Haftpflichtversicherung für das Handy

Haftpflichtversicherung fürs Handy / Smartphone:

Wer kommt für den Schaden auf?

Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails von CosmosDirekt finden Sie auf den jeweiligen Produktseiten.

Im Ratgeber erfahren Sie alles zur Versicherung Ihres Smart­phones. Eine Haft­pflicht­versiche­rung übernimmt bei Smart­phones beispiels­weise nur Schäden durch Dritte. In einigen Schaden­fällen übernimmt auch die Haus­rat­ver­sicherung die Schaden­kosten. Schäden durch eigenes Verschulden über­nehmen nur spezielle Handy­ver­siche­rungen, die jedoch „grobe Fahr­lässigkeit“ aus­schließen. Hier muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass es sich nicht nur um Garantie­erweiterungen handelt.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
Selbstbeteiligung Anteil, den der Versicherte im Versicherungsfall selber tragen muss.
Grobe FahrlässigkeitDie erforderliche Sorgfalt im rechtlichen Verkehr wurde im hohen Maße verletzt, ohne naheliegende Überlegungen anzustellen. Wann grobe Fahrlässigkeit anfängt und wann es sich noch um leichte Fahrlässigkeit handelt, ist gesetzlich nicht definiert.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung bei Handy-Schäden?

Sarah hat sich ein exklusives neues Smartphone mit vielen Features geleistet. Das Gerät hatte einen stolzen Preis, und sie hütet es wie ihren Augapfel. Den Nachmittag möchte sie mit ihrem besten Freund Philipp bei ihm zu Hause verbringen. Voller Stolz präsentiert sie ihm ihr neues Telefon. Doch dann stößt Philip in einem unachtsamen Moment gegen Sarahs Arm, und das Handy fällt auf den Boden in der Küche. Das Display bricht – Totalschaden.

Der Kauf von Sarahs Smartphone ist noch nicht lange her, aber die Herstellergarantie greift nur, wenn das Telefon wegen eines Herstellungsfehlers innerhalb der Garantiezeit seinen Geist aufgibt. Selbstverursachte Schäden sind nicht abgedeckt. Für Schäden muss derjenige haften, der dafür verantwortlich ist. Wenn ein Dritter das Handy beschädigt, trägt in der Regel seine Versicherung die Kosten. Die Haftpflichtversicherung übernimmt somit in diesem Fall die Kosten für die Reparatur oder die Ersatzanschaffung.

Noch immer verfügen viele Haushalte in Deutschland nicht über eine Haftpflicht-Police oder haben einen Vertrag mit veralteten Bedingungen. Viele Menschen überblicken den Umfang der Leistungen nicht, die die Haftpflichtversicherung nicht nur beim Handy übernimmt.


Wann haftet die Haftpflichtversicherung?

Die Haftpflichtversicherung springt ein, wenn das Handy kaputt ist. Dabei muss der Schaden durch das Einwirken Dritter verursacht werden, damit dessen Privathaftpflicht die Kosten übernimmt. Wenn das Gerät durch das Verschulden des Eigentümers beschädigt wird, bestehen keinerlei Ansprüche. Die Haftpflichtversicherung erstattet immer den Zeitwert der Sache. Der Wert des Handys wird von der Versicherung also zuerst ermittelt und erstattet. Da die Versicherer immer mehr Betrugsversuche bei technischen Geräten registrieren, fordern sie immer öfter, dass das Handy der Versicherung vorgelegt werden muss. Das Gerät wird einer Prüfung unterzogen, um festzustellen ob das geschilderte Schadenbild und der Hergang mit den tatsächlichen Schadenmerkmalen übereinstimmen. Einige Versicherungen greifen auch auf ihr Recht zurück, reparaturtaugliche Geräte zur Reparatur einzuschicken oder nur diese zu bezahlen. Im Rahmen der Haftung reicht es bei der Haftpflichtversicherung, wenn das Handy durch eine Reparatur wieder in den Zustand versetzt wird, den es vor dem Schaden hatte – Macken und Kratzer inklusive.


