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Spam

Spam:

So gehen Sie gegen unverlangte E-Mail-Werbung vor

Der erste öffentlich bekannte Spam-Fall ereignete sich am 12. April 1994, als ein US-Anwalt die Nachrichtenforen mit Werbung für seine Kanzlei überflutete. Längst haben sich Spam-Mails zu einer ernst­haften Bedrohung entwickelt: Der wirtschaftliche Schaden durch Spam wird weltweit auf etwa 50 Mrd. Dollar (45 Mrd. Euro) geschätzt. Für Unternehmen steigen aufgrund verlorener Produktivität oder zusätzlichen technischen Ausgaben zwecks Prävention die Kosten pro Mitarbeiter auf 2.000 Dollar (1.780 Euro) pro Jahr.

Der erste öffentlich bekannte Spam-Fall ereignete sich am 12. April 1994, als ein US-Anwalt die Nachrichtenforen mit Werbung für seine Kanzlei überflutete. Längst haben sich Spam-Mails zu einer ernst­haften Bedrohung entwickelt: Der wirtschaftliche Schaden durch Spam wird weltweit auf etwa 50 Mrd. Dollar (45 Mrd. Euro) geschätzt. Für Unternehmen steigen aufgrund verlorener Produktivität oder zusätzlichen technischen Ausgaben zwecks Prävention die Kosten pro Mitarbeiter auf 2.000 Dollar (1.780 Euro) pro Jahr.


Was ist Spam?

Über die Herkunft des Begriffs gibt es mehrere Legenden. Die bekannteste führt die heutige Verwendung auf einen Sketch der britischen Comedy-Truppe Monty Python zurück: Dargestellt wird ein Café, das ausschließlich Dosenfleisch der Marke SPAM (Spiced Ham) serviert. Briten kannten die Büchsen noch gut aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: SPAM gehörte zu den wenigen Lebensmitteln, die nicht rationiert wurden. Im Sketch wird praktisch jeder, von den Figuren bis zum Zuschauer, von SPAM überflutet. Erwähnt ein Gast oder die Kellnerin das Wort, stimmt ein Wikinger-Chor laut dröhnend ein Lied an, dessen Text fast ausschließlich aus „Spam“ besteht. Eine Verständigung ist nicht mehr möglich.

Wie kommen Spammer an die Adressen?

Spammer benutzen in der Regel Harvester. Das sind automatisierte Programme, die das Internet systematisch absuchen und alle zugänglichen E-Mail-Adressen „ernten“. Dabei kann es sich um Webseiten handeln, aber auch um Soziale Netzwerke, Chatrooms und Foren. Mithilfe von Schadsoftware können Spammer die digitalen Adressbücher des Nutzers ausspionieren.

Statistische Daten zu Spam
  • 66 % aller versendeten E-Mails waren Spam-Mails
  • 29 Milliarden Spam-Mails wurden verschickt
  • 76 % aller Spam-Mails wurden über Bot-Netzwerke verschickt
  • 2,3 Millionen Computer waren unter der Kontrolle eines Bots
  • Top 10-Länder, aus denen Spam versendet wird: USA, Frankreich, China, Italien, Russland, Deutschland, Südkorea, Ukraine, Spanien, Vietnam

Quelle: Symantec: Internet Security Threat Report 2014, Sophos
Link: www.symantec.com/content/en/us/enterprise/other_resources/b-istr_main_report_v19_21291018.en-us.pdf
http://blogs.sophos.com/2014/07/29/spam-bot-invaders-which-countries-send-the-most-spam-infographic


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Es gibt viele Formen vom SPAM

Formen von Spam

Wie im Monty-Python-Sketch wird das E-Mail-Postfach mit Spam überflutet: unerwünschte Werbung, dreiste Lockangebote oder versteckte Schadsoftware – eine Spam-Mail kann ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Mit dem Erfolg von Facebook, WhatsApp und Co. hat Spam auch die sozialen Netzwerke und Chat-Apps für Mobilgeräte erreicht. Wir stellen die wichtigsten Formen von Spam vor:

