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Steuererklärung und Hausratversicherung

Die Hausratversicherung in der Steuererklärung absetzen

Jedes Jahr trifft es einen wieder: die Steuererklärung. Wer der Meinung ist, dass es sich nicht lohnt, einen Steuerberater zur Rate zu ziehen, muss sich über alle Regelungen und Vorschriften selber informieren. Häufig kommt dabei die Frage auf, ob die Beiträge zur Hausratversicherung als Sonderausgaben oder Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden können.

Die Hausratversicherung ist neben der Haftpflicht­versicherung die am häufigsten abgeschlossene private Versicherungs­police. Eine gute Sache: ob Wasser­schaden, Diebstahl oder Brand – die Hausrat­versicherung springt im Fall der Fälle ein. Mit der Hausratversicherung ist Ihr Hab und Gut geschützt. Leider lässt sich die Hausrat­versicherung in der Steuer­erklärung nur in Ausnahme­fällen steuerlich absetzen. Weshalb das so ist, erfahren Sie im folgenden Artikel.


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Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
PoliceVersicherungsvertrag mit all seinen Leistungen, der zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer geschlossen wird
Versicherer Allgemein gebräuchlicher Begriff für Versicherungsgesellschaften bzw. -unternehmen
SachversicherungAlle Versicherungen, die nach dem jeweiligen individuellen Bedarf des Versicherungsnehmers seine Sachwerte versichern

Versicherung ist nicht gleich Versicherung in der Steuererklärung

Generell gilt nach der deutschen Steuergesetzgebung: Bestimmte Versicherungen sind bei der Steuer absetzbar. Im Klartext bedeutet dies, dass Versicherungsnehmer einen gewissen Anteil der für die Versicherung gezahlten Beiträge zurückerhalten. Die Hausratversicherung kann aber nicht jeder Versicherungsnehmer von der Steuer absetzen. Diese Versicherung dient nämlich nicht der Vorsorge, demnach kann man sie steuerlich nicht geltend machen. Wenn innerhalb der versicherten Räumlichkeiten allerdings ein Arbeitszimmer beruflich genutzt wird, sieht die Situation anders aus.

Allgemein gilt: Bei der Einkommenssteuer können alle Versicherungen gelten gemacht werden, die der Vorsorge dienen – also dem Sichern der Gesundheit und des Vermögens. Beispiele hierfür sind die Haftpflichtversicherung und Krankenversicherung. Eine Hausratversicherung wird dieser Anforderung nicht gerecht. Sie hat den Charakter einer Kfz Kaskoversicherung und offeriert weitergehenden Schutz. Sie wird deshalb als Sachversicherung eingestuft, die als solche steuerlich nicht geltend gemacht werden kann.

Versicherungsbeiträge sind in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Die Hausratversicherung ist eine reine Sachversicherung. Als eine Form der Schadenversicherung versichert sie nach dem individuellen Bedarf des Versicherungsnehmers dessen Sachwerte. Sie schützt das Haushaltsinventar und alle sonstigen Einrichtungsgegenstände vor Brand, Blitzschlag, Explosion, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Außerdem trägt sie häufig die aus dem Schaden entstehenden zusätzlichen Kosten – wie sie beispielsweise durch eine Rettungsaktion entstehen können.

Tipp

Die Hausratversicherung gehört zu den wichtigen Policen, die Sie abschließen können. In unserem Ratgeber „Was ist eine Hausratversicherung“ klären wir Sie darüber auf, was diese Versicherung ausmacht und worauf Sie bei der Wahl Ihres Versicherungsschutzes achten müssen.

Andere Versicherungsarten wie die Privathaftpflicht- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung haben mehr Priorität für die Einzelperson.

Tipp

Über eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder Bundesbürger verfügen. Sie schützt vor finanziellen Risiken, die das ganze Leben belasten können. Wie Sie die Haftpflicht am besten steuerlich absetzen und auf welche Art, erfahren Sie in unserem Ratgeber Haftpflichtversicherung und deren steuerliche Berücksichtigung


Wann lässt sich die Hausratversicherung absetzen?

Wer ein Büro oder ein Arbeitszimmer im eigenen Zuhause betreibt, kann sich beim Verfassen seiner Steuererklärung freuen. Wie bei vielen Sachverhalten in der Steuerklärung gibt es auch in diesem Fall für die Hausratversicherung eine Ausnahme. Wenn die Police aus beruflichen Gründen erforderlich ist, kann sie anteilig abgesetzt werden.

Die Hausratversicherung wird dann nicht unter Vorsorgeaufwendungen angegeben, sondern unter den Werbungskosten. Sie gilt als Sonderausgabe, die die berufliche Existenz sichern soll. Dies gilt für berufliche Arbeitszimmer, die sich über weitere Privaträume der Wohnung erreichen lassen. Ihre Angaben zur Hausratversicherung können Sie in der Anlage G tätigen. Wenn Sie eine Versicherung für Büroräume abgeschlossen haben, können Sie diese als Betriebskosten absetzen.

Fallbeispiel:
Herr Müller ist Grafikdesigner und hat eine Wohnung über 100 Quadratmeter. 10 Quadratmeter seiner Unterkunft nutzt er beruflich als Arbeitszimmer. In diesem Fall darf er 10 Prozent der jährlichen Prämie für die Hausratversicherung von der Steuer absetzen.

