Marder­schaden


Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen.

Sind Sie bei CosmosDirekt versichert? Dann melden Sie Ihren Schaden einfach online.


Ein Marder­schaden ist eine ärgerliche Angelegen­heit. Schutz vor den ungeliebten Nagern bietet die Ab­schottung des Motor­raums. Um einem ent­standenen Schaden wirklich vorzu­beugen, sollte bei der Kasko­ver­sicherung nicht gespart werden. Wir decken die Motive des Marders für Sie auf, berichten über weitere Schutz­möglich­keiten und erklären Ihnen, wie die Kfz Versicherung der Cosmos­Direkt bei einem Schaden weiterhilft.

Im Jahr 2018 gab es 198.000 gemeldete Versicherungsschäden an kaskoversicherten Autos, die durch einen Marderbiss verursacht wurden. Der entstandene Schaden für die Versicherungen beträgt insgesamt 69 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Kosten pro Schaden betragen somit 348,48 Euro - eine ganz schön hohe Summe. Eine deutliche Veränderung im Vergleich zum Jahr 2014 ergibt sich nicht. Im Jahr 2014 gab es 207.000 Schäden mit einer Summe an Versicherungsleistungen von 63 Millionen Euro.

Wer sein Auto teil- oder vollkaskoversichert hat, ist gegen den finanziellen Schaden durch Marderbisse geschützt.

Versicherungsschäden durch Marderbisse

Jahr
Anzahl der SchädenLeis­tungen in Euro

2010

228.000

58 Millionen

2014 207.00063 Millionen
2018198.00069 Millionen
  • Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Hinweis

Einige Kfz-Tarife decken nur direkte Marderschäden ab. Es werden also nur die beschädigten Teile ersetzt. Andere Tarife umfassen auch Folgeschäden – zahlen also auch, wenn zerbissene Zündkabel den Katalysator lahmlegen, kaputte Gummimanschetten zu Schäden an den Antriebs- oder Achsgelenken führen oder undichte Kühlschläuche eine Motor-Überhitzung veranlassen.


Der Marder und sein Instinkt

Viele Tiere markieren ihr Revier und stellen damit unsichtbare, aber erschnüffelbare Wände auf. Andere Artgenossen gehorchen ihrem Instinkt und respektieren so die Grenzen des anderen, indem sie sein Gebiet meiden und sich einen anderen Lebensraum suchen. In der heißen Phase, sprich der Paarungszeit, geht es aber rund. Der Steinmarder – nur diese Marderart macht sich über Autos her – ist von März bis in den Spätsommer hinein höchst aktiv, um mit einer oder mehr Lebensabschnittsgefährtinnen Nachkommen zu zeugen. Dabei geht es um harte Konkurrenz: Nur wer sein Revier absteckt und verteidigt, hat auch Chancen bei den Frauen. Es ist also äußerst lästig, wenn die sensible Nager-Nase einen Konkurrenten wittert, der sich im eigenen Revier breitmachen will. Was genau hat das Paarungsverhalten der Marder aber mit dem Auto zu tun?

Wann ist die Gefahr am größten?

In der Paarungszeit der Marder kommt das Revierverhalten der Tiere auf das höchste Level. Dadurch steigt die Gefahr für Marderschäden am Auto.

Der Motor­raum: Eine Well­ness-Oase für den Marder

Der Motorraum eines Pkw ist für den Marder eine Erholungsstätte. In seinem persönlichen Spa ist es warm und verwinkelt, man kann bequem von unten einsteigen, mit unbekannten Dingen spielen und es sich zwischen Motorteilen gemütlich machen. Zugleich bietet der Motorraum Schutz vor Fressfeinden und hat Winkel und Ecken für die eigene Speisekammer. Eigentlich verständlich, warum Steinmarder diese Umgebung lieben.

Verschie­dene Stand­orte sind das Problem

Nun haben aber Autos die Eigenschaft, dass sie bewegt werden. Man fährt morgens zur Arbeit und abends wieder zurück. In diesem Fall hat ein Auto zwei Standorte, die mehrere Kilometer auseinander liegen. Biologen haben zudem festgestellt, dass die Marderpopulation stetig ansteigt. Vor 60 Jahren noch war das kleine, katzenartige Raubtier fast ausgestorben. Inzwischen hat sich der Bestand aber erholt und auch die Scheu vor Großstädten verloren. Es ist daher wahrscheinlich, dass sowohl am Heimatort als auch am Arbeitsort Populationen von Mardern existieren, die ihr Revier abstecken.

