Hausrat- und Haftpflichtversicherung Kombi


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Haftpflicht- und Hausratversicherung gehören zu den wichtigsten privaten Versicherungen. Die private Haftpflichtversicherung springt ein, wenn Sie versehentlich Dritte schädigen. Mit einer Hausratversicherung sichern Sie Ihr Hab und Gut gegen Schäden oder Diebstahl ab.

Einige Versicherer bieten die Hausrat- und Haftpflichtversicherung als Kombi an. Dies kann durchaus Vorteile haben, ist aber nicht immer sinnvoll und kann auch teurer als zwei günstige Einzelverträge sein.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
DeckungserweiterungBei einer Deckungserweiterung weiten Zusatzbausteine den Versicherungsschutz aus.
Neuwert

Wert einer Sache im Neuzustand.

Zeitwert

Wert einer Sache nach einer bestimmten Nutzungsdauer.

Deckungssumme

Maximaler Betrag, den der Versicherer im Schadenfall zahlt. Die Deckungssumme variiert je nach Versicherung.

Die erst zwei Jahre alte Spielekonsole entzündet sich aufgrund eines technischen Defekts. Dabei wird ein Teil der Wohnung in Flammen gesetzt und die restlichen Räume und die Möbel durch Rauch- und Rußbildung beschädigt. Die Löscharbeiten der Feuerwehr setzen die gesamte Wohnung unter Wasser. Die Hausratversicherung übernimmt in diesem Fall alle Kosten: Sowohl die Schäden am Hausrat durch Feuer und Rauch, als auch jene durch das Löschwasser.

Und was ist, wenn nicht nur Ihre Wohnung betroffen ist? Wenn Sie in einem Mehrparteienhaus wohnen, beschädigt das Löschwasser möglicherweise auch Wohnung und Inventar Ihrer Nachbarn. Mit einer Hausrat- und einer Haftpflichtversicherung bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen, die der Schaden bei Ihnen und bei Ihren Nachbarn verursacht hat.

Tipp

Für Hausbesitzer ist auch eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll. Sie deckt Schäden am Gebäude durch Leitungswasser, Brand und Sturm ab. Durch eine Deckungserweiterung lässt sich der Versicherungsschutz bei Bedarf noch umfassender gestalten.

Welche Schäden decken Hausrat- und Haftpflichtversicherung ab?

Hausrat- und Haftpflichtversicherung decken unterschiedliche Schadenbereiche ab. Die Haftpflicht alle Schäden, die Sie anderen unbeabsichtigt zufügen und die Hausratversicherung Schäden an dem Eigentum in Ihrem Haus oder Wohnung.

Wann springt die Haftpflichtversicherung ein?

Manchmal führt schon ein Moment der Unachtsamkeit zu einem immensen Schaden, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall den Sie als Fußgänger auslösen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) haften Sie für alle Schäden, die Sie verursachen. Sie haften mit Ihrem gesamten Vermögen und so lange, bis der Schaden beglichen ist. Gerade wenn Personen verletzt werden, kann das teuer werden. Schnell gehen Zahlungsforderungen in die Zehntausende oder gar Millionen. Mit einer Haftpflichtversicherung sichern Sie sich gegen dieses Risiko ab. Sie leistet an Ihrer Stelle Schadenersatz.

Die Haftpflichtversicherung deckt folgende Schadensbereiche ab:

  • Personenschäden: Kosten, die durch körperliche Verletzungen entstehen, z. B. Behandlungskosten, Bestattungskosten, Schmerzensgeld, Kosten für Reha- und Umbaumaßnahmen
  • Sachschäden: z. B. Reparaturkosten, Wiederbeschaffungskosten
  • Vermögensschäden: z. B. Verdienstausfall bei Selbstständigen
Hinweis

Ein weiterer Vorteil der Haftpflichtversicherung ist der passive Rechtsschutz. Kommt es aufgrund unberechtigter Schadenersatzforderungen zu einem Rechtsstreit, trägt Ihr Versicherer diesen für Sie aus. Er übernimmt sämtliche Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten.

