körper unwohl fühlst oder war das eher ein Tabu-Thema?

Mein Freund empfindet die 15 Kilo mehr, die ich nach der Schwangerschaft habe, als nicht so dramatisch, wie ich sie wahrnehme. Er gibt mir eigentlich immer den nötigen Rückhalt. Er möchte, dass ich mich selbst so liebe, wie ich bin, weil er weiß, wie viel Freude mir das Essen und das Leben bereiten. Er möchte, dass ich glücklich bin. Ihm ist es egal, wie ich aussehe. Das finde ich unglaublich süß. Dennoch frustriert es mich auch ein bisschen, weil ich gerne noch mehr Motivation hätte. Ich denke, wenn er mich anders sehen würde, wäre es vielleicht noch einfacher, Gewicht zu verlieren, als jetzt ohne Druck. Nichtsdestotrotz ist es ein unfassbar tolles Gefühl, so von einem Menschen geliebt zu werden. Solch ein Glück muss man erst einmal haben, nicht wahr?

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Unterstützt sie dich bei deinem Weg?

Sie haben mich vom ersten Moment an unterstützt. Mein Sohn bringt mir dauernd Getränke, die zum Abnehmen gedacht sind. Mein Mann kocht nur noch gesund und versucht, auf meine neuen Essgewohnheiten so gut es für alle geht Rücksicht zu nehmen. Abends isst er oft alleine in der Küche und vermeidet Süßigkeiten und Fast Food für die ganze Familie.

Beziehst du deinen Partner mit ein? Habt ihr gemeinsam die Ernährung umgestellt oder kochst du sozusagen doppelt?

Natürlich. Ohne ihn wäre es viel schwieriger. Wir sind eine Familie. Wir kochen zusammen, essen gemeinsam und leben aus einem Kühlschrank. Nur für mich zu kochen und einzukaufen, wäre erstens zu teuer und zweitens sehr einsam. Aus diesem Grund versuchen wir, unsere Mahlzeiten gemeinsam zu planen und zu kochen. Das hilft uns allen und stärkt das Bewusstsein der Kinder für einen gesunden Lebensstil.

Sprecht ihr in der Familie über Themen wie „Gewicht“ und „gesunde Ernährung“?

Sehr viel. Zwangsläufig, weil ich nicht alle Lebensmittel essen möchte. Ich erkläre meinen Kindern, was gesund ist und was nicht. Vor allem erkläre ich ihnen, wieso bestimmte Lebensmittel nicht gut für uns sind und nur als besonderes Highlight gegessen werden dürfen. Ich möchte nicht, dass sie lernen, dass so wie Mama auszusehen nicht schön ist, denn auch curvy Frauen sind wunderschön. Sie sollen nicht den Eindruck bekommen, dass Menschen nicht in Ordnung sind, weil sie so oder so sind. Ich meine, ich bin nicht stark übergewichtig. Was denken meine Kinder, wenn sie jemanden mit Adipositas Grad 1 sehen und wie gehen sie mit diesem Menschen um? Ich möchte nicht, dass sie durch mein Abnehmen ein Wertesystem entwickeln. Ich möchte, dass sie lernen, gesund zu leben, auf ihre Ernährung zu achten und sich im Alltag ausreichend zu bewegen. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie sich wohlfühlen und lernen die Anzeichen wahrzunehmen, die ihnen signalisieren, wenn dies nicht mehr so ist. Daher geht es mir vor allem darum, dass sie von mir lernen, wie man ein gesundes Leben führt. Wie lernen Kinder? Durch Abgucken. Damit ist eigentlich alles gesagt, oder?

Was willst du deinen Kindern in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Gesundheit mit auf den Weg geben?

Dass sie davon nie genug haben können und sie wissen: Es liegt in ihren Händen, wie wohl sie sich damit fühlen. Ich möchte, dass Wasser das Getränk ist, das ihren Durst löscht. Alles andere ist allenfalls mal eine Ausnahme, aber sicherlich kein Durstlöscher. Ich möchte, dass sie Radfahren, Fußballspielen, Schwimmen und Bewegung immer einem Computerspiel vorziehen werden. Vor allem aber möchte ich, dass sie sich wohlfühlen in ihrem Körper. Dass sie ein gutes Körpergefühl entwickeln und lernen, gesund zu leben.

Wie hat sich dein Familienleben durch die Gewichtsabnahme verändert? Wie sieht euer Familienalltag aus?

Ich bin viel fröhlicher zu Hause. Mir fällt vieles leichter, weil ich viel motivierter bin. Ich bin glücklich, und das merken meine Kinder. Lachen ist gesund und niemand braucht Lachen mehr als kleine Kinder.

Du strahlst auf deinen Fotos und siehst total glücklich aus: Was treibt dich an, weiter auf dein Gewicht zu achten und gesund zu bleiben?

Genau das. Dieses Gefühl, sich rundum wohlzufühlen, spornt mich jeden Tag aufs Neue an. Es motiviert mich zu sehen, was ich bereits geschafft habe. Abends nicht vollkommen übermüdet ins Bett zu fallen, ist für mich das größte Geschenk. Das habe ich bekommen, seitdem ich mehr darauf achte, was ich esse.

Du schaffst es, mit Sport, der richtigen Ernährung und einem starken Willen gesünder zu leben. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Indem man sich auf die Dinge konzentriert, die einem wirklich wichtig sind. Ich habe schon so oft gelesen, dass wir in 20 Minuten effektiver sein können, in denen wir das Richtige tun, als in 4 Stunden, in denen wir dem Falschen nachgehen. Hand aufs Herz: Wie oft gehen wir Tätigkeiten nach, bei denen wir uns im Nachhinein fragen: „Was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?“ Schluss damit! Ab heute zählt nur noch das, was uns weiterbringt, und auf diese Weise bekommt man viel mehr unter einen Hut, als man denkt. Das Schönste daran? Am Ende ist Frau oder Mann sogar glücklicher als vorher.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Nicht mehr warten. Einfach machen und zwar JETZT. Es kommt kein besserer Zeitpunkt, als genau dieser Augenblick, der gerade droht, vorbeizuziehen. Manche Gewohnheiten sind schnell umgestellt: dem Magen Ruhe gönnen – sprich, nur noch alle vier Stunden etwas essen, keine Süßigkeiten mehr, vier Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen (dann schläft man auch viel besser), nur noch Wasser, ungesüßten Tee und vielleicht morgens mal eine Tasse Kaffee trinken, wenig Kohlenhydrate essen und etwas mehr Bewegung im Alltag einplanen, dann läuft es erst mal. Während ihr euch diese neuen Gewohnheiten aneignet, könnt ihr immer noch schauen, welcher Lebensstil zu euch passt. Aber vielleicht reichen diese kleinen Umstellungen auch schon aus, damit ihr euch jeden Tag ein Stückchen mehr dem Leben annähert, das ihr führen möchtet?

Ich drücke euch alle Daumen der Welt für euren Weg,
alles Liebe, Alina.


Interview mit Etienne Wittig

Etienne ist 29 Jahre als, Unternehmer und Vater von zwei Söhnen im Alter von acht und anderthalb Jahren. Anfang des Jahres hat er beschlossen, an seinem Übergewicht etwas zu ändern. Zwar steht er mit einer Abnahme von 10 Kilogramm noch am Anfang, doch er hat seine Ernährung umgestellt, isst mehr Gemüse, und verzichtet auf unnötige Kohlenhydrate. Bei seinem Vorhaben kann er sich der Unterstützung seiner Familie sicher sein und sieht sein Instagram-Profil als Commitment, den Weg auch wirklich weiterzugehen.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/etiennes_abnehmweg/

Etienne Wittig am Anfang

Etienne am Anfang

Etienne Wittig

seines Abnehmweges

Du bist berufstätig, Familienmensch und Vater – es gibt also genügend Aufgaben in deinem Alltag zu bewältigen. Und dennoch hast du dich Anfang des Jahres entschlossen, etwas für deine Gesundheit zu tun und angefangen abzunehmen. Erinnerst du dich an diesen einen Moment, diesen berühmten Klick-Moment, bei dem du dir überlegt hast „Okay, jetzt muss ich wirklich etwas ändern!“?

Also diesen einen Klick-Moment, wie viele immer erzählen, den gab es nicht. Es gab eher die Entscheidung, meine Dreißiger-Jahre nicht so schwer zu verbringen wie die Zwanziger.

Was war dein Ausgangsgewicht, als du dich entschieden hast, dass man das jetzt angehen muss?

187 Kilo.

Und wie viel hast du seitdem schon abgenommen?

Runter sind seitdem „nur“ 10 Kilo.

Ich finde, 10 Kilo sind auf jeden Fall viel, weil der Körper braucht ja auch Zeit, um überhaupt mit dieser Veränderung klarzukommen. Solange man Erfolge merkt, ist das auf jeden Fall der richtige Weg.

Ja, ob es jetzt 10, 12, 15 oder 20 Kilogramm sind – wichtig ist, das Ziel im Auge zu behalten und dranzubleiben. Es hat ja auch ein paar Jahre gedauert, das Gewicht draufzufuttern, da kann man jetzt schlecht erwarten, dass das alles innerhalb weniger Wochen wieder verschwindet.

Das stimmt absolut. Hast du denn ein Zielgewicht?

Ziel sind für mich erst mal 119 Kilo; das war früher ein Gewicht, bei dem ich mich wohlgefühlt habe und das bei einer Größe von 2,02 Meter auch nicht zu schwer aussieht.

Du hast ja grade schon die Veränderungen angesprochen zwischen den unterschiedlichen Gewichten, die du hattest. Wie ist dein Leben denn aktuell? Hast du bestimmte Leiden, die du erlebst oder bestimmte Einschränkungen im Alltag?

Also gesundheitliche Leiden ja; ich bekomme Gelenkschmerzen, wenn ich länger stehe, und habe Bluthochdruck, was vermutlich alles mit dem Übergewicht zu tun hat. Einschränkungen im Alltag weniger, ich habe einen Bürojob. Gut, da gibt es Bürostühle, die man irgendwann austauschen muss, aber ansonsten keine Einschränkungen, weil man sich den Alltag auch so gestaltet, dass man nicht auf Einschränkungen treffen würde.

Erlebst du Einschränkungen bei deiner Familie? Leidet das Familienleben drunter, weil du zum Beispiel mit deinen Kindern nicht mehr so toben kannst, da du schnell außer Puste kommst, oder manche Unternehmungen nicht mehr mitmachen kannst?

Ich würde sagen, das trifft eher auf die Ausdauer zu. Ich habe zwei Jungs; wenn ich mit denen Fußball spiele, bin ich natürlich nicht der Agilste und hüpfe von links nach rechts, aber ich bewege mich trotzdem. Aber ich halte vielleicht nur 20, 25 Minuten durch und nicht eine Stunde, wie das schmalere und fittere Väter schaffen. Andere Einschränkungen gibt es natürlich auch, zum Beispiel im Erlebnispark, wo bei bestimmten Attraktionen gewisse Gewichtseinschränkungen herrschen. Da musste ich schon oft sagen „Okay, das darf ich, kann ich jetzt nicht benutzen“.

Und merkst du schon kleine Fortschritte im Alltag durch die Gewichtsabnahme?

Ja, auf jeden Fall. Man fühlt sich fitter, leichter, beweglicher, das merkt man deutlich. Ob das jetzt beim Treppensteigen ist, ob es die Gelenkschmerzen sind, ob das die Klamotten sind, die lockerer sitzen, ob es das leichtere Aufstehen ist, das sind alles Veränderungen, die ich jetzt schon spüre. Und überleg mal: 10 Kilo, wenn man die hochhebt und den ganzen Tag mit sich rumträgt – das ist nicht wenig.

Unterstützt dich deine Familie bei deinem Entschluss, abzunehmen? Zum Beispiel indem ihr gemeinsam kocht, alle die Ernährung umstellt oder indem ihr euch mehr Aktivität verordnet und eher eine Runde spazieren geht oder im Garten Fußball spielt statt auf der Couch einen Film zu gucken?

Das zu 100 Prozent. Eine bessere Unterstützung kann ich mir gar nicht vorstellen, ob das jetzt Ernährung oder Bewegung ist.

Das heißt, das sind dann auch wirklich Themen bei euch in der Familie? Ihr sprecht über Gewicht und gesunde Ernährung und unterhaltet euch darüber, wie das für euch aussieht, was wichtig ist, auch mit den Kindern?

Der Große ist wird jetzt acht, der Kleine ist anderthalb. Mit dem Kleinen ist da wenig zu reden, aber der Große kommt da jetzt langsam rein, der ist ja in der Schule. Das Thema Ernährung ist aber eher so ein Prozess; die Erkenntnisse, dass Industriezucker nicht so gut ist oder dass der Bio-Apfel die bessere Wahl ist, die kamen nicht von heute auf morgen. Ich habe viel dazu gelesen und das ist eigentlich ein Prozess, an dem man viel arbeitet.

Und wie sieht das mit deiner Beziehung aus zu deiner Frau? Hast du ihr zum Beispiel kommuniziert, dass du unzufrieden bist mit deinem Gewicht und jetzt vorhast, abzunehmen, oder war das vorher eher ein Tabu-Thema?

Tabu-Thema, nein, das nicht, es wurde ganz offen darüber geredet. Es war eigentlich ein Thema, das ich wieder angehen wollte. Ich sage mal, wenn man so viel Übergewicht hat und sich mit Ernährung beschäftigt, kommt man immer wieder an den Punkt, an dem man sagt, jetzt muss es anders weitergehen.

Und da ist es natürlich wichtig, dass man weiß, dass die Familie hinter einem steht und einen dabei auch aktiv unterstützt.

Ja klar, hätte ich ein Umfeld, das jeden Mittag bei McDonald’s oder irgendeiner Frittenbude isst, dann wäre das natürlich schwer, dranzubleiben und zu entscheiden, ich ernähre mich jetzt gesund. Ein Umfeld, das einen unterstützt und nicht gegen einen arbeitet, ist enorm wichtig.

Dazu kann man dann natürlich auch ein bisschen dein Instagram-Profil hinzuziehen, weil du dort deinen Followern auch zeigst, was du isst und wie es gerade bei dir mit dem Abnehmen läuft. Ist es für dich selbst eine Hilfe, dass du deine Erfahrung teilen kannst und offen zeigst, was alles dazu gehört?

Eine Hilfe nicht, eher ein Commitment, dass ich den Weg gehen will. Denn es wäre schon ein bisschen inkonsequent, erst anzukündigen „Ich mach das jetzt!“ und dann nicht zu liefern. Immerhin gibt es mittlerweile doch schon ein paar Leute, die einem folgen, und die wollen Resultate sehen. Außerdem soll mein Instagram-Profil Inspiration für andere sein, aber authentisch, denn mich stört bei anderen Instagramern, die erfolgreich abgenommen haben, dass sie sagen „Hey, der Weg ist so einfach, du musst es nur so und so machen“. Das ist es aber nicht, denn Spontanernährung funktioniert heutzutage nicht mehr so gut. Das sieht man daran, dass immer mehr Menschen übergewichtig werden. Dieses Verständnis von Ernährung und Essen und was man da zu sich nimmt, das versuche ich zu vermitteln. Und ich möchte vor allem zeigen, dass Abnehmen nicht stetig verläuft, sondern dass es auch viele Down-Phasen zwischendrin gibt und dass man sehr oft wieder aufstehen muss, weil es nicht funktioniert, es aber wichtig ist, dranzubleiben.

Find ich total gut, dass du das grade nochmal zusammenfasst. Das ist auch genau das, was wir mit der Kampagne erreichen wollen: zeigen, dass Abnehmen kein Zuckerschlecken ist und dass es ein guter Motivator ist, öffentlich zu machen, was man gerade durchmacht. Und das kann auch andere motivieren, über ihr Leben nachzudenken, ob es nicht sinnvoll wäre, ein paar Faktoren zu ändern.

Ja, das ist halt der Punkt: Es gibt keine Pille, die ich nur nehmen muss und dann ist das Übergewicht weg. Das wär zwar schön, aber es hat ja einen Grund, dass man so schwer geworden ist. Ich meine jetzt nicht Personen, die 5, 6 Kilo zu viel haben, sondern von solchen mit BMI 40+. Die haben 20, 30, 40, 50, 60 Kilo zu viel, und zu diesem Punkt haben sie sich ja hingearbeitet. Sich bewusst zu machen, was einen dahin gebracht hat, ist entscheidend, damit man seine Gewohnheiten ändern kann.

Und was hast du bei dir analysiert, was so die größten Schwächen im Alltag sind, weshalb es oft dazu führt, dass man ein bisschen mehr zunimmt oder dann wirklich übergewichtig ist?

Für mich ist es schlicht „das Leben mit all seinen Facetten“. Dazu gehören natürlich auch stressige Phasen oder das, was man als Stress empfindet. Stress habe ich immer mit Essen gelöst, zum Beispiel indem ich mir abends was Leckeres gekocht habe und mir darüber meine Entspannung geholt habe, wenn mal ein langer Tag war. Ich koche sehr gerne, und dann isst man vielleicht nicht nur einen Teller, sondern zwei, und so kam das bei mir über die Jahre drauf.

Und welche Maßnahmen verfolgst du jetzt aktuell, um weiter abzunehmen? Worauf achtest du?

