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Mit Überspannungsschutz den Hausrat vor Blitzeinschlägen schützen

Überspannungsschutz:

Den Hausrat vor Blitzeinschlägen schützen

Der Sommer gilt für viele Menschen als die schönste Zeit des Jahres. Doch bergen die Sommermonate oftmals ein unterschätztes Risiko: Blitzeinschläge, die Überspannungsschäden an Wohngebäuden und am Hausrat hervorrufen können. Dieses Naturphänomen ist die Hauptursache für die meisten Überspannungen über Strom- und Internetleitungen oder Antennenkabel. Ein Blitz erzeugt ein starkes elektromagnetisches Feld. Die dadurch erzeugte Energie entlädt sich in Sekundenbruchteilen. Dies kann zu Überspannungen in den Leitungen führen, die elektrische Geräte beschädigen. Es muss nicht immer der Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe sein. Selbst ein Einschlag in 3 Kilometer Entfernung kann solche Schäden verursachen.

Überspannungsschäden können aber auch auf anderem Weg entstehen. Wenn Kabel und Leitungen in alten Häusern über die Jahre brüchig geworden sind, halten sie dem elektrischen Energiebedarf moderner Geräte oft nicht stand. Dies kann zu Überspannungen und Bränden führen. Darüber hinaus wurden nicht in allen Wohnhäusern die Leitungen von Profis verlegt. Fehler bei der Installation bergen ebenfalls die Gefahr von Überspannungsschäden, die den Hausrat betreffen können. Das Gefahrenpotential ist groß, deshalb sollten Sie genau prüfen, ob und in welchen Fällen Ihre Hausratversicherung Schäden durch Überspannung absichert.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
ObliegenheitDas sind die Verhaltenspflichten, die vom Versicherungsnehmer zu beachten sind. Tut er das nicht, kann der Versicherer im Schadenfall den Anspruch auf Versicherungsleistung gegebenenfalls kürzen oder auch vom Vertrag zurücktreten oder kündigen.
PoliceIn der Versicherungsbranche üblicher Begriff für das Vertragsdokument, welches zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer abgeschlossen wird.
VersichererDie Seite eines Versicherungsvertrags, die den Versicherungsschutz zusagt. Auch Versicherungsgeber oder Versicherung genannt.

Welche Maßnahmen ermöglichen einen Überspannungsschutz?

Schäden durch elektrische Überspannung sollte man vorbeugend entgegenwirken. Der Verlust des betroffenen Geräts ist häufig nicht der einzige Schaden, vor dem Verbraucher stehen. Der Computer kann gegen ein neues Modell ersetzt werden, persönliche Daten allerdings sind unter Umständen für immer verloren. Deshalb ist es umso wichtiger, sich ausreichend über einen wirksamen Überspannungsschutz zu informieren. Generell gilt: Falls Sie noch kein Schutzgerät besitzen, sollten Sie bei einem Gewitter die Stecker von Elektrogeräten ziehen. Das Gleiche gilt für Antennenanschlüsse und Telefonanschlüsse.

Bei Schutzmaßnahmen gegen Überspannung wird zwischen Maßnahmen am Gebäude und innerhalb der Wohnräume unterschieden. Um sich gegen die Auswirkungen von Blitzeinschlägen ausreichend zu schützen, ist eine Kombination von beiden wichtig. Denn jedes Jahr werden durch Überspannungen, die während Gewittern in elektrischen Leitungen auftreten, elektrische Anlagen und Geräte beschädigt. Die elektrischen Entladungen eines Gewitters können in Form von Überspannungen über den Netzanschluss oder das Antennenkabel ins Haus gelangen. Der Schaden kann erheblich sein. Von einer defekten Stromanlage über zerstörte Elektrogeräte bis hin zu Bränden ist alles möglich.

