Unfall­ver­si­che­rung wech­seln

Oft sinn­voll, aber es gibt Ausnahmen


Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails finden Sie hier.


Viele Unfälle passieren in der Freizeit. Da nicht alle Unfälle glimpflich ausgehen, drohen im Ernstfall Invalidität und hohe Kosten. Eine Unfallversicherung sichert dagegen ab. Durch einen Anbieter- und Tarifvergleich können Sie für sich die optimale Police finden. Achten Sie dabei besonders auf die Höhe der Versicherungs­summe, die Gewährleistung eines weltweiten Schutzes und eine gute Glieder­taxe.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
Versicherungspolice

Auch Versicherungsschein genannt. Die Police ist die Urkunde über den Versicherungsvertrag zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsnehmer. Sie reguliert Rechte und Pflichten beider Parteien und gibt Auskunft über die vereinbarten Leistungen.

Sommer, Sonne, Badesee: So sieht für viele Familien der perfekte Sonntag im Hochsommer aus. Während die Mutter auf einer Decke liegend ein Buch liest und der Vater mit seiner Tochter Badminton spielt, will der 16-Jährige Sohn unbedingt ins Wasser. Übermütig springt er hinein – natürlich per Kopfsprung. Schließlich gilt es, die Mädchen in der Nähe zu beeindrucken. Doch der Sprung hat andere Folgen als gedacht: Das Wasser ist an der Stelle zu flach, plötzlich stößt der Sohn auf Grund. Der Bademeister sieht das und zieht ihn vorsichtig aus dem Wasser. Im Krankenhaus dann der Schock: Ein Halswirbel ist gebrochen und der Sohn wird sein Leben lang gelähmt bleiben.

Die Familie steht vor zahlreichen Herausforderungen, seelisch und finanziell. Das Haus muss behindertengerecht umgebaut werden, ein neues Auto muss her, mit dem man auch einen Rollstuhl transportieren kann. Nicht zu vergessen die vielen Reha-Maßnahmen, die ebenfalls das Konto belasten. In solchen Fällen lohnt es sich, eine private Unfallversicherung für sich und die Familie abgeschlossen zu haben. Doch nicht jede Police ist gleich gut. Wenn die Leistungen nicht mehr ausreichen, sollte man die Unfallversicherung wechseln. Aber nicht nur dann.


Wann ist es sinn­voll, die Unfall­ver­si­che­rung zu wech­seln?

Wer eine Unfallversicherung hat, der ist nicht lebenslang gebunden. Sie sollten Sie alle paar Jahre Ihre Police hinsichtlich Preis und, Leistung vergleichen. Beispielsweise, wenn Sie Familienzuwachs bekommen haben. Viele Versicherer bieten für Familien Nachlässe an, wenn sich die ganze Familie in einem Vertrag versichert. Bei mehr Leistung für weniger Geld empfiehlt es sich, die Unfallversicherung zu wechseln. Ein Wechsel ist aber auch bei anderen Gelegenheiten sinnvoll:

  • Zu geringer Geltungsbereich: Bei älteren Policen kann die Abdeckung auf Unfälle in der Freizeit und Autofahrten begrenzt sein. Heute bieten die meisten Versicherer einen weltweiten und rund um die Uhr Versicherungsschutz an. Somit sind alle Unfälle abgesichert.
  • Zu geringe Versicherungssumme: Damit auch bei geringer Invalidität ein ausreichender Betrag für zusätzliche Ausgaben zur Verfügung steht, empfehlen die Verbraucherschützer eine Versicherungssumme von mindestens 200.000 Euro.
  • Zu geringe Progression: Die Progression ermöglicht eine deutliche Steigerung der Versicherungsleistung. Ohne Progression bedeutet, dass der Grad der Invalidität dem prozentualen Wert der ausgezahlten Summe an der vereinbarten Gesamtleistung entspricht. Beträgt die Progression dagegen 225, 350, 500 oder sogar 1.000 Prozent, dann wächst die Versicherungsleistung mit steigendem Invaliditätsgrad überproportional an. Beachten Sie aber, dass die Progression in der Regel erst ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (in der Regel ab 25 % Invalidität) einsetzt.
Tabelle
Inva­li­di­täts­grad
25 %50 %75 %100 %
Leistung ohne Progression 25.000 Euro 50.000 Euro 75.000 Euro