Die häufigsten Formen von Spam

Spam-Mails sind meist schon an der Betreff-Zeile zu erkennen, oft werden verschreibungspflichtige Medikamente oder erotische Kontakte angepriesen – zunehmend in kuriosen Schreibweisen, um die Spamfilter der E-Mail-Programme zu unterlaufen. Ebenfalls sehr beliebt beim Spammen: Es wird gar kein Betreff aufgeführt oder die E-Mail mit „Re:“ oder „AW:“ als Antwort getarnt, selbst wenn Sie nie eine E-Mail an die entsprechende Adresse versandt haben.

Auch die Absender-Adresse ist falsch. Oft wird ein sehr verbreiteter Name verwendet – in der Regel nur der Vorname, aber auch vollständige Namen, die echt klingen. Einige Spam-Mails tarnen sich mit den Namen bekannter Institutionen, um Seriosität zu suggerieren: E-Mail-Provider, Banken, Antiviren-Programme etc. Offensichtlicher sind die Fälle, in denen eine Zufallszahl angehängt wurde. Endgültige Klarheit bekommen Sie, wenn Sie sich den Header ansehen: An dieser Stelle wird die tatsächliche E-Mail-Adresse angezeigt. Passen Absendername und E-Mail-Adresse nicht zusammen, heißt es Obacht. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Spam-Mail von einem Freemail-Account stammt.

Der Köder: ein Gratis-Angebot, ein kostenloser Download oder ähnliches. Angepriesen werden wahlweise Hilfe bei Hausaufgaben, Free-SMS, Routenplanungen, IQ-Tests und vieles mehr. Dann werden Sie dazu genötigt, Namen und Adresse, manchmal auch das Geburtsdatum einzugeben. Schon schnappt die Falle zu. Nach ein paar Tagen erhalten Sie per Brief oder E-Mail eine Rechnung. Angeblich haben Sie ein Abonnement abgeschlossen und müssen nun zahlen. Wer dann auf der entsprechenden Seite in den AGBs nachliest, wird womöglich eine Preisangabe finden. Doch diese ist in der Regel sehr versteckt, kaum lesbar oder auf andere Art und Weise unsichtbar gemacht.

Die Rechtslage jedoch stellt sich anders dar, denn ein gültiger Vertrag wäre nur zustande gekommen, wenn der Preis klar und deutlich angezeigt worden wäre. Das Verhalten des Webseiten-Betreibers verstößt gegen die Preisangabenverordnung (PAngV). Daher ist der Vertrag nichtig, auch wenn die rechtlichen Ausführungen, die oft der Rechnung beigelegt sind, anderes behaupten. Diese gelten üblicherweise für ganz anders gelagerte Fälle und dienen lediglich dazu, die Opfer einschüchtern. Daher sollten Sie auf keinen Fall zahlen und sich nicht von den Forderungen aus der Fassung bringen lassen.

Verbreitet sind auch Spam-Mails, die zur Zahlung offener Rechnungen mahnen. Die Absender sind angeblich Anwaltskanzleien oder Inkasso-Büros. Manche E-Mails lassen sich bereits an eindeutigen Merkmalen als Spam erkennen: die fiktive Rechnung entstand bei einem Online-Shop, den Sie nicht kennen oder bei dem Sie nicht bestellt haben; Rechtschreibfehler wie „Kanelei“ für „Kanzlei“; der Auftraggeber des Inkasso-Büros wird nicht genannt; die Postanschrift der Anwaltskanzlei beziehungsweise des Inkasso-Büros fehlt. Antworten Sie nicht, auch wenn Sie persönlich angesprochen werden sollten. Sind Sie unsicher, ob bei einem namentlich genannten Online-Shop nicht doch eine Rechnung offen ist, fragen Sie direkt beim Kundenservice des jeweiligen Shops nach.

