Wunschkennzeichen

Wunschkennzeichen: Das Nummernschild mit der persönlichen Note


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Viele Fahr­zeug­halter möchten für Ihr Kfz-Kenn­zeichen, die Kombination selbst festlegen. Maximal fallen 12,80 Euro für ein Kfz-Wunsch­kenn­zeichen an. Die Verfüg­bar­keit können Sie über die Web­seite Ihrer zuständigen Zulassungs­stelle prüfen. Dort können Sie Ihr Wunsch­kenn­zeichen suchen. Im folgenden Artikel erklären wir alles weitere, was Sie bei der Zu­lassung eines Autos mit einem Wunsch­kenn­zeichen beachten müssen.


Diese Begriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
UnterscheidungszeichenBuchstabenkombination, die für den Landkreis oder die kreisfreie Stadt stehen, in dem das Fahrzeug angemeldet ist. Sie besteht aus maximal drei Buchstaben.
ErkennungsnummerBuchstaben- und Zahlenkombination, die das jeweilige Fahrzeug eindeutig identifiziert. Möglich sind 1 bis 2 Buchstaben und 1 bis 4 Zahlen. Nicht alle Kombinationsgruppen werden in den jeweiligen Zulassungsbezirken verwendet und einige Kombinationsmöglichkeiten sind nicht möglich.

Saß Ihnen auf der Autobahn schon einmal ein ROW-DY im Nacken? Oder fuhren Sie in der Stadt einem PA-UL, dann einer SU-SI und schließlich einem ED-DY hinterher? Diese Kennzeichen wurden nicht einfach so von der Zulassungsstelle vergeben, sondern auf Wunsch des Fahrzeughalters. Bei den Wunschkennzeichen gehören Wortspiele zu den beliebtesten Kombinationen. Oft gilt: "Zeig mir dein Kennzeichen und ich sag dir, wer du bist". Denn viele Wunschkennzeichen sagen etwas über den Fahrzeughalter aus. Weit verbreitet ist die Kombination von Initialen und Geburtstagen – von sich selbst, vom Partner oder den Kindern. Auch Hochzeitstage, die mit den Anfangsbuchstaben der beiden Partner kombiniert werden, sind beliebt. Ebenfalls gern genommen: Vereinszugehörigkeiten (F-CK), Automarken (B-MW), prägnante Abkürzungen (HH-MM für den Hamburger Gruß „Hummel Hummel“ – „Mors Mors“), Pikantes (KUS-S) oder Musikliebhaber (AC-DC).


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Was kostet ein Kfz-Wunschkennzeichen?

Wunschkennzeichen sind teurer als normale Kfz-Kennzeichen, die von der Zulassungsstelle per Zufall oder nach Liste vergeben werden. Sie müssen einen Aufschlag von 10,20 Euro zahlen. Der Gebührensatz ist bundeseinheitlich und gilt für alle Zulassungsstellen. Wenn Sie das Kfz-Kennzeichen online reservieren, wird eine zusätzliche Gebühr von 2,60 Euro fällig. Insgesamt müssen Sie 12,80 Euro zusätzlich zahlen. Wie hoch die Kosten für eine Neuzulassung oder Ummeldung insgesamt sind, hängt vom Zulassungsbezirk ab. Die Gebühren sind nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern werden vom zuständigen Verwaltungsbezirk individuell festgelegt. Die Gebühren werden meistens auf den Webseiten der Zulassungsstellen aufgelistet. So kostet beispielsweise in Stuttgart eine Neuzulassung von 26,30 bis 58,00 Euro und in Rostock von 26,90 bis 37,10 Euro. Dazu kommen noch die Kosten, um die Schilder prägen zu lassen. Diese liegen bei 15 bis 20 Euro pro Paar.

Tipp

Mehr zu den Gebühren einer Ummeldung erfahren Sie im Ratgeber Auto ummelden.


Wie komme ich an mein Wunschkennzeichen?

Sie haben zwei Möglichkeiten, um an Ihr Wunschkennzeichen zu kommen: Bei der Anmeldung des Fahrzeugs oder durch die Online-Reservierung vorab.

Wunschkennzeichen bei Anmeldung des Fahrzeugs angeben

Wenn Sie Ihr Fahrzeug an- oder ummelden, werden Sie gefragt, ob Sie ein bestimmtes Kennzeichen wünschen. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Sie Ihr Wunschkennzeichen beantragen können. Der Sachbearbeiter schaut dann in der Datenbank nach, ob die gesuchte Kombination verfügbar ist. Ist das Wunschkennzeichen frei, bekommen Sie das Nummernschild. Ziert das Kennzeichen jedoch bereits ein anderes Fahrzeug, können Sie ein oder zwei Alternativen abfragen. Angesichts langer Wartezeiten fehlt dem Sachbearbeiter oft die Zeit, allzu viel Kombinationen durchzuprobieren. Dann müssen Sie das Kennzeichen nehmen, das der Computer für Sie festlegt.

