Kosten für Retainer

Zahlt die Zahnzusatz­versicherung?

Das Wichtigste zu Retainern in Kürze

  • Kieferorthopädie: Die Kieferorthopädie (KFO) beschäftigt sich mit Zahn- und Kiefer­fehlstellungen. Nach einer kiefer­orthopädischen Behandlung wird das Ergebnis häufig mit Hilfe eines Retainers stabilisiert.
  • Retainer: Ein Retainer ist ein Draht, der im Ober- und/oder Unterkiefer auf der Innenseite der Frontzähne angebracht wird. Außerdem gibt es heraus­nehmbare Retainer in Form von Schienen. Sie dienen der Stabilisierung und sorgen dafür, dass gerade gerückte Zähne langfristig in dieser Position bleiben und sich nicht erneut verschieben.
  • Kosten: Die Kosten für einen Retainer können – wenn sie nicht von der Kranken­kasse übernommen werden – mehrere Hundert Euro betragen. Weitere Kosten können für das Reparieren, Erneuern oder Entfernen des Retainers im Oberkiefer oder Unterkiefer anfallen.
  • Zahnzusatzversicherung: Nur wenige Versicherer bieten Zahnzusatz­versicherungen für Erwachsene an, die auch die Behandlung mit Retainern umfassen.

Bei schiefen Zähnen oder Zahnfehlstellungen ist eine Zahnspange sinnvoll. Mit einer festen oder herausnehmbaren Spange können einzelne Zähne in die richtige Position gebracht werden und einem strahlenden Lächeln steht nichts mehr im Wege. Doch wie bleiben die Zähne auf ihren Positionen? Das Zauberwort heißt Retainer. Doch was genau ist ein Retainer, wie hoch sind die Kosten, wenn ein Retainer eingesetzt oder erneuert werden muss, und welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen zum Thema Kosten für Retainer.

Was ist ein Retainer?

Retainer ist Englisch und bedeutet übersetzt „Halter“. Und genau dies ist auch die Funktion eines Retainers. Er ist ein kieferorthopädisches Gerät, das aus einem dünnen Draht oder einer Schiene besteht. Er wird daher auch Retentionsgerät genannt und stabilisiert die Zähne des Ober- oder Unterkiefers.

Ist Deine kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen, hast Du meist mehrere Monate oder sogar Jahre mit Zahnspangen einen oder mehrere Deiner Zähne in die richtige Position gebracht. Doch viele Zähne haben sich in ihrer ursprünglichen Position sehr wohl gefühlt und insbesondere in den ersten beiden Jahren nach der Behandlung kann es sein, dass sich die Position der Zähne durch Zahnbewegungen wieder verändert.

Medizinisch spricht man von einem Rezidiv, also einem sogenannten Rückfall einer Krankheit. Der Begriff findet auch in der Kieferorthopädie Anwendung und bedeutet, dass gerade gerückte Zähne sich nach der Behandlung in Richtung der eigentlichen Fehlstellung zurückbewegen.

Ein Retainer soll nun dabei helfen, die Position der Zähne zu stabilisieren. Ein Retainer besteht aus einem dünnen Draht, der an den Zähnen befestigt wird, oder einer herausnehmbaren Schiene. Er wird eingesetzt, um unerwünschte Verschiebungen nach der Behandlung zu verhindern.

Es gibt verschiedene Arten von Retainern. Welche Art Retainer nach Deiner Behandlung die beste Option ist, erfährst Du bei Deinem Kieferorthopäden.

Der herausnehmbare Retainer wird ähnlich wie eine lose Zahnspange getragen. Ein speziell für die Zähne geformter Draht oder eine durchsichtige Schiene wird mehrere Stunden täglich – später dann meistens nur noch nachts – getragen. Im Gegensatz zum festsitzenden Retentionsgerät ist er von außen sichtbar.

Ein Nachteil des herausnehmbaren Retainers ist, dass, wenn das Einsetzen ein paar Tage lang vergessen wurde – oder der Retainer verloren geht – es bereits wieder zu Zahnbewegungen kommen kann. Aus diesem Grund sollte der Retainer – gerade in der Phase direkt nach der Behandlung – so oft und lange wie möglich getragen werden. Wer beim Einsetzen des Retainers bemerkt, dass dieser nicht mehr richtig passt, sollte ihn in den kommenden Wochen häufiger tragen und den Kieferorthopäden aufsuchen.

Bei einem festsitzenden Retainer wird ein Draht auf der Innenseite der Zähne von einem Eckzahn über die Schneidezähne bis zum anderen Eckzahn des Ober- oder Unterkiefers geklebt. Durch diesen festen Sitz gilt er stellt er eine sicherere Methode als ein herausnehmbarer Retainer dar. Auch wenn der Draht zunächst ein Fremdkörper im Mund ist, wird er bereits nach kurzer Zeit in der Regel nicht mehr als störend wahrgenommen. Da der Draht lingual (lat.: Zunge), also an der Innenseite der Frontzähne befestigt ist, sieht man ihn beim Lachen nicht und er beeinträchtigt auch nicht das Essen oder Sprechen. Ein festsitzender Retainer sollte mindestens zwei Jahre befestigt bleiben. Häufig bleibt er sogar ein Leben lang im Mund des Patienten.

Wie hoch sind die Kosten für einen Retainer?