Neben unerwünschter Werbung gehört Schadsoftware, die über Spam-Mails in Computer eingeschleust werden soll, zu den größten Bedrohungen im E-Mail-Verkehr. Dabei kann sich der Virus entweder direkt in der Spam-Mail befinden oder er wird über einen vermeintlich sicheren Link durch den Nutzer selbst heruntergeladen. Das Erscheinungsbild solcher Spam-Mails kann ganz unterschiedlich ausfallen: mal als gefälschte Rechnung, mal als Buchungsbestätigung für ein Hotel, einen Flug oder ähnliches.

Der Haken: Das fragliche Dokument liegt als ZIP-Datei im Anhang der E-Mail oder muss über einen Link heruntergeladen werden. Öffnen Sie daher auf keinen Fall den Anhang, klicken Sie nicht auf den Link. Denn hier liegt der dreiste Versuch vor, mit Ihrer Mithilfe einen Virus auf den Computer zu schleusen. Dieser kann alle möglichen Schäden verursachen, angefangen vom Verlust einzelner Dateien über den Ausfall des Computersystems bis hin zum Diebstahl persönlicher Daten, beispielsweise den Zugangsdaten zum Online-Banking.

Wenn Sie weitere Informationen zum Theme Computerviren suchen, empfehlen wir unseren Ratgeberartikel Virenschutz.

Unter einem Bot (eine Verkürzung von robot) versteht man ein Programm, das bestimmte vorgegebene Routine-Aufgaben relativ selbstständig abarbeiten kann. Vergleichbar mit Viren sind Bots in Dateien-Anhängen von Spam-Mails versteckt. Ihr Zweck: das Ausspionieren von Kennwörtern und E-Mail-Adressen. Hat ein Bot einmal den Rechner infizieren, kann er heimlich Systemressourcen übernehmen und – wenn eine Netzwerk- oder Internetverbindung besteht – weitestgehend autonom Daten senden und empfangen. Per Fernsteuerung lässt sich der Bot von den Cyberkriminellen im Hintergrund dann aktivieren.

Durch den Einsatz von Bots ist möglich, viele Computer zu sogenannten Bot-Netzwerken zusammenzuschließen. Diese dienen wiederum dazu, Internet-Seiten durch massenhafte Anfragen lahmzulegen oder Spam-Mails in großer Menge zu verschicken – ohne das die Benutzer der betroffenen Computer den Vorgang bemerken. Selbst die Vermietung der Bots an andere Kriminelle ist aufgrund der Fernsteuerung machbar. Ein Befall mit einem Bot fällt zunächst nicht auf, entweder weil er noch inaktiv ist oder nur geringe Datenmengen überträgt. Hat der Nutzer einen Breitband-Anschluss, reduziert sich die Leistung kaum. Um eine Infektion zu erkennen, ist ein Antiviren-Programm auf dem neuesten Stand unerlässlich.

Das Trojanische Pferd: Dieses Schadprogramm verwendet im Prinzip die gleiche List wie die antiken Griechen vor den Toren Trojas. Ein Trojaner gibt sich zunächst als ein nützliches Programm aus, enthält aber einen versteckten Code, der dem Nutzer schadet: Er verliert die Kontrolle über den Rechner, sein Zugang zum Online-Banking wird ausgespäht, gespeicherte E-Mail-Adressen werden abgeschöpft oder die Programme erpressen den Nutzer mit Bedrohungen. Der Unterschied zu Viren und Bots besteht darin, dass ein Trojaner sich nicht selbst verbreiten kann.

