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Pferdehaftpflichtversicherung

Pferdehaftpflichtversicherung:

Schutz für Pferd und Reiter

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Jeder Pferde­besitzer wird diesem Sprichwort sofort zustimmen. Und keine Frage: Pferde sind wunderschöne, ästhetische und kraftvolle Tiere. Doch mit dieser Kraft können sie auch großen Schaden anrichten – wenn auch ohne bösen Willen. Als Pferdebesitzer haften Sie zu hundert Prozent, wenn Ihr Tier einen Schaden anrichtet. Jeder Pferdebesitzer sollte eine Pferdehalterhaftpflicht abschließen.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles rund um die Pferde­haftpflicht­versicherung. Eine freiwillige Versicherung, die nicht nur Pferde­besitzer vor großen finanziellen Risiken schützt.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
HaftungFührt ein eigener Fehler zu einem Schaden bei einem Dritten, muss man dafür geradestehen und den Schaden ersetzen. Besitzer von Tieren haften auch für diese, wenn sie einem Dritten einen Schaden zufügen.
SchadenersatzVerursacht man einen Schaden bei jemand anderen, ist man dazu verpflichtet, diesen wiedergutzumachen. Entweder, indem man die Reparatur bezahlt oder einen Geldbetrag leistet, um gleichwertigen Ersatz zu beschaffen.
VersicherungsprämieZahlung des Versicherungsnehmers an den Versicherer.
HaftpflichtversicherungBietet dem Versicherungsnehmer Schutz bei Ansprüchen Dritter auf Schadenersatz, die aufgrund gesetzlicher Haftungsbestimmungen entstehen.

Gut, dass Manuela S. eine Pferdehaftpflichtversicherung abgeschlossen hatte. Denn diese Nacht wird die Pferdenärrin nicht so schnell vergessen. Als begeisterte Dressurreiterin träumte sie schon lange davon, ein eigenes Pferd zu besitzen. Mit Morgenstern, einer braunen Hannoveraner Stute, erfüllte sie sich diesen Wunsch. Das Pferd galt als lernbegierig und hatte ein freundliches Wesen. Doch eines Abends passierte das Unglück. Der Tatort: ein kleiner Reiterhof im Münsterland, in dem Manuela S. die Stute untergebracht hatte. Morgenstern brach aus der Box aus. Warum, ließ sich später nicht mehr klären. Zu dem Zeitpunkt befanden sich aber zwei Mädchen in der Stallgasse. Die Stute brachte sie zu Fall, beide Mädchen wurden schwer verletzt. Die hohen Behandlungs- und Therapiekosten sowie das Schmerzensgeld summierten sich auf rund 125.000 Euro. Manuela S. musste aber nicht persönlich Schadenersatz leisten, denn die Pferdehaftpflicht übernahm die Kosten.


Warum sollten Sie eine Pferdehaftpflichtversicherung abschließen?

Für Pferdebesitzer ist eine Pferdehaftpflichtversicherung zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber alle Experten raten dringend dazu, eine Pferdehaftpflicht abzuschließen. Denn als Pferdebesitzer haften Sie für alle Schäden, die das Pferd anrichtet. Der Grund dafür ist die sogenannte Gefährdungshaftung. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und gilt für Halter sogenannter Luxustiere. Im § 833 BGB ist die Haftungspflicht geregelt:

„Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“

Das heißt: Bei Pferden muss der Halter die Gefährdungshaftung für sein Tier übernehmen. Allein Größe und Gewicht der Tiere sprechen schon dafür. Bei der Gefährdungshaftung wird auch das Wesen der Pferde berücksichtigt. Sie sind die klassischen Fluchttiere: Erschrecken sie sich oder droht möglicherweise eine Gefahr, laufen Pferde davon. Können sie das nicht, verteidigen sie sich durch Treten oder Beißen. Selbst Pferde, die als besonders friedlich und ausgeglichen gelten, zeigen in extremen Situationen dieses Verhalten.

Tipp

Die Gefährdungshaftung gilt nicht für Kleintiere wie Katzen, Hamster oder Wellensittiche. Verursachen diese Haustiere einen Schaden, übernimmt die Privat-Haftpflichtversicherung die Kosten. Anders ist es bei Hunden. Hier ist eine eigene Haftpflichtversicherung zu empfehlen. Mehr Informationen dazu in unserem Ratgeber Hundehaftpflicht.

