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Die richtige Versicherungssumme bei einer Hausratversicherung

Hausratversicherung: Die richtige Versicherungssumme

Hinterlässt ein Brand in der Wohnung nur noch verkohlte Möbel oder setzt ein geplatzter Waschmaschinen­schlauch das Eigenheim unter Wasser – dann ist die Hausratversicherung gefragt. Sie ersetzt beschädigtes oder zerstörtes Hab und Gut. Doch wie hoch sollte die Deckung ausfallen?

In dem Artikel erfahren Sie, wie Sie bei der Hausratversicherung die richtige Versicherungssumme bestimmen, eine Unterversicherung vermeiden und welche Kosten die Hausratversicherung übernimmt.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
UnterversicherungLiegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der der tatsächliche Wert Ihres Hausrates.
VersicherungssummeIst die im Versicherungsvertrag vereinbarte maximale Entschädigungsleistung die der Versicherer im Schadenfall an den Versicherungsnehmer auszahlt. Wird auch Deckungssumme genannt.
VersicherungsprämieBezahlt der Versicherungsnehmer für den Versicherungsschutz.

Ein Smart-TV für den gemütlichen Filmabend, eine Spiegelreflex-Kamera, Kunst an der Wand und Colliers im Schmuckkästchen: in deutschen Haushalten finden sich immer mehr wertvolle Gegenstände. Kein Wunder, dass die Hausratversicherung eine der beliebtesten Versicherungen in Deutschland ist. Im Jahr 2016 hatten rund 50,8 Mio. eine Hausratversicherung (Quelle: Statista 2016; IfD Allensbach).

Die Hausratversicherung schützt Ihren gesamten Hausrat (alle Sachen die Ihrem Haushalt zur Einrichtung, zum Gebrauch oder zum Verbrauch dienen sowie Bargeld) gegen eine Vielzahl von Gefahren:

  • Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Verpuffung, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung
  • Einbruchdiebstahl, Raub oder den Versuch einer solchen Tat
  • Vandalismus nach einem Einbruch
  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel

Auch beim Einbruchdiebstahl sprechen die Zahlen für sich: Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurde im Jahr 2015 circa 160.000-mal in eine Wohnung in Deutschland eingebrochen – das sind 33 % mehr als in 2010. Wird Ihr Hab und Gut zerstört oder beschädigt oder wird es Ihnen entwendet, zahlt die Hausratversicherung. Die Versicherungssumme deckt dann sowohl den Neukauf von total beschädigten Dingen (Zeitwert bzw. Neuwert), als auch die Reparaturkosten für alle Sachen, bei denen sich der Aufwand lohnt.


Die Deckung der Hausratversicherung: Wie hoch muss die Versicherungssumme sein?

Dass ein Totalschaden den gesamten Hausrat unbrauchbar macht, kann immer wieder passieren. Das zeigt die Fallgeschichte eines unserer Kunden: Ein starkes Unwetter zog auf, der Blitz schlug ins Dach ein und setzte das Eigenheim in Brand. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich das Feuer über den Dachstuhl auf das gesamte Haus ausgebreitet. Aufgrund der Zerstörungen, aber auch der brandbedingten Gift- und Schadstoffe, die sich überall festgesetzt hatten, war das Eigenheim nicht mehr bewohnbar.

Idealerweise deckt die Versicherungssumme der Hausratversicherung genau den Gesamtwert des versicherbaren Hausrats ab. So können sämtliche Einrichtungsgegenstände ersetzt werden, sollte es zu einem Totalschaden in dem versicherten Haus oder Wohnung kommen. Der genaueste Weg ist daher, vor Abschluss einer Hausratversicherung die Versicherungssumme selbst zu ermitteln.

Dafür gehen Sie Raum für Raum der Wohnung durch und notieren sich den Neuwert der Einrichtungsgegenstände, von Möbeln über Elektrogeräte bis hin zu Bildern und Teppichen. Die Einzelposten addieren Sie dann und übermitteln den Gesamtbetrag an die Hausratversicherung. Neben einer genauen Versicherungssumme haben Sie auch eine vollständige Liste Ihrer Einrichtungsgegenstände. Bewahren Sie diese für den Schadenfall bei Ihren Dokumenten auf.

Tipp

Soweit möglich, sollten Sie auch Kopien von Kaufbelegen aufbewahren. Insbesondere bei wertvollen Einrichtungsgegenständen wie Unterhaltungselektronik oder Kunstwerken vereinfachen solche Belege die Schadenregulierung sowohl für den Versicherer als auch für Sie.

