Risikolebensversicherung & Steuern – was muss ich wissen?

Das sollten Versicherungsnehmer bei Steuererklärung und mehr berücksichtigen

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Eine Risikolebensversicherung kann von der Steuer abgesetzt werden
  • Die Versicherung wird als Vorsorgeaufwendung abgesetzt
  • Die Risikolebensversicherung gehört zu den Sonderausgaben der Einkommenssteuer

Alljährlich wird das Thema Steuererklärung wieder relevant. Wer eine Versicherung abschließt, für den spielt es oftmals auch eine Rolle, ob und wie eine Absetzung der Beiträge möglich ist. Unter der Kategorie der Vorsorgeaufwendungen lässt sich die Risikolebensversicherung problemlos von der Steuer absetzen. Das gestaltet sich für Versicherte sogar relativ einfach: Grundsätzlich legen Sie der Steuererklärung als Nachweis einfach die Rechnung über den Beitrag Ihrer Risiko­lebens­versicherung bei und senden die Unter­lagen zusammen ans Finanzamt. Was es zusätzlich beim richtigen Absetzen der Steuer zu berücksichtigen gilt und wie Sie im Falle einer möglichen Erbschafts­steuer als Hinterbliebener agieren, erklären wir in unserem Ratgeber.

Der Ratgeber bieten Ihnen allgemeine Informationen darüber, wie Sie mit der Risikolebensversicherung bei einer Steuererklärung umgehen müssen. Produktdetails zur Versicherung selbst finden Sie hier:

Produktinformationen
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Wie können Versicherungsnehmer die Risikolebensversicherung von der Steuer absetzen?

Sie können die Beiträge für Ihre Risikolebensversicherung als weitere Vorsorgeaufwendungen absetzen. Bei der Steuererklärung sollten die Zahlungen daher in Zeile 50 der Anlage Vorsorgeaufwand eingetragen werden. Legen Sie der Steuererklärung für das Finanzamt einen Nachweis in Form einer Beitragsbescheinigung der Versicherung bei. Die Bescheinigung erhalten Sie in der Regel automatisiert vom Versicherer zum Jahreswechsel.

Aufwände für eine Risikolebensversicherung gelten bei der Einkommenssteuer allgemein als Sonderausgaben. Die Risikolebensversicherung ist allerdings nur steuerlich absetzbar, wenn der insgesamte Höchstbetrag für alle Vorsorgeaufwendungen noch nicht erreicht wurde. Die Grenze für die Absetzbarkeit liegt für sozialversicherungspflichtige Beitragszahler und Beamte derzeit bei 1.900 Euro. Freiberufler und Selbstständige können hingegen bis zu 2.800 Euro Sonderausgaben absetzen. Bei gemeinsam veranlagten Partnern addieren sich die Höchstbeträge.

Tipp

Achtung – auch die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung werden als Vorsorgeaufwendung abgesetzt. Der Höchstbetrag kann somit eventuell schneller erreicht werden als vermutet. Sprechen Sie sich daher im Zweifelsfall vor dem Absenden der Steuererklärung mit Ihrem Steuerberater ab.


Was sollte ich vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung steuerlich beachten?

Vor Abschluss einer Risikolebensversicherung sollten Ihnen die steuerlich relevanten Bereiche der Risiko-Absicherung bewusst sein. Dies betrifft Ihre Steuererklärung (Einkommenssteuer) sowie denjenigen, dem im Todesfall die Versicherungssumme ausgezahlt wird (Erbschaftssteuer).

Prüfen Sie vor Abschluss einer Risikolebensversicherung genau, an wen die Leistung im Todesfall erfolgen soll. Kommt es zur Auszahlung der Risikolebensversicherung, wird das Thema Steuer gerade für Ihre Hinterbliebenen relevant. Mit umfangreichen Informationen und der richtigen Vertragsgestaltung vermeiden Sie, dass die Versicherungssumme für Ihre Hinterbliebenen mit einer Erbschaftssteuer belastet wird. Insbesondere für nicht verheiratete Partner ist eine Gestaltung des Vertrags wichtig, in der keine Erbschaftssteuer anfällt. Dies ist möglich, indem man sich über Kreuz versichert. Ein Partner deckt also jeweils den anderen über seinen Vertrag ab.

Risikolebensversicherung: Über Kreuz versichern - CosmosDirekt

Als Partner versichern: welche Möglichkeiten gibt es für Steuer und Risikolebensversicherung?

