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Unfallversicherung - Leistungen

Unfallversicherung: Wichtige Leistungen

Schnell ist es passiert: ein Sturz von der Leiter oder ein Ausrutschen auf der Treppe. Jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 9 Mio. Menschen in der Freizeit, eine Million davon so schwer, dass Sie ins Krankenhaus müssen. In 2016 hatten nur 25,57 Mio. Deutsche eine private Unfallversicherung (Statista; IfD Allensbach). Während die gesetzliche Unfall­ver­sicherungen Vor­kommnisse auf der Arbeit und dem Hin- und Rückweg abdeckt, sichert die private Unfall­ver­sicherung auch Unfälle in der Freizeit ab.

Viele wissen nicht, worauf sie beim Abschluss einer Unfall­ver­sicherung achten müssen und welche Leistungen unbedingt enthalten sein sollten. Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Leistungen eine Unfallversicherung bietet und welche in jedem Vertrag enthalten sein sollten.

Diese Versicherungsbegriffe tauchen auf
Begriff
Erklärung
VersicherungsnehmerIst der rechtliche Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft. Er schließt den Vertrag mit der Versicherung. Meist ist der Versicherungsnehmer auch Versicherter und zahlt die Beiträge für den Vertrag.
VersicherungsunternehmenErhält die Prämienzahlung und zahlt im Schadenfall die vereinbarten Leistungen.

Im Urlaubsparadies angekommen lockt der Reiseveranstalter vor Ort mit einem Tauchgang zu den beeindruckenden Korallenriffen. Zuerst verläuft beim Tauchen alles gut und die Reisenden sind fasziniert von der eindrucksvollen Unterwasserwelt. Plötzlich bekommt einer der Taucher keine Luft mehr, bewusstlos wird er aus dem Wasser geborgen. Schlimmer noch: Er muss sofort ins Krankenhaus und eine einseitige Lähmung wird festgestellt. Eine langwierige Reha-Behandlung wartet jetzt in Deutschland auf ihn und die langfristigen Folgeschäden sind noch nicht absehbar.


Welche Leistungen erbringt die Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung sichert die Folgen eines Unfalls ab. Diese umfassen sowohl den akuten medizinischen Notfall als auch längerfristige Schäden in Form von einer leichten oder schweren Invalidität bis hin zum Tod. Um sich bei Unfällen und eventuell daraus entstehenden Beeinträchtigungen durch sportliche Aktivitäten, Hobbys oder durch Verletzungen im Haushalt abzusichern, müssen Verbraucher eine private Versicherung abschließen. Diese gilt dann weltweit, also auch bei Unfällen im Ausland. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (GDV) passieren die meisten folgenschweren Unfälle in der Freizeit. Das Risiko, einen solchen Unfall zu erleiden, variiert je nach individueller Lebenssituation und Lebensstil. Beispielsweise ist die Gefahr, als Extrem- und Risikosportler einen Unfall zu erleiden, bei weitem höher als beim Golfen.

Die eigenen Lebensumstände sind ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht zu entscheiden, welche Leistungen die eigene Unfall­versicherung umfassen soll. Als Vater und Haupternährer einer Familie wird man sich anders absichern als ein kinderloser Single. Die Leistungen der Unfall­versicherung hängen ganz von den individuellen Bedürfnissen und Wünschen ab. Wie bei anderen Policen bieten die meisten Versicherungs­gesellschaften unterschiedlich leistungsstarke Tarife an, oder Tarife die um Bausteine ergänzt werden können. Außerdem geben Verbraucherschützer immer wieder Tipps, was in jeder privaten Unfallversicherung an Leistungen auf jeden Fall enthalten sein sollte.

Invaliditätszahlungen

In der Unfallversicherung wird unter Invalidität die dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit der versicherten Person durch einen Unfall verstanden. Die Invaliditätsleistungen sollen insbesondere einen Ausgleich für die eingeschränkte Erwerbsmöglichkeit bieten. Die Beeinträchtigung gilt als dauerhaft, wenn sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und eine Besserung des Zustands nicht erwartet werden kann. Menschen mit einer Invalidität sind häufig stark eingeschränkt und können alltägliche Tätigkeiten nicht mehr ausüben.