Was viele Kunden vergessen: Kaufen sie neue Einrichtungsgegenstände, steigt in der Regel der Wert des Hausrats auch an. Überprüfen Sie daher alle zwei Jahre bei Ihrer Hausratversicherung, ob die Deckungssumme noch dem aktuellen Wert Ihres Hab und Guts entspricht. Ihrer Hausversicherung übermitteln Sie dann die neue Deckungssumme. Ansonsten droht im Schadenfall eine Unterversicherung.

Unterversicherungsverzicht

Um eine Unterversicherung zu vermeiden, gibt es eine Lösung: Die Hausratversicherung wird mit einer pauschalen Deckungssumme abgeschlossen. Das bedeutet, dass man nicht die Einzelwerte aller Einrichtungsgegenstände addieren muss. Um zu bestimmen, wie wertvoll der Hausrat ist, wird die Versicherungssumme pro m² kalkuliert. Dazu wird ein bestimmter Pauschalbetrag angesetzt. Je nach Versicherer liegt dieser zwischen 650 und 750 Euro. Dadurch entfällt auch die aufwendige Inventarisierung des gesamten versicherbaren Hausrats.

Wird der Wert des Hausrats über eine pauschale Versicherungssumme pro m² bestimmt, sichert die Hausratversicherung oftmals den sogenannten Unterversicherungsverzicht zu. Eine Unterversicherung entsteht, wenn der tatsächliche Wert die vereinbarte Deckung überschreitet. Wenn beispielsweise für den gesamten Hausrat eine Versicherungssumme von 60.000 Euro vereinbart wurde, sein Wert aktuell aber 80.000 Euro beträgt – dann zahlt die Versicherung in der Regel nur 80 Prozent. Dies trifft selbst auf kleinere Schäden zu. Haben Sie bei Ihrer Hausratversicherung hingegen einen Unterversicherungsverzicht vereinbart, zahlt der Versicherer im Schadenfall sämtliche Kosten.

Der Nachteil: Bei großen Häusern, in denen vergleichsweise wenig Hausrat vorhanden ist, wird angesichts der Versicherungssumme eine relativ hohe Versicherungsprämie fällig. Andersherum übersteigt der Wert des Hausrats – in Form teuren Schmucks oder kostbarer Möbel – in sehr kleinen Wohnungen womöglich die Versicherungssumme.

Tipp

Unverheiratete Studenten und Auszubildende sind in der Regel über ihre Eltern abgesichert, auch wenn sie nicht mehr zuhause wohnen. Weitere Informationen erhalten Sie im Ratgeber Hausratversicherung für Studenten.


Welche Kosten sind bei der Hausratversicherung durch die Deckungssumme abgesichert?

Im Grunde ist die Hausratversicherung eine Neuwert-Versicherung. Das bedeutet, dass bei Zerstörungen oder Beschädigungen das Alter und der Zustand der Sachen keine Rolle spielen. Je nach Grad der Schädigung kann sich der Ersatz aber durchaus verschieden gestalten. Die Hausratversicherung deckt mit der Versicherungssumme folgende Posten ab:

Wiederbeschaffungswert

Sind Gegenstände gestohlen worden oder komplett zerstört, soll der Versicherungsnehmer in die Lage versetzt werden, sich gleichwertigen Ersatz zu besorgen. Hierbei zählt der Preis, den man zahlen muss, um eine Sache von gleicher Art und Güte zu erwerben. Das betrifft auch Antiquitäten, sofern es sich um Möbel handelt.

Wertvolle Bücher- oder Briefmarken-Sammlungen, Schmucksachen oder Uhren gelten als Wertsachen. Für diese sind bestimmte Höchstbeträge in der Hausratversicherung vorgesehen. Die maximale Deckungssumme für sie, aber auch für Bargeld, Wertpapiere oder Pelzmäntel ist dann auf einen bestimmten Prozentsatz beziehungsweise Betrag begrenzt. Zudem kann die Versicherung ab einem bestimmten Wert die Aufbewahrung im Tresor verlangen.

Reparaturkosten

Nicht bei allen Gegenständen zahlt die Hausratversicherung den Neupreis-Wert. Der Neu- oder Wiederbeschaffungspreis wird nur bei einem Totalschaden bezahlt. Oft kommt es vor, dass nur die Reparaturkosten übernommen werden. Das ist dann der Fall, wenn der Versicherungsnehmer nach einer Reparatur den Gegenstand weiter wie gewohnt verwenden kann.