In erster Linie ist das Kalorien zählen. Ich habe es lange Zeit belächelt, aber ich habe bei vielen Versuchen gemerkt, dass es ohne Kalorienzählen für mich nicht funktioniert, weil ich sonst kein Gefühl dafür habe, wie viel Energie etwas hat oder wie viel ich überhaupt essen darf. Und wenn man anfängt Kalorien zu zählen, dann gibt es immer öfter Momente, in denen man denkt „Wow, das hätte ich jetzt nicht gedacht“. Und ich folge diesem klassischen Ansatz „mehr Gemüse, weniger Kohlenhydrate“, also den klassischen Weg, den man als gesund bezeichnen würde.

Und zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Ehrlich zu sich selbst zu sein. Wer bei BMI 40+ noch sagt, er fühle sich wohl in seinem Körper, macht sich etwas vor. Wenn man sich mal aufschreibt, wo das Leben hingehen würde, wenn man so weitermacht, dann wird das Ergebnis erschreckend sein. Oder wenn man mal so einen Lebenserwartungstest macht, bei dem herauskommt, dass man keine 20, 30 Jahre mehr leben wird, und sich die Folgen bewusst macht: Man wird seine Enkelkinder nicht mehr erleben, nicht mehr die Hochzeit der Kinder … Das sind alles Punkte, an denen man sich fragen sollte, ob Essen das Leben wirklich bestimmen soll.
Was ich auch für mich gemacht habe, ist eine Bucketlist. 101 Dinge, die ich noch erleben und unternehmen will. Da waren einige Sachen dabei, die ich einfach aufgrund meines Übergewichtes nicht machen konnte. Hilfreich ist auch, diese ganze Berieselung von außen abzustellen: abends den Fernseher einfach auslassen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen. Ja, und über allem steht die Frage: Will ich die Verantwortung dafür abgeben und sagen „Das Essen ist halt schuld“ oder nehme ich es selbst in die Hand und ändere wirklich was?


Interview mit Annika Kastner

Annika ist 32 Jahre alt, Mutter eines tollen Kindes und Ehefrau eines ebenso tollen Mannes. Durch eine Ernährungsumstellung hat sie 59 Kilo abgenommen. Um andere Menschen bei diesem Weg zu unterstützen, macht sie gerade eine Weiterbildung als Ernährungsberaterin. Außerdem schreibt sie gesunde Kochbücher und Romane. Sie ist gerne aktiv und geht fröhlich und optimistisch durchs Leben.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/die_gau/

Annika Kastner

Annika vor der Abnahme

Annika Kastner

So sieht Annika heute aus

Du hast unglaubliche 59 kg abgenommen. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren?

Wenn ich ehrlich bin, nein. Es kam schleichend. Ich habe vorher schon so viel versucht, aber dann hat es irgendwann „Klick“ gemacht und geklappt. Ich habe einfach gemerkt, eine Diät ist nicht das Richtige für mich. Ich musste von Grund auf meine Ernährung ändern.

Was war dein Ausgangsgewicht?

Weit über 100 kg.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Ich war immer schon ein lebensfroher, positiver und aktiver Mensch. Allerdings merkt man irgendwann die ersten Wehwehchen. Zum Beispiel hat mein Rücken geschmerzt. Erschreckend war für mich, als der Arzt feststellte, dass ich eine Fettleber habe. Das war für mich ein krasser Moment, über den ich lange nachgedacht habe. Ich war noch so jung. Und da fragt man sich schon: Will ich so weitermachen?
(Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Fettleber heute komplett weg ist. Sie hat sich zurückgebildet. Ist unser Körper nicht wunderbar?)

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Hat sie dich bei deinem Weg unterstützt?

Zu dem Zeitpunkt waren wir noch keine Eltern. Mein Mann hat mich immer unterstützt und sofort mitgezogen, auch wenn er es nicht nötig hatte. Allerdings sagt er heute, dass es auch ihm gesundheitlich gutgetan hat, dass wir unsere Ernährung geändert haben. Man merkt es an Kleinigkeiten. Das Völlegefühl ist weg. Das Schlechtsein nach dem Fastfood. Man fühlt sich fitter und leistungsstärker.

Du hast schon vor deiner Schwangerschaft mit dem Abnehmen begonnen. Trotzdem warst du dann während deiner Schwangerschaft übergewichtig. Haben dich die Ärzte anders behandelt? Mit welchen Risiken wurdest du während deiner Schwangerschaft konfrontiert?

Ich habe vor meiner Schwangerschaft schon 20 kg verloren. Ich war kein Risikopatient, jedenfalls wurde mir das nicht vermittelt. Allerdings war es z. B. manchmal bei Ultraschalluntersuchungen schwer, durch die „Speckschicht“ zu sehen. Und eine Bauchspiegelung wäre z. B. risikoreicher gewesen als bei Normalgewichtigen. So was stimmt nachdenklich.
Blutabnehmen ist jetzt viel einfacher, weil die Adern besser ertastet werden können.

Nach der Stillzeit hast du weitergemacht und dein Gewicht reduziert. Wie hast du dich organisiert, um allem gerecht zu werden?

Das ging recht gut. Mich hatte mittlerweile das Thema gesunde Ernährung gepackt. Ich war jetzt Mutter. Mein Kind brauchte nun auch anderes Essen als meine Milch und ich wollte die Weichen bei ihm anders stellen als bei mir. Ich wollte ihm gleich zeigen, was gesund ist und das gesund auch lecker sein kann. Allerdings bin ich auch eine Mama, die nichts verbietet. Wir sind also quasi „hineingewachsen“.
Die Kinder werden größer, die Bedürfnisse ändern sich, und daran haben wir unser Leben angepasst. Frisch kochen ist mir wichtig. Ich mache alles selbst, Kuchen, Kekse, Mittagessen, und wenn ich es schaffe, backe ich auch unser Brot.
Wir essen viele Vollkornprodukte, sie machen einfach länger satt. Ich habe gelernt, wie eine gute Tellereinteilung sein sollte, was gute und was schlechte Lebensmittel sind.
Ich nasche auch, jeden Tag ein bisschen, aber eben maßvoll.
Mein Kind hilft unheimlich gern und ich schreibe erfolgreich Kochbücher, um anderen Menschen zu helfen, das zu erreichen, was ich erreicht habe – ohne Schnickschnack oder teure Zutaten.
Es ist vielleicht manchmal stressig, immer alles selbst zu machen, aber ich weiß, es ist gut für uns.
Meine Familie mag z. B. auswärts kein Gebäck mehr essen, weil es ihnen zu süß ist. Wir backen zwar mit Zucker, aber ich reduziere ihn stark. Mein Kind hilft toll mit und ich beziehe es gern mit ein.

Woran hast du gemerkt, dass du auf einmal andere Sachen machen kannst als vorher?

Oh, ganz klar z. B. am Trampolinspringen. Wenn du mehr als 90 kg wiegst, darfst du nicht mitmachen. Mein Popo passt wieder in eine Schaukel, und hey, ich kann rutschen, ohne dass ich Angst haben muss, dass ich stecken bleibe.
Ich kann mit meinem Kind rennen und toben und ich könnte euch noch 100 weitere Dinge aufzählen.

Wie sieht euer Familienalltag nun aus?

Kunterbunt. Ich stehe morgens auf, bereite die Brotdosen vor und backe Brötchen oder mache uns Frühstück (Haferbrei, Müsli oder was auch immer gerade gewünscht wird). Die Brotdosen-Inhalte haben wir vorher zusammen eingekauft, meist auf dem Markt. Jeder sucht sich das aus, was er essen will. Unsere Dosen sind sehr bunt mit Obst und Gemüse bestückt. Ich arbeite selbstständig und mache mittags eine Pause und koche dann, ehe ich mein Kind abhole. Gemeinsame Mahlzeiten sind uns wichtig. Und abends essen wir ebenfalls zusammen. Als Snacks lieben wir z. B. Nüsse oder Äpfel.
Wir sind eine sehr aktive Familie, Bewegung ist wichtig. Wir gehen morgens zu Fuß oder fahren mit dem Rad zur Kita. Abends machen wir immer einen gemeinsamen Spaziergang.

Auf deinen Fotos sieht man, dass du dich unglaublich verändert hast. Du strahlst voller Stolz. Wie war es für dich zu realisieren, dass du auf einmal von der Umwelt anders wahrgenommen wirst? Wurdest du beispielsweise im Alltag weniger mit negativen Kommentaren konfrontiert?

So traurig es ist, ja. Ich finde, niemand hat das Recht, zu anderen Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten gemein und gehässig zu sein.
Ich habe, als ich dicker war, sehr unter negativen Sprüchen gelitten. Die bekomme ich nun nicht mehr zu hören. Jetzt sind es Komplimente.

Inwiefern hat es dir geholfen, deine persönlichen Erlebnisse rund ums Abnehmen auf deinem Instagram-Profil zu teilen?

Ich möchte den Menschen Mut machen, ihnen zeigen: „Hey, wenn ich es kann, kannst du es auch.“ Ich glaube, Vorbild zu sein, hilft mir selbst dabei, mein Gewicht zu halten. Neue Rezepte entwickeln, den Menschen helfen: Das ist ein gutes Gefühl.

Was treibt dich an, am Ball zu bleiben und weiterhin auf einen gesunden Lebensstil zu achten?

Mein Kind, mein Mann und meine Gesundheit. Ich möchte das Leben in vollen Zügen genießen, ohne Angst haben zu müssen, ernsthaft krank zu werden. Ebenso möchte ich, dass meine Familie gesund und fit bleibt.

Du hast es also geschafft, mit Bewegung, der richtigen Ernährung und einem starken Willen dein Leben für deine Gesundheit zu ändern. Doch was besonders interessant für andere Mütter und Väter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Indem man sich realistische Ziele setzt. Ich habe klein angefangen: 5 kg. Dann wieder 5 kg. Dann dachte ich: Hey, es läuft, mach mal weiter. So war es auch mit der Ernährungsumstellung. Immer wieder Sachen ausgetauscht, Schritt für Schritt. Mehr Gemüse eingebaut, keine Softdrinks mehr etc. So spielt sich dann alles langsam für alle ein und man muss nicht über Nacht sein Leben umkrempeln. Das wäre bei mir undenkbar gewesen.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Macht ein Vorherbild. Denkt darüber nach, wieso ihr abnehmen wollt: Was sind eure Beweggründe? Denn es ist wichtig, es für sich selbst zu tun.
Machst du etwas, wozu du keine Lust hast, verlierst du schnell die Motivation. Finde deinen Weg, deine Methode zum Abzunehmen. Klick gern auf meine Seite und hol dir Anregungen und Tipps. Belohne dich selbst, wenn du Erfolg hast. Und vor allem: Sei stolz auf dich und darauf, dass du abnehmen willst. Ich war stolz auf jedes Gramm. Ich habe mich nicht geschämt, nein. Ich habe offen gesagt, dass ich jetzt abnehme und zu 90 Prozent bekam ich immer positives Feedback. Verbiete dir nichts und mache keine Crash-Diät, mach was Dauerhaftes. Würde ich heute so essen wie früher, wäre ich schnell wieder übergewichtig. Ich musste einfach etwas an meinem Verhalten ändern.


Interview mit Janna Lindau

Janna ist 29 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter im Alter von 3 Jahren. Seit sie über 80 Kilogramm abgenommen hat, fühlt sie jeden Tag Hummeln im Po. Sie hat den Kraftsport für sich entdeckt, geht regelmäßig zum Aqua Fitness und macht lange Fahrradtouren mit der Familie. Geblieben ist zum Glück ihre Liebe für Eis.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/janna.goes.fit/

Janna Lindau

Janna vor der Abnahme

Janna Lindau

So sieht Janna heute aus

Als du angefangen hast, abzunehmen, hast du 158,5 Kilogramm gewogen. Jetzt wiegst du 75 Kilogramm und hast dich damit mehr als halbiert. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren? Gab es diesen einen Klick-Moment?

Den einen Klick-Moment gab es bei mir nicht. Es waren eher viele kleine Momente, die mich dazu gebracht haben, etwas in meinem Leben zu ändern. Damals fing meine Tochter gerade zu laufen an und erkundete die Welt. Immer häufiger musste ich sie vertrösten und ihr sagen, dass Papa das mit ihr gemeinsam macht, weil Mama es nicht kann – Sachen wie z. B. Rutschen oder Schaukeln. Gerade auf dem Spielplatz war ich immer nur „Deko“. Ich fühlte mich wie eine schlechte Mutter und wusste, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, etwas zu ändern. Ich wusste aber auch, dass ich es alleine nicht schaffen würde, und habe mir Hilfe in einem Adipositas-Zentrum gesucht und mich für eine Magenverkleinerung vorgestellt. Um diese zu bekommen, musste ich viele ärztliche Atteste vorweisen, und diese haben mir dann nochmal verdeutlicht, dass ich, wenn ich jetzt nichts ändere, wahrscheinlich nicht mehr lange gesund bleibe, und das war für mich wirklich das Schlimmste. Denn ich wollte leben, und das gesund! Für mich und meine Tochter!

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Noch hatte ich Gott sei Dank keine großen gesundheitlichen Einschränkungen, außer einer Fettleber und Rückenschmerzen. Das hat aber auch schon gereicht. Körperlich gab es viele Einschränkungen. Dinge, die für viele Menschen selbstverständlich sind, wurden für mich zu den größten Hindernissen. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich am liebsten im Boden versunken wäre. Wir waren damals mit Freunden im Freizeitpark, und bei einer Fahrt in einem Fahrgeschäft ging der Sicherheitsbügel nicht richtig zu. Es ertönte ein lautes Warnsignal, und die Aufsichtsperson kam direkt auf mich zu und versuchte mit aller Kraft den Bügel runterzudrücken. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Es war so peinlich. Der nette Mitarbeiter hat wirklich alles gegeben, um mich aus dieser peinlichen Situation zu befreien, und schlussendlich ging der Bügel gerade so zu. Das war übrigens auch meine letzte Fahrt. Ich habe mich erst wieder getraut, als ich bereits 60 Kilo abgenommen hatte, und das hat mich auch noch Überwindung gekostet. Was wirklich auch immer schlimm war, war der Gedanke, wenn man irgendwo eingeladen ist, ob man in die dortigen Stühle passt. Meistens hatte ich irgendwelche Ausreden, wieso ich nicht kommen kann. Auch im Flugzeug war es immer ein Graus, in die engen Sitze zu passen, geschweige denn eine Gurtverlängerung zu verlangen. Bei ganz vielen Aktivitäten stand ich immer nur daneben und konnte nie mitmachen. Es war wirklich frustrierend.

Du hast es geschafft, trotz Übergewicht ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen. Haben die Ärzte dir davon abgeraten, überhaupt schwanger zu werden?

Ich habe über meinen Kinderwunsch nie mit einem Arzt gesprochen. Somit konnte mir auch keiner abraten. Ich galt aber sofort als Risikoschwangerschaft, obwohl meine ganze Schwangerschaft problemlos verlief.

Mit welchen Risiken wurdest du während deiner Schwangerschaft konfrontiert?

Bei jedem Termin beim Frauenarzt wurde ausdrücklich erwähnt, dass ich nicht für zwei essen, auf meine Ernährung achten und vor allem ja nicht so viel zunehmen soll. Wirklich beeinflussen konnte ich es jedoch nicht. Es war immer die Angst vor jedem Termin da, wieder zugenommen zu haben. Gerade das Thema Schwangerschaftsdiabetes stand immer im Raum – was ich allerdings nicht hatte.

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Hat sie dich bei deinem Weg unterstützt?

Ich habe damals nur meinem Mann und meiner Mutter erzählt, dass ich mich unwohl fühle und mich in einem Adipositas-Zentrum vorgestellt und mir Hilfe gesucht habe. Die beiden waren auch von vornherein auf meiner Seite und haben mich unterstützt, wo es nur ging. Meiner Schwiegermutter, meinem Vater und meinen Geschwistern habe ich erst davon erzählt, als ich ein paar Tage später meine Schlauchmagen-OP hatte. Ich wollte niemanden enttäuschen oder gar andere Meinungen hören. Mein Entschluss stand fest.

Auf deinen Fotos sieht man, dass du dich unglaublich verändert hast. Du strahlst voller Stolz. Wie war es für dich zu realisieren, dass du auf einmal von der Umwelt anders wahrgenommen wirst? Wurdest du beispielsweise mit weniger negativen Kommentaren im Alltag konfrontiert?

Mir fiel es am Anfang wirklich schwer zu realisieren, was ich bereits geschafft hatte. Mir würde es heute noch schwer fallen, wenn ich da nicht eine gute Freundin und Leidensgenossin hätte, die denselben Weg gegangen ist und die mir immer wieder vor Augen gehalten hat, was ich bereits geschafft habe. Ich habe da wirklich Probleme mit. Man merkt aber deutlich, wie sich die komplette Umwelt ändert. Mir wurde bewusst nie was Böses gesagt, als ich dick war. Aber auch nichts Positives. Somit musste ich das auch erstmal lernen. Plötzlich wird man angeflirtet, die Menschen lächeln einen an, sind viel freundlicher, und man selber strahlt auch einfach etwas Positives aus.