Für Partner gibt es verschiedene Möglichkeiten, Verträge angepasst an die jeweilige Form der Partnerschaft zu gestalten. Neben der Unterscheidung zwischen Geschäftspartnern und Lebensgemeinschaften, ist zusätzlich auch relevant, ob die Beitragszahler verheiratet sind. In der Regel können Sie sich als Versicherungsnehmer auf die beiden häufigsten Varianten konzentrieren:

  • Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit – zur Absicherung von zwei Partnern innerhalb eines Vertrags.
  • Zwei Risikolebensversicherungen – zur jeweiligen Absicherung des anderen Partners.
Tipp

Verheiratete Partner genießen einen steuerlichen Vorteil. Hier werden die Steuer-Höchstbeträge nämlich zusammengerechnet. Zudem sind auch die Freibeträge der Versicherungssummen, für die keine Erbschaftssteuer anfällt, höher. In unserem Ratgeber finden Sie alles Wissenswerte zur Risikolebensversicherung für Paare.

Wie funktioniert die Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit?

Bei der Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit schließen zwei Partner einen gemeinsamen Vertrag ab, um sich gegenseitig zu begünstigen. Kommt es also zum Todesfall eines Partners, so wird die Versicherungssumme an den Hinterbliebenen ausgezahlt. Tritt der umgekehrte Fall ein, so erhält der andere Partner die Auszahlung. Die Erbschaftssteuer für die Risikolebensversicherung fällt in diesem Fall dann an, wenn eine Auszahlung nicht an den Versicherungsnehmer erfolgt - also die Person, auf welche die Versicherung namentlich läuft. Ist diese Person verstorben, so fällt für den Partner in voller Höhe Erbschaftssteuer an. Es ist daher besonders wichtig, dass beide Partner auch Versicherungsnehmer sind.

Vorteile
Nach­teile
Sie sichern mit nur einem Vertrag zwei Partner ab

Nur eine Versicherungssumme

Nur ein Beitrag für zwei Versicherte

Weniger flexibel bei Trennung der Partner

Weniger geeignet für die Absicherung der Hinterbliebenen (Kinder)

Tipp

Sollten Sie Kinder haben, empfiehlt sich die Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit nicht. Kommt es zum Todesfall beider Partner, so haben die hinterbliebenen Kinder lediglich Anspruch auf eine Versicherungssumme für den Verlust beider Eltern. Eine Absicherung mit zwei einzelnen Verträgen ist daher in diesem Leistungsfall sinnvoller.

Wie funktioniert die Absicherung mit zwei Risikolebensversicherungen?

Im Gegensatz zur Absicherung der Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit schließt man bei dieser Version nicht einen Vertrag für beide Partner ab – sondern jeder Partner erhält seine eigene Lebensversicherung und wendet Beiträge für diese auf. Das hat den Vorteil, dass Sie die Verträge auf die jeweilige Partnerschaft anpassen können und auch bei unvorhergesehenen Entwicklungen wie z.B. einer Scheidung flexibler sind. Bei einem Todesfall gibt es zudem zwei Versicherungssummen, die genutzt werden können.

Vorteile
Nachteile
Gegenseitige Absicherung unabhängig voneinander

Höhere Beiträge, da zwei Verträge mit zwei Versicherungssummen

Zwei Versicherungssummen (doppelte Absicherung der Hinterbliebenen)
Flexibel bei Veränderung der Partnerschaft
Tipp

Wählen Sie als versicherte Person im Vertrag immer Ihren Partner aus. Warum? Durch die Auswahl des Partners fällt im Todesfall keine Erbschaftssteuer auf die Versicherungssumme an.

Wieso sollte als versicherte Person immer mein Partner eingetragen werden?

Der Hauptvorteil ist die Befreiung von der Erbschaftssteuer. Sie sind in diesem Fall Versicherungsnehmer, Beitragszahler und auch Begünstigter der Risikolebensversicherung. Ihr Partner ist die versicherte Person.

Beispiel: Nehmen wir an, Sie haben Ihren Partner als versicherte Person eingetragen. Aus Sicht Ihrer Versicherung zahlen Sie die Beiträge und sind der Vertragspartner. Wenn Ihr Partner verstirbt, dann wird die Versicherungssumme an Sie als Bezugsberechtigten ausgezahlt. Erbschaftssteuer fällt auf die Risikolebensversicherung in diesem Fall nicht an, da Sie selbst der Versicherungsnehmer sind.