Um die Infektion mit einem Trojaner zu verhindern, sollte man zunächst vorsichtig im Umgang mit Dateien und Anwendungen sein, die angeblich einen großen Nutzen versprechen und dabei günstig zu haben sind. Das sind beispielsweise kommerzielle Spiele, die in einer gecrackten Version (ohne Kopierschutz) irgendwo im Internet angeboten werden. Programme sollten nur aus vertrauenswürdigen Quellen heruntergeladen werden – und nicht über den Link, der in der Spam-Mail mitgeliefert wird. Antiviren-Software ist in der Bekämpfung nur bedingt hilfreich, da es vielen aktivierten Trojanern gelingt, das System zu täuschen. Stattdessen ist oft eine Neuinstallation vom letzten, schadensfreien Backup notwendig.

Auch auf Telefonen kann man von Spam belästigt werden. Dies ist sowohl via Anruf als auch via SMS möglich. Der Nutzer soll eine teure Hotline kontaktieren oder in eine Abofalle gelockt werden. Beim sogenannten Rückruf-Spam klingelt das Telefon lediglich einmal. Der Nutzer soll die angezeigte Telefonnummer, Festnetz oder Mobilnetz, zurückrufen. Doch am anderen Ende ist lediglich ein Anrufbeantworter, der auf eine kostenpflichtige 0900-Hotline verweist. Eine andere Variante ist die Gewinnmitteilung, die meistens automatisch erfolgt. Um weitere Details über den vermeintlichen Preis zu erhalten, soll ebenfalls eine bestimmte kostenpflichtige Nummer angerufen werden.

SMS-Spammen funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Eine SMS von einem Unbekannten fordert zu einer Antwort oder einem Rückruf auf. Meist dient ein angeblicher Kontaktversuch als Köder. Bei der angegebenen Telefonnummer handelt es sich in der Regel um eine 5- oder 6-stellige Kurzwahl-Nummer. Um herauszufinden, wer hinter dieser Nummer steckt, müssen Sie die Datenbanken von Telekom, Vodafone oder E-Plus durchsuchen. Diese schalten die entsprechenden Nummern zwar frei, aber Preisgestaltung und Abrechnung gestalten die Anbieter der Dienste. Da kann eine einfache Antwort-SMS schnell mit 4,99 € abgerechnet werden – auf Ihre Kosten.

Unser Rat: Rufen Sie nicht zurück und beantworten Sie keine SMS von Kurzwahl-Diensten, die Sie nicht angefordert haben.

Auch Nutzer des Chat-Programms WhatsApp werden immer häufiger Ziel von Spam: beispielsweise taucht ein Pop-up-Fenster auf, das vor dem Ablaufen der Nutzungsdauer warnt und zu einer Abofalle führt. Aber auch gefälschte E-Mails sind im Umlauf, die darauf hinweisen, eine Nachricht könne nicht zugestellt werden – mit einem Klick auf den beigefügten Link ließe sie sich doch noch lesen. Solche Spam-Mails setzen auf uninformierte Nutzer des Messenger-Programms. Eine Nachricht wird nämlich nicht per E-Mail „nachgereicht“, sondern bleibt solange auf dem Server, bis der Nutzer wieder online ist.

Um sich vor solchen Spam-Mails bei WhatsApp zu schützen, gibt es noch keine technische Hilfe: Kriminelle lassen Computer-Programme automatisch Telefonnummern erstellen, bis sie eine aktive Nummer finden. Die Spam-URL versteckt sich gelegentlich im Profilbild des Absenders oder wird gekürzt, um den Messenger-Betreiber zu täuschen. Daher gilt es, wachsam zu bleiben: Ignorieren Sie also plötzliche Zahlungsaufforderungen und Nachrichten von Unbekannten. Blockieren Sie den Absender. Auch sogenannte Kettenbriefe, die mit einer Deaktivierung des Kontos drohen, wenn man seine Aktivität nicht durch das Versenden der Nachricht an mehrere Freunde bestätigt, sollten Sie gleich löschen.


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Schutz vor SPAM

Wie schützen Sie sich vor Spam?