Sämtliche Geräte mit elektronischen Bauelementen sind von Überspannungsschäden durch Blitz bedroht:

  • Fernseh-, DVD- und Rundfunkgeräte sowie HiFi-Anlagen
  • Computer, Drucker und Router
  • Telefone, Faxgeräte und Anrufbeantworter
  • Alle Arten von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler
  • Steuerungen für Heizungsanlagen
  • Einbruch- und Brandmeldeanlagen

Im schlimmsten Fall werden die Geräte vollkommen zerstört oder die gespeicherten Daten und Programme gelöscht.

Äußerer und innerer Blitzschutz

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass eine Blitzschutzanlage vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Dies gilt aber nur für Wohnhäuser, die höher als 20 Meter sind. Demnach gibt es für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern keine gesetzliche Verpflichtung zur Installation einer Blitzschutzanlage. Allerdings machen viele Versicherer die Erstattung von Überspannungsschäden davon abhängig, ob zum Zeitpunkt des Schadens ein einwandfreier Blitzschutz für das betroffene Haus vorhanden war. Deshalb sollten alle Hausbesitzer einen solchen installieren, um die Gefahr von Überspannungs­schäden für den Hausrat zu verringern. Die Versicherungsgesellschaften können ansonsten, den Versicherungsschutz ablehnen oder kürzen.

Ein Blitzableiter am Haus schützt das Gebäude und bewahrt vor Brandschäden. Durch ihn wird im Falle eines Blitzeinschlags die Energie zur Erde hin abgeleitet. Doch die Elektroinstallationen und elektrischen Geräte im Haus kann er nicht schützen. Deren Absicherung erfolgt über Schutzmechanismen, die in der Elektroverteilung und direkt vor dem zu schützenden Gerät installiert werden.

Bei Maßnahmen, die die baulichen Anlagen betreffen, spricht man allgemein vom äußeren Blitzschutz oder einer Gebäudeblitzschutzanlage. Alle anderen Schutzvorrichtungen gegen Überspannungsschäden gehören zum inneren Blitzschutz. Bei der Neuverlegung von Stromanlagen in Wohnhäusern verbauen gewissenhafte Bauherren feste Schutzeinrichtungen, die als Ableiter Überspannungen auf Werte absenken, die für Anlagen mit elektronischen Bauelementen ungefährlich sind. Diese Bauteile werden als Grobschutzgeräte bezeichnet und sollten nur von einem fachkundigen Elektriker verbaut werden.

Überspannungsschutz für Zuhause

Die meisten kennen ihn: den Überspannungsschutz für zu Hause in Form von Steckerleisten. Alle Maßnahmen, die in den heimischen Vierwänden Überspannungsschäden verhindern, bezeichnet man als Feinschutz. Die entsprechenden Geräte bietet der Fachhandel bereits steckfertig an, so dass Verbraucher sie selbständig anschließen können. Dabei vergessen aber viele, das nicht nur Anschlüsse zum Stromnetz mit einem Feinschutzgerät ausgestattet werden sollten, sondern ebenso die Signalanschlussanlage von Antenne und Telefon. Auch über diese Leitungen kann sich die Blitzenergie entladen. Feinschutzgeräte sind demnach alle Schutzvorrichtungen, die das einzelne Gerät vor Überspannungsschäden absichern.

Das Angebot an Geräten für den Überspannungsschutz ist umfangreich und für die meisten Verbraucher unübersichtlich. Egal, ob im Fachgeschäft, Supermarkt oder Online-Shop, überall werden Feinschutzgeräte in verschiedenen Ausführungen und zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten. Bei der Entscheidung für einen Überspannungsschutz sollte man aber nicht davon ausgehen, dass das teuerste Schutzgerät den besten Schutz bietet. Zahlreiche Tests haben gezeigt, dass ein gesundes Mittelmaß zwischen beiden Preisklassen häufig die beste Absicherung darstellt.

Generell lässt sich jedoch sagen, dass die günstigsten Geräte gegen Schwankungen durch einen Blitzeinschlag kaum etwas ausrichten können. Sie bieten höchsten einen Überspannungsschutz gegen Stromschwankungen und Spannungsspitzen im alltäglichen 220-Volt-Netz. Preiswerte Stecker sind nur auf 6.000 Ampere ausgelegt. Ein durchschnittlicher Blitz kann aber 20.000 Ampere in das Stromnetz einspeisen. Deshalb sollten Sie beim Kauf von Feinschutzgeräten immer auf die angegebenen Schutzwerte achten.