Wann greift die Haftpflicht nicht?

Die Haftpflichtversicherung deckt nicht alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab. Von der Haftung ausgeschlossen sind beispielsweise Schäden, die vorsätzlich verursacht werden. Auch Schäden mitversicherter Personen werden nicht übernommen. Haben Sie eine Familienhaftpflichtversicherung und verletzen aus Versehen Ihren Partner, ersetzt die Versicherung die entstandenen Kosten also nicht. Ebenso ausgenommen sind Geldstrafen und Bußgelder, die im Schadenfall erhoben werden.

Wann springt die Hausratversicherung ein?

Sowohl Hausrat- als auch Haftpflichtversicherung decken Sachschäden ab. Anders als die Haftpflicht ist die Hausratversicherung allerdings eine reine Sachversicherung. Sie greift nur bei Schäden an Ihrem Inventar. Dazu gehören unter anderem:

  • Gebrauchsgegenstände: Kleidung, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik
  • Verbrauchsgegenstände: Nahrungsmittel, Heizstoffe
  • Einrichtung: Möbel, Gardinen, Teppiche usw.
  • Wertsachen: Antiquitäten, Schmuck, Gemälde

Je wertvoller Ihr Hausrat, desto wichtiger ist es, diesen zu versichern. Stellen Sie sich vor, ein Feuer vernichtet Ihren gesamten Hausstand. Die Hausratversicherung ersetzt in einem solchen Fall Ihr Hab und Gut zum Neuwert. Das ist der Wert, den die Gegenstände in gleicher Art und Qualität im Neuzustand einmal hatten. Dass sie in der Zwischenzeit Abnutzungs- oder Gebrauchsspuren erlitten haben, ist unerheblich. Darin besteht ein weiterer Unterschied zwischen Haftpflicht- und Hausratversicherung: Die Haftpflichtversicherung erstattet lediglich den Zeitwert einer Sache bzw. die Reparatur, wenn diese im Schadenfall möglich ist.

Durch folgende Ursachen entstandene Schäden deckt die Hausratversicherung ab:

  • Leitungswasser
  • Brand und Explosion
  • Blitz, Sturm und Hagel
  • Einbruchdiebstahl und Vandalismus

Dabei umfasst der Versicherungsschutz nicht nur Gegenstände, die sich in den Wohnräumen befinden. Der Schutz erstreckt sich auch auf Garagen, Terrassen, Anbauten sowie Kellerräume des Hauses. Zudem sind auch Folgeschäden abgedeckt. Müssen Sie nach einem Schadenfall beispielsweise in einem Hotel untergebracht werden oder soll das Haus während der Reparatur professionell überwacht werden, übernimmt der Versicherer ebenfalls die Kosten.

Hinweis

Für Schäden an Wertsachen wie Schmuck, Kunstgegenständen oder Antiquitäten gilt eine Höchstgrenze. In der Regel liegt diese bei mindestens 20 Prozent der Deckungssumme. Besitzen Sie viele oder teure Wertsachen, empfiehlt es sich, eine höhere Obergrenze zu vereinbaren.

Wann greift die Hausratversicherung nicht?

Die Hausratversicherung zahlt wie die Haftpflichtversicherung nicht, wenn Schäden absichtlich verursacht werden. Auch bei Schäden durch Erdbeben, Kernenergie und infolge von politischen Unruhen greift die Versicherung nicht. Lassen Sie sich von einem Trickbetrüger hinters Licht führen, dürfen Sie ebenfalls keine Zahlungen erwarten.


Ist die Kombination von Hausrat- und Haftpflichtversicherung sinnvoll?

Bei vielen Anbietern finden Sie einen Versicherungsschutz für Privathaftpflicht und Hausrat als Kombi. Das kann durchaus sinnvoll sein. Für die Kombination beider Versicherungen spricht, dass Sie im Schadenfall nur einen Ansprechpartner haben. Zudem sind Kombiverträge oft günstiger als separate Hausrat- und Haftpflichtversicherungen. Der niedrigere Preis solcher Policen-Bündel sollte aber nicht das Hauptkriterium sein; entscheidend ist immer der Leistungsumfang.