Die Kosten für einen Retainer liegen bei etwa 200-500 Euro je Oberkiefer bzw. Unterkiefer. Die genauen Kosten für Retainer hängen jedoch von verschiedenen Faktoren ab:

  • Handelt es sich um einen herausnehmbaren oder festsitzenden Retainer?
  • Muss in einem oder in beiden Kiefern ein Retainer eingesetzt werden?
  • Handelt es sich bei dem Patienten um ein Kind oder einen Erwachsenen?

Werden Retainer von der Krankenkasse bezahlt?

In der Regel zahlt die Krankenkasse die Kosten für einen herausnehmbaren Retainer bis zu zwei Jahre nach der Behandlung durch Zahnspangen. Innerhalb dieser zwei Jahre besteht nämlich eine medizinische Notwendigkeit für einen Retainer, da andernfalls das Behandlungsergebnis zunichte gemacht würde. Feste Retainer müssen meist privat bezahlt werden, sei denn es liegt eine Fehlstellung ab KIG-Stufe 3 vor. Ob die Kosten für Deinen festsitzenden Retainer von der Krankenkasse erstattet werden, hängt also stark von der individuellen Fehlstellung Deiner Zähne ab.

Die Fehlstellungen der Zähne werden in fünf sog. kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG) eingestuft. Was es damit auf sich hat und ab welcher Stufe kieferorthopädische Behandlungen von Kindern und Erwachsenen von der Krankenkasse übernommen werden, erfährst Du in unserem Ratgeber Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie.

Zahnzusatzversicherung für Retainer

Wer eine Zahnzusatzversicherung mit Kiefer­orthopädie abgeschlossen hat, muss nicht auf der finanziellen Belastung, die das Einsetzen eines Retainers mit sich bringt, sitzen bleiben. Einige Versicherer bieten diese Leistungen auch in der Zusatz­versicherung für Erwachsene mit an. Dadurch können die Kosten für den Retainer ganz oder teilweise von der Versicherung übernommen werden.

Viele Kinder, aber auch einige Erwachsene, benötigen im Laufe ihres Lebens eine Zahnspange. Ob die Zahnzusatzversicherung die Kosten dafür übernimmt, erfährst Du in unserem Ratgeber Zahnzusatzversicherung Zahnspange.

Häufiger bieten Versicherer Zahn­zusatz­versicherungen mit Kiefer­orthopädie für Kinder an, da Zahn­fehlstellungen bestenfalls bereits im Kindesalter in Angriff genommen werden. Auch bei CosmosDirekt erhältst Du einen Rundum-Schutz für kiefer­ortho­pädische Behandlungen Deines Kindes.

Ein Mädchen mit Zahnlücke lächelt

Welche Kosten für einen Retainer können noch auf mich zukommen?

Geht ein herausnehmbarer Retainer nach einer medizinisch notwendigen kieferorthopädischen Behandlung, die von der Krankenkasse übernommen wurde, kaputt, werden in der Regel auch die Kosten für die Reparatur innerhalb der nächsten zwei Jahre von der Kasse übernommen.

Zahlst Du einen Retainer selbst, kann es abhängig von der Praxis sein, bis zu welchem Zeitpunkt Reparaturen übernommen werden. Die Kosten für das Reparieren des Retainers sind davon abhängig, wie hoch der individuelle Aufwand dafür ist.

Bei einem festen Retainer kann es sein, dass dieser komplett neu verklebt werden muss. Die Kosten für das Entfernen des alten und Einsetzen eines neuen Retainers können bei bis zu 500 Euro liegen. Muss nur eine Klebestelle des Retainers erneuert werden, kannst Du mit Kosten von ca. 20-60 Euro pro Zahn rechnen.

Ein neuer herausnehmbarer Retainer kann fällig werden, wenn

  • der herausnehmbare Retainer verloren gegangen ist
  • der herausnehmbare Retainer nicht regelmäßig genug getragen wurde, die Stabilisierung vom Patienten abgebrochen wurde und dadurch erneute Zahnbewegungen aufgetreten sind

Muss ein herausnehmbarer Retainer aus diesen Gründen neu hergestellt und angepasst werden, können Kosten von mehreren Hundert Euro auf Dich zukommen.

Soll ein fester Retainer entfernt werden, können Kosten von etwa 50 Euro pro Kiefer auf Dich zukommen.

Fazit: Kosten für Retainer sind individuell

Ein Retainer ist nach der Behandlung der Zähne und des Kiefers ein wichtiges kieferorthopädisches Hilfsmittel, um das Behandlungsergebnis dauerhaft zu stabilisieren. Denn ohne diese Stabilisierung können sich bis zu 10 Jahre nach der Behandlung mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90 % die Zähne wieder verschieben. Die Kosten für einen Retainer können mehrere Hundert Euro betragen, für das Entfernen, Reparieren oder Erneuern können weitere Kosten anfallen. Die genauen Kosten sind von verschiedenen Faktoren abhängig und können bei Zahnärzten und Kieferorthopäden für Deine individuelle Situation erfragt werden.

Für Kinder bietet CosmosDirekt den Tarif ZahnFlex.Kind unseres Partners Envivas an. Mit der Zahnzusatzversicherung können auch die Kosten für Behandlungen durch herausnehmbare oder feste Retainer abgesichert werden, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

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Inhalt
  • Das Wichtigste zu Retainern in Kürze
  • Was ist ein Retainer?
  • Wie hoch sind die Kosten für einen Retainer?
  • Werden Retainer von der Krankenkasse bezahlt?
  • Zahnzusatzversicherung für Retainer
  • Welche Kosten für einen Retainer können noch auf mich zukommen?
  • Fazit: Kosten für Retainer sind individuell