Fallstricke der Haftpflichtversicherung beim Handy

Einige Versicherte haben bei ihrer Privathaftpflicht eine Selbstbeteiligung vereinbart. Liegt die Erstattungs- oder Reparatursumme unter diesem Betrag, erstattet die Versicherung nichts. Der Schadenverursacher muss die Kosten für den Schaden dann selber übernehmen. Es kann auch passieren, dass jemand einen Schaden verursacht, diesen aber nicht bezahlen kann – weil er keine Haftpflichtversicherung hat. Die Ausfalldeckung übernimmt in diesem Fall die Ihnen entstandenen Kosten – trotz Zahlungsunfähigkeit des Verursachers. Bei Handys nützt diese Leistung aber in der Regel nichts, da eine Mindestschadensumme von 2.500 Euro erreicht werden muss.


Welche Schäden übernimmt die Haftpflichtversicherung fürs Handy?

Die Haftpflichtversicherung übernimmt bei Mobiltelefonen vor allem Schäden, die häufig auftreten. Dazu gehören:

  • Display- und Bruchschäden
  • Schäden durch Flüssigkeiten
  • Schäden durch Bedienungsfehler
  • Schäden durch Internetnutzung

Ausgeschlossen von der Haftpflichtversicherung fürs Handy sind folgende Schadenarten:

  • Absichtlich herbeigeführte Schäden
  • Selbstverursachte Schäden
Tipp

Viele Versicherte schließen einen Haftpflichtvertrag ab und beschäftigen sich bis zum Schadenfall nicht mehr mit ihrer Versicherung. Leistungsumfang und Versicherungsbedingungen können sich aber zwischenzeitlich ändern. Damit Sie sicher sein können, dass Sie nicht unterversichert oder zu teuer versichert sind, sollten Sie Ihren Vertrag alle zwei Jahre überprüfen. Wie Sie einen Versicherungs-Check durchführen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.


Hausratversicherung als Alternative zur Haftpflichtversicherung fürs Handy

In bestimmten Schadenfällen trägt nicht die Haftpflichtversicherung die Kosten für das Mobiltelefon, sondern die Hausrat­ver­sicherung. Mit der Hausratversicherung können Gebrauchs- und Verbrauchs­gegen­stände Ihres Haushalt versichert werden. Darunter fallen Gegenstände wie Möbel, Teppiche, Wasch­maschinen, Lebens­mittel und Elektro­artikel – damit sind auch Handys mitversichert.

Wann leistet die Hausratversicherung?

Für alle Schäden im Haushalt ersetzt die Versicherung die Kosten für Reparatur oder Neuanschaffung. Solche Schäden können eintreten durch:

  • Einbruch (Raub, Vandalismus)
  • Feuer (Brand, Blitzschlag)
  • Leitungswasser (Rohrbruch, Frostschäden)

Als Versicherungsort gilt bei einer Hausratversicherung die eigene Wohnung. Oft ist auch eine Außenversicherung enthalten. Dieser Ver­sicherungs­schutz deckt dann auch Schäden außerhalb Ihrer vier Wände ab – zum Beispiel Terrassen, Balkone, Loggien und Geräteschuppen. Gerade bei elektrischen Geräten wie Smartphones ist das eine lohnende Ergänzung.


Eine Handyversicherung – lohnt sich das?