Haftpflichtversicherung für Pferde nicht gesetzlich vorgeschrieben – aber sinnvoll

Eine Pferdehaftpflichtversicherung sollte, wegen der Gefährdungshaftung und weil der Halter in voller Höhe für alle Schäden die sein Pferd verursacht aufkommen muss, unbedingt abgeschlossen werden. Die Haftpflicht fürs Pferd ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Doch die Haftpflichtversicherung fürs Pferd verhindert, dass sich der Pferdehalter infolge von Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe finanziell ruiniert. Denn er haftet nicht nur mit seinem gegenwärtigen, sondern auch mit seinem zukünftigen Vermögen – bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Schaden ersetzt ist. Die jährliche Versicherungsprämie fällt gegenüber solchen existenzbedrohenden Risiken kaum ins Gewicht. Denn ein Schaden passiert schneller, als der Pferdehalter glaubt. Schon ein Knall reicht unter Umständen aus, dass das sanftmütige Ross bei einem Ausritt durchgeht.


Welche Leistungen sollte die Pferdehaftpflichtversicherung umfassen?

Die Pferdehaftpflichtversicherung deckt in der Regel Personen-, Sach- und Vermögenschäden ab, die Dritten durch das Pferd entstanden sind.

  • Personenschäden – die Verletzung eines Menschen durch einen Unfall. Diese umfassen beispielsweise Heil- und Pflegekosten nach Bissen, Stürzen oder anderweitigen Verletzungen, aber auch Verdienstausfall, Schadenersatz oder eine lebenslange Rente
  • Sachschäden beziehen sich auf Gegenstände, die durch das Pferd beschädigt oder zerstört werden. Die Haftpflicht fürs Pferd ersetzt dabei die Kosten für die Reparatur oder zahlt den Zeitwert des beschädigten Gegenstandes aus
  • Vermögensschäden sind Kosten oder Verluste, die beispielsweise dann entstehen, wenn der Geschädigte aufgrund eines Unfalls daran gehindert wird, seinem Beruf nachzugehen

Insbesondere um möglicherweise sehr hohe Personenschäden abzudecken, sollten Sie eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro nicht unterschreiten. Die Deckungssumme ist die Obergrenze, bis zu der die Versicherung die entstehenden Kosten übernimmt. CosmosDirekt bietet im Comfort-Tarif sogar eine Versicherungssumme von 10 Millionen Euro an, sodass Sie rundum geschützt sind.

Mietsachschäden

Manuela S. musste nicht nur für die Schäden der beiden verletzten Mädchen haften. Da Morgenstern beim Ausbruch aus seiner Box nicht nur das Tor, sondern auch den Futtertrog und die Tränke beschädigt hatte, stand sie auch hier in der Verantwortung. Ihre Pferdehaftpflichtversicherung übernahm die Kosten aber nur, weil Mietsachschäden in die Police vorher aufgenommen worden waren. Wenn Sie Ihren Hengst oder Ihre Stute in einer gemieteten Box unterstellen, sollten Sie Mietsachschäden in der Haftpflicht für das Pferd mitversichern. Auch wenn Sie ein Pferd besitzen, das oft in fremden Pferdeboxen untergebracht ist oder das Sie öfters in gemieteten Pferdeanhängern transportieren, ist ein Einschluss zu empfehlen. Versichert sind dann auch Schäden, die an gemieteten Reitutensilien wie Sätteln, Trensen oder Zügeln entstehen.

Flurschäden

Flurschäden sind solche Schäden, die das Pferd an landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzten Flächen verursacht. Der Klassiker: Ihr Pferd bricht nachts aus seiner Koppel aus und verwüstet den daneben gelegenen Kartoffelacker eines Bauern. Auch Bissspuren an Laub- und Nadelbäumen, Hufspuren auf frisch eingesäten Feldern und vergleichbare Schäden fallen darunter. Wer mit seinem Pferd viel im Gelände unterwegs ist oder seine Pferde einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt auf einer Koppel oder Weide lässt, sollte Flurschäden gesondert mitversichern lassen.