Spam ist zwar eine Flut, aber keine Naturgewalt, der Sie schutzlos ausgeliefert wären. Mit mehreren technischen Mitteln können Sie die Gefahr, eine Spam-Mail im Postfach zu finden, auf ein Minimum reduzieren. Aber alle Software nützt wenig, wenn Sie dem Rest an Spam nicht kritisch genug gegenüberstehen.

Spamfilter

Spamfilter kontrollieren den E-Mail-Verkehr auf unerwünschte Nachrichten. Entweder handelt es sich um Module, die ins E-Mail-Programm integriert sind, oder um eigenständige Programme. Je nach Umfang und Komplexität arbeiten sie auf der Ebene des einzelnen Computers, können aber auch direkt auf dem Mail-Server eingesetzt werden. Sie überprüfen den Absender der E-Mail, den Server, der die E-Mail versendet oder bereitgestellt hat, und sortieren Spam-Mails aus dem E-Mail-Traffic heraus. Mittels bestimmter Methoden wie dem Bayesschen Filter, benannt nach einem englischen Mathematiker aus dem 18. Jahrhundert, können Spamfilter durch den Benutzer auf das bessere Erkennen von Spam-Mails trainiert werden. Zukünftige Spam-Attacken lassen sich so noch besser vermeiden.

Virenprogramm

Sollte es trotz Spamfilter einem Virus oder Trojaner gelungen sein, den Computer zu infizieren, hilft ein gutes Antiviren-Programm. Zum einen verhindert es ein Eindringen des Schädlings, zum anderen kann es bekannte Schadsoftware gezielt entfernen. Ein Echtzeitscanner überprüft im Hintergrund alle ausgeführten Programme und geöffneten Dateien sowie sämtliche Internet- und Netzwerk-Aktivitäten. Fällt ihnen eine Unregelmäßigkeit auf, machen sie den Nutzer auf die Bedrohung aufmerksam und eliminieren den Schädling. Zudem überprüfen die Antiviren-Programme entweder automatisch oder nach manueller Aktivierung den gesamten Festplatten-Speicher – inklusive angeschlossener USB-Sticks, externer Festplatten etc. – auf Schadsoftware. Eine heuristische Erkennung identifiziert Programme, die sich ungewöhnlich und anders als normal verhalten.

Black- und Whitelists

Spamfilter und Antiviren-Programme arbeiten häufig mit Black- und Whitelisten. Mithilfe dieser Werkzeuge werden Listen erstellt, denen Adressen von unzuverlässigen beziehungsweise vertrauenswürdigen Absendern zugeordnet werden. E-Mails von Absendern auf der Blacklist werden daher immer abgewiesen, E-Mails von Absendern auf der Whitelist hingegen immer akzeptiert. Die Blacklist-Methode lässt sich auch anwenden, um E-Mails mit bestimmten Ausdrücken herauszufiltern. Spam-Mails mit bekannten Text-Abschnitten oder Wörtern können einfach identifiziert werden. Die Methode ist allerdings umstritten, da sie leicht mittels bewusster Falschschreibung umgangen werden kann.

Blockieren Sie Bilder in E-Mails

Mit einem einfachen Trick können Spammer feststellen, ob Ihre E-Mail-Adresse aktiv ist: der Nachlade-Funktion für Bilder. Beim Öffnen der Spam-Mail wird eine winzige Bild-Datei, in der Regel 1 x1 Pixel groß, vom versendenden Server nachgeladen. Allein dadurch kann der Spammer Ihre E-Mail-Adresse verifizieren. Lassen Sie daher alle Nachrichten von unbekannten Absendern im Textformat anzeigen. Unter „Extras“, „Optionen“ oder „Einstellungen“ können Sie in Ihrem E-Mail-Programm diese Funktion aktivieren. Bei manchen Programmen werden Bilder schon von vornherein blockiert. Sie können aber manuell die Funktion für bekannte und vertrauenswürdige Adressaten wieder aufheben.

