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Zusammenziehen

Zusammenziehen:

Die erste gemeinsame Wohnung: Planen & Sparen

Wenn sich ein Paar dazu entscheidet zusammenzuziehen, stehen ihm einige Veränderungen ins Haus. Diese betreffen nicht nur die Beziehung, sondern auch viele andere Bereiche des Lebens. Worauf Sie achten müssen, wenn Sie zwei Haushalte zusammenlegen und wo Sie jetzt sparen können, erklärt Ihnen CosmosDirekt im nachfolgenden Artikel.

Für viele Paare – egal, ob verheiratet oder nicht – hat das Führen eines gemeinsamen Haushalts finanzielle Vorteile. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geben Single-Haushalte mehr für die laufenden Kosten aus als Menschen, die zusammen­wohnen. Das Einsparpotenzial beginnt schon bei der geteilten Miete und den Nebenkosten. Doch nicht nur bei Angelegenheiten, die die Wohnung direkt betreffen, lässt sich sparen. Viele Versicherer bieten bei ausgewählten Versicherungen für Paare einen gemeinsamen Schutz an. Sich gemeinsam zu versichern ist günstiger, als zwei separate Versicherungen abzuschließen.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
SonderkündigungsrechtDas Recht eines Vertragspartners, das bestehende Rechtsverhältnis zu kündigen, wenn ansonsten die Möglichkeit zur regulären Kündigung erst zu einem späteren Zeitpunkt besteht. Der Vertrag wird vom Berechtigten ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist bzw. mit einer verkürzten Kündigungsfrist beendet. Das auch als außerordentliches Kündigungsrecht bezeichnete Recht kann vertraglich vereinbart werden oder sich aus einem Gesetz ergeben.
PoliceUrkunde über den Versicherungsvertrag, der zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsnehmer zustande gekommen ist.
PartnerverträgeVersicherungsverträge im Bereich der Lebensversicherung, die beide Partner in einem Vertrag gegenseitig absichern.

Neue Wohnung oder zum Partner ziehen?

Paare, die sich entscheiden zusammenzuziehen, stehen am Anfang vor der Entscheidung „Zu mir oder zu dir?“ oder doch lieber eine neue gemeinsame Wohnung zu beziehen. Experten empfehlen Letzteres als goldenen Mittelweg. Neutraler Boden verhindert, dass man vielleicht Fremder in der Wohnung des anderen bleibt.

Angespannt kann die Situation vor allem werden, wenn in der Wohnung schon vorher ein anderer Partner gelebt hat. Fragen und Gedanken rund um die alte Partnerschaft bleiben da nicht aus. Gerade in Großstädten kann sich die Suche nach einer neuen Bleibe aber hinziehen. Für einige Paare heißt es dann am Ende doch wieder: „Zu mir oder zu dir?“

Wer bei seinem Partner einzieht, sollte mit ihm einen Kompromiss schließen: Die bestehende Wohnung wird gemeinsam neu eingerichtet. Häufig reichen schon kleine Veränderungen: Die Wände neu streichen und Möbel umstellen sowie austauschen. Ein optischer Neustart unterstützt den Start in ein neues Leben zu zweit.

Kompromissbereit sollten Partner auch bei der Einrichtung sein, denn Geschmäcker sind verschieden. Praktische Gründe allein sind nicht immer entscheidend für die Auswahl der Einrichtung. Viele Menschen verbinden persönliche Erinnerungen mit den Dingen in der Wohnung. Wenn Partner vorher darüber reden, weshalb ein bestimmtes Möbelstück unbedingt in der Wohnung bleiben muss, fällt es leichter, sich zu einigen.


Aller Anfang: Der Mietvertrag

Vor dem Einzug in eine neue Wohnung steht der Abschluss eines Mietvertrages an – eine sehr wichtige Angelegenheit, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Der Deutsche Mieterbund (DMB) berichtet, dass in Deutschland ungefähr 90 Prozent aller Mietverträge unwirksame Klauseln enthalten. Diese Regelungen und Vereinbarungen benachteiligen Mieter über das Normalmaß hinaus und sind deshalb unwirksam. Hinzu kommen Fallen im Mietvertrag, die zwar nicht gesetzeswidrig sind, aber finanzielle Konsequenzen für den Mieter haben können.

Klare Regelung zu Vertragsumfang und -parteien

Gerade beim Zusammenziehen ist eine Sache im Mietvertrag von besonderer Bedeutung: Nur wer einen Mietvertrag unterzeichnet, ist auch der Mieter einer Wohnung. Für Partnerschaften heißt das, dass nur derjenige für die Miete haftet, der den Vertrag auch unterschrieben hat.