Ungewollte Deckaktschäden

Wird eine Zuchtstute oder eine Stute, die in Turnieren läuft, von einem Hengst ungewollt gedeckt, kann das für ihren Besitzer erhebliche finanzielle Folgen haben. Sie steht nicht für die geplanten Züchtungen zur Verfügung oder kann nicht auf den geplanten Turnieren starten. Wie bei einem Unfall entstehen Kosten, höchstwahrscheinlich für die medizinische Behandlung der Stute, möglicherweise auch für die Aufzucht des Nachwuchses. Diese übernimmt dann die Haftpflichtversicherung, die Sie für Ihr Pferd abgeschlossen haben. Weiterhin drohen Verdienstausfall und Einkommenseinbußen, für die der Halter des Hengstes ebenfalls haftbar gemacht werden kann. Besitzer eines nicht kastrierten Hengstes sollten ungewollte Deckaktschäden unbedingt mitversichern lassen. So lassen sich finanzielle Risiken vermeiden, sollte der Hengst aus seiner Box ausbrechen und dann eine Stute decken.

Versicherung von Fohlen

Eine eigene Tierhalterhaftpflicht für junge Pferde gibt es nicht. Fohlen können aber durch die Pferdehaftpflichtversicherung des Muttertieres mit abgesichert werden. Denn auch ein junges Pferd kann – trotz geringerer Größe und Gewicht – bereits erhebliche Schäden verursachen, sollte es aus seiner Box oder der Koppel ausbrechen. Je nach Anbieter ist eine kostenlose Mitversicherung während eines Zeitraums von 6 bis 12 Monaten möglich. Danach benötigt das Jungtier eine eigene Pferdehaftpflichtversicherung. Vor allem Pferdezüchter sollten bei Stuten von vornherein eine erweiterte Absicherung einschließen, da sie regelmäßig Nachwuchs zu versorgen haben.

Weltweiter Versicherungsschutz

Wer mit seiner Stute rund um die Welt reist, um zum Beispiel an Wettkämpfen und Turnieren teilzunehmen, sollte auf eine weltweite Abdeckung der Haftpflichtversicherung fürs Pferd achten. In der Regel wird der Versicherungsschutz im Ausland bis zu einem Jahr gewährt.

Passiver Rechtsschutz

Bevor ein gemeldeter Schaden reguliert wird, gehört die Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Ansprüche zu den wichtigsten Leistungen jeder Pferdehaftpflichtversicherung. Das bedeutet, dass nur gerechtfertigte Schadenersatzforderungen tatsächlich beglichen werden. Ungerechtfertigte Ansprüche werden hingegen von der Pferdehaftpflicht abgewehrt – sollte es nötig werden, auch vor Gericht. Alle im Rechtsstreit entstehenden Kosten, beispielsweise für Anwälte oder Gutachter, aber auch die anfallenden Gerichts- und Reisekosten, übernimmt dann die Pferdehaftpflicht.

Leistungen auf einen Blick:
  • Versicherungssumme mindestens 5 Millionen Euro, pauschal für Personen- und Sachschäden
  • Abdeckung von Mietsachschäden bei Unterbringung in Pferdepension oder oft wechselnden Pferdeboxen
  • Flurschäden
  • Ungewollte Deckaktschäden
  • Mitversicherung von Fohlen
  • Weltweiter Versicherungsschutz
  • Passiver Rechtsschutz

Wer ist durch die Pferdehaftpflichtversicherung abgesichert?

Zunächst wird durch die Pferdehaftpflichtversicherung der Versicherungsnehmer geschützt, also der Tierhalter beziehungsweise der Tierbesitzer. Von der jeweiligen Police hängt aber ab, ob auch Reitbeteiligungen, Tierhüter und Fremdreiter mitabgesichert sind.

Wenn eine Reitbeteiligung besteht

Es kommt relativ häufig vor, dass ein Pferdehalter (oder -eigentümer) mit einer dritten Person eine Reitbeteiligung vereinbart. Leistungen und Gegenleistungen sind vertraglich festgehalten. Die Person darf mit dem Pferd ausreiten, dafür beteiligt sie sich beispielsweise an den Unterhaltkosten für das Pferd. Ermöglichen Sie als Pferdebesitzer eine Reitbeteiligung, sollte dieser Umstand auch in die Tierhalterhaftpflicht für Ihr Pferd aufgenommen werden. Denn erleidet die Reitbeteiligung während eines Ausritts einen Schaden, beispielsweise durch einen Biss, können Sie als Halter in Regress genommen werden. Genauso sollten Schäden abgesichert sein, die Ihr Pferd während des Ausritts mit der Reitbeteiligung verursacht.