Einige Geräte wurden bereits durch den Hersteller mit einem Überspannungsschutz versehen. Allerdings sollten Sie sich dies immer beim Kauf bestätigen lassen, um im Schadenfall abgesichert zu sein.

Tipp

Regelmäßig prüfen Organisationen wie Stiftung Warentest verschiedene Geräte für den Überspannungsschutz in einem Test auf ihre Verlässlichkeit. Bevor Sie also ein solches Gerät kaufen, sollten Sie sich über die unterschiedlichen Testergebnisse informieren, um sich einen Überblick über die besten Modelle verschaffen.


Welche Versicherung springt bei Überspannungsschäden ein?

Allein 2013 verursachten 340.000 Blitz- und Überspannungsschäden Gesamtkosten von 280 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2012 nahm die Zahl der Schadenfälle damit zwar um 80.000 ab, die entstandenen Gesamtkosten sanken jedoch nur geringfügig.

Die Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zur Anzahl der Blitz- und Überspannungsschäden zeigt jedoch auch, dass die Kosten für die Einzelschäden über die Jahre insgesamt gestiegen sind. Das liegt vor allem daran, dass sowohl die Anzahl als auch die Hochwertigkeit der elektronischen Geräte in deutschen Haushalten zugenommen hat. Im Durchschnitt liegt der Einzelschaden bei 800 Euro – und damit höher als jemals zuvor.

Die Schäden, die direkt durch einen Blitz entstehen, sind vergleichsweise gering. Die Mehrzahl der Schäden entsteht durch die indirekten Überspannungs­schäden. Sie machen rund 80 Prozent aller Schadenfälle aus. Dabei treten auf dem Land mehr Überspannungsschäden als in der Stadt auf. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Durch das weit verzweigte Leitungsnetz in Städten können sich Überspannungen leichter verteilen. Wenn sie am Endgerät angekommen, ist ihre Stärke abgeschwächt.

Blitz-Bilanz 2014

Blitz- oder Überspannungsschaden

Wohn- und Gebäudeversicherer unterscheiden bei Schäden durch Blitzschlag zwischen Blitz- und Überspannungsschäden. Ein Blitzschaden liegt vor, wenn der Blitz direkt in ein Gebäude einschlägt und dieses dadurch beschädigt. Schlägt ein Blitz in unmittelbarer Nähe eines Gebäudes ein, kann sich die Spannung über die Strom- oder Telefonleitung entladen und in elektrischen Anlagen und Geräte übergehen. Diese werden dann durch die Überspannung beschädigt. Auch durch Antennenkabel, Wasser- und Gasleitungen können Spannungen in Gebäude weitergeleitet werden. In diesen Fällen wird von Überspannungsschäden gesprochen.

Für Blitzschäden am Haus wird eine Wohngebäudeversicherung benötigt. Sie trägt die finanziellen Folgen wenn beispielsweise Schäden am Dach, Mauerwerk oder an der fest installierten Anlage auftreten.

Blitz- und Überspannungsschäden am Hausrat trägt hingegen die Hausratversicherung. Bei defekten Telefonanlagen, Waschmaschinen oder anderen Schäden am Inventar springt sie ein.


Hausratversicherung bei Überspannungsschäden

Das Risiko von Überspannungsschäden wird von vielen Verbrauchern unterschätzt. Dabei sind die auftretenden Schadenfälle nicht selten. Außerdem gehen die meisten davon aus, dass sie mit ihrer Hausratversicherung gegen Überspannungsschäden ausreichend abgesichert sind. Zwar bieten viele Versicherer in ihren Hausrat-Policen auch die Abdeckung von Überspannungsschäden am Hausrat an, dieser entspricht aber oft nicht dem Umfang, denn viele der Versicherten erwarten.

