Auto verkaufen

Auto verkaufen:

Die besten Tipps, um den Gebrauchtwagen loszuwerden

Wer seinen Wagen verkaufen will, hat zwei Möglichkeiten: privat oder an einen Händler verkaufen. Der Privatverkauf bringt meistens mehr Geld, basiert aber auf Vertrauen. Nur wenn beide Seiten überzeugt sind, kommt man miteinander ins Geschäft.

Im Artikel lesen Sie, wie man sein Auto für den Verkauf richtig vorbereitet und welche rechtlichen Fragen Verkäufer berücksichtigen müssen.

Diese Fachbegriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
SachmängelhaftungGrundlegendes Recht beim Gebrauchtwagenkauf. Denn bei gebrauchten Autos müssen Verkäufer 12 Monate für anfallende Mängel haften. Innerhalb der ersten 6 Monate geht man davon aus, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs vorhanden war, ab dem siebten Monat muss der Käufer das Bestehen des Mangels nachweisen. Während sich private Händler von der Sachmängelhaftung im Prinzip befreien lassen können, gilt das für gewerbliche Händler nicht. Allerdings haften Privatverkäufer trotz Haftungsausschluss immer für vorsätzlich verschwiegene Mängel.

Das neue Auto steht vor der Tür, jetzt soll der alte Wagen weg. Dafür stehen zwei Wege offen: der Verkauf an einen Auto- oder Gebrauchtwagenhändler sowie der Verkauf an privat. Beim Händler wird man das Auto schneller los, muss aber mit Abschlägen gegenüber dem Wunschpreis rechnen. Schließlich muss der Händler auch so kalkulieren, dass er beim Weiterverkauf einen Gewinn erzielen kann: Zum eigentlichen Kaufpreis kommen zum Beispiel noch Standzeiten, TÜV und die gesetzlich vorgeschriebene Sachmängelhaftung hinzu. Insbesondere Händler, die ihre Dienste per Kärtchen hinter dem Scheibenwischer oder an der Fahrertür anbieten, versuchen in der Regel, den Preis wegen angeblicher Mängel massiv zu drücken.

So bereiten Sie Ihr Auto optimal auf den Verkauf vor

Verkauft man sein Auto privat, kann man meistens einen höheren Verkaufspreis erzielen. Doch dafür muss man auch etwas tun. Hierbei gilt: Wer sich Mühe bei der Aufbereitung gibt, bekommt mehr für seinen Gebrauchten.

Ermitteln Sie einen realistischen Preis

Zunächst sollten Sie versuchen, einen realistischen Preis für Ihren Gebrauchtwagen zu ermitteln. Ist er zu hoch, finden Sie keinen Interessenten, und bei einem Dumping-Preis verlieren Sie bares Geld. Eine grobe Orientierung darüber, was der eigene Wagen wert ist, bietet zum Beispiel die Deutsche Automobil Treuhand (DAT). Die DAT-Liste ist mittelweile auch online zugänglich, berücksichtigt aber nur einfache Serienmodelle bis zu einem Alter von 12 Jahren. Auch Sonderausstattungen oder regionale Preisunterschiede spielen keine Rolle. Um eine bessere Preisvorstellung für das eigene Modell zu erhalten, sollte man die entsprechenden Angebote auf Online-Automobilbörsen wie autoscout24.de, mobile.de oder pkw.de vergleichen.

Für eine exakte Wertangabe vermittelt die DAT Sachverständige, die dann das Auto individuell einschätzen. Unabhängige Gutachter finden Sie auch bei TÜV, Dekra und dem ADAC. Die Prüfer stellen aber in der Regel nicht nur den Wert fest, sondern kontrollieren auch den Zustand des Fahrzeugs. Für potenzielle Käufer zeigt ein entsprechendes Zertifikat, dass das Fahrzeug den durchaus anspruchsvollen Normen im Hinblick auf Qualität und Sicherheit entspricht. In jedem Fall erhalten Sie ein Wertgutachten, das Sie in Ihrer Verkaufsanzeige auch erwähnen sollten.

Info

Wodurch bestimmt sich der Wert eines Gebrauchtwagens? Worin besteht der Unterschied zwischen dem Dienst eines kostenlosen Online-Portals und einer kostenpflichtigen Einschätzung durch einen Gutachter? Mehr zum Thema erfahren Sie im Ratgeber Fahrzeugbewertung.