Versterben Sie und Ihr Partner, so werden beide Lebensversicherungen ausgezahlt. Sie gehen in den jeweiligen Nachlass der begünstigten Person über. Hier besteht entweder Erbschaftssteuerpflicht oder Ihre Erben nutzen die möglichen Freibeträge.

Hinweis

Ihr Partner muss dem Vertragsabschluss der Risikolebensversicherung zustimmen. Kommt es zur Auszahlung durch einen Todesfall, sollten nicht nur Steuern, sondern auch weitere Faktoren im Vorhinein geklärt worden sein. Die versicherte Person muss daher bei Vertragsabschluss einige Gesundheitsfragen beantworten und das Antragsformular zudem zusätzlich unterschreiben. Kommt es nach dem Abschluss eines derartigen Vertrags noch zu Änderungen, können diese nur umgesetzt werden, wenn noch kein Leistungsfall eingetreten ist. Das Einverständnis mit dem Vertrag kann allerdings nicht zurückgenommen werden. Kommt es also beispielsweise zur Scheidung zwischen den Partnern, kann die vertraglich vereinbarte Person dennoch nicht als Bezugsberechtigter aus der Lebensversicherung gestrichen werden.


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Risikolebensversicherung und Erbschaftssteuer

Sollte es zum Todesfall kommen, wird die Versicherungssumme an die von Ihnen bestimmte Person ausgezahlt. Aber auch Sie selbst können Begünstigter einer Risikolebensversicherung sein und sich im Fall der Fälle mit der Auszahlung der Versicherungssumme konfrontiert sehen. So oder so sollte die Besteuerung der Risikolebensversicherung schon vorab geklärt werden, um auch nach dem Verlust einer geliebten Person entsprechend agieren zu können.

Wie wird eine Risikolebensversicherung versteuert?

Für die Auszahlung der Risikolebensversicherung fällt generell keine Steuer an. Die Bezugsberechtigten müssen also auf die vertragliche Versicherungssumme keine Einkommenssteuer bezahlen. Ob die Erbschaftssteuer gezahlt werden muss, hängt vom Versicherungsvertrag und der Person, die als bezugsberechtigt eingetragen wird, ab.

Wenn eine Risikolebensversicherung auf Ihren Namen läuft, dann zählt die Versicherungssumme zu Ihrem Nachlass. Das bedeutet für Ihre Hinterbliebenen, dass sich das Erbe und somit die Erbschafts-Steuerlast vergrößert. Übersteigt das Erbe die gültigen Steuer-Freibeträge, so ist der darüberhinausgehende Anteil des Erbes von Ihren Hinterbliebenen zu versteuern. Dies gilt natürlich auch für den Fall, wenn Sie selbst Erbe sein sollten.

Freibeträge der Erbschaftssteuer

Unter die Freibeträge der Steuer fallen sämtliche Werte. Wird zum Beispiel eine Immobilie vererbt bzw. geerbt, kann der Freibetrag somit schnell aufgebraucht sein.

Verhältnis
Frei­be­trag
Ehe- und eingetragene Lebenspartner

500.000 Euro

Kinder, Stief- und Adoptivkinder

400.000 Euro

Enkelkinder

200.000 Euro

Eltern, Großeltern

100.000 Euro

Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner,
Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft, Geschäftspartner, Sonstige

20.000 Euro

  • Stand: 2020

Wann ist bei der Risikolebensversicherung keine Erbschaftssteuer fällig?

Sie zahlen keine Erbschaftssteuer, wenn die Leistung der Erbschaft inklusive der Risikolebensversicherung den Steuer-Freibetrag nicht überschreitet. Außerdem ist die Risikolebensversicherung auch dann steuerfrei, wenn Sie nicht sich selbst als versicherte Person im Vertrag einsetzen, sondern sich „über Kreuz versichern“. Kommt es zum Todesfall der versicherten Person, wird die Versicherungssumme ohne Erbschaftssteuer ausgeschüttet.

Wenn Sie sich und Ihren Partner mit einer Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit abgesichert haben, können Sie die Erbschaftssteuer immerhin auf 50 % reduzieren. Dazu sollten allerdings beide Partner als Versicherungsnehmer eingetragen sein.


Welche Ratgeber zur Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung sind zudem inter­es­sant?