Wenn jemand das Pferd hütet

Unter dem Begriff Tierhüter versteht man jemanden, der für einen bestimmten Zeitraum die Aufsicht über das Pferd übernommen hat und dabei selbstständig handelt. Dabei darf es sich nicht um einen bezahlten Auftrag, sondern um einen gelegentlichen Gefälligkeits- oder Freundschaftsdienst handeln. Tierhüter müssen bei mancher Haftpflichtversicherung für Pferde gesondert miteingeschlossen werden. Achten Sie auf den Einschluss von Tierhütern, wenn Sie beispielsweise einen Bekannten bitten möchten, sich um Ihr Pferd zu kümmern, während Sie und Ihre Familie im Urlaub sind. Ansonsten besteht für Ihren Bekannten kein Versicherungsschutz.

Wenn jemand Fremdes das Pferd reitet

Auch Fremdreiter sind nicht bei jeder Pferdehaftpflicht miteingeschlossen. Dieser Begriff bezeichnet alle Personen, die in unregelmäßigen Zeiträumen auf Ihrem Pferd reiten und dafür nichts bezahlen. Das kann die Tochter eines befreundeten Ehepaares sein, die bei einem Besuch mit Ihrem Pferd ausreiten möchte, aber auch die Nachbarskinder oder die Bekannte, die einmal auf einen Ausritt mitkommen möchten. Gerade unerfahrene Reiter können die „Sprache der Pferde“ nicht immer richtig verstehen. Das spielt aber keine Rolle, sollten sie bei einem Ritt verletzt werden. Denn aufgrund der Gefährdungshaftung steht der Pferdehalter in der Verantwortung. Mit dem Einschluss von Fremdreitern sichern Sie sich gegen finanzielle Forderungen ab, die damit zusammenhängen. Ein Schaden kann schnell passieren: Beim Ausritt geht Ihrer Bekannten plötzlich das Pferd durch, es wirft sie daraufhin ab und Ihre Bekannte verletzt sich schwer am Kopf.


Was kostet eine Haftpflichtversicherung für Pferde?

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie hoch die Prämie für die Pferdehaftpflichtversicherung ausfällt:

  • Tarif: Ein Tarif mit sehr vielen Leistungen wird in der Regel auch etwas mehr kosten als eine Basis-Pferdehaftpflicht, die nur eine grundständige Abdeckung und eine Mindest-Versicherungssumme von 5 Millionen Euro umfasst. Weitere Faktoren sind:
  • Selbstbeteiligung: Wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, bezahlt der Versicherungsnehmer alle Schäden bis zu der vereinbarten Höhe selbst. Erst alle Kosten, die darüber hinausgehen, werden von der Pferdehaftpflicht übernommen.
  • Vertragslaufzeit: Je länger der Vertrag von vornherein abgeschlossen wird, desto günstiger fällt die jährliche Prämie aus.
Tipp

CosmosDirekt bietet Kunden, die sich für fünf Jahre binden, einen Rabatt von fünf Prozent an, bei zehn Jahren Vertragslaufzeit sind es sogar zehn Prozent. Hier erfahren Sie mehr zu unserer Tierhalterhaftpflicht und wie Sie Ihr Pferd versichern können.

Leistungen
Basis-SchutzComfort-Schutz
Pauschal für Personen- und Sachschäden5 Mio. €10 Mio. €
Vermögensschäden250.000 €1 Mio. €
Mietsachschäden100.000 €
Auslandsaufenthalt bis zu 1 Jahr
Flurschäden
Ungewollte Deckaktschäden
Mitversicherung des Nachwuchses bis 6 Monate
Jährliche Prämie für 1 Jahr (mit 250 Euro Selbstbeteiligung / ohne SB)198,51 Euro / 123,14 Euro131,72 Euro / 164,67 Euro
Jährliche Prämie für 5 Jahre (mit 250 Euro SB / ohne SB)193,58 Euro / 116,98 Euro125,13 Euro / 156,44 Euro
Jährliche Prämie für 10 Jahre (mit 250 Euro SB / ohne SB)188,66 Euro / 110,82 Euro118,55 Euro / 148,20 Euro
  • 1 Für ein versichertes Pferd


Wie kann ich die Tierhalterhaftpflichtversicherung für mein Pferd kündigen?