Das Fahrzeug sollte vor dem Verkauf gut in Schuss sein

Sollte die Überprüfung kleinere Mängel ergeben, sollten Sie diese beheben lassen. Kleine Kratzer können Sie mithilfe eines sogenannten Smart-Repair-Kits auch allein entfernen. Steht die nächste Hauptuntersuchung bevor, lohnt es sich in der Regel, den Termin vorzuziehen und die HU noch vor dem Verkauf durchführen zu lassen. Größere Reparaturen und Instandsetzungen rentieren sich dagegen nicht: Hier stecken Sie Geld hinein, ohne dass der Wert stark steigt. Auch wenn keine Mängel vorliegen und keine Inspektion ansteht, sollten Sie auf jeden Fall:

  • Öl- und Wasserstand kontrollieren
  • Beleuchtung überprüfen (Front- und Heckseite, Innen- und Kofferraum, Armaturenbrett)
  • Reifenluftdruck den Herstellervorgaben einstellen

Reinigen Sie das Auto von außen und von innen

Was viele Autoverkäufer vergessen: Gerade bei Verkäufen an privat spielt die Technik gar nicht die wichtigste Rolle. Entscheidender ist vielmehr die Optik des Gebrauchtwagens. Denn wenn das Auto gut aussieht, wird sich der Besitzer auch bei technischen Sachen um sein Auto gekümmert haben – so zumindest die Denkweise vieler Käufer. Denn: Würden Sie jemandem vertrauen, der ein vollkommen verdrecktes Auto anbietet? Daher sollten Sie sich bewusst machen: Ein frisch gewaschenes und poliertes Auto macht mitunter einen größeren Eindruck als eine besonders extravagante Sonderausstattung. Aber auch den Innenraum sollten Sie in Schuss bringen:

  • Entfernen Sie alle persönlichen Gegenstände aus dem Auto.
  • Leeren Sie Handschuhfach, Seitentaschen und Kofferraum.
  • Vergessen Sie nicht den Dreck im Aschenbecher und sonstigen Müllbehälter.
  • Saugen Sie gründlich Matten und Sitze ab.
  • Wischen Sie mit einem feuchten Tuch über alle Oberflächen, insbesondere über Armaturenbrett und Lenkrad.
  • Reinigen Sie den Rückspiegel.
Tipp

Säubern Sie den Motorraum von Blättern, Stöckchen und anderem Schmutz. Aber nehmen Sie keine Motorwäsche vor, wenn es nicht unbedingt sein muss. Unredliche Verkäufer kaschieren mit dieser Methode gern etwaige Motorschäden. Daher werden viele Käufer heutzutage sehr skeptisch, wenn sie einen blitzblanken Motorraum bei der Besichtigung vorfinden. Sie vermuten dann, dass der Verkäufer etwas zu verbergen hat.

So entfernen Sie unangenehme Gerüche

Mief im Auto ist nicht nur unangenehm, sondern zieht auch den Preis nach unten. In der Regel stammen die fiesen Gerüchen von heruntergefallenen Krümeln, verschütteten Kaffee-, Saft- oder – besonders penetrant – Milchresten, die über einen längeren Zeitraum nicht beachtet wurden. Daher wird man nur mit einem gründlichen Großreinemachen solche Ausdünstungen los:

  • Fußmatten ausklopfen und absaugen
  • Polster mit leichter Seifenlauge schrubben
  • Armaturenbrett und Lenkrad feucht abwischen

Gelegentlich sorgt auch ein verstopfter Pollenfilter für störende Duftnoten. Dieser sollte dann gewechselt werden. Verursacht die Klimaanlage den Gestank, liegt es meist am Verdampfer. In diesem Fall konnte die Feuchtigkeit nicht vollständig entweichen, im zurückbleibenden Wasser vermehrten sich Bakterien oder andere Mikroorganismen. Experten empfehlen, das Fahrzeug über eine längere Strecke zu bewegen und 5 bis 10 Minuten vor Fahrende die Klimaanlage auszuschalten. Läuft dann nur der Lüfter, verdampft die Restfeuchtigkeit.