Wenn es durch einen Unfall zu einer Gesundheitsschädigung kommt und daraus folgend zu einer Invalidität, muss die Versicherung eine Invaliditätszahlung an den Versicherten nach Maßgabe des abgeschlossenen Vertrages leisten. Experten empfehlen Policen abzuschließen, die eine Invalidität schon ab 1 Prozent absichern. Versicherungen, die erst ab 25 oder 50 Prozent auszahlen, sind weniger empfehlenswert.

Die Invaliditätszahlungen werden in einem Betrag an den Versicherten ausgezahlt. Als Berechnungsgrundlage dienen die Grundversicherungssumme und der Invaliditätsgrad, der sich aus dem Unfall ergeben hat. Um schon bei geringen Invaliditätsgraden ein ausreichend hohes Kapital zu bekommen, empfehlen wir eine möglichst hohe Grundinvaliditätssumme zu vereinbaren. Damit der Versicherungsschutz Ihrem Lebensstandard angemessen ist, sollte die Versicherungssumme das 5- bis 6-fache Ihres Bruttojahreseinkommens betragen, mindestens aber 200.000 Euro.

Die Leistung der Unfallversicherung erfolgt nach der im Vertrag enthaltenen Gliedertaxe. Diese listet auf, welchen Grad der Invalidität die Versicherung für den Verlust eines Körperteils anerkennt. Die Gliedertaxen sind bei den Versicherern unterschiedlich. Daher sollte bei einer Unfallversicherung mindestens die Gliedertaxe nach den Richtwerten des GDV enthalten sein. Der Invaliditätsgrad ergibt sich auf Basis der Gliedertaxe und dem Verlust beziehungsweise der Funktionseinschränkung bestimmter Körperteile oder Organe.

Tarif
Empfehlung des GDV
Invaliditätsgrade bei Verlust/Funktionsunfähigkeit in Prozent
Arm70
Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenks65
Arm unterhalb des Ellenbogengelenks60
Hand55
Daumen20
Zeigefinger10
anderer Finger5
Bein über der Mitte des Oberschenkels70
Bein bis zur Mitte des Oberschenkels60
Bein bis unterhalb des Knies50
Bein bis zur Mitte des Unterschenkels45
Fuß40
große Zehe5
andere Zehe2
Sehkraft eines Auges50
Gehör auf einem Ohr30
Geruchsinn10
Geschmacksinn5
Niere
Funktionsverlust der Nieren
Milz
  • Quelle: Angaben nach Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV)

Fallbeispiel

Frau Schmidt hat eine private Unfallversicherung mit einer Versicherungssumme von 100.000 Euro für den Invaliditätsfall.
Bei einem Verkehrsunfall wird ihr linker Fuß so schwer verletzt, dass er amputiert werden muss.

Der Anspruch auf Invaliditätszahlungen beträgt nach der üblichen Gliedertaxe für den linken Fuß: 40 %

Die Invaliditätsauszahlung beträgt 40.000 Euro

Tipp

Sie sollten bei der Unfallversicherung eine Progression vereinbaren. Bei schwerer Invalidität erhalten Sie dann ein Vielfaches der Leistung, die Ihnen ohne Progression nach dem festgestellten Invaliditätsgrad zustehen würde. Mit einer Progression von 225 % steigern Sie Ihre Leistung bei Vollinvalidität zum Beispiel um das 2,25 fache. Vor Abschluss einer Unfall-Police sollten Sie die Leistungen, die Ihnen die Versicherungsgesellschaft anbietet, genau überprüfen. Zudem müssen Sie beachten, dass bei der Unfallversicherung die Progression meistens erst ab einen Invaliditätsgrad von 25 Prozent einsetzt. Deshalb sollte die Versicherungssumme nicht zu niedrig gewählt werden.