100. 000 Euro

Leistung bei Progression 225 25.000 Euro 75.000 Euro 150.000 Euro 225.000 Euro
Leistung bei Progression 350 25.000 Euro 100.000 Euro 225.000 Euro

350.000 Euro

Leistung bei Progression 50025.000 Euro 100.000 Euro 300.000 Euro

500.000 Euro

  • Versicherungsgrundsumme: 100.000 Euro

Info

Je höher die Progression, desto besser ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sollten daher mindestens eine Progression von 350 Prozent in Ihren Vertrag einschließen. Zu hoher Beitrag: Da die Versicherer laufend Leistungen, Tarife und Preise anpassen, besteht für Versicherungsnehmer mit älteren Policen die Gefahr, zu viel zu zahlen.

Tipp

Bei CosmosDirekt erhalten die Unfallversicherung besonders günstig – ohne dass wir dafür an der Leistung sparen müssen. Machen Sie den Vergleich und informieren Sie sich hier über unsere Unfallversicherung. Bevor Sie sich für einen neuen Versicherer entscheiden, sollten Sie sich einen genauen Überblick über die Preise und Leistungen verschaffen. Doch welche Leistungen brauche ich überhaupt?


Die Leis­tungen der Unfall­ver­si­che­rung im Überblick

Die wichtigste Leistung der Unfallversicherung ist, Sie finanziell abzusichern, wenn Sie teilweise oder vollständig invalide werden. In solch einem Fall kommen nämlich erhebliche Ausgaben auf Sie zu, beispielsweise wenn Sie Ihre Wohnung beziehungsweise Haus behindertengerecht umbauen müssen. Die Unfallversicherung ersetzt aber auch finanzielle Einbußen, wenn Sie nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können. Diese Kapitalleistung gilt aber nicht nur Ihnen – auch im Todesfall wird eine Leistung an Ihre Hinterbliebenen ausgezahlt, sofern diese vereinbart wurde.

Die wichtigsten Leistungen der Unfallversicherung
  • Eine einmalige Geldleistung bei unfallbedingter Invalidität
  • Eine lebenslange monatliche Unfallrente
  • Eine einmalige Geldleistung im Todesfall an die Hinterbliebenen

In den ersten beiden Punkten – der Einmalzahlung und der lebenslangen Rente – unterscheiden sich die meisten Versicherer nicht. Allerdings ist die Zahlung an die Hinterbliebenen – die sogenannte Todesfallleistung – nicht bei allen Anbietern von vornherein enthalten. Doch ist es sinnvoll, sie mitaufzunehmen.

Die Todesfallleistung der Unfallversicherung ist allerdings nicht dazu geeignet, die Familie vollständig für den Fall Ihres Todes abzusichern. Hier ist gerade für Familien eine Risikolebensversicherung sinnvoll. Hier erfahren Sie welche Leistungen die Risikolebensversicherung bietet.

Die Berechnung, wie hoch die Leistungen durch die Unfallversicherung sind, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Versicherungssumme, Progression und der sogenannten Gliedertaxe. Diese ermittelt den individuellen Grad der Invalidität anhand verlorener oder gebrauchsunfähiger Körperteile. Je höher der Invaliditätsgrad nach der Gliedertaxe, desto sind höher auch die auszuzahlenden Leistungen.

Wich­tige Zusatz­leis­tungen, die in jede Police gehören

Die Hauptleistungen der Unfallversicherung werden ergänzt durch eine Vielzahl von Zusatzleistungen. Je nach Anbieter und Tarif sind Vorkommen und Umfang der jeweiligen Leistungen unterschiedlich geregelt. Zu den wichtigsten Zusatzleistungen gehören:

  • Bergungskosten: Umfassen alle Kosten, die bei einer unfallbedingten Bergung entstehen – das beinhaltet Rettung, Suchaktionen sowie Transport ins nächstgelegene Krankenhaus.
  • Kosten für kosmetische Operationen: Umfassen alle Kosten, die zur Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes nötig sind, inklusive Zahnbehandlungen oder Zahnersatz

Sind diese Optionen nicht oder nur eingeschränkt im Angebot Ihrer Unfallversicherung enthalten, sollten Sie wechseln: empfehlenswert ist jeweils eine Abdeckung von 5.000 Euro bei den Kosten für kosmetische Operationen und 10.000 Euro bei den Bergungskosten. Denn eine Bergung mittels Hubschrauber, inklusive Such- und Transportkosten, kann leicht mehrere Tausend Euro kosten.