Handelt es sich um einen Teilschaden, werden zuvor Reparaturfähigkeit und Reparaturwürdigkeit überprüft. Reparaturfähigkeit bedeutet, dass der Einrichtungsgegenstand wiederhergestellt werden kann. Der Austausch einer Schranktür oder die Erneuerung eines Tischfurniers gehören dazu. Die Reparaturwürdigkeit ergibt sich aus dem Vergleich zum Wiederbeschaffungswert. Kostet die Reparatur mehr als die Wiederbeschaffung, wird auf die Wiederherstellung in der Regel verzichtet. Ist die Reparatur dagegen günstiger, werden nur ihre Kosten übernommen.

Ergibt die Reparatur kleine „Restfehler“, vor allem im Erscheinungsbild, wird die entsprechende Wertminderung übernommen.

Wertminderung

Werden Einrichtungsgegenstände repariert, lassen sich manchmal Schäden nicht vollständig beseitigen. Die Gegenstände sind dann zwar wieder voll funktionstüchtig, zeigen aber bleibende Makel. Gravierend wirkt sich dies bei beschädigten Kunstwerken aus, denen man die Reparatur später immer noch ansehen wird. Um solche Schäden auszugleichen, zahlt die Hausratversicherung aus der Versicherungssumme eine Wertminderung.

Berechnet wird die Wertminderung in der Regel wie folgt: Zunächst wird der Wert des Gegenstands bestimmt, bevor der Schaden eingetreten ist. Nach der Reparatur erfolgt eine erneute Wertbestimmung. Die Differenz stellt die Wertminderung dar, die dann anschließend ausgezahlt wird.

Sonstige Kosten

Übernommen werden auch Kosten, die in direktem Zusammenhang mit einem Schaden stehen, aber nicht unter Wiederbeschaffung oder Reparatur fallen. So ist es nach einem Brand möglicherweise unmöglich, in der Wohnung zu bleiben – die Hausratversicherung zahlt dann zum Beispiel die Ausgaben für die Übernachtung in einem Hotelzimmer. Auch Kosten durch Arbeiten, die der Sicherung oder dem Aufräumen des Geländes dienen, werden erstattet. Schließlich kann es auch notwendig sein, das verbliebene Eigentum in einem Lager für eine bestimmte Zeit unterzubringen. Auch das wird von der Hausratversicherung übernommen.

In der Übersicht: Was ist abgedeckt?

  • Wiederbeschaffungspreis
  • Reparaturkosten
  • Wertminderung
  • Sonstige Kosten für Hotelübernachtungen, Aufräumarbeiten, Einlagerung von Gegenständen u.v.m.

Hausratversicherung: Versicherungssumme und Wohnort bestimmen die Kosten

Bei der Hausratversicherung ist die Höhe der Versicherungssumme einer der wichtigsten Faktoren, der bestimmt, welche Versicherungsprämie Sie pro Jahr für den Schutz zahlen. Doch die Kosten werden noch von weiteren Kriterien beeinflusst. Sie bemessen das individuelle Risikopotenzial eines Versicherungsnehmers.

Auf welcher Grundlage werden die Beiträge berechnet?

Wichtigster Baustein der Versicherungsprämie ist der Risikobeitrag, der sich nach dem Äquivalenzprinzip berechnet. Dieses besagt, dass die individuelle Versicherungsprämie auch dem individuellen Risiko entsprechen soll, das ein Versicherungsnehmer in die Versichertengemeinschaft einbringt. Sprich, wer in einer Wohngegend lebt, in der sehr oft eingebrochen wird, muss damit rechnen, dass seine Prämie höher ausfällt als bei jemandem, in dessen Region nur sehr wenige Einbruchsdiebstähle gemeldet werden.

Daher nutzen alle Versicherungen Risiko- oder Tarifgruppen, um die Beiträge für die Hausratversicherung zu berechnen.

Individuelle Risikofaktoren

Um das Risiko, das ein bestimmter Versicherungsnehmer in die Versichertengemeinschaft einbringt, besser bestimmen zu können, ordnen Versicherungsunternehmen ihn mehreren Risikogruppen zu. Zu diesen gehören:

  • Tarifzone des Versicherungsortes
  • Bauartklasse der Wohnung/Haus
  • Nutzung der Wohnung/Haus

Tarifzonen

Versicherer benutzen Tarifzonen, die nach Postleitzahl-Bezirken unterschieden werden. Statistische Grundlage ist die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchdiebstahls. Zur höchsten Tarifzone gehören Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Köln, weil hier das Risiko am höchsten ist, Opfer eines Einbruchdiebstahls zu werden.