Wie bei vielen anderen Versicherungen auch, können Sie die Tierhalterhaftpflicht für Ihr Pferd auf zweierlei Weise kündigen: mit einer ordentlichen und mit einer außerordentlichen Kündigung.

Die ordentliche Kündigung

Eine ordentliche Kündigung ist immer zum Ablauf eines Versicherungsjahres möglich. Bei der Pferdehaftpflicht beträgt die Kündigungsfrist, die Sie einhalten müssen, meistens drei Monate. Das bedeutet, dass spätestens zu diesem Termin die schriftliche Kündigung – am besten per Einschreiben – bei Ihrem gegenwärtigen Versicherer eingegangen sein muss. Ansonsten verlängert sich die Pferdehaftpflichtversicherung um ein weiteres Jahr.

Bei vielen Versicherern können Sie die Pferdehaftpflicht auch über mehrere Jahre abschließen. Durch fünf- oder zehn-Jahres-Verträge können Sie die Versicherungsprämie reduzieren. Bei einer solchen mehrjährigen Tierhalterhaftpflicht fürs Pferd, die drei Jahre oder länger läuft, können Sie erst zum Ablauf des 3. Versicherungsjahres ordentlich kündigen.

Hauptfälligkeit Pferdehaftpflicht
Stichtag*
01.01.30.09.
01.02.31.10.
01.03.30.11.
01.04.31.12.
01.05.31.01.
01.06.28.02. / 29.02.
01.07.31.03.
01.08.30.04.
01.09.31.05.
01.10.30.06.
01.11.31.07.
01.12.31.08.
  • * Der Tag, an dem die ordentliche Kündigung für die Pferdehaftpflicht spätestens beim Versicherer eingegangen sein muss.

Die außerordentliche Kündigung

Unter folgenden Umständen können Sie die Pferdehaftpflichtversicherung auch außerordentlich kündigen:

  • Ein Schaden wurde über die Pferdehaftpflicht reguliert
  • Ihr Versicherer hat die Prämie erhöht, ohne Leistungen zu verbessern

In diesen Fällen beträgt die Kündigungsfrist einen Monat ab Erhalt der Mitteilung vom Versicherer, beispielsweise über die Prämienerhöhung.

Beendigung des Vertrags nach Tod oder Verkauf

Stirbt Ihr Pferd oder verkaufen Sie es, müssen Sie die Tierhalterhaftpflicht, die Sie für Ihr Pferd abgeschlossen hatten, nicht kündigen. Sie können den Vertrag mit sofortiger Wirkung aufheben lassen. Dazu müssen Sie lediglich Ihren Versicherer informieren. Dem Schreiben fügen Sie den entsprechenden Nachweis über Tod oder Verkauf bei. Der Versicherer erstattet dann anteilig die bereits gezahlte Prämie für die Pferdehaftpflicht.


Pferdehaftpflichtversicherung: Vergleichen und Wechseln lohnen sich

Die Pferdehalterhaftpflichtversicherung gehört zu den Versicherungen, die jeder Pferdehalter abgeschlossen haben sollte. Zwar ist sie gesetzlich nicht vorgeschrieben, doch kann der Pferde­halter mit ihr dem eigenen finanziellen Ruin zu sehr überschaubaren Kosten vorbeugen. Neben einer günstigen Prämie spielen auch Umfang und Höhe der Leistungen bei der Auswahl der richtigen Haftpflicht­versicherung für Ihr Pferd eine wichtige Rolle. Unbedingt achten sollten Sie auf eine möglichst hohe Versicherungs­summe, damit Sie auch bei schweren Personenschäden noch geschützt sind.

Bevor Sie sich für eine bestimmte Tierhalterhaftpflicht für Ihr Pferd entscheiden, sollten Sie die verschiedenen Angebote vergleichen: Sind alle Risiken abgedeckt? Gibt es Personen, die regelmäßig oder gelegentlich das Pferd reiten und zusätzlich abgesichert werden müssen? Bei Hengsten macht es durchaus Sinn, ungewollte Deckaktschäden in die Pferdehaftpflicht aufzunehmen, bei Zuchtstuten die kostenlose Mitversicherung von Fohlen.

Haben Sie Ihren Anbieter mit einer guten und günstigen Pferdehaftpflichtversicherung gefunden, können Sie spätestens zum nächsten Stichtag kündigen.



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