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse nicht überall im Internet an

Sie konnten nicht widerstehen und haben bei einem Online-Gewinnspiel teilgenommen? Sie haben Ihre E-Mail-Adresse in einem offenen Forum hinterlassen? Oder die Adresse steht direkt auf Ihre Webseite? Dann brauchen Sie sich nicht über Spam-Mails zu wundern. Denn Ihre E-Mail-Adresse kann direkt von der Software, die Spammer zum „Ernten“ benutzen, ausgelesen werden. Um zu verhindern, dass Ihre E-Mail-Adresse an die falschen Leute gerät und für unerwünschte Werbung missbraucht wird, sollten Sie aufpassen, wo Sie die Adresse hinterlassen.

Gewinnspiele im Internet verfolgen sehr häufig den Zweck, an Ihre Daten zu kommen, Gewinne werden fast nie ausgespielt. Müssen Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben, beispielsweise im Impressum Ihrer Webseite, nehmen Sie ein Format, das nur Menschen verstehen. Sie können die Adresse als Grafik einfügen oder eine ungewöhnliche Form wählen, zum Beispiel „ich AT Meine E-Mail Adresse. de“, zusammen mit der Anweisung, die Leerzeichen herauszunehmen und das At-Zeichen zu verwenden. Oder Sie verwenden ein Kontaktformular. Das können Spammer nicht auslesen.

Aufmerksamkeit ist entscheidend

Die technische Unterstützung im Kampf gegen Spam-Mails funktioniert aber nur, wenn Sie wachsam gegenüber der Bedrohung bleiben. Cyberkriminelle spammen mit immer neuen und raffinierteren Methoden, die Spamfilter und Antiviren-Programme umgehen. Daher werden auch in Zukunft nicht erkannte Spam-Mails in Ihrem Postfach auftauchen, in IT-Kreisen wird diese Zuordnung „falsch negativ“ genannt. Auch die beste selbstlernende Software nützt wenig, wenn Sie trotzdem eine Spam-Mail beantworten oder Dateien im Anhang öffnen. Seien Sie daher immer vorsichtig bei E-Mails von unbekannten Absendern, wenn der angegebene Name und die tatsächliche E-Mail-Adresse nicht übereinstimmen, aber auch, wenn Geldgewinne, Traumreisen oder dreiste Mahnungen eingehen.

Übersicht: schützen Sie sich wirkungsvoll gegen Spam-Mails
  • Spamfilter für E-Mail-Programm einrichten
  • Antivirus-Programm installieren
  • Auf ungewöhnliche E-Mails niemals antworten
  • Bilder in E-Mails blockieren
  • E-Mail-Adresse nicht im Internet veröffentlichen
  • Immer kritisch bleiben

Was tun, wenn Sie Opfer von bösartigem Spam geworden sind?

Die Betrugsversuche der Spammer werden immer raffinierter. Der beste Schutz gegen Spam-Mails: vorbeugen. Doch manchmal ist das nicht genug. Wir geben Tipps, wenn Sie bereits Opfer von Spam geworden sind.

Was kann ich gegen Spambetrug unternehmen?

Wenn Sie gemahnt werden, eine (fiktive) Rechnung für eine nie erbrachte Leistung zu zahlen oder hinter einem vermeintlich kostenlosen Service ein teures Abonnement versteckt wurde, sollten Sie zunächst die Fakten überprüfen. Haben Sie tatsächlich einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen? Wenn ein Gratis-Angebot versprochen wurde oder die Kosten im Kleingedruckten versteckt sind, brauchen Sie nicht zu bezahlen. Sie sollten aber abwarten, wie weit der entsprechende Spammer geht. Handelt es sich offensichtlich um einen Betrug, können Sie in Ruhe abwarten – es wird nicht viel passieren.