Verteilung der Kriminalität in Deutschland nach Orts-/ Städtegrößen im Jahr 2015

Gemeindegrössen
Anzahl
500.000 und mehr28,6 %
100.000 bis 499.999920,5 %
20.000 bis 99.999926,5 %
Unter 20.00023,1 %
Unbekannt1,3 %
  • Quelle: Statista 2016, Bundeskriminalamt. Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/203/umfrage/raeumliche-verteilung-der-kriminalitaet

Bauartklassen

Mit den Bauartklassen werden in der Regel Wohngebäude abhängig von ihrer Bauweise eingestuft. Der Grund liegt darin, dass beispielsweise Häuser in Holzbauweise ein höheres Brandrisiko tragen als Häuser in Betonbauweise.

Nutzung der Wohnung

Auch die Nutzung der Wohnung hat Einfluss auf die Beitragsgestaltung. Unterschieden werden generell ständig und nicht ständig bewohnte Wohnungen. Bei letzteren zeigen Statistiken, dass das Risiko für einen Einbruchdiebstahl höher ist als in Wohnungen, in denen ständig Menschen leben.

Info

Eine Wohnung gilt dann als bewohnt, wenn in ihr übernachtet wird. Hält sich länger als 60 Tage pro Jahr kein Erwachsener über Nacht auf, gilt die Wohnung für die Versicherung als „nicht ständig bewohnt“. Insbesondere bei Ferienhäusern oder Ferienwohnungen wird diese Grenze schnell erreicht – mit der Konsequenz, dass die Versicherungsprämie sehr hoch ausfällt oder der Versicherer erst gar keine Hausrat-Police für sie anbietet. Welche Möglichkeiten bestehen, Ihre Ferienwohnung dennoch gut und günstig zu versichern, erfahren Sie im Ratgeber Hausratversicherung Ferienwohnung.


Fazit: Bei der Hausratversicherung zählen die Versicherungssumme und der Preis

Eine Hausratversicherung ist für fast jeden Haushalt sinnvoll. Denn Schäden durch Brand oder geplatzte Heizungsrohre, Einbrüche und Diebstähle können jeden treffen. Mit der entsprechenden Versicherung schützen Sie sich davor, alle Kosten für Wiederbeschaffung, Reparatur und Instandsetzung der eigenen vier Wände selbst tragen zu müssen.

Damit der Schutz auch immer angemessen ist, empfiehlt es sich, beim Hausrat die Versicherungssumme pro qm pauschal zu bestimmen. Im Fall eines Schadens verzichtet Ihre Versicherung dann auch auf Abzüge, sollte der Hausrat wertvoller als die vereinbarte Deckungssumme sein. Falls Sie bereits eine Versicherung für Ihren Hausrat haben, prüfen Sie, ob die Versicherungssumme dem aktuellen Gesamtwert Ihrer Einrichtung entspricht. Tut sie es nicht, sollten Sie eine Inventur machen und Ihrem Versicherer den neuen Betrag übermitteln.

In jedem Fall sollten Sie einen Preisvergleich vornehmen. Oft bietet ein anderer Versicherer einen niedrigeren Preis für die Hausratversicherung an – bei gleicher Deckungssumme und Leistungen. Dabei sollten Sie in Ruhe die verschiedenen Angebote vergleichen: Der Preis bestimmt sich nach mehreren Faktoren: Wohnort, Bauartklasse und die Nutzung der Wohnung haben einen großen Einfluss auf die Versicherungsprämie, die Sie zahlen müssen.

Tipp

Auch die Wahl des Tarifs hat Einfluss auf die Versicherungsprämie, unabhängig von der Versicherungssumme. Die Hausratversicherung von CosmosDirekt ist in zwei Tarifen erhältlich: Der Basis-Tarif verfügt über einen umfassenden Grundschutz und ist günstiger als der Comfort-Tarif. Dieser schließt allerdings Zusatzleistungen ein, die im Schadenfall von Vorteil sind: beispielsweise eine Elementarschadenversicherung, die auch bei Überschwemmungen oder Rückstau in der Abwasserkanalisation greift.


Hausratversicherung - Sichern Sie ihr Hab und Gut ab

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