Wunschkennzeichen vorab suchen und online reservieren

Daher empfiehlt es sich, vorab zu Hause am Computer das Wunschkennzeichen zu reservieren. Dies ist bei allen Zulassungsstellen über die entsprechenden Webseiten möglich. In der Suchmaske geben Sie das gewünschte Kennzeichen ein. Das Programm gleicht dann mit der Datenbank ab, ob dieses Kennzeichen noch verfügbar ist. In der Regel müssen Sie angeben, ob das Kfz-Wunschkennzeichen für einen Pkw, einen Lkw beziehungsweise einen Anhänger oder für ein Motorrad oder Moped vergeben werden soll. Denn die Größe und die Anzahl der möglichen Buchstaben- / Zahlen-Kombinationen sind verschieden. Wenn das Wunschkennzeichen als „frei“ angezeigt wird, können Sie es verbindlich reservieren.

Info

Wenn Sie Ihr Wunschkennzeichen prüfen, können Sie nur die sogenannte Erkennungsnummer frei wählen – die Abkürzung für den Zulassungsbezirk ist vorgegeben.

Wie lange sich ein Kfz-Kennzeichen reservieren lässt, hängt vom Zulassungsbezirk ab

Jede Zulassungsstelle hat die Länge des Zeitraums, in dem die Reservierung des Wunschkennzeichens gültig ist, selbst festgelegt. In Hamburg beträgt die Zeitspanne zum Beispiel 14 Tage, in Berlin 2 Monate, in Stuttgart sogar ein halbes Jahr. Bei vielen Zulassungsstellen ist es auch möglich, die Reservierung zu erneuern beziehungsweise zu verlängern, wenn es nicht möglich war, das Fahrzeug innerhalb der angegebenen Frist zuzulassen. Doch die Fristverlängerung ist üblicherweise nicht kostenfrei, sondern nur gegen einen von der Zulassungsstelle festgelegten Aufpreis möglich. Läuft die Frist aus, kann jemand anderes dieses Kennzeichen wählen.

Info

Wechselkennzeichen – ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge derselben Fahr­zeug­klasse – lassen sich in der Regel nicht als Wunsch­kenn­zeichen reservieren.

Mögliche Kombinationen für Wunschkennzeichen

Folgende Buchstaben und Buchstabenkombinationen stehen grundsätzlich nicht für ein Wunschkennzeichen zur Verfügung:

  • Umlaute: Ä, Ö, Ü
  • HJ, KZ, NS, SA, SD, SS

Folgende Buchstaben und Buchstabenkombinationen stehen zum Beispiel in Stuttgart für ein Wunschkennzeichen zur Verfügung:

PKW:

  • 2 Buchstaben, 2 Ziffern: beispielsweise S-FG 12
  • 2 Buchstaben, 3 Ziffern: beispielsweise S-FG 123
  • 1 Buchstabe, 4 Ziffern: beispielsweise S-F 1234
  • 2 Buchstaben, 4 Ziffern: beispielsweise S-FG 1234

Motorräder:

  • 1 Buchstabe, 3 Ziffern beispielsweise S-F 123
  • 2 Buchstaben, 2 Ziffern beispielsweise S-FG 12

Gibt es Einschränkungen, die ich beachten muss?

Tabu bei der Vergabe von Wunschkennzeichen sind Abkürzungen von Organisationen aus der Zeit des Nationalsozialismus: HJ, KZ , NS , SA und SS werden in keinem Bundesland vergeben, manche – wie Stuttgart – sperren auch SD. Darüber hinaus können die Zulassungsstellen weitere Kombinationen sperren. So wird beispielsweise im Saalkreis die Abkürzung für Skinhead (SK-IN) auf Kennzeichen nicht ausgegeben.

Info

Grundlage dieses Vorgehens ist § 8 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZVO): „Die Zeichenkombination der Erkennungsnummer sowie die Kombination aus Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer dürfen nicht gegen die guten Sitten verstoßen.“ Das Unterscheidungszeichen steht für den Zulassungsbezirk, die Erkennungsnummer für das jeweilige Fahrzeug.

Umlaute nur eingeschränkt auf Wunschkennzeichen verfügbar

Damit die Wunschkennzeichen auch im nichtdeutschsprachigen EU-Ausland verstanden werden und da viele Alphabete Sonderzeichen nicht kennen, verzichtet man bei der Vergabe der Nummern in der Regel auf die Umlaute Ä, Ö und Ü. Ganz konsequent wird diese Praxis aber nicht betrieben. So wird im bayerischen Landkreis Altötting seit 1956 durchgängig das AÖ als amtliches Kfz-Kennzeichen ausgegeben. Und im Landkreis Rostock kann seit 2012 das frühere BÜZ (für den Altkreis Bützow) wieder beantragt werden.