Beispiel

Marder Hugo hat die Familienkutsche daheim für sich entdeckt und verbringt die Nächte geschützt im warmen Motorraum. Da hier sein Revier ist, hat er es bereits durch Drüsensekrete, Urin oder Kot markiert. Nun steht das Auto plötzlich in einer anderen Region, wo Marder Erwin auf die warme Rückzugsstätte aufmerksam wird. Kaum nähert er sich aber seinem zukünftigen Wohnzimmer, als es ihm über die sensible Nase aufgeht: Ein Konkurrent war hier.

Wenn der Marder Gummi mordet

Die Frustrationstoleranz eines Steinmarders ist praktisch gleich Null. Was soll er auch machen, wenn er den Konkurrenten riecht und spürt, aber nicht sieht? Im Gegensatz zum Menschen greift Marder Erwin nun zur Selbstjustiz. Er beginnt in seiner Wut über den fremden Eindringling in „seiner“ behaglichen Höhle zu wüten. Die Aggression richtet sich vor allem gegen Teile aus Gummi und Kunststoff. Es ist nicht so, dass der Marder den Geruch und Geschmack dieser Teile liebt und deshalb herzhaft hineinbeißt. Das ist ein weit verbreiteter Mythos. Er kommt aber gegen Metallteile mit seinen Zähnen nicht an und zieht daher das nachgiebige Material vor, um seinen Frust abzulassen. Dabei markiert er gleichzeitig das Revier, um Marder Hugo mitzuteilen, dass der sich gefälligst zu trollen habe.

Diese Bauteile sind am häufigsten betroffen

Im Motorraum eines Autos sind zahlreiche Kabel und Schläuche aus flexiblen Materialien. Vor allem Fahrzeugteile aus Gummi und weichem Kunststoff sind von den Attacken der Marder betroffen.

Oft sind die Bisse eines Marders schwer zu entdecken, und noch öfter merkt man es erst, wenn es zu spät ist. Folgeschäden sind das Stichwort, denn eine mit der Zeit undicht werdende Leitung fällt erst auf, wenn sie ihre Funktion nicht mehr erfüllt.


Marder­schäden am Auto erkennen

Im Fall von Zündkabeln ist dies am unruhigen Motorlauf erkennbar, wenn eine oder mehr Zündkerzen nicht mehr richtig arbeiten. Die Motor­kontroll­leuchte gibt dann den Hinweis, dass mit der Motor­steuerung etwas nicht stimmt. Das Steuergerät schaltet in diesem Fall in ein Notlaufprogramm, mit dem die nächste Werkstatt aufgesucht werden kann. Nachlassenden Brems­druck erkennt man in der Regel selbst oder durch die entsprechende Kontroll­lampe. Steigt die Kühlwasser­temperatur an, kann dies darauf hindeuten, dass ein Marder an den Kühl­schläuchen geknabbert hat.

Ein regel­mä­ßiger Blick in den Motor­raum ist zu empfehlen

Das Gefährliche an Marderschäden ist also, dass sie oft schleichend kommen. In wenigen Fällen kann der Marder ein Auto komplett lahmlegen, in den meisten Fällen aber treten Schäden erst auf, wenn ein Bauteil nach der Attacke den Dienst während des Betriebs versagt. Es schadet daher nicht, im Frühling und Sommer öfter einen Blick in den Motorraum zu werfen, sofern nicht alle Teile dem Blick durch Abdeckungen entzogen sind.


Besuch vom Marder: Wer zahlt den Schaden?

Autobesitzer können sich gegen die Folgen von Marderbissen am Fahrzeug versichern. Die Haftpflicht einer Autoversicherung leistet in solchen Fällen nicht. Versichert sind Marderschäden durch die Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Im Schadenfall leistet die Teilkasko im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme und eines möglichen Selbstbehalts bei direkten Marderschäden. Wichtig: Einige Versicherungen haben den Marderschutz in der Teilkasko, andere wiederum schließen ihn aus.

Tipp

Bei CosmosDirekt werden die Kosten für Tierbiss-Schäden (zerbissene Leitungen, Kabel, Schläuche, Gummi­man­schetten und Dämm­matten) ohne Auswirkung auf Ihren Schaden­freiheits-Rabatt (zum Beispiel durch Marder­biss) erstattet. Folge­schäden wie zum Beispiel am Motor oder Katalysator werden im Basis-Schutz bis 3.000 Euro und im Comfort-Schutz in unbegrenzter Höhe erstattet.

Sind Folge­schäden versi­chert?

In vielen Tarifen sind allerdings Folgeschäden ausgeschlossen. Wenn der Marder also die Kühlschläuche angreift, die Kühlflüssigkeit ausläuft und trotz überhöhter Temperaturanzeige weiter mit dem Fahrzeug gefahren wird, ist ein daraus resultierender Motorschaden nicht versichert. Im Comfort-Schutz von CosmosDirekt sind auch die Folgeschäden versichert. Wer sein Auto oft im Freien stehen hat, sollte sich die Leistungen seiner Versicherung bei Marderschäden genau ansehen. Die Schadenhöhe bei einem Marderschaden kann schnell mehrere Hundert Euro erreichen. Der höhere Tarif zahlt sich bei Folgeschäden in der Regel immer aus.


