Typklasse – Einstufung & Veränderung

Welche Auswirkungen hat die Typklasse auf die Kfz-Versicherung?

Typklassen auf einen Blick

  • Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen wider und sind ein wichtiger Faktor zur Berechnung der Kfz-Versicherung
  • Je niedriger die Typklasse, desto günstiger ist die Autoversicherung
  • Bei der Ermittlung werden in der Haftpflicht- und in den Kaskoversicherungen unterschiedliche Faktoren herangezogen
  • Die Einstufung erfolgt jährlich durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Die Typklasse ist eine von vielen Tarifmerkmalen, die Versicherer heranziehen, um die Höhe der Kfz-Versicherung zu berechnen. Dabei bildet die Typklasse die Unfall- und Schadenbilanz eines Automodells ab. Das heißt: Jedem Fahrzeugtyp ist eine Typklasse zugeordnet.

Der GDV gibt einmal im Jahr – immer am 1. Oktober – das Typ­klassen­verzeichnis heraus, in welchem für alle derzeit erhältlichen Auto­modelle eine Typ­klassen­einstufung vorgenommen wurde. Die Kennzahl hilft dem Versicherer, die Risiken für Unfälle und Reparaturen für einen bestimmten Fahrzeug­typ besser einschätzen zu können.

Wir zeigen Ihnen, welche Faktoren einen Einfluss auf die Kfz-Typ­klasse nehmen und wie Sie die Typ­klasse für Ihr Auto ganz einfach ermitteln können. Außerdem geben wir Ihnen eine Übersicht mit den größten Veränderungen in der Typklasse von 2020 im Vergleich zu 2021.

In unserem Ratgeber erhalten Sie die wichtigsten Fakten zu den Typklassen und ihre Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung. Produkt­informationen zur Auto­versicherung von CosmosDirekt finden Sie hier.

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Was ist eine Typklasse?

Die Typklasse eines Fahrzeugs bildet die entsprechende Unfall- und Schadenbilanz des vergangenen Jahres ab. War ein Fahrzeugtyp häufiger an einem Unfall beteiligt und fielen die Versicherungsleistungen höher aus, wird das Auto meist in eine höhere Typklasse eingestuft. War die Unfallbilanz günstiger, wird das Modell in der Regel niedriger eingestuft.

Dabei gilt generell: Je höher die Typklasse, desto höher ist der Versicherungsbeitrag.

Die Einstufung des Kfz in eine der Typklassen ist ein wichtiger Teil der Beitragsberechnung. Dabei sind die Typklassen für die Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko unterschiedlich gegliedert. Bei der Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10–25), bei der Teilkasko 24 Typklassen (10–33) und bei der Vollkasko 25 Typklassen (10–34).

Die Kfz-Typklassen werden jedes Jahr neu festgelegt

Wie hoch der Beitrag einer Kfz-Versicherung ist, hängt von verschiedenen Merkmalen ab – unter anderem davon, welches Automodell gefahren wird. Dabei spielen auch die Schadenfreiheitsklasse und die Regionalklasse eine wichtige Rolle.

Um den Versicherern die risikogerechte Kalkulation ihrer Versicherungsbeiträge zu erleichtern, wertet der GDV einmal jährlich die Schadenstatistiken aller in Deutschland zugelassenen Automodelle aus.

Das Typklassenverzeichnis umfasst derzeitig rund 31.000 Modelle und deren Schadenbilanzen. Die Typklasseneinstufung ist für Versicherungsunternehmen allerdings nicht verbindlich. Wenn eine Anpassung erfolgt, wird der Fahrzeugtyp eine oder mehrere Stufen herauf- oder heruntergesetzt. Bei einer Höherstufung haben Versicherungsnehmer das Recht, die Versicherung per Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats zu kündigen.

Tipp

Wenn zur Hauptfälligkeit Ihre Versicherungsbeiträge erhöht werden, weil Ihr Fahrzeug in einer höhere Kfz-Typklasse eingestuft wurde, können Sie von Ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen. In unserem Ratgeber Kfz-Versicherung kündigen erfahren Sie alles, was Sie darüber wissen müssen.

Was ist ein Fahrzeugtyp?

Als Fahrzeugtyp wird eine bestimmte Art eines Fahrzeugs bzw. ein Fahrzeugmodell bezeichnet. Die Typklasse, die dem Fahrzeugtyp zugeordnet wird, ist ein wichtiger Faktor zur Berechnung der Versicherungsprämie.