Wann Sie unbedingt handeln müssen

Erhalten Sie einen Mahnbescheid vom Gericht, müssen Sie unbedingt mit dem beigefügten Formular widersprechen. Ansonsten drohen ein Vollstreckungsbeschluss und der Besuch vom Gerichtsvollzieher. Auch wenn Sie vom Dienstleister verklagt werden, müssen Sie handeln. Wichtig ist, dass Sie die Fristen, die vom Gericht vorgeschrieben werden, einhalten. Selbst wenn Sie im Recht sind, könnten Sie sonst unter Umständen den Prozess verlieren. Denn in diesem Fall droht ein Versäumnisurteil.

Geld gezahlt? Rückforderung nur schwer durchsetzbar

Sind Sie das Opfer eines Inkasso- oder Mahnbetrugs geworden und haben bereits das Geld überweisen, ist es schwer, das Geld wiederzuholen. Sie können dem Empfänger eine Rückzahlungsforderung zukommen lassen – doch eine Chance auf Erfolg wird wohl nicht bestehen. Daher bleibt Ihnen nur ein juristisches Vorgehen: Bringen Sie Ihren Fall im Betrugsdezernat der nächsten Polizei-Dienststelle zur Anzeige und kontaktieren Sie einen Anwalt. Sie sollten aber bedenken, dass Sie die Anwalts- und Gerichtskosten zunächst selbst übernehmen müssen. Erst nach einer rechtskräftigen Verurteilung können Sie sich diese erstatten lassen. Ist der Dienstleister inzwischen insolvent geworden, müssen Sie Ihre Kosten trotzdem tragen.

Ihr Ausweg aus dem Spam-Betrug
  • Kühlen Kopf bewahren, abwarten und Fakten überprüfen
  • Widerrufen Sie den Vertrag
  • Halten Sie gerichtlich vorgegeben Fristen ein
  • Erstatten Sie Anzeige
Wo kann ich Spam melden?

Ansprechpartner sind vor allem die Verbraucherzentralen. Sie sammeln die Betrugsversuche und informieren über die aktuelle Bedrohungslage. Zudem können sie Abmahnungen gegen die Betrüger veranlassen. Auch bei der Internet-Beschwerdestelle, einer Kooperation der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und des Verbands der deutschen Internetwirtschaft (eco), können Sie jede Spam-Mail melden. Dafür ist es notwendig, die originale Header-Zeile weiterzuleiten. Unverlangt versandte Werbe-E-Mails werden als allgemeiner Spam klassifiziert. Daneben geht die Internet-Beschwerdestelle explizit gegen Spam-Mails mit rechtswidrigen Inhalten vor.

Wie ist die Haftungssituation bei Spam?

Entsteht einer anderen Person ein Schaden, der durch ein vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln verursacht wurde, kann der Verursacher juristisch haftbar gemacht werden. Bei Spam haftet in erster Linie immer der direkte Verursacher, also der Werbetreibende im Fall der Werbe-Spam, im Fall der Schadsoftware die jeweiligen Programmierer und Verteiler. Doch die Chance ist relativ gering, die Verursacher zu identifizieren. Gerade Spammer mit kriminellen Absichten können ihre Spuren gut verwischen, indem sie mittels Bot-Netzwerken fremde Computer kapern und über deren Adressen dann die Spam-Mails verschicken. So wird der Verdacht erst einmal auf die Besitzer der jeweiligen Rechner gelenkt.

Grundsätzlich können nur Spammer haftbar gemacht werden, die eindeutig und nachweislich in Deutschland tätig sind oder die für eine Webseite werben, die von einem deutschen Staatsangehörigen betrieben wird. Werden die Spam-Mails aus einem Land außerhalb Deutschlands – insbesondere außerhalb der EU – versandt, ist die Durchsetzung von Rechtsmitteln und Schadenersatzforderungen sehr schwierig. Aber nicht nur die juristische Handhabung ist wenig aussichtsreich, auch der finanzielle Aufwand ist sehr hoch. Daher ist der Versuch, Spammer aus Nicht-EU-Ländern haftbar zu machen, meist nicht erfolgreich.