So schützen Sie Ihr Auto vor Marder­schäden

Autobesitzer müssen nicht tatenlos zusehen, wie sich Hugo und Erwin Revierkämpfe im Motorraum liefern. Vorbeugen kann helfen, ist aber keine Garantie gegen Schäden. Wir sagen Ihnen, was gegen Marder hilft – und was nicht.

Fachgerechte Motorwäsche
War der Marder einmal da, ist es wichtig, eine Motorwäsche vorzunehmen. Die Duftstoffe des Tieres werden dabei entfernt, sodass andere Marder keinen Grund mehr haben, in den Motorraum einzusteigen und zu wüten.

Motorraum abschotten
Ebenfalls wirksam sind Abschottungen für den ganzen Motorraum. Sie hindern den Marder daran, überhaupt zu den Kabeln und Schläuchen vorzudringen. Für viele Modelle gibt es Teile zum Nachrüsten, einzelne Hersteller bieten die Abschottungen schon ab Werk an – allerdings als Zusatzausstattung. Eine günstigere, aber auch weniger praktische Lösung können auch elastische Drahtgitter unter der Motorhaube sein – einen derart wackligen Untergrund mögen Marder gar nicht.

Kabel und Schläuche ummanteln
Ist der Marder erstmal im Motorraum, können flexible Rohre aus Hartplastik helfen. Die sogenannten Wellrohre halten auch den langen Zähnen der Marder stand. Sie werden einfach über die Kabel und Schläuche im Motorraum gezogen. Aber Vorsicht – die Plastikrohre dürfen nicht an die heißen Teile des Motors gelangen. Und: Auf diese Weise lassen sich nur Kabel und Schläuche schützen, aber keine Gummimanschetten und Dämmstoffe.

Gerüche absondern
Duftstoffe werden von vielen Autobesitzern als Waffe gegen Marder benutzt. Ob es WC-Steine, Hundehaare, Mottenkugeln, Knoblauch, Gewürzsäckchen oder andere Hausmittel sind: Erfolgreich ist keines davon. Eine Fahrt im Regen wäscht die Geruchslawine schnell aus. Außerdem gewöhnen sich Marder an Gerüche, wie Versuche zeigen.

Ultraschallwellen senden
Ultraschall in hoher Lautstärke wird von verschiedenen Firmen in Form kleiner und leicht zu montierender Geräte als „Marder-Schreck“ verkauft. Günstige Modelle liefern nur einen Ton und haben nahezu keine Wirkung, teurere Schallgeber wechseln die Frequenzen und können dadurch effektiver sein. Auch hier gilt: Marder können sich an laute Töne gewöhnen. Außerdem muss der Schall zielgerichtet mit voller Lautstärke ins Marderohr, damit er wirkt. Im verwinkelten Motorraum ist das schwierig.

Elektroschocks austeilen
Einen effektiveren Schutz als Düfte und Schallwellen versprechen die Hersteller von Hochspannungsgeräten. Diese ziehen im Motorraum mit spannungsgeladenen Plättchen eine Art „Weidezaun“, der elektrische Schläge an jeden Eindringling verteilt. Der Einbau von diesen Geräten mit mehreren hundert Volt sollte nicht nur wegen der empfindlichen Fahrzeugelektronik gut überlegt und unbedingt sach- und fachgerecht ausgeführt werden.


Fazit: Marder sind clever – Auto­fahrer sind aber nicht schutzlos

Marder lieben warme und verwinkelte Motorräume. Einmal häuslich eingerichtet, zeigen sie anderen Mardern durch Duftmarken, dass dieser Motorraum belegt ist. Wechselnde Standorte des Pkws provozieren jedoch andere Artgenossen, die ihre Wut dann an Kunststoffteilen auslassen. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich vor Mardern im Motorraum zu schützen – mit mehr oder weniger Erfolg. Um einem entstandenen Schaden wirklich vorzubeugen, sollte bei der Kaskoversicherung nicht gespart werden. Achten Sie aber auf die Versicherungsleistungen, denn einige Versicherer schließen diese Art der Schäden aus.

Tipp

Mit einem Kfz-Schutzbrief sind Sie als Autofahrer sorgloser unterwegs. Der Rundumschutz sichert zahlreiche Risiken bei Autofahrten im In- und Ausland ab. Dazu gehören in den meisten Fällen Pannen und Unfälle. Alles weitere erfahren Sie im Ratgeber Kfz-Schutzbrief.



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