Kannst du jetzt andere Sachen machen als vorher?

Oh ja, mein ganzes Leben hat sich geändert. Ich arbeite wieder. Das war auch so eine Sache für sich. Auch wenn es keiner jemals ansprechen würde, aber das Aussehen spielt eine große Rolle. Ich kann nun endlich überall shoppen gehen und mir kaufen, was mir gefällt. Ich kann alles gemeinsam mit meiner Tochter machen. Rutschen, schaukeln, laufen, Fußball spielen, Trampolin springen. Ich gehe wieder gerne raus, brauche immer Bewegung, und vor allem liebe ich den Sport. Ich gehe 4- bis 5-mal die Woche zum Sport, mache Krafttraining und gehe zum Aquafitness. Als Familie machen wir nun ganz viel. Unser gemeinsames Hobby ist das Fahrradfahren geworden. 40 bis 50 Kilometer sind für uns ein Witz. Auch so machen wir so gut wie jedes Wochenende etwas zusammen, gehen schwimmen, fahren Rad, gehen spazieren etc. Früher wäre mir die Couch lieber gewesen ;)

Deine Tochter ist jetzt über 3 Jahre alt und hat sicherlich viel Energie. Wie hat sich eure Beziehung verändert, seitdem du viel aktiver und gesünder bist?

Ich merke, wie stolz sie auf mich ist. Sie redet immer ganz viel davon, dass Mama beim Sport ist. Sobald ich nicht zuhause bin, bin ich für sie beim Sport. Sie genießt meine neue Freiheit und jede Minute mit mir. Ich würde sagen, wir haben jetzt ein viel innigeres Verhältnis, weil wir einfach vieles zusammen erleben können und gemeinsam Spaß haben können.

Wie sieht euer Familienalltag nun aus?

Wie erwähnt, ist unser Familienalltag jetzt viel aktiver. Wie gehen jeden Tag spazieren, sofern das Wetter mitspielt. Kochen viel gemeinsam. Die Lütte hilft ganz viel mit. Und an den Wochenenden sind wir ja immer on tour. Langweilig wird es bei uns nie.

Du strahlst auf deinen Fotos und scheinst nun sehr zufrieden mit deinem Gewicht zu sein: was treibt dich an, auch weiterhin auf dein Gewicht zu achten?

Ich sage immer: „Von nix kommt nix“, und das ist so! Ich weiß, wo ich damals stand und wo ich nie wieder hin möchte. Sport ist mein Leben geworden, von daher ist es für mich nicht schwer, weiter zu machen. Es ist quasi ein Selbstläufer. Die Ernährung stimmt und Sport auch. Wenn es erstmal klick macht, dann ist es gar nicht so schwer. Ich habe ja mein komplettes Leben umgestellt, und das hoffentlich langfristig.

Du hast es also geschafft, mit Sport, der richtigen Ernährung und einem starken Willen, dein Leben für deine Gesundheit zu ändern. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Dazu kann ich nur sagen, Zeitmanagement ist das A und O. Aber ohne die Unterstützung meines Mannes hätte ich es nicht geschafft. Ich habe das Essen meistens schon vorgekocht, und wenn er von der Arbeit gekommen ist, bin ich zum Sport. Danach haben wir dann als Familie zusammen gegessen. Mir ist es wichtig, eine gemeinsame Mahlzeit am Tag zusammen zu essen. Wenn ich mal nicht zum Sport gehen konnte, dann habe ich zuhause trainiert. Mein Mann hat mir extra Fitnessgeräte für zuhause gekauft. So konnte ich auch spätabends trainieren. Ich habe aber auch mal trainiert, als die Lütte mit dabei war. Sie fand das total toll und hat versucht die Übungen nachzumachen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Ich würde jedem, der unglücklich ist, raten, etwas in seinem Leben zu ändern! Nur so kann man langfristig Krankheiten vorbeugen, seelisch wie körperlich. Und wenn man es alleine nicht schafft, ist es auch überhaupt keine Schande, sich Hilfe zu holen. Im Gegenteil: Es zeigt Mut. Wir sind die Kindheit unserer Kinder. Wenn wir ihnen nichts Gutes vorleben, werden sie wohl auch irgendwann so unglücklich, wie wir es waren bzw. sind. Sie werden es uns danken, alleine schon mit ihren strahlenden Augen. Jeder kann es schaffen, man muss es nur wollen!


Interview mit Laura

Laura ist 32 Jahre alt, verheiratet und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Töchtern. Sie hat nach den Schwangerschaften 37 Kilogramm abgenommen und lebt nach dem Motto „Balance is the key“. Schließlich möchte sie trotz ihres gesunden Lebensstils nicht auf die kleinen Belohnungen im Leben verzichten und gönnt sich ab und an mal Pommes oder Eis. Auf ihrem Instagram-Profil zeigt sie jedoch auch, wie man gesund und lecker kocht. Der Inbegriff von Glück ist für sie, wenn man morgens aufsteht und gesund ist.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/bigmamas.journey/

Laura

Laura vor der Abnahme

Laura

So sieht Laura heute aus

Deine Fotos zeigen, wie erfolgreich du abgenommen hast. Was war dein Ausgangsgewicht?

Mein Höchstgewicht lag bei 101,1 kg. Für mich ein absoluter Schockmoment.

Wie viel hast du insgesamt abgenommen?

Mein Tiefstgewicht nach dem großen Abnehmen lag bei 64 kg. Das war die magische Zahl, die ich mir als Ziel gesetzt hatte. Somit habe ich insgesamt 37,1 kg abgenommen. In der Zwischenzeit habe ich wieder ein paar Kilo mehr draufbekommen und wiege jetzt ca. 68 kg. Das Gewicht halte ich aber nun schon seit über einem Jahr und fühle mich sehr, sehr wohl damit.

Viele, die abnehmen, sprechen ja immer von dem berühmten Klick-Moment. Gab es bei dir auch diesen einen Moment, in dem du dich entschieden hast abzunehmen, weil es so einfach nicht mehr weitergehen kann?

Diesen Klick-Moment gab es, ja! Wobei der sich nicht direkt darauf bezog, „abnehmen zu wollen“, sondern darauf, dann auch wirklich anzufangen. Denn klar war für mich von Anfang an, dass ich wieder von meinem Übergewicht runter wollte. Aber viele kennen das ja, dass man immer wieder Ausreden findet, nicht anzufangen, oder es dann doch immer wieder an der Disziplin scheitert. Aber es gab diesen Tag, an dem ich gesagt habe: „Heute geht es los! Und zwar wirklich. Jetzt ziehe ich es durch. Ich schaffe das!“ Ich habe dann ein ,Vorher-Foto‘ als Motivation gemacht und ab dem Tag konsequent meine Diät durchgezogen.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Schon seit ich denken kann, beschäftige ich mich mit den Themen Ernährung und Diäten. Ich war nie wirklich schlank und daher war das Thema Abnehmen bei mir immer präsent. Allerdings hatte ich früher immer nur mal ein paar Kilo zu viel. Die extreme Gewichtszunahme kam dann eigentlich erst durch meine Schwangerschaften. Eingeschränkt gefühlt habe ich mich durch das Übergewicht sehr. Bluthochdruck und Kurzatmigkeit sind zwei Punkte, die ich in Bezug auf meine Gesundheit nennen kann. Allerdings merkt man gesundheitliche Nachteile auch nicht immer sofort. Irgendwann zahlt einem der Körper aber heim, was man ihm antut. Dessen war ich mir immer bewusst. Beim Abnehmen geht es um so viel mehr als nur darum, schlank zu sein. Gesund zu sein – darauf kommt es wirklich an. Für sich selbst, für seine Kinder und für alle, die man lieb hat.
Was man auch nicht vernachlässigen sollte, ist die psychische Belastung durch das Übergewicht. Denn viel mehr habe ich mich in meiner Freiheit und meiner Lebensweise eingeschränkt gefühlt. Nicht nur körperlich, auch psychisch belasten einen das Unwohlsein und zu viele Kilos einfach in so vielen Dingen im Leben, dass mit dem Erreichen des Wohlfühlgewichts im wahrsten Sinne des Wortes eine große Last abfällt und einem eine Menge Lebensqualität geschenkt wird!

Welche Auswirkungen hatte das Übergewicht auf euren Familienalltag? Kamst du manchmal nicht hinterher und konntest beispielsweise nicht mit deinen Kindern toben?

Eines vorweg gesagt: Um eine gute Mutter zu sein, spielt es natürlich absolut keine Rolle, ob man nun dünn, dick, groß, klein oder sonst was ist. ABER: Ich musste für mich feststellen, dass es doch einen Unterschied macht. In ganz vielen Punkten natürlich, auch in Bezug auf die Kinder. Man ist einfach freier, offener, kann mit den Kindern turnen, toben, rennen, ohne sofort aus der Puste zu sein oder ohne Ende zu schwitzen. Und man ist vor allem unternehmenslustiger und unbeschwerter! Klar habe ich mit mehr Kilos auf den Hüften damals auch alles mit meinen Kindern gemacht. Habe mich aber aufgrund von kneifenden Hosen und nervenden Speckrollen eigentlich lieber in die bequeme Jogginghose und auf die Couch gewünscht. Heute ist das anders! Zum Glück!

Du postest viele Rezepte und Fotos von Gerichten. Ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Baustein für deinen Erfolg?

Ja, auf jeden Fall. Ich würde sagen, Ernährung ist nicht nur ein wichtiger Baustein, sondern der Grundbaustein. Denn abgenommen habe ich tatsächlich komplett ohne Sport. Viele denken, dass sie ohne Sport nicht abnehmen können. Das dachte ich früher auch! Was ich aber heute sagen kann: Abnehmen über Ernährung und OHNE Sport funktioniert. Definitiv! Die Ernährung spielt eine so viel größere, wenn nicht sogar die Hauptrolle bei der ganzen Sache. Denn was am Ende zählt, ist ein Kaloriendefizit.

Deine körperlichen Veränderungen sieht man natürlich auf deinen Fotos. Doch welche Veränderungen spürst du selbst?

Die äußerliche Veränderung durch die Gewichtsabnahme ist deutlich sichtbar. Aber die größte und wichtigste Veränderung auf meinem Abnehmweg hat definitiv in meinem Kopf stattgefunden! Mir war klar: Nur wenn ich wirklich bereit bin, mein Essverhalten und meine Gewohnheiten FÜR IMMER zu verändern und das komplett zu verinnerlichen, werde ich mein Gewicht auch langfristig halten können. Das mag sich jetzt erst mal schwer anhören. Und wenn wir ehrlich sind, möchten wir zwar alle abnehmen, aber EIGENTLICH doch auf nichts verzichten. Oder?! Aber es muss sich etwas ändern! Und zwar dauerhaft! Dessen muss man sich bewusst sein und das muss man auch wollen. Aber es lohnt sich! „Man gewöhnt sich an alles“, sagt man so schön. Und genau so ist es auch. Schafft man es für mindestens vier Wochen, die Zähne zusammenzubeißen und es wirklich durchzuziehen – und zwar ohne Ausnahmen –, wird man merken, dass es immer und immer leichter wird. Und dann muss man auch irgendwann auf nichts mehr verzichten. Denn dann wird aus einer (zuerst) unangenehmen Veränderung plötzlich einfach Normalität!
Ich für mich kann sagen: Ich bin angekommen und habe meine Balance gefunden. Ich fühle mich wieder rundum wohl in meinem Körper und bin unendlich froh, dass ich den Sommer in vollen Zügen genießen kann. In kurzer Hose, schönen Kleidern, im Bikini, im Freibad und am See. Statt dick mit langer Hose und kaschierenden Kleidern, unzufrieden und noch mehr schwitzend als sowieso schon in meinem Garten zu sitzen, mich zu verstecken und Eis zu essen (viel Eis), kann ich nun unbeschwert den Tag mit den Kindern im Freibad verbringen. Das ist Lebensqualität und dafür hat sich alles gelohnt.

Wie sieht euer Familienalltag nun aus?

Turbulent, und mit zwei Kindern wird es nie langweilig. Mein Abnehmen hat sich auf unseren Familienalltag aber nur indirekt ausgewirkt. Denn was sich hauptsächlich geändert hat, sind meine Einstellung und mein Wohlbefinden. Das wiederum hat aber einen riesigen Einfluss auf alles andere. Und das sollte man nicht unterschätzen. Sich wohl in seinem Körper fühlen, tun, was man möchte, anziehen, was man möchte, das alles hat auf jeden Fall riesigen Einfluss auf die Lebensqualität. Nicht nur auf die eigene, auch auf die der Personen im nahen Umfeld. „Happy Wife – Happy Life!“ Da ist was Wahres dran! Und alleine für die Kinder hat es sich sowas von gelohnt. Denn die profitieren doch am meisten von einer zufriedenen Mama, die wirklich gerne mit ihnen tobt, ins Freibad geht usw. und nicht nur gezwungenermaßen und ihnen zuliebe.

Inwiefern kommt hier dein Instagram-Profil ins Spiel? Hilft dir der Austausch mit deiner Community, am Ball zu bleiben?

Tatsächlich habe ich mein Instagram-Profil damals als kleines, anonymes Abnehmtagebuch angelegt und täglich einfach nur meinen Weg dokumentiert, Mahlzeiten gepostet und meine Gewichtsabnahme dokumentiert. Viel mehr für mich selbst als für andere. Doch der Austausch mit anderen wurde immer mehr und immer mehr, Leute folgten mir plötzlich. Das erhöhte natürlich bei mir auch den Druck, wirklich dran zu bleiben und bloß nicht einzuknicken. Letztendlich haben Instagram und die Menschen dahinter somit auch einen Teil zu meinem Abnehmerfolg beigetragen. Dass mein Profil allerdings mal so groß wird und mir mittlerweile weit über 50.000 Menschen folgen, von denen ich mittlerweile selbst viele durch meinen Weg motiviere, und einige mich sogar als Vorbild sehen, hätte ich nie für möglich gehalten.

Du hast es also geschafft, mit der richtigen Ernährung und einem starken Willen, dein Leben für deine Gesundheit zu ändern. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Eines schon mal vorweg: Abnehmen als Mama war, neben der Aufgabe des „Mama-Seins“ an sich, die größte Herausforderung in meinem bisherigen Leben. Als Mama abnehmen ist Abnehmen in einer anderen Liga. Vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. Wenig Zeit (für sich), neue Prioritäten, nichts läuft nach Plan, man ist nicht mehr selbstbestimmt, neue Routinen, unregelmäßige Mahlzeiten, Heißhunger, Stress, Schlafmangel, unmenschlicher Schlafmangel, schwache Nerven und der Drang nach Nervennahrung. Mamas wissen, was ich meine. Während man früher „nur“ den inneren Schweinehund besiegen musste, um abzunehmen, steht man jetzt vor ganz anderen Herausforderungen. Es ist hart und verdammt anstrengend. Aber es ist machbar.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Ändert etwas. Es ist nie zu spät, um zu sein, wie man sein will. Ich möchte euch aber gerne noch ein paar kleine Tipps mit auf den Weg geben, die für mich eine große Rolle beim Abnehmen gespielt und es mir etwas leichter gemacht haben:
1. Gute Planung und Vorbereitung sind das A und O! Plane deine Mahlzeiten, iss regelmäßig, koche vor und habe gesunde Snacks immer griffbereit. Es gibt vieles, das man sogar für mehrere Tage gut vorbereiten kann.

2. Sucht euch schnelle und gesunde Rezepte. Ich koche fast nur Gerichte, die in wenigen Minuten zubereitet sind und keinen großen Aufwand erfordern.

3. Bewege dich viel im Alltag. Es muss nicht unbedingt gleich das große Sportprogramm sein, täglich spazieren zu gehen bringt auch was. Jeder Schritt verbrennt Kalorien.

4. Setze dir ein klares Ziel, das du erreichen WIRST. Denk positiv und glaub an dich.

5. Schlaft um euer Leben und wann immer ihr könnt. Denn Schlafmangel wirkt sich nicht nur negativ auf eure Laune, sondern auch auf das Abnehmen aus.

6. Denkt immer daran, wofür ihr es macht. Es geht nicht immer nur um das Schlanksein. Die Gesundheit ist das, was zählt. Denn das Beste, was dir passieren kann, ist: Du wachst morgens auf und bist gesund! Klar ist nicht jede Krankheit auf Übergewicht und eine schlechte und ungesunde Ernährung und Lebensweise zurückzuführen. Aber eben doch öfter, als man denkt!! Und auch wenn man es nicht immer sofort merkt: Irgendwann zahlt es einem der Körper heim, was man ihm antut.
Beim Abnehmen geht es um so viel mehr als nur darum, schlank zu sein. Gesund zu sein – darauf kommt es wirklich an. Für euch, für eure Kinder, für alle, die ihr lieb habt.


