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Typ- und Regionalklassen Kfz Versicherung

So beeinflussen Kfz-Typklassen und Regionalklassen den Beitrag

Alles eine Frage des Typs: Wie hoch die Prämie für die Kfz Versicherung ausfällt, hängt zu einem großen Teil von der Typklasse ab, in die Ihr Auto eingruppiert wurde. Zugleich spielt die Region, in der Ihr Fahrzeug zugelassen wurde oder wird, eine wesentliche Rolle.

Im folgenden Artikel informieren wir Sie, was Kfz-Typklassen sind und nach welchen Kriterien die verschiedenen Autotypen zugeordnet werden. Außerdem erfahren Sie, was unter Regionalklassen zu verstehen ist und welche Auswirkungen sie auf Ihre Autoversicherung haben. Zusätzlich informieren wir darüber, was sich 2016 ändert und welche Typklassen zu den Gewinnern und zu den Verlierern zählen.

Diese Versicherungsbegriffe spielen im Artikel eine Rolle
Begriff
Erklärung
Kfz HaftpflichtversicherungGesetzlich vorgeschrieben. Sichert den Fahrzeugbesitzer im Schadenfall gegen Ansprüche Dritter ab.
TeilkaskoSichert fremdverursachte Schäden am eigenen Fahrzeug ab: z.B. Wildschäden, Glasschäden, Schäden aufgrund von Sturm und Hagel. Schutz auch bei Diebstahl, Brand oder Blitzschlag. Nicht gesetzlich vorgeschrieben.
VollkaskoSichert selbstverursachte Schäden am eigenen Fahrzeug ab, auch solche aufgrund von vorsätzlicher oder mutwilliger Beschädigung durch Dritte. Umfasst alle Leistungen der Teilkasko. Nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Typ- und Regionalklassen: Was ist das und was bewirken Sie?

Kfz-Typklassen und Regionalklassen sind zwei der Berechnungsgrößen, mit denen Versicherungen die Beiträge für Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung berechnen. Eine weitere Größe ist beispielsweise Ihre persönliche Schadensfreiheitsklasse.

Die Typklasse, in die Ihr Fahrzeug eingeordnet wurde, bildet die entsprechende Unfall- und Schadenbilanz des Wagentyps im vergangenen Jahr ab. War Ihr Automodell häufiger an einem Unfall beteiligt und fielen die Entschädigungen höher aus, wird das Kfz-Modell in eine höhere Typklasse eingestuft. Umgekehrt gilt: Wenn die Unfallbilanz günstiger ausfällt, wird das jeweilige Automodell niedriger eingestuft.

Die Regionalklasse zeigt an, wie hoch die Anzahl der Unfälle generell innerhalb Ihres Zulassungsbezirks ist. Die entsprechende Schadenbilanz wird in einen Indexwert überführt, der einer bestimmten Regionalklasse zugeordnet ist. Mittlerweile nutzen Versicherungen noch genauere Daten, indem jeder Zulassungsbezirk weiter nach Postleitzahlen aufgegliedert wird. Die Typ- und Regionalklassen sind für Voll- und Teilkasko sowie für die Haftpflicht-Versicherung unterschiedlich gegliedert.

  • Typklasse: Bei der Kfz-Haftpflicht gibt es 16 Klassen (10 - 25), bei der Kfz-Teilkasko 24 (10 - 33) und bei der Kfz-Vollkasko 25 (10 - 34).
  • Regionalklasse: Die Kfz-Haftpflicht enthält 12 Klassen, die Kfz-Teilkasko hat 16 und die Kfz-Vollkasko 9 Klassen.
HaftpflichtTeilkaskoVollkasko
Anzahl Typklassen162425
Anzahl Regionalklassen12169

Es gilt: Je höher die Typ- oder Regionalklasse, desto höher ist die Versicherungsprämie. Denn die Einstufung des Kfz in eine der Typklassen und die Zuordnung zu einer Regionalklasse sind ein wichtiger Teil der Beitragsberechnung.


Was sind Kfz-Typklassen?

In den Kfz-Typklassen erfassen Versicherungen die Schaden- und Unfallbilanz aller Automodelle, die in Deutschland zugelassen sind. Dadurch erfasst die Typklasse das Risiko, mit dem ein bestimmtes Kfz-Modell zum Versicherungsfall wird. Mittlerweile sind mehr als 26.000 unterschiedliche Modelle zugelassen, vom Oldtimer bis zum Neuwagen.

Die jährliche Änderung der KFZ Typklassen

Jedes Jahr werden im Herbst die Änderungen der Kfz-Typklassen bekanntgegeben. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht dann die Schadenstatistiken und Indizes für jeden Fahrzeugtyp. Diese bilden die Grundlagen, nach denen Typklassen der Kfz Versicherung berechnet werden. Diese Anpassung ist erforderlich, damit die voraussichtlichen Leistungen den veränderten Unfallstatistiken entsprechend kalkuliert werden können. Im Gegensatz zu Regionalklassen ist die Zuordnung der Typklassen verbindlich. Wenn eine Anpassung erfolgt, wird der Pkw-Typ eine oder mehrere Stufen hinauf oder herunter gesetzt. Bei einer Höherstufung haben Sie als Fahrzeughalter das Recht, Ihre Versicherung per Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats zu kündigen.