Wenn Sie Ihr Arbeitszimmer steuerlich absetzen möchten, sollten Sie die Vorschriften beachten. Das Zimmer muss ein von der restlichen Wohnung abgetrennter Raum sein, der überwiegend für die berufliche Tätigkeit genutzt wird.

Hinweis

Ab 2019 wird die Frist zur Abgabe der Steuererklärung um zwei Monate verlängert. Wer die Formulare selbst ausfüllt, muss sie künftig erst Ende Juli des Folgejahres einreichen. Bisher musste die Steuererklärung bis Ende Mai fertig sein.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/steuererklaerung-fiskus-gewaehrt-mehr-zeit-a-1091874.html, 11.05.2016


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Grundlegend müssen sich nur diejenigen Bürger darüber Gedanken machen, ob Ihre Hausratversicherung über die Steuererklärung absetzbar ist, die im entsprechenden Steuerjahr steuerpflichtige Einnahmen hatten. Wenn dies der Fall ist, muss nur noch die Frage beantwortet werden, ob sie durch eine berufliche Nutzung eines Arbeitszimmers in Ihrer Wohnung die Hausratversicherung steuerlich absetzen können.

Da Sie diese dann als Sonderausgaben bei den Werbungskosten angeben, müssen Sie sich über Höchstgrenzen keine Sorgen machen. Pauschal berücksichtigt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer 1.000 Euro. Wenn Sie hohe Werbungskosten erwarten, können Sie auch das Lohnsteuerermäßigungsverfahren nutzen. Beim Finanzamt beantragen Sie einfach einen höheren Freibetrag. Danach steigt Ihr monatliches Nettoeinkommen, weil Ihr Arbeitnehmer weniger Lohnsteuer von Ihrem Gehalt einbehält. Die Werbungskosten, die Ihre Steuerlast senken, werden demnach sofort berücksichtigt.

Tipp: Beratung schadet nie!

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihre Hausratversicherung absetzen können, empfiehlt es sich, eine kompetente Beratung aufzusuchen. Geld für eine steuerliche Beratung dürfen aber nur Menschen nehmen, die eine entsprechende Ausbildung genossen haben: Anwälte, Steuerberater und Beratungsstellenleiter in Lohnsteuerhilfevereinen gehören diesem Kreis an. Der Gesetzgeber stellt damit sicher, dass die Beratung fachgerecht und qualitativ ist. Aber auch die Finanzämter selber sind dazu verpflichtet, Sie gegebenenfalls zu beraten, wenn Sie sich bei einer Angabe unsicher sind.

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Welche Nachweise benötigen Sie?

Wenn Sie als Selbstständiger aufgrund Ihrer Hausratversicherung Steuern zurückerstattet bekommen möchten, müssen Sie diese in der Anlage G angeben.

Es besteht die Möglichkeit, bei der Versicherungsgesellschaft einen Beitragsnachweis anzufordern, wenn diese ihn nicht automatisch zugesandt hat. Vielen Finanzämtern reicht als Nachweis eine Kopie des Versicherungsvertrags und der Kontoauszüge, damit sie sehen können, dass die Beiträge wirklich geleistet wurden. Da Sie bei der Hausratversicherung nur einen Teil der Versicherungsprämie gelten machen können, sind Sie dazu verpflichtet, eine Aufrechnung zu erstellen, die aufschlüsselt, welchen Teilbetrag Sie von der Gesamtsumme abgezogen haben. Diese können Sie ganz einfach per Hand erstellen.

Wichtig: Die Hausratversicherung bezieht sich generell auf die privaten Vermögenswerte in Ihrem Haushalt. Wenn Sie in Ihrer Wohnung ein Arbeitszimmer einrichten, brauchen Sie gegebenenfalls eine Ergänzung zu Ihrem bestehenden Versicherungsvertrag. Prüfen Sie Ihre Police diesbezüglich, wenn Sie ein Arbeitszimmer einrichten möchten.

Checkliste: Kann ich die Hausratversicherung absetzen?
  • Steuerpflichtiges Einkommen im betreffenden Steuerjahr vorhanden?
  • Arbeitszimmer in der Privatwohnung vorhanden, welches vorwiegend beruflich genutzt wird?
  • Hausratversicherungspolice vorhanden?
  • Nachweise verfügbar?

Fazit: Hausratversicherung steuerlich absetzen ist nur in Ausnahmefällen möglich

Die meisten Versicherten dürfen nicht ihre Hausratversicherung von der Steuer absetzen. Erst mit der Einrichtung eines Arbeitszimmers zur beruflichen Tätigkeit wird die Hausratversicherung für die Steuer interessant.

Dennoch sollte auf eine Hausratversicherung nicht verzichtet werden – auch wenn Sie als Vorsorgeaufwendung nicht steuerlich anerkannt wird. Aber wenn man schon länger einen eigenen Haushalt führt, hat man oft Vermögenswerte angesammelt, die eine Hausratversicherung rechtfertigen. Außerdem übernehmen die Versicherungen im Schadenfall je nach Leistungsspektrum auch Kosten wie die Unterbringung in Hotels, falls das eigene Heim unbewohnbar geworden ist, sowie die Entsorgung von beschädigten Dingen.

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