Interview mit Vanessa Brunno

Vanessa ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem 4-jährigen Sohn Noah zusammen in Stuttgart. Mit einer Magenverkleinerung ist sie das Projekt „Abnehmen“ angegangen und hat seitdem über 50 kg verloren. Nach wie vor sind ihre Lieblingsessen Pasta und Pizza, doch durch die Magenverkleinerung verträgt sie nur noch kleine Portionen. Auch auf Eis möchte sie nicht verzichten – Fruchteis muss es nun allerdings sein. Mittlerweile genießt sie es, Shoppen zu gehen, und freut sich über jeden Besuch im Freizeitpark mit ihrem Sohn.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/fit_for_noah/

Vanessa Brunno

Vanessa vor der Abnahme

Vanessa Brunno

So sieht Vanessa heute aus

Wenn man sich die Vorher-Nachher-Bilder von dir anschaut, sieht man, wie sehr du dich verändert hast. Was war dein Ausgangsgewicht?

Ich habe schon mein Leben lang mit Übergewicht zu kämpfen gehabt und schon in der frühen Jugend angefangen, Diäten auszuprobieren. Mit jeder Abnahme kam dann auch der Jo-Jo-Effekt, und das Gewicht wurde von Jahr zu Jahr höher. Mein Ausgangsgewicht lag bei 135 kg.

Wie viel hast du seitdem abgenommen und was ist dein Wunschgewicht?

Ich durfte diese Woche meinen Erfolg von einer 50-kg-Abnahme feiern und fühle mich mit meinen 85 kg schon so viel besser, allerdings möchte ich gerne noch circa 10 bis 15 kg abnehmen. Mein Wunschgewicht war tatsächlich immer die Zahl 85, aber nun denke ich mir, da geht noch was!

Viele, die abnehmen, sprechen ja immer von dem berühmten Klick-Moment. Gab es bei dir auch diesen einen Moment, in dem du dich entschieden hast abzunehmen, weil es so einfach nicht mehr weitergehen konnte?

Mir war schon immer bewusst, dass ich etwas an meinem Gewicht ändern muss, denn so richtig wohl gefühlt habe ich mich nie. Ausschlaggebend dafür, dass ich mich nun doch für den Weg der Magenverkleinerung entschieden habe, war mein Sohn! Ich konnte nicht mit dem Gedanken leben, was so ein adipöses Leben auch für ein Kind bedeutet. Abgesehen davon, dass ich mit meinem Kind mithalten und spielen möchte, soll er sich später auch nicht für mich schämen müssen. Dazu kommen ja auch noch die gesundheitlichen Risiken wie Diabetes und dass das Herzinfarkt-Risiko bei Adipositas steigt. Für mich war klar: Ich baue auf eine gesunde Zukunft für mich und meinen Sohn.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Von gesundheitlichen Problemen bin ich im Großen und Ganzen zum Glück verschont geblieben. Natürlich haben die Gelenke, der Rücken, die Knie und Füße stark darunter gelitten, aber hier spüre ich jetzt mit meinen 50 kg weniger schon so eine starke Verbesserung!
Seelisch sieht das Ganze natürlich schon ganz anders aus, da könnte ich jetzt seitenlange Romane schreiben, von Mobbing und Hänseleien, die schon sehr früh in der Kindheit begannen und auch sehr lange anhielten.
2012 zum Beispiel, da war ich in einem Freizeitpark, zu diesem Zeitpunkt hatte ich „nur“ 107 kg, was für meine Verhältnisse wenig war. Ich setzte mich in ein Fahrgeschäft und freute mich schon, dass es jetzt nach langem Anstehen endlich losgehen konnte. Die Sicherungen wurden manuell von einem Mitarbeiter bei jedem einzeln geschlossen, und das war das Fatale. Dieser Mann, der so schon ziemlich gereizt wirkte, schaute mich an und meinte, das würde nicht passen, ich sei zu dick, ich solle aussteigen und für jemand anderen Platz machen. Um mich herum hat das natürlich jeder mitbekommen! Ich war am Boden zerstört und nur noch am Weinen. Für mich war der Tag natürlich gelaufen, und seitdem habe ich auch keinen Freizeitpark bzw. kein Fahrgeschäft mehr betreten.

Welchen Einfluss hatte das Übergewicht auf den Alltag mit deinem Sohn? Kamst du manchmal nicht hinterher und konntest beispielsweise nicht mit ihm toben?

Der Alltag mit dem Übergewicht hat in so vieler Hinsicht eine negative Rolle gespielt. Man war oft träge, antriebslos, faul und teilweise sogar oft einfach nur mies gelaunt. Wollte mein Sohn zum Beispiel Fußball spielen, konnte ich natürlich nicht mithalten. Oder mal gemeinsam rutschen oder schaukeln, daran war nicht zu denken.
Ein anderer Punkt war auch mein schlechtes Essverhalten, das ich vor der OP noch hatte. Zu dem viel Fast Food und Süßes gehörte. Ich wusste zwar schon immer, wie man sich gesund ernähren kann, aber der innere Schweinehund und die Gelüste haben so oft gewonnen und die Kontrolle übernommen, und ja, das hat sich natürlich auch auf meinen Sohn ausgewirkt, auch wenn er zum Glück kein Übergewicht hat. Mitgegessen hat er trotzdem immer!

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie haben deine Familie und Freunde reagiert? Unterstützen sie dich auf deinem Weg?

Meine Familie hat mich von vornherein auf meinem Weg unterstützend begleitet, auch wenn die Angst und die Sorge ständige Begleiter waren, denn so eine OP ist ein großer Eingriff, und in meinem Fall musste ich wegen anfänglicher Komplikationen sogar zweimal operiert werden.
Das Witzige daran ist, dass mich nun meine Mutter, die anfangs wohl am meisten Angst hatte, sogar dazu animiert, weiterzumachen, um später die Wiederherstellungsoperationen zu bekommen. Sie sagt: „Du hast dich für diesen Weg entschieden, dann geh ihn bis zum Ende!“

Dein Sohn ist zwar noch klein, doch er hat deine körperliche Veränderung sicherlich trotzdem mitbekommen. Wie hat sich dies auf eure Beziehung ausgewirkt?

Wir haben anfangs viel mit ihm darüber gesprochen, damit er auch weiß, was gerade mit Mama passiert, warum sie ins Krankenhaus muss und dass man danach etwas vorsichtiger mit ihr sein muss. Ich erklärte ihm dann, dass ich endlich abnehmen würde und endlich mehr mit ihm rennen könne. Seine Antwort darauf war sehr witzig, und die werden wir alle nie vergessen. Er sagte: „Dann muss Opa jetzt auch eine Operation machen!“
Heute ist er total happy, ja, wir haben sogar eine Jahreskarte in einem FREIZEITPARK!!! Ich klettere und rutsche mit ihm, wir gehen oft schwimmen und sind täglich draußen. Für ihn gibt es natürlich nichts Besseres.

Du hast dich letztendlich dazu entschlossen, eine Magenverkleinerung vornehmen zu lassen. Auch wenn es sich dabei mittlerweile um eine Routineoperation handelt, ist es dennoch ein großer Eingriff. Welche Gründe haben für dich persönlich dennoch dafür gesprochen?

Ich habe die Magenverkleinerung für mich tatsächlich als letzten Ausweg in ein gesünderes Leben gesehen, nach jahrelangem Scheitern gab es für mich nur noch diesen einen letzten Versuch oder das Wissen, mein restliches Leben lang dick bleiben zu müssen.

Wie ist dein Leben mit der Magenverkleinerung?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Es gibt natürlich auch hier Schattenseiten. Ich habe meine große Leidenschaft, das Essen, aufgeben müssen, und man muss erst mal lernen, damit umzugehen. Essen ist kein Genuss mehr im herkömmlichen Sinne. Anfangs habe ich mich zurückgezogen und bin Einladungen aus dem Weg gegangen, aber mit den ersten Erfolgen kam auch wieder mehr Lebensfreude ins Spiel. Heute gehe ich viel lieber shoppen als essen, aber trotzdem: Essenseinladungen werden nicht mehr abgewiesen, denn auch das geht, nur eben in Maßen. Es ist ein großer Lernprozess, der für mich aber mein Leben zum Positiven verändert hat. Und ich würde es immer wieder tun!

Ist die Magenverkleinerung mit weiteren Operationen verbunden?

Durch den hohen Gewichtsverlust hängt nun natürlich auch die Haut, was ein großes Thema ist. Man wird ja nach so einer Operation von den Ärzten weiterhin begleitet. Ich hatte vor kurzem meine zweite Nachsorgeuntersuchung, und dort wurde mir gesagt, dass wir so circa 1,5 Jahre nach der OP das Thema Wiederherstellungsoperationen angehen können.

Man sieht auf deinen Fotos, wie viel du schon geschafft hast. Welche körperlichen Veränderungen merkst du persönlich? Und kannst du jetzt andere Sachen machen als noch vor deiner Abnahme?

Wie schon erwähnt habe ich kaum noch Schmerzen, die vom Gewicht hervorgerufen werden. Ich kann endlich mehr laufen, wieder Sport machen, Wanderungen planen, ohne Angst haben zu müssen, dass meine Beine das nicht mitmachen. Das ist ein tolles Gefühl!

Was ist deine Motivation, am Ball zu bleiben und weiter abzunehmen?

Da gehört tatsächlich die Bauchstraffung dazu und die Hoffnung, mal einen schönen Bikini und bauchfrei tragen zu können.

Inwiefern hilft es dir auch, deine Fortschritte auf deinem Instagram-Profil zu teilen?

Das motiviert unheimlich. Man trifft Gleichgesinnte, lernt Menschen kennen mit der gleichen Problematik des Übergewichts und hat einfach den Austausch. Man weiß, man ist nicht alleine!

Dein Instagram-Profil heißt passenderweise „fit for noah“. Ist dein Sohn ein weiterer Grund, weshalb du das alles auf dich nimmst?

Er ist für mich sogar Grund Nummer 1, warum ich das auf mich genommen habe. Ich möchte ein gesundes Vorbild für ihn sein, aber dazu musste ich mich und mein Leben erst mal ändern. Durch den hohen Gewichtsverlust ist auch die Last von mir gefallen, dass sich ständig alles nur ums Essen oder Abnehmen dreht.

Du hast es geschafft, dein Übergewicht anzugehen und aktiv etwas für deine Gesundheit zu tun. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Planung ist das A und O. Aktiv sein im Alltag, wenn man es nicht zum Sport schafft, dann einfach öfter mal das Rad nutzen oder Wege laufen, die man sonst fahren würde. Auch geholfen hat es, für das Essen Wochenpläne zu erstellen und danach einkaufen zu gehen!

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Ich rate jedem, der unglücklich mit seinem Gewicht ist, nie sein Ziel zu vergessen und daran zu denken, für wen man es tut! Letztendlich wollen wir als Mütter oder Väter so lange wie möglich für unsere Kinder da sein, deshalb sollte man ehrlich zu sich selbst sein und es wirklich wollen und angehen. Und wenn man dann trotzdem scheitert, es aber wirklich versucht hat, wie in meinem Fall, dann habt keine Angst. Ich kann nur jeden ermutigen, diesen Schritt als letzte Möglichkeit zu nutzen, denn er veränderte mein Leben zum Besseren!


Interview mit Magdalena Zellner

Leni ist 31 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrem Mann in einem Haus in der Nähe von München. Mit 13 Jahren hat sie ihre erste Diät gemacht und versucht seitdem, dem berühmten Jojo-Effekt aus dem Weg zu gehen. Seit Anfang des Jahres hat sie damit begonnen, ihre Ernährung umzustellen, um nachhaltig abzunehmen. Sie liebt es zu kochen und zu backen, und weil sie nicht auf Pizza und Pasta verzichten möchte, kommen bei ihr oft „schlanke“ Varianten auf den Teller. Sie liebt das Meer und liest lieber Bücher als Fernsehen zu schauen.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/leni.isst/

Magdalena Zellner

Leni vor der Abnahme

Magdalena Zellner

So sieht Leni heute aus

Du hast dich vor ein paar Monaten dazu entschieden, abzunehmen. Wie viel hast du da gewogen?

Das war ziemlich genau zwischen Weihnachten und Silvester, und da hatte ich knapp 108 kg gewogen, und das war so der Moment, an dem ich gesagt habe: „Das ist einfach viel zu viel.“

War das bei dir einfach der berühmte Klick-Moment, als du nach Silvester auf der Waage standst und dachtest: „Okay, jetzt reicht’s, das war’s und ich muss was ändern?“

Also ich wusste vorher schon, dass es zu viel ist, aber nach Weihnachten war dann der Moment, wo ich gesagt habe, von 108 ist es nicht mehr weit bis 110, und wo soll das irgendwann aufhören? Aber es war jetzt nicht der sagenumwobene, bekannte, allumfassende Klick-Moment von jetzt auf sofort, sondern eher die Notbremse.

Ich denke, es ist auch wichtig, noch mal zu sagen, dass das jeder anders erlebt, dieses Gefühl, und da stellt sich mir natürlich die Frage: Wie war denn dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du vielleicht sogar gesundheitliche Probleme?

Also ich esse sehr, sehr gerne. Seit ich denken kann, war Essen immer so – ich bin ein Frustesser, ich bin ein Stressesser. Das heißt, ich habe diese Gefühle immer mit Essen kompensiert und war dadurch, so lange ich denken kann, eigentlich immer schon zu dick. Ich habe dann im Jahr 2016 auch vom Arzt zu hören bekommen, ich muss jetzt was machen, das wird sonst ein ausgewachsener Diabetes 2. Wenn man noch nicht mal 30 ist, möchte man nicht hören, dass man Altersdiabetes bekommt.

Ja, das kennt man halt wirklich, dass man in Stresssituationen entweder gar nichts isst oder als anderer Typ die Zuflucht im Essen sucht. Aber das ist ja auch wirklich eine Sache, die einen selbst betrifft, aber ich kann mir vorstellen, dass das auch Auswirkungen auf die Partnerschaft hat. Denn wenn man so eng zusammenlebt, bekommt es der Partner natürlich mit, dass man vielleicht unzufrieden ist mit seinem Körper und sich unwohl fühlt. Wie war das denn in eurer Beziehung, also für dich und deinen Mann? Habt ihr darüber geredet, dass du unzufrieden warst, oder war das eher ein Tabuthema?

Nein, also ein Tabuthema war das nicht. Wir haben auch drüber gesprochen, aber das war eher so, dass er sagte: „Wenn dich etwas stört, musst du halt was ändern. Wegen mir musst du das nicht machen.“ Also da muss ich sagen, da habe ich echt riesiges Glück in der Hinsicht. Weil er sagt: „Das ist dein Körper, mach wie du denkst, aber bitte nicht, weil du denkst, du müsstest wegen mir etwas tun.“

Das ist wirklich schön, wenn man sich auf den anderen verlassen kann und weiß, dass in erster Linie die Persönlichkeit zählt und nicht, wie man aussieht. Hat er dich unterstützt, als du dich Anfang des Jahres entschieden hast, mit dem Abnehmen so richtig durchzustarten?

Ich glaube, er hat sich das auch erst mal angeschaut. Es ist nicht mein erster Versuch abzunehmen, sondern ich kann’s gar nicht mehr zählen. Ich glaube, es gibt auch kaum eine Diät, die ich nicht probiert habe. Das heißt, das war wahrscheinlich für ihn wie: „Schauen wir mal. Mal sehen, wie lange sie es dieses Mal durchhält?“ Aber jetzt nimmt er es mittlerweile auch ernst, denn er hat gesehen: Es ist nicht nur eine Phase von ein, zwei Wochen, sondern jetzt macht sie auch wirklich was dafür.

Man sieht das auch auf deinen Fotos auf deinem Instagram-Profil. Du hast jetzt schon knapp 15 kg abgenommen und man sieht schon, wenn du Fotos von deinem Gesicht postest, dass sich da wirklich was tut. Welche Veränderungen spürst du denn sonst noch an deinem Körper?

Also ich merke, dass die Klamotten von früher besser passen, dass ich wieder mehr Auswahl zur Verfügung habe und dass ich auch die ersten Sachen ausmisten konnte, weil sie tatsächlich nicht mehr passen. Aber ich hatte vor zwei Tagen auch so einen richtigen Aha-Effekt, da habe ich die Treppe statt den Aufzug genommen. Und war total erstaunt, wie leicht das ging, wie wenig anstrengend das auf einmal war, und ich war völlig überrascht davon. Das war mir nie bewusst, dass Treppensteigen eigentlich richtig anstrengend für mich ist.

Merkst du zum Beispiel auch, dass du mehr Spaß daran hast, dich zu bewegen?

Ja und nein. Ich sag mal so, es wird leichter, wenn ich laufen gehe. Es ist nicht mehr ganz so anstrengend und mir tun auch die Knöchel nicht mehr weh. Ich muss aber auch sagen: Ich bin nach wie vor so, wenn ich Sport nicht machen müsste, dann würde ich lieber auf der Couch liegen. Also das gebe ich offen und ehrlich zu. Ich mach’s, weil es wichtig ist, und auch, weil es gut für den Rücken ist, wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt. Aber tief im Inneren hätte ich überhaupt kein Problem damit, den ganzen Tag auf der Couch zu liegen.

Ist es deshalb so, dass auf deinem Instagram-Profil der Fokus auf der Ernährung liegt? Also man sieht, dass du ganz viele Fotos von deinem Essen postest, du schreibst auch die Kalorienangaben hinzu. Ist das für dich auch ein persönlicher Schlüssel zum Erfolg, dass du viel mehr Wert auf gesunde Ernährung legst?