Krankenhaustagegeld

Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt kann sich das Krankenhaustagegeld lohnen. Es fängt die Kosten auf, die während einer stationären Behandlung anfallen. Patienten, die älter als 18 Jahre alt sind, müssen sich mit 10 Euro pro Tag an den Kosten für einen Krankenhausaufenthalt beteiligen – für maximal 28 Tage im Jahr. Hinzukommen private Kosten beispielsweise für ein Zweibettzimmer, Telefon, Zeitschriften oder Fernsehen. Das Krankenhaustagegeld erhalten Patienten für jeden Tag, den sie stationär im Krankenhaus sind – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Häufig ist nach einem längeren Krankenhausaufenthalt eine weitere Genesungsphase zu Hause notwendig. Während dieser Zeit sind viele Geschädigte auf Hilfe im Haushalt angewiesen. Damit die Kosten für eine solche Unterstützung bezahlt werden können, bieten einige Versicherer ein sogenanntes Genesungsgeld an. Dieses dient als finanzielle Stütze nach dem Krankenhausaufenthalt. Das Genesungsgeld wird nur gezahlt, wenn zuvor das Krankenhaustagegeld bezogen wurde. Als Richtwert für die Leistungsdauer werden die Aufenthaltstage im Krankenhaus herangezogen. Das Genesungsgeld wird maximal 100 Tage gezahlt. Die Höhe der Leistung richtet sich nach den vertraglichen Vereinbarungen zum Krankenhaustagegeld.

Unfallrente

Bei der Unfallrente wird die Invalidität nicht nur durch eine Einmalzahlung entschädigt, sondern durch eine monatliche Rente. Wenn nach einem Unfall eine Einschränkung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit von mindestens 50 Prozent eintritt, zahlt das Versicherungsunternehmen die im Vertrag vereinbarte, Unfallrente an den Geschädigten. Die Unfallrente wird lebenslang bezahlt.

Unfalltod

Bei der Unfallversicherung kann auch eine Todesfallleistung vereinbart werden. Die Leistung bei Unfalltod sichert im Fall der Fälle Ihre Hinterbliebenen finanziell ab. Die Todesfallleistung wird fällig, wenn die versicherte Person innerhalb eines Jahres an den Folgen eines Unfalls stirbt.


Zusätzliche Leistungen

Die private Unfallversicherung sichert grundsätzlich den Invaliditätsfall einer versicherten Person aufgrund eines plötzlichen Unfalls und den daraus folgenden gesundheitlichen Schäden ab. Neben den Grundleistungen kann jeder Versicherungsnehmer in seine Unfallversicherung zusätzliche Leistungen aufnehmen.

Kosmetische Operationen

Ein Unfall kann das äußere Erscheinungsbild verändern. Bei dieser Zusatzleistung trägt der Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für kosmetische Operationen.

Bergungskosten

Beim Wandern oder auf der Ski-Piste kann es beispielsweise zu Unfällen kommen, bei der die verunglückte Person aufwendig geborgen werden muss. Der Unfallversicherer übernimmt in diesen Fall die Kosten für die erforderlichen Such-, Rettungs- und Bergungsleistungen und den Transport nach Hause oder in ein nahegelegenes Krankenhaus. Häufig geschehen solche Unfälle in der Urlaubszeit weit entfernt von zu Hause. Dementsprechend hoch können die Kosten sein.

Rehabeihilfe

Schwere Unfälle ziehen häufig längere Reha-Maßnahmen nach sich. Einige Versicherer bieten eine finanzielle Leistung zur Unterstützung an.

Übergangsleistung/Sofortleistung

Der Genesungsprozess verläuft nicht bei jedem Verletzen gleich. In vielen Fällen kann der Arzt den für die Höhe der Leistung entscheidenden Invaliditätsgrad erst nach Abschluss der Behandlung feststellen. Die Übergangsleistung kann diese Zeitspanne überbrücken. Ausgezahlt wird sie, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit des Verletzten für mehr als 6 Monate seit dem Unfall zu mindestens 50 Prozent beeinträchtigt ist – unabhängig davon, ob die Verletzungen am Ende vollkommen ausheilen. Die Rehabilitation kann so finanziell gesichert werden. Neben den aufgeführten Optionen bieten die Versicherungsgesellschaften bei der Unfallversicherung noch viele weitere Leistungen an, die Sie vereinbaren können:

  • Sofortleistungen bei schweren Unfällen
  • Serviceleistungen im Haushalt
  • Einschluss von Nahrungsmittelvergiftungen
  • Zusatzschutz bei Infektionen, beispielsweise Tollwut oder Malaria
  • Leistungen bei tauchtypischen Unfällen
  • Schutz bei Ertrinken und Ersticken unter Wasser sowie Erfrierungen
Tipp