Bei hartnäckigen Gerüchen, insbesondere bei Nikotingestank, hilft selbst gründliches Putzen nicht mehr. Dann sollten Sie den Profi ranlassen. Er behandelt den Innenraum mit Ozon, der dadurch den typischen Neuwagen-Geruch wiedergewinnt. Die Methode hat den Vorteil, dass keine potenziell allergieauslösenden Chemikalien eingesetzt werden. Allerdings können mit einer Ozonbehandlung nur organische Stoffe entfernt werden. Hat sich erst einmal das Piña-Colada-Aroma, das der Wunderbaum über Jahre verströmte, festgesetzt, sind auch die Spezialisten machtlos.

Info

Immer wieder werden bestimmte Haushaltsmittel zur Geruchsbeseitigung empfohlen. So soll es hilfreich sein, wenn man eine Schale Kaffeepulver über Nacht im Auto stehen lässt. Am nächsten Morgen riecht es zwar weniger muffig, doch die Wirkung ist zeitlich begrenzt. Denn bei dieser Methode werden nur die Moleküle, die in der Luft herumfliegen, gebunden. Spätestens nach ein paar Tagen kommt der strenge Geruch wieder zurück, wenn man die Ursache nicht beseitigt hat.

Wie entferne ich Tierhaare?

Vor dem Verkauf sollten Sie Haare von Hund und Katze unbedingt entfernen. Dadurch sieht nicht nur der Innen- oder Kofferraum ansprechender aus. Es beugt auch einer unangenehmen Geruchsbildung vor. Dabei reicht ein einfaches Aussaugen der Haare meist nicht aus. Restlos entfernen lassen sie sich meist nur mit einem speziellen Tierhaar-Aufsatz für den Staubsauger. Eine Alternative ist, Gummi- oder Polsterbürsten aus dem Fachhandel zu verwenden. Mit kurzen, kreisenden Bewegungen sammeln sich die Haare zu einem Knäuel, das sich absammeln lässt. Sollten Sie die Tierhaare nicht selbst entfernen können, gibt es auch hierfür professionelle Hilfe.


Wie kann ich meinen Gebrauchtwagen bestmöglich inserieren?

Die meisten Verkäufe von Gebrauchtwagen werden heutzutage über das Internet abgewickelt. Am einfachsten präsentiert man daher sein Auto auf einer der gängigen Online-Automobilbörsen. Zu den Marktführern gehören autoscout24.de, mobile.de und pkw.de. Auch die Gebrauchtwagen-Marktplätze von autobild.de oder auto-motor-und-sport.de sind häufig besucht. Über ein Online-Formular lassen sich die Fahrzeugdaten eingeben:

  • Stammdaten wie Erstzulassung, Kilometerstand oder Kraftstoffart
  • Informationen wie Hubraum, Motorleistung und Getriebe
  • Details zur Fahrzeugausstattung

Online-Automobilbörsen sind im Vergleich zu Anzeigen in der Tageszeitung häufig kostenlos und erreichen Millionen von potenziellen Kunden. Daher sind sie bei normalen Gebrauchtwagen meist auch die erste Wahl. Liebhaberstücke oder gepflegte Raritäten können dagegen meist leichter über eine Anzeige in einem Special-Interest-Magazin oder über eine spezialisierte Online-Plattform verkauft werden. Das Inserat ist allerdings in der Regel kostenpflichtig.

Wichtig ist, sein Auto so genau zu beschreiben wie möglich. Führen Sie alle Extras auf, mit denen Ihr Fahrzeug punkten kann: Alufelgen, Dachboxen, Multimedia-System und so weiter. Die wichtigsten Extras stehen selbstverständlich in der Liste ganz oben. Vergessen Sie aber auch nicht, die Serienausstattung aufzuführen. Manche Käufer sind irritiert, wenn Angaben über ABS, ESP, elektrische Fensterheber und Ähnliches fehlen. Übliche Abnutzungs- und Verschleißspuren brauchen Sie nicht zu erwähnen, Mängel müssen Sie aber nennen. Ist das Auto scheckheftgepflegt, sollte diese Angabe unbedingt in die Anzeige – Käufer honorieren diesen Punkt in der Regel als Vertrauensbeweis.

Tipp

Vermeiden Sie unbedingt Aussagen wie „Fahrzeug ist hundertprozentig in Ordnung“ – dies kann als Garantiezusage gedeutet werden. Auch bei Verkäufen von privat zu privat könnten Sie in diesem Fall haftbar gemacht werden, wenn der Käufer später Mängel entdeckt.