Jein, ich bewege mich schon sehr, sehr viel. Allein dadurch, dass ich mindestens zweimal am Tag mit dem Hund spazieren gehe, mache ich eigentlich immer zwischen 15.000 und 20.000 Schritte. Ich muss aber auch sagen, auf dem Instagram-Profil ist es mir halt wichtig, anderen zu zeigen, dass es auch auf ganz normale Art und Weise geht. Und ich finde, jetzt zu schreiben: „Geh einfach am Tag zwei Stunden spazieren“, hat nicht so viel Mehrwert. Das kann man mal schreiben, aber das ändert nicht so viel. Bei dem Essen oder den Rezepten ist es halt so, dass ich ganz oft mit verschiedenen Sachen zeigen kann, dass man mit normalen Produkten aus dem Supermarkt abnehmen kann. Man muss kein Heidengeld für irgendwelche Diätpillen, Appetitzügler, Pülverchen, Diäten ausgeben, wo man, keine Ahnung, für 10 Wochen 500 Euro für irgendeinen Trainer zahlt. Sondern dass man eigentlich, wenn man weniger isst, als man verbraucht, abnehmen kann. Und dass man da auch mal Nudeln oder ’ne Pizza essen kann. Und das ist eine Botschaft, die mir einfach wichtig ist, wichtiger als zu sagen: „Du kannst auch zweimal am Tag spazieren gehen.“

Du hast von den falschen Ernährungsversprechen erzählt, von Diätpillen, mit denen das Abnehmen ganz schnell gehen soll. Und auf manchen Fotos bei Instagram sieht man, dass du eine Tafel hochhältst mit verschiedenen Sprüchen. Ein Beispiel war, wieso das Essen während der Diät nicht schmecken darf. Und dann kommentierst du das in deinem Post mit einer gehörigen Portion Ironie. Aber wie bist du auf die Idee gekommen? Was steckt dahinter, solche Sprüche und Mythen zu kommentieren?

Ja, generell Unterhaltungen, sei es auf der Arbeit, sei es mit Freunden, wo einfach immer mal wieder so dumme Sprüche kommen, bei denen man sich denkt: „Ich kann’s nicht mehr hören.“ Und manchmal ist es so, dass ich mir denke, das kennen andere bestimmt auch. Und vielleicht gibt es ja auch wirklich mal einen Tipp, wie man mit solchen Sprüchen umgehen kann oder was man am geschicktesten darauf antwortet, damit man eben denjenigen, der meint, blöd daherreden zu müssen, auch mal mundtot kriegt. Also gerade dann, wenn man auf Arbeit etwas Nettes zu essen dabeihat. Bei mir ist es ganz oft etwas mit Nudeln, weil ich für mein Leben gerne Nudeln esse. Und dann kommt so ein Kollege, der meint: „Ich dachte, du wolltest abnehmen?“ Und man sich einfach nur denkt: „Ja, ich kann aber trotzdem leckeres Essen essen und abnehmen.“ Und diese Idee, wenn man Diät macht, muss man auch leiden, damit es mehr Wert hat, empfinde ich als total bescheuertes Konzept. Es ist aber irgendwie sehr verbreitet.

Ich hoffe, du bekommst auch Zuspruch von deiner Umgebung. Hast du da schon mal ein Feedback bekommen?

Ja, also ich habe ein paar Kolleginnen, Freundinnen, die das mitverfolgen und die natürlich auch wissen, wie viel ich abnehme, und die dann wirklich darauf warten und fragen: „Hey, heute ist wieder Dienstag. Wie war die Woche, wie viel hast du abgenommen?“ Und was ich auch richtig klasse finde: Wer sich extrem immer mit mir freut, ist meine Schwiegermama. Die sehe ich jetzt auch nicht jeden Tag, sondern meistens nur so alle drei, vier Wochen mal, und der fällt’s dann immer auf. Oder was ich persönlich extrem motivierend finde, ist, wenn mir andere Menschen auf Instagram schreiben, dass sie jetzt wegen mir auch anfangen, oder dass sie das toll finden, was ich da mache. Das finde ich sehr nett und das motiviert mich dann auch wieder ein bisschen.

Du hast ja das Beispiel mit deiner Schwiegermutter genannt. Also ist es für dich auch ein Antrieb, abzunehmen für deine Familie, um auch in der Zukunft gemeinsame Momente mit deinem Mann erleben zu können?

Ich sag mal, ich habe jetzt nicht gezielt gesagt, ich möchte abnehmen, damit ich später keine Probleme habe. Sondern im ersten Moment ist es einfach so: Ich bin unzufrieden, ich möchte besser aussehen, ich möchte tolle Klamotten anziehen. Ich muss aber auch sagen, das war jetzt vor drei Wochen, da waren wir ein Wochenende unterwegs. Und da hat man gemerkt, meine Schwiegermama ist jetzt ein bisschen über 60, und das war so der erste Moment, in dem man sagt, okay, wenn man auch in dem Alter ein bisschen mehr Gewicht hat – sie ist jetzt nicht stark übergewichtig, aber eben auch nicht normalgewichtig –, merkt man langsam, so einfache Sachen wie spazieren gehen oder viele Treppen steigen, das wird beschwerlich. Und dann denkt man natürlich schon auch darüber nach, dass man sich sagt, ich möchte meinem Partner nicht zur Last fallen, weil ich übergewichtig bin. Oder für mich ist es auch einfach wichtig, dass ich keine Medikamente nehmen möchte, weil ich zu viel esse. Also im Sinne von, ich bin gerade noch davongekommen, dass ich nicht wegen Diabetes Metformin nehmen oder Insulin spritzen muss. Es wäre für mich auch total schlimm, Blutdrucksenker einfach nur aus dem Grund zu nehmen, dass ich übergewichtig bin.

Das heißt, man ist sich mit Übergewicht schon bewusst, dass das irgendwann die Lebensdauer einschränken kann oder vielmehr das Altern erschwert, weil man dann einfach nicht mehr machen kann, was man möchte?

Also ich hoffe es sehr, dass das zumindest unterbewusst tatsächlich jeder weiß. Ich muss aber auch sagen, gerade auf Instagram ist es stellenweise schockierend, was ich teilweise für Fragen bekomme: „Du schreibst da Nudeln kochen, wie geht das denn?“, von sehr jungen Menschen, aber auch von Frauen und Männern zwischen 30 und 40. Aber auch so Fragen wie „Darf ich das wirklich essen?“, „Muss ich wirklich dies und das?“ Und deshalb bin ich mir nicht mehr sicher, ob wirklich jedem bewusst ist, dass Übergewicht ein Risikofaktor für früheres Sterben sein kann.

Gerade für Frauen ist das auch noch mal verstärkt ein Thema, weil man als Frau vielleicht irgendwann den Wunsch hat, Kinder zu bekommen, und das ist dann einfach abhängig davon, wie gesund man ist. Es ist zum Beispiel bewiesen, dass der Zyklus unregelmäßig sein kann, wenn man Übergewicht hat, und das erschwert dann natürlich eine Schwangerschaft.

Ja, Übergewicht kann dazu führen, dass der Körper eine Insulinresistenz entwickelt. Dann arbeitet die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig. Das wiederum kann dazu führen, dass generell der ganze Hormonhaushalt durcheinanderkommt, dass, wie du sagst, der Zyklus nicht mehr regelmäßig ist, dass vielleicht gerade, wenn man eine Crash-Diät macht und sehr wenig isst, der Zyklus vielleicht komplett ausbleibt. Und das kann wirklich dazu führen, dass man sich eigentlich selbst körperlichen Schaden zufügt. Und ich finde das grob fahrlässig, wie viele von diesen 500-Kalorien-Diäten oder Stoffwechsel-Diäten oder was es da alles gibt, wie leichtfertig auch mit unserer Gesundheit gespielt wird, nur damit irgendjemand ein Produkt verkaufen kann, das kein Mensch braucht.

Was würdest du anderen raten, die vielleicht gerade an einem ähnlichen Punkt stehen wie du? Also, die unzufrieden sind mit ihrem Gewicht, die vielleicht gerade über die Familienplanung nachdenken, es aber noch nicht geschafft haben, ihren ungesunden Lebensstil zu ändern. Was kannst du ihnen mit auf den Weg geben?

Alles, was einen sehr schnellen und einfachen Erfolg verspricht, ist in der Regel mit Vorsicht zu genießen. Je nachdem, ob es jetzt vielleicht 3 kg oder 30 oder 70 kg sind, die man abnehmen möchte, man muss etwas finden, das man in seinen Alltag integrieren kann. Also wo man sagt, ich kann noch normal essen, was ich esse, schmeckt, und ich kann auch noch etwas mit Freunden machen. Also ich muss nicht sagen, ich sag alle Familienfeiern ab, ich kann in kein Restaurant gehen, ich kann nicht zusammen mit meinem Mann und meinen Kindern essen. Es sollte etwas sein, das man wirklich über einen langen Zeitraum in sein Leben integrieren kann. Also ich kann für mich sagen, ich bin nicht dick geworden, weil ich ein normales Verhältnis zum Essen hatte. Das heißt, mein Essverhalten war nicht normal. Das heißt, wenn ich wieder so esse wie vorher, dann nehme ich höchstwahrscheinlich wieder zu. Denn wenn ich eine normale Ernährung gehabt hätte, hätte ich nicht fast 110 kg gewogen. Insofern ist für mich der Punkt, dass ich mich damit auseinandersetzen muss: Warum bin ich zu dick? Wie kam’s dazu? Und was kann ich ändern?

Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du ein Wunschgewicht vor Augen, das du erreichen willst, oder denkst du eher, das mache ich vom Körpergefühl abhängig?

Also ich muss gestehen, ich kann es überhaupt nicht einschätzen. Ich glaube, es kommt gar nicht so sehr auf die Zahl an, die am Ende auf der Waage steht. Ich habe eine bestimmte Hose, die habe ich mir, glaube ich, mit 15 gekauft, da würde ich gerne reinpassen. Und dann natürlich auch, wenn man einen Bikini hat, dann soll das so aussehen, dass ich mich darin wohlfühle. Kann ich absolut nicht sagen, aber ich sage für mich, wichtig ist Normalgewicht.


Interview mit Isabelle Brinker

Isabelle ist 35 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Sie ist seit ihrer Jugend übergewichtig gewesen und hat mit viel Willen und Unterstützung der Familie 55 Kilogramm abgenommen. Wenn sie nicht gerade mit der Familie und dem Hund in der Natur unterwegs ist, trifft man sie auch als Sängerin auf Hochzeiten und Taufen.

Auf Süßigkeiten möchte sie nicht verzichten und als chaotisches Organisationstalent kann man mit ihr sehr viel Spaß haben.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/theisilife3004/

Isabelle Brinker

Isabelle vor der Abnahme

Isabelle Brinker

So sieht Isabelle heute aus

Du hast unglaubliche 55 kg abgenommen. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren?

Nein, es gab bei mir nicht diesen einen besonderen Klick-Moment. Ich wusste natürlich schon lange, dass ich abnehmen muss, habe es aber nie geschafft.
Diesmal war es aber kein 1. Januar, kein Monatserster und auch kein Montag. Ich bin da mehr so reingewachsen. Ich hatte beschlossen, mal wieder Fahrrad zu fahren und habe mir für 10 Euro ein klappriges Rad gekauft, womit ich bei uns im bergigen Land allerdings nicht weit kam.
Außerdem habe ich dann damit begonnen, ein bisschen auf die Ernährung zu achten. Ich habe mir z. B. feste Essenszeiten gesetzt und vorerst nur zu diesen Uhrzeiten gegessen, um die Kontrolle über die Mahlzeiten und mein Hungergefühl zu bekommen. Mein Mann hat dann irgendwann gesagt, er fährt mal mit mir Rad. Er hat mir dann vorgeschlagen, dass wir uns neue Räder kaufen, so wurde ein Familiending daraus.
Und so hat sich im Laufe der Zeit immer mehr entwickelt: Die Mahlzeiten wurden gesünder, ich habe begonnen, mich einzulesen, mich mit meinem Körper und seinen Bedürfnissen zu befassen. Die Fahrradstrecken wurden schneller und weiter und ich habe mit dem Laufen begonnen, später bin ich dann auch noch im Fitnessstudio gelandet. Man muss keine Hauruckaktion daraus machen, sondern einfach Schritt für Schritt seine Gewohnheiten ändern und Spaß daran haben.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Da ich schon ungefähr seit meinem 15. Lebensjahr übergewichtig war und stetig zugenommen habe, ist das mir und meinem Umfeld gar nicht so bewusst gewesen. Wenn ich das jetzt allerdings rückblickend betrachte, war ich in meinem alten Leben sehr unentspannt, oft gereizt und ständig müde. Gesundheitliche Probleme hatte ich nie, außer ein paar Verspannungen. In den drei Schwangerschaften habe ich dann noch mehr zugenommen und war auch immer ein Risikopatient für Schwangerschaftsdiabetes.
Die Einschränkungen, die auf der Hand liegen, finden in der Gesellschaft statt. Man wird durchaus angestarrt, ausgelacht und nicht ernst genommen. Man wird auf Äußerlichkeiten reduziert. Auch kamen meine Kinder das eine oder andere Mal zu mir und erzählten, dass jemand gesagt hatte: „Deine Mutter ist fett“, oder Ähnliches. Hier muss die Gesellschaft definitiv dazu lernen!

Welchen Einfluss hatte das Übergewicht auf deine Beziehung zu den Kindern? Kamst du manchmal nicht hinterher, konntest nicht mit ihnen spielen?

Eines muss ich gleich vorweg sagen: Diesen Spruch „Nur wer sich selbst liebt, der kann auch Liebe geben“ finde ich total daneben. Ich habe mich in meinem alten Körper zwar gehasst, aber all die Liebe, die ich in mir hatte, galt immer meinen Kindern und meiner Familie.
Natürlich gab es aber Bewegungseinschränkungen: Der Po passt nicht in die Schaukel oder in bzw. auf die Rutsche auf dem Spielplatz, Rennen ist nicht oder nur bedingt möglich, auf vielen Spielgeräten (z. B. Trampolin) gibt es eine Gewichtsbegrenzung, ebenso im Freizeitpark. Das sind alles Dinge, die ich verdrängt habe und die mir erst jetzt bewusst geworden sind. Heute bin ich den großen Kindern manchmal peinlich, wenn ich im Indoorspielplatz auf der Rutsche sitze.

Hat dich dein Übergewicht im Alltag daran gehindert, für deine Familie da zu sein?

Nein, aber zurückstecken mussten sie sicher ab und zu, weil ich lustlos oder müde war.

Als du entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Hat sie dich bei deinem Weg unterstützt?

Eigentlich war die Reaktion erstmal „Ach, sie macht mal wieder Diät“ … „mal schauen, wie lange das diesmal anhält“… Dass keiner an mich geglaubt hat, hat mich eher motiviert und ich dachte mir: „Jetzt erst recht.“
Allerdings haben sie irgendwann – ich schätze, auf der ersten Geburtstagsfeier, auf der ich nicht wie gewohnt alles gegessen habe, was zur Verfügung stand – festgestellt, dass ich es wohl doch ernst meine und sie haben sich sogar anstecken lassen und mich um Rat gefragt. So sind in unserer gesamten Familie so einige Kilos gepurzelt und es entstand innerhalb der Familie eine richtige Abnehm-Community.

Und hast du deine Kinder und deinen Partner mit einbezogen? Habt ihr zusammen die Ernährung umgestellt oder hast du sozusagen doppelt gekocht?

Mein Mann hat zu Beginn ganz klar gesagt, dass er auf keinen Fall meine Ernährung mitmachen wird und das war für mich auch okay. Ich wollte nicht, dass die Kinder oder er unter meinem „Ernährungswahn“ leiden müssen, also habe ich für mich extra gekocht. Die Kinder haben jedoch auch Interesse gezeigt und wir haben viel über Ernährung und Nährstoffe gesprochen.
Mein Mann hat mich immer zum Sport „getrieben“ und gesagt, dass ich ohne Sport nicht abnehmen kann. Ich habe den Spieß dann einfach umgedreht und ihm gesagt, dass er es ohne vernünftige Ernährung auch nicht schaffen kann, erfolgreich zu sein.
Ich habe versucht, so einfach wie möglich zu kochen. Ich habe einfach immer mehr vom Salat oder Gemüse gegessen, die Soße weggelassen etc. Ich habe quasi im Baukastensystem gekocht oder auch doppelt. Aber das ist alles eine Frage der Organisation.

Kannst du jetzt andere Sachen machen als vorher? Wie sieht nun euer Familienalltag aus?

Mein ganzer Alltag ist aktiver. Ich habe wesentlich mehr Energie, muss aber auch schauen, dass ich Job, Familie und Sport unter einen Hut bekomme. Es gibt außerdem einfach viel mehr Aktivitäten, die wir zusammen unternehmen. Ob Wanderungen, Freizeitparks oder eine Fahrradtour, alldem sind keine Grenzen gesetzt. Außerdem liebe ich es, shoppen zu gehen. Das war für mich vorher eine Qual. Jetzt genieße ich es, in einen normalen Laden zu gehen und immer zu wissen, welche Größe ich brauche und dass sie mir auch passt.
Die wichtigste Veränderung findet aber im Kopf statt. Das bewusste Leben! Sich bewusst ernähren, bewusst gesund sein, bewusst mit dem Körper umgehen und sich bewusst sein, dass niemand perfekt ist.