Diese Faktoren spielen bei der Einstufung der Typklasse eine Rolle

Für die Ermittlung der Typklassen werden die Fahrzeugschäden und die dadurch entstandenen Kosten für die Reparatur der letzten 3 Jahre herangezogen. Zusätzlich zur Schaden- und Unfallbilanz ist auch die Motorleistung, die Anzahl der gemeldeten Fahrzeugmodelle in einem Zulassungsbezirk und die Versicherungsart relevant.

Von Fahrzeugen mit hoher Motorleistung geht generell ein höheres Unfallrisiko aus, weshalb diese in eine höhere Typklasse eingestuft werden. Modelle mit weniger PS werden meist in eine günstigere eingestuft. Auch unterscheiden sich die Klassen bei verschiedenen Ausführungen des gleichen Fahrzeugtyps. In der Regel werden SUV in eine höhere Klasse eingestuft. Zudem ist die Art der Kfz-Versicherung relevant.

Kfz-Haftpflichtversicherung
ür die Kfz-Haftpflichtversicherung werden Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte für die Einstufung herangezogen. Bei der Haftpflicht gibt es Typklassen von 10 bis 25.

Kaskoversicherungen
Für die Berechnung werden Schäden, die vom Versicherungsnehmer selbst verschuldet wurden, herangezogen. Auch sind Autodiebstähle, Vandalismus, Schäden durch Naturereignisse, Glasschäden und Wildunfälle von Relevanz. Bei der Teilkaskoversicherung sind die Typklassen von 10 bis 34 und bei der Vollkaskoversicherung von 10 bis 33 festgelegt.

Info

Um Ihre Typklasse zu ermitteln, benötigen Sie den Hersteller, den Fahrzeugtyp, den Herstellerschlüssel und den Typschlüsselnummer. Bei der GDV können Sie Ihre Typklasse schnell und einfach ermitteln. Hier Typklasse abfragen!

Welche Typklasse erhält ein neues Automodell?

Da für ein neues Automodell noch keine Schaden- und Unfallbilanzen vorliegen, erhalten Fahrzeuge, die neu auf den Markt kommen zunächst eine vorübergehende Typklasse. Diese wird anhand der Daten ähnlicher Modelle festgelegt.

Haben Fahrassistenzsysteme eine Auswirkung auf die Typklasse?

Da die Fahrassistenzsysteme die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und damit die Zahl der Unfälle reduzieren, haben diese auch eine positive Auswirkung auf die Typklasse des Modells. Durch die Assistenzsysteme werden nicht nur die Unfälle, sondern auch die Kosten für die Reparaturen deutlich reduziert.

Die Top 10 der gestohlenen Autos

Bei den Einstufungen der Teilkasko-Typklasse spielt unter anderem die Diebstahlhäufigkeit eine wichtige Rolle. Vergleicht man die gemeldeten Zahlen für 2020, fällt auf: Zum einen werden gern SUVs gestohlen. Zum anderen bevorzugen Diebe Modelle von Toyota. Gleich 5 Modelle des japanischen Autobauers befinden sich in der Top-10-Liste. Die Statistik zeigt außerdem, dass Diebe weniger Neuwagen stehlen. Viele Fahrzeuge sind zwischen 2 und 3 Jahren alt.

  1. BMW X6 (2. Generation) (11,5 / 1.000)
  2. Land Rover Velar (1. Generation) (10,4 / 1.000)
  3. Mazda CX 5 (2. Generation) (8,8/ 1.000)
  4. Toyota Lexus CT200 (1. Generation) (7,5 / 1.000)
  5. Toyota Prius+ (1. Generation) (7,4 / 1.000)
  6. Land Rover Range Rover (3. Generation) (6,2 / 1.000)
  7. Toyota Lexus NX (1. Generation) (6,0 / 1.000)
  8. Renault Talisman (1. Generation) (5,9 / 1.000)
  9. Toyota GT 86 (1. Generation) (5,2 / 1.000)
  10. Toyota RAV4 (4. Generation) (5,0 / 1.000)

Die Angaben in den Klammern geben die Anzahl gestohlener Fahrzeuge auf 1.000 versicherte Autos wieder.