Präsentieren Sie Ihr Auto von der schönsten Seite, aber bleiben Sie ehrlich

Auch beim Autoverkauf gilt die alte Binsenweisheit der Werbung: Trommeln gehört zum Handwerk. Daher sollten Sie Ihre Anzeige unbedingt um schöne Bilder von Ihrem Auto bereichern. Tabu ist, einmal mit dem Smartphone ums Fahrzeug herumzulaufen und die Schnappschüsse einfach hochzuladen. Setzen Sie Ihr bisheriges Familienmitglied ruhig angemessen in Szene, verschweigen Sie aber kleine Kratzer und Steinschläge nicht. Potenzielle Käufer, die von weither angereist sind, reagieren meist sehr übellaunig, wenn solche wichtigen Details absichtlich vorenthalten wurden.

Neben Komplett- und Detailaufnahmen können Sie bei einigen Fotos auch den Hintergrund zeigen. Steht das Auto vor einer Garage, zeigt dies dem Betrachter, dass das Fahrzeug im Trockenen stand. Um Ihren Gebrauchten von seiner Schokoladenseite zu präsentieren, sind folgende Tipps hilfreich:

  • Die beste Perspektive: Kotflügel befindet sich vorn links, Räder sind leicht nach rechts eingeschlagen.
  • Frisch gewaschen und poliert strahlt der Lack besonders eindrucksvoll.
  • Fotos vom Innenraum sollten Sie nur schießen, nachdem Sie dort gründlich aufgeräumt haben.
  • Ein sauberer Motorraum zeigt, dass Sie sich gut um die Maschine gekümmert haben.
  • Hunde- und Katzenhaare haben im Kofferraum nichts verloren.
  • Seien Sie offen und ehrlich und zeigen Sie eventuelle Kratzer.
  • Laden Sie lieber zu viele als zu wenige Fotos hoch.
Tipp

Machen Sie unbedingt auf allen Fotos die Nummernschilder unkenntlich. Der Grund: In der Vergangenheit gab es Fälle, in denen Kriminelle die Kennzeichennummern zusammen mit den Infos zu inserierten Autos für Versicherungsbetrug genutzt haben.


So verkaufen Sie Ihr Auto an den Richtigen

Jemand hat sich auf Ihr Inserat gemeldet? Herzlichen Glückwunsch! Doch noch ist das Auto nicht verkauft, daher sollten Sie weiterhin vorsichtig sein. Meldet sich ein Interessent per E-Mail und bittet um Rückruf unter einer 0190er-Nummer, sollten Sie dies ignorieren. Denn dahinter verbirgt sich nur eine Betrugsmasche, mit der Sie abkassiert werden sollen. Interesse am Auto bestand nie. Auch bei potenziellen Käufern, die zwar sofort den Preis akzeptieren, aber den Wagen nicht besichtigen wollen, ist Vorsicht angebracht. Weitere Betrugsmaschen sind laut der Internetseite sicherer-autokauf.de:

  • Reparaturkostenbetrug
  • Fahrzeugübergabe an Dritte
  • Scheckbetrug
  • Einforderung digitaler Dokumente
  • Notar auf Vorkasse
  • Kauf per E-Mail-Bestätigung
  • Versicherungsbetrug

Legen Sie vor dem Besichtigungstermin eine Preisuntergrenze fest

Die meisten Käufer wollen das Auto, für das sie sich interessieren, in natura besichtigen. Das ist auch völlig normal, doch viele nutzen die Gelegenheit, den Kaufpreis herunterzuhandeln. Kein Argument ist zu schade dafür. Gerade die Grauzone zwischen (normalem) Verschleiß und (auffälligen) Mängeln bietet genug Anreiz (und manchmal auch Möglichkeiten), den Preis zu drücken. Setzen Sie also vor dem Besichtigungstermin für sich einen Mindestpreis fest, den Sie auf jeden Fall bekommen möchten. Eine wirkungsvolle Strategie ist die Wish-Want-Walk-Verhandlung

  • Wish: Ihr Wunschpreis, gerne weit über dem reinen Marktwert. Akzeptiert der Käufer diesen Preis, können Sie glücklich sein.
  • Want: Eine realistische Einschätzung des angemessenen Preises, auf den man sich im Rahmen einer Verhandlung einigen könnte.
  • Walk: Ihr Mindestpreis, alles darunter ist für Sie nicht akzeptabel. An diesem halten Sie dann während des gesamten Termins fest. Lassen Sie sich auch von aggressiven Bemerkungen wie „Jetzt bin ich extra die weite Strecke zu Ihnen gefahren“ nicht unter Druck setzen.