Wer sich ein neues Smartphone kauft, erhält häufig ein Angebot für eine zusätzliche Handyversicherung. Diese bietet laut Werbung den optimalen Versicherungsschutz. Alle Leistungen, die ansonsten die Hausrat- und Haftpflichtversicherung fürs Handy übernimmt, werden von dieser Police gedeckt – und manchmal auch mehr. Was alles versichert ist, hängt von der Tarifvariante ab (z.B. Basis, Standard, Premium und Platinum). Doch lohnt sich die Versicherung wirklich, wenn das Handy kaputt ist? Für viele stellt sich die Handy­ver­sicherung als Enttäuschung heraus. Wer glaubt, er bekommt im Schaden­fall den Kauf­preis ersetzt, liegt meistens falsch. In vielen Fällen gibt es nur ein Ersatz­gerät – und dieses muss nicht einmal neu sein. Wenn Reparatur oder Ersatz­beschaffung den Zeitwert überschreiten, wird dem Kunden häufig ein anderes Modell als Ersatzgerät oder Geld angeboten – je nach Ermessen des Versicherers.

Häufigste versicherte Handy-Schäden im Überblick

  • Diebstahl bei Einbruch und Raub
  • Folgen von Einbruch und Raub (Kosten für Fremdtelefonate)
  • Display- und Bruchschäden
  • Flüssigkeitsschäden
  • Bedienungsfehler, Kurzschluss und Überspannung
  • Konstruktionsfehler

Zahlt die Versicherung, wird nur der Zeitwert erstattet. Im ersten Versicherungsjahr entspricht dieser noch dem Kaufpreis. Im zweiten Jahr sind es 80 Prozent und im dritten Jahr 60 Prozent. Viele Policen sehen zudem eine Selbstbeteiligung zwischen 15 und 35 Euro vor. Wer sich entscheidet, einfachen Diebstahl mitzuversichern, muss mit einem erhöhten Selbstbehalt zwischen 20 und 25 Euro rechnen. Alle Versicherungen erstatten nur Schäden bis zur vereinbarten Deckungssumme. Je nach Tarif liegt die zwischen 200 und 900 Euro.

Beispielrechnung

Wenn der Anschaffungspreis für das Handy bei 200 Euro liegt, die Versicherung nach anderthalb Jahren noch 80 Prozent erstattet und eine Selbstbeteiligung von 40 Euro vereinbart wurde, gibt es nur 120 Euro. Bei einem monatlichen Beitrag von 7 Euro haben Sie zwischenzeitlich schon 126 Euro bezahlt.

Bei vielen Handyversicherungen kommen zahlreiche Ausschlüsse hinzu. Es lohnt sich also, die Konditionen genauer zu studieren. Diebstahl ist meistens nur in den teuren Premiumvarianten mitversichert. Hinzu kommen strenge Auflagen zu den Umständen, unter denen der Diebstahl anerkannt wird. Außerdem sind Verschleißteile, Akkus und Wetterschäden häufig nicht vom Versicherungsschutz abgedeckt. Beim Abschluss einer Handy-Versicherung als besserer Ersatz für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung für iPhone und andere Smartphones sollten Sie also alles genau durchrechnen und abwägen, bevor Sie die Police abschließen.


Fazit: Haftpflichtversicherung fürs Handy springt nicht immer ein

Die Haftpflichtversicherung springt bei Handys nur ein, wenn der Schaden durch Dritte verursacht wurde. Bei einigen Schadenfällen übernimmt auch die Hausratversicherung die Schadenkosten. Schäden durch eigenes Verschulden übernehmen nur spezielle Handyversicherungen, die aber „grobe Fahrlässigkeit“ ausschließen. Bei zusätzlichen Versicherungspolicen für das Handy muss darauf geachtet werden, dass es sich nicht um Garantie­er­weiterungen handelt. Erstattet wird meist nur der Zeit­wert des Gerätes. Aufgrund der Zunahme von Betrugs­fällen bei Schaden­meldungen zu elektronischen Klein­ge­räten müssen Versicherte damit rechnen, dass ihre Ver­sicherungs­ge­sellschaft für eine genaue Prüfung der Schaden­meldung die Vorlage des Handys verlangt. Egal, welche Versicherung bei Ihrem Schaden­fall greift: Sie sollten den Schaden immer sofort melden.


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