Tipp

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Retrofieber: Die Rückkehr der Altkennzeichen

Mit der Liberalisierung der Kennzeichen wurde die alte Regelung gekippt, wonach jeder Zulassungsbezirk nur ein Unterscheidungszeichen besitzen darf. Jetzt herrscht wieder eine größere Vielfalt auf deutschen Straßen – seitdem wurden über 300 Altkennzeichen wieder reaktiviert. Es ist aber unterschiedlich geregelt, wer welches alte Kfz-Kennzeichen reservieren darf. In manchen Verwaltungsbezirken dürfen nur Bewohner des Altkreises das entsprechende Kennzeichen wählen, in anderen Landkreisen stehen die Altkennzeichen allen Einwohnern offen. Und auch bei Altkennzeichen gilt: Nicht alles, was möglich ist, ist auch erlaubt. So hat beispielsweise die Stadt Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf nach Einführung des Altkennzeichens BUL die Kombination BUL-LE untersagt. Das Landratsamt empfand die Kombination als anstößig – obwohl ein Polizist der Erste war, der dieses Kfz-Kennzeichen reservieren wollte.

Tipp

Sie ziehen in einen anderen Landkreis um und wollen Ihr Wunschkennzeichen nicht verlieren? Seit 2015 können Sie es behalten. Wie das geht und was Sie beachten müssen, erfahren Sie im Ratgeber Kfz-Kennzeichen mitnehmen.


Wunschkennzeichen: Regelungen in anderen Ländern

Auch andere Länder wie die USA, Australien oder Österreich haben Regelungen zu Wunschkennzeichen erlassen. Im Englischen werden die personalisierten Kennzeichen mitunter als „vanity plates“, also „Nummernschilder der Eitelkeit“, oder „prestige plates“ bezeichnet. Im Gegensatz zu deutschen Kfz-Wunschkennzeichen kann in manchen Ländern die vollständige Schilderbreite mit einer individuellen Buchstaben- und Zahlenkombinationen gefüllt werden. Dabei kann es sich um Zahlenfolgen handeln, Namen oder Titel, Abkürzungen für Redewendungen oder ganz ausgefallene Slogans.

Verboten sind dabei obszöne Begriffe und solche, die andere verletzen könnten. Viele US-Bundesstaaten führen sogenannte „blue lists“, Listen mit gesperrten Wörtern – für gewöhnlich sexuelle Anspielungen oder Diskriminierungen. In New York werden darüber hinaus auch Kombinationen mit FDNY (Feuerwehr), NYPD (Polizei) oder GOD (Gott) grundsätzlich nicht vergeben. Vor US-amerikanischen Gerichten werden aber regelmäßig Fälle verhandelt, in denen die Vergabe bestimmter Wunschkennzeichen gegebenenfalls zurückgenommen wird – wenn sich herausstellt, dass bestimmte Kombinationen trotz vorhergehender Prüfung als anstößig empfunden werden. Oder das Gericht erlaubt die Verwendung – trotz vorhergehendem Verbot – mit Blick auf die Meinungs- und Religionsfreiheit.

Jedes Land regelt Wunschkennzeichen auf eigene Weise

Im Prinzip hat jeder Staat eigene Besonderheiten im Umgang mit Kfz-Wunschkennzeichen: Während sie in den meisten Ländern an ein Fahrzeug gekoppelt werden, vergeben einige Staaten auch Kennzeichen, die an eine bestimmte Person gebunden sind und teilweise sogar lebenslang gelten. In Schweden kann man beispielsweise sein persönliches Wunschkennzeichen beantragen und 10 Jahre lang fahrzeugunabhängig nutzen. Dafür wird eine Gebühr von 6.000 Kronen – rund 650 Euro – fällig.

In Österreich kostet es dagegen 227,20 Euro zuzüglich 18 Euro Abholgebühr, das „Kennzeichen nach eigener Wahl“, wie das Wunschkennzeichen dort genannt wird, zu reservieren. Das Geld kommt nicht dem allgemeinen Haushalt, sondern einem Fonds zugute, der Projekte im Bereich Verkehrssicherheit unterstützt. Die Vormerkfrist beträgt 15 Jahre, auch hier bestehen bestimmte Ausnahmeregelungen bezüglich nationalsozialistischer Symbole und Abkürzungen.

Info

Das wahrscheinlich teuerste Wunschkennzeichen der Welt besitzt Saed Al-Khouri. Im Jahr 2008 ersteigerte er es bei einer Auktion in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Al-Khouri zahlte die Rekordsumme von umgerechnet 10 Mio. Euro für das Kennzeichen mit der Nummer 1. Doch bei der Auktion ging es nicht nur um Eitelkeit – das Geld ging an ein Krankenhaus für Verkehrsopfer.


Fazit: Wunschkennzeichen geben dem Fahrzeug eine persönliche Note

Mit einem Wunschkennzeichen ist es recht einfach, dem eigenen Fahrzeug mehr Individualität zu verleihen. Schließlich ist es für viele Fahrer mehr als nur ein Transportmittel, sondern ein täglicher Begleiter auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Bei anderen hat es sogar den Status eines Familienmitglieds. Die Personalisierung ist dabei relativ kostengünstig. Maximal fallen bundesweit 12,80 Euro für ein Kfz-Wunschkennzeichen an. Die Verfügbarkeit prüfen Sie am besten online über die Webseite Ihrer zuständigen Zulassungsstelle. Dort können Sie entweder Ihre Wunsch-Kombination eingeben oder innerhalb festgelegter Begrenzungen ein mögliches Wunschkennzeichen suchen.



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