Auch als Verkäufer sollten Sie eine Begleitperson zum Besichtigungstermin mitbringen

Der Kernprozess besteht aus wenigen Schritten, die von beiden Seiten leicht nachvollzogen werden können: Zunächst versenden Käufer oder Verkäufer ein Angebot, dann hinterlegt der Käufer die Kaufsumme bei der Partnerbank. Erst vor Ort gibt er endgültig die Zahlung frei, woraufhin er das Auto mitnehmen kann. Auch derjenige, der sein Auto verkauft, profitiert von der vereinfachten Geldübergabe: Er erhält sofort sein Geld. Und dank der bargeldlosen Zahlung muss er weder überprüfen, ob es sich bei den Banknoten um Fälschungen handelt, noch muss er größere Summen zu Hause lagern.

Tipp

Der Ratgeber zur Probefahrt erläutert die wichtigsten Aspekte rund ums Thema: Wie man eine Probefahrt vorbereitet, welche Vereinbarungen man schließen sollte und warum eine Besichtigung vorher und hinterher mehr als sinnvoll ist.

Welche Dokumente soll ich zum Besichtigungstermin mitbringen?

  • Zulassungsbescheinigung
  • Wartungs-/Scheckheft
  • Belege über Ein- und Umbauten
  • Belege über Reparaturen
  • Bedienungsanleitung
Info

Sie dürfen während der Besichtigung keine Mängel oder Unfallschäden verschweigen. Dies fällt unter die Aufklärungspflichten, denen Sie in jedem Fall nachkommen müssen – also auch selbst dann, wenn der Käufer Sie nicht danach gefragt hat. Ansonsten kann der Käufer den Vertrag anfechten. Allerdings liegt bei ihm auch die Beweislast, dass er von Ihnen arglistig und vorsätzlich getäuscht wurde – in der Praxis oft schwierig umzusetzen, im Einzelfall aber möglich.

Vor der Probefahrt Ausweisdokumente zeigen lassen

Dass der potenzielle Käufer eine Probefahrt machen möchte, sollte Sie freuen: Schließlich zeigt Ihr Gegenüber weiterhin Interesse an Ihrem Auto. Allerdings gibt es auch in dieser Phase einige Spielregeln, die beide Seiten einhalten sollten. Lassen Sie sich vor Fahrtbeginn sowohl den Personalausweis als auch den Führerschein zeigen und überprüfen Sie beide Ausweisdokumente genau. Denn ohne Ausweispapiere besteht kein Versicherungsschutz! Die eigentliche Probefahrt sollte der Kaufinteressierte – wenn möglich – nicht allein durchführen, Sie sollten immer auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

Verursacht der Kaufinteressierte während der Probefahrt einen Unfall, haftet er auch für den entstandenen Schaden. Da die wenigsten aber für die kurze Fahrt eine Versicherung abschließen wollen, lassen sie sich in der Probefahrtvereinbarung von der Haftung befreien. Ist das Fahrzeug noch auf Sie zugelassen, besteht während der Fahrt Ihr Versicherungsschutz weiter. Wenn Sie als Alleinfahrer versichert sind, sollten Sie vorab Ihre Versicherung kontaktieren, ob sich der Schutz kurzzeitig ausweiten lässt. Wichtig bei einer Vollkaskoversicherung: Achten Sie in der Probefahrtvereinbarung darauf, dass der Käufer sowohl die Selbstbeteiligung wie auch die zusätzlichen Kosten übernimmt, sollte der Besitzer nach einem Unfall höhergestuft werden.

Auf schriftlichen Kaufvertrag bestehen und Sachmängelhaftung ausschließen

Die Modalitäten des Kaufvertrags handeln Sie als Verkäufer mit dem Käufer selbst aus. Wichtig dabei: Alle Absprachen sollten immer schriftlich fixiert werden, so gibt es keinen Streit hinterher. Nur in dieser Form können Sie die gesetzlich vorgeschriebene Sachmängelhaftung ausschließen. Ansonsten müssen Sie innerhalb der nächsten 12 Monate Sachmängel auf Ihre Kosten beheben lassen. Daher gehört in Ihren Kaufvertrag in jedem Fall die Klausel „Privatverkauf ohne Gewährleistung“. Formulierungen im Stil von „gekauft wie besichtigt“ sind – juristisch gesehen – eher bedenklich.