So ändern sich die Typklassen 2016

Im Typklassen-Verzeichnis für 2016 wurden wieder viele Autos in neue Klassen bei Haftpflicht-, Teil- und Vollkasko eingestuft. Die Typklassen-Änderungen in der Haftpflichtversicherung betreffen rund 30 Prozent aller Autos, 16 Prozent davon sind Höherstufungen. Von den Veränderungen in der Teil- und Vollkaskoversicherung sind mehr Autos betroffen, hier ergeben sich für 45 Prozent aller Fahrzeuge Veränderungen.

Positiv für Versicherungsnehmer: In der Teilkaskoversicherung werden knapp 5,3 Millionen Autos, in der Vollkaskoversicherung werden etwa 8,6 Millionen Autos günstiger gestuft. Die Folge: Für diese Fahrzeuge sinken die Prämien. Dagegen werden in der Teilkasko ca. 300.000 Autos und in der Vollkasko ca. 800.000 Autos in eine höhere Typklasse eingestuft. Bei den meisten Automodellen geht es um eine Typklasse nach oben oder nach unten, doch bei bestimmten Fahrzeugtypen gab es auch größere Sprünge.

Gewinner und Verlierer der Typklassenstatistik 2016

Besonders drastisch traf es zum Beispiel den Range Rover Sport 3.0 TD: In der Teilkasko wurde der SUV gleich fünf Typklassen höhergestuft. Fünf Stufen aufwärts in der Vollkasko müssen auch Fahrer des Mazda 3 FLH 2.0 verkraften. Wer einen Fiat UNO Turbo i.e. sein Eigen nennt, kann sich dagegen freuen: Die Veränderung der Haftpflicht-Typklasse 2016 gegenüber dem Vorjahr beträgt vier Klassen nach unten.

Tipp

Eine Beitragserhöhung aufgrund einer höheren Typklasse ist eine gute Gelegenheit, seine Kfz Versicherung zu vergleichen. In unserem Ratgeber-Artikel Kfz Versicherung wechseln – So funktioniert der Wechsel ganz einfach! erfahren Sie, was Sie beachten müssen.

Berechnen Sie schnell und einfach die Typklasse Ihres Kfz

Welche Kfz-Typklasse Ihr Auto hat, können Sie beim GDV online ermitteln. Dafür benötigen Sie die Schlüsselnummern von Fahrzeugtyp und Hersteller – beides ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Zulassung ab 01.10.2005) bzw. im Fahrzeugschein (Zulassung bis 30.09.2005) enthalten.

Oder Sie geben die relevanten Fahrzeugdaten (Hersteller, Modell, Baujahr, Leistung usw.) in eine Suchmaske ein und ermitteln dann in einer Liste die Typklasse für Ihr Pkw-Modell.

So finden Sie die Schlüsselnummern in der Zulassungsbescheinigung.

Was sind Kfz-Regionalklassen?

Die Regionalklassen vermitteln, wie hoch die Schadensbilanz eines Zulassungsbezirks ist und welches Versicherungsrisiko sich damit verbindet. Dafür werden mehr als 400 Regionen jedes Jahr genau untersucht. In der Haftpflichtversicherung ist für die Versicherer das Fahrverhalten aller Autofahrer der jeweiligen Region relevant. Versicherungsmathematisch wird eine Relation zwischen der Anzahl der verursachten Schäden, der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge sowie der durchschnittlichen Schadenhöhe hergestellt. Die Regionalklassen berücksichtigen daher auch lokale Unfallschwerpunkte mit einem überdurchschnittlichen Schadenaufkommen. Für die Kaskoversicherung ist auch die Häufigkeitsverteilung von Diebstählen, Sturm- und Hagelschäden oder Wildunfällen relevant. Der Fahrzeugtyp spielt, anders als bei den Kfz-Typklassen, in allen Fällen keine Rolle bei der Berechnung.

Was kann aus der Regionalklasse abgelesen werden und wie viele gibt es?

Je niedriger die Regionalklasse, desto günstiger der Versicherungsbeitrag. Für die Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 12, für die Teilkaskoversicherung 16 und die Vollkaskoversicherung 9 Klassen.