Sonder­leis­tungen nach Bedarf hinzu­fügen

Generell empfiehlt es sich, alle weiteren Leistungen nach Bedarf hinzufügen. Gerade Familien profitieren von Zusätzen, die die Unterbringung der Kinder betreffen. Für ein Kind, das gerade in einen Unfall verwickelt war, ist es beispielsweise das Beste, wenn ein Elternteil auch über Nacht im Krankenhauszimmer bleiben kann. Dies wird mit dem sogenannten Rooming-in ermöglicht. Die Kosten hierfür werden von der Unfallversicherung durch einen Zuschuss abgefedert oder komplett übernommen.

Sonder­leis­tungen, die sich beispiels­weise hinzu­fügen lassen
  • Einmalige Sonderzahlung bei bestimmten schweren Verletzungen
  • Rooming-in bei Kindern
  • Verbesserte Gliedertaxe
  • Leistung bei Infektionen durch Zeckenbisse (Borreliose, FSME)
  • Leistung bei Infektionskrankheiten
  • Leistung bei Vergiftungen von Kindern
  • Kosten für Unfall-Assistent
  • Kosten für Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmer
  • Krankenhaustage- und Genesungsgeld bei ambulanten Operationen
  • Reha-Beihilfe
  • Geringere Berücksichtigung bei Vorerkrankungen
  • Leistung bei Unfällen durch Herzinfarkt, Schlaganfall, verordnete Medikamente
  • Leistung bei tauchtypischen Gesundheitsschäden
  • Leistung bei Ertrinken und Ersticken unter Wasser sowie Erfrierungen

In 3 Schritten die Unfall­ver­si­che­rung wech­seln

Bevor Sie Ihre Unfallversicherung kündigen, sollten Sie sich Zeit nehmen: Zunächst sollten Sie Tarife vergleichen und das beste Angebot für Sie zu finden. Beim Antrag müssen Sie dann alle Fragen, die Ihre Gesundheit betreffen, wahrheitsgemäß beantworten. Verschweigen Sie erhebliche Vorerkrankungen, stehen Sie im Ernstfall ohne Versicherungsschutz da. Dann ist nämlich der Versicherer berechtigt, eine Auszahlung der Leistung zu verweigern. Auch Klagen hilft dann nicht viel, weil Sie sich einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflichten schuldig gemacht haben. Erst wenn Sie die neue Unfallversicherung abgeschlossen haben, sollten Sie die Kündigung aussprechen. Im Zweifelsfall riskieren Sie sonst nämlich, für eine Zeit ohne Versicherungsschutz dazustehen. Deshalb empfehlen wir folgendes Vorgehen:

1.Vergleichen Sie Angebote und Tarife

Die Versicherungssumme sollte 150.000–200.000 Euro betragen und eine Progression beinhalten. Achten Sie auf eine vorteilhafte Gliedertaxe.

2. Schließen Sie das für Sie beste Angebot ab

Geschlecht, Beruf und Freizeitaktivitäten spielen eine Rolle bei der Preisfindung.

3. Kündigen Sie die bestehende Unfallversicherung

Bestehende Policen können Sie mit einer Frist von 3 Monaten ordentlich kündigen. Senden Sie die Kündigung am besten per Einschreiben.


Fazit: Die Unfall­ver­si­che­rung zu wech­seln, kann sich lohnen

Von einer bestehenden Unfallversicherung in eine neue Unfallversicherung zu wechseln, zahlt sich oft aus. Und das sogar in doppelter Hinsicht: Je nach Versicherungsangebot erweitern Sie den Versicherungsschutz, indem Sie beispielsweise eine höhere Versicherungssumme und eine stärkere Progression einschließen, ohne dafür mehr bezahlen zu müssen. Oder Sie bekommen dieselbe Leistung wie bisher, zahlen dafür aber weniger.