Haben Sie bestimmte zusätzliche Garantien oder Zusagen getroffen, haften Sie für diese trotz allgemeinem Gewährleistungsausschluss. Auch wenn der Verkäufer bewusst falsche Angaben macht oder einen Unfallschaden verschweigt, besteht die Gewährleistungspflicht unverändert fort. Solche Streitigkeiten enden schnell vor Gericht, daher empfiehlt sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Tipp

Unterschreiben Sie keinen Vertrag, den der Käufer selbst aufgesetzt hat. Bestehen Sie darauf, dass nur Ihr Vertrag gilt. Ist der Käufer damit nicht einverstanden, brechen Sie die Verkaufsverhandlungen ab. Einen Mustervertrag können Sie sich hier herunterladen.

Bei der Bezahlung hat Bargeld oberste Priorität

Bietet man sein Auto im Internet an, steht man in der Regel fremden Leuten gegenüber. Aber auch beim Verkauf an Kollegen, Bekannte und entfernte Verwandte gilt: Nur Bares ist Wahres! Die Schlüssel und Fahrzeugpapiere geben Sie erst dann aus der Hand, wenn Sie den vollen Kaufpreis in bar bekommen haben. Alle anderen Bezahlformen sollten Sie ausschließen: keine Schuldscheine, keine späteren Überweisungen, keine Kreditkarten und schon gar keine Teil- oder Ratenzahlungen. Auch die Möglichkeit, Anzahlungen zu leisten, sollten Sie nicht einräumen. Denkbar wäre nur eine Anzahlung vorab, wenn der Käufer die Restsumme in bar bei der Abholung übergibt.

Nach dem Verkauf Zulassungsstelle und Versicherung informieren

Im Idealfall ist das Auto zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht mehr auf Sie zugelassen. Dann zahlen Sie keine Kfz-Versicherung und keine Steuer mehr. Zudem können Sie nicht mehr belangt werden, wenn der neue Besitzer auf dem Heimweg geblitzt wird oder einen Unfall verursacht. Um das Fahrzeug zu bewegen, braucht der neue Besitzer ein Kurzzeitkennzeichen . Dafür muss er mittels eVB-Nummer bei der Zulassungsstelle nachweisen, dass er eine Versicherung abgeschlossen hat.

Verkaufen Sie dagegen ein zugelassenes Auto, muss der Käufer die Selbstverpflichtung unterschreiben, binnen 7 Tagen das Fahrzeug umzumelden. Wohnt er im gleichen Zulassungsbezirk, kann er die alten Nummernschilder weiterbenutzen. Zudem sollten Sie im Kaufvertrag Datum und Uhrzeit des Verkaufs festhalten. Falls doch etwas in der Zwischenzeit passiert, können Sie später beweisen, dass das Fahrzeug ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Ihnen gehörte.

In jedem Fall sollten Sie dennoch selbst unverzüglich Ihre örtliche Zulassungsstelle sowie Ihre Versicherung darüber informieren, dass Sie Ihr Auto erfolgreich verkauft haben. Dafür reicht die sogenannte Veräußerungsanzeige. Sie enthält Angaben wie Name und Ausweisnummer des Käufers sowie die Bestätigung, dass der Käufer die Papiere und das Kennzeichen des Fahrzeugs erhalten hat.


Fazit: Beim Autoverkauf geduldig bleiben und mehr Geld bekommen

Wer sein altes Auto verkaufen will, muss dafür nicht zum Gebrauchtwagenhändler. Auch der Verkauf privat an privat ist möglich, erfordert aber etwas mehr Vorbereitung und Geduld. Denn lassen Sie sich genügend Zeit, um einen seriösen Interessenten zu finden, müssen Sie das Fahrzeug auch nicht unter Wert verkaufen. Zudem sollten Sie das Auto sorgsam aufbereiten. Die meisten Autokäufer sind keine Autoexperten, wollen aber die Sicherheit, dass sich der vorherige Besitzer gut um sein Auto gekümmert hat. Das bedeutet: Autos, die von innen und außen sauber sind, bringen mehr Geld. Auch bei Preisverhandlungen sollten Sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Bleibt der Käufer unter Ihrem Mindestpreis, können Sie die Verhandlungen ruhigen Gewissens abbrechen.



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