Quellen: www.gdv.de/de/themen/news/alle-zahlen-zum-autoklau-auf-einen-blick-62330; www.gdv.de/de/themen/news/diebe-stehlen-autos-im-wert-von-280-millionen-euro-62384


Veränderung der Typklassen im Jahr 2021

Nach den aktuellen Zahlen des GDV bleibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung für fast drei Viertel aller Autofahrer (rund 30,6 Mio.) bei der Typklasse des Vorjahres. Nur bei rund 10,7 Mio. Fahrzeugen ändert sich die Typklasse. Etwa 4,6 Mio. Autofahrer profitieren von besseren Typklassen und für etwa 6,1 Mio. gelten künftig höhere Einstufungen.

In der Vollkasko ändert sich für 44 Prozent der Autohalter die Einstufung, in der Teilkasko dagegen nur für 36 Prozent. Die meisten Änderungen halten sich aber im Rahmen. Nur für wenige Automodelle geht es mehr als eine Klasse nach oben oder unten. Bei der Vollkaskoversicherung können sich 41 Prozent über eine niedrigere Einstufung freuen, 6 Prozent steigen in eine höhere Klasse auf. 32 Prozent der Teilkaskoversicherten rutschen in eine niedrigere Typklasse, rund 4 Prozent müssen sich auf eine höhere Einstufung einstellen.

Einige Gewinner und Verlierer der aktuellen Neuberechnung der Typklassen für das Jahr 2021 sind in den folgenden Tabellen abgebildet.

Beispiele für Autos mit einer niedrigeren Typklasse als im Jahr 2020

Fahr­zeug
Hersteller / TypschlüsselHaft­pflichtVoll­kaskoTeil­kasko
Jaguar F-Type Roadster 3.01590-ACJ14 (-1)

28 (-1)

26 (-3)
Seat Arona 1.57593-ANR12 (-3)

15 (-3)

19 (-1)

Volvo XC40 D4 AWD9101-BKP17 (+/-0)

20 (-3)

23 (+2)

Skoda Karoq 2.0 TDI 4 x48004-ASQ12 (-3)

19 (-1)

23 (+2)

Mazda 6 Kombi 2.07118-AFP16 (-1)

24 (-2)

26 (-3)

Suzuki Jimmy 1.5 Allrad7102-AEY

11 (+/-0)

18 (-5)

19 (-1)

Beispiele für Modelle mit einer höheren Typklasse als im Jahr 2020

Fahr­zeug
Hersteller / TypschlüsselHaft­pflichtVoll­kaskoTeil­kasko
BMW 118i0005-BZU

18 (+/-0)

24 (+3)

25 (+2)

Audi Q2 40 TFSI Quattro

0588-BLN14 (+/-0)

21 (+3)

21 (+2)

Ford Focus STH 1.08566-BOP

15 (-1)

21 (+3)

24 (+4)

Mitsubishi Outl. 2.0 AWD Hyb.7107-AFC

18 (+1)

26 (+3)

26 (+2)

Tesla Model S1480-AAB

23 (+4)

31 (+1)

27 (-1)

Citroën C4 Aircross 1.63001-AQH18 (+3)

21 (+/-0)

20 (-1)

  • Quelle: www.gdv.de/resource/blob/62020/56e8552afac6b0ead055a7ec6be1c97b/download-tabelle-typklassen-2021-hohe-und-niedrige-einstufungen-data.pdf

Tipp

Eine Beitragserhöhung aufgrund einer höheren Typklasse ist eine gute Gelegenheit, die Kfz-Versicherung zu vergleichen. In unserem Ratgeber Kfz-Versicherung wechseln erfahren Sie, was Sie dabei beachten müssen.


Übersicht – Autos mit niedriger und hoher Typklasse

SUVs und viele Oberklasse-Modelle mit hoher Motorleistung – zum Beispiel der Porsche Macan Turbo oder der Range Rover Velar – werden generell hoch eingestuft. Kleinwagen – etwa der Citroën C3 Picasso 1.4 oder der Suzuki Swift 1.2 – bekommen dagegen in der Regel eine günstige Einstufung. In den folgenden Tabellen finden Sie Beispiele für Autotypen mit einer hohen und einer niedrigen Einstufung.