Du musstest natürlich auch erst einmal selbst mit deinem total veränderten Körper klarkommen. Aber wie war das für deinen Partner und deine Familie, wenn Mama auf einmal anders aussieht und sich auch anders anfühlt?

Man ist ja nicht plötzlich von heute auf morgen schlank und alle müssen sich daran gewöhnen, das dauert einige Monate und ist eher ein schleichender Prozess. Mein Sohn hat irgendwann mal gesagt, als er mich umarmte: „Cool, wenn ich dich jetzt umarme, dann können sich meine Hände berühren, das ging vorher nie.“ Meine Tochter genießt es, mit mir shoppen zu gehen, und kürzlich haben wir uns zum ersten Mal das gleiche Outfit gekauft. Ich versuche meinen Kindern ganz offen zu vermitteln, dass ich dadurch kein anderer Mensch geworden bin, und finde es wichtig, dass sie Menschen nicht nach Äußerlichkeiten beurteilen.
Für meinen Mann war das natürlich auch eine Umstellung, denn ich habe auch eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein gewonnen. Aber ich denke, er hat sich ganz gut an seine neue Frau gewöhnt.

Du strahlst auf deinen Fotos und scheinst nun sehr zufrieden mit deinem Gewicht zu sein: Was treibt dich an, weiterhin auf dein Gewicht zu achten?

Für mich war relativ schnell klar, dass ich nie wieder dahin will, wo ich herkomme. Ich will gesund sein und mich wohlfühlen und von daher gibt es keine Alternative. Ich lebe mein neues Leben, baue Bewegung in meinen Alltag ein, treibe regelmäßig Sport, das gehört für mich jetzt genauso dazu, wie es vorher meine tägliche Fernsehserie war.
Ich habe tatsächlich jahrelang davon geträumt, wie es sich denn anfühlen könnte, ein „normaler“ Mensch zu sein. Und ich habe wirklich gedacht, dass ich das nie sein werde. Das macht mich heute stolz!

Inwiefern hilft es dir, deine Geschichte auf Instagram zu teilen und deinen Followern einen Einblick in dein Leben zu geben?

Ursprünglich war es für mich als eine Art Tagebuch gedacht. Ich wollte dokumentieren, wann ich welche Ziele erreicht habe, Rezepte speichern, Trainingserfolge nachvollziehen. Daraus hat sich aber so viel mehr entwickelt, das war für mich nicht vorhersehbar: Menschen, die mich gar nicht kennen und sich von mir motiviert fühlen, die durch mich Erfolge erzielen. Menschen, die den gleichen Weg gegangen sind und sich mit Problemen wie Selbstwahrnehmung und Selbstliebe beschäftigen. Außerdem wurde es dann mit der Zeit zu meiner Mission, den Leuten zu zeigen, dass nicht immer alles perfekt ist. Auf dem Weg liegen nun mal Steine und auch damit muss man umgehen. Viel Gewicht zu verlieren bedeutet ja nicht, dass man dann perfekt aussieht, das hinterlässt auch Spuren, mit denen man leben muss.
Es gibt so viele Instagram-Profile, auf denen immer alles rosarot ist, und die Leute sehen in jedem Outfit, auf jedem Foto perfekt aus. Die Ehe läuft perfekt, die Kinder sind immer brav und es gibt nie Probleme. Das ist nicht so, bei niemandem. Und genau das sind auch die Probleme, die eine Gewichtsabnahme zum Scheitern bringen, das ist Alltag. Und da kann man sich in so einer Community ganz gut austauschen und sich gegenseitig motivieren.

Du hast es also geschafft, mit Sport, der richtigen Ernährung und einem starken Willen dein Leben für deine Gesundheit zu ändern. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Man muss ganz klar seine Komfortzone verlassen und flexibel sein. Man muss Prioritäten setzen und schauen, ob man vielleicht einige Dinge verbinden kann. Meine Serie z. B., die ich früher täglich geschaut habe, schaue ich jetzt im Fitnessstudio auf dem Laufband.
Man muss es schlichtweg nur wollen und falls nötig, muss man sich einen Plan schreiben und sich für sportliche Aktivitäten einen Termin eintragen, der fest einzuhalten ist. Manchmal muss man abwägen, ob man beispielsweise bügelt oder eine Runde laufen geht. Und wenn es mal nicht anders geht, dann stehe ich für Sport auch eine halbe Stunde früher auf.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Jeder ist seines Glückes Schmied. Wir leben alle nur einmal und wir haben nur diesen einen Körper, den wir mit größtmöglicher Sorgfalt behandeln sollten. Sobald jemand unglücklich ist, sollte er schnellstmöglich etwas ändern. Unglücklich sein ist vergeudete Zeit. Man muss sich etwas suchen, was einem Spaß macht, dann geht alles viel leichter. Verzichtet auf nichts, denn das macht euch unglücklich. Beschäftigt euch mit euren Bedürfnissen und macht euch klar, was passieren kann, wenn ihr so bleibt. Es hat ja nicht nur Auswirkungen auf euch, sondern auch auf eure Mitmenschen – die Familie und besonders eure Kinder.
Macht euch glücklich, ihr habt es selbst in der Hand!


Interview mit Magdalena Houda

Magdalena ist 31 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Während ihrer zweiten Schwangerschaft sagte ihr eine Hebamme, dass sie mit ihrem Übergewicht ihr Leben riskiere. Mittlerweile hat sie fast 25 Kilogramm abgenommen und möchte bis Dezember 2019 99 Kilogramm wiegen. Sie liebt Disney über alles und wenn sie im Alltag nicht gerade singt, bereitet sie alte Möbel auf. Auch wenn sie im Alltag auf ihre Ernährung achtet, muss auch mal eine Belohnung drin sein: Entweder Schnitzel mit Pommes oder exotische Süßigkeiten.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/maggy.fit/

Magdalena Houda

Magdalena vor der Abnahme

Magdalena Houda

So sieht Magdalena heute aus

Auf deinen Fotos sieht man, dass du unglaublich viel abgenommen hast. Was war dein Ausgangsgewicht?

Mein Höchstgewicht betrug 154 kg. Über drei Jahre habe ich mein Gewicht dann reduziert, wurde zum dritten Mal schwanger und das Gewicht ging wieder rauf. Zuletzt wog ich 141 kg im Oktober 2018 (da begann der Neustart meiner Abnehmreise).

Wie viel hast du schon abgenommen und was ist dein Wunschgewicht?

Zum jetzigen Zeitpunkt wiege ich 116 kg, habe also seit November 2018 25 kg abgenommen. Mein erstes großes Ziel bis Dezember 2019 ist es, 99 kg zu wiegen, also ein Uhu (unter hundert) zu sein. Mein Zielgewicht ist 85 kg, ich werde aber im Laufe des weiteren Abnehmens entscheiden, wo mein Wohlfühlgewicht liegt.

Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren? Gab es diesen einen Klick-Moment?

Der erste Klick-Moment war, als eine Hebamme mir während der zweiten Schwangerschaft im Krankenhaus sagte, dass ich mich mit diesem Gewicht selbst umbringen werde. Harte Worte, aber sie hatte recht. Bis ich etwas änderte, dauerte es zwar noch, doch dieser Satz blieb mir im Kopf. Der zweite Klick-Moment war letztes Jahr im Oktober, als ich auf offener Straße als Walross beleidigt wurde. Das war hart, aber es gab mir den letzten Schubser, endlich wieder durchzustarten.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Ich war mein ganzes Leben lang dick, seit meiner frühen Kindheit. Somit war mein ganzes Leben durch das Übergewicht geprägt. Ich wurde beleidigt, immer anders behandelt, vor allem im Sportunterricht. Niemand wollte mich in der Mannschaft haben. Man hat nie mich gesehen, sondern immer nur „die Dicke“, das Übergewicht war mein ständiger Begleiter. Meine erste „Diät“ machte ich mit 12, ich nahm 22 kg ab, aber alles und noch mehr wieder zu. Ständig versuchte ich irgendwie abzunehmen, doch immer scheiterte ich. Daher hatte ich nie ein gutes Selbstwertgefühl, habe mich regelrecht gehasst. Depressionen folgten. Ich habe mich eingeigelt, wollte nicht mehr rausgehen. Habe den Sommer gehasst. Soziale Kontakte hatte ich kaum noch. Jeder Schritt war mir zu viel und zu anstrengend. Körperlich gab es auch einige Probleme. Mit 16 hatte ich eine Thrombose im Bein und lag deswegen im Krankenhaus. Zum Glück ging es gut aus. Bei meiner ersten Schwangerschaft kam dann raus, dass ich an Bluthochdruck leide. Ich nahm jahrelang Blutdrucksenker, die meinen Gemütszustand nicht gerade verbesserten. Durch viel Bewegung und die richtige Ernährung konnte ich mich von ihnen befreien.

Du bist trotz Übergewicht Mutter geworden. Haben die Ärzte dir davon abgeraten, überhaupt schwanger zu werden? Mit welchen Risiken wurdest du während deiner Schwangerschaften konfrontiert?

Nein, abgeraten haben sie mir nicht direkt, doch ich wurde auch in meinen Schwangerschaften immer anders behandelt. Klar, ich war ja auch Risikopatientin. Ich hatte in den ersten beiden Schwangerschaften hohen Blutdruck und musste Tabletten nehmen. Das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung stand immer im Raum. Die Geburten waren alles ungewollte Kaiserschnitte, ich vermute, dass dies auch mit dem massiven Übergewicht und der wenigen Bewegung zusammenhing.

Welchen Einfluss hatte das Übergewicht auf die Beziehung zu deinen Kindern? Kamst du manchmal nicht hinterher und konntest beispielsweise nicht mit ihnen toben?

Ja, das war so mit 154 kg, damals wollte ich nie vor die Tür gehen. Somit bin ich selten mit meinem Kind rausgegangen (dies hat mein Partner dann alleine gemacht), ich habe das Haus eigentlich nur zum Einkaufen verlassen. Toben konnte ich auch nicht, ich konnte fast nichts mehr machen. Nicht mal mehr ein Eis in der Eisdiele essen, denn ich habe nicht mehr in den Stuhl gepasst. Nach dem zweiten Kind wurde es besser, doch ist es kein Vergleich zu heute. Heute ist alles „normal“, ich kann alles machen, wir sind viel unterwegs, obwohl ich immer noch übergewichtig bin.

Wie hat sich dein Übergewicht auf deine Partnerschaft ausgewirkt? Habt ihr offen darüber geredet, dass du dich in deinem Körper unwohl fühlst oder war das eher ein Tabu-Thema?

Da ich ja schon immer übergewichtig war, war das nie ein Thema für meinen Mann, er hat mich immer geliebt, egal wie viel ich wog. Dennoch wusste er natürlich von meinen zahlreichen Abnehmversuchen, und ich war ihm gegenüber offen. Er wusste, dass ich so nicht sein wollte und ich mich nie wohlfühlte. Er „musste“ schon viele Tränen wegen diesem Thema trocknen, hat mich aber immer so akzeptiert, wie ich bin, und mich nie zu irgendwas gedrängt. Er hat schon immer mich und mein Inneres gesehen und nicht nur meine Hülle.

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Hat sie dich bei deinem Weg unterstützt?

Ich habe es ja wirklich schon oft versucht und daher auch nie vorher an die große Glocke gehängt. Das waren aber immer „Diäten“ und die sind bekanntlich zum Scheitern verurteilt. Als ich jedoch mein Leben umgekrempelte, etwas machte, was ich mein Leben lang durchziehen kann, bekam das nach und nach jeder mit. Ich aß anders, machte Sport und war wie ausgewechselt. Meine Familie konnte es anfangs gar nicht glauben, dass ich mal so sportlich werden würde, denn ich war ja immer so „faul“ gewesen. Die Reaktionen waren aber alle positiv und bis heute sind alle stolz auf mich und stehen voll und ganz hinter mir, hinter meinem Sport und meiner Ernährungsweise.

Hast du deinen Partner mit einbezogen? Habt ihr gemeinsam die Ernährung umgestellt oder hast du sozusagen doppelt gekocht?

Wir haben einen sehr unterschiedlichen Geschmack, daher koche ich bis heute meist doppelt. Da braucht man Disziplin, um es durchzuziehen, während der Rest der Familie etwas anderes isst. Zumal mein Mann kein Übergewicht hat oder je hatte, im Gegenteil. Er war stark untergewichtig, aber ich konnte ihn mit meiner Sportbegeisterung anstecken. Er geht genau wie ich ins Fitnessstudio und macht Krafttraining. Er lebt insgesamt gesünder und hat 30 kg zugenommen. Ich bin ebenfalls sehr stolz auf ihn.

Kannst du jetzt andere Sachen machen als vorher?

Ja, da gibt es einige Dinge. Ich kann weite Strecken laufen, bin aktiv und fit, gehe viel raus, pflege soziale Kontakte, kann ungezwungen mit Menschen sprechen, ohne mich zu schämen. Passe in alle Stühle, kann normale Klamotten kaufen … das Leben ist jetzt so viel einfacher und einfach lebenswert. Ich bin zwar noch nicht am Ziel, aber ich freue mich auf meinen weiteren Weg. Ich liebe das Leben mittlerweile. Und vor allem liebe ich mich.

Was ist deine Motivation, am Ball zu bleiben und weiter abzunehmen?

Meine größte Motivation ist es, gesund zu bleiben. Gerade für meine Kinder. Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen und ich möchte gesund altern. Ich möchte im Alter fit sein, damit kann man gar nicht früh genug anfangen. Ich merke, wie viel besser mein Leben jetzt schon ist, daher gibt es für mich kein Zurück mehr. Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Nach fast drei Jahrzenten voller Negativität und Selbstzweifel ist es außerdem an der Zeit, das Thema Adipositas hinter sich zu lassen.

Inwiefern hilft es dir, deinen Abnehmweg auf deinem Instagram-Profil zu teilen?

Mein Instagram-Profil hilft mir ungemein und ist ein wichtiger Teil meines Abnehmwegs. Es motiviert mich, jeden Tag meine Rezepte, meine Abnehmerfolge oder auch einfach nur meine Gedanken zu teilen. Ich sehe es ein bisschen als mein Tagebuch an. Ich möchte zeigen, dass Abnehmen kein Kinderspiel ist, es mit vielen Auf und Ab verbunden ist und man manchmal auch verzweifelt. Doch ich möchte auch zeigen, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur den Willen dazu hat. Man braucht dazu kein Programm, keine Shakes oder sonst irgendwas. Und dass mich schon so viele Menschen dabei begleiten, ehrt mich sehr. Viele schreiben mir, dass ich eine Motivation für sie bin. Das bedeutet mir so unglaublich viel, gerade weil ich immer nur von Selbstzweifeln geplagt war. Allein dafür lohnt es sich, weiter zu kämpfen.

Du hast es geschafft, dein Übergewicht anzugehen und aktiv etwas für deine Gesundheit zu tun. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Mit einer gesunden Portion Egoismus. Man muss manchmal einfach Prioritäten setzen, etwas weniger Wichtiges vielleicht erst später erledigen und dafür zum Sport gehen. Man muss sich, bei aller Liebe zur Familie, auch selbst wichtig sein und sich aktiv Freiräume schaffen. Wenn es Mama gut geht, geht es dem Rest der Familie meistens auch gut.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Ich würde ihnen raten, sich mit dem Thema Abnehmen zu beschäftigen. Erst mal theoretisch einen Plan machen. Einen gesunden Ernährungsplan schreiben, sich überlegen, welchen Sport man treiben könnte. Und dann einfach loslegen. Anfangs ist die Umstellung vielleicht komisch, aber man wächst da rein und irgendwann ist der neue Lebensstil ganz normal. Man muss nicht von heute auf morgen gleich alles perfekt machen. Mahlzeit für Mahlzeit durch neue Lebensmittel ersetzen, mehr Bewegung in den Alltag einbauen (Wege zu Fuß erledigen) und Spaß am Sport entdecken. Und wenn man mal einen blöden Tag hat, einfach am nächsten Tag weitermachen. Am Ball bleiben. Man hat jeden Tag die Chance, „neu“ anzufangen.


Interview mit Lena Schmidt

Lena ist 25 Jahre alt und stolze Mutter von zwei Kindern. Als sie durch ihr Übergewicht immer mehr im Alltag eingeschränkt wurde, setzte sie sich mit den Prinzipien einer gesunden Ernährung auseinander. Seitdem hat sie über 35 Kilogramm abgenommen. Ihr erstes Ziel ist es, ein UHU (unter 100 Kg) zu sein, damit sie irgendwann wieder reiten kann. Sie verbringt gerne Zeit mit ihrer Familie und ohne Cola Zero geht bei ihr gar nichts.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/lenasmomlifeandfood

Lena Schmidt

Lena vor der Abnahme

Lena Schmidt

So sieht Lena heute aus

Als du angefangen hast, abzunehmen, hast du 174,2 Kilogramm gewogen. Jetzt sind es über 35 Kilogramm weniger. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren? Gab es diesen einen Klick-Moment?

