Regionalklassen in der Kfz-Versicherung

Wie der Versicherungsbeitrag von der Regionalklasse beeinflusst wird

Die Regionalklasse in der Kfz-Versicherung auf einen Blick

  • Die Regionalklasse spiegelt die Unfall- und Schadenbilanz im jeweiligen Zulassungsbezirk wider
  • Je höher die Regionalklasse, desto teurer ist die Kfz-Versicherung
  • Die Regionalklassen in der Haftpflichtversicherung können sich von denen in der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung unterscheiden
  • Der Ermittlung der Schadenbilanz und die Einstufung zur Regionalklasse erfolgen jährlich

Wie hoch Ihr Beitrag für die Kfz-Versicherung ausfällt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben der Schadenfreiheitsklasse, der Typklasse und der jährlichen Fahrleistung ist der Versicherungsbeitrag auch von der Regionalklasse, in die Ihr Auto eingestuft ist, abhängig.

Diese spiegelt die Anzahl der Unfälle in Ihrem Zulassungsbezirk wider. Je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass in Ihrem Zulassungsbezirk ein Unfall passiert, desto höher ist die Regionalklasse und damit auch die Kosten für die Autoversicherung.

Wir zeigen Ihnen, wie Regionalklassen festgelegt werden und wie sich diese auf die Kfz-Versicherung auswirken. Außerdem haben wir in einer Tabelle Regionalklassen für die Kfz-Versicherung aller Landes­haupt­städte für das Jahr 2021 übersichtlich aufbereitet.

In unserem Ratgeber erhalten Sie die wichtigsten Fakten zu den Regionalklassen in der Autoversicherung. Produktinformationen zur Kfz-Versicherung von CosmosDirekt finden Sie hier.

Produktinformationen
Die Autoversicherung vom Testsieger CosmosDirekt. Sparen Sie bis zu 40 % der Beiträge.

Was sind Regionalklassen?

Die Regionalklasse ist eine von zahlreichen Berechnungsgrößen, mit denen Versicherungen die Beiträge für die Haftpflichtversicherung, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung berechnen. Allgemein gilt: Je höher die Regionalklasse, desto höher ist die Versicherungsprämie.

Die Regionalklassen vermitteln, wie hoch die Schadenbilanz eines Zulassungsbezirks ist. Die Schadenbilanz wird in einen Indexwert überführt, der einer Regionalklasse zugeordnet ist.

Dafür werden jedes Jahr mehr als 400 Regionen untersucht. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist für die Versicherer das Fahrverhalten aller Autofahrer der jeweiligen Region relevant. Mittlerweile nutzen viele Versicherungen noch genauere Daten, indem jeder Zulassungsbezirk weiter nach Postleitzahlen aufgegliedert wird.

Die Regionalklassen berücksichtigen auch lokale Unfallschwerpunkte mit überdurchschnittlichem Schadenaufkommen. Mitberücksichtigt werden zum Beispiel auch die Art und Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und ob es sich um eine Stadt mit hohem Verkehrsaufkommen oder eine ländliche Gegend handelt.

Die Regionalklassen sind für die Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko unterschiedlich gegliedert. Auch zwischen den Versicherungsgesellschaften können sich die Regionalklassen unterscheiden.

Übersicht der Kfz-Regionalklassen 2021 für ausgewählt Städte

So ändern sich die Kfz-Regionalklassen 2021

Im Herbst veröffentlichte der GDV die neuen Regionalklassen für die 413 Zulassungsbezirke. Bei der Neuberechnung für das Jahr 2021 zeigte sich, dass sich für die überwiegende Mehrheit der Autofahrer nichts ändert. 317 Zulassungsbezirke bleiben in der bisherigen Regionalklasse. Das entspricht rund 32,4 Millionen versicherten Fahrzeugen. Von einer Verbesserung profitieren 48 Bezirke (4,5 Millionen Versicherte), während Autofahrer in anderen 48 Bezirken (4,8 Millionen Versicherte) mehr zahlen müssen.

Wie schon in den Vorjahren kommen im bundesdeutschen Vergleich Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bei der Regionalklasse besonders günstig weg. In den norddeutschen Flächenländern machen sich die niedrigen Schadenbilanzen positiv bemerkbar. Den Spitzenplatz erzielt im Jahr 2021 der Landkreis Prignitz in Brandenburg. Hier gab es rund 30 Prozent weniger Schäden als im bundesweiten Durchschnitt. Autofahrer in allen Großstädten müssen dagegen mit hohen Regionalklassen rechnen. Die schlechteste Schadenbilanz weist Berlin auf. Sie liegt dort mehr als ein Drittel oberhalb des Bundesdurchschnitts.

Wie viele Regionalklassen gibt es?

Die Einstufung in die Regionalklassen kann sich in der Haftpflicht- und den Kaskoversicherungen unterscheiden. Auch die Anzahl der Klassen ist unterschiedlich:

  • Haftpflicht: 12 Klassen
  • Teilkasko: 16 Klassen
  • Vollkasko: 9 Klassen

Je niedriger die Regionalklasse, desto niedriger sind in der Regel die Kosten für die Versicherung.

Tipp

Sie können Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen, wenn zur Hauptfälligkeit (meistens 1. Januar) Ihre Beiträge erhöht werden, weil Ihr Fahrzeug in eine höhere Kfz-Typklasse oder Ihr Wohnort in eine höhere Regionalklasse eingestuft wurde. Alles was Sie beachten müssen erfahren Sie im Ratgeber Kfz Versicherung kündigen.