Bei der Auswahl der Tarife oder Aufnahme zusätzlicher Leistungsbausteine, sollten Sie genau prüfen, ob Sie diese brauchen. Je nach Ihrer Lebenssituation kann der Bedarf ganz unterschiedlich sein. Hinzu kommt, dass bestimmte Extraleistungen bei einigen Versicherungen schon im Grundschutz enthalten sind. Ein Vergleich verschiedener Angebote ist deshalb ratsam. Bei der Unfallversicherung von CosmosDirekt können Sie zwischen drei Tarifen wählen. Informieren Sie sich hier über die Leistungsdetails der Unfallversicherung.


Wann zahlt die Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung zahlt grundsätzlich, wenn der Versicherte einen gesundheitlichen Schaden durch einen Unfall erleidet. Krankheiten bzw. Erkrankungen werden nicht durch die Unfallversicherung abgesichert. Die Auszahlung der Versicherungsleistungen ist an einige Bedingungen geknüpft, die sich von Versicherer zu Versicherer unterscheiden können. Die Invalidität aufgrund eines Unfalls muss zum Beispiel bei CosmosDirekt innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfallgeschehen eintreten. Der entstandene Anspruch muss spätestens 18 Monate (Basis-Tarif) beziehungsweise 24 Monate (Comfort-Tarif) nach dem Unfall von einem Arzt schriftlich festgestellt und von Ihnen geltend gemacht werden. Wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, wird eine monatliche Rente oder eine Einmalzahlung ausgezahlt. Bei einem Unfalltod wird die vereinbarte Todesfallsumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt.


Wann zahlt die Unfallversicherung nicht?

Es gibt Fälle, bei denen ein Unfall geistige und/oder körperliche Schäden hervorrufen kann, für die aber kein Versicherungsschutz besteht. Zu diesen Ausschlüssen gehören beispielsweise:

  • Unfälle der versicherten Person durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen.
  • Unfälle durch epileptische Anfälle oder andere Krampfanfälle, die den ganzen Körper der versicherten Person ergreifen.
  • Unfälle, die der versicherten Person dadurch zustoßen, dass sie vorsätzlich eine Straftat ausführt oder versucht.
  • Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse verursacht sind.
  • Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kernenergie verursacht sind.
  • Unfälle der versicherten Person bei der Benutzung von Luftfahrzeugen (Fluggeräte) ohne Motor, Motorseglern, Ultraleichtflugzeugen und Raumfahrzeugen sowie beim Fallschirmspringen.
  • Unfälle, die der versicherten Person dadurch zustoßen, dass sie sich als Fahrer, Beifahrer oder Insasse eines Motorfahrzeuges an Fahrtveranstaltungen einschließlich der dazugehörigen Übungsfahrten beteiligt, bei denen es auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten ankommt.

Fazit: Prüfen Sie genau, welche Leistungen Sie benötigen

Unaufmerksamkeit oder einfach im falschen Moment am falschen Ort zu sein kann zu Unfällen führen, die unter Umständen erhebliche gesundheitliche und körperliche Folgen nach sich ziehen. Bei Unfällen, die sich in der Freizeit ereignen, leistet eine private Unfallversicherung finanzielle Leistungen zur Begleichung der sich aus dem Ereignis und dessen Folgen ergebenden Kosten. Das Angebot der verschiedenen Unfallversicherer ist häufig sehr komplex. Wenn Sie eine Police abschließen möchten, empfiehlt es sich, die Angebote genau zu prüfen. Ihre private Unfallversicherung und deren Leistungen sollten Sie nach Ihren individuellen Bedürfnissen auswählen – nicht alle Optionen passen zu jedem Verbraucher.

Wenn Sie schon im Besitz einer Unfallverischerung sind, sollten Sie diese regelmäßig auf folgende Fragen prüfen: Welche Leistungen erbringt die Unfallversicherung, die ich abgeschlossen habe? Entsprechen diese noch dem Standard und meinen aktuellen Lebensumständen? In unserem Ratgeber "Unfallversicherung: Vergleichen lohnt sich immer" erhalten Sie hilfreiche Hinweise, worauf Sie achten sollten.


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