Häufig werden nur solche Überspannungsschäden versichert, die im Stromnetz auftreten. Diese sind aber genau die Schadenfälle, die am seltensten einen Schaden verursachen. Die meisten Überspannungen treten aufgrund von Blitzen auf. Viele Hausratversicherungen sichern aber nur gegen Blitzschäden ab, die einen Brand verursachen und dadurch den Hausrat vernichten.

Durch das hohe Gefahrenpotential sollte Sie bei der Wahl Ihrer Versicherung genau darauf achten, im welchen Umfang Überspannungsschäden abgedeckt werden. Einige Versicherer bieten einen ergänzenden Zusatzschutz für jegliche Art von Überspannungsschäden an, der den Standardschutz ergänzt.

Tipp

Achten Sie beim Versicherungsvergleich darauf, inwieweit in der Hausratversicherung Überspannung mit abgesichert ist.


Wie verhalte ich mich nach einem Überspannungsschaden?

Nach Überspannungsschäden durch einen Blitz sollten Sie vor allem die Ruhe zu bewahren. Als erstes stellen Sie sicher, dass kein weiterer Schaden, beispielsweise durch Kurzschlüsse oder Brände, entstehen kann. Für Versicherungsnehmer gilt die Obliegenheitspflicht. Sie sind dazu angehalten, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ansonsten kann der Versicherer die Leistungen kürzen oder verweigern.

Am besten dokumentieren Sie den Schaden anhand von Fotos. Im Idealfall haben Sie noch einen Zeugen zur Hand. Dokumentieren Sie das Ausmaß der Überspannungsschäden und unterrichten Sie Ihren Versicherer zeitnah. Die beschädigten Elektrogeräte müssen Sie genauso wie andere Gegenstände, die unter Mitleidenschaft gezogen wurden, aufbewahren, bis die Schadenregulierung beendet ist. Wenn der Schaden besonders hoch ist, wird der Versicherer einen Gutachter einbestellen, der den Schaden überprüft.

Die Beweispflicht liegt immer auf Seiten des Versicherungsnehmers. Wer keine defekten Geräte vorlegen kann, bietet kaum Anhaltspunkte, die den Überspannungsschaden glaubhaft machen. Verschmorte Leitungen und Anschlüsse weisen jedoch ebenso wie der gleichzeitige Ausfall mehrere Geräte glaubhaft auf Überspannungsschäden hin.

Gerade bei Schadenmeldungen aufgrund von Überspannung schauen die Versicherer genau hin. Häufig versuchen die Gesellschaften durch ein Gutachten, die Ursache für den Gerätedefekt zu überprüfen. Die Ursache für den Geräteausfall kann nämlich auch betriebsbedingt sein oder mit dem Stromversorger zusammenhängen. Die Versicherung leistet nur, wenn auch wirklich Überspannungsschäden durch einen Blitz vorliegen.

Tipp

Damit die Schadenregulierung schnell und unkompliziert von statten geht, erhalten Sie in unserem Ratgeberartikel Hausratversicherung: Schaden melden - eine detaillierte Anleitung, die Ihnen weiterhilft.


Fazit: Schützen Sie Ihre Geräte vor Überspannungsschäden

Viele Verbraucher unterschätzen das Risiko von Überspannungsschäden durch einen Blitz. Zudem glauben zahlreiche Versicherungsnehmer, durch ihre Hausratversicherung ausreichend abgesichert zu sein, ohne die genauen Konditionen zu kennen. Eine Überprüfung des Leistungsumfangs der Hausrat-Police lohnt sich daher auf jeden Fall.

Sie sollten auf einen umfangreichen Überspannungsschutz nicht verzichten. Häufig erkennen Versicherungen Schadenmeldungen wegen Überspannung nicht an, wenn nicht die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Die Kombination aus eigenen Schutzmaßnahmen und einer guten Versicherungspolice bietet Ihnen somit den optimalen Schutz. Mit CosmosDirekt decken Sie die eine Hälfte dieses Sicherheitspakets perfekt ab.


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