Zu meinen Spitzenzeiten wog ich 180 Kilo und ich habe oft versucht, mit Crash-Diäten Gewicht zu verlieren. Auch mit Low-Carb und Shakes wie Almased habe ich es versucht, doch nichts hat mir geholfen, bis ich eines Tages ein Buch empfohlen bekommen habe. Ich hatte mich damit abgefunden, dass bei mir nichts funktioniert, aber ich bestellte mir das Buch und las es. Und endlich kam der sogenannte Klick-Moment! Alles, was ich über gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion gewusst hatte (oder glaubte zu wissen), war auf einmal völliger Blödsinn in meinen Augen. Von der Gesellschaft werden wir mit Diätprodukten gelockt, ohne aufgeklärt worden zu sein, was eigentlich der simple Schlüssel zum Abnehmen ist. Esse weniger, als du verbrauchst, und du nimmst ab. Also fing ich an Kalorien zu zählen.

Wie war dein Leben mit Übergewicht vorher? Welche Einschränkungen hast du erlebt und hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Mein Körper kam Gott sei Dank sehr gut mit dem Übergewicht zurecht. Ich hatte erstaunlicherweise keine Krankheiten, die durch das hohe Gewicht ausgelöst wurden. Aber natürlich wurde mir im Alltag immer wieder bewusst, wie dick ich war. Ich bin leidenschaftliche Achterbahnfahrerin gewesen, aber leider wurde mir schon in meiner Jugend bewusst gemacht, dass ich einfach viel zu dick war. Zwei lange Stunden stand ich bei der Holzachterbahn an, um am Ende vor allen zurück zum Ausgang geschickt zu werden, weil ich nicht in den Sitz passte. Ich habe dann solche Besuche vermieden, um nicht mehr damit konfrontiert zu werden. Wenn wir irgendwo eingeladen wurden, guckte ich erstmal genau, welcher Platz wohl der stabilste sein würde, um mich nicht vor versammelter Mannschaft zu blamieren, wenn der Stuhl unter meiner Last zerbrechen würde. Außerdem hatte ich nur selten meine Periode, was natürlich an meinem Übergewicht lag. Kleinigkeiten, die nur Menschen mit Übergewicht verstehen.

Du hast es geschafft, trotz Übergewicht zwei gesunde Kinder auf die Welt zu bringen. Haben die Ärzte dir davon abgeraten, überhaupt schwanger zu werden? Mit welchen Risiken wurdest du während deiner Schwangerschaften konfrontiert?

Als ich 2017 zehn Kilo mit einer Crash-Diät abnahm, bekam ich seit Ewigkeiten meine Periode mal wieder und wurde schwanger. Risikoschwangerschaft, das war das Erste, was ich zu hören bekam, und nur am Rande: Die zehn Kilo waren zu dem Zeitpunkt schon längst wieder drauf. Die Schwangerschaft selbst verlief aber super, kein Diabetes und das Kind ganz normal entwickelt. Zum Ende hin lagerte ich viel Wasser ein und litt unter Bluthochdruck. Die Geburt wurde daraufhin eingeleitet, und ich bekam Wehen. 13 Stunden quälte ich mich im Kreißsaal mit den Wehen, bis die Ärzte schließlich entschieden, einen Kaiserschnitt zu machen. Das Aufklärungsgespräch war hart! „Frau Schmidt, Sie sind so dick, dass sie dabei sterben könnten“! Zu dem Zeitpunkt war mir alles egal, Hauptsache, die Schmerzen würden aufhören. Ich sollte nur eine PDA bekommen; eine Vollnarkose wäre noch schlimmer, sagten sie. Bis der Arzt es schaffte, mir die PDA zu legen, verging einige Zeit, denn es war sehr mühsam durch das Übergewicht. Danach verlief aber alles gut, meine Tochter wurde auf die Welt geholt und war vollkommen gesund. Bei der Geburt meines Sohns wurde dann direkt ein Kaiserschnitt angeordnet, und auch dort dauerte es über eine Stunde, bis jemand es schaffte, die PDA zu legen. Aber ich habe zwei gesunde Kinder, und das ist alles, was zählt.

Wie hat sich dein Übergewicht auf deine Partnerschaft ausgewirkt? Habt ihr offen darüber geredet, dass du dich in deinem Körper unwohl fühlst, oder war das eher ein Tabu-Thema?

Mein Freund hat mich mit Übergewicht kennengelernt, ich schätze, mit ca. 150 Kilo. Wir beide haben immer gerne gegessen, und er nahm auch mit zu, deswegen war das für uns nie wirklich ein Thema, aber ab und an sagte er, wir müssen abnehmen für unsere Gesundheit, womit er auch definitiv recht hatte.

Als du dann entschieden hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann: Wie hat deine Familie reagiert? Hat sie dich bei deinem Weg unterstützt?

Meine Familie hat mich immer unterstützt, aber oft gab es auch Situationen, wo es hieß: „Ach, ein Stück Torte kannst du doch essen“. Mittlerweile haben sich aber alle daran gewöhnt, dass ich mein Essen manchmal selbst mitbringe, und mein Stiefvater hat auch angefangen Kalorien zu zählen.

Hast du deinen Partner miteinbezogen? Habt ihr gemeinsam die Ernährung umgestellt oder hast du sozusagen doppelt gekocht?

Da mein Schatz in den Jahren auch zugelegt hat, hat er in der Anfangsphase, um mich zu unterstützen, alles mitgegessen und aß auch keine Schokolade neben mir, um mich nicht zu verführen. Mittlerweile bin ich da aber so locker, dass er manchmal auch was anderes isst, und es stört mich nicht. Er nimmt trotzdem weiter ab und unser Essverhalten hat sich sehr geändert. Ich bin froh, dass er am Anfang komplett verzichtet hat, denn die ersten drei Wochen waren für mich die Hölle. Ich hatte ständig Heißhunger. Später lernte ich damit umzugehen und weiß mittlerweile, dass mir Magerquark super dagegen hilft.

Auf deinen Fotos sieht man, dass du dich unglaublich verändert hast. Du strahlst voller Stolz. Wie war es für dich, zu realisieren, dass du auf einmal von der Umwelt anders wahrgenommen wirst? Wurdest du beispielsweise mit weniger negativen Kommentaren im Alltag konfrontiert?

Ich bin einfach überglücklich, dass ich meinen Weg gefunden habe und dass die Kilos immer weiter purzeln. Ich denke, man geht offener durch die Welt und wird deshalb auch anders wahrgenommen. Meine Instagram-Follower geben mir jeden Tag Motivation und positive Rückmeldungen, dass es auch bei ihnen funktioniert. Das ist für mich noch mehr Grund, offener an alles ranzugehen und Menschen zu helfen, die auch unter ihrem hohen Gewicht leiden. Negative Kommentare bekomme ich nur noch selten, im Gegenteil, ich bekomme superviel positives Feedback, was mich noch mehr anspornt.

Kannst du jetzt andere Sachen machen als vorher?

Mein erstes Erfolgserlebnis hatte ich in einem Café, wo es nur Stühle mit Lehnen gab. Ich bekam vor dem Hinsetzen schon schwitzige Hände, aber als ich mich hinsetzte, strahlte ich über das ganze Gesicht und setze mich noch weiter nach hinten in den Stuhl, was meine Mundwinkel nur noch weiter nach oben springen ließ. Ich passte in den Stuhl ohne Probleme, ohne Kneifen. Das hat mir einfach nochmal gezeigt, wie gut mir das Abnehmen tat. Viele Dinge fallen mir jetzt schon leichter: mit den Kindern spielen, banales Aufstehen von der Couch; ich fahre wieder Fahrrad und gehe mittlerweile supergerne ins Fitnessstudio. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Gewichtsabnahme jetzt schon mein Leben verändert hat.

Was ist deine Motivation, am Ball zu bleiben und weiter abzunehmen? Deine Familie?

So egoistisch sich das anhört, aber ich mache das nur für mich! Natürlich habe ich den Ansporn auch durch meine Kinder und Familien, aber ich lebe in diesem Körper, und nur ich kann etwas daran ändern. Die Motivation bekomme ich täglich von meinen Instagram-Followern, und natürlich ist jede Hose, die zu groß wird, auch eine Riesenmotivation. Ich habe mein Ziel fest vor Augen und habe mir eine Liste erstellt mit allen Sachen, die ich machen möchte, wenn ich am Ziel bin. Das spornt mich an.

Dein Ziel ist es, die 99 Kilogramm zu erreichen. Mit welchen Mitteln (Sport, Ernährung etc.) möchtest du diesen Weg weitergehen?

Mein erstes Ziel ist 99,9 Kilo, um endlich ein UHU (unter 100) zu sein. Danach soll es natürlich noch weitergehen. Um das zu erreichen, zähle ich Kalorien, wiege die Lebensmittel ab und trage alles in eine App ein. Zusätzlich gehe ich dreimal die Woche zum Sport.

Du hast es geschafft, dein Übergewicht als Problem zu erkennen und aktiv etwas für deine Gesundheit zu tun. Doch was besonders interessant für andere Väter und Mütter ist: Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Ja, wie bekommt man das alles unter einen Hut? Die Frage bekomme ich öfters, und es ist einfach eine Sache von Planung und Zeitmanagement. Ich bringe die Kinder abends ins Bett und fahre dann zum Sport. Kochen und essen mussten wir vorher ja auch, und das Wiegen dauert nicht sehr lange und hat sich super in den Alltag integrieren lassen.

Zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Der einfache Schlüssel zum Abnehmen ist ein Kaloriendefizit! Keine Pille und kein Shake wird euch das Übergewicht abnehmen, nur ihr selbst könnt etwas ändern. Lasst euch nicht von Crash-Diäten locken; diese haben meist nur einen kurzen Effekt. Und bitte lasst euch nicht von der Gesellschaft verarschen – nur weil man nach 18 Uhr etwas isst, hat es nicht mehr Kalorien (Kalorien können die Uhr nicht lesen). Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig. Abnehmen ohne Verzicht ist mein Motto. Ich benutze Yazio, um meine Kalorien zu zählen, und trage zusätzlich ein Fitnessarmband, um meinen Kalorienverbrauch im Auge zu haben. Jeder muss den Weg finden, der am besten zu ihm passt.


Interview mit Julia Kitzmann

Julia ist 31 Jahre alt und wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Eisleben. Als sie ein Fitnessprogramm geschenkt bekommen hat, hat es bei ihr Klick gemacht und sie hat 80 Kilogramm abgenommen. Dadurch hat sie den Sport für sich entdeckt und macht am liebsten Kraftsport. Verzichten möchte sie niemals auf ihre Kinder und auf die ein oder andere Leckerei. Käsekuchen in der Lowcarb-Variante ist ihr Lieblingsessen, und wenn sie Hunger hat, ist sie unausstehlich.

Quelle der Bilder: https://www.instagram.com/julia.kitzmann

Julia Kitzmann

Julia vor der Abnahme

Julia Kitzmann

So sieht Julia heute aus

Du hast unglaubliche 80 Kilogramm abgenommen. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du beschlossen hast, dein Leben zu ändern und dein Gewicht zu reduzieren?

Oh ja. 2014 begann das. Ich hatte den Fanclub von der Carmen Geiss und sie hat gedacht, sie muss mir einfach mal ihr Programm schenken und ich habe das einfach angenommen. Das war ein Fitnessprogramm, und ich hab das drei Monate durchgezogen. Und nach den drei Monaten dann die Veränderungen an mir zu sehen, hat mich dann gepackt, und dann habe ich halt durchgestartet.

Unglaublich, dass man da tatsächlich drei Monate braucht, bis man etwas merkt, oder? Man würde sich ja wünschen in dem Moment, dass es einfach viel schneller zu bemerken ist. Aber du musstest tatsächlich drei Monate ausharren, um zu merken, dass es tatsächlich zu etwas führt.

Ja. Das ist richtig, ich hatte ja zu dem Zeitpunkt auch noch gar keine Personenwaage im Haushalt. Ich habe mich damals bei meinem Opa gewogen. Und ja, aber es war besser so, denn es gibt ja diese Gewichtsstillstände und dann zu sehen, nach drei Monaten 20 Kilo zu verlieren, das war dann echt ein Erfolg und auch für mich der beste Einstieg.

Wie war denn dein Leben mit Übergewicht vorher? Du hattest ja dann 80 Kilogramm mehr auf den Rippen, das bedeutet natürlich auch, dass man sich weniger bewegen kann. Aber welche Einschränkungen hast du konkret im Alltag erlebt oder hattest du sogar gesundheitliche Probleme?

Ja, also gesundheitliche Probleme hatte ich auf jeden Fall mit Bluthochdruck. Und Herzstolpern hatte ich auch sehr oft abends, wenn ich zur Ruhe kam. Und die Einschränkungen: Ich konnte mit meinem Kind nicht auf dem Spielplatz rumtoben und ich konnte halt nicht das machen, was ich alles jetzt mit ihr machen kann.

Hast du das auch gemerkt in der Interaktion mit deiner Tochter? Sie ist ja schon ein bisschen älter. Hat sie gemerkt, dass du gar nicht so mitspielen kannst, dass dir irgendwann die Puste ausgeht?

Ja, das hat sie oft bemerkt und dann immer gesagt: „Mama, kannst du nicht mehr?“ Und dann musste ich mich halt beiseitesetzen und mir tat es ja auch leid, aber man will es ja eigentlich noch gar nicht wahrhaben. Alle haben ja immer auf mich eingeredet und gesagt: „Julia, du musst was ändern.“ Aber es muss halt selber bei einem Klick machen und wenn das nicht passiert, dann wird das nichts.

Aber neben der Beziehung zu deinen Kindern hat natürlich auch dein Partner eine Auswirkung gespürt. Hat das irgendwas mit eurer Beziehung gemacht? Also habt ihr offen darüber geredet, dass du dich in deinem Körper unwohl fühlst, oder war das eher ein Tabu-Thema, was du versucht hast zu umgehen?

Es war ein komplettes Tabu-Thema. Er hat auch nicht versucht mich zu unterstützen oder so am Anfang. Das Sexleben kam natürlich zu kurz. Das hatte halt nichts mehr mit einer Beziehung zu tun. Man lebt sich auseinander. Ist wirklich so, dass man dann auf Distanz geht und ja, dann einfach so nebeneinanderher lebt.

Aber ihr habt es dann geschafft, das gemeinsam zu verändern? Hast du diesen Zeitpunkt deiner Familie kommuniziert: „So, jetzt versuch ich es wirklich und jetzt wird es auch klappen?“ Und hat sie dich dann auf deinem Weg unterstützt?

Ja, das haben sie. Also sie standen immer hinter mir, nachdem ich den Entschluss gefasst hatte. Meine Mutti war total stolz auf mich. Und mein Ex-Mann, das ist er ja jetzt, der war es auch, und bis zum Schluss haben sie mich natürlich unterstützt. Da gab’s gar keine Frage. Aber am Schluss, da kam es alles anders.

Wie meinst du das?

Mein Ex-Mann wollte mich dann leider wieder fett füttern, wenn ich das so sagen darf. Der kam absolut nicht klar mit meiner Abnahme und meinem Selbstbewusstsein. Und da habe ich mich dann getrennt.

Und praktisch einen Schlussstrich gezogen und dein Leben nochmal komplett neu aufgebaut, neue Leute und dann wahrscheinlich auch deinen aktuellen Partner kennengelernt?

Genau.

Und da hattest du dann schon wie viel abgenommen, als du mit deinem neuen Partner zusammengekommen bist?

Da war ich schon fertig. Da hatte ich schon die 75 Kilo weg.

Ich habe auf deinem Blog auch schon gesehen, dass du vor allem versuchst, deine Ernährung auf dem Low-Carb-Prinzip zu basieren. Es ist natürlich so, dass man für sich selbst einen gesunden Lebensstil finden muss. Das ist natürlich eine Typsache, aber wie hast du es geschafft, die neue Ernährung in dein Leben zu integrieren?

Ja, das war wirklich ziemlich schwer. Zuerst einmal habe ich mich überall schlau gemacht, im Internet und so. Erst einmal gelesen, was es überhaupt mit dieser Ernährung auf sich hat. Dann musste ich das natürlich in den Alltag integrieren. Ich musste kochen, und wenn ich arbeiten war, musste ich halt vorkochen, damit ich keine schlechten Kohlenhydrate zu mir nehme. Es war nicht ganz einfach, aber jetzt ist es eigentlich Alltag, also kann ich mir eigentlich gar nichts anderes mehr vorstellen.

Ich würde gerne noch mal auf dein Instagram-Profil eingehen, weil ich gesehen habe, dass du so viele Fotos online hast. Du teilst natürlich auch sehr viele Informationen mit deinen Followern und du hast dich einfach unglaublich verändert. Und du wirst wahrscheinlich auch von allen, die du auf der Straße triffst, total anders wahrgenommen. Wie war das für dich?

Eine totale Umstellung war das. Damals habe ich gemerkt, wenn ich auf der Straße lief, dass die Blicke im Rücken abweisend waren. Du bist nichts und jetzt ist es natürlich anders. Jetzt kann ich mich gar nicht mehr retten, wenn ich das so sagen darf. Die Blicke, man merkt, man wird mehr angesprochen, man wird mehr mit einbezogen. Zum Beispiel im Fitnessstudio: Früher hätten sie mich blöd angeguckt, heute kommen sie zu mir und sagen: „Mensch, Respekt, was du geschafft hast.“ Was mir persönlich so die Augen öffnet, dass ich, wie soll ich das erklären, man sollte halt nicht weggeschoben werden, auch wenn man mal ein bisschen dicker ist, muss ich dazusagen.