Wenn beide den Vertrag unterschreiben, kann eine Seite im Fall einer Trennung aber auch nicht so leicht aus dem Mietverhältnis aussteigen, da keiner der Vertragsparteien den Mietvertrag allein kündigen kann. Zieht eine Mietpartei freiwillig aus, haftet sie weiter in voller Höhe für die Miete. Bei Ehepaaren dagegen reicht die Unterschrift eines Partners.

Über eine Entlassung aus dem Mietvertrag kann sich zwar mit dem Vermieter geeinigt werden, allerdings muss der andere Vertragspartner dem zustimmen. Wenn sich alle Vertragsparteien über die Entlassung einig sind, sollte eine schriftliche Ergänzung im Mietvertrag aufgenommen werden. Verweigert der Vertragspartner die Zustimmung, muss der auszugwillige Mieter die Mietergemeinschaft beim Mietpartner förmlich aufkündigen. Ist dies geschehen, sind die ehemaligen Mitglieder der Gemeinschaft gesetzlich dazu verpflichtet, eine Kündigung gegenüber dem Vermieter zu unterschreiben. Das Mietverhältnis endet damit für beide Vertragsparteien zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt.

Anders verhält es sich, wenn nur einer der Partner Mieter ist. Lebenspartner können unter Zustimmung des Vermieters unproblematisch in die Wohnung aufgenommen werden. Durch den Einzug wird man aber nicht automatisch Vertragspartner. Wenn es zur Trennung kommt und die mietende Person verlangt den Auszug, muss die andere Seite diesem Räumungsverlangen nachkommen. Damit die gesetzlichen Kündigungsvorschriften Anwendung finden, sollte auch unter Partnern ein schriftliches Untermietverhältnis abgeschlossen werden.

Bei Abschluss eines neuen Mietvertrags sollten Sie immer darauf achten, dass alle Vertragspartner im Mietvertrag erwähnt sind. Im Mietvertrag sollte zudem eindeutig erwähnt sein, auf welche Bereiche sich das Mietverhältnis bezieht und welche mitgenutzt werden dürfen – beispielsweise Keller, Dachboden, Fahrradräume und Garten.

Info

Wenn Sie ungültige Klauseln in Ihrem Mietvertrag entdecken, müssen Sie diese nicht unbedingt aus dem Schriftstück streichen lassen, da sie automatisch ungültig sind. Der Mieterschutzbund rät unter diesen Umständen dazu, eine Beratungsstelle aufzusuchen oder einen Fachmann zu Rate zu ziehen.


Adressänderung: Behalten Sie den Überblick

Vor und nach dem Umzug sollten Sie Behörden und anderen Dienstleistern sowie Ihrem Arbeitgeber Ihre neue Adresse mitteilen. Eine rechtzeitige Erledigung verkürzt Ihnen beispielsweise die Wartezeit bei Versorgern und vermeidet Strafzahlungen bei nicht fristgerechter Mitteilung.

Ummelden bei Behörden

Bei den meisten Behörden ist eine persönliche Meldung notwendig. Je nach den eigenen Lebensumständen müssen unterschiedliche Behörden über einen Umzug informiert werden.

  • Einwohnermeldeamt: Eine Adressänderung kann 7 Tage vor dem Umzug beim Einwohnermeldeamt des bisherigen Wohnsitzes vorgenommen werden. Wer dies nicht schafft, hat nach dem Umzug noch 3 Wochen Zeit, sich beim zuständigen Einwohnermeldeamt zu melden. Innerhalb eines Wohnortes reicht eine Ummeldung. Für die An-, Ab- oder Ummeldung wird der Personalausweis und ggf. der neue Mietvertrag benötigt. Achtung: Vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig an-, ab- oder umzumelden. Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 500 Euro.
  • Finanzamt: Wer innerhalb eines Ortes umzieht, muss nicht viel machen: Das Finanzamt erfährt die neue Adresse bei der nächsten Steuererklärung. Wer den Ort wechselt, muss sein altes Finanzamt darüber in Kenntnis setzen.
  • Agentur für Arbeit: Wer Leistungen von der Agentur für Arbeit erhält, sollte sich frühzeitig ummelden. Die persönliche Akte wird dann automatisch an die zuständige Dienststelle weitergeleitet.
  • Kfz-Zulassungsstelle: Vergessen Sie nicht, dass auch Ihre Fahrzeuge umgemeldet werden müssen. Häufig kann der Antrag online gestellt werden. Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob Sie in eine Umweltzone ziehen. In diesem Fall benötigen Sie für Ihr Fahrzeug eine Feinstaubplakette.
  • Kindergeldstelle, Jugendamt, BAföG-Amt und andere Behörden: Je nach Ihren Lebensumständen gibt es noch weitere Behörden, denen Sie Ihren Umzug mitteilen müssen. Wenn Sie Kinder haben, sind die Kindergeldstelle und gegebenenfalls wegen der staatlichen Kinderbetreuung das Jugendamt zu verständigen. Das BAföG-Amt muss, sofern Sie hierüber Leistungen beziehen, auch dringend benachrichtigt werden, da es Ihnen ansonsten, wie andere Behörden auch, eine Adressänderung in Rechnung stellt. Verschaffen Sie sich vor Ihrem Umzug einen genauen Überblick, mit welchen Behörden Sie regelmäßig zu tun haben.