Festlegung der Regionalklassen

Die Regionalklassen spiegeln die Schadenbilanz eines Bezirkes wider. In der Haftpflichtversicherung wird die Regionalklasse insbesondere vom Fahrverhalten der Autofahrer beeinflusst. Versicherungsmathematisch wird für die Einstufung eine Relation zwischen der Anzahl der Schäden und der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge sowie der durchschnittlichen Schadenhöhe hergestellt.

Für die Kaskoversicherung ist für die Einstufung die Häufigkeit von Diebstählen, Sturm- und Hagelschäden, Hochwasserschäden oder Wildunfällen relevant. Der Fahrzeugtyp spielt, anders als bei den Kfz-Typklassen, bei der Berechnung keine Rolle.

Die berechneten Schaden­bilanzen werden in einen Index­wert transferiert. Der Index zeigt die Schaden­bilanz der betrachteten Zulassungs­bezirke im Vergleich zum Bundes­durchschnitt. Dieser ist mit dem Wert 100 festgelegt. Liegt der Wert eines Bezirkes über 100, ist die Schaden­bilanz schlechter als der Bundes­durchschnitt. Mithilfe des Index­wertes erfolgt anschließend die Einstufung in die Regional­klassen.

Jedes Jahr im Oktober veröffentlicht der GDV die aktuellen Regional­statistiken. Im Gegen­satz zu polizeilichen Unfall­statistiken wird hier nicht der Unfallort, sondern der Wohnort der Unfall­beteiligten erfasst. Zudem wird ein Fünf­jahres­zeitraum berücksichtigt. Passieren in einem Jahr ungewöhnlich viele Unfälle, führt dies nicht gleich zu einer hohen Verteuerung der Auto­versicherung, wie dies bei den Typ­klassen passieren kann.

Die neue Statistik gilt ab Veröffentlichung für alle Neuverträge. Bei bestehenden Verträgen erfolgt die Anpassung zur nächsten Hauptfälligkeit. Beim GDV können die Regionalklassen online abgefragt werden. Die dort angegebenen Werte sind unverbindlich, da die Versicherer bei der regionalen Bewertung von den Empfehlungen des GDV abweichen können.

So verläuft die Einteilung in die Regionalklassen einer Kfz-Versicherung:

  1. Schadenbilanz berechnen
  2. Schadenbilanz in einen Indexwert umrechnen
  3. Indexwert einer Regionalklasse zuordnen

Fazit: Regionalklassen spielen in der Kfz-Versicherung eine wichtige Rolle

Die Regionalklassen beeinflussen, wie hoch die Prämie für die Kfz-Versicherung ausfällt. Dabei gilt: Je höher die Klasse, desto höher die Versicherungsbeiträge. Das jährlich vom GDV veröffentlichte Regionalklassen-Verzeichnis ist nicht bindend. Die meisten Versicherer orientieren sich aber daran. Werden Sie in eine höhere Regionalklasse eingestuft, können Sie vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.


Wir beantworten weitere Fragen zu den Regionalklassen und Ihrer Auswirkung auf die Kfz-Versicherung

In welche Regionalklasse Sie eingestuft sind, können Sie entweder Ihren Versicherungsunterlagen entnehmen oder über die Regionalklassen-Abfrage des GDV herausfinden. Wenn Sie Ihre Postleitzahl eingeben, wird Ihnen die Regionalklasse für Ihren Zulassungsbezirk – sowohl für die Haftpflicht- als auch für die Vollkasko- und Teilkaskoversicherung – angezeigt.

In der Beitragsrechnung sind Regionalklassen häufig mit einem „R“ gekennzeichnet.

Die Kfz-Regionalklassen werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) festgelegt und einmal jährlich aktualisiert. Der Indexwert, der auf der Schadenbilanz basiert, wird von den einzelnen Zulassungsbezirken berechnet und dem GDV zur Verfügung gestellt.

Nicht unbedingt. Die Versicherer sind nicht an die Regionalstatistiken gebunden. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften unterschiedlichen Regionalklassen zugeordnet werden. In der Regel orientieren sich die Versicherungen aber an den Statistiken.

Die neue Regionalstatistik kann dann für Neuverträge oder bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden.

Da die Regionalstatistik einmal jährlich neu berechnet wird, ist es möglich, dass Sie im nächsten Jahr in eine andere Regionalklasse eingeordnet werden. Auch bei einem Umzug ändert sich Ihr Zulassungsbezirk und womöglich auch Ihre Regionalklasse.

Eine neue Regionalklasse wirkt sich auf die Kfz-Versicherung aus. Aber nicht immer bedeutet eine schlechtere Regionalklasse auch eine deutliche Erhöhung der Versicherungsbeiträge.

Die Höhe der Beiträge hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der Typ- und Regionalklasse sowie der Schadenfreiheitsklasse fließen auch weitere Merkmale wie die jährliche Fahrleistung und der Wohnung, das Alter und der Beruf des Versicherungsnehmers mit in die Berechnung ein.

Die genauen Merkmale können von Versicherer zu Versicherer variieren.



Die Autoversicherung vom Testsieger CosmosDirekt. Sparen Sie bis zu 40 % der Beiträge.