Noch mal zu deinem Familienleben: Du hast ja erzählt, dass du am Anfang, als du Übergewicht hattest, irgendwann einfach nicht mehr mitspielen konntest und das ist bestimmt eine Sache, die sich jetzt geändert hat. Du bist einfach viel fitter und agiler. Wie sieht denn nun euer Familienalltag aus, wenn ihr zum Beispiel am Wochenende etwas unternehmt? Kannst du jetzt Sachen machen, die vorher nicht möglich waren?

Oh ja, besonders auf dem Spielplatz. Da freuen sich die Kinder immer richtig, wenn ich endlich mit rutschen und schaukeln und rumtoben kann. Also das macht viel mehr Spaß. Wie gesagt, das Leben ist jetzt ein ganz anderes als vorher. Genau dafür habe ich das auf mich genommen.

Dass du mit deiner Familie einfach zusammen sein kannst, dass du mit deinen Kindern spielen und einfach du sein und das Leben genießen kannst. Aber trotzdem stell ich mir vor, dass sich mit deiner Tochter insofern viel verändert hat, dass man natürlich als Mutter und Tochter kuschelt, aber du siehst jetzt anders aus für deine Tochter. Sie hat das ja alles hautnah mitgekriegt, deine Veränderung. Wie ist sie damit umgegangen, dass Mama jetzt – wenn man sich Fotos von früher anguckt – nicht mehr aussieht wie die Mama von früher?

Stolz, also sie ist mehr als stolz. Sie sagt mir das auch fast jeden Tag: „Mama, du siehst hübsch aus.“ Bessere Komplimente gibt es gar nicht als die von seinen Kindern.

Das sagst du was Wahres. Ich finde, das sieht man auch total auf deinen Fotos, weil du strahlst. Auch wenn du mit deinen Kindern zu sehen bist. Aber trotzdem ist es natürlich eine Sache, an der man weiter dranbleiben muss. Nur weil man einmal so viel abgenommen hat, heißt es ja nicht, dass einen das Übergewicht nicht wieder einholen kann. Was tust du denn weiterhin, um auf dein Gewicht zu achten, beziehungsweise was treibt dich an, weiterhin gesund zu leben?

Weiterhin meine Kinder und mein Spiegelbild. Das treibt mich wirklich an, dranzubleiben. Aber das ist halt auch Alltag geworden. Bei mir gehört ja Sport zum Alltag. Bei mir gehört die gesunde Ernährung zum Alltag. Sodass ich im Moment überhaupt noch nicht das Gefühl habe, irgendwann wieder rückfällig zu werden.

Also du achtest dann auch wirklich tagtäglich drauf, dass sich an deiner guten Gesundheit nichts mehr ändert. Aber du hast sie ja gerade schon aufgezählt: Es gibt verschiedene Schwerpunkte, die du versuchst, in dein Leben zu integrieren. Du achtest auf deine Ernährung, du treibst Sport, aber gleichzeitig bist du auch Mutter. Wie schaffst du es, das alles im Alltag zu unter einen Hut zu bringen?

Ja, ich habe einen Partner, der mich dabei tatkräftig unterstützt. Oder meine Schwiegereltern, Eltern, die mir damals immer mal wieder die Kinder abgenommen haben. Mein Partner, der auf die Kinder aufpasst, während ich trainiere. Oder ich trainiere schnell, wenn der Kleine schläft und die Große in der Schule ist. Also das geht alles, wenn man möchte.

Ich glaube, das ist eine gute Zusammenfassung, wenn du sagst, es klappt alles, wenn man es will. Es braucht natürlich wirklich den Zusammenhalt in der Familie, aber dann ist viel abhängig vom Willen. Und dann kann man es natürlich schaffen, das in den Familienalltag zu integrieren.

Ja, genau.

Und zu guter Letzt: Was würdest du anderen Müttern und Vätern raten, die unglücklich mit ihrem Gewicht sind?

Etwas zu ändern. Und nicht erst morgen was zu ändern, sondern sofort. Das ist ja immer das Problem von uns. Wir schieben es immer vor uns her, aber das Problem ist dann, dass wir niemals aus dem „Vor-uns-Herschieben“ rauskommen. Deshalb müssen wir sofort anfangen, etwas zu ändern. Und nicht erst morgen oder übermorgen oder Montag, wie wir es alle kennen. Wie gesagt, sofort anfangen: Das ist das Beste, was man machen kann.


Erfolgreich und gesund abnehmen

Das Kind ist da, aber bei Mama (und Papa) lässt der Vor-Baby-Body noch auf sich warten? Im Kampf „Ich gegen meine Pfunde“ steht es 0:3 für das Übergewicht? Alle sagen: Tu was für deine Figur! Klingt leicht, aber die Realität sieht anders aus. Abnehmen lässt sich nicht immer problemlos mit Alltag, Beruf und Familie vereinbaren.

Spätestens dann, wenn wir nach dem Spielen nur noch mühsam vom Teppich hochkommen, fragen wir uns: Wie werde ich wieder fit? Wie kann man aber richtig abnehmen? Lena, die auf @lenasmomlifeandfood von ihrem alltäglichen Leben mit und gegen die Pfunde berichtet, empfiehlt: „Der einfache Schlüssel zum Abnehmen ist ein Kaloriendefizit!“ Die Mutter von zwei Kindern weiß genau, wovon sie spricht: Früher brachte sie 175 kg auf die Waage, mittlerweile hat sie schon 35 kg abgenommen. Das nächste Ziel: 99,9 kg – „um endlich ein UHU (unter 100) zu sein“. Und da soll natürlich noch lange nicht Schluss sein.

Lena nimmt ab, indem sie die Kalorienzufuhr kontrolliert und Sport macht. So entsteht das Kaloriendefizit. Es bedeutet: Wir verbrauchen mehr Kalorien, als wir aufnehmen. Und um das Defizit auszugleichen, zapft unser Körper seine Energie-, sprich: Fettreserven an. Die Kalorienbilanz lässt sich sogar gut berechnen: Lena wiegt die Lebensmittel und trägt die Daten in eine App ein. Der Kalorienrechner, der den Energiebedarf verschiedener Sportarten kennt und auch Bewegung im Alltag berücksichtigt, zeigt ihr dann, ob sie ihren Abnehmzielen näher gekommen ist.

Ernährungsumstellung

Doch um Pfunde zu verlieren, braucht es mehr als nur Kalorien zu zählen. Genuss statt Hektik ist nun angesagt. Das bedeutet zunächst einmal, Fertiggerichten Lebewohl zu sagen. So praktisch sie auch sind – Tiefkühlpizza und Ofenlasagne enthalten jede Menge Kalorien und Zusatzstoffe, die unser Körper nicht braucht. Daher heißt die Devise: selber kochen – und zwar frisch! So wählen wir die Zutaten genau aus und nehmen uns die Zeit fürs Kochen und Essen, die wir brauchen. Das geht natürlich nicht ohne den Rest der Familie.

Bloggerin und Instagramerin Alina von @lieblingichbloggejetzt sieht das so: „Wir sind eine Familie. Kochen zusammen. Essen gemeinsam und leben aus einem Kühlschrank. Nur für mich zu kochen und einzukaufen wäre erstens zu teuer und zweitens sehr einsam.“ Janna, die auf @janna.goes.fit einen Einblick in ihr Leben als sportbegeisterte Mama gibt, ist derselben Ansicht. Gesund zu kochen und sich von Fertigprodukten zu verabschieden, tue auch der Familie gut. Indirekt haben Mann und Tochter ihre Ernährung mit umgestellt. „Denn vor dem Abnehmen gab es viele Fertigprodukte“, sagt die Bloggerin und Instagramerin. „Jetzt gibt es sowas gar nicht mehr.“

Aber ohne die Unterstützung ihrer Familie hätte die Ernährungsumstellung nicht geklappt. „Mein Schatz hat in der Anfangsphase alles mitgegessen und aß auch keine Schokolade neben mir, um mich nicht zu verführen“, erzählt Lena. Selbst die Kleinen sind eine große Hilfe. „Mein Sohn bringt mir dauernd Getränke, die zum Abnehmen sind“, so Alina. Mittlerweile plane ihre Familie die Mahlzeiten auch gemeinsam, beim Zubereiten packen alle mit an. „Das hilft uns allen und stärkt das Bewusstsein der Kinder für einen gesunden Lebensstil.“

Gesunde Ernährung beim Abnehmen & mehr

Gesunde Ernährung braucht keinen ausgefeilten Ernährungsplan, vielmehr lässt sie sich auf eine kurze Formel herunterbrechen: Sie ist ausgewogen, frisch und abwechslungsreich. Und auch die Zusammenstellung ist einfach: mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel, wenig Salz, Zucker und Fett, mehr Vollkornprodukte. Und fünfmal eine Handvoll Obst und Gemüse sollte es am Tag auch schon sein. Zu trinken gibt es viel Wasser und ungesüßte Getränke – und wenig Alkohol. Wie eine ausgewogene Ernährung aussieht, zeigt die Ernährungspyramide:

Ernährungspyramide

Unsere Expertinnen ernähren sich nun viel bewusster. Sie kochen selbst, probieren neue Rezepte aus. Auch Fett und Zucker haben sie nun viel stärker im Blick. Nicht überall lässt sich beides komplett streichen, aber oft genug kann man Zucker- und Fett durch kalorienarme Alternativen ersetzen: Magerquark statt Butter, Haferflocken statt Cornflakes, Saftschorlen statt Limonaden. So isst und trinkt man sich satt und muss trotzdem keine Angst vor dem Jo-Jo-Effekt haben.

5 Tipps zum gesunden Abnehmen

  1. Crash-Diät vermeiden – gesundes und effektives Abnehmen braucht Zeit.
  2. Vielfältig essen – Abwechslung auf dem Teller erhöht die Lust am Durchhalten.
  3. Energieverbrauch erhöhen – Sport und mehr Bewegung im Alltag verbrennen Kalorien.
  4. Familie einbeziehen – zusammen fällt das Abnehmen leichter.
  5. Abnehm-Apps verwenden – digitale Helfer zählen Kalorien und zeigen den Energieverbrauch an.

Sport, Fitness und Bewegung im Alltag

Ist gesunde Ernährung das Yin, so ist mehr Bewegung im Alltag das Yang, um erfolgreich abzunehmen: Um viele Pfunde abzuspecken, ist Sport unerlässlich. Diese Erfahrung haben auch unsere Expertinnen gemacht. Janna zeigt dabei besonders viel Einsatz: „Ich gehe 4- bis 5-mal die Woche zum Sport, mache Krafttraining und gehe zum Aquafitness.“ Was die Instagramerin erreicht hat, beeindruckt und inspiriert: Ihr früheres Gewicht von 158,5 kg hat sie mehr als halbiert; aktuell bringt Janna 75 kg auf die Waage.

Sport und Familie unter einen Hut bekommen

Ob es nun um Jogging oder Tennis, Aerobic oder Volleyball geht: Im turbulenten Familienleben ist es für viele Eltern schwierig, regelmäßig Sport zu treiben. Lena ist überzeugt: „Es ist einfach eine Sache von Planung und Zeitmanagement. Ich bringe die Kinder abends ins Bett und fahre dann zum Sport.“ Auch Janna hat eine pragmatische Lösung gefunden: „Unser gemeinsames Hobby ist das Fahrradfahren geworden. 40 bis 50 km sind eher die Regel als die Ausnahme.“ Und auch sonst macht die Familie vieles gemeinsam. „Wir gehen schwimmen, fahren Rad und gehen spazieren.“

Eine gute Möglichkeit, Sport und Familienleben unter einen Hut zu bekommen, sind feste Zeiten. An diesen Tagen ist Mama oder Papa dann „beim Sport“, das akzeptieren auch kleine Kuschelmäuse irgendwann. Wann der beste Zeitpunkt ist, muss jede Familie festlegen; manche Eltern klagen beispielsweise, dass sie schlechter einschlafen, wenn sie spät abends Sport machen. Dann hilft es, die Trainingseinheiten auf den Nachmittag zu verlegen – etwa, wenn die Kinder noch bei einem Freund spielen.

Bewegung im Alltag für die ganze Familie

Wer sich im Alltag mehr bewegen möchte, folgt der Devise: „Weniger ist mehr.“ Heißt konkret: weniger bequem sein und mehr zu Fuß zu erledigen. Statt mit dem Auto fahren wir mit dem Fahrrad zur Arbeit. Wir lassen den Aufzug links liegen und nehmen die Treppe. Wenn wir von der U-Bahn nach Hause gehen, machen wir einen Umweg. So laufen wir mehr und lernen die Nachbarschaft besser kennen. Und statt die Pizza nach Hause liefern zu lassen, gehen wir zu Fuß zum Supermarkt – und kaufen die frischen und gesunden Zutaten um sie dann selbst zuzubereiten.

Wenn wir Eltern uns im Alltag mehr bewegen, können wir auch unsere Kinder leichter für Sport begeistern. Alina setzt bei ihren Kindern zum Beispiel auf ein aktives Vorleben, um sie zu motivieren. Ihr Ziel: „Ich möchte, dass sie Radfahren, Fußballspielen, Schwimmen und Bewegung immer einem Computerspiel vorziehen werden.“ Damit das gelingt, sollte uns eines klar sein: Neben dem Sport an sich ist bei Kindern vor allem der Spaßfaktor entscheidend – stimmt der, bewegen sich Kinder auch später aus eigenem Antrieb.

5 Tipps für mehr Bewegung im Alltag

  • Öfter gehen – einfach das Auto stehen lassen und auf Fahrstuhl und Rolltreppe verzichten
  • Mittagspause nutzen – an fünf Tagen in der Woche jeweils 30 Minuten Spaziergang wirken Wunder
  • Fahrrad fahren – in der Woche zur Arbeit, am Wochenende beim Ausflug
  • Zeiten festlegen – Training zu festen Zeiten macht Bewegung zur Gewohnheit
  • Fitness-Apps verwenden – sie zählen Schritte, erklären Übungen und erstellen individuelle Trainingspläne

Jeder Schritt zählt
Generali Vitality - die etwas andere Fitness-App: Generali Vitality ist ein Gesundheitsprogramm, bei dem über eine Fitness-App sportliche (und vitale) Aktivitäten aufgezeichnet werden. Für jede Aktivität werden Punkte gesammelt. Je mehr Punkte gesammelt werden, desto attraktiver werden Prämien und Rabatte im Partnerprogramm.


Fit für die Familie: Doppelter Schutz für Groß und Klein

Unser Tipp für alle Mamas und Papas, die mit ihrer Figur unzufrieden sind, aber glauben, effektives Abnehmen wäre nur ein California Dreamin‘ an einem Wintertag: Legt los! Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. „Nicht mehr warten. Einfach machen und zwar JETZT“, empfiehlt Alina. „Es kommt kein besserer Zeitpunkt, als genau dieser Augenblick, der gerade droht vorbeizuziehen.“ Auch Janna weiß, dass man einfach anfangen muss. „Wenn es erstmal klick macht, dann ist es gar nicht so schwer.“ Die Bloggerin ist überzeugt: „Jeder kann es schaffen, man muss es nur wollen!“

Gesunde Ernährung und Bewegung im Alltag sind für die ganze Familie wichtig. Eltern haben eine wichtige Vorbildfunktion, so Janna: „Wir sind die Kindheit unserer Kinder. Wenn wir ihnen nichts Gutes vorleben, werden sie wohl auch irgendwann an so einem Tiefpunkt ankommen, wie wir es waren bzw. sind. Sie werden es uns danken, alleine schon mit ihren strahlenden Augen.“ Und die Eltern? Auch die haben etwas davon, bestätigt Alina: „Ich bin viel fröhlicher zu Hause. Mir fällt vieles leichter, weil ich viel motivierter bin. Ich bin glücklich und das merken meine Kinder.“

Geht es den Eltern gut, profitiert die ganze Familie davon. Zumal die positiven Folgen langfristig zu spüren sind. Wer sich gesund ernährt und Sport macht, ist länger fit – körperlich und im Kopf. Weiterführende Informationen zur Gesundheit als Glücksfaktor und dem Zusammenhang mit dem Schutz der Familie finden Sie in unserem Ratgeber "Länger leben & besser vorsorgen".
Auf vieles können wir selber achten: Abnehmen bei Übergewicht, eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung im Alltag. Doch auf manche Fälle – etwa wenn ein Elternteil infolge eines Unfalls stirbt – kann man sich nicht vorbereiten. Hier hilft ein Rettungsanker wie die Risikolebensversicherung. Er sorgt dafür, dass die Familie während der schweren Zeit ihren finanziellen Halt bewahrt.

Kurzum: Wenn es um die Sicherheit und Zukunft unserer Familie geht, wissen wir: Doppelt hält besser! Wir sorgen selber vor, indem wir fit bleiben und uns ausgewogen ernähren – und sind zusätzlich geschützt durch die Risikolebensversicherung.


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