Ummelden bei Banken, Sparkassen und Betragsservice

Bezüglich Kreditinstituten sollten Sie sich mit Ihrem Berater besprechen, ob es einen Umzugsservice gibt, der Sie bei der Filiale in Ihrer neuen näheren Umgebung anmeldet. Als Rundfunkteilnehmer sollten Sie nicht vergessen, sich beim Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ehemals GEZ) umzumelden. Als Paar können Sie hier sparen: Die Rundfunkgebühr wird nur nach Haushalt und nicht nach Personenzahl erhoben.

Ummelden bei Versorgungsunternehmen

Eine rechtzeitige An- oder Ummeldung bei Versorgungsunternehmen ist wichtig, damit Sie rechtzeitig mit Gas, Wasser, Strom und Fernwärme versorgt sind.

Ummelden von Telefon und Internet

Damit Sie nach dem Umzug gleich erreichbar sind, sollten Sie sich rechtzeitig um eine Ummeldung von Telefon- und Internetanschluss kümmern. Als Paar können Sie sich für einen Anschluss entscheiden, wenn aktuell zwei Anschlüsse vorhanden sind. Wenn es Ihnen möglich ist die Verträge zu kündigen, können Sie sich auch nach einem neuen Dienstleister umschauen, der beispielsweise günstiger ist als ihr bisheriger.

Nachsendeauftrag

Ein Umzug bedeutet Stress. Da kann schon mal etwas vergessen werden. Die Post bietet deshalb einen kostenpflichtigen Nachsendeservice an. Ein halbes oder ein ganzes Jahr können Sie sich Briefe und Pakete an Ihre neue Adresse senden lassen.

Ummelden bei sonstigen Geschäftspartnern

Im Laufe eines Lebens gehen Menschen viele Geschäftsbeziehungen ein. Ärzte, Zeitungen und Zeitschriftenabonnements, Krankenkasse, Versicherungen, Versandhäuser und viele mehr sollten über Ihren Umzug informiert werden.

Tipp

Fertigen Sie rechtzeitig eine Checkliste an, wer alles Ihre neue Adresse benötigt.


Gemeinsam Versichern & Geld sparen

Paare, die zusammenziehen, dürfen sich freuen: Bei einigen Versicherungen werden Partnerverträge angeboten – mit oder ohne Trauschein. Wo gestern noch zwei Verträge bestanden, lässt sich mit dem Umzug einer draus machen. Es klingt vielleicht nicht sonderlich romantisch, aber wer seine Verträge nicht prüft, verliert unter Umständen Geld oder sogar seinen Versicherungsschutz.

Bei einigen Versicherungen lässt sich durch eine Zusammenlegung eine Doppelversicherung vermeiden. Bei Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtschutz­versicherung können Paare prüfen, wer in den Vertrag des anderen einsteigt und welcher aufgelöst werden kann. Entscheidend ist hier das Alter des Vertrages. Der ältere Vertrag muss bestehen bleiben, nur der jüngere kann gekündigt werden.

Die Privathaftpflichtversicherung sichert Lebenspartner gegen Schäden gegenüber Dritten ab. Im Schadenfall haften Sie unbeschränkt mit Ihrem gesamten Vermögen – eine Haftungsbegrenzung sieht das Bürgerliche Gesetzbuch nicht vor. Einen Partnertarif können Sie nur abschließen, wenn Sie Ihrer Versicherung mitteilen, dass Ihr Partner in den Versicherungsvertrag mit aufgenommen wird. Für alle Schäden, die der Lebenspartner vorher verursacht hat, haftet die Versicherung nicht.