Beispiele für Modelle mit niedriger Einstufung
Fahr­zeug
Hersteller / TypschlüsselHaft­pflichtVoll­kaskoTeil­kasko

Kia Stonic 1.0 T

8253-AHD

13 (-1)

15 (-3)

19 (+/-0)

Suzuki Swift 1.2

7102-AEK

13 (+/-0)

19 (-3)

22 (+2)

Skoda Kamiq 1.0 TSI

8004-AUE

13 (+/-0)

16 (+/-0)

18 (+/-0)

Toyota Yaris 1.3

5013-AEK

15 (+/-0)

13 (-1)

15 (+/-0)

Citroën C3 Picasso 1.4

3001-AHR

13 (+/-0)

13 (-2)

17 (+/-0)

Mazda MX-5 1.5

7118-AGU

12 (+/-0)

20 (-2)

23 (-2)

Beispiele für Modelle mit hoher Einstufung
Fahr­zeug­
Hersteller / TypschlüsselHaft­pflichtVoll­kaskoTeil­kasko

Renault Talisman 1.6 DCI

3333-BER

22 (+1)

27 (+/-0)

27 (+2)

Porsche Macan Turbo 3.6

0583-AHC

22 (+/-0)

29 (+/-0)

28 (-2)

Toyota RAV4 Hybrid 2.5

5013-AMP

17 (-2)

27 (-2)

30 (-2)

MB CLS 350 D 4matic

1313-HOH

21 (+/-0)

28 (+1)

27 (+1)

Mazda CX-5 2.2 D AWD

7118-AHG

17 (+1)

28 (-1)

31 (-1)

Range Rover Velar 20D AWD

1590-AGD

23 (+1)

29 (+/-0)

30 (+/-0)


Welche Typklasse hat mein Auto? So können Sie die Typklasse ermitteln

Die Kfz-Typklasse Ihres Fahrzeugs können Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft einfach online ermitteln.

Sie benötigen hierzu die Hersteller- und Typschlüsselnummer Ihres Fahrzeugs. Diese sind in der Zulassungsbescheinigung Teil I (bei einer Zulassung ab dem 1. Oktober 2005) bzw. im Fahrzeugschein (bei einer Zulassung bis zum 30. September 2005) enthalten.

Oder Sie geben einfach Ihre Fahrzeugdaten (Hersteller, Modell, Baujahr, Leistung) ein und ermitteln die Typklasse für Ihr Fahrzeug.


Fazit: Die Typklasse spielt eine wichtige Rolle in der Kfz-Versicherung

In den Kfz-Typklassen erfassen Versicherungen die Schaden- und Unfallbilanzen aller Automodelle, die in Deutschland zugelassen sind. Dadurch erfasst die Typklasse das Risiko, mit dem ein bestimmtes Modell zum Versicherungsfall wird.

Neben anderen Tarifmerkmalen wie der Regionalklasse bestimmt die Typklasse, wie hoch die Versicherungsprämie ausfällt. Dabei gilt: Je höher die Klasse, desto höher die Versicherungsprämie. Werden Sie im nächsten Jahr in eine höhere Klasse eingestuft, können sie von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.


Weitere Fragen zur Typklasse und der Auswirkung auf die Kfz-Versicherung

Das Typklassenverzeichnis ist für die Versicherer nicht verbindlich. Das heißt: Die Typklassen können sich von Versicherung zu Versicherung unterscheiden. In der Regel halten sich die Versicherungsgesellschaften aber an das Typklassenverzeichnis der GDV.

Wenn eine Anpassung erfolgt, wird der Fahrzeugtyp eine oder mehrere Stufen herauf- oder heruntergesetzt. Bei einer Höherstufung haben Versicherungsnehmer das Recht, die Versicherung per Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats zu kündigen.

Die Typklassen werden jährlich von der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) festgelegt. In der Regel wird das neue Typklassenverzeichnis am 1. Oktober eines Jahres online veröffentlich.

Je nach Versicherungsart unterscheidet sich die Anzahl der Typklassen. In der Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen, bei der Teilkasko 24 und bei der Vollkasko 25 Typklassen. Je höher die Typklasse ist, desto höher ist der Schadenindex.

Haftpflicht: Klasse 10-25

Teilkasko: Klasse 10-33

Vollkasko: Klasse 10-34

Die Regionalklasse leitet sich aus der Unfall- und Schadensbilanz im jeweiligen Zulassungsbezirk ab. Dagegen ist die Typklasse von der Schadensstatistik eines bestimmten Fahrzeugtyps abhängig.

Die Typ- und die Regionalklasse werden jährlich neu ermittelt.

Der Unterschied zwischen Typklassen und Regionalklassen auf einen Blick:

  • Regionalklasse: Ortsabhängig
  • Typklasse: Fahrzeugabhängig


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