Was ist bei der Kombination von Hausrat- und Haftpflichtversicherung wichtig?

Auch wenn Sie Hausrat- und Haftpflichtversicherung im Paket abschließen, handelt es sich um eigenständige Policen. Das bedeutet, dass Versicherungsbedingungen und Preise separat ausgewiesen werden müssen. Diese sollten die Grundlage für Ihre Entscheidung bilden. Vergleichen Sie kombinierte und separate Angebote verschiedener Anbieter hinsichtlich folgender Punkte:

  • Höhe der Deckungssumme
  • Umfang der Basisleistungen
  • mögliche Zusatzleistungen
Hinweis

Auch bei der Kündigung sind Haftpflicht- und Hausratversicherung eigenständig. Sie können die Policen also auch unabhängig voneinander kündigen. Der Versicherungsschutz der nicht gekündigten Versicherung bleibt bestehen. Es entfällt dann jedoch der gewährte Beitragsvorteil.


Wie berechnet sich der Beitrag bei Hausrat- und Haftpflichtversicherung als Kombi?

Der Beitrag einer Kombi-Police hängt von der gewünschten Deckungssumme und dem Leistungsumfang ab. Je höher die Deckungssummen und je größer der Leistungsumfang, desto teurer ist in der Regel auch die Kombiversicherung. Bei der Hausratversicherung spielen zudem die Größe der Wohnfläche und die Wohnungsausstattung eine Rolle. Je mehr Wohnraum Sie versichern möchten und je hochwertiger die Ausstattung bzw. Einrichtung, desto teurer wird die Versicherung.


Wie hoch sollten die Deckungssummen bei einer Hausrat- und Haftpflicht-Kombi sein?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Haftpflichtversicherungen eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro. Viele Versicherer bieten aber auch höhere Summen an.

Die Deckungssumme der Hausratversicherung sollte sich immer nach dem Wert des Hausrats richten. Oft werden pauschale Ver­sicherungs­summen vereinbart, die anhand der Wohnfläche in Quadrat­metern berechnet werden. Pro Quadratmeter kalkulieren Versicherer meist zwischen 650 und 750 Euro. Der Vorteil dabei: Sie müssen Ihr Inventar und die Neuwerte nicht erfassen.

Welche Zusatzleistungen können bei Hausrat- und Haftpflichtversicherung sinnvoll sein?

Möchten Sie eine Kombipolice für Hausrat- und Haftpflichtversicherung abschließen, sollten Sie beim Vergleich verschiedener Anbieter auch Zusatzleistungen berücksichtigen, die den Versicherungsschutz sinnvoll erweitern. Bei der Haftpflichtversicherung ist die Forderungs­ausfall­deckung zu empfehlen. Werden Sie selbst geschädigt und der Verursacher kann nicht für den Schaden aufkommen, leistet Ihre Haftpflicht­ver­sicherung. Bei der Hausratversicherung kann eine Versicherung gegen Elementar­schäden sinnvoll sein. Sie übernimmt auch Schäden, die durch Überschwemmungen, Wasserrückstau, Lawinen, Erdrutsch und Erdbeben verursacht werden.

Fazit

Kombinieren Sie Haftpflicht- und Hausratversicherung, können Sie oft Kosten sparen. Damit Sie im Schadenfall nicht das Nachsehen haben, sollten Sie neben den Tarifen aber auch den Leistungsumfang im Basispaket sowie mögliche Zusatzleistungen der Anbieter berücksichtigen. Wichtig: Trotz Kombipolice handelt es sich um eigenständige Versicherungen. Möchten Sie nur die Hausratversicherung oder die Haftpflichtversicherung kündigen, ist das möglich. Der Versicherungsschutz der anderen Versicherung bleibt erhalten.