Landkreis
Kfz-Haftpflicht (1-12)Kfz-Teilkasko (1-16)Kfz-Vollkasko (1-9)
Berlin (Stadt)12109
Bremen542
Hamburg (Stadt)1267
Mainz832
München (Stadt)1257
Saarbrücken1055
  • Quelle: GDV, Dezember 2015
    Link: http://www.gdv.de/regionalklassen-abfrage/

Die jährliche Änderung der Regionalklassen

Einmal im Jahr gibt der GDV neben dem aktuellen Kfz-Typklassen-Verzeichnis die neuen Regionalstatistiken heraus. Im Gegensatz zu polizeilichen Unfallstatistiken wird hier nicht der Unfallort, sondern der Wohnort der Unfallbeteiligten, erfasst. Zudem wird nicht nur das vergangene Jahr berücksichtigt, sondern ein Fünf-Jahres-Zeitraum. Passieren in einem Jahr ungewöhnlich viele Unfälle, führt dies nicht gleich zu einer deutlichen Verteuerung der Autoversicherung, wie dies bei einer Typklassen-Überprüfung passieren kann.

Die neue Statistik gilt dann ab Veröffentlichung für alle Neuverträge. Bei bestehenden Verträgen erfolgt die Anpassung zur nächsten Hauptfälligkeit, also zum 1. Januar des folgenden Jahres. Wie bei den Kfz-Typklassen können die Regionalklassen beim GDV online abgefragt werden. Die angegebenen Werte sind unverbindlich. Versicherer können bei der regionalen Bewertung von den Empfehlungen des GDV abweichen.

Tipp

Prüfen Sie einen Versicherungswechsel. Sie können von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, wenn zur Hauptfälligkeit am 1. Januar Ihre Beiträge erhöht werden, weil entweder Ihr Fahrzeug in eine höhere Kfz-Typklasse oder Ihr Wohnort in eine höhere Regionalklasse eingestuft wurde. Im weiterführenden Artikel erfahren Sie, was Sie alles beachten müssen, wenn Sie Ihre Kfz Versicherung kündigen möchten.

Zusammenfassung: Was beinhalten Kfz-Regionalklassen?

Der jeweilige Zulassungsbezirk wird mit nachfolgenden Risiko-Faktoren genau bewertet:

  • Unfallbilanz
  • Fahrverhalten
  • Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge
  • Örtliche Straßen- und Witterungsverhältnisse

Wissenswerte Informationen zu Typ- und Regionalklassen

KleinwagenMittelklasseOberklasse
HerstellerRenaultVolkswagenPorsche
TypC 063C92A
ModellTwingo 1.2 mit 75 PS und 1149 ccmPassat 2.0 TDI 4-Motion mit 170 PSCayenne Turbo 4.8
KraftstoffBenzinDieselDiesel
Haftpflicht-Klasse141922
Teilkasko-KlasseN13N23N29
Vollkasko-KlasseN13N20N29
Jahresprämie für Haftpflichtversicherung in Euro531,10654,90982,30

Die 10 teuersten Regionen Deutschlands (Vollkasko)

  1. Ostallgäu (Bayern)
  2. Garmisch-Partenkirchen (Bayern)
  3. Berlin
  4. Rottal/Inn (Bayern)
  5. Miesbach (Bayern)
  6. Landkreis Passau (Bayern)
  7. Freyung-Grafenau (Bayern)
  8. Landkreis Rosenheim (Bayern)
  9. Traunstein (Bayern)
  10. Landkreis Landshut (Bayern)

Die 10 günstigsten Regionen Deutschlands (Vollkasko)

  1. Schaumburg (Niedersachsen)
  2. Ammerland (Niedersachsen)
  3. Wesermarsch in Brake (Niedersachsen)
  4. Oldenburg (Niedersachsen)
  5. Friesland (Niedersachsen)
  6. Wittmund (Niedersachsen)
  7. Paderborn (Nordrhein-Westfalen)
  8. Gütersloh (Nordrhein-Westfalen)
  9. Herford (Nordrhein-Westfalen)
  10. Leer (Niedersachsen)
Regionalstatistik 2014

Quelle: GDV

Links:
http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/09/Regionalstatistik-Pkw2014-Haftpflicht.jpg
http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/09/Regionalstatistik-Pkw2014-Vollkasko.jpg
http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/09/Regionalstatistik-Pkw2014-Teilkasko.jpg


Fazit

Die Kfz-Typklassen und Regionalklassen sind zwei wichtige Faktoren für die Höhe der Prämie. Dabei gilt: Das Typklassen-Verzeichnis, das jedes Jahr vom GDV veröffentlicht wird, ist bindend. In welche Kfz-Typklasse Ihr Pkw-Modell eingestuft wird, ist bei jedem Versicherer identisch. Bei der Regionalklasse hat der Versicherer dagegen einen Spielraum. Im Gegensatz zum Typklassen-Verzeichnis ist der Regionalklassen-Katalog unverbindlich. Die Versicherer können sich an den Empfehlungen des GDV orientieren, welcher Index-Wert der Prämien-Berechnung zugrunde gelegt wird. Unter Umständen kann dieser Wert in den verschiedenen Postleitzahl-Bezirken innerhalb einer Zulassungsregion unterschiedlich ausfallen.



Die Autoversicherung bei der Nummer 1#*#!

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