Bei einem Umzug sollten Sie beachten, dass freiwillige Helfer über die Privathaftpflichtversicherung für „Freundschafts- oder Kulanzdienste“ nicht abgesichert sind. Schäden am Umzugsgut werden von der Versicherung nicht übernommen. Eine Ausnahme besteht, wenn mit den Helfern ein Vertrag über einen bestimmten Stundenlohn vereinbart wird.

Die Hausratversicherung umfasst alle Gegenstände, die sich in Ihrem Haushalt befinden. Das gilt auch für die anderer Personen, die sich in Ihrer Wohnung befinden. Feuer, Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus (nach einem Einbruch), Leitungswasser, Sturm und Hagelschäden sind mit der Hausratpolice abgedeckt.

Wichtig ist es, nach einem Umzug der Versicherung die neue Größe der Wohnung zu melden und gegebenenfalls den Wert der Gegenstände neu zu schätzen. Liegen keine korrekten Werte vor, besteht das Risiko, dass ein Schaden nur teilweise beglichen wird, da eine Unterversicherung besteht.

Was viele nicht wissen: Auch bei der Rechtschutzversicherung besteht die Möglichkeit, in den Vertrag des Partners aufgenommen zu werden, in vielen Tarifen ohne Mehrkosten.

Info: Bei einem Zusammenzug mit dem Ehe- oder Lebenspartner haben Sie die Möglichkeit, von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. In diesem Fall kündigen Sie aus besonderem Anlass.

Bei der Hausratversicherung wird der jüngere Vertrag gekündigt.

Tipp

Ein Zusammenzug ist auch eine gute Möglichkeit, die Leistungen der Versicherungsverträge zu überprüfen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln. In unseren Ratgebern Hausratversicherung wechseln oder Haftpflichtversicherung wechseln finden Sie nützliche Tipps, worauf Sie achten sollten.

PrivatHaftpflicht von CosmosDirekt
Besonders wichtig, besonders preisgünstig

Bei Versicherungen, die sich direkt auf eine Person beziehen – z. B. Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherung – bleibt häufig alles beim Alten. Allerdings bieten viele Versicherer für Paare und Verheiratete günstige Partnertarife an, bei denen Sie sparen können. Bei Ehepartnern besteht zudem die Möglichkeit, sich kostenfrei in der Krankenversicherung mitzuversichern.

Wer sich liebt, möchte den Partner nach dem eigenen Todesfall abgesichert wissen. Die preisgünstigste Absicherung bietet Ihnen die Risiko-Lebensversicherung. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Risikolebensversicherung für Paare und Partner.

Sparen können Paare auch bei der Kfz Versicherung. Wenn zum Beispiel ein Partner einen Sondertarif erhält, dann kann der Lebens-/Ehepartner mit gleichem Wohnsitz ebenfalls davon profitieren. Zudem kann der Ehepartner ggf. auch von der Kfz-Zweitwagenversicherung profitieren.

Kfz Versicherung ideal für Zweitwagen
Tipp

Informationen und Tipps darüber, wie Sie Ihren Zweitwagen günstig versichern, können Sie in unserem Ratgeber Zweitwagen nachlesen.


Fazit: Gesparte Kosten erleichtern den Start ins gemeinsame Leben

Paare können bei einem Zusammenzug nicht nur bei den Beiträgen zur Versicherung sparen. Neben der geteilten Miete lässt sich auch bei den Nebenkosten wie Heiz- und Stromkosten und bei der Betriebskostenabrechnung sparen. Größere Neuanschaffungen, die kostenintensiv sind, können sie jetzt ebenfalls gemeinsam vornehmen. Dadurch sparen sie nicht nur Geld, sondern können beim gemeinsamen Aussuchen auch noch das Paargefühl stärken.

Die meisten Paare sparen auch bei den Lebensmitteln: Statistisch gesehen, gibt ein Ein-Personen-Haushalt mehr für Lebensmittel aus als ein Mehr-Personenhaushalt pro Kopf. Das liegt vor allem daran, dass abgepackte Mengen im Supermarkt häufig zu groß für eine Person sind, und viel weggeschmissen wird.

Damit sich in der Beziehung niemand in der gemeinsamen Wohnung finanziell benachteiligt fühlt, sollten Sie für die alltäglichen Dinge ein Haushaltskonto anlegen. Doch das Schönste am Zusammenziehen: Paare sparen Kosten fürs Pendeln und haben gleichzeitig mehr Zeit für sich.


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