Wann handelt man fahrlässig?

Ein fahrlässiges Handeln liegt vor, wenn Sie der im Internet gebotenen Sorgfaltspflicht nicht nachkommen. Fahrlässig wäre es beispielsweise, wenn Sie kein Antivirenprogramm auf Ihrem System installiert haben oder es nicht regelmäßig aktualisieren. Oder wenn Sie in E-Mails von unbekannten Absender oder einer potenziellen Spam-Mail die Datei-Anhänge öffnen beziehungsweise auf die eingefügten Links klicken. Wenn Bot-Netzwerk über Ihren Computer Spam-Mails verschickt und Dritte dadurch geschädigt werden, können Sie hierfür ebenfalls haftbar gemacht werden.

Info

Cyberkriminelle versuchen, sich mittels gefälschter Webseiten Zugang zum Online-Banking zu verschaffen. Die Methoden im sogenannten Phishing werden immer raffinierter, selbst Experten können manchen Betrugsversuch nur schwer erkennen. Völlige Sicherheit bietet unser neuer Finanz-Schutz. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel Phishing.

Wie kann ich Spamschäden vorbeugen?

Um Schäden durch Spam vorzubeugen, sollten Sie zunächst Ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. Das bedeutet, sowohl präventiv Maßnahmen zu ergreifen als auch das eigene Verhalten im Internet zu hinterfragen.

  • Tipp 1: Halten Sie Ihren Rechner und das Antivirenprogramm auf dem neuesten Stand.
  • Tipp 2: Öffnen Sie keine E-Mails, bei denen es sich um Spam-Mails handeln könnte.
  • Tipp 3: Laden Sie Software nur von seriösen Quellen herunter.
  • Tipp 4: Verwenden Sie sichere Passwörter. Wie Sie diese erstellen, erfahren Sie im Ratgeber Sicheres Passwort.
  • Tipp 5: Schließen Sie einen Finanz-Schutz ab, der Sie beim Online-Banking und Online-Shopping schützt.

Tipp

Schützen Sie sich jetzt vor den Tricks der Kriminellen, die immer raffinierter werden. Der FinanzSchutz von CosmosDirekt bietet Versicherungsschutz bei allen Schäden im Zahlungs­verkehr, z.B. beim Online-Shopping.


Fazit: Augen auf, beim E-Mail-Verkehr

Spammen verursacht erhebliche Kosten, nicht nur bei den Übertragungs- und Speicherkapazitäten der Server, Datenleitungen und Rechner. Spam-Mails belasten das Zeitbudget jedes Nutzers. Sie müssen aussortiert und gelöscht werden, zudem sind die technischen Gegenmaßnahmen auf dem aktuellen Stand zu halten. Denn neben den nervigen, aber relativ harmlosen Werbe-E-Mails versucht manche Spam-Mail, den Rechner mit Schadsoftware zu infizieren. Spam-Filter und Virenschutz-Programme bieten Schutz gegen identifizierte Bedrohungen. Werden neue Viren in Umlauf gebracht oder finden Cyberkriminelle eine neue Masche, sind sie noch relativ wirkungslos. Doch mit bewusstem Verhalten lässt sich die Spam-Gefahr zumindest weiter reduzieren: keine Datei-Anhänge von unbekannten Absender öffnen, Werbemails ignorieren, Spam-Mails gleich löschen – und nie antworten. Auch bei der Weitergabe Ihrer E-Mail-Adresse sollten Sie immer sehr vorsichtig sein. Spam sollten Sie immer melden, denn nur wenn alle Internet-Nutzer um die Gefahren wissen, lässt sich die Flut trockenlegen.


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Schuldenfalle und wie man sich schützen kann